Weitere Sehenswürdigkeiten in Lissabon

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Praça do Comércio

Der Platz des Handels

Der Praça do Comércio ist einer von den drei wichtigen und großen Plätzen in der neu gebauten Innenstadt von Lissabon. Auf Deutsch bedeutet sein Name, etwa: "Platz des Handels". In einigen Regionen, nahe des Flusses Tejo, kennen die Bewohner den Platz noch unter seinem alten Namen: "Terreiro do Paço". Dies ist auf seine Vergangenheit zurückzuführen. Der alte Name bedeutet übersetzt: "Palastgelände" und basiert darauf, dass sich bis 1755 das Uferschloss des Königs auf dem heutigen Platz befand. Dieses diente mehr als 200 Jahre den portugiesischen Königen als Residenz. Der Platz liegt direkt am Hafen und war somit das Zentrum des Handels.

Praça do Comércio
Praça do Comércio, im Hintergrund rechts die Burg Castelo de São Jorge
©: www.europe-sightseeing.com

Der Platz ist besonders berühmt durch seinen prachtvollen Triumphbogen, welcher beim Betreten und Verlassen der neuen Innenstadt passiert werden muss. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die berühmte Reiterstatue im Zentrum des großen Platzes. Sie stellt den ehemaligen König von Portugal Joseph I. dar und wurde von Joaquim Machado de Castro entworfen. Der genannte König hatte nicht viel Interesse an den Regierungsgeschäften, weshalb er es zuließ, andere seine eigentliche Arbeit machen zu lassen. Vor allem der erste Marquis von Pombal leitete die staatlichen Vorgänge. Dieser war es auch, welcher nach dem Erbeben von Lissabon den Wiederaufbau einleitete und Portugal zu einer aufgeklärten Regierungsform verhalf.

Historische Entwicklung des Platzes

Praça do Comércio
Praça do Comércio
©: www.europe-sightseeing.com

Die Geschichte des Platzes reicht bis in das frühe 16. Jahrhundert zurück, denn im Jahr 1511 wurde der neue Königspalast am Ufer des Tejo errichtet. Er stand an der Stelle, wo sich heutzutage der Platz des Handels befindet. Im November des Jahres 1755 wurde Lissabon von einem starken Erdbeben verwüstet. Zahlreiche Portugieser sind bei diesem Unglück ums Leben gekommen. Doch erst der darauf folgende Tsunami sowie der große Brand – welcher kurz nach der großen Welle entstand – zerstörten das Schloss vollkommen. Durch diese Naturkatastrophen wurde vor allem die Innenstadt Lissabons fast vollkommen zerstört. Der damalige Marquis von Pombal ließ sie umgestalten und wieder aufbauen.

Erst im Laufe dieser Umgestaltung wurde der Platz so errichtet, wie er heute vorzufinden ist. Die Gebäude wurden absichtlich u-förmig um den circa 30 Quadratkilometer großen Platz errichtet. Der Torbogen in Richtung Rua Augusta wurde lange geplant und auch der Bau zog sich bis in das späte 19. Jahrhundert hin. Die Reiterstatue diente als Anerkennung an den König und wurde im Jahr 1775 errichtet. Der neue Name untermalte die neue Bedeutung des Platzes und lehnte sich daran an, dass auch in vergangenen Zeiten dieser Ort als Zentrum des Handels gedient hatte. Weiterhin wird der Platz oft für Veranstaltungen genutzt.

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Basílica da Estrela

Einfache Erreichbarkeit

Die Basílica da Estrela am Praca da Estrela in Lissabon
Die Basílica da Estrela am Praca da Estrela in Lissabon, eine
Barockkirche aus weißem Kalkstein mit einer Kuppel
und zwei Glockentürmen
©: www.europe-sightseeing.com

Die "Basílica da Estrela" besitzt zahlreiche Eigenschaften, welche sie zu einem beliebten Ziel für kulturhungrige Besucher macht. Neben den zahlreichen Kulturmerkmalen und der interessanten Geschichte ist die Basilika sehr einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, denn ihr direkt gegenüber befindet sich eine Straßenbahnstation (Linie 28). Dort befindet sich der ebenfalls sehr ansehnliche Park "Jardim da Estrela". Diese Verkehrsanbindung macht einen Besuch vor allem für Personen attraktiv, welche sich kein Mietauto leisten können oder wollen. Ebenfalls größere Gruppen werden die öffentlichen Verkehrsmittel zu schätzen wissen. Ihre Attraktivität für die genannten Besucherklassen wird weiterhin durch den kostenfreien Eintritt gesteigert.

Eine Kirche der besonderen Art

Jedoch machen weitaus andere Merkmale ihre Einzigartigkeit aus. Besonders hervorstechend ist ihre weiße Farbe, welche auch aus weiter Entfernung noch zu erkennen ist. Dazu tragen auch ihre hohen Türme bei, welche sich sehr markant von dem häufigen Blau des Himmels abheben. Die weiße Farbe wird durch das verwendete Material, dem Kalkstein erzeugt. Das gesamte Äußere des religiösen Gebäudes wurde aus diesem Gestein erbaut. Das Innere hingegen wurde mit allen möglichen Arten von Marmor errichtet. Vor allem die unterschiedlichen Farben stechen den Besuchern in die Augen. Vorzufinden ist unter anderem graues, gelbes und rosafarbenes Gestein.

Die Basílica da Estrela, aufgenommen aus er Parkanlage Jardim de Estrela.
Die Basílica da Estrela, aufgenommen aus er Parkanlage Jardim de Estrela.
©: www.europe-sightseeing.com

Cafe und Bistro im Jardim de Estrela
Cafe und Bistro im Jardim de Estrela
©: www.europe-sightseeing.com

Doch das Innere besitzt nicht nur aufgrund seines bunten Marmors einen besonderen Charme, sondern auch die zahlreichen farbenfrohen Heiligenbilder tragen zu diesem bei. Viele Besucher betreten das Innere nur, um die zahlreichen Gemälde zu betrachten und bestaunen. Laut den Aussagen Vieler wäre das Gebäude ohne seine charmevollen Bilder nur halb so attraktiv. Auch der barocke Baustil wird Kunstkennern schnell auffallen. Ebenfalls die gigantische Krippe in der Basilika ist sehenswert und beeindruckend. Sie wurde von dem berühmten, portugiesischen Bildhauer Joaquim Machado de Castro geschnitzt. Sein bekanntestes und ansehnlichstes Werk ist die Reiterstatue auf dem Praça do Comércio. Sie stellt den ehemaligen König Josés I. dar.

Der Anlass zum Bau

Der Anlass, die Basilika zu bauen, war etwas skurril. Königin Maria gab ein Versprechen an ihr Volk, welches lautete, dass wenn sie ein männliches Kind zur Welt brächte, würde sie den Bau einer Kirche anordnen. Nachdem sie dann ihren Sohn José gebar, setzte sie ihre Worte in die Tat um und ließ vom Architekten Matues Vincente de Oliveira die Pläne für die "Basílica da Estrela" anfertigen. Im Jahr 1779 begannen die Bauarbeiten für das spätbarocke Gebäude. Im Jahr 1790 war es fertig und wurde eingeweiht. Nun steht das über 200 Jahre alte Gebäude noch immer in Lissabon mitsamt seinen architektonischen Sonderheiten und ist für religiöse wie areligiöse Touristen ein beliebtes Ziel.

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Aqueduto das Águas Livres

Das Aquädukt

Aqueduto das Águas Livres
Aqueduto das Águas Livres
Quelle: pixelio.de     Fotograf: Bildpixel

In vielen älteren Kulturen war der Bau von Aquädukten notwendig und durchaus lukrativ. Diese Einrichtungen verhalfen den Städten und Dörfern zu einer besseren Wasserversorgung. Besonders bekannt waren die alten Römer und Griechen für die Errichtung solcher Wasserleitungen. Dennoch gehört das "Aqueduto das Águas Livres" zu den weltweit größten Aquädukten. Es erstreckt sich über eine Strecke von 19 Kilometern von der portugiesischen Stadt Queluz bis in den Teil Lissabons mit dem Namen Amoreiras. Diese große Wasserleitung gehört zu den beeindruckendsten und bekanntesten Ingenieurarbeiten Portugals aus dem 18. Jahrhundert. Zu der Zeit war die Errichtung einer solchen Wasserleitung notwendig, da Lissabon nur wenig Trinkwasser zur Verfügung hatte.

Der beeindruckendste Part der aus großen, aus Kalkstein erbauten Wasserleitung ist im Alcântara-Tal vorzufinden. Hier überspannt das Aquädukt 900 Meter mithilfe von 14 Bogen, welche im gotischen Baustil errichtet wurden. Das Alcântra-Tal ist auch der Ort, an dem Besichtigungen der Einrichtung bevorzugt durchgeführt werden. Besonders beeindruckend sind die gigantischen Bögen, von denen der höchste, mehr als 65 Meter groß ist und eine Breite von 28 Metern besitzt. Viele Touristen besuchen die ehemalige Wasserleitung im Alcântra-Tal, um die exzellente Aussicht zu genießen. Zwar haben bereits viele feststellen müssen, dass es nicht gerade leicht ist, den Eingang zu finden, jedoch soll sich die Suche gelohnt haben.

Historische Fakten zum Aquädukt

Wie bereits erwähnt, wurde das Aquädukt im frühen 18. Jahrhundert errichtet. Der Auftragsgeber war Cláudio Gorgel do Amaral, welcher von der Stadt für solche Aktionen bevollmächtigt wurde. Er ließ die Wasserleitung im Zuge einer Initiative errichten, um die chronischen Probleme mit der Wasserversorgung zu lösen. Begonnen hat der Bau im Jahr 1731. Die Pläne wurden vom Architekten Antonio Canevari aus Italien angefertigt. Im Jahr 1748 wurde das erste Mal bis nach Lissabon Wasser durch die Konstruktion geleitet. Im Jahr 1755 erschütterte ein Erdbeben ganz Lissabon. Nach dieser Naturkatastrophe folgten zwei weitere, ein großes Feuer sowie ein Tsunami.

Viele Menschen und ein großer Teil der Gebäude in der Hauptstadt fielen diesen Desastern zum Opfer. Doch am "Aqueduto das Águas Livres" gingen sie spurlos vorüber, wodurch die Wasserversorgung auch nach diesen Geschehnissen gesichert blieb. Die Konstruktion wurde nach den schrecklichen Ereignissen im 18. Jahrhundert noch sehr lange aktiv genutzt. Durch die Wasserversorgung konnte Lissabon weiterhin heranreifen und zu der Kulturstadt werden, als die sie bis heute noch bekannt ist. Erst in der Mitte 20. Jahrhunderts, im Jahr 1967 stellte die portugiesische Regierung die Nutzung des "Aqueduto das Águas Livres" ein und es wurde zu einer Touristenattraktion.

Aqueduto das Águas Livres, aufgenommen vom Friedhof der Vergnügungen (Cemiterio dos Prazeres)
Aqueduto das Águas Livres, aufgenommen vom Friedhof der Vergnügungen (Cemiterio dos Prazeres).
©: www.europe-sightseeing.com

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Convento do Carmo

Eine Ruine als Zeuge

Klosterruine Convento do Carmo
Klosterruine Convento do Carmo
©: www.europe-sightseeing.com

In der Nähe des "Elevador de Santa Justa" steht die Ruine des Klosters "Convento do Carmo". Sie befindet sich auf einem Berg und steht somit über Lissabon. Die Überreste der Mauern, das offene Dach des Kirchenschiffes sind auch in weiter Entfernung noch gut zu erkennen. Vor allem vom bereits erwähnten Aufzug und dem großen Platz "Rossio" sind diese Überreste nicht zu übersehen. Das Kloster wurde durch das große Erdbeben von Lissabon fast komplett zerstört. Da ein Wiederaufbau nicht in die Wege geleitet wurde, stehen ihre Überreste bis heute auf dem Berg und dienen als Erinnerung an die große Katastrophe im Jahr 1755.

Heutiger Zweck der Ruine

Obwohl ihre Zerstörung nun über 250 Jahre zurückliegt, können die Besucher ihre ehemalige Pracht und erstaunliche Bauweise noch immer erahnen. Das offene Dach erzeugt einen einmaligen Anblick, welchen die meisten Menschen nur aus Filmen kennen. Nicht nur das Aussehen im Innern des Kirchenschiffs ist erstaunlich, sondern auch die einmalige Akustik. Aufgrund dieser wird die Ruine im Sommer oftmals als Veranstaltungsort gemietet. Vor allem Konzerte werden in den Überresten des ehemals großen Raumes ausgetragen. Besucher solcher Konzerte werden schnell feststellen, dass sie einmalig sind. Zwar ist es möglich, das ähnlich gute akustische Verhältnisse in Konzerthallen erzeugt werden können, jedoch das dazugehörige Umfeld ist in der Ruine einmalig.

Doch die Klosterruine ist nicht nur eine Anlaufstelle für Musikfans, sondern auch für Kultur- und Geschichtsinteressierte, denn in den Gebäuden der ehemaligen Klostereinrichtung befindet sich nun das archäologische Museum von Lissabon. Dieses bietet unter anderem historische Informationen über das Klostergelände. Aber ebenfalls allgemeine Informationen und historische Zeugnisse über die portugiesische Hauptstadt und Geschichte können hier betrachtet und verinnerlicht werden. Nur wenige der weltweit existenten Geschichtsmuseen können ein solch umfassendes Angebot an historischen Schätzen vorweisen, wie das von Lissabon. Darüber hinaus stammen die meisten dort gelagerten Kulturgüter aus nahegelegenen Gebieten. Dadurch können die Interessierten nahezu jeden Fundort selbst besuchen.

Bau und Geschichte

Die Kirche "Igreja do Carmo", welche den Hauptbestandteil des Klosters darstellt, ist zwischen den Jahren 1389 und 1423 errichtet worden. Die stilistischen Bauelemente entsprechen denen der Lissabonner Gotik. Die Kirche gilt als ein wahres Schmuckstück und exzellentes Beispiel für diese Epoche. Der Begründer des Klosters war der bekannte Ritter und Heerführer "Nuno Álvares Pereira". Er war ebenfalls derjenige, welcher die Kirche hat bauen lassen. Zu der Zeit, als er noch militärisch aktiv war, war er einer der bedeutendsten Befehlsgeber, direkt nach dem portugiesischen König. Im Jahr 2009 wurde "Nuno Álvares Pereira" vom katholischen Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.

Klosterruine Convento do Carmo
Klosterruine Convento do Carmo
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Klosterruine Convento do Carmo
Klosterruine Convento do Carmo aus Sicht vom Rossio
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Catedral Sé Patriarcal

Kathedrale "Sé Patriarcal"
Kathedrale "Sé Patriarcal"
©: www.europe-sightseeing.com

Die Hauptkirche von Lissabon

Die Kathedrale "Sé Patriarcal" in der Altstadt von Lissabon ist ein wahres Kunstwerk und eine Mischung verschiedener Baustile. Doch sie besitzt außerdem eine wichtige Funktion für die Stadt und ihre Einwohner. Denn die Einrichtung ist die Hauptkirche der Hauptstadt und fungiert gleichzeitig als Kathedrale für das Patriarchat von Lissabon. Seit dem Jahr 1716 tragen die Lissaboner Erzbischöfe den Rang eines Patriarchen, denn seit dem genannten Jahr gehört Lissabon zu den sechs Patriarchaten der römisch-katholischen Kirche. Erhoben vom Erzbistum in seinen jetzigen Stand, hat es der Papst Clemens XI. Der erste Patriarch der portugiesischen Hauptstadt war Tomás de Almeida, bis zum Jahr 1754.

Geschichte des Baus

Bevor die Kathedrale gebaut wurde, befand sich an ihrem Standort ein Gotteshaus der Muslimen – eine Moschee. Es ist unbekannt, ob das muslimische Gebäude durch eine Naturkatastrophe oder mit Absicht von der Regierung zerstört wurde. Bestätigt ist nur, dass die Bauarbeiten für das christliche Gebäude im Jahr 1147 begannen. Somit ist die "Catedral Sé Patriarcal" nicht nur die Hauptkirche, sondern auch das älteste Gotteshaus von Lissabon. Nachdem im Jahr 1344 ein Erdbeben einige Teile der Kathedrale zerstörten, wurden diese mit der Zeit neu errichtet. Im Zuge dieser Rekonstruktionen wurde im Jahr 1380 die westliche Gebäudefassade im romantischen Baustil errichtet.

Kathedrale "Sé Patriarcal"
Kathedrale "Sé Patriarcal"
©: www.europe-sightseeing.com

Kathedrale "Sé Patriarcal"
Kathedrale "Sé Patriarcal"
©: www.europe-sightseeing.com

Kathedrale "Sé Patriarcal"
Kathedrale "Sé Patriarcal".
Blick nach draußen. Haltestelle der Linie 28.
©: www.europe-sightseeing.com

Auch das große Erdbeben von 1755 ging nicht, ohne Spuren zu hinterlassen, an dem Sakralbau vorüber. Unter anderem wurde der Chorbereich, welcher noch den gotischen Baustil vorzeigte, stark beschädigt. Selbstverständlich wurden auch nach dieser Naturkatastrophe zahlreiche Wiederaufbaumaßnahmen durchgeführt. Im späteren 18. Jahrhundert entschloss sich die Kirche für einige barocke Neuerungen. Unter anderem wurden die Türme mit Spitzen des genannten Baustils versehen. Jedoch wurden diese in der Zeit des Salazar-Regimes wieder abgenommen, um der Kirche einen einheitlichen romantischen Stil zu verleihen. Zur selben Zeit wurden die Zinnen des Gebäudes wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt und das Portalfenster in der Westfassade wurde durch ein romantisches Rosettenfenster ausgetauscht.

Der Innenraum und der Kreuzgang

Dem Innenraum der Kathedrale sieht man ebenfalls die zahlreichen Stilbrüche an. Vor allem vertreten sind romantische und gotische Stilelemente. Da – wie bereits erwähnt – der Diktator Salazar ein romantisches Erscheinungsbild erzeugen wollte, sind die gotischen Elemente auf dem Bereich des Chors reduziert worden. Die Decke des Sakralbaus erhielt seine Bemalung in der Epoche des Barock. Das Gebäude verfügt über mehrere Orgeln, eine von ihnen stammt ebenfalls aus der barocken Zeit. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche stilistische Umgestaltungen rückgängig gemacht. Das dort stehende Taufbecken ist eines der wenigen Elemente, welches noch aus der Zeit der Erbauung – dem 12. Jahrhundert – stammt.

Kathedrale "Sé Patriarcal"
Kathedrale "Sé Patriarcal"
©: www.europe-sightseeing.com

Kathedrale "Sé Patriarcal"
Kathedrale "Sé Patriarcal"
©: www.europe-sightseeing.com

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Park der Nationen

Ein ehemaliges Expo-Gelände

Der Turm Torre Vasco da Gama im Park der Nationen in Lissabon am Ufer des Tejo
Der Turm Torre Vasco da Gama im Park der Nationen
in Lissabon am Ufer des Tejo
Quelle: pixelio.de     Fotograf: Bildpixel

Im Jahr 1998 fand vom 22. Mai bis zum 30. September die Expo-Weltausstellung, mit dem Motto: "Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft" in Lissabon statt. Es war die erste Expo, welche in Portugal stattfand. Vor der Weltausstellung diente das Gelände hauptsächlich als Heimat für zahlreiche Industriegebäude. Es befindet sich direkt am Hauptstadtfluss, dem Tejo. Als das Gelände für die Expo ausgewählt wurde, ließ die Regierung das gesamte Gelände umgestalten. Die Unternehmen, welche das Gebiet bis dahin bebaut hatten, zogen mit der Umgestaltung mit. Das gesamte Gelände erhielt im Rahmen dieses Unternehmens eine futuristische Ausstattung.

Die Gebäude waren von Anfang an für eine weitere Nutzung nach der Weltausstellung gedacht gewesen. Das Gelände sollte eine Alternative für die Touristen darstellen, welche weniger Interesse an der "Baixa de Lisboa" – der Altstadt Lissabons – haben. Inzwischen hat sich das Gebiet wie geplant zu einem neuen Stadtviertel entwickelt, welches über zahlreiche sportliche und kulturelle Einrichtungen verfügt. Das Gelände ist nun unter dem Namen: "Parque das Nações" bekannt, was auf Deutsch so viel wie: "Park der Nationen" bedeutet. In ihm sind zahlreiche bedeutende Sehenswürdigkeiten vorzufinden. Darunter auch das zweitgrößte Ozeaneum der Welt, das "Oceanário de Lisboa" sowie der "Vasco-da-Gama-Turm" und der Bahnhof Lissabon-Oriente, welcher das Zentrum des Parks darstellt.

Das "Oceanário de Lisboa"

Das Ozeanarium (Oceanário de Lisboa) im Park der Nationen am Ufer des Tejo in Lissabon
Das Ozeanarium (Oceanário de Lisboa) im Park der Nationen
am Ufer des Tejo in Lissabon
Quelle: pixelio.de     Fotograf: Bildpixel

Zur Zeit der Weltausstellung war das "Oceanário de Lisboa" die Hauptattraktion. Wie bereits erwähnt, ist das Ozeaneum in Lissabon weltweit das zweitgrößte seiner Art. Es erstreckt sich über eine Fläche von zwei Etagen. Das Hauptbecken, im Zentrum des Gebäudes, beherbergt zahlreiche Hai- und Rochenarten. Neben diesem großen Becken befinden sich sehr viele kleinere. In diesen befinden sich sehr viele unterschiedliche Meeresbewohner, welche ihre Heimat in den verschiedensten Ecken der Welt haben. Jede der vier Ecken des Gebäudes bildet eine Nachbildung einer anderen geografischen Region. Unter anderem existiert ein Antarktis-Bereich, in welchem sich zahlreiche Pinguine tummeln und eine Nachbildung des Mangrovenwalds beherbergt einige Seeotter.

Der Bahnhof Lissabon-Oriente

Der Ostbahnhof oder "Estação do Oriente", wie er bei den Einwohnern Lissabons heißt, bildet das Zentrum des Parks der Nationen. Zum einen ist er durch sein futuristisches Design durchaus ansehnlich und weiterhin fahren von ihm aus zahlreiche Züge in alle Ecken des Landes. Doch er fungiert nicht nur als Fernbahnhof, ebenfalls zahlreiche regionale Züge fahren in ihm ein und aus. Unter anderem existiert eine direkte Verbindung zum Bahnhof der Altstadt. Die ungewöhnliche Architektur des Bahnhofs stammt von dem Architekten Santiago Calatrava aus Spanien. Zum Bau seines Entwurfes kam es durch einen Wettbewerb, in welchem seiner gegen die zahlreicher anderer Architekten gewonnen hat.

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Ponte Vasco da Gama

Die längste Brücke Europas

Die Hängebrücke über dem Tejo
Anlässlich der Weltausstellung 1998 (Expo 98) in Lissabon
wurde auch die Brücke Ponte Vasco da Gama am Ende des
Ausstellungsgeländes errichtet
Quelle: pixelio.de     Fotograf: Bildpixel

Die "Ponte Vasco da Gama" befindet sich direkt neben dem großen Park der Nationen in Lissabon. Ebenso wie der genannte Park, ist auch die Vasco da Gama Brücke eine wahre Sensation in Europa, denn sie besitzt nicht nur einen ganz eigenen Stil, sondern ist mehr als 17 Kilometer lang und somit die längste Brücke in ganz Europa. Mit dieser Länge gehört sie darüber hinaus zu den längsten Brücken der gesamten Welt. Den Rekord in Europa wird sie voraussichtlich im Jahr 2018 verlieren, denn in dem genannten Jahr wird vermutlich die Fehmarnbelt-Brücke mit einer Länge von circa 20 Kilometern fertiggestellt.

Die Hauptöffnung der Brücke besteht aus einer Schrägseilbrücke und überspannt den Hauptstadtfluss Tejo, an der Stelle, an welcher er direkt an den großen Park der Nationen grenzt. Die Brücke wurde nach einem der berühmtesten und bedeutendsten Seefahrer in der portugiesischen Geschichte benannt – Vasco da Gama. Er war der Hauptverantwortliche auf der Entdeckungsreise nach Indien. Somit hat er im Jahr 1498 den Seeweg nach Indien gefunden und damit eine der schwerwiegendsten Grundlagen für die Expansion der portugiesischen Handels- und Seefahrtsmacht geschaffen. Die Brücke wurde zum Gedenken an diese Entdeckung und ihren Entdecker erbaut, genau 500 Jahre, nachdem die Reise getätigt wurde.

Ponte Vasco da Gama
Ponte Vasco da Gama: Blick vom Pantheon in Richtung Hafen. Dahinter die Brücke Vasco da Gama
©: www.europe-sightseeing.com

Die Konstruktion und weitere meisterhafte Zahlen

Der gesamte Brückenkomplex ist in insgesamt sieben Segmente unterteilt. Den ersten Teil bilden die beiden westlichen Zugangsstraßen von Lissabon aus. Der zweite Part ist das West-Viadukt mit einer Länge von circa 488 Metern. Darauf folgt das Expo-Viadukt, mit seinen 672 Metern. Der Hauptteil besitzt eine Gesamtlänge von rund 830 Metern. Nach diesem folgt das Mittlere Viadukt mit einer Länge von 6,4 Metern. Den Abschluss bilden das Ost-Viadukt und die östlichen Zugangsstraßen mit einer Länge von jeweils circa 3,9 Kilometern. Die Höchstgrenze der Spannweite liegt bei 420 Metern. Die Brücke wird mithilfe der Pylone auf einer Höhe von circa 160 Metern gehalten.

Gründe für den Bau

Für den Bau der "Ponte Vasco da Gama" existieren zahlreiche Gründe. Einer wurde bereits genannt – das Gedenken an Vasco da Gama und seine Entdeckung. Weiterhin beabsichtigte die portugiesische Regierung die Entlastung der im Jahr 1966 gebauten Brücke "Ponte de 25. Abril" sowie der Innenstadt von Lissabon, denn kurz nachdem die genannte erste Brücke über den Tejo fertiggestellt wurde, stellte die damalige Regierung fest, dass der herrschende Verkehr die Brücke sowie die Lissabonner Innenstadt stark belastete. Aus diesem Grund wurde anlässlich der Expo 1998 die neue Brücke am nördlichen Rand erbaut. Beim Bau musste auf das angrenzende Wasserschutzgebiet geachtet werden.

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Kulturangebote / Museen / Bühnen / Shows

Stadt voller Kultur

Der 1875 fertiggestellte Triumphbogen Arco Triunfal da Rua Augusta mit Marmorstatuen berühmter Persönlichkeiten
Der 1875 fertiggestellte Triumphbogen Arco Triunfal da Rua
Augusta mit Marmorstatuen berühmter Persönlichkeiten
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Die Hauptstadt von Portugal ist ein wahres Kulturmonopol. Es besitzt eine umfangreiche und interessante Kulturgeschichte, welche ihre Spuren an der Stadt hinterlassen hat. In Lissabon befinden sich sehr viele Museen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten. Somit kommen Museumsliebhaber durchaus auf ihre Kosten. Weiterhin ist auch etwas für den Kulturinteressierten dabei, welcher gerne Vorführungen beiwohnt. In der ganzen Stadt sind sehr viele gute Theater zu finden, deren Vorführungen jeden Liebhaber dieser Kunst bewegen dürften. Wobei bei Letzterem beachtet werden sollte, dass die Vorführungen ausschließlich auf Portugiesisch aufgeführt werden und somit ein Besuch nur klug wäre, wenn derjenige auch der Sprache mächtig ist.

Museen

Die zahlreichen Museen zeigen ansehnliche Kunstwerke und Gegenstände aus vergangenen sowie aktuellen Tagen. Im nationalen Kutschenmuseum können die Besucher die Fahrzeuge betrachten, welche vor längerer Zeit die Einzigen waren, mit welchen man schnell, mehrere Personen über eine Strecke transportieren konnte. Das Marinemuseum präsentiert die großen portugiesischen Errungenschaften der Seefahrt, angefangen in der Vergangenheit bis heute. Das Museum der modernen Kunst und das des Designs werden vor allem die Kunstliebhaber ansprechen. Dort sind vor allem aktuelle und sehr kreative Werke von Künstlern aus ganz Europa zu finden. Wer sich für die portugiesische Kunst interessiert, der wird sich eher von der nationalen Kunstgalerie angesprochen fühlen.

Lissaboner Theater

Diverse große und kleine Theater in Lissabon
Diverse große und kleine Theater in Lissabon
©: www.europe-sightseeing.com

Wie bereits erwähnt, sind die Theateraufführungen in Lissabon ausschließlich in der Landessprache zu genießen. Jedoch, wenn man als Theaterliebhaber dieser Sprache mächtig ist, so kann man sich das ganze Jahr über interessante und spannende Aufführungen anschauen. Von denen werden einige sehr rührend sein und sich eher mit der Geschichte Lissabons auseinandersetzen und andere werden eher aus der Fantasie eines kreativen Autors stammen.

Diverse große und kleine Theater in Lissabon
Diverse große und kleine Theater in Lissabon
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Jedoch auch die Touristen, welche der portugiesischen Sprache nicht mächtig sind, sollten sich wenigstens einige der Theatergebäude anschauen. Einige von ihnen besitzen eine ausgesprochen kreative Architektur. Eines der ansehnlichen Theater ist zum Beispiel das Nationaltheater.

Kulturelle Aufführungen in Lissabon

Neben den genannten kulturellen Angeboten bietet die Stadt auch einige Aufführungen, welche seit mehreren Jahrhunderten traditionell aufgeführt werden. Darunter befindet sich auch die "Procisso de Senhor dos Passos" – die Prozession des 2. Sonntags der Fastenzeit – diese wird bereits seit dem 16. Jahrhundert jedes Jahr ausgeführt. Bei dieser religiösen Veranstaltung wandern die Bürger mit Sänften durch den Lissabonner Bezirk Graa. Die Sänften sind mit einem lilafarbenen Stoff überdacht. Ähnliche religiöse Veranstaltungen finden vor allem im Juni statt. Dort ehren die Bewohner Lissabons zahlreiche Heilige durch Paraden und Umzüge. Viele andere Feiertage werden ebenfalls auf diese Art gefeiert.

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Metrostation Oriente: Künstlerin Yayoi Kusama (Japan)
Metrostation Oriente: Künstlerin Yayoi Kusama (Japan)
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Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente

Kunst spielt in der Metro Lisboa, der U-Bahn der Hauptstadt, seit jeher eine wichtige Rolle. Schon bei der Eröffnung anno 1959 wurde die Künstlerin Maria Keil damit beauftragt, die Stationen künstlerisch zu gestalten. Als besonderes Glanzstück gilt heute der U-Bahnhof Oriente. Dieser ging im Mai 1998 in Betrieb und ist bekannt für seine zahlreichen Kunstwerke.

Ein U-Bahnhof als Hort der Kreativität

Metrostation Oriente
Metrostation Oriente
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Eigentlich lässt die Metropolitano de Lisboa, die Betreibergesellschaft der U-Bahn, ihre Bahnhöfe ausschließlich von portugiesischen Künstlern gestalten. Für den Bahnhof Lissabon Oriente wurde jedoch angesichts der Weltausstellung eine Ausnahme gemacht: Hier hatten elf Künstler aus allen Kontinenten die Gelegenheit ihr Schaffen zu präsentieren.

Zu den bekanntesten Werken zählt etwa das Fliesengemälde Praia da Vau, welches Joaquim Rodrigo nicht mehr zu Lebzeiten vollenden konnte. Dieses Gemälde stellt einen Strand an der Algarve dar. Zahlreiche Fabelwesen, tatsächliche Ereignisse und Legenden verarbeitete hingegen der isländische Künstler Errö im Zwischengeschoss. Ein Großteil der Arbeiten haben gemäß des Mottos der Weltausstellung, "Die Ozeane: Ein Erbe für die Zukunft" Wasser, Meer und Ozeane zum Thema.

Joaquim Rodrigo (Portugal)
Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente: Joaquim Rodrigo (Portugal)
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Ein echter Hundertwasser ist ebenfalls zu bestaunen und dürfte eins der am meist photographierten Fliesen-Kunstwerke in diesem Bahnhof sein.

Metrostation Oriente: Hundertwasser
Metrostation Oriente: Hundertwasser
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Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente: Künstler Errö (Island)
Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente:
Künstler Errö (Island)
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Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente: Abdoulaye Konate (Mali)
Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente:
Abdoulaye Konate (Mali)
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Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente: Antonio Segui (Argentinien)
Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente:
Antonio Segui (Argentinien)
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Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente: Arthur Boyd (Australien)
Kunstwerke im Bahnhof Lissabon Oriente:
Arthur Boyd (Australien)
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Eléctricos de Lisboa
Eléctricos de Lisboa: gemütlich durch Lissabon mit der Linie 28 zuckeln.
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Eléctricos de Lisboa: die weltweit gemütlichste Achterbahn

Die historische Straßenbahn Lissabons, die Eléctricos de Lisboa, gilt als eine der weltweit schönsten Straßenbahnen. Der Grund: Sie besitzt einen historischen Fuhrpark und fährt durch äußerst enge Gassen wobei sie Steigungen von bis zu 13,5 Prozent überwindet. Obwohl die Fahrgäste die Stadt bei einer Fahrt mit der Straßenbahn - das gilt vor allem für die Linie 28E - bestens kennenlernen, müssen sie vor allem Geduld mitbringen. Der Grund dafür ist das Verkehrschaos, welches quasi ständig in der Stadt herrscht.

Die Geschichte der Straßenbahn in Lissabon

Als direkter Vorläufer der Eléctricos gilt die normalspurige Pferdebahn, die am 17. November 1873 in Betrieb gegangen ist. In den folgenden Jahren wurde das Streckennetz konsequent ausgebaut, jedoch blieb die hügelige Altstadt Lissabons zunächst unerschlossen. Erst in den 1880er und 1890er Jahren konnten die hügeligen Teile der Stadt befahren werden, als Standseilbahnen eingesetzt wurden. 1898 wurde die Pferdebahn schließlich elektrifiziert, nun sollten auch die hügeligen Teile der Stadt erschlossen werden, was eben bis dato nicht möglich gewesen war. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund hatte man bereits begonnen, die Strecken auf 900 Millimeter umzuspuren, um auch Strecken durch die engen Gassen der Innenstadt führen zu können. Dies dauerte bis zum Mai 1900, und die erste elektrische Straßenbahn konnte am 31. August 1901 den Betrieb aufnehmen. Bis in die 1930er Jahre hinein wurde das Streckennetz erheblich erweitert, in den folgenden Jahrzehnten jedoch wieder zurückgebaut, sodass das heutige Streckennetz der Eléctrios de Lisboa heute etwa 25 Kilometer umfasst.

Eléctricos de Lisboa
Eléctricos de Lisboa: Bauch einziehen hier wird es eng.
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Eléctricos de Lisboa
Eléctricos de Lisboa: Catedral Sé Patriarcal
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Ein Kult für Besucher: die Linie 28E

Die Linie28E, eine von insgesamt fünf Linien, verkehrt seit 1928 zwischen den Stationen Parazeres und Martim Monitz und verbindet die Stadtteile Prazeres, Lapa, Baixa und Alfama. Für Besucher der Stadt lohnt sich die Fahrt insofern, als sie hier direkt durch die Viertel der Altstadt mit ihren prächtigen Straßen und Plätzen fahren.

Tipp: Die meisten Besucher steigen am Platz Martim Monitz ein. Leider sind hier Wartezeiten von 1h keine Seltenheit. Steigen Sie einfach 1 Station später hinzu, oder an einer der Haltestellen in der Rue Conceicao bzw. an der Catedral Sé Patriarcal. An den Endhaltepunkten steigen Sie einfach wieder in die Gegenrichtung um. Noch ein weiterer Tipp: die Bahnen sind teilweise proppevoll und laden Taschendiebe geradezu ein. Passen Sie also auf Ihre Wertsachen auf.

Eléctricos de Lisboa
Eléctricos de Lisboa: Linie 12 - mit der Linie 12 geht es ruck
zuck in Richtung Castelo. Dort umsteigen ggf. in Linie 28.
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Eléctricos de Lisboa
Eléctricos de Lisboa: Elevator da Gloria
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Eléctricos de Lisboa
Eléctricos de Lisboa: eine der Endstationen ist die Basílica da Estrela am Praca da Estrela in Lissabon.
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Igreja de Santa Engrácia: aus einer Kirche wird ein nationales Pantheon

Eigentlich wurde die Igreja de Santa Engrácia in der Gemeinde Sao Vicente bereits im 17. Jahrhundert als Kirchenbau errichtet. Jedoch sollte es bis Mitte der 1960er Jahre dauern, bis der Bau dieser barocken Kirche tatsächlich vollendet wurde. Und auch als Kirche wurde die Igreja de Santa Engrácia nie genutzt. Dafür dient sie heute als Nationales Pantheon, in dem die großen Söhne Portugals ihre letzte Ruhestätte finden.

Igreja de Santa Engrácia - Pantheon Lissabons
Igreja de Santa Engrácia - Pantheon Lissabons
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Die Geschichte der Igreja de Santa Engrácia

An der Stelle, an der heute die Igreja de Santa Engrácia steht, standen bereits vor dem 17. Jahrhunderten eine Kirche, die der Märtyrerin Engrácia aus Braga geweiht waren, diese war Ende der 1570er Jahre von Prinzessin Maria gestiftet worden. Nachdem dieses teilweise eingestürzt war, begannen 1681 die Bauarbeiten für die neue Kirche. Nach dem Tod des Architekten verlor der damalige König jedoch das Interesse an einer Fortsetzung des Baus. Erst zu Zeiten der autoritären Diktatur in Spanien wurde der Bau vollendet.

Die Architektur der Igreja de Santa Engrácia

Für die Kirche wurde eine für damalige Verhältnisse in Portugal einmalige Architektur verwirklicht. So besitzt das Gotteshaus einen symmetrischen Grundriss in der Form eines griechischen Kreuzes. Prismaähnliche Türme schließen jede Ecke der Kirche ab, welche jedoch auch in den 1960ern nicht vollendet wurden. Deshalb wurde rund um die zentrale Kuppel eine Aussichtsplattform errichtet. Besucher erreichen diese Plattform über einen Fahrstuhl und genießen oben angekommen den Panoramablick über Lissabon.

Igreja de Santa Engrácia - Pantheon Lissabons
Igreja de Santa Engrácia - Pantheon Lissabons
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Igreja de Santa Engrácia - Pantheon Lissabons
Igreja de Santa Engrácia - Pantheon Lissabons
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Die Igreja de Santa Engrácia

Unmittelbar, nachdem die Kirche fertiggestellt worden war, wurde sie in ein nationales Pantheon nach dem Vorbild Frankreichs umgewandelt. Um tatsächlich möglichst viele bedeutende Persönlichkeiten aus Portugal hier bestatten zu können, wurden einige Personen sogar nachträglich exhuminiert. Unter anderem sind heute in der Igreja de Santa Engrácia mehrere Staatspräsidenten, Schriftsteller, Künstler und Sportler begraben. Für Personen aus der Geschichte Portugals wie Heinrich dem Seefahrer wurden Ehrenzeichen angebracht.

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Cemitério dos Prazeres: der Friedhof des Vergnügens

Der Name Cemitéro dos Prazeres, zu deutsch Friedhof des Vergnügens, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Doch dieser rührt daher, dass sich bis zum ersten Drittel des 19. Jahrhunderts auf diesem Gelände ein kleiner Park befand, der von der Lissabonner Bevölkerung zur Freizeitgestaltung genutzt wurde. Für die Besucher der Stadt lohnt sich der Bummel über den Friedhof jedoch allemal. Denn größtenteils liegen die Särge in kleinen, kunstvoll verzierten Häusern, während die Wege von tropischen Bäumen aus den einstigen Kolonien gesäumt werden. Zudem entdecken die Friedhofsbesucher so manches prächtige Mausoleum von reichen Bürgern der Stadt oder verschiedenen Persönlichkeiten, etwa des Schriftstellers Jorge de Senas.

Cemitério dos Prazeres: der Friedhof des Vergnügens
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Die Geschichte des Cemitério dos Prazeres

Nachdem im Juni 1833 eine Cholera-Epidemie in Lissabon gewütet hatte, wurde der Cemitério errichtet. Der Grund: Angesichts tausender Toter durften aus hygienischen Gründen keine Begräbnisse mehr im Umfeld der religiösen Einrichtungen im Herzen der Stadt stattfinden. Zwei Jahre später wurde ein entsprechendes Gesetz erlassen, sodass landesweit öffentliche Friedhöfe entstanden.

Der Cemitério dos Prazeres befindet sich im aristokratisch und großbürgerlich geprägten Westen der Stadt. Dieses gehobene soziale Umfeld spiegelt auch die Gestaltung des Friedhofes wieder. Die sogenannten Begräbnisvillen, also die kleinen Häuser, in welchen die Särge aufbewahrt werden, sind angeordnet wie eine kleine Stadt mit Straßen und Alleen. In einigen Teilen des Cemeritério dos Prazeres wurden jedoch auch Erdbestattungen durchgeführt.

Das größte Familiengrab auf dem Cemitério dos Prazeres und zugleich größtes Familiengrab in ganz Europa ist das Grab des Pedro de Sousa Holstein, des ersten Markgrafen von Palmela und Herzogs von Faial. Gestaltet wurde dieses Grab in Form einer Mischung aus den ägyptischen Pyramiden und des Tempel Salomons. Insgesamt wurden in dieser Grabstätte rund 200 Familienangehörige begraben.

Cemitério dos Prazeres: der Friedhof des Vergnügens
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Die Öffnungszeiten des Cemitério dos Prazeres: von Oktober bis April zwischen 9 und 17 Uhr, von Mai bis September zwischen 9 und 18 Uhr.

Tipp für einen Aussichtspunkt

Am westlichsten Ende des Friedhofs hat man einen tollen Ausblick (links) auf die Hängebrücke Ponte 25 de Abril, sowie (rechts) auf das Aqueduto das Águas Livres.

Am westlichsten Ende des Cemitério dos Prazeres kann man das Aqueduto das Águas Livres sehen.
Am westlichsten Ende des Cemitério dos Prazeres kann man das Aqueduto das Águas Livres sehen.
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