Die Provence
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Die Provence im Südosten Frankreichs

Provence
Die Provence ist im Südosten Frankreichs zwischen dem Rhonetal und Italien gelegen. In dieser Gegend gibt es zahlreiche Großstädte wie etwa Marseille, Nizza und Toulon, die zu einem erholsamen Urlaub einladen. Neben dem Klima ist auch die Umgebung der Provence interessant. Die Bevölkerung spricht eine sehr alte Sprache, die über viele Jahre unterdrückt wurde. Mit der Sprache lebte auch die provenzalische Volksmusik wieder auf. Ebenfalls interessant für Touristen sind die provenzalischen Krippenfiguren. Anhand der Lage lässt sich erahnen, dass das Klima mediterran ist. Darum spielen Acker- und Obstanbau eine große Rolle. In der Provence werden zudem einige der besten Olivenöle gepresst. In den Höhenlagen findet man außerdem große und berühmte Lavendelfelder, die der Parfümproduktion dienen. Die Route Napoléon im Osten der Provence führt von Cannes ?ber Grasse, Sisteron, Gap nach Grenoble. Teile dieser berühmten und beliebten Route führen durch das Departement der Haute Provence, der bevölkerungsärmsten Region der gesamten Provence. Jedoch hier erlebt man die blau-violetten Lavendelfelder besonders intensiv.
Das Leben in der Provence steht für Leichtigkeit. Da ist es kein Wunder, dass auch die Küche leicht ist. Die Gerichte sind recht einfach und basieren in der Regel auf Zutaten, die man in der Provence anbaut oder fangen kann. Bestellt man sich ein Gericht „a la provence“, so ist dieses in der Regel mit einer Tomatensoße und zahlreichen Küchenkräutern angerichtet. Typisch für die provenzalische Küche sind zudem Gemüse- und Schmorgerichte oder Speisen mit Fisch, wie etwa Fischsuppe. Weinkenner wissen die Provence zudem als Weinanbaugebiet zu schätzen.
Das Wachstum des Weins, der Geschmack und sein Aroma werden dabei vom Mittelmeerklima positiv beeinflusst. Die Rotweine sind sehr kraftvoll im Geschmack und können sogar gelagert werden. Die Roseweine und Weißweine sollten jedoch jung getrunken werden. Die Provence hat eine sehr bewegte Geschichte. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten zeugen noch heute davon und erzählen die Vergangenheit. Wer seinen Urlaub in der Provence verbringen möchte, hat also zahlreiche Möglichkeiten eine Rundreise zu den Highlights der Provence zu unternehmen. Neben den Zeitzeugen der Geschichte sind auch die Umgebung nebst Klima, sowie das Wasser interessant. Für jeden Geschmack lässt sich in der Provence das richtige Urlaubsziel finden. Sportler kommen ebenso auf ihre Kosten wie die Touristen, die lediglich entspannen und ausspannen möchten.
nach obenAix-en-Provence
Aix-en-Provence ist eine Universitätsstadt. Außerdem ist es die historische Hauptstadt der Provence. In Aix-en-Provence leben über 141.000 Einwohner. Etwa 1/3 der Einwohner sind Studenten. Wer in Aix-en-Provence Urlaub macht, kann das mediterrane Klima genießen. Dazu kann man sagen, dass die Sommer heiß und trocken sind. Die Winter dagegen sind mild und trocken. Durch die günstige Lage kann man die Mittelmeerstrände oder auch Marseille in 30 Minuten mit dem Auto erreichen. Auf der Strecke Aix-Marseille fahren die Züge außerdem im Halbstundentakt.

Kathedrale in Aix en Provence
Quelle: pixelio.de Fotograf: Ivak
Wer seinen Urlaub für den Winter plant und dabei nicht unbedingt im direkten Skigebiet buchen möchte, kann dieses problemlos in 2.5 Stunden erreichen. Auch die Anbindung zum Flughafen ist günstig. Er kann in 20 Minuten erreicht werden.
Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück. Man kann sagen, dass die Stadt etwa im Jahr 122 v.Chr. gegründet wurde. Es handelt sich dabei um die erste römische Stadt auf gallischem Boden. Eine so lange Geschichte hinterlässt ihre Zeitzeugen, die man heute als Sehenswürdigkeiten besuchen kann.
An erster Stelle soll dabei die Prachtmeile Cours Mirabeau genannt werden. Sie wurde im Jahr 1649 als Flanierboulevard für Karossen angelegt. Sie ist die Verbindung zwischen dem Wohnviertel des Aixer Adels, das sich im Süden befindet und der nördlich gelegenen Altstadt. Im Adelsviertel finden sich verschiedene Kirchen und Hotels, die durchaus einen Besuch wert sind.
Ein weiteres Highlight ist die Kathedrale Saint-Sauveur. Sie ist Bischofskirche des Erzbistums Aix. Besonders interessant ist sie für architekturbegeisterte Touristen. Saint-Sauveur wurde so oft umgebaut, dass sie verschiedene Baustile in sich birgt und vereint. Den Titel päpstliche Basilica minor bekam sie im Jahr 1875 verliehen.
Die Kirche Saint-Jean-de-Malte wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Sie ist die älteste gotische Kirche in der Provence. Damit ist sie eine der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Anfänglich diente sie als Hospitalkirche. Ihre erste Erwähnung erfolgte im Jahr 1235. Dies lag etwa 15 Jahre vor der Weihe.
nach obenArdeche
Die Ardeche entspringt in den Cevennen und ist ein Fluss in Südfrankreich. Etwa 120 Kilometer von Avignon mündet er in die Rhone. Der Hauptanziehungspunkt ist eine etwa 30 Kilometer lange Schlucht am Unterlauf der Ardeche.
Entlang der Ardeche befinden sich zig Höhlen. Einige von ihnen sind begehbar und zeigen wunderbare Höhlenmalereien, Stalagmiten und Stalaktiten. Manche der Höhlenmalereien sind gut erhalten und deutlich sichtbar. An anderen ist die Zeit nicht spurlos vorübergegangen. Hin und wieder bekommt man das Gefühl, von den Zeichnungen angesprochen zu werden. Sie sind schön und doch etwas, das man als Mensch der heutigen Zeit allenfalls auf Papier gezeigt bekommt. Die Höhlenmalereien deutet wohl jeder anders. Sinnvoll ist es jedoch, an einer der zahlreichen Exkursionen teilzunehmen.

In direkter Umgebung von Orgnac befindet sich die L’Aven Grotte de la Forestiere. Diese Höhle befindet sich in einem Wald. Bei den Höhlen handelt es sich beinahe vollständig um Tropfsteinhöhlen. In L’Aven Grotte de la Forestiere kann man deshalb viele Stalagmiten sehen. Ebenso beherbergt sie Perlsinter und viele Kristalle. Eine weitere Höhle ist die Baume de Ronze. Man geht davon aus, dass sich diese Höhle über einer eingestürzten Höhle entwickelt hat. Das Begehen der Höhle ist sehr schwierig, weshalb teils davon abgeraten wird. In dieser Höhle gibt es viele Stalaktiten zu sehen.
Aven d’Orgnac ist die am besten ausgebaute Höhle entlang der Ardeche. Der Höhle wurde ein Preis für die beste Höhlenverwaltung verliehen. Hier befindet sich auch ein kleines Museum für die Geologie der Höhle. Entdeckt wurde die Höhle von Robert Joly. Er wurde auf seinen Wunsch hin in der Höhle begraben. Die Stalagmiten in der Höhle sind beeindruckend.

Georges de l’Ardeche
Quelle: pixelio.de Fotograf: Christian Krier
Auch die Georges de l’Ardeche gehört zur Ardeche. Dabei handelt es sich um eine Schlucht. Oberhalb befindet sich eine Touristenstraße mit einer Vielzahl von Aussichtspunkten. Wer in der Provence Urlaub macht und in der Nähe der Ardeche ist, sollte sich diesen Anblick nicht entgehen lassen.
Die Ardeche ist ein beliebtes Ziel für Kanupaddler. Ein so beliebtes Ziel, dass man sich im Sommer den Witz erzählt, dass die Überquerung der Insel mühelos ohne nass zu werden möglich wäre: man muss nur von einem zum nächsten Kanu steigen. Bei Regenwetter kann der gemütlich dahinfließende Fluss jedoch schnell ansteigen und die Kanufahrt zu einem gefährlichen Trip werden.
nach obenArles
Mit Arles präsentiert sich eine weitere Stadt der Provence. Sie bietet 50.000 Einwohnern ein Zuhause. Die Stadt liegt etwa 24 Kilometer vom Mittelmeer entfernt westlich der Rhone. Da das Gebiet der gesamten Camargue zu Arles gehört ist sie die flächenmäßig größte Gemeinde Frankreichs. Sie umfasst ein Gebiet von etwa 760 Quadratkilometern.
Arles ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort. Im Altertum hieß die Stadt Arelas und wurde von Julius Caesar im Jahr 46 vor Christus zur römischen Militärkolonie gemacht. Sehr bald schon gewann die Stadt an Bedeutung, maß sich alsbald mit Marseille als Handelsort und reifte unter Kaiser Konstantin zur vollen Blüte. Er vergrößerte Arles, schmückte es aus und gab der Stadt den Beinamen Constantina. Im Jahr 395 wurde sie schließlich zur Hauptstadt Galliens. Im Jahr 402 wurde die oberste Behörde des römischen Westreiches schließlich von Trier nach Arles verlegt.

Arles
Quelle: pixelio.de Fotograf: Alexander Bartl
Im 3. Jahrhundert wurde Arles zum Sitz eines Bischofs, im 4. Jahrhundert zum Sitz eines Erzbischofs. Da die Stadt zum Hauptumschlagplatz wurde, folgte in den kommenden Jahren die mehrmalige Eroberung und Zerstörung durch Westgoten und Sarazenen. Dennoch hat die Stadt ihren Glanz niemals ganz verloren. Ab 536 war die Stadt dem Frankenreich zugehörig. 879 wurde sie zur Hauptstadt des Königreichs Burgund und 1033 kam sie zum Heiligen Römischen Reich.
Es ist nicht verwunderlich, dass eine Stadt mit einer solchen Geschichte auch Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. So kann man dort den Place de la Republique, Alyscamps, den Arlesianer Wappenlöwen und die Rue Ernest Renan sehen.
In Arles findet man hauptsächlich antike und romanische Denkmäler. Diese stehen zum Teil seit 1981 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Saint-Honorat, eine Kirche auf dem Alyscamps gehört ferner seit 1998 zum Welterbe „Jakobsweg in Frankreich“.
In Arles kann man viele Schmuckstücke aus der Antike betrachten. Dabei ist an erster Stelle das Amphitheater aus dem Jahr 90 n. Chr. zu nennen. Doch auch das antike Theater und Reste des römischen Forums ziehen Jahr für Jahr viele Touristen an.
nach obenAvignon
Avignon ist an der Rhone gelegen und besitzt einen ganz eigenen Charme. Hier leben etwa 90.000 Einwohner. Vor allem die prächtigen mittelalterlichen Häuser reizen die Touristen. Sie sind von einer gut erhaltenen Befestigungsmauer umgeben und erzählen ihre eigene Geschichte. Teile der Stadt gehören dem UNESCO-Weltkulturerbe an. Genauer handelt es sich dabei um den gotischen Papstpalast aus dem 14. Jahrhundert und die Brücke Pont St. Benezet.
Die Geschichte Avignons reicht in die vorchristliche Antike zurück. In dieser Zeit lebten keltische Cavaren als Fischer in Avignon. In der frühgeschichtlichen Zeit war Avignon außerdem eine Handelsniederlassung des heutigen Marseille. Die Römer nannten die Stadt Avennio. Man vermutet, dass Augustus auf dem für heilig gehaltenen Felsen einen Tempel für den Nordwind hat errichten lassen. Im Laufe der Geschichte wurde Avignon von Römern, Burgundern, Westgoten und Franken besetzt. Zu guter Letzt musste sich die Stadt im 8. Jahrhundert den Arabern unterwerfen. Im 11. Jahrhundert kam es zusammen mit dem Königreich Burgund zum Römisch-Deutschen Reich. Avignon wurde rechtlich nicht Teil der gleichnamigen Grafschaft sondern zur kaiserlichen Reichsstadt. Die Kommunenregierung wurde nach italienischem Vorbild gegründet.
Avignon bietet einige interessante Sehenswürdigkeiten. Dazu zählt die Brücke Pont Saint-Benezet. Im 14. Jahrhundert mit 22 Brückenbögen über die Rhone gebaut, blieben nach der Flut von 1668 nur 4 Bögen erhalten. So kommt es, dass die Brücke heute im Wasser endet. Ein weiterer Blickfang ist der Papstpalast. Er wurde hauptsächlich von Benedikt XII. und Clemens VI. errichtet. Dabei handelt es sich um den 3. und 4. Französischen Papst. Clemens VI. kaufte Avignon von Königin Johanna von Neapel und sorgte somit dafür, dass die Stadt ein Teil des Kirchenstaates blieb.
Eine dritte Sehenswürdigkeit ist die Pfarrkirche St.-Pierre d’Avignon. An ihr ist vor allem die spätgotische Fassade aus dem frühen 16. Jahrhundert interessant. Wie man sieht, ist Avignon hauptsächlich für architekturinteressierte Touristen eine Reise wert. Sie können den Charme der Stadt in vollen Zügen genießen.
nach obenCamargue
Die Camargue liegt zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhone und ist somit ein Gebiet in der Provence. Das Gebiet umfasst ein Gelände von etwa 930 Quadratkilometer. Der Hauptteil des Gebietes wird für den Obst- und Gemüseanbau und die Viehzucht genutzt. Da der Boden aus Marsch besteht, wie man ihn auch an der Nordsee findet, bringt er die besten Voraussetzungen für diese Nutzung auf. Auch eine Meerwassersaline gehört zum Gebiet der Camargue. Dort wird das bekannte Fleur de Sel abgebaut. Zur Rhone hin wurde die Camargue eingedeicht. Für ihre Entstehung waren Überschwemmungen zwar notwendig, werden heute aber unterbunden. Es kann teilweise zu Problemen wegen Versalzung kommen. Die Pflanzen in den Teilen der Camargue, die nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird, haben sich angepasst, sodass sie mit Brackwasser auskommen.
Das Gebiet zwischen den beiden Mündungsarmen der Rhone ist in erster Linie als Naturschutzgebiet bekannt. Dabei wird der größte Teil als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet macht den wesentlich kleineren Teil aus. Das Naturschutzgebiet ist vor allem für vogelinteressierte Touristen interessant. So findet man dort 400 verschiedene Wasservogelarten. Das Gelände der Camargue wird durch zahlreiche flache Seen geprägt. Ebenfalls sehenswert sind die Herden der Camargue-Pferde, die nur in diesem Gebiet vorkommen und auch die Camargue-Stiere. Letztere werden für die unblutigen Stierkämpfe in den verschiedenen Arenen genutzt. Allerdings stellt ihr Fleisch auch eine Spezialität der provenzalischen Küche dar. Es handelt sich zwar um freilebende Tiere, jedoch keinesfalls um Wildtiere. Da sie Besitzer haben, tragen sie die entsprechenden Brandzeichen.
Da das Gebiet der Camargue nahezu vollständig zum Stadtgebiet von Arles gehört, stellt die Stadt die größte Gemeinde Frankreichs dar. Wer sich für die Geschichte von Arles interessiert, sollte unbedingt das Arlesianer Museum, Museon Arlaten, besuchen. Dort erfährt man viel über die teilweise unwürdigen Lebensbedingungen der Viehhirten in vergangenen Tagen und so einiges über die Kultur des Gebietes.
nach obenCarpentras
Carpentras ist eine relativ kleine Stadt in der Provence. Hier leben etwa 27.000 Einwohner.
Die ersten Aufzeichnungen über Carpentras` Existenz finden sich bereits im 5. Jahrhundert vor Christus. Zu dieser Zeit war der Ort als Marktplatz bekannt. Rückschlüssig kann man sagen, dass Carpentras auf eine keltische Siedlung zurückgeht. Diese wurde von griechischen und phönizischen Händlern als Marktplatz genutzt. Erstanden werden konnten dort Honig, Ziegen, Häute, Weizen und Schafe. Die Stadt war auch in der gallo-römischen Zeit besiedelt. Zeitzeugen sind das Stadttor und ein Ehrenbogen. Zum päpstlichen Herrschaftsgebiet Comtat Venaissin zählt Carpentras bereits seit dem Jahr 1274.
In den Jahren 1309 bis 1314 hatte sich Papst Clemens V. Carpentras neben Avignon zu seiner Residenz auserkoren. Von 1352 bis 1362 wurde die Stadt durch eine Stadtmauer mit 32 Toren gegen Plünderer und Söldner geschützt. Ab 1320 war Carpentras die Hauptstadt des Comtat Venaissin. Das blieb sie auch bis zur Französischen Revolution. Carpentras war zudem ein wichtiger Fluchtpunkt des französischen Judentums. Diese flohen unter Philipp dem Schönen. Die Synagoge ist die älteste in Frankreich und wurde im Jahr 1367 erbaut. 1743 wurde sie durch eine neue Synagoge ersetzt. 1990 machte Carpentras durch die Schändung des jüdischen Friedhofs von sich reden. Das Vorgehen ging dabei über jenes in anderen Städten weit hinaus.

Zu den Sehenswürdigkeiten von Carpentras zählt der römische Ehrenbogen, welcher sich auf der Rückseite des Justizpalastes befindet. Auch die ehemalige Kathedrale St. Siffrein ist einen Besuch wert. Sie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts fertiggestellt, bekam jedoch im 17. Jahrhundert eine neue Fassade. Im Jahr 1669 wurde ein Palais errichtet, um den Bedürftigen zu helfen. Heute wird das Gebäude als Ausstellungsgebäude benutzt. In Carpentras befindet sich außerdem ein Aquädukt, welches jedoch nicht antiken Ursprungs ist. Es wurde erst im Jahr 1745 eingeweiht. Ebenfalls einen Besuch wert ist der Wochenmarkt, der Freitag vormittags in der gesamten Innenstadt stattfindet.
nach obenCassis
Cassis ist eine Kleinstadt in der Provence. Die Stadt beherbergt etwa 7.800 Einwohner und ist am Mittelmeer zwischen Marseille und Toulon gelegen.

Cassis
Quelle: pixelio.de Fotograf: Lasse Fu
Cassis ist über die D559 an Marseille angebunden. Im Jahr 1969 wurde eine Panoramastraße eröffnet, die entlang der Steilküste weiter nach La Ciotat führt. Von dieser Straße aus eröffnet sich ein wundervoller und romantischer Blick aufs Meer. Der namhafteste Felsen entlang dieser Strecke ist das Cap Canaille. Im Landesinnern führt die A50 an Cassis vorbei, wobei der Autobahnanschluss 5 Kilometer vom Ort entfernt liegt. Außerdem verfügt Cassis über einen Bahnhof der französischen Staatsbahn SNCF an der Strecke Marseille – Toulon. Dieser wird jedoch nur von Nahverkehrszügen bedient. Hochgeschwindigkeitszüge, die diese Strecke ebenfalls nutzen, machen nicht Halt. Vom Bahnhof zum Ortskern besteht eine Pendelbusverbindung. Die Fahrzeit beträgt dabei 15 Minuten. Der Hafen von Cassis wird hauptsächlich von Segelschiffen genutzt. In Port-Miou befindet sich ein Hafen, in dem 500 Boote liegen.
Das Klima in Cassis ist mediterran und von langen Sonnenphasen geprägt. Die Niederschlagsmenge liegt bei 600 mm/Jahr. Die Flora des Ortes ist von Weinreben und immergrünen Pflanzen geprägt. Andere Pflanzen sind an das salzige und trocken-heiße Klima angepasst.
Das erste Leben in Cassis lässt sich auf das 5. Jahrhundert v.Chr. festlegen. Allerdings geht man davon aus, dass die Umgebung auch in der griechischen Zeit besiedelt war. Im Mittelalter befand sich Cassis auf einer erhöhten Stelle, heute Burg genannt. Im 15. Jahrhundert kam Cassis an die Grafschaft Provence. 1481 wurde es schließlich französisch. Die jetzige Altstadt wurde im 18. Jahrhundert am Hafen erbaut und die Siedlung nach und nach aufgegeben. Auf einer Inspektionsreise im Jahr 1794 übernachtete Bonaparte in Cassis.
Zu den Sehenswürdigkeiten in Cassis zählen das Schloss, das Stadthaus, die Kirche Saint-Michel, ein Fischereigericht, Maison de l’Europe und die Villa Ariane. Am Maison de l’Europe ist vor allem die klassizistische Fassade aus dem Jahr 1808 interessant. Das Gebäude selbst ist aus dem 17. Jahrhundert.
nach obenCavaillon
Cavaillon war eine Zeit lang Sitz des Bischoffs. Der Ort liegt in der Provence und umfasst 24.500 Einwohner. Genauer liegt der Ort im Tal des Coulon.
Die stadtartige Siedlung wurde aus militärischen Gründen von den Kelten auf dem 180 Meter hohen Hügel gegründet. Diese stand lange Zeit unter dem Einfluss von Marseille. Die Römer übernahmen die Siedlung und verlagerten sie in die Siedlung. Zu dieser Zeit war der Ort sehr wohlhabend und erhielt den Namen Cabelio. Aus dieser Zeit existiert ein römischer Quadrifron. Er ist aus Bruchstücken zusammengesetzt und berichtet von der Augusteischen Zeit.
Auch Cavaillon gehört zum Comtat Venaissin. Im Jahr 1251 die romanische Kathedrale St.-Veran von Papst Innozenz IV. eingeweiht. Der polygonale Chor ist reich verziert. Im Jahr 1653 erhielt die Kathedrale eine, in der Provence einmalige, große vergoldete Barockorgel. Das Kircheninnere wurde im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Das hat ihr nicht wirklich gut getan. Im Anschluss an die Kathedrale befindet sich ein romanischer Kreuzgang. Auch Cavaillon wurde zum Fluchtpunkt der französischen Juden. Daher befand sich auch in Cavaillon ein Ghetto, in welchem bereits im 14. Jahrhundert eine Synagoge stand. Sie wurde im Jahr 1772 durch einen Neubau ersetzt.
Unter der Synagoge befand sich einst eine Bäckerei, welche heute als Museum für die Geschichte des Judentums dient. Es ist die einzige Erinnerung an die bis zur Französischen Revolution sehr große jüdische Gemeinde. Dort findet man liturgische Geräte, Manuskripte, Grabstelen und auch Torahrollen. Im Untergeschoss befindet sich außerdem ein kultisches Reinigungsbad für Frauen.
Andere Ausstellungsstücke aus der Geschichte des Ortes findet man im Archäologiemuseum. Die dort gezeigten Exponate widmen sich der kelto-ligurischen Zeit von Cavaillon.
Ebenfalls sehenswert sind die Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer. Vom Gipfel des Colline St.-Jaques hat man eine wundervolle Aussicht auf die Stadt. Auf der Colline St.-Jaques befindet sich außerdem eine kleine Kapelle.
nach obenGorges du Verdon
Ein Muss für Menschen, die die Natur lieben und ein Schauspiel für jene, die die Natur ob ihrer Kraft beneiden. Gorges du Verdon oder auch Verdonschlucht genannt, befindet sich in der Provence. Der Canyon ist 21 Kilometer lang und 700 Meter tief und wird von dem Verdon durchzogen. Neben der Tara-Schlucht ist der Gorges Du Verdon einer der größten Canyons Europas.
Die Entstehung des Verdon lässt sich zeitgeschichtlich recht gut nachvollziehen, sodass man sie gut nacherzählen kann. Es heißt, dass sich die Provence während der Trias-Zeit absenkte und vom Meer bedeckt wurde. Auf diese Weise lagerten sich verschiedene Schichten Kalkes ab. In der Jura-Zeit wurde die Provence dann erneut von einem warmen Meer überflutet. Das warme Wasser begünstigte die Bildung von Korallenbänken. In der Kreidezeit hob sich die Provence, das Wasser lief ab und zog sich in den Bereich der heutigen Alpen zurück. Die Auffaltung der Alpen erfolgte schließlich im Tertiär. So zerbrachen die Kalkmassive aus der Jurazeit und gestalteten im Wesentlichen das Aussehen der Provence. Durch die Hebung wurde das Bett des Verdon mitgestaltet. Im Quartär wurde die Landschaft von eiszeitlichen Gletschern überzogen. So blieb es nach der Eisschmelze den Flüssen überlassen, die Landschaft neu zu gestalten. Mit uneinschätzbarer Wucht gruben sie sich durch das weiche Felsgestein.
Die Verdon-Schlucht mündet in den Stausee Lac de Sainte-Croix. An dessen Stelle befand sich bis 1973 ein Ort, der jedoch kurze Zeit vor der Flutung vollkommen zerstört und an anderer Stelle neu errichtet wurde. Heute ist Les Salles-sur-Verdon eine der jüngsten Gemeinden Frankreichs. Am 7.Mai 1990 wurde die Schlucht offiziell zum Naturschutzgebiet erklärt. Im Juli 2006 wurde beschlossen, dass die Hochspannungsleitung durch den Canyon nicht gebaut werden dürfe. Der Kampf um die Aufrechterhaltung der Natürlichkeit der Schlucht seitens der Umwelt- und Naturschutzvereine dauerte 23 Jahre an. Man kann die Verdonschlucht teilweise mit Kanus erkunden, auf dem Stausee sogar mit Ruderbooten ca. 1km in die Schlucht flussaufwärts fahren.
Auch das teilweise Durchwandern innerhalb der Schlucht ist möglich. Allerdings gibt es hier Passagen, die nur mit gutem Schuhwerk und ohne Höhenangst zu bewältigen sind. Eine komplette Durchwanderung ist sehr gefährlich, da mehrmals täglich größere Wassermengen durch den oberhalb der Schlucht befindlichen Stausee abgelassen werden, die den Wasserpegel dann sehr schnell ansteigen lassen.
Mehr Informationen zur Verdon-Schlucht...
nach obenLoumarin
Loumarin ist eine Gemeinde der Provence. Sie wurde als eines der schönsten Dörfer Frankreichs eingestuft. Der Ort befindet sich zwischen Aix-en-Provence und Avignon.
Im 12. Jahrhundert wurde in Loumarin eine Festung errichtet. Im 15. Jahrhundert wurde sie im Renaissancestil renoviert und als Schloss erneuert. Zur selben Zeit unterhielt das Kloster ein Priorat im Ort. Es hatte bis zum 14. Jahrhundert Bestand. Ebenso gehörte eine Pfarrkirche dazu, die jedoch im 15. Jahrhundert zerstört wurde. Die Gewinne, welche auf den umliegenden Feldern des Priorats erwirtschaftet wurden, zog das Kloster ein.
Im ausgehenden 15. Jahrhundert wanderten die Bewohner aus den alpinen Tälern, die höher gelegen waren, ab und fanden in der Ebene ein neues Zuhause. Das brauchte auch Loumarin einen Aufschwung. Im Jahr 1470 wurden außerdem Waldenser aus dem Piemont geholt und in Loumarin angesiedelt. Somit erreichte man, dass der Ort zu einem wichtigen Stützpunkt der Waldenser wurde. Im April 1545 wurde Loumarin von französischen Marinetrupps auf Befehl gebrandschatzt. Dabei verloren 3000 Waldenser ihr Leben. Ab 1930 wurde das Schloss renoviert.
Loumarin hat verschiedene Sehenswürdigkeiten zu bieten. Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist das Schloss Chateau de Loumarin aus dem 15. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit wurde es jedoch immer wieder erneuert und erweitert. Ursprünglich war es ein Renaissanceschloss.
Auch die Kirche von Loumarin ist sehr interessant. Ebenso der größte protestantische Tempel im Vaucluse. Ebenfalls eine Sehenswürdigkeit ist die Windmühle, der jedoch die Flügel fehlen. Hinzu kommen verschiedene Brunnen vor der Kirche und im Schlosspark.
Loumarin ist jedoch auch für Literaturliebhaber interessant. So kann man auf dem Friedhof von Loumarin die Grabstätte von Henri Bosco, einem französischen Schriftsteller, und Albert Camus, einem französischen Schriftsteller und Philosoph, besuchen. Der britische Schriftsteller, Peter Mayle, lebt in Loumarin.
nach obenMarseille

Marseille
Quelle: pixelio.de Fotograf: Lasse Fu
Marseille ist die wichtigste Hafenstadt Frankreichs. Marseille ist die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Nur Paris hat mehr Einwohner. Gelegen ist die Stadt am Golf du Lion. Auch als Zentrum des Islam in Frankreich spielt Marseille eine große Rolle. Das Klima der Stadt ist ausgesprochen mediterran.
Die Geschichte Marseilles war bewegt und vielschichtig. Zunächst hatte es eine enorme Rolle als antiker Handelsstützpunkt. Schon im 7. Jahrhundert vor Christus spielte Marseille eine sehr große Rolle. Im Zuge der Kolonialisierung veränderte sich die Stadt erneut und wuchs zu einer bedeutenden griechischen Kolonie heran. Geprägt durch immer neue Veränderungen wuchs Marseille im 19. Jahrhundert schließlich zur bedeutendsten Hafenstadt des französischen Kaiserreiches heran. Auch Hitler machte vor der Stadt nicht halt und ließ die halbe Stadt sprengen.
Auch in der Nachkriegszeit hat Marseille nicht an seiner Bedeutung verloren und wächst stetig. Die enorme Bedeutung der Stadt brachte jedoch nicht nur positive Dinge mit sich. In den 70er Jahren gab es wachsende Probleme mit Umweltverschmutzung und Kriminalität. In der Folge verlor die Stadt etwa 1/10 ihrer Bevölkerung, weil diese abwanderte. Die wirkliche Wende kam erst in den 90er Jahren. Endlich wächst die Wirtschaft wieder und die Stadt gewinnt ihre frühere Macht zurück.
Eine Stadt mit einer so großen Bedeutung und langen Geschichte birgt eine Menge Museen und Sehenswürdigkeiten. So findet man zahlreiche Plätze, die die Geschichte erzählen. Wichtig dabei ist das Musee des Beaux-Arts. Es beherbergt Malereien des 18. und 19. Jahrhunderts. Im Musee d’Histoire Naturelle kann man sich zoologische und geologische Ausstellungen anschauen. Wer Marseille besucht, um die Zeitzeugen und Sehenswürdigkeiten aufzusuchen, sollte ebenso im Palais Longchamp, Notre-Dame de la Garde oder auch im Vieux Port vorbeischauen. Dies sind natürlich nur einige Schätze, denen Marseille ein Heim bietet und die eindrucksvoll die Geschichte der Stadt erzählen. Marseille ist aus kultureller Sicht sehr interessant, sodass sich der Besuch auch für geschichtsinteressierte Touristen lohnt.
nach obenMassif des Calanques
Bei einer Calanque handelt es sich um steilwandiges enges Tal im Kalkgestein entlang des Mittelmeeres. Da sie teilweise vom Wasser überflutet ist, bekommt sie fjordartigen Charakter.

Massif des Calanques
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga Schmadel

Eine Bucht
Quelle: pixelio.de
Fotograf: Matthias Brinker
Das Massif des Calanques verläuft zwischen Marseille und Casis. Zu den bekanntesten Calanques gehören Sormiou, Port-Miou und En Vau. Port-Miou wurde zu einem Yachthafen ausgebaut.
In den Calanques hat sich ein eigenes Ökosystem gebildet. Da es kaum Boden gibt, haben sich die Pflanzen in Felsspalten und Rissen im Gestein verwurzelt. Das Klima ist sehr trocken. Die wenige Feuchtigkeit stammt von der Verdunstung des Meerwassers oder auch von der aufschäumenden Gischt der Brandung. Durch diesen Umstand konnte sich eine einmalige Flora und Fauna bilden.
In der Calanque von Morgiou bei Marseille kann man in einer Höhle, der Henry-Cosquer-Höhle, die sich 30 Meter unter dem Wasserspiegel befindet, Höhlenmalereien sehen. Man schätzt ihre Entstehungszeit auf 27.000 bis 19.000 Jahre vor Christus. Auf den Malereien sind eindeutig Bisons und Steinböcke sowie Pferde aber ebenso Alke und Robben zu sehen. Da sich der Höhleneingang 37 Meter unter dem Meer befindet, kann die Höhle nur von Tauchern besucht werden. Henry Cosquer ertauchte die Höhle erstmals im Jahr 1985.
Jahr für Jahr werden die Calanques von Millionen Touristen besucht. Sie lernen die Provence auf verschiedenen aber vielzähligen Wanderwegen kennen. Dies kann auf absehbare Zeit ein Problem für die Umwelt werden. Aufgrund der hohen Brandgefahr sind die Calanques in der Zeit von Juli bis September für Touristen gesperrt. Dies erfolgt auf Anordnung des Präfekten. Der Wanderweg entlang der Küste ist jedoch geöffnet. Man plant außerdem das Anlegen eines Nationalparks.

Calanques bei La Ciotat
Quelle: pixelio.de Fotograf: Ivak
Nimes

Nimes ist eine Stadt in der Provence und die Hauptstadt des Departement Gard. Auch bei Nimes handelt es sich um eine Römerstadt. Die Einwohnerzahl der Stadt liegt bei etwa 137.000 Einwohnern.
Zur Zeit der Kelten hieß die Stadt Nemausos. Sie ist ein Beispiel für die Hochzeit der gallorömischen Kultur und wurde prunkvoll gebaut. Die Bevölkerungszahl war sehr hoch. Zeuge dieser Zeit ist der „Große Turm“. Er ist bis heute gut erhalten. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt in die Provinz Gallia Nabornensis eingegliedert und der Turm zu einem Bestandteil der Stadtbefestigung gemacht. Da die Stadt durch ihre Lage an der Via Domitia verkehrsgünstig gelegen war, hatte sie eine bedeutende Münzstätte. Zu dieser Zeit lebten 25.000 Einwohner in der Stadt.

Die Bedeutung der Stadt spiegelt sich in Baudenkmälern wie etwa Amphitheater, Castella, Dianatempel, Aquädukt Pont du Gard, Maison Carree und Augustus-Tor wieder. Zum Ende der Spätantike wurde Nimes zum Bischofssitz. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts eroberten die Westgoten die Stadt. Im Jahr 725 eroberten die Araber die Stadt und verteidigten sie bis zur Zeit Pipins. Im Laufe der Geschichte hatte die Stadt immer neue Herrscher und stand im Zweiten Weltkrieg, genauer von 1942 bis 1944 unter deutscher Besetzung. Dabei erlitt sie allerdings wenige Kriegsschäden. Bei der Befreiung Nimes‘ von den Deutschen gab es eine Besonderheit. So standen an der Spitze des Festzugs der Feierlichkeiten 3 Deutsche, die an der Seite der Franzosen mit Waffen gekämpft hatten.
Eine Stadt, die im Lauf der Geschichte zahlreiche Eroberer und Zerstörer, in gleichem Maße aber auch Einflüsse erdulden musste, kann mit verschiedenen Sehenswürdigkeiten aufwarten. So findet man in der Stadt Arenen, die bereits Ende des 1. Jahrhunderts nach Christus erbaut wurden. Das Maison Carree stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Zu den Schätzen der Stadt gehören ebenso zahlreiche Museen, die neben Gemälden auch die Stadtgeschichte zeigen.
nach obenNizza
Die Provence beherbergt zahlreiche Schätze. Man muss nur Lust darauf haben, sie zu entdecken und den Sinn dafür, das Schöne in ihnen zu erkennen. Mit Nizza richtet sich das Augenmerk auf eine Hafenstadt in Südfrankreich. Nach Marseille ist Nizza die zweitgrößte Stadt der Region PACA. In der Stadt direkt leben 346.000 Menschen. Zusammengefasst mit dem Umland leben dort jedoch etwa 933.000 Menschen.
Nizza ist in der Verlängerung der Seealpen gelegen. Ferner ist die Stadt etwa 10 Kilometer von Monaco entfernt. Durch seine Lage ist Nizza sehr geschützt und deshalb auch im Winter der wärmste Ort an der Cote d’Azur. Die beste Zeit um Nizza zu besuchen ist im Mai und später noch einmal von Mitte September bis etwa Mitte Oktober. Nizzas Geschichte beginnt im 4. Jahrhundert vor Christus. Sie ist bewegt und reicht von dieser Zeit über das Jahr 1796 als Napoleon Bonaparte seinen Italien-Feldzug begann.
Eine bewegte und viele Jahrhunderte alte Geschichte hinterlässt nicht nur Narben, sondern auch Zeitzeugen. Darum findet man in Nizza zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Wichtig ist dabei unter anderem das Musee Message Biblique Marc Chagall in Cimiez. Doch auch Museen, die Bilder und Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert beherbergen, wie etwa das Musee des Beaux-Arts, sind von großer Wichtigkeit und enormem Interesse.
Eine der wichtigsten kulturellen Einrichtungen der Stadt ist das Centre Cinematographique. Das Filmzentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Brücke zwischen dem theoretischen Unterricht an den Universitäten und den tatsächlichen Ansprüchen im Berufsalltag zu schlagen. Ferner findet man dort eine Vielzahl an Material zu Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur aber auch der Historie der Provence.
Wer sich zudem für historische Bauwerke interessiert, kann diesem Hobby in der gut erhaltenen Altstadt Nizzas frönen. Dort finden sich viele barocke Bauwerke. Wer Spaß und geschichtliches Interesse miteinander verbinden möchte, sollte unbedingt im Februar in Nizza sein und dann den Blumenkorso anlässlich des Karnevals anschauen.
nach obenNotre Dame de Senanque
Beim Notre Dame de Senanque handelt es sich um eine Abtei des Zisterzienserordens. Es liegt nahe der Gemeinde Gordes in der Provence. Die Zisterziensermönche lebten in strenger Askese. Sie erbauten das Kloster im Jahre 1148. Die Askese zeigt sich nicht nur im Tagesablauf der Mönche, sondern auch in der Architektur. Das Kloster ist klar strukturiert und zeigt keine Verzierung auf. Das Kloster Senanque wuchs so schnell, dass es bald schon möglich war, ein Tochterkloster zu bauen. Dieses entstand jedoch im Vivarais. Durch Schenkungen wuchs das Umland des Klosters sehr schnell an. So war es möglich, auf dem Umland eine Art Scheunen zu errichten, um welche sich Glaubensbrüder ansiedelten.
Die Blüte des Klosters stellte sich im 13. Jahrhundert ein. Das Kloster wurde reich und wich in der Folge vom Armutsgelübde ab. Erst Ende des 15. Jahrhunderts gelang es einem Abt, die ursprünglichen Regeln wieder durchzusetzen. Während der Religionskriege wurde das Kloster niedergebrannt und einige Mönche wurden gehenkt. Danach fand das Kloster nicht wieder zu seiner ursprünglichen Form zurück und blieb ein Schatten seiner selbst. Im ausgehenden 17. Jahrhundert lebten nur noch zwei Brüder im Kloster. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde der Seitenflügel wiederhergestellt. Vor der Zerstörung während der Französischen Revolution wurde es nur bewahrt, weil es als Staatseigentum verkauft wurde. Eine erneute Nutzung als Kloster erfolgte Mitte des 19. Jahrhunderts. In der Folgezeit wurde das Kloster Senanque immer wieder geschlossen. Heute wird es jedoch erneut von Mönchen genutzt.
Wer sich das Leben der Mönche vorstellen und dabei das Kloster betrachten möchte, sollte dringend an einer Führung teilnehmen, da das Begehen auf eigene Faust nicht gestattet ist. Die Führung eignet sich sowohl für architekturinteressierte Touristen als auch für jene, die sich für die Kirche im Allgemeinen interessieren.
nach obenOrange
Auch Orange ist eine Stadt in der Provence. Sie liegt am Fluss Eygues, der später in die Rhone mündet. In der Stadt leben etwa 28.000 Einwohner. Seit 1962 hat sich die Einwohnerzahl stetig nach oben entwickelt.
Im Jahr 105 v.Chr. kam es bei Orange zu einer Schlacht der Römer mit den Teutonen und Kimbern. Bei dieser Schlacht verloren tausende Römer ihr Leben. In den Jahren 350 bis 1801 war Orange ein Bistum. Im 16.Jahrhundert fiel die Stadt als Hauptstadt des Fürstentums Oranien an die niederländische Linie von Nassau. Auf diese Weise entstand der Beiname Nassau-Orange. Durch den Vertrag von Utrecht kam Orange im Jahr 1713 nach Frankreich. Seit 1996 wird die Stadt rechtsextrem regiert.
Bei den Sehenswürdigkeiten Oranges handelt es sich größtenteils um römische Bauwerke. Dabei sind vor allem das beeindruckende Theater und der Stadtgründungsbogen von Interesse. Mit dem Bau wurde vor und während der Herrschaft Kaiser Augustus´ begonnen. Im Jahr 1981 wurden die Gebäude auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.
Der Stadtgründungsbogen befindet sich an der Straße nach Lyon und wurde häufig fälschlich als Triumphbogen bezeichnet. Nachdem man Teile der Inschrift entziffert hat, geht man jedoch davon aus, dass es sich bei dem 19 Meter langen, 18 Meter hohen und 8 Meter breiten Tor um den Stadtgründungsbogen handelt. Ferner geht man davon aus, dass sich auf der Attika ursprünglich eine Quadriga und Statuen aus Bronze befunden haben müssen, die jedoch mittlerweile nicht mehr existieren. Auf einem Reliefbild ist eine Gallierschlacht zu sehen. Auf den Seitentoren sind außerdem verschiedene kriegerische Utensilien zu sehen. So zum Beispiel Schwerter, Schilde, Lanzen und Rüstungen aber auch Teile von Kriegsschiffen.
Andere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die ehemalige Kathedrale Notre-Dame aus den Jahren 1083 bis 1126 und das Rathaus aus dem Jahr 1671. Die Altstadt befindet sich nördlich des Theaters und ist schon allein einen Besuch wert.
nach obenPont du Gard

Pont du Gard
Der Pont du Gard ist Aquäduktbrücke römischen Ursprungs im Süden Frankreichs. Im Pont du Gard befindet sich der am besten erhaltene Wasserkanal aus der Römerzeit in Frankreich. Er zählt außerdem zu den wichtigsten erhalten gebliebenen Römerbauwerken der Welt. Außerdem ist er einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs. Frei übersetzt kann man sagen, dass Pont du Gard Brücke über den Gard, besser über den Gardon, bedeutet.
Pont du Gard war Teil eines etwa 50 Kilometer langen Aquäduktes. Damit wurde das Wasser aus den Quellen bei Uzes nach Nimes transportiert. Die Gesamthöhe der Brücke beträgt 49 Meter und umfasst 3 Etagen. Auf der oberen Etage befindet sich dabei die Wasserleitung. Auf den beiden unteren Etagen befinden sich Arkaden aus Keilsteinen. Genauer gesagt handelt es sich dabei um 62 Steine, die ein Gewicht von etwa 6 Tonnen aufbringen. Um eine zu große Belastung der unteren Etagen auszuschließen, wurden die Pfeiler der mittleren Etage auf den Pfeilern der unteren Etage errichtet. Die Bogenspannweite wurde ausgehend von der Mitte immer kleiner. Ein Aquädukt, welches stark an den Pont du Gard erinnert, ist auf der Rückseite des 5-Euro-Scheins abgebildet.
Man nahm lange Zeit an, dass der Pont du Gard im Jahr 19 vor Christus erbaut wurde. Neuere Ausgrabungen deuten jedoch darauf hin, dass er erst im 1. Jahrhundert nach Christus gebaut wurde. Die Aufgabe der Brücke war es, das Tal des heutigen Gardon zu überwinden. Beachtenswert ist, dass täglich etwa 20.000 Kubikmeter Wasser von Uzes nach Nimes flossen. Der größte Teil der Wasserleitung wurde jedoch in den Fels gehauen und verlief somit nicht überirdisch. Zu dieser Zeit lebten in Nimes 20.000 Einwohner. Damit lag der Wasserprokopfverbrauch bei etwa 1 Kubikmeter. Damit lag der Wasserverbrauch pro Kopf deutlich höher als der Wasserverbrauch von heute. Das Gefälle des Aquäduktes lag bei etwa 24cm/km. Es ist schwer nachzuvollziehen, wie die damaligen Baumeister eine so genaue Berechnung anstellen konnten.
nach obenToulon
Auch Toulon ist eines der Schmuckstücke der Provence. Die Stadt ist am Golfe du Lion gelegen und befindet sich etwa 70 Kilometer südöstlich von Marseille. In Toulon befindet sich der Heimathafen der französischen Marine.
Die Geschichte Toulons beginnt vermutlich im 4. Jahrhundert vor Christus. Im 2. Jahrhundert vor Christus wurde die Stadt Telo Martius gegründet, aus der vermutlich die Stadt Toulon hervorging. In der Antike war die Stadt für die Herstellung von Purpur bekannt. Die Christianisierung der Stadt erfolgte am Ende des römischen Reichs. Der Ausbau zum Militärhafen begann im 15. Jahrhundert.
Auch während der Französischen Revolution spielte Toulon eine größere Rolle. Im September 1793 war die Auslieferung Toulons durch die Royalisten und Girondisten an die Briten, Auslöser der Septemberbewegung. In Sanary-Sur-Mer, einem Nachbarort Toulons, fanden einige deutsche Schriftsteller Exil während des Nationalsozialismus. Darunter waren neben Thomas und Heinrich Mann auch Arnold Zweig und Bertold Brecht. Auch der Zweite Weltkrieg ging nicht spurlos an Toulon vorüber.
Es versteht sich von selbst, dass eine Stadt, die eine so bewegte Geschichte hinter sich gebracht hat, einige bedeutende Sehenswürdigkeiten beherbergt. Dort können Einheimische und Touristen nicht nur die Geschichte erfahren und erleben. Zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten Toulons gehören der Place Puget nebst der Fontaine aux Dauphins aus dem Jahr 1780, der Place Raimu mit der Oper, der Place de la Liberte, sowie eine Kathedrale und mehrere Museen.
Die größeren und kleineren Städte der Provence erzählen die Geschichte der Umgebung auf ihre ganz eigene Weise. An verschiedenen Orten und Plätzen wird sie besonders erlebbar und beinahe lebendig.
In wirtschaftlicher Hinsicht ist Toulon auch heute noch interessant. Zu den Hauptwirtschaftszweigen zählen der Schiffbau und der Handel. Doch auch das Militär spielt nach wie vor eine große Rolle. Vom Hafen in Toulon aus werden Reisen nach Korsika angeboten. Über einen Fernbahnhof ist Toulon außerdem mit Nizza und Marseille verbunden.
nach obenVaison-la-Romaine
Vaison-la-Romaine ist eine Gemeinde in der Provence. Sie liegt an den Ufern der Ouveze und außerdem an den Kreuzungen verschiedener römischer Straßen. In der Region lebten Ligurer, die auch die Bronze einführten. Über die Jahrhunderte hinweg wechselten die keltischen Einwohner von Vaison ihren Wohnort zwischen den beiden Uferseiten der Ouveze. Sie wurden zu Vertragspartnern der Römer, welche ihre Stadt aufwerteten.
Durch das Einführen von Bädern, Theatern, Villen und Brücken wuchs die Einwohnerzahl schnell auf 10.000 an. Bei der fränkischen Invasion wurde die Stadt stark beschädigt. Im 12. Jahrhundert errichtete der Graf von Toulouse an der Stelle der keltischen Feste eine mittelalterliche Burg. Die Sicherheit der Burg zog die Anwohner an. Im 14. Jahrhundert kam die Ortschaft zum päpstlichen Eigentum und blieb bis zur Französischen Revolution dort.
Vaison la Romaine ist die ferner die größte französische archäologische Ausgrabungsstätte. Das Erbe, das man dort ansehen kann, stammt aus dem 1. und 2. Jahrhundert nach Christus. Anhand der Gebäude, die freigelegt werden konnten, geht man davon aus, dass die Stadt in römischer Zeit etwa 60 bis 70 Hektar groß gewesen sein muss. Das Amphitheater wurde in den Fels gehauen und bot Platz für 6.000 bis 7.000 Zuschauer. Im Osten Vaisons wurde außerdem in augustinischer Zeit ein Tempel gebaut. Er ist von großen Gärten und Säulen umgeben. Der Tempel diente als öffentlicher Ort für glaubensbezogene Zeremonien. An den unterschiedlichen Orten in der Umgebung können Reste von Thermalbädern besichtigt werden. Die Villa verfügt zudem über Mosaikböden und zwei Gärten mit Wasserbecken.
Das Herzstück der alten Stadt, das Forum und die Basilika, liegen direkt unter der neuen Stadt und konnten nicht ausgegraben werden. 13 Hektar der Römerstadt wurden jedoch freigelegt und können besichtigt werden.
Ebenfalls interessant ist die römische Brücke über die Ouveze. Sie ist eine der wenigen antiken Brücken, die heute noch in Betrieb ist. Als einzige Querung der Ouveze spielte sie eine sehr große strategische Rolle. Während der Zeit der Grafen von Toulouse spielte sie außerdem eine wichtige Rolle als Zollbrücke.
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