weitere Prager Sehenswürdigkeiten

Jüdischer Friedhof und Josephstadt

Ein Stück jüdischer Kultur

Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Stihl024

Der Alte jüdische Friedhof im jüdischen Viertel Josefov in der Prager Altstadt zählt zu den bekanntesten jüdischen Friedhöfen in Europa. Dieser große jüdische Friedhof wurde in Prag im 15. Jahrhundert angelegt. Die letzte Bestattung fand dann im 18. Jahrhundert statt. Noch heute lohnt sich ein Rundgang durch die alten Grabsteine. Diese liegen eng beisammen und sind noch sehr gut erhalten. Teilweise wirken sie etwas wild angeordnet, die Gräber sind heute nicht mehr zu erkennen. Dafür kann man auf vielen Grabsteinen noch die Inschriften lesen, die damals eingraviert wurden. Der jüdische Friedhof bietet somit interessante Einblicke in ein Stück jüdischer Geschichte in Prag. Die enge Anordnung hat aber ihren Grund. Die Toten wurden nämlich damals aus Platzmangel in mehreren Schichten übereinander begraben. Das war zwar sonst nicht üblich, wurde aber aufgrund der damaligen Verhältnisse als Notlösung akzeptiert. Denn in der Stadt ging es zu dieser Zeit eng zu und viel Platz für einen Friedhof bot sie damals nicht. In bis zu zwölf Lagen wurden die Toten quasi übereinandergestapelt. Auf dem jüdischen Friedhof sind Schätzungen zufolge ungefähr 100 000 Menschen beerdigt worden.

Jüdischer Friedhof
Jüdischer Friedhof - ein Kulturdenkmal, das gepflegt wird von der Jewish Foundation
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Philipp Kaufer

Turm von der Altneu-Synagoge im jüdischen Viertel von Prag
Turm von der Altneu-Synagoge im jüdischen Viertel
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Tino

Der jüdische Friedhof entspricht noch heute fast seiner mittelalterlichen Größe. Er ist damit nicht nur einer der bekanntesten, sondern auch einer der größten jüdischen Friedhöfe. Die vielen unterschiedlichen Grabsteine lassen aber keine Langeweile aufkommen. Hier können die Besucher über 12.000 alte Grabsteine bewundern. Da alle dicht beieinanderliegen, dauert ein Rundgang gar nicht lange. Die Grabsteine sind meistens mit Zeichen wie Löwen, Trauben, Blumen oder Ähnlichem verziert. Diese symbolisieren die Familiennamen der Verstorbenen, die damals beerdigt wurden. Es gibt auch einige Grabsteine, die in der Umfriedung eingemauert sind. Sie stammen von einem Friedhof in der Prager Neustadt, aus einer noch früheren Zeit. Ein Besuch des jüdischen Friedhofs lohnt sich nicht nur wegen der interessanten Grabsteine, in unmittelbarer Nähe befinden sich auch weitere Sehenswürdigkeiten, so zum Beispiel die Klaus-Synagoge. Dieses jüdische Gotteshaus kann von externen Besuchern besichtigt werden. Wer sich für Religionen interessiert, sollte sich diesen Einblick in jüdische Kultur nicht nehmen lassen. Den jüdischen Friedhof findet man in der Prager Altstadt zwischen Pinkas und Klaus-Synagoge.

Neben dem Besuch des jüdischen Friedhofs ist auch ein Rundgang durch die Josephstadt, das jüdische Viertel, empfehlenswert. Hier kann man schon mal einen halben oder ganzen Tag verbringen. Dort befindet sich das jüdische Museum mit den zugehörigen Synagogen. Hier kann man auch auf den Spuren von Kafka wandeln. Ein Denkmal, diverse Buchläden und ein Haus erinnern an den berühmten Schriftsteller. Auch zum Bummeln lädt das jüdische Viertel ein. Nobelläden auf der Pariser Straße gibt es ebenso wie Cafés, Bars, Restaurants und Galerien. Kunst wird in der Josephstadt groß geschrieben. Neben den unterschiedlichsten Galerien befindet sich auch das Kunstgewerbemuseum in diesem Viertel.


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Klementinum (Clementinum)

Ein Gebäude mit Geschichte

Klementinum (Clementinum)
Klementinum (Clementinum)
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Hartmut910

Ein bekannter und für die Stadt bedeutender Gebäudekomplex befindet sich nahe der Karlsbrücke. Das Klementinum ist ein historischer Gebäudekomplex, der sich mitten in Prag erhebt. Er wird heute von der tschechischen Nationalbibliothek und einigen weiteren Instituten genutzt. Nirgends anders findet man so viele gedruckte Werke an einem Ort. Ein wahres Paradies für Bücherfreunde. Studenten, Wissenschaftler und Bücherwürmer erhalten im Klementinum Zugang zur Nationalbibliothek und zur Technischen Staatsbibliothek. Aber das Klementinum hat noch eine ganz andere geschichtliche Bedeutung für die Stadt Prag, genauer gesagt für die Geschichte des Prager Wetters. Im Jahr 1775 wurden in diesem Gebäude die ersten Wetteraufzeichnungen auf dem heute als Tschechische Republik geltenden Gebiet angestellt. Deshalb ist die Geschichte des Wetters in Prag und in der gesamten Republik eng mit dem Klementinum verbunden.

Ursprünglich war der Gebäudekomplex ein Jesuiten-Kolleg. Das Gebäude wurde im barocken Stil errichtet und gehört somit zu einem der vielen Architekturkunstwerke der Stadt. Das Gebäude von außen wirkt für den Laien aber eher schlicht. Die Jesuiten, die damals Mitte des 16. Jahrhunderts nach Prag kamen, bekamen vom Kaiser ein altes Kloster zur Verfügung gestellt. In den folgenden Jahren renovierten sie das Gebäude und es kamen auch einige Neubauten hinzu. Auch als Universität wurde das Klementinum genutzt. 1616 wurde es erstmals zur Universität ernannt, später vereinigte man diese mit der berühmten Karls-Universität. So gingen in diesem großartigen Gebäude schon viele schlaue Menschen ein und aus. Das Klementinum belegt eine Fläche von 20.000 Quadratmetern und ist somit hinter der Prager Burganlage der zweitgrößte Gebäudekomplex in der Stadt. Und noch eine außergewöhnliche Gedenkstätte hat das Klementinum zu bieten. Im Jahr 1837 entstand hier eine Gedenkstätte für einen der größten Komponisten aller Zeiten: Wolfgang Amadeus Mozart. Sie gilt noch heute als die erste Mozart-Gedenkstätte weltweit.

Die Kirchen und Kapellen des Klementinums sind zumeist nur für besondere Anlässe wie Gottesdienste geöffnet. Besucher können jedoch eine Tour durch die Spiegelkapelle, die barocke Bibliothek, das Observatorium und den Turm machen. Eine lohnende Entdeckung, denn das, was am Gebäude außen gespart wurde, hat es innen zu bieten. Vor allem die Spiegelkapelle mit ihren Deckengemälden und den endlosen Reflexionen der vielen Spiegel kann faszinieren. Die Bibliothek darf dagegen nicht betreten werden. Die dort gelagerten alten Bücher und Originaldrucke sind nur für Wissenschaftler zugängig. Vom Observatorium gelangte man in den Turm und kann einen tollen Blick über die Stadt genießen. Im Observatorium war lange Zeit die Wettermessstation untergebracht. Die Sammlung wissenschaftlicher jahrhundertealter Messinstrumente beeindruckt noch heute.

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Metro

Tief unter der Stadt

Viele werden sich nun fragen, was an einer U-Bahn eigentlich so besonders ein soll. Kann man diese wirklich zu den Sehenswürdigkeiten zählen? Für manch einen wird die Prager Metro nur eine Untergrundbahn zum Zwecke der Beförderung bleiben und doch genießt die Metro einen weltweiten Ruf als sehenswertes Objekt. Das Ungewöhnliche an der Prager Metro sind vor allem die sehr tief unter der Erde verlaufenden Tunnel. Schon alleine die gigantisch langen Rolltreppen sind ein Erlebnis. Sie führen tief hinab in die Erde. Aufgrund der Beschaffenheit des Prager Bodens mussten die Linien nämlich so tief gegraben werden. Die Prager Metro ist somit eine der tiefsten Untergrundbahnen der Welt. In ihren Röhren werden täglich Tausende von Passagieren befördert. Die Metro bildet dabei fast eine Stadt unter der Stadt und eine ganz eigene Welt, wo sich riesige U-Bahn-Stationen mit vielen weit entfernt liegenden Eingängen befinden.

Metro Rolltreppe
S-Bahn Rolltreppentunnel in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Daniela Bernhardt

Als Tourist ist es da nicht immer ganz einfach, den Überblick zu behalten. Viele lassen sich allein durch die Größe der Stationen verunsichern. Wichtig ist es, sich einen Plan der einzelnen U-Bahn-Linien zu besorgen, und dann einfach den Schildern zu folgen. Das Metronetz ist in der Innenstadt wie ein Dreieck angelegt. Eine U-Bahn gibt es Prag übrigens schon seit 1975. Diese wurde aber damals noch in offener Bauweise errichtet, wofür viele Häuser weichen mussten. Am Anfang plante die Stadt eine kombinierte U-Bahn und Straßenbahn. Der Wenzelsplatz glich damals einer Baustelle. Später wurde dann aber beschlossen, eine komplett unterirdische Bahn zu bauen, um auch alle Punkte in der Stadt schnell und einfach zu erreichen. 2002 wurde die Metro von der Flutkatastrophe nicht verschont und ein großer Teil des Netzes und 19 Stationen liefen voll Wasser. Die Reparaturen kosteten viel Geld, seit 2003 sind aber wieder alle Stationen in Betrieb.

Die Metro ist nicht nur das schnellste Mittel zur Fortbewegung, sie ist auch ein echtes Erlebnis. Deshalb darf eine Fahrt mit ihr bei keinem Pragbesuch fehlen. Die großen unterirdischen Stationen und die langen kalten Röhren haben ihren ganz eigenen Charme. Hier erlebt man fast so etwas wie eine Parallelwelt, die sich unterhalb der Stadt auftut. Und in den unterirdischen Gängen der Metro kann man viele Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern treffen. Die Metro ist darüber hinaus auch ein bauliches Meisterwerk der Moderne. Sie stellt einen interessanten Kontrast zu den alten und stilvollen Bauten an der Oberfläche dar. Die Metro kann deshalb auch als eine Art Sehenswürdigkeit betrachtet werden. Eine Fahrt mit der Untergrundbahn ist übrigens gar nicht teuer. Ein billiges Tagesticket ist schon für wenige Euros zu haben.

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Nationaltheater - Kultur erleben

Prag gilt vielleicht nicht als Kultur- oder Kunsthauptstadt, dennoch lässt sich in dieser Stadt ein reichhaltiges Angebot an Kultur und Kunst erleben. Schon allein die vielen Straßenkünstler tragen dazu bei. Überall findet man auch Ausstellungen und Galerien. Wer es aber lieber etwas edler mag und einmal richtig schick ausgehen möchte, ist im Nationaltheater richtig. Dort wirken drei Ensembles und sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Oper, Ballett oder Drama kann der Gast im Nationaltheater genießen. Und das ist nicht nur etwas für alte Menschen. Neben den klassischen Vorführungen sollen vor allem lokale Autoren den Zeitgeist treffen und auch junge Besucher in das Nationaltheater locken. So stehen auch viele Stücke aus der modernen Welt auf dem Spielplan. Nirgends sonst vereinigen sich Klassik und Moderne so schön und einfach wie im Prager Nationaltheater.

Das Nationaltheater ist aber auch so einen Blick wert. Als zentrales Monument für die tschechische Kunst und Geschichte zählt es zu den wichtigsten Gebäuden in der Prager Neustadt. Schon das Bauwerk alleine kann in Staunen versetzten. Vor allem abends oder nachts, wenn alles beleuchtet ist, sticht das große Gebäude sofort ins Auge. Über Jahre hinweg wurden in diesen Räumen und Hallen die tschechische Sprache, Kultur und Musik geprägt. Deshalb kann das Nationaltheater auf eine reiche künstlerische Tradition zurückblicken. Inländische und ausländische Künstler wirkten in den vielen Jahren in dieser Institution.

Der Grundstein für das Gebäude wurde dabei schon im Jahr 1868 gelegt. Doch nach der Grundsteinlegung zog sich der Bau über viele Jahre hin, bis es 1881 zum ersten Mal eröffnet wurde. Anlass war der Besuch des Kronprinzen Rudolf. Damals war das Nationaltheater aber noch gar nicht richtig fertig. Zu diesem Anlass wurde die Oper Libuse gespielt. Erst 1883 war dann das Gebäude komplett fertiggestellt. Es wurde nun auch offiziell eröffnet und zwar wider mit der gleichen Oper wie vor zwei Jahren.

Da das Gebäude schon sehr alt ist und auf eine lange Geschichte zurückblicken kann, wurden im Laufe der Jahre immer wieder Bauarbeiten fällig. Viele Jahre wurde an dem Gebäude nicht viel verändert, dann musste das Nationaltheater aber von 1977 bis 1983 von Grund auf saniert werden. Genau hundert Jahre nach der ersten offiziellen Eröffnung, wurde dann das sanierte Theater noch einmal eröffnet. Die Eröffnung am 18.11.1983 war also sozusagen die dritte Eröffnung des Nationaltheaters. Heute noch erfreut sich das Theater großer Beliebtheit und die Eintrittspreise sind verglichen mit anderen Städten eher gering. Im Nationaltheater kann man so manchem Prominenten Prager Bürger begegnen.

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Moldau und Moldauinsel

Erholung und Ruhe

Die Moldau ist so etwas wie die Lebensader der Stadt. Früher hatte sie eine noch größere Bedeutung als in diesen Tagen. Da war sie nämlich einer der wichtigsten Transportwege nach und von Prag. Heute bietet der Fluss vor allem ein Stück Lebensqualität. Er prägt die Stadt wesentlich und beeinflusst ihre Entwicklung, Stimmung und Erscheinung. An der Moldau entlangzuspazieren oder an ihrem Ufer zu sitzen, fühlt sich sehr nach Urlaub an. Entlang ihren Ufern gibt es einiges zu entdecken. Viele Cafés und Restaurants direkt am Ufer laden zum gemütlichen Verweilen oder zu einem guten Mahl ein. Nicht umsonst wird Prag auch als das Venedig an der Moldau bezeichnet. Es gibt zwar keine Kanäle durch die Stadt, aber eine Bootstour über die Moldau mit dem herrlichen Stadtpanorama zu beiden Seiten kann entzücken. Vom Ausflugsboot aus kann man das Nationaltheater, das Rudolfinum, die Karlsbrücke, die Prager Burg und den Salon der Expo 58 bewundern. Der Fluss eröffnet dem Besucher einen ganz neuen Blick auf die Stadt. Als typische Ausflugsboote in Prag gelten die Dampfer, die immer nahe der Cech-Brücke an- und ablegen. Eine Rundfahrt mit dem Boot ist ebenso möglich, wie die Fahrt von Punkt zu Punkt. Die Kosten für eine solche Bootstour sind nicht sehr hoch.

Moldau
Moldau mit Blick auf Prag        Quelle: pixelio.de        Fotograf: Martin Müller

Schön ist auch ein Ausflug zu der Moldauinsel. Die Insel Kampa ist eigentlich nur eine Halbinsel, die nur durch einen kleinen Bach vom Ufer getrennt wird. Von der Karlsbrücke aus ist sie bereits gut zu sehen. Wenn man in ihre Richtung am Fluss entlangspaziert, eröffnet sich einem ein altes Stück Prag. Viele alte Häuser und Gebäude stehen hier. Viele von diesen sind direkt an das Ufer oder ins Wasser gebaut. Hier wird der Vergleich mit Venedig ein wenig untermauert. Romantische und nostalgische Gefühle sind erlaubt. Am Ufer lässt sich jederzeit eine kleine Ruhepause einlegen. Ebenfalls hübsch anzusehen sind die beiden erhaltenen Wassermühlen, die man auf der Halbinsel besichtigen kann. Ein Stück Zeitreise mit inbegriffen. Wer einmal sportlich aktiv werden will, sollte entlang des Moldauradweges fahren und die wunderschöne Flusslandschaft genießen. Auch außerhalb von Prag kann man aufregende Entdeckungen machen. Ab Prag heißt dieser Radweg dann Elbe-Radweg, denn die Moldau fließt von hier geradewegs in die Elbe.

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Havelmarkt - Einkaufen und Bummeln

Wer in Prag unterwegs ist, sollte unbedingt einmal einen der bunten und vielfältigen Straßenmärkte besuchen. Zu den ältesten Straßenmärkten überhaupt gehört der Havelmarkt in der Nähe des Wenzelsplatzes. Dort findet man neben Obst und Gemüse auch viele Souvenirs und Kunsthandwerk. Ideal, wenn man noch ein Mitbringsel für zu Hause braucht. Neben traditionellem Holzspielzeug werden Schmuck, Schals und Mützen angeboten und das meist zu einem sehr billigen Preis. Neben Ständen für Markenklamottenimitate findet man auch sämtlichen Schnickschnack von der Haarspange bis zur Flagge. Aber auch echtes Kunsthandwerk wird auf dem Havelmarkt angeboten, so zum Beispiel Glas- und Kristallgläser. Neben den billigen Imitaten gibt es echte Markenartikel zu einem günstigen Preis zu erwerben. Wer gerne nascht, findet dort verschiedene Süßigkeiten und kann sich auch die berühmten Oblaten kaufen. Täglich zwischen 10 und 19 Uhr findet dieser Markt statt.

Bei einem Gang durch die Altstadt kommt man fast automatisch irgendwann an dem Havelmarkt vorbei. Die Stände des Marktes sind kleine und fest installierte Holzbuden. Da sie täglich geöffnet sind, kann man auch gerne zwei- oder dreimal auf dem Markt vorbeischauen. Das Angebot richtet sich dabei vornehmlich an Touristen, die auch gerne mal den einen oder anderen Euro liegen lassen. Man muss aber nicht unbedingt etwas kaufen. Alleine schon ein Bummel durch die vielen bunten Buden ist interessant. Der Markt erstreckt sich auf der Havelska-Straße und auf der Nebenstraße V Kotcich. Der Havelmarkt ist immer einen Besuch wert. Hier findet man das pralle Leben und kann Menschen unterschiedlichster Herkunft kennenlernen. Zwischen den Shops tauchen immer wieder Kneipen oder Gaststätten auf, auch richtige Geschäfte findet man in den Straßen.

Der Havelmarkt bietet auch eine große Auswahl an frischem Obst, das sich dort zu Spottpreisen erwerben lässt. Besonders Liebhaber tschechischer Spezialitäten kommen hier auf ihre Kosten. Alleine die Oblaten gibt es in 15 verschiedenen Sorten. Ansonsten lassen sich die Buden nicht in ein Schema pressen. Gerade die bunte Vielfalt macht diesen Straßenmarkt aus. Das geschäftige Treiben hört erst auf, wenn der Markt um 19 Uhr seine Stände schließt. Vorher ist es ein Gewimmel und Gelärme, das man einmal mitgemacht haben muss. Der Havelmarkt ist von Wenzelsplatz oder der Altstadt aus gut zu Fuß zu erreichen.

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Nachtleben – Prag bei Nacht

Nachtleben – Prag bei Nacht
Nachtleben – Prag bei Nacht
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Henrik G. Vogel

Das Prager Nachtleben ist sehr intensiv und bietet für jeden das Richtige. Gerade junge Menschen kommen deshalb gerne nach Prag. Getränke und Eintritte sind verglichen mit anderen Städten und Urlaubsorten wirklich gering. Ob man nun die ganze Nacht in einem der vielen Musikklubs oder in einer der Diskotheken durchtanzen will, in einer Bar gemütlich einen Cocktail oder ein Bier schlürfen möchte oder sich mit Livemusik unterhalten lässt, das Prager Nachtleben ist reich an vielfältigen Angeboten und endet erst in den frühen Morgenstunden. Die ganze Nacht durchfeiern ist also kein Problem. In den Prager Nächten trifft man junge Leute aus aller Welt und viele Einheimische, mit denen sich leicht Kontakte knüpfen lassen.

Teynkirche am Altstädter Ring bei Nacht
Teynkirche am Altstädter Ring
Quelle: pixelio.de        
Fotograf: wave111

Die angesagten Lokale ändern sich in Prag dagegen sehr schnell. Aufgrund der hohen Mietpreise in der Innenstadt sind viele Klubs, die früher rund um den Wenzelsplatz lagen, mittlerweile umgezogen. Diese findet man nun in anderen Stadteilen. Grob lassen sich die Lokale in drei Gruppen unterteilen. Es gibt die Teuren, die vor allem von Touristen und neureichen Tschechen besucht werden, die billigen und schäbigen, die von jungen Rucksacktouristen und in Prag lebenden Ausländern bevorzugt werden und die preiswerten und innovativen in denen sich vor allem junge Tschechen und gut informierte Touristen tummeln. Letztere sind natürlich auch am meisten zu empfehlen. Viele der Bars haben bis spät in die Nacht hinein geöffnet, manche können bis 4.00 Uhr besucht werden. In Nachtklubs kann man auch bis 5.00 Uhr oder 6.00 Uhr morgens verweilen. Über Kleidervorschriften und Eintrittspreise braucht man sich im Prager Nachtleben keine Gedanken zu machen, spielen diese nur eine untergeordnete Rolle. Der Konsum von alkoholischen Getränken ist in Prag aber erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt. Die Alkoholpreise sind in der Regel recht niedrig.

Musik aus aller Welt

In vielen Prager Klubs oder in Lokalen mit Livemusik werden sehr viele Welthits gespielt. Dieser Trend hält sich schon seit einigen Jahren und wird wohl auch noch eine Weile andauern. Man braucht also keine tschechischen Hits zu hören, obwohl ab und an auch ein einheimischer Künstler gespielt wird. Wichtig ist, sich vorher gut über den jeweiligen Klub oder über die Disco, die man besuchen möchte zu informieren. Viele Prager Discos haben nämlich einen eher schlechten Ruf und sind auch wirklich nicht zu empfehlen. Eine bessere Alternative bieten da die vielen Klubs, in denen man selten enttäuscht wird. Wer auf besondere Musik steht oder sich vorab informieren möchte, der sollte die Prague Post lesen, wo alle Musikveranstaltungen der Woche in Englisch aufgelistet sind. Es empfiehlt sich immer, sich vorher einige Informationen zu beschaffen, sonst kann man leicht enttäuscht werden. Die Qualitäten der einzelnen Klubs, Discos und Lokale klaffen weit auseinander.

Spielen und Gewinnen

Auch das Glücksspiel ist in Prag sehr angesagt. In den meisten Kasinos herrscht eine vornehme, aber trotzdem entspannte Atmosphäre. Schon mit wenig Geld kann ein Einsatz getätigt werden. So kann man auch einfach mal zum Spaß mit kleineren Beträgen sein Glück versuchen. Wer eines der Kasinos besuchen will, muss aber mindestens 18 Jahre alt sein und einen gültigen Pass oder Ausweis vorlegen können. Fast alle Kasinos verlangen ein Eintrittsgeld. Dieses kann bis zu 500 Kc betragen. Die Getränke sind auch oft teurer als in einer Bar oder in einem Klub. In manchen vornehmen Hotels kann das Kasino nur in entsprechender Abendkleidung besucht werden. Ansonsten werden die Kasinos aber meist von Menschen mittleren Alters besucht. Junge Gäste trifft man hier eher selten.

Die besten Tipps

Als der beste Klub für Weltmusik gilt derzeit das Akropolis, welches über Konzertsäle, Bars und ein Café verfügt. Wer gerne zu heißen Latino-Rhythmen tanzen möchte, ist im La Habana oder im Manes genau richtig. Auch das Roxy mit seinem versteckten Teehaus ist bei den jungen Tänzern sehr beliebt. House und Techno gibt es im Radost/FX, dem einzigen Klub der die Zeit nach der Revolution überlebt hat. Super Livemusik bietet das Malostranske beseda, wo von Jazz bis Rock alles gespielt wird. Viel Platz zum Tanzen gibt es im Lucerna music bar, wo hervorragender Jazz, Rock und Musik aus den 80er Jahren geboten werden. Sowieso spielt Jazz eine große Rolle in Prag. Der beste Jazzklub ist das AgathaRTA. Örtlichen Musikern kann man bei einer Jam-Session im U stare pani lauschen. Beliebte Bars sind im Moment das Kozicka und das Belle Epoque. Sehr zu empfehlen ist auch die Cocktailbar Ostroff, die auf einer der Moldau-Inseln liegt. Viele weitere Klubs und Bars stehen den Nachtschwärmern zur Verfügung. Aber auch auf der Straße ist nachts in Prag noch einiges los. Langeweile kommt garantiert keine auf.

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Unterkünfte in Prag - Billig wohnen in Prag

Als junger Mensch in Prag hat man mehrere Möglichkeiten einer billigen Übernachtung. Zum Ersten gibt es in Prag eine Reihe Hotels, die Zimmer in allen Kategorien anbieten. Viele von ihnen sind zentral gelegen und somit können die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und die Klubs und Diskotheken im Nu erreicht werden. Ein Hotel ist zwar immer etwas teurer als eine Jugendherberge oder der Campingplatz, dafür erhält man ein eigenes schönes und sauberes Zimmer. Hotels in Prag gibt es viele, besonders zu empfehlen ist das TOP-Hotel Praha, welches zwar etwas außerhalb der Innenstadt liegt, aber erstklassige Zimmer zu einem günstigen Preis und viele Extraeinrichtungen, wie Bar, Disco, Fitnesscenter und Kegelbahn zu bieten hat. Mit dem Taxi oder dem Bus erreicht man problemlos die Innenstadt. Ein günstiges Hotel in Prag lässt sich leicht über das Internet finden.

Hotel Unterkünfte in Prag
Unterkünfte in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: JM

Billig wohnen in Prag ist hauptsächlich in den zahlreichen Jugendherbergen möglich. Davon gibt es wirklich viele. Gleich acht Jugendherbergen stehen den jungen Pragbesuchern offen. Dort gibt es vorwiegend Mehrbettzimmer. Großartigen Komfort darf man allerdings nicht erwarten, dafür ist der Preis auf jeden Fall unschlagbar. In einer Jugendherberge trifft man auf viele andere junge Menschen aus allen Teilen der Welt. Hier kann man schnell Kontakte knüpfen und Freundschaften schließen. Die Jugendherbergen in Prag sind das Arpacay Hostel, das Club Habitat Hostel, das Golden Sickle Hostel, das Hostel U melounu, das Sir Toby`s Hostel, das Welcome Hostel Dejvice, das Welcome Hostel Strahov und das Travellers Hostel Island in Ostrov. In den Ferienzeiten sind diese Jugendherbergen meistens sehr gut besucht und eine Reservierung ist zu empfehlen.

Auch campen ist in Prag eine billige Übernachtungsmöglichkeit, empfiehlt sich aber nur in den Sommermonaten, da die Nächte ansonsten zu kalt werden. In und um Prag stehen zahlreiche Campingplätze zur Verfügung. Niedrige Preise bietet der Campingplatz Drusus, zu dem auch eine Pension gehört. Das Zentrum ist von diesem Platz aus in dreißig Minuten zu erreichen. Über die Prager Campingplätze informiert ein Campingführer. Auch über das Internet lassen sich die nötigen Informationen beschaffen. Die meisten Campingplätze verfügen inzwischen über moderne Anlagen und lassen keine Wünsche offen. Allerdings haben die meisten nur zu bestimmten Jahreszeiten geöffnet. Zelten kann also auch in der Großstadt richtig Spaß machen, sofern man ein paar Freunde mitgebracht hat. Und ganz so eng wie in den Jugendherbergen hockt man sich dennoch nicht auf der Pelle.

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Öffentlicher Nahverkehr in Prag

Öffentlicher Nahverkehr in Prag
guter Öffentlicher Nahverkehr in Prag
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Miroslaw

Mit einem der besten öffentlichen Nahverkehrssysteme in Europa lässt die Stadt Prag niemanden im Regen stehen. So brauchen auch die wenigsten Einwohner von Prag ein eigenes Auto. Die Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen werden auch gerne von den Einheimischen benutzt und verbinden alle wichtigen Punkte in der Stadt miteinander bis hinein in die Außenbezirke. Mit der U-Bahn lassen sich lange Strecken problemlos in nur wenigen Minuten zurücklegen. In der Nähe jeder U-Bahn-Station findet man weiterführende Bus- und Straßenbahnlinien. Da die Verkehrssituation in der Innenstadt immer recht angespannt ist, ist die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nur zu empfehlen. Für Touristen gibt es eine extra Touristenkarte, die das Fahren mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in einem bestimmten Zeitraum erlaubt.

Öffentlicher Nahverkehr in Prag
Historische Strassenbahn
Quelle: pixelio.de        Fotograf: Hartmut910

Eines der wichtigsten Transportmittel in Prag ist zweifelsohne die Metro. Aktuell gibt es drei Linien, die jeweils von Osten nach Westen oder von Nord nach Süd führen. Die Metro bringt ihre Passagiere zu allen wichtigen Punkten in der Stadt. In der belebten Zeit verkehren die Züge alle 2-3 Minuten, in ruhigeren Stunden liegt der Takt bei 4-10 Minuten. Alle Stationen können bequem per Rolltreppe erreicht werden. Die langen, tief gelegenen Tunnel sind eine Attraktion für sich. Die Prager Straßenbahnen decken ein großes Gebiet in der Stadt ab. Tagsüber verkehren die Bahnen alle 8-10 Minuten, nachts fährt die Straßenbahn in Abständen von 40 Minuten. Empfehlenswert ist eine Fahrt mit der Bahn 22 entlang einer landschaftlich reizvollen Strecke und eine Fahrt mit der nostalgischen Straßenbahn Nummer 91, die als historische Straßenbahn zwischen März und November verkehrt. In den Außenbezirken der Stadt kommt man am Besten mit einem der Stadtbusse weiter. Die Tagesbusse fahren dort in Intervallen von 6- 8 Minuten, die Nachtbusse fahren wie die Straßenbahnen in 40 Minutenabständen. Wer vom Flughafen aus in die Stadt gelangen möchte, fährt mit dem Bus 119, der den Flughafen mit der Dejvicka U-Bahn Station verbindet.

Auch eine Fahrt mit der Seilbahn oder Sesselbahn ist in Prag möglich. Die Seilbahn zum Gipfel des Petrin-Berges ist schon seit vielen Jahren in Betrieb. Sie kann mit einem Ticket für den öffentlichen Verkehr befahren werden. Von April bis Oktober verkehrt außerdem die Sesselbahn im Prager Zoo.

Es ist natürlich auch möglich, sich ein Taxi zu nehmen, doch die Prager Taxifahrer genießen nicht gerade den besten Ruf. Viele von ihnen sind unhöflich und unehrlich und versuchen ihre Kunden übers Ohr zu hauen. Oftmals werden ahnungslose Touristen mit Wucherpreisen abgezockt. Gerade Taxis, die vor touristischen Einrichtungen warten, sind deshalb zu umgehen. Viele Taxis in Prag sind nicht einmal registriert. Davon sollte man sich vor einer Fahrt überzeugen. Durch den guten öffentlichen Nahverkehr ist eine Taxifahrt aber meistens überflüssig. Lohnen kann sich eine solche Fahrt nur bei einer Reise mit viel Gepäck oder mitten in der Nacht, wenn keine U-Bahnen mehr verkehren.

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Essen und Trinken

Deftige Hausmannskost und kulinarische Höhepunkte

Essen und Trinken
Essen und Trinken in Prag: kein Problem
Quelle: pixelio.de        Fotograf: M. Helmich

Prag ist die Stadt des Biers. So stellte schon der Schriftsteller Bohumil Hrabal fest, dass Prag da das Bier hat, wo andere Städte das Grundwasser haben. Dabei entscheidet die Stammwürze des Bieres über den Geschmack. Es heißt, wenn eine 20-Heller-Münze auf dem Schaum liegen bleibt, dann versteht der Wirt sein Handwerk. Zehngradiges Bier schmeckt ähnlich dem Pils, zwölfgradiges Bier ist herber und schmeckt wie ein Bockbier. In den vielen Kneipen wird deshalb auch munter Bier ausgeschenkt. Oftmals erhält der Kunde ohne gefragt zu werden ein Neues, wenn das Alte zu Neige geht. In Prag findet man auch viele Brauereien mit angeschlossenen Restaurants. Neben einer Brauereibesichtigung kann man dort auch die deftige böhmische Küche zu seinem Bier genießen.

Neben deftigen Speisen und viel Biergenuss steht aber auch das Genießen im Vordergrund. Viele gehobene Restaurants laden zu kulinarischen Höhepunkten ein. In Szenelokalen bekommt man die besten Cocktails in großer Auswahl. Die vielen kleinen Cafés und Eiscafés laden zum Schlemmen und gemütlichem Beisammensein ein. Die Kaffeehäuser in Prag bieten nicht nur stilvolles Ambiente, dort gibt es auch sündhaftes Naschwerk und jede Menge süße Getränke. Hier kann man nach Herzenslust schlemmen und den Alltag vergessen. Auf den Märkten erhält man köstliche Süßigkeiten und frisches Obst. In Prag findet man vom kleinen Restaurant mit billigen Preisen über das Standard-Restaurant bis hin zur gehobenen Klasse alles.

In Prag findet man Restaurants aus allen Ländern. So kann man sowohl chinesisch, italienisch, indisch oder mexikanisch essen. Aber viele Restaurants bieten auch noch die einfache aber leckere böhmische Küche an. Diese Speisen sind deftig und etwas für den großen Appetit. Viele Restaurants setzten ganz auf heimische Küche und sehen sich als letzte Bastion der böhmischen Küche. Da gibt es Fleisch mit Knödeln und Krautbeilage oder einen der legendären Lendenbraten. Damit sind die meisten Prager noch ganz zufrieden und auch als Tourist sollte man sich diese Hausmannskost nicht entgehen lassen. Übrigens ist es angebracht, in Prag vorher zu reservieren und das Essen bis 21 Uhr zu bestellen. Die Küchen in Prag schließen nämlich früh. In den Restaurants ist weder das Zusammenschieben von Tischen noch das getrennte Bezahlen üblich. Ein echter Höhepunkt ist ein Essen im Restaurant im Fernsehturm von Prag. Dort kann man in 66 Meter Höhe hervorragend speisen und zugleich einen wunderschönen Blick über die Stadt genießen. Das Restaurant im Fernsehturm hat täglich von 11 bis 23 Uhr geöffnet. Ganz billig ist das Essen hier aber nicht.



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