Urlaubsregion Trentino Südtirol
Inhaltsverzeichnis

Städte & Täler im Trentino
Burgen & Schlösser im Trentino
- Sonnenburg
- Schloss Bruneck
- Haderburg
- Burg Hocheppan
- Schloss Karneid
- Schloss Ehrenberg
- Burg Taufers
- Burg von Avio
Seen im Trentino
- Pragser Wildsee
- Antholzer See
- Fennberger See
- Gardasee
- Kalterer-See
- Karersee
- Montiggler Seen
- Reschensee
- Toblachersee
Berge & Gipfel im Trentino
Museen
- Das Italienische Historische Kriegsmuseum
- Merkantilmuseum in Bozen
- Pharmaziemuseum Brixen
- Rätisches Museum
- Museum MART
- Schulmuseum Bozen
- Historische Museum der Alpini
- Palais Mamming in Meran
- Schreibmaschinenmuseum
- Bündner Kunstmuseums
Castello
Klöster & Kirchen
- Wallfahrtskirche San Romedio
- St.-Benedikt-Kirche in Mals
- Wallfahrtsort St. Romedius
- Kirche Madonna delle Grazie
- Kloster Neustift
Ausflusgtipps und weitere Infos zum Urlaub im Trentino
- Naturaronda
- Alta Badia
- Alpine Coaster Schlittenfahrt
- Bletterbachschlucht
- Drena und Dro
- Riva del Garda - Mekka für Mountainbiker
- Apfelstraße im Trentino
- Sarner Kirchtag
- Dante-Denkmal
- Kletterpark Acropark Castello Molina
- Pergine Valsuna
- Der Friedensweg in Kaltern
- Die Freizeit genießen in Celledizzo
- Flaschauer Biotop Lana
- Parco Fluviale Novella
- Ossana
- Die verschiedenen Sektoren des Klettergebietes am Gardasee
- Wald Caproni
- Sounds of the Dolomites
- Nationalpark Stilfser Joch
- San Lorenzo in Banale
- Erlebnis-Hochseilweg Gröden
- Das Nonstal
- Blütenmeerwanderungen
- Die Seegrubenalm
- Das Val Meledrio
- Weinlese Urlaub
- Eggenschlucht
- Weinanbaugebiet-Ueberetsch
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Die Seen im Trentino
Pragser Wildsee

Pragser Wildsee - Dolomiten - Alpen | ©: VRD - Fotolia
Der sagenumwobene Pragser Wildsee gilt mit seinem smaragdgrünen Wasser als "Perle der Dolomiten" und ist einer der meistbesuchten Seen in Südtirol. Wassersport ist im Pragser Wildsee nur eingeschränkt möglich, da er unter Naturschutz steht und zum mehr als 25.000 Hektar großen Naturpark Fanes-Sennes-Prags gehört, doch er ist ein absolutes Mekka für Wanderer und Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderrouten, etwa dem Dolomiten-Höhenweg 1.
Aus der Sagenwelt
Der 31 Hektar große See soll einst ein Zugang in das unterirdische Reich der Fanes gewesen sein, der mit dem Boot erreicht werden konnte. Das mittlerweile verschüttete Tor soll sich am südlichen Ufer des Sees, am Fuße des Seekogels, befunden haben.
Am Brennpunkt der Geschichte
In beiden großen Kriegen des 20. Jahrhundert spielten sich nahe des Pragser Wildsees Schlüsselszenen ab. Gegen Ende des Krieges wollte das NS-Regime die Alpenfestung, die von Bayern bis zum Trentino reichte, um jeden Preis verteidigen. Politische Häftlinge, die nicht in die Hand des Feindes gelangen sollten, wurden nach Niederdorf im Pulstertal verfrachtet. Die Gefangenen sollten als Geiseln dienen und nicht lebend in die Hände des Feindes fallen. Hauptmann Wichard von Alvensleben widersetzte sich dem Befehl, befreite die Gefangenen und quartierte sie am 30. April 1945 im Hotel Pragser Wildsee ein. Dort wurden sie am 4. Mai von der US-Armee befreit. Seit 2005 beherbergt das Hotel das Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee. Es zeigt die Anfänge des Tourismus und des Alpinismus in der Region, zeichnet aber auch die Ereignisse der letzten Kriegstage nach.
Das Wanderparadies
Rundweg
Auch ungeübte Wanderer können die Atmosphäre am Pragser Wildsee beim Rundweg auf sich wirken lassen. Der Ausgangspunkt für die etwa 1,5 Stunden dauernde Wanderung ist das Hotel Pragser Wildsee. Für Kinderwagen ist der Weg größtenteils zu holprig. Unterwegs laden zahlreiche Stellen zu einem Picknick oder zum Planschen ein. Gleich am Ausgangspunkt gibt es einen Bootsverleih für Ruderboote.
Zum Furkelpass

Pragser Wildsee | ©: oceanica - Fotolia
Technisch anspruchsvoller ist die 14 Kilometer lange Wanderung zum Furkelpass. Die Wanderer folgen am südwestlichen Seeufer der Markierung Nr. 19. In der Grünwaldhütte können sie sich für den späteren Aufstieg stärken. Der Weg führt über einen Waldpfad zunächst zur Hochalpe, wo es eine weitere Einkehrmöglichkeit gibt. Weiter führt der Weg steil abwärts bis zur Olanger Jägerhütte. Die Wanderer können von hier aus nach Olang absteigen oder den 1789 Meter hohen Furkelpass erklimmen.
Dolomiten-Höhenweg Nr. 1
Dieser Weg führt auf einer Strecke von 150 Kilometern nach Belluno in den östlichen Dolomiten. Die Wanderer können die Tagesetappen hier sehr flexibel gestalten.
nach obenAntholzer See

Antholzer See | ©: thofoto - Fotolia
Vor allem Freunden des Wintersports ist der Antholzer See ein Begriff. Denn direkt neben dem drittgrößten Bergsee Südtirols befindet sich das Biathlon-Stadion, in dem bereits fünf Weltmeisterschaften ausgetragen wurden. Regelmäßig finden außerdem Weltcuprennen statt, wobei die Strecken auf einer Höhe von 1.600 Metern weltweit die höchstgelegenen sind.
Der Naturerlebnispfad
Die Geheimnisse der Natur Südtirols können die Gäste auf einem Lehrpfad, der um den Antholzer See führt, entdecken. Sie erfahren auf ihrem Rundgang Wissenswertes über die heimische Fauna und Flora, aber auch über die Geologie der Region. Sie erfahren auch von der Sage, die sich um die Entstehung des Altholzer Sees rankt. Nachdem ein Bettler von drei Höfen verjagt worden war, prophezeite dieser nämlich, dass die Senke, auf der sich die Höfe befanden, von einem Brünnlein überflutet werden sollten.
Sport
Das Antholzer Tal, in welchem der Antholzer See liegt, ist im Sommer vor allem bei Wanderern und Radfahrern gefragt. Als besonders anspruchsvoll gilt die Klammlrunde, die zunächst durch das Tal und anschließend über den mehr als 2.000 Meter hohen Stallersattel führt. Der Weg führt über das Defereggental, das Klammjoch und das Reintal schließlich über Sand in Taufers und Bruneck zurück nach Rasen. Insgesamt ist diese Mountainbike-Strecke knapp 100 Kilometer lang.
Ausflugsziele
Die Region um den Antholzer See gehört dem 1988 gegründeten Naturpark Rieserferner Ahrn an. Benannt ist der Park nach dem Gletscher Rieserferner.
Die imposanten Gletscher sind das markante Kennzeichen des Nationalparks Hohe Tauern, der sich auf einer Fläche von 1.800 Quadratkilometern über die österreichischen Bundesländer Tirol, Kärnten und Salzburg erstreckt. Der Nationalpark ist grundsätzlich für jeden Besucher frei zugänglich. Darüber hinaus bieten die Nationalparkverwaltungen in den drei Bundesländern aber auch ein großes Angebot an Exkursionen und Veranstaltungen statt. Dazu gehören neben Führungen in die alpine Natur auch Exkursionen, Trekkingtouren, Wanderungen, Vorträge sowie verschiedene Ausstellungen. Die Welt der Pflanzen und Tiere gilt als besonders vielfältig, weil hier auf engem Raum verschiedene klimatische Bedingungen zusammentreffen.
nach obenFennberger See

Bergwiesen | ©: arsdigital - Fotolia
Einen Hauch vom sonnigen Süden erleben die Besucher am Fennberger See. Einem warmen Luftstrom aus dem Süden verdankt es der See, dass hier eine vergleichbare Fauna und Flora wie am Gardasee existiert. Weil der Fennberger See ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen ist, darunter 35 Arten von Orchideen, steht er bereits seit 1977 unter Naturschutz. In den Sommermonaten ist der 1,3 Hektar große und vier Meter tiefe Fennberger See außerdem ein beliebter Badesee. Die Badegäste finden eine Liegewiese und einen hölzernen Steg vor.
Aktivitäten

Familienwanderungen | ©: Miredi - Fotolia
Die einmalige Natur am Fennberger See können die Gäste bei verschiedenen Wanderungen entdecken. Eine gern gewählte Route führt vom Weiler Entiklar in der Gemeinde Kurtatsch direkt an den Fennberger See, die auch von Mountainbikern intensiv genutzt wird. Der Weg führt von Entiklar aus zunächst über einen asphaltierten Feldweg und eine Schotterpiste zum westlichen Hang des Fenner Berges. Anschließend führt er über Unterfennberg und Oberfennberg, wo es verschiedene Möglichkeiten zur Einkehr gibt.
Der Fenneberg
Der Fenneberg liegt im Süden Südtirols und ist sowohl von Roverè della Luna als auch vom Höllental und Margreid her durch Wanderwege erschlossen. Kletterer können den Berg über einen Klettersteig im Südosten erklimmen.
Ausflugsziele
Malerische Gassen und Torbögen prägen das Gesicht des Hauptortes Margreid. Das alte Weindorf, auf dessen Gebiet der Fenneberger See liegt, liegt eingebettet in einer Kulturlandschaft mit zahlreichen Obst- und Weingärten. In der Nähe des Ortszentrums befindet sich an einer Hausmauer die älteste Weinrebe Europas. Diese stammt aus dem Jahr 1601 und trägt immer noch Früchte. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören die Pfarrkirche St. Gertraud und das Geburtshaus von Karl Felderer, der das Heimatlied "Wohl ist die Welt so groß und weit..." verfasst hat. Am einfachsten erreichen die Besucher den Fenneberger See vom Zentrum des Margreider Ortsteils Unterfennberg. Denn von hier aus führt ein kurzer Fußweg direkt zum See.
nach obenGardasee

Gardasee | ©: Tobilander - Fotolia
Einen Hauch des Mittelmeeres erleben die Besucher am Gardasee. Der mit einer Fläche von 368 Quadratkilometern größte See Italiens liegt direkt an der Grenze der Regionen Trentino, Lombardei und Venetien und gilt dank der hervorragenden Windverhältnisse als attraktives Ziel für Segler und Windsurfer. Die Umgebung dagegen lädt zum Wandern und Mountainbiken ein. Während das nördliche Ufer von bis zu 2.000 Meter hohen Bergen geprägt wird, liegt der Süden des Sees bereits in der Po-Ebene.
Die Infrastruktur
Gäste aus Süddeutschland erreichen den Gardasee hervorragend über die Brennerautobahn. Bahnreisende können über die Brenner- und die Gotthardbahn anreisen. Von den Bahnhöfen in Verona, Rovereto, Peschierra und Desenzano existieren gute Busverbindungen. Die nächstgelegenen Flughäfen befinden sich in Monticiari und Verona Villafranka.
Das östliche Ufer des Gardasees ist über die Gardesana Orientale sehr gut erschlossen. Als technische Meisterleistung gilt die Gardesana Occiedentale am westlichen Seeufer. Sie führt entlang des felsigen Ufers hauptsächlich durch Galerien und Tunnel.
Eine der spektakulärsten Straßen führt von Limone aus zur Hochebene von Tremosine. Die sehr enge und kurvige Straße führt direkt durch eine Felswand. Dafür werden die Reisenden mit atemberaubenden Ausblicken über die Hochebene und das anschließende Gebirge belohnt. Die komplette Gemeinde gehört dem Naturpark Parco Alto Garda Bresciano an.
Aktivitäten
Die vielfältige Landschaft rund um den Gardasee, mit den letzten Ausläufern der Alpen, sanften Hügeln und mediterranem Klima macht die Freizeitgestaltung für Wanderer, Motorradfahrer und Mountainbiker attraktiv. Sie können die Region auf verschiedenen Routen entdecken. Beispielsweise können Genussurlauber die kulinarischen Genüsse der Region entlang der Strada dei Vini auf fünf Genusstouren erkunden. Sie entdecken dabei die Hügel oder das Ufer des Valtènsi, Lugana und Solferoni, wo vor etwa 150 Jahren eine der größten Schlachten stattgefunden hat, welche Italien in die Unabhängigkeit geführt hat. Die weiteren Genusstouren führen von Salò nach Sirmione und in die Berge des Alto Garda Bresciano.
Ausflugsziele
Am südlichen Ufer des Sees haben die beiden Freizeitparks Gardaland und Canevaworld ihre Pforten für die ganze Familie geöffnet.
Das Gardaland in Casteluovo del Garda wurde 1975 eröffnet und gilt als größter Freizeitpark in Italien. Er beherbergt 32 Fahrgeschäfte und neun Shows. Zu den Hauptattraktionen gehören Themenfahrten, Achterbahnen und Italiens größtes Delfinarium, in dem es auch verschiedene Shows zu sehen gibt.
Der Park Canevaworld teilt sich in vier Themenbereiche auf und bietet den größten Wasserpark rund um den Gardasee. An diesen Park grenzt das Rock Star Cafè an, das den Gästen ein typisch amerikanisches Ambiente mit entsprechender Speisekarte bietet.
nach obenKalterer See

Kalterer See | ©: Thomas Bruttel - Fotolia
Der Kalterer See, der nach der jüngsten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren entstanden ist, gilt mit einer Fläche von 1,47 Quadratkilometern als größter See Südtirols und mit einer Wassertemperatur von bis zu 28 Grad als wärmster Badesee in den Alpen. Die Badesaison dauert von Mai bis September.
Angebote für Urlaubsgäste
Die Gäste der Region können am Kalterer See sehr viel mehr machen als nur Baden. Allerdings hauptsächlich am westlichen und östlichen Ufer. Ruderer können sich auf dem See ebenso austoben wie Tretbootfahrer, Segler oder Windsurfer. Das Befahren mit Motorbooten ist dagegen nicht erlaubt. Wanderer können den Kalterer See auf einem leicht begehbaren Rundwanderweg entdecken. Darüber hinaus halten die nächstgelegenen Orte Kaltern und Tramin oder das 14 Kilometer entfernte Bozen jede Menge Angebote für ihre Gäste parat.
Die Nachbarschaft
Sowohl Kaltern als auch Tramin sind berühmt für ihre Weine. Beispielsweise wird der Gewürztraminer, ein Weißwein, der aus rötlich gefärbten Trauben gekeltert wird, in Tramin mindestens seit dem 11. Jahrhundert hergestellt.
Tramin
Als Wahrzeichen von Tramin gilt der Kirchturm, der 1492 fertiggestellt wurde und mit 86 Metern als höchster gemauerter Kirchturm Tirols gilt. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen die Kirchen St. Jakob, die Friedhofskapelle sowie die Kirche St. Mauritius, die zahlreiche romanische und gotische Fresken beherbergt. Im Dorfmuseum tauchen die Besucher in die Vergangenheit der Region ein. Zu den Exponaten gehören unter anderem auch Masken und Figuren aus dem Egetmannumzug, einem traditionellen Faschingsumzug, der in zweijährigem Turnus in allen ungeraden Jahren stattfindet.
Weinmuseum in Kaltern
Ein Highlight stellt in Kaltern das Weinmuseum dar, das 1955 als erstes Museum dieser Art südlich der Alpen gegründet wurde. Bei einem Rundgang erleben die Besucher das Arbeitsjahr eines Weinbauern hautnah mit. Zugleich erfahren sie vieles über die Bedeutung des Rebensaftes für die Südtiroler Volkskultur.
Die Mendelbahn
64 Prozent Steigung bewältigt die Mendelbahn an jedem Freitag von Juni bis September auf einer Streckenlänge von 2,37 Kilometern. Konstruiert wurde die Mendelbahn vom Schweizer Ingenieur und Erfinder Emil Strub, der vor allem mit seinen Zahnradbahnen und Standseilbahnen berühmt wurde. Als die Mendelbahn 1903 in Betrieb genommen wurde, war sie die erste Bahn in Südtirol, die elektrisch betrieben wurde. Zugleich war sie die längste durchgehende Standseilbahn in ganz Europa. Die Fahrgäste werden in zwölf Minuten auf den Mendelpass befördert und haben von dort aus einen perfekten Rundblick über das Etschtal und das Südtiroler Unterland. Auf einer Länge von 35 Kilometern trennt der Mendelkamm das Nonstal vom Etschtal.
nach obenKarersee

Karersee, grüne Lagune der Dolomiten | ©: Bergfee - Fotolia
Dem tiefgrünen Wasser, das aus unterirdischen Quellen des Latemargebirges stammt, verdankt es der Karersee, der als einer der schönsten Seen in Südtirol gilt. Der Karersee spielt in der Sagenwelt der Region eine wichtige Rolle und ist ein beliebtes Motiv von Malern und Kulisse für die Erzählungen diverser Schriftsteller. Im Winter ist der Karersee ein beliebtes Ziel für Taucher, die ihre Tauchgänge unter der meterdicken Eisschicht absolvieren und oft das Farbenspiel auf Film dokumentieren.
Veranstaltungen
Der nächstgelegene Ort, Karersee, ist vor allem für den Wintertriathlon bekannt. Bei diesem Extremsport müssen sich die Teilnehmer sich in den Disziplinen Tourenski, Mountainbike und Paraglider stellen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Triathlon wird beim Wintertriathlon zuerst gelaufen, während der Skilanglauf den Abschluss bildet.
Ausflugsziele
Der Aufstieg von Welschnofen zu einem Tourismusort begann im 19. Jahrhundert, als 1860 die Straße durch das Eggental eröffnet wurde. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören mehrere Kapellen wie die Kapelle beim Oberpoppner oder die Marienkapelle beim Geiger.
Die Einsamkeit der Berge können die Gäste in der Region rund um den Karersee am Latemar-Massiv erleben, das zu den touristisch am wenigsten erschlossenen Gebirgen Südtirols gehört. Der Grund dafür liegt im Gestein, das etwa im Vergleich zum benachbarten Rosenstock sehr brüchig ist. Lediglich die Spitze des Latemar - einer von vier Gipfeln des Massivs ist durch einen begehbaren Steig erschlossen. Eine der beliebtesten Touren beginnt am Reiterjoch, führt über den Gipfel und endet am Karersee. Bewirtet werden in dem Massiv die beiden Schutzhütten Rifugio Torre die Pisa und das Rifugio Passo Feudo.
Im Winter
Der wichtigste Wintersportort am Karrersee ist das Bergdorf Obereggen, das einen Zugang zu den 38 Pisten des Skigebietes Ski Center Latemar bietet. Die Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden haben eine Länge von insgesamt knapp über 44 Kilometer. Die meisten der 18 Liftanlagen sind nur im Winter in Betrieb, im Sommer bringen fünf Lifte auch Wanderer auf den Berg. Für Schneesicherheit sorgen auf allen Pisten insgesamt 115 Schneekanonen. Ein Snowpark zieht außerdem Snowboarder und Freestyleskifahrer an.
Im Sommer
Besonders reizvoll ist die Wanderung vom Karersee zum Latemar-Labyrinth im Frühsommer. Die Wanderer folgen dabei dem Forstweg Nummer elf und erreichen nach etwa einer Stunde die Abzweigung zum Sagenwanderweg, der sie allerdings nicht folgen. Sobald sie den Mitterleger erreicht haben, führt sie der Weg weiter durch das Felsenlabyrinth. Die teilweise haushohen Felsbrocken, durch die sich der Weg schlängelt, stammen von früheren Felsstürzen. Schließlich erreichen sie die Latemarwiesen und später die Latemaralm. Anschließend führ der Weg zurück zum Karersee.
nach obenMontiggler Seen
Wie zwei kleine Smaragde liegen die Montiggler Seen in einer ausgedehnten Waldlandschaft. Zu dieser gehören auch die beiden Feuchtgebiete Purzel- und Langmoos, die gesamte Region steht unter Naturschutz. Beide Seen wurden 2009 vom Touring Club Italia und der Lega Ambiente zu den saubersten Seen Italiens ernannt.
Die Seen
Der Große Montiggler See liegt nordöstlich von Montiggl, einem Ortsteil von Eppan, auf dem Mitterberg. Mehrere Wanderwege führen aus allen Richtungen zum See. Am westlichen Ufer finden die Besucher eine touristische Infrastruktur mit Badesteg, Restaurant und Freibad vor. Dieses hat auch einen direkten Zugang zum See.
Der kleine Montiggler See ist vollständig von Wald umgeben und liegt nordöstlich des großen Sees. Am westlichen Ufer, wo es auch ein kleines Gasthaus gibt, haben die Besucher Badegelegenheiten.
Aktivitäten
Besonders reizvoll ist der Frühling in Südtirol, wenn das Meraner Land in voller Blüte steht. Die Apfelblüte lässt sich beispielsweise hervorragend bei einer Radtour von Algrund Mühlbach aus entdecken. Die Strecke verläuft bis Rabland aus auf dem Vinschgau Radweg. Dort führt die Route weiter nach Partschins. Eine weitere Station ist Oberplars, wo sich ein Besuch in der St. Ulrich Kirche lohnt. Diese Strecke ist etwa 18,5 Kilometer lang und gilt vom Schwierigkeitsgrad her als mittel. Die Radfahrer müssen etwa drei Stunden für sie einplanen.
Sehenswert
Der Adelige Josef Zastrow errichtete anno 1888 am westlichen Ufer des Großen Montiggler Sees das Seeschlössel. Stilistisch orientiert es sich an mittelalterlichen Bauten. Zahlreiche Maler besuchten das Seeschlössel, um sich von der besonderen Atmosphäre inspirieren zu lassen.

Burg Hoch Eppan | ©: Thomas Bruttel - Fotolia

Eppan Überetsch | ©: feinefotos - Fotolia
Die zahlreichen Burgen und Schlösser in der Nähe der Montiggler Seen laden zu Ausflügen in die Umgebung ein. Sie können am Pfingstwochenende in die Welt des Mittelalters eintauchen, wenn der internationale Eppaner Burgenritt stattfindet. Die verschiedenen Turniere finden an verschiedenen Orten wie dem Großen Montiggler See, der Burg Hocheppan oder dem Georgstrum in Oberplanitzing statt.
nach obenReschensee

Kirchturm im Reschensee Südtirol | ©: Benshot - Fotolia
Der heutige Reschensee wurde 1950 künstlich aufgestaut, wobei die ursprünglichen drei Seen zu einem vereinigt wurden. Ein letzter Zeuge dieser Flutung ist der Kirchturm der Ortschaft Graun, der heute noch aus den Fluten ragt. Insgesamt ist der Reschensee sechs Kilometer lang und an der breitesten Stelle etwa einen Kilometer breit.
Sport
Eine mehr als 15 Kilometer lange Strecke für Wanderer, Nordic Walkerund Läufer führt rund um den Reschensee. Angler fischen hier vorwiegend nach Renken, Barschen, Hechten, See- und Regenbogenforellen. Dank der hervorragenden Windverhältnisse ist der Reschensee auch ein beliebtes Ziel für Kite-Surfer, Eissegler, Snowkiter und Eissurfer. Der Reschensee ist wegen der großen Schneesicherheit und der guten Erreichbarkeit seit 2008 sogar Austragungsort für die Internationalen Deutschen Snowkitemeisterschaften.
Skifahrer finden im Skigebiet Schöneben, das schon mehrfach für die Pistenpflege ausgezeichnet wurde, beste Voraussetzungen. Das Skigebiet liegt auf einer Höhe von 1.450 Metern bis 2.400 Metern. Zum Angebot gehören sowohl Pisten für Einsteiger als auch höhere Schwierigkeitsgrade. Bei den Profis ist dabei vor allem das sogenannte "Kanonenrohr", die Abfahrt ins Rojental, beliebt. Insgesamt neun Liftanlagen befördern die Skifahrer auf den Berg.
Sehenswert
Der Kirchturm der romanischen Kirche St. Peter ist das einzig erhaltene Relikt des Dorfes Graun, das am östlichen Ufer des Reschensees neu errichtet wurde. In der spätgotischen Kapelle zur Heiligen Anna sehen die Besucher ein Außenwandfresko, in welchem der Märtyrer Georg dargestellt wird. Der Altar aus dem Jahr 1596 sind die Verwandtschaft Jesus, Johannes der Täufer und die Heilige Agnes dargestellt.
Das 900-Seelen-Dorf Reschen ist Austragungsort des Reschenseelauf, einem der größten Lauf-Events in Südtirol. Auf einer Distanz von 15,3 Kilometern passieren die Läufer Wälder, Wiesen sowie den Reschensee.
Ein besonderes kulturelles Schmankerl erleben die Besucher im Weiler Rojen im gleichnamigen Tal. Der gesamte Chor der gotischen Kirche St. Nikolaus ist mit Fresken geschmückt. Der Altar aus dem Spätbarock ist mit Skulpturen der Heiligen Sebastian, Nikolaus und Rochus geschmückt.
nach obenToblacher See

Toblacher See | ©: Eduard Warkentin - Fotolia
Vor allem bei Campingurlaubern ist der Toblacher See im Pustertal beliebt. Der Toblacher See liegt direkt an der Grenze der beiden Naturparks Drei Zinnen und Fanes-Sennes-Prags. Im Sommer wird er von den Gästen gern mit dem Boot oder einem Pedalo befahren, während im Winter Curling eine beliebte Sportart ist.
Wandern
Auf einem Naturlehrpfad mit insgesamt elf Stationen erfahren die Besucher Wissenswertes über die Geologie, Fauna und Flora des Toblacher Sees. Für den Lehrpfad müssen sie eine Gehzeit von etwa zwei Stunden einkalkulieren. Auch einen Blick in die jüngere Geschichte können die Gäste hier machen. Denn Faschistenführer Benito Mussolini hatte 1939 am Toblacher See fünf Bunker als Teil des Alpenwalles anlegen lassen.
Ausflugsziele
Die Rienz, der Zu- und Abfluss des Toblacher Sees entspringt in Toblach. Weil die Drei Zinnen teilweise auf dem Gemeindegebiet liegen, firmiert Toblach auch als "Gemeinde der drei Zinnen".
Die Toblacher Pfarrkirche zum Hl. Johannes dem Täufer gehört zu den eindrucksvollsten Barockkirchen des Plustertales. Sie wurde auf den Fundamenten einer romanischen und gotischen Kirche errichtet.
Zum Gedenken an den Komponisten Gustav Maler, der von 1908 bis 1910 seinen Sommerurlaub am Toblacher See verbrachte, finden alljährlich die Gustav Mahler-Wochen statt. Das Gustav-Mahler-Haus mit Komponierhäuschen, in dem er seine Urlaube verbrachten, kann besichtigt werden.
Während der Völkerwanderung hatten Priester in St. Peter am Kofl Zuflucht gesucht. Heute führt ein Besinnungsweg zu diesem Heiligtum, das als Ältestes in Südtirol gilt.
Der Naturpark
Der Naturpark Drei Zinnen, 1981 gegründet, gehört seit 2009 zum Welterbe Dolomiten. Größtenteils liegt der Park, der sich über die Gemeinden Toblach, Innichen und Sexten erstreckt, im Hochgebirge. Informationen über den Park, aber auch über die Geschichte des Dolomitenkrieges finden die Besucher im Naturparkhaus im Kulturzentrum Grand Hotel. Das Haus wurde in den 1870er Jahren von der österreichischen Südbahn errichtet und dient seit 1999 als kulturelles Zentrum. Untergebracht sind in den Räumen unter anderem auch eine Musikschule und ein naturkundliches Museum.
Das Höhlensteintal
Das etwa 15 Kilometer lange Höhlensteintal ist ein Seitental des Hochpustertales und vereinigt sich mit diesem bei Toblach in der Nähe der Drauquelle. Noch heute stoßen aufmerksame Wanderer auf die Überreste einer Befestigungsanlage aus der Zeit der Faschisten. Diese wurde nach 1945 weiter ausgebaut und von der NATO genutzt.
Aktivitäten
Zu den beliebtesten Aktivitäten rund um den Toblacher See zählen Wandern, Klettern und Biken, wobei sich der grenzüberschreitende Radweg zwischen Toblach und Lienz besonderer Beliebtheit erfreut. Winterurlaubern steht das gesamte Langlaufnetz der 200 Loipen im Hochpustertal offen.
Berge & Gipfel im Trentino
nach obenGrödner Joch

Grödnerjoch | ©: Bergfee - Fotolia
Der Gebirgspass Grödner Joch verbindet auf einer Höhe von 2.121 Metern Gröden bei Wolkenstein mit Corvara im Gardatal. Das Grödner Joch liegt zwischen dem Sellastock und den Cirspitzen sowie östlich des Langkofel. Unterhalb des Passes entspringen mehrere Bäche, die sich mit dem Grödner Bach, respektive der Garda, vereinigen.
Sport
Zusammen mit dem Sellajoch, dem Paso Campolongo und dem Pordojoch bildet das Grödner Joch die Vierpässe Sella Ronda. Diese Rundfahrt kann mit Winter auch auf Skiern bewältigt werden. Die Skilifte konzentrieren sich vor allem rund um Plan de Gralba.
Beliebt ist das Grödner Joch aber vor allem bei Wanderern und Radfahrern. Neben dem Dolomiten-Höhenweg Nr. 2, der hier zu einem Klettersteig ausgebaut ist, führen mehrere Wege von Corvara und Wolkenstein zum Grödner Joch.
Beim westlichen Anstieg auf das Grödner Joch von St. Christina aus bewältigen die Mountainbiker auf einer Strecke von 13 Kilometern etwa 700 Höhenmeter. Die östliche Route von Corvara aus ist zehn Kilometer lang und verläuft etwas entspannter.

Grödnertal, Berghütten | ©: Bergfee - Fotolia

Grödnertal - Dolomiten - Alpen | ©: VRD - Fotolia
Ausflugsziele

Grödner Joch und Sellagruppe - Dolomiten - Alpen | ©: VRD - Fotolia
Der Sommer- und Wintersportort Corvara bietet von Dezember bis Ostern auf 130 Kilometern Spaß im Schnee. Mehr als 7.000 Radfahrer nehmen alljährlich im Sommer 147 Kilometer langen Dolomiten-Radmarathon teil.
Weltbekannt ist Gröden bei Wolkenstein für seine Holzschnitzkunst. Die sakralen Figuren und Kircheneinrichtungen der Grödener Holzschnitzer sind in zahlreichen Kirchen zu sehen. Diese Kunst bildet auch einen Schwerpunkt des Museums. Daneben sind hier archäologische Funde aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit zu sehen.
Ein Beispiel für die moderne alpine Architektur der 1930er Jahre ist die Kapelle, die Franz Baumann auf Monte Pana errichtet hatte. Der Bildhauer Vinzenz Peristi fertigte das Kreuz an, von Albert Stolz stammt ein Fresko.
Ein barockes Anwesen im Stil eines mittelalterlichen Schlosses verdankt seinen Namen Fischburg der Lage inmitten von zahlreichen Fischteichen. 1926 erwarb Barono Caralo Franchetti die Fischburg und restaurierte sie. Denn ab dem Ende des 18. Jahrhunderts war sie zusehends verfallen.
nach obenDrei Zinnen

Drei Zinnen Hütte | ©: Bergfee - Fotolia
Bergsteiger hatten die technisch anspruchsvollen Drei Zinnen in den Sextener Dolomiten lange Zeit ignoriert. Doch seitdem die Große Zinne 1869 erstmals bestiegen wurde, ist das markante Bergtrio das begehrteste Ziel für Kletterer in den Alpen. Sie wurden zu einem Zentrum des Klettersports und sind durch zahlreiche Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erschlossen.
Große Zinne
Mit einer Höhe von 2.999 Metern ist die Große Zinne die höchste Erhebung des Massivs. Als besonders schwierig gilt die 500 Meter hohe Steilwand, die teilweise sogar überhängt. Die Südseite des Berges ist weniger steil und wird in der Regel auch für den Gipfelabstieg benutzt. Westliche Zinne
Die Nordseite der 2.973 Meter hohen Westlichen Zinne gilt wegen der stark überhängenden Passage als noch schwieriger. Deshalb wird dieser Berg auch meist vom Süden, Osten oder Nordosten her bestiegen.
Kleine Zinne
Der 2.857 Meter hohe Gipfel der kleinen Zinne gilt unter Bergsteigern als der schwierigste Zinnengipfel. Routen führen von Süden, Osten und Norden her auf den Gipfel. Bekannt ist die Kleine Zinne auch als Preußturm, nachdem sie der österreichische Alpinist Paul Preuß 1928 erstmals bestiegen hatte.
Für Wanderer

Drei Zinnen | ©: Frank - Fotolia
Nicht nur Alpinisten, sondern auch Bergwanderer kommen bei den Drei Zinnen voll auf ihre Kosten. So ist die beliebteste Wanderstrecke in den Dolomiten die Umrundung der Drei Zinnen. Der Einstieg für den Rundweg beginnt in der Regel bei der gut zu erreichenden Auronzohütte. Bis zur Dreizinnenhütte, in der täglich bis zu 2.000 Gäste bewirtet werden, führt ein gut ausgebauter weg mit wenigen Steigungen, der auch für Anfänger gut passierbar ist. Für Wanderer sind die Drei Zinnen bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Reiseziel. Deshalb bieten zahlreiche Hütten den Gästen auch eine hervorragende Infrastruktur. Am leichtesten zu erreichen ist dabei die Auronzohütte auf einer Höhe von 2320 Metern, die sogar von Linienbussen angesteuert wird.
nach obenMarmolata

Marmolata Lago di Fedaia | ©: Chlorin - Fotolia

Marmolata und Sellagruppe - Dolomiten - Alpen | ©: VRD - Fotolia
Die 3.343 Meter hohe Marmolata trägt den Beinamen "Königin der Dolomiten". Sie liegt im oberen Fasstal und unterscheidet sich deutlich von den umliegenden Bergen. Der Grund: Die Marmolata besteht aus Kalkstein. Im Süden fällt eine 1.000 Meter hohe Steilwand zu den Tälern Val Contrin und Valle Ombretter ab. Die nördliche Seite ist etwas flacher und erstreckt sich bis zum Fedaiasee und den Ausläufern des Porta Vescovo.
Sport
Die Vielfalt von schwierigen Strecken im Süden bis hin zu Touren auf dem ausgedehnten Gletscher machen die Marmolata zu einem abwechslungsreichen Revier für Bergsteiger. Zwar gelten die Klettersteige an den Hängen der Marmolata technisch als nicht zu anspruchsvoll, unterschätzt werden sollten sie dennoch nicht. Ihre Länge, die Höhenlage und die fehlenden Fluchtwege machen sie zu einer Herausforderung.
Der anspruchsvollste Teil des Dolomiten-Höhenwegs Nr. 2 befindet sich an der westlichen Seite des Gletschers. Bekannt ist der Weg, der von Brixen nach Feltre trägt, auch als "Weg der Sagen und Legenden". Die Wanderer entdecken die westlichen Dolomiten und ihre Sagen in 15 Tagesetappen auf einer Länge von 185 Kilometern.
Fünf Tage lang führt die Transalp Marmolata Mountainbiker von Bruneck aus quer durch die Dolomiten. Am ersten Tag erklimmen sie den etwa 2.300 Meter hohen Kronplatz und genießen die Trailabfahrt nach St. Vigil. Anschließend fahren sie über das Riedjoch nach St. Kassian. Per Seilbahn fahren die Biker am dritten Tag auf die Porta Vescovo, von wo aus sie über den Bindelweg nach Canzei fahren. Rosengarten, Karerpass und Karersee liegen auf dem Weg nach Obereggen. Die Route führt am fünften Tag über den Weißhorn nach Truden, bevor sie schließlich am folgenden Tag das Ziel Trient erreichen.
Alpinen Skifahrern bietet die Marmolata durch den Skiverbund Arabba beste Voraussetzungen. Weitere Möglichkeiten finden sie im Skikarussell Dolomiti Superski, in dem sich etwa mit zwölf Kilometern die längste Abfahrt der Dolomiten befindet.
nach obenOrtler
Im oberen Vinschgau liegt der Ortler als höchster Berg Tirols (3905 Meter). Er gehört zur Gemeinde Stilfs und ist Teil des Nationalparks Stilfser Joch. Bekannt ist der Ortler von zahlreichen Darstellungen, die ab 1820 beliebt waren, nachdem die Erstbesteigung erfolgreich durchgeführt wurde.
Fauna und Flora
Während im benachbarten Sulden- und Trafoiertal Landwirtschaft betrieben wird, ist der Fuß des Ortler von Fichtenwäldern geprägt. Diese weichen in den höheren Regionen Kiefern und Lärchen. Zudem ist der Ortler die Heimat einiger seltener Arten wie dem Moosglöckchen, während das Edelweiß kaum zu finden ist. Aus der Tierwelt ist vor allem der Rothirsch, aber auch typische Alpentiere wie Gämsen und Murmeltiere vertreten.
Die Routen

Klettersteig | ©: Oliver Weber - Fotolia
Obwohl zahlreiche Routen auf den Gipfel des Ortler führen, werden die meisten nur sehr selten begangen. Der Normalweg ist der klassische Weg auf den Gipfel des Ortler. Die erste Tagesetappe führt vom Parkplatz St. Gertraud in Sulden auf die 3020 Meter hoch gelegene Payer-Hütte. Am zweiten Tag führt der "Felsenweg" auf den Gipfel. Auf dieser oft vereisten Passage wartet am "Wandl" auch die technisch schwierigste Passage des Berges.
Bergsteiger sollten diese als schwierig bis sehr schwierig eingestufte Tour nicht unterschätzen. Unerfahrene Bergsteiger sollten auf keinen Fall ohne Führer aufbrechen. Zur notwendigen Ausrüstung gehören neben einer komplette Gletscherausrüstung auch Helm, Bandschlingen und Abseilachter. Auf beiden Tagesetappen beträgt die Gehzeit insgesamt etwa neun Stunden.
Durch den Rückgang der Gletscher finden die Bergsteiger auf der Nordwand des Ortler ständig andere Bedingungen vor. Ausgangspunkt für diese Tour ist die Tabarettahütte auf einer Höhe von 2.556 Metern. Als eine der schwierigsten Routen in den Ostalpen gilt der Holl-Witt-Weg.
Lohnenswert ist ein Ausflug zum 2.757 Meter hoch gelegenen Stilfser Joch, dem höchsten Gebirgspass in Italien. Die kurvenreiche Straßenführung macht das Stilfser Joch zu einem begehrten Ziel für Radfahrer und Motorradfahrer. Skifahrer lockt hier auf dem Ebenferner das letzte Sommerskigebiet der Alpen.
nach obenRauchkofel
Im Herzen der Zillertaler Alpen liegt der 3.521 Meter hohe Rauchkofel an der Grenze zwischen Tirol und Südtirol. Seinen Namen verdankt der Rauchkofel, der auch als Raukofel bekannt ist, von seinem rauen Aussehen, das vom Granitgestein herrührt. Der Waldner See, größter See des Ahrntals liegt am südlichen Fuß des Berges.
Der Aufstieg
Bergsteiger wählen für den Aufstieg zum Rauchkogel meist Südtirol als Ausgangslager. In der Regel starten sie von Prettau und erklimmen den Gipfel über Waldneralm und Waldnersee. Hierher führt alternativ ein Weg von Kasern aus über die Stadlalm und den Marchsteinboden. Die Wege enden auf einer Höhe von etwa 3.000 Metern. Den Gipfel des Rauchkofels erreichen sie über felsigen Untergrund, allerdings ist der Weg zum Gipfel markiert.
Die Umgebung
Das Ahrntal ist eines der größten Seitentäler in Südtirol und wird üblicherweise in drei Teilabschnitte unterteilt. Von Prettau bis Gais erstreckt sich die "Kulturmeile Tauferer Ahrntal". Für dieses Gemeinschaftsprojekt haben die fünf Gemeinden des Tales ihre Kulturgüter zusammengefasst, um sie gemeinsam zu präsentieren. Die Bandbreite der 31 Stationen reicht vom Volkskundemuseum in Dietenheim bis hin zum Schaubergwerk Prettau.
Ein beeindruckendes Naturschauspiel bieten die drei Reinbach-Wasserfälle bei Sand in Taufers. Die Wanderer erreichen die Wasserfälle über einen Wanderweg entweder von Winkel oder vom Tobel her. Ein Stationenweg, der dem Heiligen Franziskus gewidmet ist, begleitet den Weg. Der Stationenweg endet in der früheren Burgkapelle am Kofel.
Sehenswert
Den Eingang ins Ahrntal bewacht die mächtige Burg Taufers, die ab dem 12. Jahundert errichtet und erst im 15. Jahrhundert vollendet war. Etwa ein Drittel der 64 Räume der Burg sind getäfelt. Herausragend sind die Fresken in der Burgkapelle, die aus der Schule Friedrich Pachers stammen. Sehenswert sind außerdem das Fürstenzimmer, die Bibliothek, in der ein Reiter-Kachelofen steht, sowie Verlies und Folterkammer. Das Kino hat die Burg in mehreren Filmen verewigt, so diente sie etwa als Vorlage für Roman Polanskis "Tanz der Vampire".
nach obenSellajoch

Gröden Sella Joch | ©: diavoletto - Fotolia
Das 2.240 Meter hoch gelegene Sellajoch ist die direkte Verbindung zwischen Gröden bei Wolkenstein und Canazei im Fassatal. Etwa 33 Kilometer östlich von Bozen liegt das Sellajoch, das vom Langkofel, den Col Rodella und dem Piz Grabla umgeben ist. Die schmale Passstraße, die vor allem bei Motorradfahrern beliebt ist, existiert seit 1872.
Sport
International ist das Sellajoch vor allem für die Sella Ronda. Radfahrer bewältigen auf der 52 Kilometer langen Strecke auf vier Pässen insgesamt rund 1.650 Höhenmeter. Der Volksradltag "Sella Ronda Bike Day" findet ebenfalls im Juli statt und startet in St. Christina.

Sellajoch | ©: traveldia - Fotolia
Für Skifahrer ist dieser Rundkurs insgesamt 40 Kilometer lang. Sie starten am besten in Campitello, Arabba, Corvara, Canazei oder Wolkenstein. Sie benötigen dafür den Großraumskipass Dolomiti Superski. Beim Sellaronda Skimarathon, der alljährlich stattfindet, befahren die Skiläufer die Strecke mit Tourenskiern.
Verschiedene Seilbahnen führen vom Sellajoch aus in die umliegenden Berge. Sie erreichen damit Ausflugsziele wie den Grohmann-Grat oder verschiedene Wanderwege. Eine attraktive Route führt beispielsweise von Saltria auf der Seiser Alm über den Friedrich-August-Weg auf das Sellajoch. Für den Rückweg steht als Alternative eine Busverbindung über St. Ulrich nach Kastelruth zur Verfügung. Diese Strecke ist knapp elf Kilometer lang und in sieben Stunden zu bewältigen.

Grödner Joch und Sellagruppe - Dolomiten - Alpen | ©: VRD - Fotolia
Mountainbiker erreichen das Sellajoch entweder über die 11,5 Kilometer lange Südrampe von Canazei aus oder über die dreimal längere Westrampe von Klausen aus. Die anspruchsvollste Mountainbike-Route führt vom Eisacktal auf das Sellajoch.
Bei Canazei treffen die Pässe Sellajoch und Pordoijoch zusammen. Der Ort gilt als Sommer- und Wintersportort und bietet sich als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Städte der benachbarten Provinzen Venetien an. Der Skilanglaufmarathon Marcialonga führt von Moena aus über Canazei nach Cavalese. Er ist einer von 14 Läufen der Worldloppet-Tour. Traditionell wird er alljährlich am letzten Sonntag im Januar durchgeführt.
Museen in der Urlaubsregion Trentino
nach obenDas Italienische Historische Kriegsmuseum
Das Italienische Historische Kriegsmuseum in der Burg von Rovereto zählt zu den bedeutendsten italienischen Kriegsmuseen. Einen Schwerpunkt der Ausstellung stellt der Verlauf des Ersten Weltkrieges an der Front in Italien dar.
Die Geschichte des Italienischen Historischen Kriegsmuseums
Erstmals entstand die Idee zur Einrichtung eines patriotischen Museums Anfang in Rovereto zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Pläne verliefen zunächst aber im Sand und wurden erst wieder aufgegriffen, nachdem das Trentino nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Teil Italiens wurde. Bürger der Stadt ergriffen 1920 die Initiative, gründeten ein Komitee und begannen mit dem Aufbau er Sammlung. Weil auf den Schlachtfeldern des Krieges noch reichlich Material zu finden war, konnte der erste Ausstellungssaal sogar bereits im selben Jahr eröffnet werden, weitere Säle der Burg wurden im folgenden Jahr bezogen.
In der Ausstellung standen zunächst einmal die Erinnerungen an den jüngst beendeten Krieg sowie der Anschluss des Trentino an Italien im Vordergrund. Doch bereits in den 1920er Jahren wurden anderen Nationen, die am Krieg beteiligt waren, eigene Säle gewidmet.
Eine Neuausrichtung des Italienischen Historischen Kriegsmuseums erfolgte nach der Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg. Nun sollten verstärkt technische und waffentechnische im Vordergrund stehen, sodass das Haus in ein Militärmuseum umgewandelt werden konnte.
Die Dauerausstellung im Italienischen Historischen Kriegsmuseum
Die Dauerausstellung des Italienischen Historischen Kriegsmuseum umfasst neun Säle, wobei sich sieben mit dem Ersten Weltkrieg befassen. In den anderen beiden Räumlichkeiten wird die Zeitspanne von der Urgeschichte bis zur Renaissance abgedeckt.
Darüber hinaus erwarten die Besucher im Italienischen Historischen Kriegsmuseum regelmäßig Sonderausstellungen. Diese haben jeweils einen besonderen thematischen Schwerpunkt.
Kontakt:
Museo Storico italiano della guerra
Via Castelbarco 7
38068 Rovereto
Webseite: www.museodellaguerra.it
Die Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Geschlossen ist das Museum montags, sowie am 24. und 25. Dezember und am 31. Dezember und 1. Januar.
nach obenDas Merkantilmuseum: ein Blick in Bozens Wirtschaftsgeschichte
Im Merkantilmuseum, das im Sitz des Merkantilmagistrats eingerichtet wurde, bekommen die Besucher einen Einblick in die große Vergangenheit Bozens als Handelsstadt. Ausgestattet ist das Museum mit originaler Einrichtung aus der Zeit der Medici, zahlreichen Kunstgegenständen und Bildersammlungen. Als besonders sehenswert gelten der prunkvolle Ehrensaal, die mittelalterlichen Kellergewölbe sowie der Saal des Gerichts.
Die Geschichte des Gebäudes
Claudia de´Medici ist es zu verdanken, dass anno 1635 ein Merkantilmagistrat in Bozen eingerichtet wurde. Hierbei handelte es sich um ein bilaterales Sondergericht, welches deutsch und italienisch besetzt war und sich ausschließlich um Handelssachen kümmerte. Dieses Gericht bestand aus zwei Instanzen, die je mit einem Konsul sowie zwei Beisitzern besetzt waren. Wurde der Konsul einer Instanz von Deutschland gestellt, so standen ihm zwei italienische Beisitzer zur Seite und umgekehrt. Weil die Verantwortlichen in Bozen verhindern wollten, dass die Marktbesucher nach Verona abwandern, das ebenfalls einen privilegierten Status als Handelsstadt hatte, hielt das Merkantilmagistrat den Schriftverkehr meist in Italienisch. Auch aus diesem Grund hatte sich in Bozen eine äußerst kaufmannsfreundliche Rechtsordnung entwickelt.
In den Jahren von 1707 bis 1716 wurde das Merkantilgebäude in der Silbergasse erbaut. Heute gilt das Gebäude, das nach Plänen des Architekten Francesco Perotto aus Verona errichtet worden war, als einziges Gebäude Bozens im Stil der Renaissance.
Bozen verliert seine Bedeutung als Handelsstadt
Zwar hatte auch Kaiserin Maria Theresia anno 1744 das Bozner Messeprivileg bestätigt. Doch das konnte den allmählichen Bedeutungsverlust Bozens nicht verhindern. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die berühmten Messen in Bozen zu Provinzmärkten verkommen. Ende der 1840er Jahre boten nicht einmal mehr Fernhändler, sondern nur noch kleine Landkrämer ihre Waren in Bozen feil. Aus diesem Grund wurde das Merkantilmagistrat schließlich am 10. März 1851 umstrukturiert. Aus dem bisherigen Magistrat wurde eine Handels- und Gewerbekammer, die jedoch keine juristischen Befugnisse hatte. Diese gingen an das Landgericht Bozen über, das ebenfalls neu errichtet worden war.
Das Merkantilmuseum Bozen hat zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag bis Samstag von 10 bis 12.30 Uhr
nach obenDas Pharmaziemuseum Brixen: ein Blick in die Geschichte der Pharmazie
Im Herbst 2002 öffnete in der Adlerbrückengasse in Brixen mit dem Pharmaziemuseum ein ganz besonderes Haus seine Pforten. Dieses widmet sich auf einer Ausstellungsfläche von etwa 150 Quadratmetern der Geschichte der Pharmazie.
Sämtliche Ausstellungsstücke – die ältesten haben ein Alter von 400 Jahren sind durchwegs alltägliche Gegenstände, wie sie in Apotheken verwendet wurden. Die Bandbreite der Objekte reicht von verschiedenen Ziergehängen bis hin zum Stück einer ägyptischen Mumie oder vergoldeten Pillen. Dank dieser Zusammenstellung können also auch Laien nachvollziehen, wie sich die Arzneikunde gewandelt hat und welche Fortschritte sie im Lauf der Zeit gemacht hatte.
Weitere Highlights im Pharmaziemuseum Brixen
Abgerundet wird die Ausstellung im Pharmaziemuseum mit vielen Informationen darüber, welche Arzneimittel in der Vergangenheit eingesetzt wurden. Dazu gehören beispielsweise gezuckerte Asseln, die bei Fieber verabreicht wurden oder Pflaster, die mit Ochsengalle bestrichen wurden.
Des weiteren erfahren die Besucher im Pharmaziemuseum Brixen, welche Instrumente Apotheker benutzt haben, wie die Arbeit in einem pharmazeutischen Labor einst ausgesehen hat und wie sich der Alltag einer Apothekerfamilie dargestellt hat. Zudem ist das Pharmazeutische Museum Brixen mit einer Bibliothek ausgestattet. Darin sind pharmazeutische Werke aus mehreren Jahrhunderten gesammelt. Betrieben wird das Pharmaziemuseum Brixen übrigens vom Verein Recipe.
Kontakt:
Pharmaziemuseum Brixen
Adlerbrückengasse 4
I-39042 Brixen.
Webseite: www.pharmaziemuseum.it
Das Rätische Museum Sanzeno
Direkt im Nonstal, genauer gesagt, im 900-Seelen-Ort Sanzeno, können die Besucher einen Ausflug in die Vergangenheit der Region unternehmen. Im Rätischen Museum werden Exponate aus einer Zeitspanne von 3.000 vor Christus bis in die Zeit der Römer ausgestellt. Dieses Haus, das 2003 eingeweiht wurde, befindet sich am Ausgangspunkt des naturwissenschaftlichen Weges, welcher den Wanderer zum Wallfahrtsort San Romedio führt.
Die Sammlung im Rätischen Museum
Ein Schwerpunkt der Sammlung im Rätischen Museum Sanzeno liegt bei Exponaten zum Volk der Räter. Diese Volksgruppe bevölkerte den mittleren sowie den östlichen Alpenraum vom 6. bis zum 1. vorchristlichen Jahrhundert, wobei der Siedlungsschwerpunkt im heutigen Trentino sowie in Tirol war. Die Räter wurden 16 bis 15 vor Christi Geburt unterworfen und ins römische Reich integriert, als Kaiser Augustus den kompletten Alpenraum eroberte. Weil die Römer zahlreiche Zeugnisse des unterworfenen Volkes zurückließen, konnten in Sanzeno zu diesem Thema die herausragendsten Ausgrabungen im gesamten Alpenraum gemacht werden.
Das Museum selbst bietet den Besuchern einen Lehrpfad, den „Pozzo del tempo“ - zu deutsch „Zeitschacht“. Dieser führt den Besucher vom Erdgeschoss aus spiralförmig nach oben, wobei die gesamte Geschichte des Nonstales präsentiert wird. Die Ausstellung umfasst einen Zeitraum von etwa 3.000 vor Christus bis hin in die Zeit der Römer, Langobarden und Römer.
nach obenDas MART bietet neue künstlerische Perspektiven
Kunstfreunde sollten sich bei ihrem Aufenthalt im Trentino einen Besuch im MART, dem Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, nicht entgehen lassen. Eröffnet wurde das MART 2002 im Trienter Palazzo Albere sowie dem Casa Museu Depero in Rovereto, später wurde diese Kultureinrichtung um einen weiteren Standort in Rovereto erweitert.
Die Geschichte des MART
Kulturelle Akzente wurden in der Kleinstadt Rovereto bereits im 18. Jahrhundert gesetzt, als Mozart hier 1769 sein erstes Italien-Konzert gab. Auch der Dichterfürst Goethe hielt sich 1784 hier auf, in dem Jahr, als auch ein großes Theater in Rovereto gebaut wurde. Schließlich siedelte sich 1919 Fortunato Depero, der als einer der bedeutendsten Vertreter des Futurismus galt, in Rovereto an. Er errichtete hier ein futuristisches Kunsthaus, in welchem Möbel, Vorhänge und Wandteppiche in futuristischem Stil produziert wurden. Sein Wohnhaus widmete Depero 1960 in ein Museum um, sodass die Stadt nach seinem Tod in den Besitz eines reichen künstlerischen Nachlasses mit über 3.000 Arbeiten kam.
Weil dieser Nachlass im Wohnhaus nicht angemessen präsentiert werden konnte, überlegte man bereits in den 1980er Jahren, ein neues Museum zu bauen. Dort sollte aber nicht nur Deperos Schaffen präsentiert werden, sondern auch die Arbeiten anderer Futuristen sowie zeitgenössischer Künstler. Die Provinzregierung finanzierte schließlich den Bau des MART.
Die Bedeutung des Hauses
1987, also lange bevor das MART in seiner heutigen Form gegründet wurde, ergänzte man den Museumsneubau in Rovereto um zwei weitere Häuser: In Trient werden Werke aus dem 19. Jahrhundert präsentiert, während sich die Casa d´Arte Futurista Depero einzig dem Schaffen Fortunato Deperos widmet. Seine künstlerischen Visionen werden nicht nur in Wandteppichen oder Möbeln, sondern auch in Form von Spielzeug präsentiert. Das MART gilt als Ausstellungsfläche und Forschungsstätte zum Thema Futurismus weit über die Grenzen Italiens hinaus als herausragende Einrichtung.
nach obenDas Schulmuseum Bozen: So hat sich die Schulpädagogik entwickelt
Beim Schulmuseum Bozen handelt es sich um eine öffentliche Einrichtung, in welcher die Besucher die schulpädagogische Entwicklung in der Landeshauptstadt Südtirols anschaulich verfolgen können. Seinen Standort hat das Schulmuseum Bozen seit 2015 im Ortsteil Rentsch im sogenannten Lamplhaus.
Die Entwicklung des Schulmuseums Bozen im Überblick
Die Initiative zur Gründung des Schulmuseums Bozen hatte Ingeborg Bauer-Polo, eine frühere Schulstadträtin, ergriffen. Sie hatte in der früheren Kaiserin-Elisabeth-Schule 1995 ein Schulmuseum eingerichtet, welches einzigartig in ganz Italien war.
Allerdings herrschte dort große Raumnot und das Museum musste zudem kurzzeitig geschlossen werden. Deshalb machte man sich daran, das Schulmuseum Bozen neu zu konzipieren und wählte als neuen Standort das Lamplhaus, wo es im Februar eröffnet werden konnte. Dieses Bauwerk war in der Spätrenaissance errichtet worden und wurde von der Stadt Bozen 2010 mit großem Aufwand renoviert, wobei man hierbei schon ein besonderes Augenmerk auf die Museumsdidaktik gelegt hatte.
Was wird im Schulmuseum Bozen gezeigt?
Unter anderem ist im Schulmuseum Bozen ein historischer Unterrichtsraum eingerichtet. In diesem wurden Grundschüler ab 1885 unterrichtet, bevor direkt hinter dem heutigen Museum die Karl-Felix-Wolf-Schule anno 1928 erbaut wurde. Des Weiteren werden im Schulmuseum Bozen diverse frühere Lernhilfen wie etwa Schulbücher, präparierte Tiere, Leselerntafeln sowie Wandrollbilder gezeigt. Beleuchtet wird zudem die Geschichte der verschiedenen Schulstandorte in Bozen.
Ausgestattet ist das Klassenzimmer mit originalem Schulmobiliar, wie es zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet wurde. Ein weiterer Raum widmet sich insbesondere dem Turnunterricht.
Das macht das Schulmuseum Bozen so besonders
Was das Schulmuseum Bozen besonders interessant macht, ist die Tatsache, dass hier sowohl die deutsch- als auch die italienischsprachige Schultradition dargestellt wird, und zwar beginnend von Kaiserin Maria Theresias Schulreformen anno 1774. Deshalb dokumentiert das Schulmuseum auch das nahe Meran am Vigiljoch gelegene jüdische Schulheim sowie die geheime Katakombenschule. Dabei handelte es sich um illegale Einrichtungen zur Zeit des Faschismus, in welchen Schüler unterrichtet wurden, deren Muttersprache Deutsch war.
nach obenDas Historische Museum der Alpini: Hier wird die Geschichte der italienischen Gebirgsjäger lebendig
Beim Historischen Museum der Alpini, das oft auch schlicht als „Alpini-Museum“ bezeichnet wird, handelt es sich um ein Militärmuseum in Trient. Darin wird die Historie der italienischen Gebirgstruppen dokumentiert. Neben den Gebirgsjägern, den sogenannten Alpini, werden auch die Angehörigen anderer Waffengattungen entsprechend gewürdigt.
Das Historische Museum der Alpini und seine Geschichte.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde auf dem Doss Trento ein Mausoleum für Cesare Battisti errichtet, einem Alpini-Offizier aus Trient, der von den Österreichern 1916 hingerichtet worden war. Bereits damals wurden Vorschläge laut, neben diesem Mausoleum auch ein Museum für die Soldaten zu errichten. Unter der Herrschaft Benito Mussolinis sollte eine Akropolis nach dem Vorbild römischer Militärlager entstehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese monumentalen Pläne verworfen und stattdessen ein bescheideneres Museum errichtet.
Die Ausstellung im Historischen Museum der Alpini
Die Besucher passieren zunächst drei am Haupteingang positionierte Geschütze, bevor sie die zentrale Ausstellungshalle mit ihren acht Nebenräumen erreichen. Ausgestellt werden dort neben weiteren Geschützen, leichten Waffen, diversen Ausrüstungsgegenständen auch Uniformen, Karten und Gemälde. Diese Exponate führen den Besucher durch die Geschichte der italienischen Gebirgsjäger, die anno 1872 gegründet wurden.
Einer der Räume ist denjenigen Gebirgsjägern gewidmet, die höchste militärische Ehren erreicht haben. Darüber hinaus besitzt das Historische Museum der Alpini auch ein Archiv sowie eine Bibliotheken mit Werken zur Militärgeschichte.
Einen eigenen Museumsbereich gibt es an den Außenanlagen. Dieser ist den für die Gebirgsjäger überlebenswichtigen Tragetieren, mit welchen sie Ausrüstungsgegenstände und Proviant in das Einsatzgebiet geschafft haben, gewidmet. Eingesetzt wurden als Lasttiere neben Pferden vor allem Maultiere, Maulesel und Esel, die im gebirgigen Gelände trittsicherer sind. Die Außenmauern des Historischen Museums der Alpini werden von Gedenksteinen gesäumt, welche für die unterschiedlichen Einheiten der Gebirgstruppen aufgestellt wurden.
nach obenDas Palais Mamming Museum: ein würdiger Ort für die Stadtsammlung Meran
Einen würdigen Ort haben die Sammlungen des Meraner Stadtmuseums im April 2015 im Palais Mamming Museum gefunden. Dabei handelt es sich um einen restaurierten Barockpalais, welcher sich am Pfarrplatz befindet. Die Besucher erwartet im Palais Mamming Museum ein spannender Rundgang durch die Entwicklung der Stadt, beginnend in der Urzeit.
Was ist der Palais Mamming?
Im ausgehenden 17. Jahrhundert hat der Baumeister Karl Delai das barocke Palais Mamming für den gleichnamigen Freiherrn erbaut. Ursprünglich nannte man das Gebäude Steinachheim, bekannt ist es seit dem 19. Jahrhundert aber auch als Palais Desfours. Das Palais Mamming wurde 1951 unter Denkmalschutz gestellt.
Die Ausstellung im Palais Mamming Museum
In der Dauerausstellung im Palais Mamming Museum werden in 27 Abteilungen die verschiedensten Aspekte der Geschichte Merans und Tirols dargestellt. Die Bandbreite der Sammlung reicht bis hin zu moderner Kunst, etwa Werken von Leo Putz und Friedrich Wasmann. Teil der Sammlung ist auch so manche Kuriosität, die durch Schenkungen in den Besitz des Stadtmuseums gelangten. Dazu gehören beispielsweise eine Waffensammlung aus dem Sudan, ein Totenmaske von Napoleon Bonaparte sowie eine ägyptische Mumie.
Die Wurzeln des Stadtmuseums Meran reichen zurück ins Jahr 1899, als ein Museumsverein gegründet wurde. Die Sammlung des Museums wechselte mehrfach den Standort, bis die Gemeinde Meran schließlich 1991 das Palais Mamming kaufte, um hier dem Stadtmuseum eine neue Heimat zu geben.
Die Öffnungszeiten:
Dienstag bis samstags von 10.30 bis 17 Uhr
an Sonn- und Feiertagen von 10.30 bis 13 Uhr
am Langen Dienstag (Sommer) von 10.30 bis 13 Uhr und von 18 bis 22 Uhr.
Die Adresse:
Palais Mamming Museum
Pfarrplatz Nr. 6
39012 Meran
Das Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer
Heute wirken Schreibmaschinen, die bis in die 1990er Jahre hinein zur selbstverständlichen Grundausstattung in jedem Büro waren, fast wie Relikte aus einer anderen Zeit. Wer sich für die historische Entwicklung der Schreibmaschine interessiert, hat am Kirchplatz in Partschins die beste Gelegenheit dazu. Dort befindet sich nämlich das Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer, welches nach dem Erfinder der Schreibmaschine benannt ist.
Der Südtiroler Tischler Peter Mitterhofer hatte nämlich ab 1864 insgesamt fünf Schreibmaschinenmodelle entwickelt, vier davon sind bis heute erhalten. Zunächst hatte Mitterhofer zwei Schreibmaschinen aus Holz entwickelt, die drei späteren Modelle gestaltete er aus Metall. Im letzten Modell hatte er bereits sämtliche für mechanische Schreibmaschinen charakteristischen Konstruktionsmerkmale wie Unteranschlag, Schreibwalze oder automatischen Zeilenvorschub eingebaut.
Die Geschichte des Hauses und die Ausstellung im Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer
Der Nachlass von Peter Mitterhofer bildete zusammen mit einer Schenkung seiner umfangreichen Schreibmaschinen durch Kurt Ryba an die Gemeinde Partschins den Grundstock für das Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer. Ein provisorisches Museum wurde zunächst in der einstigen Grundschule eingerichtet, vier Jahre später zog es in das neu erbaute „Teisenhaus“ ein.
Dort steht auf vier Ebenen eine Ausstellungsfläche von insgesamt mehr als 460 Quadratmetern zu Verfügung, wo rund 400 Schreibmaschinen in einer Dauerausstellung gezeigt werden, weitere rund 1.600 Maschinen werden im Archiv gelagert.
Die Arbeiten Peter Mitterhofers werden im Erdgeschoss gezeigt, darunter auch der Nachbau seines ersten Gerätes, dessen Original das Technische Museum Wien besitzt. Eine weitere Schreibmaschine aus der Werkstatt des Erfinders wurde von der Technischen Universität Dresden als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus sehen die Besucher noch weitere Schreibmaschinen aus dem 19. Jahrhundert.
Während im ersten Obergeschoss drei Chiffriermaschinen ausgestellt werden, gibt es im zweiten Obergeschoss Buchungsmaschinen, elektrische Schreibmaschinen und Minicomputer gezeigt. Als Höhepunkt der Ausstellung gilt eine von Malling-Hansen in Serienfertigung hergestellte Schreibkugel aus dem Jahr 1867, die als äußerst selten gilt.
nach obenDas Bündner Kunstmuseum: ein Blick in die Schweizer Kunstszene
Im Kanton Graubünden, im Südosten der Schweiz gelegen, gilt das Bündner Kunstmuseum als eine der wichtigsten Institutionen im kulturellen Leben. Untergebracht ist diese Einrichtung in einer historischen Villa in der 37.000 Einwohner zählenden Stadt Chur. Präsentiert werden im Museum hauptsächlich Werke von Bündener und Schweizer Künstlern.
Die Geschichte des Bündner Kunstmuseums
Der Bündner Kunstverein hatte das Museum gegründet und die Sammlung in der Villa Planta aus der Zeit des Neoklassizismus untergebracht. Hierbei handelte es sich ursprünglich um ein privates Wohnhaus, welches Mitte der 1870er Jahre errichtet worden war. Der Bauherr, Jacques Ambrosius von Planta, hatte den Bau jedoch bereits 1898 an die Rätische Bahn vermietet. Diese stellte das Anwesen dem Kanton Graubünden ab 1919 für kulturelle Zwecke zur Verfügung. Der Kanton Graubünden kaufte die Villa schließlich 1957 an. Bereits 1927 entstand neben der Villa Planta aber ein Neubau, in dem die naturkundlichen Sammlungen des Kantons präsentiert wurde. Dieser Neubau wurde von 2014 bis 2016 durch einen Erweiterungsbau an der Villa ersetzt.
Die Sammlung des Bündner Kunstmuseums
Der Bündner Kunstverein hatte bereits 1900 damit begonnen, eine Kunstsammlung aufzubauen, die inzwischen auf einen Bestand von rund 8.000 Exponaten angewachsen ist. Dabei konzentriert sich die Sammlung auf alle Bereiche der bildenden Kunst seit dem 18. Jahrhundert. Dabei haben sich im Lauf der Zeit einige Schwerpunkte herauskristallisiert.
So werden beispielsweise mehrere Werke von Angelika Kauffmann präsentiert. Diese zählt in der Schweiz zu den bedeutendsten Künstlern des 18. Jahrhunderts. Umfassend sind aber auch die Werke der Künstlerfamilie Giacometti im Kunstmuseum Bünden vertreten. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sein Werke aus der Zeit des Expressionismus, die Bündner Kunst sowie die Kunst der Gegenwart. Neben der Dauerausstellung werden im Kunstmuseum Bünden aber auch regelmäßig Wechselausstellungen präsentiert. Diese bilden einen Mix aus historischer und zeitgenössischer Kunst, haben bisweilen aber auch einen thematischen Schwerpunkt.
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