Urlaub und Sehenswürdigkeiten in der Alpenregion

Lechtal

Das Alpental des Lechs umfasst seinen größten Teil in Tirol, einen kleinen Teil in Vorarlberg sowie den mittleren und unteren Teil in Deutschland, wobei Letzteres als dealpiner Lebensraum bezeichnet wird. Es befindet sich im Süden der Lechtaler Alpen, einer Gebirgsgruppe, die den Nördlichen Kalkalpen zugeordnet ist. Mit einer Fläche von knapp 1000 km² umfassen sie damit die weitläufigste Gruppe. Außerdem sind die Gipfel dieser Alpengruppe, die höchsten der Nördlichen Kalkalpen. Hier befindet sich auch die Parseierspitze mit 3.036 m, der einzige Dreitausender sowie die neun nächsthohen Gipfel, u. a. Dawinkopf (2.970 m), Südlicher Schwarzer Kopf (2.949 m), Gatschkopf (2.947 m), Bocksgartenspitze (2.939 m), Holzgauer Wetterspitze (2.898 m), Oberer Bocksgartenkopf (2.888 m), Vorderseespitze (2.888 m), Freispitze (2.887 m) und Eisenspitze (2.859 m). Die Gebirgsgruppe ist als beliebtes Wandergebiet erschlossen, da eine Vielzahl an Höhenwegen und Hütten mehrtägige Touren zu Fuß ermöglichen.

Im Norden wird das Lechtal von den Allgäuer Alpen begrenzt, die ebenfalls zu den Nördlichen Kalkalpen zählen. Sie sind auf ganzer Länge den Ostalpen vorgelagert und bilden somit den westlichen Rand der Kalkzone. Die Allgäuer Alpen befinden sich im Osten des Bodensees und erstrecken sich auf einem Gebiet von ca. 75 km Länge und 50 km Breite. Ihren Anteil teilen sich in Deutschland Bayern und Baden-Württemberg und in Österreich Vorarlberg und Tirol. Außerdem befindet sich hier Deutschlands südlichster Punkt in der Nähe des Haldwanger Ecks. Wobei Österreich mit den Bergen Großer Krottenkopf (2.657 m), Hohes Licht (2.652 m), Urbeleskarspitze (2.632 m), Steinschartenkopf (2.615 m), Marchspitze (2.610 m) und Bretterspitze (2.609 m) den größeren Anteil der Allgäuer Alpengipfel verzeichnet. Die Berge Hochfrottspitze (2.648,8 m), Mädelegabel (2.644 m), Bockkarkopf (2.608,5 m) und Biberkopf (2.599 m) werden von Deutschland und Österreich geteilt.

Mehrere Seitentäler gehen vom Lechtal ab, wie das auf der linken Seite abzweigende Hornbachtal, dem einzigen bewohnten Seitental, welches der Hornbach durchfließt. Die Besiedelung des hinteren Hornbachtals erfolgte über die Joch vom Allgäu aus. Ebenfalls linksseitig liegt das Tannheimer Tal. Dieses Hochtal in ca. 1100 m Höhe gehört zu den Tannheimer Bergen, einem Teil der Allgäuer Alpen in Tirol. Der Eingang des Tales befindet sich im oberen Lechtal bei Weißenbach und führt zum Oberjochpass, der zu Bayern gehört. Vils, Berger Ache, Nesselwänger Ache, Warpsbach und Weißenbach durchfließen das Hochtal, welches nordöstlich von den Klettergipfeln Schartschrofen, Rote Flüh, Gimpel und Kellenspitze, südlich u. a. von Gaishorn, Rauhhorn, Kugelhorn, Ponten, Bschießer, Kühgundkopf und Krinnenspitze und nordwestlich von Einstein, Brentenjoch und Aggenstein umringt wird.

Auf der rechten Seite des Lechtals verzweigen sich u. a. das Namlostal, das Bschlabsertal sowie das Gramaistal und das Kaisertal, dem ehemaligen Sparchental. Das Kaisertal befindet sich im Bezirk Kufstein im Tiroler Kaisergebirge zwischen dem Zahmen und dem Wilden Kaiser. Im Tal liegt die Ortschaft Ebbs, die bis zum Jahr 2007 nicht an das Straßenverkehrsnetz angeschlossen war. Auf der anderen Seite des Tals befindet sich die Gemeinde Kufstein an der Grenze zu Bayern. Sie bildet mit der Inntalautobahn und als deutsch/österreichischer Grenzbahnhof für die Strecken München-Innsbruck bzw. Salzburg sowie München-Innsbruck-Verona, die wichtigsten Nord-Süd- als auch Ost-West-Anschlussmöglichkeiten in Europa.

Das Kaisertal ist seit 1963 dem Naturschutzgebiet Kaisergebirge zugeordnet, einer Gebirgsgruppe, die sich aus den zwei Gebirgsketten Wilder und Zahmer Kaiser bildet. Das Gebirge gehört zu Tirol und befindet sich zwischen Kufstein und St. Johann. Das Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von 102 km², die zu den Gemeinden u. a. Kufstein, St. Johann und Walchsee gehört. Die Höhenunterschiede liegen im Naturschutzgebiet zwischen 480 und 2344 m, die nur einem Sessellift zum Brentenjoch überwunden werden. Das Naturschutzgebiet Kaisergebirge umfasst eine Vielzahl an unterschiedlichen Pflanzen- und Tierarten. Erwähnenswert ist ebenso die Tischofer Höhle im Kaisergebirge, die etwa 40 m lang und im Einstieg ca. 8,5 m hoch ist. Die Höhle diente schon in der Steinzeit Raubtieren als Unterkunft, erlangte jedoch in der Zeit der Napoleonischen Kriege einiges an Bedeutung für die einheimischen Aufständler. Funde aus der jüngeren Altsteinzeit, demnach älteste Fundstelle über menschliche Erzeugnisse in Tirol, werden auf der Festung Kufstein verwahrt.

Das Lechtal hat Sommer wie Winter einiges zu bieten wie u. a. das Phänomen des Doser Wasserfalls bei Häselgehr. Nördlich vom Ortsteil Luxnach erscheint üblicherweise am 24. April aus einer Felsengrotte ein Wasserfall, der sich in die Tiefe stürzt. Wie er plötzlich hervortobt, so verschwindet er am 11. November wieder. Obwohl es verschiedene Thesen darüber gibt, bleibt dieser ungewöhnliche Wasserfall ein Buch mit 7 Siegeln. Denn tritt er auch einmal etwas früher zutage, bleibt er kurz danach nochmals weg. Doch nicht nur Natur pur, sondern auch Historisches ist zu entdecken, wie an der einst wichtigen Römerstraße, der Via Claudia. Direkt gegenüber befindet sich eine der wichtigsten Festungsanlagen in Mitteuropa. Südlich über dem Ort Reutte auf einem Felsgipfel thront die Ruine Burg Ehrenberg mit der Schaufestung Schlosskopf, einer Klause und dem kleinen Fort Claudia. Die Burg stammt aus dem 13. Jahrhundert, die nach ihrer Errichtung diverse Male in verschiedene Hände fiel und dabei immer wieder als kriegerischer Kampfplatz im Mittelpunkt stand. Heute ist Burg Ehrenberg wieder ein Schauplatz, allerdings für die jährlich im Sommer ausgetragenen Ritterspiele Ehrenberg, der größten historischen Veranstaltung in Europa.

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