Städte und Sehenswürdigkeiten in der Alpenregion

Urlaub und Sehenswürdigkeiten in der Alpenregion

Die Entstehung der Alpen begann etwa vor 135 Millionen Jahren im Übergang von der Jura- zur Kreidezeit. Dieser Entstehungsprozess endete im Tertiär vor rund 30-35 Millionen Jahren. Ihre Bezeichnung „Alpen“ stammt aus vorrömischer Zeit, was so viel wie „hoher Berg“ bedeutet oder später als „Bergweide“ benannt wurde und heute noch im alemannischen Sprachgebrauch als Alb oder Alp üblich ist. Die gesamte Region der Alpen erstreckt sich auf einer Fläche von ca. 200.000 km², d. h., ihre Ausdehnung ist etwa 750 km von West nach Ost und rund 400 km von Nord nach Süd. Die Alpen lassen sich grob in West- und Ostalpen untergliedern, wobei die westlichen Gebirgsgipfel zwischen 3.000 und 4.300 m hoch sind, die östlichen sind niedriger. Unter den 128 sogenannten Viertausendern mit ihren Gletschern ist der höchste der Mont Blanc mit 4.810 m Höhe, der auch der höchste Berg Europas ist.

Als sozusagen „Herz von Europa“ stellen die Alpen eine bedeutende Klima- bzw. Wasserscheide dar. Hier trennt sich das Mittelmeerklima von dem vom Atlantik beherrschten nördlichen Mitteleuropa, wobei der Alpenostrand vom kontinentalen Klima bestimmt wird. Diese Ausrichtung nach Norden oder Süden ist ebenso bei Flüssen und Strömen zu erkennen, die jeweils im Mittelmeer, der Nordsee oder dem Schwarzen Meer münden. Entsprechend den klimatischen Bedingungen haben sich Fauna und Flora an die Gegebenheiten angepasst. Die Vegetation mit ca. 4.500 Arten ist hauptsächlich an die Gesteinsarten gebunden. So herrschen in den nördlichen Ostalpen meist Fichtenmischwälder vor und in den Zentralalpen, neben den Bergmatten, hauptsächlich Lärchen- und Fichtenwälder. Eine der alpentypischen Pflanzen sind Edelweiß, Rhododendron und blauer Enzian. Neben der Flora sind auch typische Vertreter des Tierreiches vorhanden, u. a. Gämsen, Murmeltiere, Alpensteinbock, dazu Vogelarten, wie Alpendohle, Steinadler oder Alpenschneehuhn. Ebenso gibt es noch Braunbären und seit einigen Jahren wieder ca. 100 Wölfe.

Das gesamte Gebiet der Alpen umfasst die 8 Staaten Deutschland, Österreich, Frankreich, Monaco, Schweiz, Italien, Liechtenstein und Slowenien mit rund 13 Millionen Bewohnern. Dabei ist die größte Alpenstadt, das in Frankreich liegende, Grenoble, gefolgt von Innsbruck, Trient und Bozen in Tirol sowie Chur, Thun und Lugano in der Schweiz, Klagenfurt, Villach und Dornbirn in Österreich. Außerdem Vaduz, die Hauptstadt von Liechtenstein. Durch die attraktive landschaftliche Gestaltung der Alpen und seine kulturellen Sehenswürdigkeiten, sowie der klimatischen Bedingungen wurde die gesamte Alpenregion bereits im 19. Jahrhundert touristisch erschlossen. Durch ein reichhaltiges Angebot im Sommer und im Winter, ob nur zur Erholung oder zum sportlich aktiven Urlaub, werden alle möglichen Voraussetzungen geschaffen. Ob nun Kletterpartien, Wandern, Baden in einem der Seen oder der Urlaub im Schnee, es ist für jeden etwas zu finden.

Bereits vor Jahrhunderten wurden Alpentäler- und Pässe als Verkehrsverbindung von Nord nach Süd genutzt. Wobei es auch heute nur möglich ist, über bestimmte Pässe oder Tunnel die Alpen zu durchqueren, wie z. B. der Reschenpass, Brenner oder der bereits von den Römern ausgebaute Große St. Bernard. So führte schon Hannibal sein Heer wahrscheinlich über den Col de Clapier, was aber heute nicht mehr von Bedeutung ist. Heute sind St. Gotthard, der Splügenpass und San Bernardino relevant, sowie der Brennerpass, der heute der bedeutsamste Übergang der Ostalpen ist.

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Davos

Davos ist nicht nur die höchstgelegenste Stadt in Europa, sondern auch ein weltweit bekannter Luftkurort im Kanton Graubünden in der Schweiz. Die Stadt liegt etwas 1.560 m über dem Meeresspiegel. Die etwa 12.950 Einwohner leben auf einer Fläche von 284 km². Die Erstbesiedelung erfolgte im Hochmittelalter, hauptsächlich durch Rätoromanen, die aus dem Albulatal und dem Engadin zuwanderten. Zum Ende des 13. Jahrhunderts wurden von den Freiherren von Vaz Walser Kolonisten angesiedelt, die ihnen mit einem Lehensbrief Selbstverwaltungsrechte übertrugen. So entwickelte sich Davos zur größten Walsersiedlung und begründete als Hauptort 1436 den Zehngerichtebund. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das gesundheitsfördernde Klima entdeckt, was in erster Linie eine heilende Wirkung auf Erkrankungen wie Tuberkulose und Asthma ausübt. Einer der ersten Kurgäste war 1865, der an Tuberkulose erkrankte, Hugo Richter. Seine rasche Gesundung verbreitete sich schnell und machte damit Davos als Luftkurort in der Welt bekannt. Die Entwicklung der Gemeinde wurde durch die Eröffnung der Bahnlinie von Landquart nach Davos im Jahr 1890 sowie der Bau von Sanatorien, Hotels und Pensionen noch vorangetrieben. Heute stehen in der Region, mit jährlich ca. 2,1 Mio. Übernachtungen, den Gästen ca. 5.651 Hotelbetten sowie 16.100 Betten in Privatzimmern und Ferienwohnungen zur Verfügung.

Haupterwerbszweig bis Mitte des 19. Jahrhunderts war die Viehzucht sowie der Abbau von Blei- und Zinkerzen am linken Hang der Zügenschlucht. Das Landschaftsgebiet von Davos wird überwiegend vom Landwassertal umfasst, dessen 30,5 km langer Fluss ist eines der Hauptquellgewässer des Rheins. Die höchsten Berge der Gegend sind mit 3.085 m Flüela Wisshorn, mit 3.147 m, zugleich höchster Punkt der Gemeinde Davos, das Flüela Schwarzhorn, Piz Graletsch 3.131 m, Chüealphorn 3.078 sowie Hoch Ducan 3.063 m. Zur Gemeinde Davos gehört außerdem sowohl das Dorf Wiesen als auch das Wiesener Viadukt der Rhätischen Bahn, ein Eisenbahnverkehrsunternehmen in der Schweiz. Dessen Streckennetz hauptsächlich in Graubünden und ein kleiner Teil in Italien besteht. Das Besondere an der Bahn ist das meterspurige Schmalspurnetz, welches über 384 km Länge verfügt. Die bekanntesten Strecken sind die Albula- und die Berninalinie, die im Juli 2008 beide ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurden.

Die Gemeinde Davos hat sich ebenso im Sport einen Namen gemacht, denn die ersten Rodelrennen wurden schon 1883 ausgetragen. 1906 fand die erste WM im Eislaufen der Frauen statt. Die größte Natureisbahn in Europa befindet sich im Zentrum von Davos, wo gleich daneben im Eisstadion Vaillant-Arena der Eishockey-Klub HC Davos seine Heimstätte hat. Der 1921 gegründete Klub war bereits 30 Mal Schweizer Meister. Zudem ist die Parsennbahn auf das Weißfluhjoch, die zweite Sportbahn in der Schweiz, die nur auf Sportler ausgerichtet ist. Ebenfalls im Ortszentrum befindet sich die Stadtpromenade, die beliebte Einkaufsstraße. Geprägt ist Davos durch seinen atypischen Flachdachstil, der ursprünglich aus der Zeit stammt, als die Sanatorien gebaut wurden. 1920 entstand der Waldfriedhof in Zusammenarbeit mit Rudolf Gaberei, Christian Issler und dem Architekten und Bildhauer E. F. Baumann, der das zyklopische Eingangstor schuf. Das Besondere des Friedhofs ist die Anordnung der Reihengräber in elliptischer Form. Die gesamte Anlage liegt in einem Lärchenhain und ist mit Trockenmauerwerk eingefriedet. Hier fand u. a. Ernst Ludwig Kirchner, einem deutschen Expressionisten seine letzte Ruhe. Seine Sammlungen von Werken sind im Kirchner Museum Davos zu bewundern.

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Lugano

Im schönen Tessin, einem Kanton der Schweiz, liegt die Stadt Lugano, die heute nach Zürich und Genf den drittgrößten Finanzplatz darstellt. Lugano hat durch Eingemeindungen inzwischen eine Fläche von 32 km ², wo rund 54.670 Einwohner leben. Das Panorama der Stadt lässt sich am besten von einem der drei Aussichtsberge genießen, dem Monte Brè östlich, dem Monte San Salvatore westlich oder dem Sighignola, mit seinem Balcone d‘Italia, der auf der gegenüberliegenden Seite des Luganer Sees hervorragt. Touristen machen die Universitäts-, Kongress- und Kulturstadt schon sehr lange zu ihrem Ziel. So verbrachte z. B. Hermann Hesse in Montagnola, oberhalb von Lugano, den größten Teil seines Lebens, wo u. a. den „Steppenwolf“ und viele andere seiner Werke verfasste. Jedoch auch im Rahmen von Musik wurde Lugano international bekannt. 1956 wurde hier der erste Eurovision Song Contest ausgetragen. Besonderen Anklang findet das „ Estival Jazz“ in Europa. Dieses größte europäische Jazz-Event findet seit 1979 in Lugano statt.

Die amtliche Sprache im Tessin ist italienisch, wobei in den Schulen Französisch und Deutsch unterrichtet werden. Damit sind auch hier, wie überall in der Schweiz, die drei Sprachen Teil der schulischen Ausbildung. Im Jahr 1996 wurde die Universität der italienischen Schweiz gegründet. Neben Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Informatik gehört ebenso die Architekturakademie in Mendrisio dazu. Außerdem befindet sich hier der Sitz des Franklin-Colleges, einer privaten Uni, mit Schwerpunkt internationale Beziehungen, Wirtschaft und Geschichte, die sowohl in der Schweiz als auch in den USA anerkannt wird. Parallel zu den Universitäten hat Lugano sich in den letzten 20 Jahren sehr schnell, neben Zürich und Genf, zum drittgrößten Finanzzentrum der Schweiz entwickelt. Zahlreiche Schweizer Banken, wie UBS oder Credit Suisse, sowie internationale private Banken sind heute hier vertreten. Des Weiteren verfügt die Stadt Lugano, wie sieben andere Städte in der Schweiz, über eine A-Konzession zur Betreibung eines Kasinos.

Obwohl Lugano eine relativ kleine Stadt ist, hat sie doch einiges zu bieten, was durchaus sehenswert ist. Westlich angeschlossen an die Seepromenade befindet sich der Parco civico mit seinen prachtvollen Pflanzen und der Villa Ciani. Das Flair der Stadt ist augenscheinlich italienisch geprägt, was sich besonders in der Altstadt auf der Via Nassa, der Flaniermeile, sowie auf der Piazza Riforma äußert. Zu Fuß oder mit der Bahn auf einen der Hausberge lässt sich die Aussicht auf die Stadt sowie auf die Tessiner Berge am besten bewundern. Auch Besuche in den kleinen Dörfern wie Grandria oder Carabbia lohnen sich. Insbesondere der Ort Carona mit dem schönsten Schwimmbad der ganzen Schweiz. Inmitten von alten Bäumen und Terrassen befindet sich ein 10 m hoher Sprungturm, den jeder einmal gesehen haben sollte. Für Kulturinteressierte bieten sich in Lugano selbst diverse Museen, u. a. das Museum für Kunst, das Museum der Kulturen oder das Schweizerische Zollmuseum. Aber auch die Kathedrale San Lorenzo, die in Schriften bereits um das Jahr 875 erwähnt wurde und seiner erst 1517 beendeten Renaissancefassade, ist sehr interessant anzuschauen. Ebenso die 1500 fertiggestellte Kirche Santa Maria degli Angioli, die besonders schöne Fresken aus der Renaissance vorweisen kann. Ein Schüler von Leonardo da Vinci, Bernardino Luini, hat im Inneren seine Darstellungen von der „Kreuzigung Christi“, „Das Abendmahl“ sowie „Die Muttergottes mit Kind“ für die Nachwelt hinterlassen.

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Grenoble

Die Stadt Grenoble mit seiner 1339 gegründeten Universität wurde bereits von den keltischen Allobrogern besiedelt und von den Römern erstmals 43 v. Chr. unter dem Namen Cularo erwähnt. Die Entstehung der Stadt begründet sich wohl in der markanten Lage, weil hier Tal und Fluss von Isère und Drac zusammentreffen. Kaiser Diocletian ließ im Jahr 286, die über 1 km lange und mit 38 Türmen bestückte Stadtmauer erbauen. Im 4. Jahrhundert wurde Grenoble Bischofssitz und gliederte sich 879 an das Königreich Burgund an. Das Stadtrecht besitzt Grenoble seit 1242. Im Jahr 1349 ging die Stadt samt Dauphiné an Frankreich. Den Titel „Tischler der Herzöge von Orléans“ bekam die Tischlerdynastie Hache verliehen, als sich im 18. Jahrhundert vor allem das Kunsthandwerk in der Stadt etablierte. Heute ist Grenoble die Hauptstadt des Départements Isère und der Dauphiné im südöstlichen Frankreich und noch vor Innsbruck, die größte am Hochgebirge liegende Alpenstadt. Das Stadtzentrum an der Isére befindet sich ca. 212 m über dem Meeresspiegel. Auf insgesamt 18,13 km² Fläche sind rund 155.630 Einwohner in dieser Stadt beheimatet.

Nur wenige Kilometer entfernt erheben sich die Bergketten von Vercors, Chartreuse und Chaîne de Belledonne mit einigen Berggipfeln, die 3.000 m Höhe überschreiten. Hier in diesem Gebiet fanden auch im Februar 1968 die X. Olympischen Winterspiele statt. Nach 1924 in Chamonix, wurde Frankreich damit zum 2. Mal Gastgeber der Winterspiele. Wobei die Orte für die Wettkämpfe teilweise bis zu 65 km von der Stadt entfernt in den Gebirgen ausgetragen wurden. Diese Winterspiele hatten einige Besonderheiten vorzuweisen, z. B. gab es mit 1158 Sportlern aus 37 Ländern einen Teilnehmerrekord. BRD und DDR waren mit gleicher Flagge und Hymne angetreten. Es wurden das erste Mal Dopingkontrollen bei Olympischen Spielen vorgenommen und die ersten Sportübertragungen im Fernsehen wurden in Farbe ausgestrahlt.

Grenoble ist eine Stadt, die auf einigen Gebieten Einmaliges vorzuweisen hat, so befindet sich hier auch eine der besten Business Schools der ganzen Welt „Grenoble Ecole de Management“ (GEM), eine der Eliteuniversitäten in Frankreich. Insgesamt hat Grenoble drei Universitäten mit ca. 60.000 Studenten zu verzeichnen. Ein weiteres Highlight ist das Europäische Forschungszentrum, dessen Gebäude eine Besonderheit in der Architektur der Stadt darstellt. Es umfasst das CAS2 (Commissariat à l’energie automique et aux énergies alternatives), das ESRF (Europäische Synchrotron), das ILL (Neutronenquelle des Institut Laue-Langevin) sowie eine Außenstelle des EMBL (European Molecular Biology Laboratory) und das IRAM (deutsch-französisch-spanische Institut für Radioaustronomie).

Ebenso auf kultureller Ebene kann Grenoble mit Paris oder Lyon mithalten, denn das „Musée de Grenoble“, das mit jährlich 187.000 Besucher aufwarten kann, umfasst die drittgrößte Kunstsammlung in Frankreich und ist damit eines der berühmtesten Museen des Landes. Die Schwerpunkte der Sammlungen sind zeitgenössische Kunst, Gemälde aus der Zeit vom 13. bis 21. Jahrhundert sowie ägyptische und griechische Kunst. Interessant ist ebenfalls das Résistance-Museum. Grenoble wurde nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zu einer Festung ausgebaut und mit den Forts Fort du Mûrier, Fort des Quatre Seigneurs, Fort de Comboire, Fort du Bourcet und Fort du Saint-Eynard umgeben. Die Festung hatte die Aufgabe, das Tal der Isère nach Süden hin abzuriegeln. Da die Forts niemals in Kriegshandlungen verwickelt wurden, stehen sie noch fast vollständig da.

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Bozen

Die Stadt Bozen wurde im Mittelalter als Marktflecken gegründet, das belegt zumindest ein Pfarrer, der um 1180 außerhalb der Stadtmauern die Marienkirche errichten ließ, die Vorgängerin des heutigen Doms. Schon 1265 erhielt Bozen Stadtrechte. Im Zuge der Jahrhunderte wurde Bozen immer größer, was durch Eingemeindungen und auch durch die Industrialisierung Südtirols dazu beigetragen hat, die in Bozen, eigentlich in St. Anton, 1848 mit der Gründung einer Baumwollspinnerei begann. Auf diese Weise wurde die Stadt, die heutige Landeshauptstadt von Südtirol, eines der größeren Zentren und Ort der Begegnung, wo sich österreichische, deutsche wie italienische Kultur und Wirtschaft vereinigt. Im Jahr 2009 wurde die Stadt Bozen zur Alpenstadt des Jahres erklärt. Die etwas über 104.000 Einwohner, die zu 73 % italienisch, ca. 26,3 % deutsch und weniger als 1 % Ladinisch (romanische Sprache) sprechen, verteilen sich auf einer Fläche von 52,3 km², die sowohl die fünf Stadtteile als auch mehrere historische Quartiere und ehemalige selbständige Gemeinden umfasst. Ihren Beinamen Talferstadt verdankt Bozen dem Fluss Talfer, der hier in den Eisack, der wiederum südlich der Stadt in die Etsch mündet.

Aufgrund des Zusammentreffens der Flüsse und damit den Tälern, die zu Reschen- und Brennerpass führen, wurde Bozen zum Zentrum für den überregionalen Verkehr und ist damit sowohl nach Norden als auch nach Süden im europäischen Autobahn- und Bahnnetz eingebunden. Die verschiedenen Bezirke und Täler in Südtirol werden von regionalen Buslinien angefahren. Der öffentliche Verkehr innerhalb der Stadt erfolgt hauptsächlich mit Bussen, die mit Methangas betrieben werden. Bis zum Jahr 2015 soll aufgrund der vielen Staus in der Stadt, Bozen wieder eine Straßenbahn erhalten, die schon vor über 60 Jahren eingestellt wurde. Außerdem wurde in den vergangenen Jahren ein Radwegenetz ausgebaut, das vom Autoverkehr abgetrennt ist und über zwei Fahrstreifen für Gegenverkehr verfügt. In der näheren Umgebung gibt es außerdem noch drei Seilbahnen, die Kohlerer Bahn, die Seilbahn Jenesien und die Rittner Seilbahn. Touristisches Zentrum ist Bozen-Gries, wo sich der Bahnhof sowie einige Hotels befinden.

Bozen kann auf eine Jahrhundert alte Geschichte zurückblicken, was zahlreiche Zeitzeugen und Sehenswürdigkeiten in der Stadt selbst und in der Umgebung belegen. Eine der Attraktionen ist Schloss Runkelstein, das unweit von Bozen hoch oben auf einem geschützten Felsen über der Talfer thront. Bekannt wurde diese Burg aus dem Mittelalter vor allem durch seine Freskenzyklen. Eine besondere Bedeutung hat für die Südtiroler die Burg- und Festungsanlage Schloss Sigmundskron bei Bozen, wo etwa 30.000 Südtiroler 1957 gegen die Nichteinhaltung des Pariser Abkommens protestieren und Freiheit für Südtirol forderten. Heute ist die Ruine eines der vier Bergmuseen von Reinhold Messmer, der das Museum im Juni 2006 hier eröffnete. Neben dem gotischen Dom Maria Himmelfahrt, der Altstadt mit einer der ältesten Straßen in Bozen, der Bindergasse, sind die Bozner Lauben die Attraktion der Stadt. Als Kern der mittelalterlichen Stadtanlage sind sie der wichtigste Teil der Altstadtstraße, die von Osten nach Westen führt. Außer den alten Gebäuden hat Bozen einige interessante Museen, u. a. das Südtiroler Archäologiemuseum im Gebäude der ehemaligen Nationalbank, das Stadtmuseum oder das Merkantilmuseum zu verzeichnen, die den Werdegang der Stadt in allen Einzelheiten dokumentieren.

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Trient

Trient wurde von Kelten gegründet und zu späterer Zeit von den Römern annektiert. So erfolgte die Besiedelung des Etschtals schon im Altertum aufgrund seiner Bedeutung als Verkehrsweg. Denn schon in der Räte-Zeit bestand ein ausgeprägtes Wegegeflecht, das die Römer teilweise in befestigte Straßen ausbauten, was ihnen half, die Alpenregion zu erobern und zu erschließen. Trient ist heute die Hauptstadt der autonomen Region Trentino-Südtirol und damit der Verwaltungsbezirk in Italien, der am nördlichsten liegt. Auf einer Gemeindefläche von 158 km² wohnen rund 116.300 Einwohner, wobei sich das Stadtzentrum in einer Höhe von 194 m über dem Meeresspiegel befindet. Neben dem Sitz als Erzbistum Trient verfügt die Stadt über eine Universität, in der ca. 15.000 Studenten eingeschrieben sind. Im Tal der Etsch und eingebettet von Bergen, u. a. der 2.019 m hohe Monte Bondone oder der 2.125 m hochragende Paganella, liegt Trient 100 km nördlich von Verona und 55 km südlich von Bozen an der Autobahn und Bahn. Beide verknüpfen verkehrsmäßig Verona, Bozen, Innsbruck und München miteinander.

Aufgrund seiner einmaligen Lage wurde Trient von einer italienischen Wirtschaftszeitung 2007 als die Stadt mit der höchsten Lebensqualität des Landes bezeichnet und von der Alpenkonvention als Alpenstadt 2004 geehrt. Die historisch bedeutende Vergangenheit der Stadt Trient und die bewahrten Zeugen der Geschichte haben mit Sicherheit auch dazu beigetragen. Trient fiel schon 476 nach dem Fall des Weströmischen Reiches in die verschiedensten Herrschaften, bis der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, Heinrich II., sich entschied, im Jahr 1004 ebenso weltliche Gewalt in die Hände der Bischöfe zu legen. Mit dem Siegel von Konrad dem Salier wurde die Geschichte Trients neu gestaltet, die über 8 Jahrhunderte die Stadt prägte. Durch das Konzil von Trient in den Jahren 1545 bis 1563, erlangte die Stadt nicht nur geschichtlich an Bedeutung, sondern gab auch der Gegenreformation auftrieb. Während dieser Zeit wurden Stadtteile im Stil der Renaissance neu gestaltet.

Weitere Veränderungen erfolgten im 19. Jahrhundert, als 1858 das Flussbett der Etsch verlegt und 1859 die Brennerbahn verwirklicht wurde. Außerdem entstanden der Palazzi der Staatsverwaltung sowie einige große Hotels. Einiges an Kultur und Architektur, welche das Bild der Stadt wiedergeben, wie z. B. das Schloss Buonconsiglio, was erst Sitz der Fürstbischöfe war, jedoch durch die Plünderung der Truppen Napoleons, später zur österreichischen Kaserne wurde und heute das Landeskunst- bzw. das historische Museum beherbergt. In der 1520 erbauten Renaissance-Kirche S. Maria Maggiore und in der Kathedrale (Dom) San Vigilio wurden die Sitzungen des Trienter Konzils abgehalten. Aber ebenso steht das Dante-Denkmal für italienische Kultur. Die Bronzestatue wurde von Cesare Zocchi, einem Bildhauer aus Florenz Ende des 19. Jahrhunderts erschaffen, als Trient noch zu Österreich-Ungarn gehörte.

Doch auch die andere Seite der Etsch hat einige Attraktionen zu bieten. Die Fahrt mit einer Seilbahn nach Sardagna beschert einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Stadt. Sehenswert sind allerdings ebenso die Kirchen San Lorenzo aus dem 12. Und S. Apollinare aus dem 14. Jahrhundert. Ein unterirdisches archäologisches Gelände unter dem Stadtteil Sas eröffnet Einblicke in Ausgrabungen, die in der Zeit von 1990-2000 Relikte von der Römerzeit bis ins 19. Jahrhundert freilegten. Dabei kamen Teile einer römischen Stadtmauer, Turmfundamente, Straßenteile, Wasserversorgung wie Heizsysteme, Kanalisation sowie Reste eines Hauses mit Mosaiken zum Vorschein.

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Chur

Die, als älteste Stadt der Schweiz geltende, Stadt Chur war schon in der Jungsteinzeit ca. 3000 v. Chr. besiedelt. Belegt wird dies durch die Funde, die im Gebiet Sennhof (eine der zwei Strafanstalten des Kantons Graubünden) am östlichen Rand der Altstadt sowie im Welschdörfli entdeckt wurden. Das Welschdörfli entstand im 15 v. Chr., als die Römer Rätien erobert hatten, heute ist es bekannt als Vergnügungsviertel. Chur, der Hauptort des Schweizer Kanton Graubünden, liegt am rechten Ufer des Rheins in einer Höhe von 593 m über dem Meeresspiegel. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von knapp über 28 km² und zählt rund 33.760 Einwohner. Die Hauptsprache ist Deutsch mit 81 %, doch es wird außerdem Rätoromanisch und Italienisch gesprochen. Die Stadt liegt im breiten Tal des Alpenrheins, der von Westen kommt und in nördlicher Richtung dem Bodensee zufließt. Die Plessur, ein Wildwasserfluss, mündet rechtsrheinisch.

Chur mit seinem Bahnhof ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Schweizer Bundesbahnen, da hier die vom Norden kommende normale Spurstrecke endet. Der Bahnhof ist auch der Umsteigeplatz für die Schmalspurzüge der Rhätischen Bahn, die in Chur ihren Sitz hat. Eine dieser Bahnstrecken verbindet Chur mit St. Gallen. Außerdem ist Chur über Landquart-Thusis mit der Albula- und Berninabahn verbunden, die zum UNESCO-Welterbe gehören und über die beiden Pässe nach Tirano in Italien führen. Von Chur aus fahren ebenso Bergbahnen in das auf 1.600 m Höhe liegende Brambrüesch, dem Naherholungs- und Wintersportgebiet der Stadt. Die Schweizer Autobahn A13 ist mit einer nördlichen und einer südlichen Ausfahrt an die Stadt Chur angegliedert.

Die Alpenstadt Chur bietet nicht nur den Zauber der Berge, Natur pur oder eine fruchtbare Umgebung, sondern auch echtes Stadtleben mit modernen Möglichkeiten zum Einkaufen. Malerische Gassen führen in die Altstadt und dem Stadtmittelpunkt, dem Postplatz und dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Rathaus. Die Altstadt erstreckt sich zwischen dem Postplatz, dem, in den Jahren 1732/33 erbauten Bischöflichen Hof mit dem Barockschloss und der Plessur. Der Fontanapark mit dem Denkmal des Schlossvogts Benedikt Fontana liegt südwestlich vom Postplatz. Dieser Park gehörte einst zum Alten Gebäu, einem von 1727-1729 erbautem Patrizierhaus, das heute den Sitz des Kantonsgerichts beherbergt. Die, nordwestlich verlaufende Grabenstraße führt zum Bündner Kunstmuseum mit seiner Gemäldesammlung verschiedener Bündner Maler, die zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert wirkten. Weitere Museen sind das Rätische-, das Bünderner Natur- und das Weinbaumuseum.

Im Süden der Altstadt befindet sich der Arcas, ein großer Platz, dessen Häuserzeile an der Plessur direkt an die Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert angebaut wurde. Hier, wie auch am Korn-, Majoran-, Hegis- und Pfisterplatz sind noch immer viele Zunft- und Bürgerhäuser aus der Zeit vom 16.-18. Jahrhundert vorhanden. Chur verfügt noch über viele weitere alte Häuser wie auch der Obere Spaniöl am Fuße des Bischöflichen Hofes, weiter unten in der Altstadt der Untere Spaniöl oder das Bärenloch, zwei enganeinander liegenden Höfen, welche zu den ältesten Gebäuden zählen und noch heute aufzeigen, wie vor dem großen Stadtbrand von 1464 die Menschen lebten. Ob ein spätgotischer Bau, wie die Martinskirche oder eine romanisch-gotische Kathedrale aus 12. Und 13. Jahrhundert, wie St. Maria Himmelfahrt, Chur beheimatet noch eine Vielzahl an Sehenswertem.

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Thun

Im Kanton Bern am Thunersee liegt die gleichnamige Stadt Thun, die auch Hauptort des Verwaltungskreises ist. Die Stadtfläche umfasst 21,7 km² und hat mehr als 42.600 Einwohner. Thun befindet sich an der Stelle, wo die Aare aus dem See fließt. Wobei der historische Kern der Stadt nicht am See, sondern ca. 1 km weiter direkt an der Aare liegt. Der Schlossberg, die Unterstadt, die obere Hauptgasse und der Bälliz, einer Insel im Ausfluss der Aare, bilden die Thuner Innenstadt. Die Insel Bälliz ist seit dem 14. Jahrhundert ein Teil von Thun und wurde 1988 zur Fußgängerzone, die heute sowohl Einkaufs- wie Flaniermeile ist. Am nordwestlichen Ende des Thunersees liegen die neueren Stadtviertel, die auf dem angeschwemmten Sand der 46 km langen Kander errichtet wurden. Die Stadt Thun, die auch das „Tor zum Oberland“ genannt wird, hat außer dem Tourismus wirtschaftliche Bedeutung im Verlagswesen, im Apparate- und Maschinenbau und ist die größte Garnisonsstadt der Schweiz.

Für das Berner Oberland ist Thun die relevanteste Verbindung sowohl im Straßen- wie im Bahnverkehr. Die Autobahn A6 verfügt über eine Ausfahrt nach Norden und nach Süden. Der Bahnverkehr mit dem Intercity umfasst zwei Linien des Schweizer Schienennetzes und eine Eurocityanbindung nach Mailand. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fand ebenso der Schiffsverkehr im Waren- und Personentransport Beachtung, denn in Thun endeten die Züge und ein Weitertransport war nur per Schiff möglich. Heute sind die Schiffe auf dem See nur noch für den Tourismus interessant.

Wie in einigen anderen Orten der Schweiz begann die Besiedelung des Stadtgebietes bereits vor etwa 2500 Jahren v. Chr. in der Jungsteinzeit. Der Name der Stadt leitet sich vom keltischen Wort „dunum“ ab, was in etwa befestigter Ort oder Palisadenwerk bedeutet. Der fränkische Mönch Fredgar führte Thun bereits im 7. Jahrhundert in seiner Chronik an. Das heutige Schloss, was nun das historische Museum beherbergt, wurde vor dem Jahr 1200 errichtet. Dafür verantwortlich waren die Herzöge von Zähringen, die mit den Staufern verwandt waren und sich seit dem 11. Jahrhundert nach ihrer Breisgauer Burg Zähringen benannten. Im Jahre 1264 wurde Thun das Stadtrecht erteilt und 1384 vom Kanton Bern erworben. Mit dem Bau des Thuner Schlosses im 12. Jahrhundert entstand auch die Altstadt mit seinen ungewöhnlichen Hochtrottoirs, einer baulichen Rarität, welche besonders die obere Hauptgasse hervorheben.

Etwas später wie das Schloss (1250) erbauten die Zähringer am Fuß des Schlossberges an der Burgstraße den Chutziturm, ein Teil der nordwestlichen Ecke der Stadtbefestigung. Etwa von 1384 bis zum Niedergang des alten Berns im Jahr 1798 wurde der Turm für unterschiedliche Zwecke verwendet, u. a. um Gefangene unterzubringen. Der Chutziturm war früher zur Stadt hin offen, was im 18. Jahrhundert geändert wurde. Das Rathaus wurde etwa um 1500 erbaut und wurde 1685 mit dem 1585 errichteten Archivturm und mit dem Großweibelhaus zusammengefasst, so wie es heute noch steht. Am Thuner Südufer beim Ausfluss der Aare befindet sich das von 1846-1854 erbaute Schloss Schadau mit sowohl romantischen als auch neugotischen Komponenten. Sein großer englischer Park umfasst die Scherzlig-Kirche und das älteste noch erhaltene Rundgemälde weltweit, dem Thun-Panorama, das von Maquard Wocher 1814 erschaffen wurde.

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Klagenfurt

Im österreichischen Kärnten liegt die Stadt Klagenfurt am Wörthersee, die auch gleichzeitig Landeshauptstadt des Bundeslandes ist. Sie ist die sechstgrößte Stadt in Österreich und erstreckt sich bei knapp über 94.300 Einwohnern auf einer Fläche von 120,11 km². Aufgrund der schönen Lage am Wörthersee im Süden des Landes ist Klagenfurt ein Zentrum für den Tourismus, denn viele verbringen hier jährlich ihren Urlaub. Zudem haben sich in der Stadt Klagenfurt eine größere Anzahl von Gewerbetreibenden und Industrien niedergelassen, welche die Landeshauptstadt zu einem bedeutenden Kärntner Wirtschaftsstandort aufsteigen lässt. Doch bevor es zu der heutigen Stadt kam, ist eine sehr lange Zeitspanne vergangen. Denn die ersten Spuren von Zivilisation wurden durch Funde aus der Zeit der Jungsteinzeit zwischen 4000 und 2000 v. Chr. belegt. Wobei die Antike keine große Rolle spielte. Jedoch auf dem, nördlich von Klagenfurt gelegenen Zollfeld, entdeckten Archäologen, was für die Anwesenheit von Kelten bzw. deren Noricum (keltisches Königsreich), aber auch für eine römische Besetzung von 45 v. Chr. bis ins 6. Jahrhundert spricht. Da u. a. einzelne Gräber und Spuren von Siedlungen ausgegraben wurden. Erst im Jahr 976, als Kärnten Herzogtum des Heiligen Römischen Reichs wurde und sich im 11. Jahrhundert zahlreiche Klöster gründeten, begann die Geschichte der Stadt so richtig.

Die Gründer der Stadt Klagenfurt waren die Herzöge Hermann (gest. 1181) und Bernhard (gest. 1256) von Spanheim. Wobei Hermann als Initiator für den, am südlichen Rand des Zollfelds, entstandenen Markt angesehen wird. Die erste urkundlich dokumentierte Erwähnung Klagenfurts war 1192/99, aber blieb bis 1518 als Maximilian I. die Stadt an die Kärntner Landstände verschenkte, ein unwichtiger Marktflecken. Der eigentliche Werdegang der Stadt begann in der Zeit nach der Schenkung mit der protestantischen Reformationsbewegung im 16. Jahrhundert. Klagenfurt erhob sich bald darauf als Hauptstadt von Kärnten, was zahlreiche Zeitzeugen wie die historischen Bauwerke der Stadt aufzeigen. In der Altstadt Klagenfurts gibt es vieles zu entdecken, ob nun geschichtsträchtige Bauten, Denkmäler oder schöne und malerische Innenhöfe.

Eines dieser bedeutenden Gebäude, deren Mauern sehr viel zu erzählen haben, ist das Landhaus, der heutige Sitz des Kärntner Landtages. Dieser Profanbau steht an der Peripherie des wohl ältesten Abschnitts der Innenstadt Klagenfurts, zwischen Heiligengeist- und dem Alten Platz. Die Errichtung des Landhauses in der Zeit von 1574 bis 1594 ging mit der Befestigung der Stadt durch die Kärntner Landstände einher. Neben verschiedenen Kirchenbauten ist der Klagenfurter Dom der wichtigste. Ursprünglich war die heutige römisch-katholische Domkirche der Diözese Gurk, im Jahr 1581 als protestantisches Bethaus entstanden und damit auch die größte österreichische evangelische Kirche. Neben einigen Museen, u. a. das Kärntner Landesmuseum „Rudolfinum“ oder das Bergbaumuseum, repräsentieren ebenso verschiedene Denkmäler, wie der Lindwurmbrunnen, die Geschichte der Stadt und dem Land.

Die Altstadt von Klagenfurt wurde, bis im Jahre 1809 die französischen Truppen abzogen, von quadratisch angelegten Stadtmauern und Wassergräben umgeben. Diese Befestigungsanlagen wurden danach abgetragen. Stattdessen entstanden die vier Ringstraßen, Viktringer Ring, Villacher Ring, St. Veiter Ring und Völkermarkter Ring mit ihren verschiedenen Parkanlagen, die jeweils nach berühmten Komponisten und Dichtern benannt wurden, u. a. Goethepark, Schillerpark oder Schubertpark. Von den Parks in Klagenfurt ist der Europapark mit 22 ha, nicht nur der größte der Stadt, sondern auch einer der größten Parks in Österreich.

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Villach

Die Stadt Villach, die 1997 zur ersten Alpenstadt gekürt wurde, ist mit über 59.280 Einwohnern und einer Fläche von 134,9 km², die zweitgrößte in Kärnten und die siebtgrößte in Österreich. Das Stadtgebiet befindet sich am Westrand des Klagenfurter Beckens, wo Drau und Gail zusammenfließen. Mehrere bekannte Seen, u. a. Ossiacher-, Faaker- oder Silbersee, umfassen bzw. grenzen an die Gemeinde Villach. Seit der Entstehung der Stadt ist Villach ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt in Österreich wie auch im Bereich der Alpen-Adria, dies wird z. B. durch die noch vorhandenen Überreste eines Römerwegs im Stadtteil Warmbad belegt. In Villach führen nicht nur mehrere Autobahnen, sondern ebenso mehrere Eisenbahnlinien zusammen, die z. B. von Wien aus die Verbindung nach Italien herstellen. Ebenso über die Tauern nach Salzburg und weiter nach Deutschland oder über die Karawanken nach Slowenien.

Die Geschichte im Gebiet von Villach beginnt in der Jungsteinzeit, was die ältesten Funde belegen. Jedoch haben die verschiedensten Völkerstämme, aufgrund der Lage, hier Fuß gefasst. Nachweislich waren Römer ab 15 v. Chr. hier und haben ihre Spuren hinterlassen. Jedoch auch andere Völker, wie slawische Stämme zog es um das Jahr 600 hierher, die das Fürstentum Karantanien gründeten. Es blieb nicht bei der einen Herrschaft, die sich bereits um 740 änderte, als der slawische Herzog Borouth, den Herzog Odilo von Bayern um Unterstützung gegen die Awaren bat. Damit begann die Karolinger Oberhoheit und kam auf diesem Weg 1007 in den Besitz des Bistums Bamberg. In dieser Zeit wurde Villach zum ersten Mal urkundlich dokumentiert, erhielt 1060 das Markt- und 1240 das Stadtrecht. Ein Erdbeben im Jahr 1348 beschädigte Villach schwer und im Zuge der Reformation wurde Villach 1526 das Zentrum für den Protestantismus. Kaiserin Maria Theresia hat Villach sowie alle anderen Besitztümer des Bistums Bamberg in Kärnten im Jahr 1759 für 1 Mio. Gulden aufgekauft. Jedoch in der Zeit von 1809 für vier Jahre gehört Villach zu den französischen Illyrischen Provinzen, bis die Stadt 1813 erneut von Österreich erobert wurde.

Die Stadt Villach hat eine bewegende Geschichte, die sich schon in der Altstadt von Villach bei einem Bummel durch die Arkadenhöfe, die alten Gassen oder in anderen Sehenswürdigkeiten wiederspiegelt. So verbrachte u. a. der berühmte Arzt und Forscher Paracelsus im sogenannten Paracelsushof seine Jugend. Das Haus zeigt zwei Steinmedaillons von ihm und seinem Vater Wilhelm von Hohenheim, der von 1505-1534 als Stadtarzt in Villach agierte. Ebenso interessant ist das „Hegerhaus“, einem Handwerkerhaus aus der Spätgotik, welches neben dem oberen Tränktor in die Nordseite der ehemaligen Stadtmauer integriert wurde. Hilda Heger und der Architekt Peter H. Kulterer sanierten das Haus 1977/78, dem durch Kriegsschäden der Verfall drohte, und retteten es für die Nachwelt. Aus der Gotik stammt die Stadtpfarrkirche St. Jakob, die 1136 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Als erste protestantische Kirche 1526 wurde St. Jakob allerdings später wieder katholisch. Sehenswert sind vor allem der Altar aus dem Rokoko, Grabdenkmäler aus der Renaissance, die Kanzel und diverse Fresken. Ein Relikt ist die Stadtbrücke, die über die Drau führt. Sie wird in der ältesten Originalurkunde Kärntens schon erwähnt, welche aus dem Jahr 878 stammt.

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Dornbirn

Die Stadt Dornbirn ist das Wirtschaftszentrum des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg und gleichzeitig die Hauptstadt des Bezirks Dornbirn. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 120,83 km² und ist mit seinen über 46.000 Einwohnern, die bevölkerungsreichste Gemeinde im Bundesland und darüber hinaus die zehntgrößte Gemeinde Österreichs. Dornbirn liegt auf 437 m Höhe im Rheintal am Rande der Ostalpen bzw. am Fuße des Bregenzer Waldgebirges. Jedoch gehört die Stadt geologisch gesehen zum sogenannten Bodenseebecken. Die Dornbirner Ach, ist der wichtigste Fluss, der die Stadt auch teilt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, und damit erst spät, entwickelte sich die Textilindustrie in Dornbirn, was sicherlich dazu beitrug, bald die größte Stadt zwischen Alpenrhein und Arlberg zu sein. Dornbirn ist außerdem ein Verkehrsknotenpunkt des Rheintales, zumindest für den Land Bus vom nördlichen Bregenz zum südlichen Feldkirch und Bludenz. Eine Eisenbahnlinie ist in der Region nicht relevant. Allerdings führt die Rheintal/Walgau Autobahn an der Stadt vorbei und verbindet Dornbirn durch eine Nord- und eine Südauffahrt.

Auf dem heutigen Dornbirner Gemeindegebiet lassen sich Beweise von frühgeschichtlichen Menschen bis in die mittlere Steinzeit 8000 bis 3000 v. Chr. und der Bronzezeit von 3000 bis 1800 v. Chr. durch Funde zurückverfolgen. Ebenso lässt sich die Anwesenheit von Römern hier nachweisen. Eine erste Besiedelung auf dem Stadtgebiet Dornbirn im 6. Und 7. Jahrhundert erbringt der Fund eines alemannischen Skelettgrabes mit Beigaben von Sax und Messer. Die erste Siedlung „Torrinpuirron“ wird in einem Aktenvermerk mit Datum 15. Oktober 895 in einer St. Gallen Urkunde vermerkt. Denn das Kloster St. Gallen besaß zu der Zeit die Herrschaft über das Gebiet Dornbirn. Die Besitzverhältnisse änderten sich mehrmals. Erst gehörte Dornbirn den Grafen von Montfort, der Bregenzer Linie, danach der Feldkircher Linie an. Letztendlich wurde Dornbirn von den Habsburgern annektiert und wurde somit 1380 österreichisch bis Erzherzog Ferdinand Karl 1654 das „Gericht zu Dornbirn“ an die Emser Grafen veräußerte. Die Dornbirner Bevölkerung rebellierte dagegen. 1771 gelang es den Einwohnern sämtlichen Grund und Boden aufzukaufen, da die Emser hoch verschuldet waren. Was in die Geschichte der Stadt als der „Loskauf von Ems“ einging. 1793, gerade zur Marktgemeinde erhoben, fiel Dornbirn kurz darauf, aufgrund des Friedensvertrages von Preßburg, an Bayern, und ging erst 1814 an Österreich zurück. Mit Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Aufschwung durch den Bau der Eisenbahn regelrecht angekurbelt, was Kaiser Franz Joseph I. veranlasste, Dornbirn 1901 zur Stadt zu erheben.

Sehenswert und das wichtigste Kulturgut von Dornbirn, ist die moderne Architektur, die als „Vorarlberger Bauschule“ sich in der Welt einen Namen machte. Die interessanten Gebäude mit ihrer Funktionalität und der Kombination der Materialien sowohl innen als auch außen, zeichnen diese regionale Baukultur aus. Da Dornbirn eine noch relativ junge „Stadt“ ist, haben sich außer einigen denkmalgeschützten Objekten, kaum sehr alte Gemäuer erhalten. Außer den Grundmauern, der im 15. Jahrhundert erbauten Befestigungsanlage, der sogenannte Oberdorf Turm. Die Attraktionen von Dornbirn liegen hauptsächlich im Bereich der Natur und ihrer Vielfältigkeit. Eines der Ziele sind die beiden Naturdenkmäler „Rappenloch“ und „Alploch“, was die Natur in einigen Jahrtausenden als eine der größten Schluchten der Ostalpen hervorbrachte. So verfügt das Gebiet ebenso über ausgeprägte Wanderwege, die u. a. zum Bergdorf Ebnit oder auf den Hausberg, den „Karren“ führen. Für den Winter ist das Ziel von Dornbirn aus, das nahe gelegene Skigebiet Bödele.



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