La Pointe du Raz

Von Audierne aus, einem kleinen Ort an der gleichnamigen Bucht, geht es faktisch immer bergauf durch Esquibien in Richtung Plogoff, im Département Finistère. Der Granitvorsprung mit seinen bizarren Klippen, die immerhin 72 m hoch über dem Meer ragen, bilden den Endpunkt des Kap Sizun und bestehen aus zwei Spitzen, linker Hand das Pointe du Raz, und rechts das Pointe du Van. Wobei der Pointe du Raz, wohl der bekanntere Teil ist, denn er gilt als der westlichste Punkt von Frankreich und von Kontinental-Europa. Der bretonische Name lautet "Beg ar Raz", wobei Raz eine schnelle Meeresströmung bezeichnet. Das Wort wurde ursprünglich von den Wikingern mitgebracht, als sie in die Normandie einfielen.

Vegetation und Umweltschutz

Diese einmalige Aussicht hat schon immer viele Menschen angezogen, was zur Folge hatte, dass die Heidelandschaft mit dem gelb blühenden Stechginster sehr litt. In den Jahren 1996-2000 wurde dann eine, sozusagen, Komplettsanierung vorgenommen, um den Bestand der Vegetation zu erhalten und seine Pracht wieder herzustellen. Dieses, auf Dauer ausgelegte Entwicklungsprogramm, hat dem Gebiet das Gütesiegel der Naturschätze Frankreichs, "Grand Site de France", eingebracht, sodass nun die Masse der Touristen ohne Schaden für die Umwelt ihren Weg zu den Riffen finden. Doch Vorsicht – der Blick in die Tiefe ist nichts für Leute mit Höhenangst.

Der Blick über den Ozean

In ca. 8 km westlich entfernt liegt die Insel "Île de Sein, die von Esquibien aus mit der Fähre erreichbar ist. Getrennt vom Pointe du Raz durch eine von gewaltigen Strömungen durchzogene Meerenge, wurde diese mit ihren Riffen und ihrer hohen Brandung einst vielen Seeleuten zum Verhängnis. Zeugen dieser Zeit sind zwei weitere kleine Inselchen, die noch heute je einen unbewohnten Leuchtturm, den "Phare de Tévennec" und den "Phare de la Vieille", beherbergen. Am Ende der Heide dieses Landzipfels, wo Fauna und Flora ihre Harmonie im Zusammenleben wiedergefunden haben, steht eine Statue der "Notre-Dame des naufragés", der Mutter Gottes der Schiffbrüchigen, sowie eine Signalstation.

Legenden

Wie kann es anders sein, auch das Pointe du Raz birgt seine Geheimnisse, was Anlass für zahlreiche Legenden bietet. So soll die "Hölle von Plogoff", ein Stollen, der durch das Meer ins Kap gegraben wurde, der Ort sein, an den angeblich die Ertrunkenen zurückkehren und deren Stöhnen immer zu hören ist.

Pointe du Van

Das felsige Gegenstück zeigt sich nicht ganz so schroff, wie das Pointe du Raz. Sie ähneln sich nur durch die Heidelandschaft mit dem Ginster und den tief ins Wasser ragenden Granitfelsen. Direkt am Rand zum Riff steht die kleine Kapelle Saint-They, mit einem der Quellenheiligtümer der Bretagne. Vor hier oben können die kleinen vorgelagerten Inseln, die von vielen Seevögeln bewohnt werden, besonders gut betrachtet werden. Zwischen Pointe du Raz und Pointe du Van liegt eine kleine malerische Bucht, die Baie des Trépassés, die Bucht der Verschiedenen, in der, der Legende nach, die Seelen von Verstorbenen auf ein Totenschiff warten, die sie ins Jenseits hinter dem Horizont befördern. Die Bucht selbst hat einen flachen Sandstrand, doch eine sehr starke Brandung und ist deshalb besonders bei Surfern beliebt.

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