Prag - historische, pulsierende Stadt

Prag - pulsierende Stadt mit erlebbarer Historie

Prag ist eine kulturell äußerst interessante Stadt. Neben tollen architektonischen Bauten bietet Prag viel Geschichte und kann mit zahlreichen berühmten Persönlichkeiten aufwarten. Dazu reicht schon ein Bummel durch die Stadt, um auf die zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufmerksam zu werden. In der Stadt sind auch viele historische Spuren zu finden. Aber Prag bietet darüber hinaus auch viel Lifestyle und ein reiches Straßenleben. So steht die Stadt an der Moldau für Straßenmusik und erlebbares Mittelalter ebenso wie für exklusive Boutiquen und teure Einkaufsmeilen. Die Moldau spielt dabei eine wichtige Rolle im städtischen Leben, so wird Prag auch oft als Venedig an der Moldau bezeichnet. Prag kann man gut bei einer Kutschfahrt erkunden. Die Kutschen haben eine lange Tradition und zeigen den Kunden für wenig Geld die Schönheiten der Stadt oder dienen als billiges Taxi. Auch die meist etwas deftige Hausmannskost steht für Prag. Essen kann man hier gut und billig und auch das Prager Bier ist empfehlenswert.

Karlsbrücke in Prag
Karlsbrücke in Prag über die Moldau
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Domaris

Die Geschichte von der Goldenen Stadt beginnt dabei schon im 6. Jahrtausend vor Christus. Schon zu dieser Zeit gab es Spuren erster menschlicher Siedlungsversuche. Später war die Stadt dann eine bedeutende Handelsniederlassung, die sich über die Jahre hinweg zu einer der größten Städte in der Region entwickelte. Prag kann auf eine reichhaltige und lebhafte Geschichte zurückblicken. Viele bekannte Persönlichkeiten haben diese Stadt geprägt. So zum Beispiel der Schriftsteller Franz Kafka oder der Rasende Reporter Egon Erwin Kisch. Beide wussten schon um die Faszination dieser Stadt. So schrieb Kafka eines Tages: "Prag lässt nicht los". Über die Jahre hinweg entstanden in Prag viele wunderbare Bauten aus den unterschiedlichsten Stilepochen. So findet man heute Architektur aus der Romanik, der Gotik, der Renaissance, des Barock, der Neorenaissance und des Jugendstils. Und das alles auf engstem Raum. Prag zu entdecken lohnt sich also allemal.

Doch die Hauptstadt der Tschechischen Republik ist nicht nur etwas für Kultur- und Architekturliebhaber. Es ist vor allem auch eine Stadt für junge Leute und das liegt nicht nur an den billigen Preisen – obwohl gerade das in Prag ein großer Vorteil ist. Essen und Trinken, Designermode oder aber der Eintritt in eine Disco oder einen Klub kostet oftmals nicht mal die Hälfte von dem, was man bei uns zahlen müsste. So können sich junge Leute günstig vergnügen. Prag bietet ein reiches Nachtleben mit vielen bekannten Einrichtungen und auch auf der Straße ist immer etwas los. Da in Prag viele junge Menschen leben, kann man schnell Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen. Viele Unterkünfte sind speziell auf Jugendliche und junge Erwachsene eingestellt. Nach Prag lohnt sich auch eine Kurzreise. Es ist durchaus möglich, die Stadt an ein- oder zwei Tagen zu entdecken. Mit dem Auto oder der Bahn ist Prag gar nicht weit und kann bequem erreicht werden.

nach oben

Altstädter Ring

Bauwerke aus vielen Jahrhunderten

Altstädter Ring in Prag
Altstädter Ring in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Elsa

Mitten im Zentrum von Prag liegt die erste Sehenswürdigkeit dieser faszinierenden Stadt. Auf diesem Platz liegt zweifelsohne der Mittelpunkt des öffentlichen Lebens in Prag. Und das nicht erst seit heute. Schon im zwölften Jahrhundert wurden am Altstädter Ring Holz- und Steinbauten errichtet, um den Kaufleuten, darunter auch vielen Deutschen, ein schönes Heim zu bieten. Auf diesem Platz wurde regelmäßig der Markt abgehalten. Heute er Platz Anlaufstelle für Touristen aus aller Welt, die auf diesem zentralen Punkt zusammenkommen. Hier kann man wirklich Menschen aus allen Ländern der Welt treffen.

Alleine ist man nie. Gute Unterhaltung bieten die vielen jungen Künstler und einkaufen lässt es sich an den zahlreichen Verkaufständen. Zu einer Ruhepause und einem schönen Blick über den Platz laden Restaurants und Cafés ein. Auf dem Altstädter Ring vereint sich Architektur aus fast allen Stilen der Alt- und Neuzeit. Hier befindet sich auch das Rathaus, welches in den letzten Kriegstagen durch eine Bombe halb zerstört wurde. Diese fehlende Fassade hinterlässt eine Lücke, die dem Platz seine Geschlossenheit raubt, aber zugleich den Blick auf die wunderschöne St. Niklaskirche freigibt. Schräg gegenüber hebt die Teynkirche ihre Türme in den Himmel. Diese reicht aber nicht direkt an den Platz heran.

Auf der Nordseite des Altstädter Rings herrscht der Neobarock. Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Handelsministerium ist reich verziert und bildet den Mittelpunkt der Nordseite. Rechts davon steht das frühbarocke Paulanerkloster mit seinen von M. V. Jäckel stammenden Statuen. Auf der Ostseite des Platzes ist dagegen Stilvielfalt angesagt. Das Hus-Denkmal ist typisch für den Jugendstil, der Goltz-Kinsky-Palais ist dem Rokoko nachempfunden und das Haus zur steinernen Glocke wurde als gotisches Wohnhaus errichtet. Die Fassadengestaltung der Teynschule und des Weißen Einhorn ist von der Renaissance geprägt. Auch auf der Südseite vermischen sich die Stile in einer wilden Flut an Eindrücken. Romanik, Barock und Neogotik zeigen sich in den Gebäuden wie dem Storch-Haus, dem Haus zum steinernen Lamm, dem Haus zum goldenen Einhorn und dem Haus zum blauen Stern.

Das klingt jetzt alles ein bisschen wie eine Lehrstunde in Architektur, wer aber einmal auf dem Platz steht, wird sich von den vielen unterschiedlichen Bauten sofort in seinen Bann ziehen lassen, auch wenn er nichts von Architektur versteht. Aufregend und unterhaltsam präsentiert sich der Altstädter Ring mit seinen vielen stilvollen Bauten. Der Platz hat aber auch eine blutige Vergangenheit. Als Schauplatz wichtiger Ereignisse fanden immer wieder Hinrichtungen statt, die ihren Höhepunkt in der Exekution von 27 Adligen im Jahr 1621 fand.

nach oben

Altstädter Rathaus und astronomische Uhr

Alle wollen sie sehen

astronomische Uhr
Astronomische Uhr
Quelle: pixelio.de
Fotograf: Karl-Heinz Laube

Eine besondere Attraktion findet man in der südöstlichen Ecke des Altstädter Rings. Und die ist nicht zu übersehen, stehen doch meistens eine Menge Leute mit ihren Fotoapparaten dort. Neben den vielen Baustilen hat der Altstädter Ring noch eine besondere Attraktion zu bieten. Dort wo eine große Menschentraube gespannt auf eine Uhr starrt, muss es sein: Das Altstädter Rathaus. Und bei der Uhr handelt es sich um die berühmte astronomische Uhr, welche jeder einmal auf seinem Fotoapparat festhalten möchte.

Aber schon das Rathaus im gotischen Baustil kann entzücken. Hier kann man die gotische Bauart mit den Rund- und Spitzbogenfenstern sehr gut sehen. Dieses Rathaus wurde im Jahr 1381 gebaut. In den darauf folgenden Jahren wurde das Gebäude immer wieder erweitert. Das Rathaus kann auch von Touristen besichtigt werden. Die Aussicht vom Rathausturm über die Altstadt muss man einmal genossen haben. Das Altstädter Rathaus ist also nicht nur wegen der berühmten Uhr ein Anziehungspunkt für den Tourismus.

Der Tod und der Türke an der astronomischen Uhr in Prag
Der Tod und der Türke an der astronomischen Uhr in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Hartmut910

Zu jeder vollen Stunde versammeln sich auf einmal alle Menschen um das Altstädter Rathaus und blicken gespannt hinauf zu der astronomischen Uhr. Jetzt beginnt nämlich die Prozession der zwölf Apostel, die jeder einmal auf einem Foto festhalten oder zumindest im Gedächtnis behalten möchte. Diese beweglichen Figuren waren aber nicht von Anfang an in der Uhr enthalten. Sie wurden erst im 17. Jahrhundert hinzugefügt. Die Uhr wurde schon früher, nämlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts an der Südmauer der Stadt fertiggestellt. Einige Teile der Uhr sind aber wesentlich älter. Das astronomische Ziffernblatt stammt aus dem Jahr 1410. Doch während viele immer nur auf die Apostel schauen, übersehen sie die wahren Talente dieser wunderbaren Uhr.

Die astronomische Uhr ermöglichte es, die Bewegungen am Himmel mit den Monaten, Tagen und Stunden zu sehen. Sie zeigte auch Sternbewegungen und Fixsterne, die längsten und die kürzesten Tage sowie Feiertage, die Länge von Tag und Nacht und die Mondphasen an. Damit war die astronomische mehr als eine gewöhnliche Uhr, sie war ein wissenschaftliches Wunderwerk. Das Uhren-Ziffernblatt auf der Südseite des Rathausturms hat sich seit 500 Jahren kaum verändert. 1945 wurden die Uhr und das Rathaus jedoch stark beschädigt und mussten restauriert werden. Heute gelten das Rathaus und die astronomische Uhr als ein echter Touristenmagnet.

nach oben

Goldenes Gässchen - Prager Burg

Wo die Goldmacher wohnen

Bleistiftzeichnung des Prager Goldgässchens
Bleistiftzeichnung des Prager Goldgässchens
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Chris Rossmeissl

Verträumt und ein bisschen wie aus einer anderen Zeit. So präsentiert sich das goldene Gässchen, welches von den Metrostationen Malostranska oder Hradcanska zu erreichen ist. Beim Betreten dieser touristischen Attraktion fühlt man sich wirklich in eine andere Welt hineinversetzt. Ganz so als wäre die Zeit hier einfach stehen geblieben. Dabei waren die Menschen, die hier früher wohnten alles andere als gut dran. Die winzigen Häuser direkt an der Burgmauer wurden zuerst von den Burgschützen des Königs und später von vielen armen Leuten bewohnt. Da die Gasse nur einen Meter breit und die sanitären Verhältnisse schlechte waren, war das Leben hier nicht gerade einfach.

Das goldene Gässchen verdankt seine Bekanntheit daher auch einem Mythos. Angeblich sollen hier unter Aufsicht des damaligen Herrschers Rudolf II mithilfe von Alchimisten an der Herstellung von künstlichem Gold gearbeitet worden sein. Historisch belegt ist diese Tatsache aber nicht. Wahrscheinlich ist das Ganze eben doch nur ein Mythos. Dem Ruf des auch als Goldmachergässchen bekannten Tourismusmagneten tut dies aber keinen Abbruch. Berühmt wurde die Gasse aber noch durch eine weitere bekannte Persönlichkeit der Stadt. Franz Kafka, der berühmte Schriftsteller lebte hier einige Jahre und arbeitete an seinen Werken. Heute sind in den winzigen Häusern zahlreiche Souvenirläden untergebracht, die von den nie enden wollenden Strömen von Touristen leben. Es ist aber nicht nur der Ruf und die Bekanntheit, die dieses Gässchen zu einer echten Sehenswürdigkeit macht. Man kann sich in dieser Gasse auf eine erlebbare Zeitreise begeben und sich in das Leben der Menschen von damals hineinfühlen. Und natürlich darf man anlehnend an den Mythos auch ein wenig die Fantasie spielen lassen. Kein Wunder, das Kafka in dieser träumerischen Umgebung so manchen guten Einfall hatte. Ein Bummel durch dieses romantische Gässchen lohnt sich.

Eingang zur Prager Burg und zum Regierungssitz
Der Eingang zur Prager Burg und zum Regierungssitz
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Marco Görlich

Gleich nebenan befindet auch die berühmte Prager Burg. Diese gilt als die größte bewohnte Burg der Welt und ist schon seit dem 9. Jahrhundert das machtpolitische Zentrum in Prag und Böhmen. Mit drei Schlosshöfen und den vielen großen Gebäuden bedeckt die Prager Burg insgesamt sieben Hektar Land. Noch heute residiert hier der tschechische Präsident und auch internationale Staatsgäste gehen hier ein und aus. Die Könige und Kaiser der vergangenen Jahre hinterließen ihre Spuren in Form von Bauwerken und Architektur. Gerade Kunst und Geschichte kann man auf dem Gelände der Prager Burg erleben. Auf dem riesigen Terrain kann man schnell mal einen ganzen Tag verbringen. Besonders interessant sind der St. Veitsdom und der Königspalast. Die Burg kann von innen oder außen besichtigt werden.

nach oben

St. Veitsdom

Ein Bauwerk für Generationen

St. Veitsdom
St. Veitsdom
Quelle: pixelio.de        Fotograf: wave111

Eine Sehenswürdigkeit für sich ist der in der Burganlage der Prager Burg gelegene St. Veitsdom. Diese Metropolitankirche gehört zum Prager Erzbistum und zieht die Leute aus nah und fern in Scharen an. An einem schönen Ferientag kann so in dem Dom schon mal ein Betrieb wie in einer Bahnhofshalle herrschen. Nichtsdestotrotz erhebt sich Kathedrale würdevoll und äußerst anmutig in den Prager Himmel. Aufgrund ihrer Größe von 124 Meter Länge, 60 Meter Breite und 34 Meter Höhe wirkt sie ein wenig unübersichtlich, besonders dann, wenn viele Menschen unterwegs sind. Aber die Kathedrale beeindruckt natürlich auch mit ihrer enormen Größe. So kann man schon mal staunend an dem riesigen Bauwerk emporblicken und erhält eine Ahnung, wie viel Mühe und Arbeitskraft es die Erbauer gekostet hat, dieses Meisterwerk zu errichten.

Kirchenfenster im Veitsdom
Kirchenfenster im Veitsdom
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Hartmut910

Erbaut wurde der mächtige Dom unter Karl IV von dem Franzosen Mathias von Arras. Der Grundstein wurde im Jahr 1344 gelegt. Der Architekt starb aber noch, bevor der Bau fertiggestellt werden konnte. Der Kaiser berief als dessen Nachfolger den aus Schwäbisch-Gmünd stammenden Peter Parler zum Architekten, der zu diesem Zeitpunkt erst 23 Jahre alt war. Peter Parler gestaltete sowohl das südliche Querschiff wie auch den Chor. Diese Arbeiten dauerten 46 Jahre. Nachdem Parler ebenfalls gestorben war, stoppten die Bauarbeiten durch die Hussitenkriege und wurden erst später wieder aufgenommen. Zu dieser Zeit entstanden die beiden Westtürme der Kathedrale. Die Arbeiten am Veitsdom sollten danach nach den Plänen von Peter Parler weitergeführt werden und wurden erst im Jahr 1929 für beendet erklärt. Doch nicht immer hielten sich die nachfolgenden Generationen von Architekten, Bauarbeiten und Kunsthandwerker an diese Pläne. Die wechselnden Stilepochen führten dazu, dass moderne Stile mit in den Bau einflossen.

St. Veitsdom Kirchenschiff
St. Veitsdom
Quelle: pixelio.de        
Fotograf: Gerd Wittka

Interessant ist der Veitsdom vor allem wegen seiner unterschiedlichen Baustile, die er in sich vereint. Aufgrund der über Jahre angelegten Bauarbeiten wechselten immer wieder die Stile. Der Hauptturm beispielsweise wurde gotisch begonnen, dann im Renaissancestil weitergebaut und schließlich im Barock beendet. Auffallend ist auch die stilwidrige Kupferspitze, die eigentlich nur provisorisch angebracht werden sollte, aber bis heute hält. Wunderschön sind auch die im ersten Plan nicht vorgesehenen Buntglasfenster, die die Erschaffung der Welt zeigen. Diese wurden aus mindestens 27.000 Gläsern zusammengesetzt. Viele weitere hübsche Fenster gibt es in den Nebenkapellen zu sehen. Gerade die vielen unterschiedlichen Baustile machen den St. Veitsdom zu etwas Besonderem und zu einem der am besten besuchten Sehenswürdigkeiten in Prag. In der Ferienzeit muss deshalb mit langen Schlangen vor dem Eingang gerechnet werden.


nach oben

Karlsbrücke

Eine besondere Brücke

Karlsbrücke mit Brückenturm in Prag
Karlsbrücke mit Brückenturm in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Hartmut910

Wenn etwas als Wahrzeichen von Prag angesehen werden kann, dann ist das neben der Prager Burg die Karlsbrücke mit ihren Brückenmännchen. Kein anderes Bauwerk steht so sehr für die Stadt wie diese Brücke. Es gibt kaum einen Besucher, der nicht über diese bekannte Brücke bummeln würde. Deshalb trifft man dort Menschen aus aller Welt und es herrscht den ganzen Tag ein buntes Treiben. Erst spät am Abend kehrt dann etwas Ruhe ein. Schön anzusehen sind die Brückenmännchen auf der Karlsbrücke, die ihre ganz eigene Geschichte erzählt. Die erste Brücke über die Moldau, die Judithbrücke, stürzte im Jahr 1342 ein. Deshalb sollte die neue Brücke besonders haltbar gebaut werden. Damals hieß es, das sei am Besten zu schaffen, wenn dem Mörtel Eier beigemischt werden. Also befahl der Herrscher Karl IV, diese aus dem ganzen Reich heranzuschaffen. Eine Lieferung dieser Eier wurde aus dem Städtchen Rakovnik geliefert. Doch als die Bauarbeiter diese aufschlagen wollten, stellten sie fest, dass es hart gekochte Eier waren. Die vorsichtigen Stadtbewohner hatten die Eier für die lange Reise gekocht, damit sie unterwegs nicht zerbrachen. Diese Geschichte ist allerdings historisch nicht belegt und gehört wohl ins Reich der Märchen.

Statue des Heiligen Nepomuk auf der Karlsbrücke in Prag
Statue des Heiligen Nepomuk
Quelle: pixelio.de        
Fotograf: Ursula Münch

Wächter der Karlsbrücke
Wächter der Karlsbrücke
Quelle: pixelio.de        
Fotograf: Ch. Bürger

Historisch richtig ist jedoch, dass die Karlsbrücke noch lange Jahre die einzige Verbindung über die Moldau darstellte und somit zu einem wichtigen Flaschenhals zentraler Handelswege wurde. Der Architekt der Brücke hatte im Übrigen auch schon den Veitsdom entworfen. Ähnlichkeiten in der Baukunst sind hier und da zu entdecken. Die Brücke besitzt dreißig Brückenfiguren, die alle im 17. und 18. Jahrhundert entstanden sind. Diese bilden eine auf der Welt wohl einzigartige Freiluftgalerie der barocken Skulpturkunst. Viele der Originale wurden aber mittlerweile durch Kopien ersetzt. Auf jeder Seite der Brücke befindet sich ein Turm, den man ersteigen kann. Dann eröffnet sich ein toller Blick über die auf der einen Seite gelegene Altstadt oder der auf der anderen Seite befindlichen Kleinseite. Die Karlsbrücke ist ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Viele Künstler, Musiker und Souvenirverkäufer säumen die Brücke und sorgen für Unterhaltung. Hier pulsiert das Leben. Beliebt sind Fotos mit einer der berühmten Brückenfiguren, aber auch pausieren lässt es sich unter diesen. Ein Blick von der Karlsbrücke über die Moldau hinweg auf Teile der Stadt verschafft ganz neue Eindrücke. Auch ein Bummel in den Abendstunden über die Brücke hinweg kann romantisch sein. Schön ist es auch, ein Café oder Restaurant an der Moldau mit Blick auf die Karlsbrücke zu besuchen. Die Karlsbrücke gehört zu den Sehenswürdigkeiten in Prag, die man unbedingt gesehen haben muss.

nach oben

Wenzelsplatz

Platz des Lebens

Wenzelsplatz
Nationalmuseum und Denkmal Herzog Wenzel
auf dem Wenzelplatz in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Hartmut910

Als belebter Platz, wo bis spät in Nacht noch das pralle Leben herrscht, kann der Wenzelsplatz beschrieben werden. Mit einer Länge von über 700 Metern gehört er zu den größten Plätzen in Europa. So tritt man sich nicht auf die Füße, auch wenn viele Menschen auf dem Platz unterwegs sind. Seinen Namen hat der Wenzelsplatz von dem Heiligen Wenzel, der seit 1848 der Namensgeber ist. Der Wenzelsplatz kann auch schon auf eine lange und aufregende Geschichte zurückblicken. Viele große Ereignisse von politischer Bedeutsamkeit spielten sich auf diesem Platz ab. So diente der Platz schon immer als Versammlungsort und war Schauplatz der großen Demonstrationen von 1968 und 1989. Damit nimmt er einen wichtigen Platz in der tschechischen Geschichte ein. Im Mittelalter sowie in der Neuzeit fand hier ein Pferdemarkt statt. Der Wenzelplatz liegt inmitten der Prager Neustadt und bildet das Zentrum dieses Stadtteils. Heute ist der Wenzelsplatz bei vielen Besuchern zentrale Anlaufstelle zum Spazieren, Tanzen, Essen oder Einkaufen. Hier gibt es zahlreiche Kaufhäuser, Bars, Hotels und Geschäfte, die keine Wünsche offen lassen. Viele junge Leute vergnügen sich abends oder nachts rund um den Wenzelsplatz. Aber auch ein Besuch am Tag lohnt sich.

Früher sah der Wenzelsplatz ganz anders aus. Die Stadtmauern wurden im 19. Jahrhundert abgerissen, die Gräben wurden aufgefüllt. Damit veränderte sich auch der gesamte Platz. Zur Begrünung des Platzes wurden damals Pflanzen und Bäume auf dem Areal gepflanzt. Als Bäume wurden dabei hauptsächlich Linden verwendet. Der Wenzelsplatz wurde so zu einem großen Boulevard, der allen Menschen offen stand. Im Jahr 1890 wurde dann das Nationalmuseum am oberen Ende des Platzes gebaut. Das Gebäude entstand im Stile der Neorenaissance. Ein weiteres Highlight des Platzes ist das Wenzelsdenkmal, das neben Wenzel als Schutzpatron in Rüstung auch die vier Schutzheiligen zeigt. Modelliert wurden Ludmilla, Prokop, Agnes und Adalbert. Das Denkmal ist ein beliebtes Fotomotiv für jeden Touristen. Auch architektonisch ist der Wenzelsplatz interessant. Die umliegenden Fassaden zeigen sowohl den Barock wie auch den Jugendstil. Der Wenzelsplatz lädt zum Staunen, Bummeln, Ausruhen oder Besichtigen ein. Hier findet man sowohl ein ruhiges Eckchen aber auch viel Trubel und Lebensfreude. Neben dem Altstädter Ring, findet man hier einen weiteren beliebten Treffpunkt und Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.

nach oben

Prager Pulverturm

Zeuge aus der Vergangenheit

Prager Pulverturm
Prager Pulverturm
Quelle: pixelio.de        
Fotograf: Hartmut910

Einst wurde die Altstadt von Prag von dreizehn Befestigungstürmen und Toren umgeben, die für die Sicherheit der Stadt sorgen sollten. Dazu gehört auch der bekannte Pulverturm. Dieser ist Teil der königlichen Route, die durch die Altstadt über die Karlsbrücke, bis hinauf zu den Hügeln der Prager Burg führt. Man kann diese schöne Route mit mehreren Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß beschreiten. Der Pulverturm ist 65 Meter hoch und diente früher als Tor, das von der Altstadt zur Burg führte. Wer vor diesem prächtigen Turm steht, gerät sofort ins Staunen. Majestätisch erhebt sich dieser und ist auch besonders in den Abend- oder Nachtstunden wunderbar anzuschauen. Ein Besuch bei Dunkelheit ist wirklich zu empfehlen, wirkt doch der Pulverturm mit Beleuchtung ganz anders als am Tag. Aber auch am Tag wirkt der reich verzierte Turm wie ein Kunstwerk.

Der Turm steht heute neben dem Gemeindehaus und ist ein wenig vom Rest der alten Gebäude isoliert. Mit seinem Bau wurde im Jahr 1475 begonnen. Der Pulverturm kann also auf eine lange und aufregende Geschichte zurückblicken. Damals sollten sich die Arbeiten am Turm über 400 Jahre ziehen. Zu Beginn seiner Bauzeit hatte der Turm aber noch nicht sein heute prägendes gotisches Erscheinungsbild. Erst 200 Jahre nach dem Baubeginn wurde der Turm in dieser Weise gestaltet. Seinen Namen bekam der Turm im 17. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde nämlich Schwarzpulver in seinen Mauern gelagert und dann nach diesem Pulver benannt. Der Pulverturm ist aber kein Original, sondern eine Kopie des Turmes an der Karlsbrücke. Trotzdem ist er ein echter Touristenmagnet.

Der Pulverturm muss oft als Fotomotiv herhalten. Doch nicht nur von außen, auch von innen ist der Turm interessant. Im Turm selbst befindet sich eine kleine Ausstellung, die über den Turm und seine bewegte Geschichte berichtet. In dieser Ausstellung erfährt der Besucher alles Wissenswerte rund um den Pulverturm und seine Vergangenheit. Der Pulverturm ist wie viele Prager Bauwerke ein echtes architektonisches Meisterwerk, doch auch, wer nichts von Architektur versteht, kann sich an seinem Anblick erfreuen. Mit diesem alten Turm kann man sich auf eine Zeitreise durch die Prager Geschichte begeben und sich ein Stück in der Zeit zurück versetzten lassen. Egal, ob von außen oder innen, der Pulverturm ist ein Muss auf einer Tour durch die Prager Altstadt.

nach oben

Das Tanzende Haus - Moderne Architektur

Das Tanzende Haus - Moderne Architektur
Das Tanzende Haus in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Matthias N.

Die Stadt Prag hat viele sehenswerte Gebäude zu bieten, doch wer denkt es gibt nur interessante Gebäude aus früheren Jahrhunderten liegt falsch. Eines der neuen Wahrzeichen der Stadt ist das Tanzende Haus, ein wahres Kunstwerk moderner Architektur. Das Gebäude erinnert dabei an eine Tänzerin im Kleid, die sich an einen Herrn mit Hut kuschelt. Die krummen Formen und versetzten Fenster muten im ersten Moment etwas bizarr an, doch hat man sich daran erst einmal gewöhnt, kann man sich an dem ungewöhnlichen Gebäude nicht mehr sattsehen. Das moderne Haus fällt in der ansonsten nur durch alte Gebäude glänzenden Stadt sofort auf. Aber das soll es ja auch. Als Wahrzeichen der Stadt soll das Tanzende Haus zu einem touristischen Anziehungspunkt werden. Schon heute ist es eines der beliebtesten Fotomotive bei den Besuchern der Stadt.

Bei den Pragern selbst wird das Gebäude liebevoll Ginger und Fred genannt, in Anlehnung an die beiden großen Tänzer Ginger Rogers und Fred Astaire. Mit der geschwungenen Linienführung wirkt dieses Haus auch wirklich ein wenig wie ein tanzendes Paar, daher natürlich auch sein Name. Der Bau wurde im Jahr 1996 fertiggestellt und seitdem ist das Haus schöner Blickfang und Ausdruck eines neuen und modernen Prag und zeigt damit die Stadt von einer ganz neuen Seite. Das Tanzende Haus setzt mit seinen ungewöhnlichen Formen und Linien ganz auf die moderne Architektur, wie man es in vielen anderen Großstädten mittlerweile auch sieht. Deshalb ist dieses Haus auch oft Anziehungspunkt für junge Leute, die sich bei den alten barocken und gotischen Gebäuden doch eher langweilen würden.

Als besonderes Werk der neuen Architektur wurde das Tanzende Haus natürlich von einem erfahrenen und renommierten Architekten entworfen. Frank O. Gehry hatte zuvor schon viele ähnlich geschwungene Bauten umgesetzt und war auch der Ideengeber zu diesem schönen Bauwerk. Das benachbarte Haus, an welches das Tanzende Haus anschließt, gibt es dagegen schon seit dem Jahr 1900. Auch dieses Haus hat eine besondere Geschichte zu erzählen. Es wurde nämlich von Vaclav Havel gebaut, dem Großvater des späteren tschechischen Präsidenten. Das Tanzende Haus muss man einfach gesehen haben, wenn man eine Pragreise unternimmt. Auf Erinnerungsfotos kann man dann immer wieder den Blick auf dieses außergewöhnliche Kunstwerk erleben.

nach oben

Petrin Turm und Petrin Berg

Ein Stück Paris mitten in Prag

Petrin Turm
Petrin Turm auf dem Petrin Berg
Quelle: pixelio.de        
Fotograf: eg one

Ein ganz anderer Turm aus einer anderen Zeit erwartet den Pragreisenden auf dem Berg Petrin. Zwischen der Metro-Station Strahov und der Prager Burg befindet sich der Petrin-Turm, ein Gigant aus Stahl, welcher einen tollen Blick über die Stadt ermöglicht. Der 60 Meter hohe Aussichtsturm bietet einen fantastischen Blick über die Dächer von Prag. Die Stadt muss man einfach mal aus der Vogelperspektive gesehen haben. Aber nicht nur Prag ist von der Plattform des Petrin-Turms aus zu sehen, auch die sanft fließende Moldau und die Umgebung über die Stadtgrenze hinaus sind von hier aus zu erblicken. Dabei ist der Turm für sich schon hübsch anzusehen, erinnert er doch ein wenig an eine kleine Ausgabe des Eiffelturms. Dieser Turm ist ein Beispiel für moderne Architektur, die es in Prag durchaus auch zu sehen gibt. Die an ein Baugerüst erinnernde Stahlkonstruktion wird dabei durch die besondere Form aufgepeppt.

Benannt ist der Aussichtsturm nach dem Berg, auf dem er sich befindet. Die Ähnlichkeiten mit dem Eiffelturm in Paris sind übrigens nicht ganz dem Zufall geschuldet. Der Petrin-Turm wurde nur wenige Jahre nach Fertigstellung des Eiffelturms errichtet. Im Jahr 1891 wurde der Turm gebaut und sicher hat sich der Architekt von dem großen französischen Bauwerk inspirieren lassen. Wer den Turm besteigen möchte, muss zuerst einmal den Petrin-Berg erklimmen. Das geht entweder zu Fuß über 299 Stufen oder mit der Petrin-Seilbahn, die im gleichen Jahr wie der Turm entstanden ist. Ein wenig Sport hat aber noch keinem geschadet und gerade für junge Leute sollte ein Fußmarsch kein Problem darstellen, zumal sich schon auf dem Weg wunderbare Ausblicke auftun. Die Fahrt mit der Seilbahn ist aber auch ein Erlebnis.

Seit den 50er Jahren gilt der Petrin-Turm allgemein auch als der Prager-Fernsehturm. Denn zu dieser Zeit wurde auf seiner Spitze eine Antenne für das Fernsehen installiert. Das machte den Turm sogar noch berühmter. Lange Zeit war der Turm jedoch für das Publikum gesperrt, weil er zu alt und marode war. Erst 1991 wurde der Petrin-Turm nach einer langen und ausgiebigen Sanierung wieder für die Touristenströme geöffnet, die seitdem in Scharen auf den Petrin-Berg pilgern. Ein Ausflug zum Petrin-Turm lohnt sich nicht nur wegen des einmaligen Ausblicks, sondern auch wegen des Turms selbst. Und auch der Petrin-Berg bietet eine willkommene Abwechslung zum Stadttrubel. Gerade in der Urlaubszeit ist aber auch am Petrin-Berg eine Menge los und man sollte sich auf lange Menschenströme einstellen.



weiterlesen auf der nächsten Seite:

[ © Das Copyright liegt bei www.europe-sightseeing.com | Informationen und Sehenswürdigkeiten von Europa, Städte und Landschaften]


nach oben | Home | Sitemap | Impressum & Kontakt
©: www.europe-sightseeing.com