Die Verdon-Schlucht – der Grand Canyon Europas
Inhaltsverzeichnis
- Die Verdon-Schlucht – der Grand Canyon Europas
- Canyoning und Rafting im Grand Canyon du Verdon
- Wandern im Grand Canyon du Verdon
- Die Verdon-Schlucht ist ein äußerst vielseitiger Ferienort
- Das prähistorische Museum in Quinson
- Moustiers-Sainte-Marie, das schönste Dorf Frankreichs
- Sisteron, das Tor zur Provence
- Fréjus, die antike Hafenstadt an der Côte d'Azur
- Welche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Gebiet der Verdon-Schlucht?
- Anbieter für Rafting oder Canyoning
Die Verdon-Schlucht – der Grand Canyon Europas

Gorges du Verdon / Canyon du Verdon | ©: crevetis - Fotolia
Es gibt viele schöne Orte auf dieser Welt, aber nur wenige Flecken auf dieser Erde haben so viel Naturschönheit aufzuweisen, wie der Grand Canyon du Verdon im Südosten Frankreichs, nicht weit entfernt von der weltbekannten Côte d'Azur und dem mondänen Badeort Nizza. Die Schlucht ist etwa 21 km lang und bildet zu einem großen Teil die Grenze zwischen den französischen Departements Var und Alpes-de-Haute-Provence.

Neben der Tara-Schlucht in Montenegro gehört der Grand Canyon du Verdon zu den größten Schluchten Europas. Sie ist am oberen Rand zwischen 200 und 1.500 m weit, während die Sohle lediglich 6 – 100 m breit ist. Die Tiefe der Schlucht variiert zwischen 250 und 700 Metern. Das gesteinsbildende Material der Verdon-Schlucht ist weicher, heller Kalkstein, der bereits im Erdmittelalter entstand. Im Laufe der Zeit grub der Fluss Verdon sein Bett in diese Kalkablagerungen und formte im Laufe der Jahrtausende durch Erosion den heutigen imposanten Canyon. Der Canyon beginnt gerade flussabwärts der malerischen kleinen Stadt Castellane und endet im Stausee Lac de Sainte – Croix, dem zweitgrößten Stausee Frankreichs.
Die Verdon-Schlucht ist eine Naturschönheit, die ihresgleichen sucht. Das helle Gestein, die üppige grüne Vegetation und das türkisfarbene Band des Flusses am Grund, das Ganze gekrönt mit dem unvergleichlichen südfranzösischen Himmel bieten ein unvergleichliches Panorama, das man selbst erfahren haben muss, um seine Schönheit zu würdigen. Hauptsächlich aber ist die Verdon-Schlucht ein Paradies für Aktivsportler. Die Palette der Sportarten, die dort verfügbar sind, ist sehr groß. Sie umfasst Wildwasserfahrten wie Canyoning und Rafting, Freeclimbing (Klettern ohne Seil) an den Felswänden der Schlucht, Paragliding, Drachen- und Segelfliegen, Motorradfahren und auch Wandern. Es gibt nur wenige Gebiete auf der Welt, wo man auf so relativ kleinem Raum so viele verschiedene Outdoor-Aktivitäten ausüben kann – und das in dem herrlichen, milden Klima Südfrankreichs.
Und wer mit kleinen Kindern einen kleinen interessanten Spaziergang machen m?chte, der steuigt beim Pt.Sublime ein, wandert durch 2-3 Tunnels und kehrt danach wieder um. Die l?ngste tunnel ist einige hundert Meter lang und stockdunkel.
nach obenWildwasserfahrten: Canyoning und Rafting im Grand Canyon du Verdon

Einer der Hauptgründe, warum ich und die meisten Touristen und Aktivsportler die Verdon-Schlucht so lieben, sind die Wildwasserfahrten auf dem Fluss Verdon mit einem Kanu oder einem Floß. Für diese Fahrten kann man sich Kanus mieten. Die Strömung ist zwar reißend und die ganze Sache sieht ziemlich gefährlich aus, der Schein trügt aber und ich fand es gar nicht so schlimm. Die Wassermenge, die durch die Schlucht fließt, wird durch Stauseen am Oberlauf des Flusses reguliert, zumindest während der Hauptferienzeit im Juli und August. In dieser Zeit, in der normalerweise Trockenheit herrscht, beträgt der Wasserdurchfluss gerade mal 0,5 m³ pro Sekunde. Um den Wassersport zu erleichtern, wird an 2 Tagen in der Woche aus den oberen Stauseen zusätzlich Wasser abgelassen und so die Menge auf 10 – 16 m³ pro Sekunde erhöht.


Dieses Ereignis findet üblicherweise zweimal pro Woche, meistens dienstags und freitags statt. Die genauen Zeiten habe ich über eine Hotline erfahren. Leider habe ich diese Nummer nicht mehr, aber man kann sie entweder von seinem Reiseanbieter oder vor Ort erfahren. Dabei sollte man aber beachten, dass diese Regulierung des Wasserflusses nur während der Hauptsaison stattfindet. Während des Rests des Jahres kann die durchfließende Wassermenge je nach Jahreszeit und Niederschlag zwischen 0,5 m³ und 40 m³ pro Sekunde schwanken.
Damit man einen ungetrübten Ferienspaß erleben kann, sollte man aber unbedingt beachten, dass das Baden im Fluss Verdon, zumindest im Bereich der Schlucht auch für geübte Schwimmer sehr gefährlich sein kann. Bei einer Wassermenge ab etwa 2 – 3 m³ pro Sekunde wird die Strömung so stark, dass man sich nicht mehr halten kann und die Strudel werden so stark, dass sie auch gute Schwimmer hinabziehen können. Außerdem besteht starke Verletzungsgefahr durch scharfkantige Steine oder von im Wasser liegenden spitzen Ästen und Holzstücken. Zum Baden hatte ich dann letztendlich noch im Stausee Lac de Sainte-Croix gute Gelegenheit. Im Sommer beträgt dort die durchschnittliche Wassertemperatur angenehme 24 °C. Wer die Wildwasserfahrten in der Schlucht nicht so mag, kann sich dort auch ein Ruderboot ausleihen und damit den Stausee erkunden.
nach obenWandern im Grand Canyon du Verdon

Eine der beliebtesten und verbreitetsten Outdoor-Aktivitäten in der Verdon-Schlucht stellt außer den Wildwasserfahrten das Wandern dar. Dabei war mir aber von Anfang an klar, dass es sich bei der Tour nicht um einen Familienspaziergang ähnlich wie z. B. in der Lüneburger Heide handelt. Vielmehr sind die Wege recht mühsam, steil und steinig und erfordern teilweise einige Übung. Trotzdem hatte ich keine Probleme, sie zu bewältigen. Sorgfältige Vorbereitung, vor allem die Wahl der passenden Kleidung und besonders von festem Schuhwerk ist für mich natürlich selbstverständlich. Außerdem fand ich wegen des Klimas und der Sonne eine Kopfbedeckung und Sonnenschutzcreme sehr nützlich.


Eine der bekanntesten und beliebtesten Wanderrouten trägt den Namen Sentier Martel. Der Pfad beginnt ungefähr in der Mitte der Schlucht am Chalet de la Maline am oberen Rand. Dort befindet sich übrigens auch ein Restaurant. Von dort wanderte ich auf steilen Serpentinen abwärts bis zum Fluss Verdon am Grund der Schlucht. Von dort führt der Weg dann flussaufwärts über eine Gesamtlänge von etwa 14 km. Endstation des Wanderwegs ist der Point Sublime. Der Weg ist keineswegs einfach und ist nur schwindelfreien Menschen zu empfehlen, aber ich als normaler Tourist hatte keine Schwierigkeiten bei seiner Bewältigung. Besonders schwierige Stellen wurden durch Leitern, Treppen und zwei Tunnel zugänglich gemacht. Der Höhepunkt der Tour bildet die Treppe Breche Imbert, die aus insgesamt 7 einzelnen Treppen besteht und steil bergab führt. Kurz vor dem Zielpunkt der Wanderung führte mich der Weg noch durch 2 künstlich angelegte Tunnel. Ursprünglich war in den zwanziger Jahren vorgesehen, durch diese Tunnel den Fluss umzuleiten. Zum Glück für den Tourismus wurde das Vorhaben dann aber aufgegeben. Der kürzere der Tunnel ist etwa 170 m lang, der längere mehr als 600 m. Vom Zielpunkt der Wanderung fuhr ich mit einem Taxi wieder zurück zum Chalet de la Maline.
Für die Wanderung selbst sollte man beachten, dass sie nur bei schönem Wetter und stabiler Hochdruckwetterlage unternommen werden sollte, da bei Unwettern die Gefahr von Hochwasserwellen und Steinschlägen besteht. Man sollte auch nicht vergessen, genügend Trinkwasser mitzunehmen. Ich hatte etwa 2 Liter mit und fand das gerade ausreichend. Für die Durchquerung der beiden Tunnel brauchte ich unbedingt eine Taschenlampe, da die Tunnel keine fest installierte Beleuchtung haben. Für die gesamte Wanderung benötigt man je nach Kondition 5 – 7 Stunden. Der Rand der Schlucht ist erst am Zielpunkt erreichbar, weil auf dem Weg die Felswände zu steil zum Erklettern sind.
nach obenDie Verdon-Schlucht ist ein äußerst vielseitiger Ferienort

Bei meiner Ankunft war ich überrascht über die vielen Möglichkeiten, die sich in diesem herrlichen Urlaubsgebiet Südfrankreichs für den aktiven Touristen bieten. Wenn auch zugegebenermaßen die meisten Besucher wegen des Wassersports oder zum Wandern kommen, konnte ich doch immer wieder Free-Climber beim Ersteigen der steilen Felswände des Canyons beobachten und am Himmel zog mehr als einmal ein Drachengleiter seine Kreise. Obwohl ich selbst zwar nicht aktiv in diesen Sportarten bin, hat es mir doch gefallen, dass auf so relativ kleinem Raum so viele Möglichkeiten für unterschiedliche sportliche Aktivitäten bestehen.


Das ist auch gut so, denn Natur und Landschaft der Verdon-Schlucht sind einfach zu vielseitig und schön, um sich nur auf eine Aktivität zu beschränken. In Fakt habe ich mehrere Tage gebraucht, um die Gegend wenigstens einigermaßen kennenzulernen. Besonders gefallen hat mir dabei der Rundkurs, die sogenannte Routes des Crêtes. Die Straße mit der Nummer D 23 beginnt bei La Palud – sur Verdon und ist insgesamt 23 km lang. Sie ist wirklich malerisch, landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich. Immer wieder führte die Straße bis dicht an die Schlucht heran und gewährte mir herrliche Ausblicke. Da es ein schöner, sonniger Tag war, konnte ich am Aussichtspunkt Belvedere de l'Escales Free-Climber beim Klettern beobachten. An vielen Aussichtspunkten befinden sich Parkplätze, wo ich mein Auto abstellte und nach kurzem Fußweg den eigentlichen Panoramablick erreichte.
Um die atemberaubenden Ausblicke dieser Gegend richtig genießen zu können, ist es von Vorteil, sich viel Zeit zu nehmen. Außerdem ist die Strecke ziemlich kurvig und ich traf auf zahlreiche Motorradfahrer.
nach obenDas prähistorische Museum in Quinson
Der Grand Canyon du Verdon selbst ist ohne Zweifel sehr schön und gehört mit zu den atemberaubendsten Naturlandschaften Europas. Aber auch seine nähere und weitere Umgebung weist viele touristische Attraktionen und Sehenswürdigkeiten auf. Als ich dort Urlaub machte, ging ich nicht nur zum Wandern und Bootsfahren, sondern wollte auch das Umfeld besser kennenlernen, da ich von Natur aus ein neugieriger Mensch bin.
Da ich mich besonders für Geschichte interessiere, reizte mich der Besuch des prähistorischen Museums in Quinson ganz besonders. Meine Erwartungen wurden dabei nicht enttäuscht. Die Gegend um die Verdon-Schlucht und dem heutigen Stausee bei Quinson gehört nämlich zu den ältesten Siedlungsgebieten der Menschen in Europa. Soweit ich mich erinnern kann, wurden in verschiedenen Höhlen Südfrankreichs Zeichnungen und Malereien gefunden, die mehrere Zehntausend Jahre alt sind. Daher erforschte man das jetzige Gebiet des Stausees gründlich, bevor alles von Wasser bedeckt wurde. Dabei machten die Archäologen zahlreiche bedeutende Funde. Um diese Funde der Öffentlichkeit zu präsentieren, errichtete der berühmte Architekt Norman Foster im Jahre 2001 das "Musée de Préhistoire".
Das Museum hat mir sehr gut gefallen. Das Gebäude ragt nur zu einem kleinen Teil über der Erde. Um die Funde in ihrer natürlichen Umgebung zeigen zu können, befindet sich der größte Teil der Ausstellungsräume unter der Erde. Die Präsentation der Stücke selber fand ich sehr übersichtlich und informativ. Hilfreich dabei war auch der deutschsprachige Audio-Guide, den ich mir an der Kasse ausleihen konnte. Die Ausstellung repräsentiert 1 Million Jahre Menschheitsgeschichte von der Zeit des Homo Erectus, eines unserer frühen Vorfahren bis hin zur Bronzezeit mit ihrer schon recht hoch entwickelten Kunst und Kultur. Eine Grotte, in der zahlreiche Funde gemacht wurden, ist ins Museum integriert und voll begehbar. Wie ich beobachten konnte, macht besonders Kindern das Museum viel Spaß, da es viele interaktive Dioramen gibt und bei zahlreichen Ausstellungsstücken die Multimedia-Technologie eingesetzt wird, um sie interessant zu präsentieren.
nach obenMoustiers-Sainte-Marie, das schönste Dorf Frankreichs

Moustiers Saint Marie | ©: Weimar - Fotolia
Der Stausee Lac de St. Croix ist sehr malerisch und schön gelegen. Im azurblauen Wasser spiegelt sich der klare Himmel Südfrankreichs wieder. Die hellen, felsigen Berghänge, mit dem Grün der Vegetation bewachsen, bilden dazu einen guten Kontrast. Sozusagen die Krönung des Ganzen ist das Dorf Moustiers-Sainte-Marie oberhalb des Stausees. Ich fand meinen Ausflug dorthin sehr lohnenswert, besonders als Abwechslung zur wildromantischen Naturlandschaft der Verdon-Schlucht.
Das Bergdorf liegt oberhalb des Stausees Lac de St. Croix und ist bei den Touristen sehr beliebt. Das Dörfchen hat gerade mal etwas mehr als 600 Einwohner und liegt sehr malerisch umrahmt von hohen Felswänden. Moustiers ist ein uraltes Dorf und besteht schon seit dem 5. Jahrhundert. Ursprünglich befand sich dort ein Mönchskloster. Einst war der Ort ein Zentrum der Fayence-Keramiken. Dabei handelt es sich um handbemaltes, gebranntes Steingut, das so fein ist, dass es an Porzellan erinnert. Im 17. und 18. Jahrhundert hatte die Fayence-Kunst in Moustiers ihre Blütezeit. Später, nach dem Aufkommen der Porzellanmanufaktur in Europa, ging diese Bedeutung wieder zurück. Die Handwerkskunst wurde erst am Anfang des 20. Jahrhunderts wiederbelebt. Ein kleines Museum im Ort, das auch ich besuchte, ist das Fayence-Museum, in dem besonders schöne Stücke ausgestellt sind und die Herstellungstechniken gezeigt werden.

Moustiers Sainte Marie | ©: LianeM - Fotolia
Der Ort wird übrigens durch eine Schlucht in 2 Hälften geteilt, die durch eine romantische Steinbrücke miteinander verbunden sind. Moustiers steht übrigens seit Langem schon unter einem "guten Stern". Von einer mehr als 100 m langen, eisernen Kette, die an den Felsen oberhalb des Dorfes befestigt ist, hängt seit vielen Jahren ein vergoldeter Stern herab. Die kleine Kirche Notre-Dame-de-Beauvoir ist auch heute noch ein beliebter Wallfahrtsort. Die Kirche liegt oberhalb des Ortes und kann nach kurzem Fußweg erreicht werden. Von dort hatte ich einen herrlichen Rundblick über Moustiers. Weniger gefallen hat mir allerdings, dass der Ort von Touristen geradezu wimmelte und alles ziemlich kommerzialisiert war.
nach obenSisteron, das Tor zur Provence
Da ich bei meinen Ferien in der Verdon-Schlucht genügend Zeit mitgebracht hatte, entschloss ich mich, auch mal Ausflüge in die weitere Umgebung zu machen. Dabei wurde mir vom Personal an der Hotelrezeption empfohlen, doch unbedingt die Stadt Sisteron zu besuchen. Sie liegt nördlich der Verdon-Schlucht und trägt den Beinamen "Tor zur Provence". Für Besucher, die von Norden her kamen, war sie die erste Stadt der Provence, die sie auf ihrem Weg Richtung Meer erreichten.
Erste Siedlungsspuren in Sisteron reichen bis in die Bronzezeit zurück. Bereits unter der Herrschaft der Römer war Sisteron, das damals Segustero hieß, ein wichtiger Ort an der Via Domitia. Heute zählt Sisteron etwas über 7.000 Einwohner und hat trotz dieser relativ geringen Größe viele interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten. Die Hauptsehenswürdigkeit von Sisteron ist die gleichnamige Zitadelle, die schon im 11. Jahrhundert unter den Grafen von Forcalquier erbaut wurde. Bis heute ist sie in einem sehr guten Zustand und ist seit einigen Jahren der Öffentlichkeit zugänglich. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die Festung bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts von der französischen Armee als Militärstützpunkt genutzt wurde. Von der Höhe der Festung aus hatte ich einen herrlichen Rundblick über Sisteron und die malerische Umgebung mit dem bekannten Durance-Durchbruch.
Dieser Felsdurchbruch am Zusammenfluss der Durance und der Buech ist eine weitere bekannte Sehenswürdigkeit von Sisteron. Die mächtige Felsformation am Durchbruch mit ihren markanten Gesteinsfalten lassen die an sie geschmiegten Häuser wie Teile einer Modelleisenbahnanlage erscheinen. Aber auch die Altstadt von Sisteron selbst ist sehr sehenswert mit den alten Häusern, die sich an hohe Felswände schmiegen und durch steile Treppen miteinander verbunden sind. Im Ort selbst und in der Zitadelle finden im Sommer zur Hauptsaison zahlreiche Festivals statt, darunter Theater-, Tanz- und Musikaufführungen. Besonders bekannt ist das "Festival des Nuits de la Citadelle". Bei meinem Besuch konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, von dem köstlichen Lammfleisch vom Grill zu kosten, für das Sisteron berühmt ist.
nach obenFréjus, die antike Hafenstadt an der Côte d'Azur
Meinen Aufenthalt in dem schönen Naturpanorama der Verdon-Schlucht wollte ich unbedingt ein bisschen ausweiten und auch der weltbekannten Côte d'Azur einen Besuch abstatten. Dabei zog ich es aber auf jeden Fall vor, nicht in die Touristenhochburgen von Nizza oder Cannes zu fahren, weil diese Orte total überlaufen und überteuert sind.
Daher entschied ich mich dazu, der weniger bekannten Stadt Fréjus einen Besuch abzustatten. Sie ist tatsächlich nicht so von Touristen überlaufen wie die mondänen Badeorte. Trotzdem fand ich dort viele Attraktionen, deren Betrachtung sich durchaus gelohnt hat. Am interessantesten fand ich die Überreste aus der Zeit der römischen Herrschaft, z. B. die Ruinen des Aquädukts, der einst die Stadt mit frischem Trinkwasser versorgte oder das Amphitheater, das aber leider nicht allzu gut erhalten ist. Aus der Zeit des Mittelalters gibt es zahlreiche Kathedralen, Kirchen und Kapellen zu besichtigen, deren älteste, die Kathedrale Saint-Leonce, zumindest in Teilen schon aus dem 4. Jahrhundert stammen soll.
Als willkommene Abwechslung zu so viel Kultur stattete ich dem Safarizoo, der sich unweit der Autobahnabfahrt Fréjus befindet, einen Besuch ab. Nicht allzu oft hat man in Europa Gelegenheit, einen Wildpark zu besuchen, in dem die Tiere frei herumlaufen können und die Menschen (in ihren Autos) eingesperrt sind. Bei dem Anblick der vielen Wildtiere, unter denen afrikanische Arten besonders stark vertreten sind, in Verbindung mit der mediterranen Landschaft und dem sonnigen Wetter fühlte ich mich wie in eine afrikanische Savanne versetzt. Einen Ausflug in diesen schönen Safarizoo würde ich persönlich unbedingt Familien mit Kindern empfehlen. Hier können die Kleinen sozusagen live die Helden solcher bekannten Animationsfilme wie "Madagaskar" erleben.
nach obenWelche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im Gebiet der Verdon-Schlucht?
Die Verdon-Schlucht zählt mit zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Europas und ist geradezu ein Paradies für Aktivsportler der unterschiedlichsten Disziplinen. Etwas Ähnliches gilt für den gesamten Südosten Frankreichs, die berühmte Provence. Sie ist nicht nur bei den Einheimischen, sondern auch bei internationalen Touristen bekannt und beliebt. Daher empfiehlt sich nach meiner Erfahrung eine sorgfältige und rechtzeitige Planung des Urlaubs, damit er zu einer angenehmen Erfahrung und nicht zum Stress wird. Auf jeden Fall würde ich davon abraten, in der Hochsaison, den Monaten Juli und August, einfach loszufahren und darauf zu vertrauen, vor Ort schon eine Unterkunft zu finden. Außerdem fand ich, dass gerade in diesen Monaten der saisonale Preiszuschlag oft ziemlich hoch ist. Es ist besser, wenn man im Mai oder Juni fahren kann. In der Vorsaison ist das Wetter auch schon sehr schön, die touristischen Ziele sind noch nicht so überlaufen und die Preise erheblich günstiger.
Meine Unterkunft habe ich im Internet gebucht. Dabei gibt es die verschiedensten Kategorien, von einfach bis luxuriös. Welche Art von Unterkunft die richtige ist, hängt entscheidend vom Geldbeutel und vom eigenen Geschmack ab. Für mich als Einzelreisender ist ein Zimmer mit Frühstück in einem kleinen, ruhigen Hotel ideal. Wenn aber z. B. eine Familie diese Reise unternimmt, würde ich dazu raten, es den Franzosen gleichzutun und ein Ferienhaus zu mieten. Nicht nur, dass dort die Übernachtung pro Kopf günstiger als im Hotel ist, die reizvolle Umgebung, die schon im dazugehörigen Garten beginnt, ist besonders für Kinder interessant und lädt zum Erkunden ein.
Eine andere, sehr beliebte Form der Übernachtung in der Provence sind Campingplätze. Die gibt es ebenfalls in verschiedenen Standards und Preisklassen. Wie ich beobachten konnte, werden gerade in letzter Zeit Mobil Homes (Caravans) immer beliebter. Die gibt es praktisch auf jedem Campingplatz zu mieten. Zum Schluss noch einen guten Rat: Gerade die kleineren Hotels oder Ferienwohnungen abseits der touristischen Zentren sind oft günstiger. Allerdings sprechen die Einheimischen dort nur selten deutsch. Meiner Erfahrung nach fährt man dort am besten, wenn man versucht, sein Französisch zusammenzukratzen. Wenn es nicht mehr weiterging, nahmen es mir die Einheimischen nicht übel, wenn ich es mit Englisch probierte.
nach obenAnbieter für Rafting oder Canyoning

Rafting im Canyon du Verdon | ©: VILevi - Fotolia
Genauso wie die Vielfalt der Sehenswürdigkeiten und der Sportarten bzw. Freizeitaktivitäten, die es in und um das Gebiet der Verdon-Schlucht gibt, ist auch die Vielzahl der Anbieter wirklich bemerkenswert. Dabei gibt es allerdings keine festen Regeln, da die Wahl des richtigen Anbieters davon abhängt, was genau im Urlaub geplant ist, wie groß das zur Verfügung stehende Budget ist und was die individuellen Gewohnheiten des betreffenden Reisenden sind. Mir als Individual-Touristen gefällt es z. B., die Gegend auf eigene Faust zu erkunden und meine Erfahrungen selbst zu machen.

Kajak Wassersport | ©: Oleg_Zabielin - Fotolia
Das trifft aber nicht unbedingt auf jeden anderen Touristen im gleichen Maße zu. Viele mögen geführte Touren. Das ist besonders bei vielen Aktivsportarten wie z. B. Wildwasserfahrten auch besser so, da der Tourführer die örtlichen Gegebenheiten und die zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen genau kennt. Ein unbekanntes Gewässer alleine ohne Führung und genaue Ortskenntnis zu erkunden, ist im höchsten Grade leichtsinnig. Wie und was aber jemand zu tun gedenkt, ist letztendlich der eigenen Entscheidung überlassen. Trotzdem ist es meiner Erfahrung nach immer besser, wenn der gesunde Menschenverstand nicht außer Acht gelassen wird und gegebenenfalls der Rat gut informierter und erfahrener Personen akzeptiert wird.
Bei der Wahl meines richtigen Anbieters verlasse ich mich nicht auf irgendwelche Reklame. Die stellt im Grunde genommen nichts anderes als Selbstbeweihräucherung dar und vermittelt kein objektives Bild der wahren Verhältnisse. Auch ein Gütesiegel ist manchmal keine 100%ige Garantie, da oft nicht bekannt ist, welche Kriterien der Bewertung als Basis dienen. Oft haben solche Gütesiegel oder Prädikate auch nur lokale oder regionale Bedeutung. Nach meiner Erfahrung ist es immer noch am besten, wenn sich der Tourist rechtzeitig vor der Buchung möglichst gründlich informiert. Eine gute Quelle sind z. B. gleichgesinnte Sportler oder Mitglieder des entsprechenden Vereins. Ebenfalls empfehlenswert ist das Recherchieren im Internet. Dort gibt es für den Interessierten zahlreiche Foren zum Austausch von Meinungen und Erlebnissen oder auch authentische Erfahrungsberichte zu lesen.
In Castelane, oder in La Palud gibt es kleine Büros örtlicher Anbieter, die geführte Touren anbieten. Wer spontan etwas sucht, wird dort sicher fündig.
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