Landschaften & Städte entlang der Route Napoléon

Inhaltsverzeichnis
Städte auf der Strecke
Landschaften & Departements auf der Strecke
- Städte und Orte in Isére
- Orte in Haute Provence
- Orte in Hautes Alpes
- Orte in Alpes Maritimes
- Orte im Var
- Grand Canyon du Verdon bei Castellane
Napoleons Leben & weitere Tipps
Isére
Im Südosten Frankreichs liegt das mehr als 7.400 Quadratkilometer große Departement Isère, das nach dem gleichnamigen Fluss benannt ist. Die größten Städte des Departements sind Grenoble und Vienne, landschaftlich wird das Departement von der Dauphiné geprägt, die sich über insgesamt drei Departements erstreckt.
Was ist die Dauphiné?
Die Wurzeln dieser Landschaft gehen auf einen eigenständigen Feudalstaat zurück, der zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert existiere. Die Herrscher führten den Titel Dauphin.
Indirekt verdankt Napoleon Bonaparte seinen Aufstieg zum zeitweise mächtigsten Mann Europas dieser Region. Denn schon 1763 gab es hier Widerstände gegen die Steuern des Zentralstaates. Zudem pochte man auf die regionale Eigenständigkeit. Ludwig XVI. scheiterte 1788 am "Tag der Ziegel" in der Durchsetzung seiner Ansprüche. Erst im Zuge der Revolution wurde das alte Parlament anno 1791 aufgelöst.
Städte und Orte in Isére
Artas
Im Zuge der Französischen Revolution wurde Artas 1793 zur eigenständigen Gemeinde. Die Geschichte des Ortes reicht vermutlich bis ins frühe Mittelalter zurück. Denn bereits 1095 wird erstmals eine Kirche urkundlich erwähnt. Zudem beherbergte Artas gegen Ende des 11. Jahrhunderts eine Priorei, die der Abtei in Cluny angeschlossen war.
Beaucroissant
Direkt an der Route Napoléon liegt der Ort Beaucroissant. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören das Priorat von Notre-Dame sowie ein Frauenkloster aus dem 13. Jahrhundert. Das Kloster wurde im Lauf seiner Geschichte zweimal zerstört und anschließend wider aufgebaut. Berühmt ist der Ort außerdem für seine Landwirtschaftsmesse, die zweimal jährlich abgehalten wird.
Châtonnay
Eine Büste der Marianne, der Symbolfigur der Republik Frankreich, sowie eine Fahne aus dem Jahr 1793 wird im Rathaus von Châtonnay aufbewahrt. Diese Fahne haben die örtlichen Republikaner als ihr Wahrzeichen auserkoren.
Chamrousse
Der Ort Chamrousse mit seinen rund 450 Einwohnern ist vor allem Wintersportlern ein Begriff. Nachdem in den 1950er Jahren die Infrastruktur ausgebaut und eine Seilbahn errichtet worden war, entdeckten die ersten Wintersportler Chamrousse. 1968 war der Ort sogar Austragungsort für die Alpinen Skirennen der Olympischen Winterspiele.
Pontcharra
Der bekannteste Sohn der Stadt ist der Ritter Pierre du Terrail, der in Schloss Bayard lebte. Er stand im Dienst der Könige Karl VIII. und Ludwig XII. und zeichnete sich mehrfach durch besondere Tapferkeit im Kampf aus. Das Schloss beherbergt heute das Museum Bayard.
Roybon
Als außergewöhnliches Highlight gilt in Roybon die detailgetreue Kopie der Freiheitsstatue, die seit 1906 hier steht. Sehenswert ist außerdem die Kirche St-Jean-Baptiste. Diese wurde während des 19. Jahrhunderts aus Ziegeln im Stil der Neoromantik gebaut.
Sassenage
Bereits während der Steinzeit war die Region um die 11.000-Einwohner-Stadt Sassenage besiedelt. So wurden in den Wäldern und Höhlen Artefakte wie Pfeilspitzen gefunden, die aus dem 8. vorchristlichen Jahrtausend stammen.
Der Sage nach soll in den sehenswerten Höhlen, die teilweise begehbar sind, eine Fee gelebt haben. Diese soll den Seigneur von Sassenage verführt und ihr einen Sohn geboren haben. Nahe der Grotte steht heute ein Brunnen, aus dem die Landwirte angeblich den künftigen Ernteertrag herauslesen können.
Kultur in Sassenage
Im Departement Isére gilt das Théâtre en rond als herausragend. Errichtet wurde es 1958 im Stil eines römischen Amphitheaters. Nachdem das Haus 2004 niedergebrannt war, wurde es 2008 wiedereröffnet.
Vienne
Mehr als 29.000 Einwohner machen Vienne zur zweitgrößten Stadt des Departements. Die Besucher erleben hier eine Vielzahl von römischen Bauwerken wie ein römisches Theater, ein Tempel sowie ein Kybele-Heiligtum. Das Theater gilt mit einem Durchmesser von 130 Metern als größtes römisches Theater in Gallien.
Im 12. Jahrhundert wurde mit dem Bau der Kathedrale Saint-Marice begonnen, die jedoch erst 400 Jahre später vollendet wurde. Ein Großteil der ursprünglich vorhandenen Skulpturen wurde während der Französischen Revolution vernichtet.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Etwa 25 Kilometer von Grenoble entfernt steht das Kloster Grande Chartreuse. Während der Zutritt zum Kloster verboten ist, können die Besucher einen Blick in die "Correrie" werfen. Dieses Gebäude aus dem 12. Jahrhundert gehörte einst zum Kloster und beherbergt heute ein Museum, das einen Einblick in die Welt der Karthäuser gewährt.
Flüsse und Seen in Isére
Der 286 Kilometer lange Isère gab dem Departement seinen Namen. Die Isère entspringt den Alpen in der Nähe der italienischen Grenze und mündet bei Pont-de-l´Isère in die Rhone.
Wassersport in Isére
Vor allem rund um Grenoble finden die Besucher ideale Bedingungen für den Wassersport. Die beiden Flüsse Isère und Drac, die bei Grenoble zusammentreffen, gelten für Badegäste eher als unattraktiv. Aktivitäten wie Rudern oder Kanufahren sind allerdings möglich.
Die Seen
Der Strand Base de Loisirs du Bois bei Grenoble ist kostenpflichtig, abseits des Strandes können die Gäste aber jederzeit kostenlos fischen, grillen oder Baden. An Aktivitäten werden Kahnfahrten und Wasserski angeboten.
Direkt am Fuß des Belledonne-Massivs befindet sich der Lac de la Terrasse. Der Strand wird bewacht, sodass auch ungeübte Schwimmer ins Wasser gehen können. Windsurfen und Tretbootfahren sind an diesem See möglich.
Der Lac de Laffrey liegt auf einer Höhe von 900 Metern. Beliebt ist dieser See bei Campern aber auch Wassersportlern wie Windsurfern, Fischern und Tauchern.
Einer der größten Seen rund um Grenoble ist der 657 Hektar große Lac du Monteynard. Es handelt sich um einen der wenigen Seen in der Region, der für Motorboote zugelassen ist.
Sechs überwachte Strände bietet der Lac de Paladru. Hier werden auch Aktivitäten wie Tennis, Reiten und Mountainbiking angeboten.
nach obenHaute Provence
Lediglich 140.000 Einwohner zählt das Departement Haute Provence. Damit ist es die bevölkerungsärmste Region der gesamten Provence. Geprägt wird das Land vor allem von der Landwirtschaft. Die bekanntesten Produkte sind Lavendel, aber auch Oliven und Wein.
Vor allem im Sommer sind die blau-violetten Lavendelfelder in der Haute Provence allgegenwärtig. Lavendel gilt als sehr anspruchsvolle Pflanze, die eine Höhenlage von mindestens 600 Metern braucht und nach frühestens zwei Jahren geerntet werden kann.
Wer sich für die Geschichte der Lavendelherstellung interessiert, kann sich im Lavendelmuseum in Coustellet ausgiebig darüber informieren. Der Lavendel spielt außerdem eine wichtige Rolle in zahlreichen Festen der Region.
Orte in Haute Provence
Aubinosc
Zwei ganz besondere Schätze beherbergt die Kirche in Aubinosc: Auf einem Gemälde aus dem 18. Jahrhundert ist die Jungfrau mit dem Kinde sowie die beiden Heiligen Ignatius von Loyola und Rochus von Montpellier zu sehen. Ein Weihwasserbehälter ruht auf einem Sockel, der einst ein Silvanus geweihter gallorömischer Altar war.
Barcelonnette
Das pittoreske Bergdorf Barcelonnette liegt auf einer Höhe von 1.115 bis 2.680 Metern zwischen Provence, Piemont und Dauphine am Ufer des Flusses Ubaye. Bekannt ist der Wintersportort vor allem für seine zahlreichen mexikanischen Villen. Denn während des 19. Jahrhunderts suchten viele Auswanderer aus Barcelonette und dem Umland ihr Glück in Mexico. Nicht wenige brachten es zu Wohlstand und errichteten die Villen nach ihrer Rückkehr.
Forcalquier
Eine Zeitreise ins Mittelalter unternehmen die Gäste in Forcalquier, das während des Mittelalters die Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft war. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören neben der Zitadelle Notre Dame de Provence mit ihrem manuellen Glockenspiel und der Kathedrale Notre-Dame du Bourguet auch der Franziskanerkonvent Les Cordeliers aus dem 13. Jahrhundert und das Kloster Les Visitandines aus dem 17. Jahrhundert.
Gréoux-les-Bains
Schon zur Zeit der Kelten waren die Thermalquellen von Gréoux-les Baines bekannt. Die 42 Grad heißen Quellen enthalten Magnesium und andere Spurenelemente und werden seit den 1960er Jahren wieder intensiv genutzt.
Das prägende Gebäude der Gemeinde ist die Tempelritterburg. Ihr Name ist etwas irreführend. Denn die Burg gehörte niemals den Templern, sondern zeitweise dem Malteserorden.
Riez
Die Geschichte des 1.800-Einwohner-Ortes Riez reicht bis in die Zeit der Gallier zurück. Zu den ältesten Zeitzeugen gehört ein römischer Tempel mit Granitsäulen in korinthischem Stil. Die Altstadt dagegen wurde im typischen Stil der Haute Provence des 15. und 16. Jahrhunderts errichtet.
Sehenswürdigkeiten in Haute Provence
Als während des 20. Jahrhunderts die Stauseen der Region angelegt wurden, wurden zahlreiche prähistorische Siedlungsstätten von den Fluten begraben. Um möglichst viele Zeugnisse der Frühgeschichte zu erhalten, wurde in Quinson ein Prähistorisches Museum eingerichtet.
Stararchitekt Norman Forster hat dieses Gebäude 2001 geplant. Nach dem Vorbild der prähistorischen Höhlen befindet sich ein großer Teil des Gebäudes unter der Erde. Neben zahlreichen Funden aus der Stein- und Bronzezeit werden zahlreiche Schautafeln und Multimedia-Darstellungen gezeigt, damit die Besucher den Alltag der Steinzeit so hautnah wie möglich erleben können.
Der Lac de Sainte-Croix
Der Lac de Ste-Croix ist einer von fünf Stauseen an der Verdon. Genutzt wird der See zur Trinkwasserversorgung und Energiegewinnung. Darüber hinaus hat er sich in den vergangenen Jahren zu einem absoluten Paradies für Badegäste und Surfer entwickelt.
Auf dem Grund des Sees sind heute noch zwei Dörfer und eine alte Brücke aus der Zeit der Römer zu sehen. Der Ort Less-Salles-sur-Verdon beispielsweise wurde in den 1970er Jahren neu errichtet, nachdem er bei der Anlage des Sees geflutet worden war.
Lac de Serre-Poncon
Der Lac de Serre-Poncon wurde ab Mitte der 1950er Jahre angelegt, um den Oberlauf der Durance aufzustauen. Dr 20 Kilometer lange und etwa 120 Meter tiefe Stausee erstreckt sich über das Gebiet der Departements Hautes-Alpes und Haute Provence. Auch dieser See ist ein beliebtes Ziel für Urlaubsgäste.
Für Aktivurlauber
Das Departement Haute Provence gilt als eine Region, in welcher der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat und die Besucher noch Vieles erleben und entdecken können. Aktivurlauber können in den Bergen wandern oder klettern, während die Flüsse Wassersportler zu vielfältigen Aktivitäten einladen. Beispielsweise können die Besucher praktisch überall im ganzen Departement Kajakfahren oder Rudern. Im Winter liegen natürlich die bekannten Wintersportorte in den Alpen nicht allzu weit entfernt. Ein Abstecher von der Haute Provence aus lohnt sich also jederzeit.
Die Ubaye
Der Wildwasserfluss Ubaye wird von Gletschern gespeist und entspringt den Cottischen Alpen. Geschätzt wird er vor allem von Kajakfahrern, weil er sehr unterschiedliche Schwierigkeitsgrade bietet. Sein Unterlauf mündet schließlich in die Durance.
Durance
Die Durance erstreckt sich über eine Länge von mehr als 320 Kilometern, bevor sie schließlich bei Avignon in die Rhone mündet. Die Durance speist den Lac de Serre Poncon und gilt an ihrem Oberlauf als begehrtes Revier bei Wassersportlern. Beispielsweise existiert bei L´Argentière-la-Bessée ein relativ anspruchsvoller Übungsparcours für Kanuten.
nach obenHautes Alpes
Faszinierende Landschaften, malerische Dörfer und alte Traditionen erwarten die Besucher im französischen Departement Hautes-Alpes. Fast 7.000 Kilometer Wanderwege, wilde Gewässer und die Nähe zu den bekannten Skigebieten der Alpen machen Hautes-Alpes zu einem beliebten Reiseziel in jeder Jahreszeit.
Übersetzt bedeutet der Name Hautes Alpes "Hohe Alpen". Den Namen verdankt dieser Landstrich im Südosten Frankreichs der Tatsache, dass hier die höchsten Berge in ganz Frankreich liegen. Gegründet wurde das Departement am 4. März 1790.
Orte in Hautes Alpes
Château-Ville-Vieile
Die mächtige Anlage des Schlosses Queyras erhebt sich imposant im Herzen des Naturparks von Queyras auf einem Felsvorsprung. Die Festung wurde während des Mittelalters errichtet, um die Schlucht des Flusses Guil zu schützen. Festungsbaumeister Vauban verstärkte die Befestigung im Laufe des 17. Jahrhunderts.
Chorges
In den ersten Jahren war Chorges die Hauptstadt des Departements. Die Stadt geht auf den keltischen Stamm der Caturgier zurück, welchem von den Römern Sonderrechte zugestanden waren. Eines der ältesten Gebäude in Chorges ist die Pfarrkirche Saint-Victor, die im 12. Jahrhundert von Mönchen erbaut wurde.
La Grave
Vor allem Freerider kennen den Ort La Grave. Der Grund dafür ist, dass die Pisten zum größten Teil nicht präpariert sind und das Befahren nur auf eigenes Risiko möglich ist. Ende März trifft sich die internationale Freerider-Szene hier zum Derby de la Meije.
Guillestre
Erstmals erwähnt wird der Ort Guillestre im 12. Jahrhundert. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Tourismusortes gehört die Kapelle Saint-Guillaume aus dem elften Jahrhundert, die Kirche Notre-Dame d´Aquilon aus dem 16. Jahrhundert sowie die Stadtbefestigungen aus dem Mittelalter.
Mont Dauphin
Zusammen mit der Festung wurde auch das Dorf Mont-Dauphin 1693 errichtet. Errichtet wurde die Festung auf einem Plateau, um Grenze Frankreichs nach Südosten hin abzusichern.
Névache
Die Gemeinde Névache darf als Ort der Kapellen gelten. Denn über das Gemeindegebiet verstreut stehen insgesamt 24 Kapellen, die meisten wurden während des 18. Jahrhunderts errichtet. Als besonderes Kleinod gilt die Kapelle Saint-Hippolyte aus dem 15. Jahrhundert.
Saint-Christopher-en-Oisans
Sehr viel bekannter als der Hauptort ist der Weiler La Bérarde, der nur während des Sommers erreichbar ist. La Bérarde empfiehlt sich als Basislager für ausgedehnte Wanderungen in den Alpen. An Infrastruktur steht neben einem Campingplatz, das Centre Alpin Francais des Alpenvereins sowie mehrere Restaurants zur Verfügung. Auf einem zweistündigen Marsch erreichen die Besucher in der Nähe den bekannten Aussichtspunkt Tête de la Maye.
Saint-Veran
Als besonderes Kleinod der Hautes Alpes gilt das Örtchen Saint-Véran, die höchstgelegene Gemeinde in ganz Europa. Die Kirche mit ihren auffälligen Löwenplastiken an der Fassade steht unter nationalem Denkmalschutz. Bei einem Bummel durch die Stadt entdecken die Besucher 20 Sonnenuhren aus der Renaissance. Der Alltag des bäuerlichen Lebens wird in einer Blockhütte präsentiert.
Serres
Rund um einen Felsen gruppiert sich die malerische Altstadt von Serres. Die Stadt wurde im 8. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich dank der günstigen strategischen Lage während des Mittelalters zu einem der wichtigsten Orte der Region.
Die Berge der Hautes Alpes
Ein anspruchsvolles Ziel für Alpinisten ist der Barre de Écrins. Er erreicht eine Höhe von 4.102 Metern und ist damit der südlichste und westlichste Viertausender im Alpenraum. Anspruchsvoll gilt er unter Bergsteigern wegen seiner Höhe, denn bis zum höchsten Punkt kann er mit Tourenski begangen werden. Erstmals bestiegen wurde er am 25. Juni 1864.
La Meije
Der 3.983 Meter hohe La Meije-Gipfel gilt unter Bergsteigern als einer der schwierigsten Gipfel. So gelang die Erstbesteigung erst 1877 nach mehreren gescheiterten Anläufen. Genau diese Schwierigkeiten machen La Meije zur Legende, er gilt nach dem Montblanc als Frankreichs bekanntester Gipfel.
L´Ailefroide
Beim Ailefroide handelt es sich um einen Gebirgszug mit mehreren Gipfeln, die eine Höhe von bis zu 3.954 Metern erreichen. Lediglich der Gipfel Ailefroide Orientale lässt sich relativ einfach besteigen.
Wildwasserfahren
Der Wildwasserfluss Guisane wird von Kajakfahrern wegen seiner unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade geschätzt. Für das Befahren ist die Guisane allerdings am Oberlauf bis Le Casset gesperrt. Während die Strecke zwischen Casset und Chantenmerle im mittleren Bereich liegen, wird es anschließend erst schwierig.
Guil
Eher als schwierig zu befahren gilt der Wildwasserfluss Guil, der aus dem Bergsee Lac Lestio entspringt und bei Mont-Dauphin in die Durance mündet. Im Bereich des Stausees ist der Guil für die Befahrung gesperrt, während es kurz vor der Einmündung in die Durance einfacher wird.
Aktiv in Haute Salpes
Vor allem der Wintersport macht den Tourismus im Departement Hautes Alpes zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor. Das Angebot für die Gäste reicht allerdings weit über den Wintersport hinaus. So gibt es passende Angebote für Kletterer, Drachenflieger, Wanderer und Mountainbiker. Natürlich lassen sich die Anbieter auch zahlreiche Angebote für die ganze Familie einfallen.
nach obenAlpes Maritimes
Direkt an der italienischen Grenze liegt das Departement Alpes-Maritimes, das nach den Seealpen benannt wurde. Das Departement reicht von der Cote d´Azur mit ihren traumhaften Städten Cannes, Nizza und dem Fürstentum Monaco bis hinein in die Berge des Hinterlandes.
In den heutigen Grenzen existiert das Departement, seitdem die Grafschaft Nizza 1860 mit Frankreich vereinigt wurde. Lediglich 1947 wurde das Gebiet erweitert, weil sich die Bewohner der italienischen Gemeinden La Brigue und Tende für den Anschluss an Frankreich entschieden hatten.
Das Departement Alpes Maritimes bietet den Besuchern sehr viel mehr als Badeurlaub während der Sommermonate. So lädt der Mont Clapier, der südlichste Dreitausender der Alpen, zu ausgedehnten Kletterpartien und Bergwanderungen ein. Wanderurlauber finden ein hervorragend ausgebautes Netz an Wanderwegen, darunter verschiedene Fernwanderwege. Im Winter schätzen die Besucher dagegen das Angebot der Wintersportorte.
Orte in Alpes Maritimes
Antibes ist zusammen mit dem Seebad Juan-les-Pins vor allem als Badeort bekannt. Auch Segler steuern Antibes gern an, besitzt die Stadt doch mit dem Port Vauban einen der größten europäischen Yachthäfen.
Direkt am Hafen liegt Fort Carré, das 1553 errichtet und in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert und umgebaut wurde. Das Fort steht unter Denkmalschutz und bietet eine gute Aussicht auf Altstadt und Hafen.
Menton
Italienisches Flair verspricht die Altstadt von Menton einen Gästen. Die malerische Uferpromenade ist weniger stark frequentiert wie ihre Pendants in Cannes oder Nizza. Zu den kulturellen Highlights gehören das Zitronenfest sowie ein kammermusikalisches Festival im August.
Roquebrune-Cap-Martin
Die bekannteste Sehenswürdigkeit in der 12.500-Einwohner-Stadt ist die Burg Roquebrune-Cap-Marin, die Ende des 10. Jahrhunderts errichtet wurde. Mit der Burg wollte man einen erneuten Einfall der Sarazenen verhindern.
Monte Carlo
Einen Ausflug nach Monte Carlo sollten sich die Gäste der Alpes Maritimes nicht entgehen lassen. Die Stadt ist berühmt für ihr illustres Publikum und sein Casino. Besonders lohnenswert ist ein Ausflug auf den Felsen, auf welchem der Palast der monegassischen Herrscher steht. Die Besucher haben hier einen hervorragenden Ausblick auf die ganze Region.
Sehenswürdigkeiten
Musée Matisse
Seit 1963 widmet sich das Musée Matisse in der Villa des Arènes in Nizza dem Schaffen des Malers Henri Matisse. Er gehört zu den wichtigsten Protagonisten der Klassischen Moderne. Ausgestellt werden im Museum zahlreiche Werke aus dem Zeitraum zwischen 1917 bis 1954.
Tropaeum Alpinum
Zu Ehren von Kaiser Augustus wurde das Tropaeu Alpium im heutigen La Turbie errichtet. Der Grund für den Bau an der exponierten Stelle oberhalb von Monaco war der erfolgreiche Alpenfeldzug, bei dem im Laufe von 15 Jahren fast 50 keltische Stämme unterworfen wurden.
Tendabahn
Einen außergewöhnlichen Streckenverlauf besitzt die Tendabahn zwischen Turin und Nizza. Weil das Verhältnis zwischen Italien und Frankreich während des 19. Jahrhunderts von zahlreichen Spannungen geprägt war, dauerte es ein halbes Jahrhundert, bis die Bahn verwirklicht wurde. Wegen dieser Spannungen wurde der Streckenverlauf außerdem militärisch befestigt. Die Eingänge mehrerer Tunnel sind beispielsweise mit Schießscharten ausgestattet.
Vésubie-Schlucht
Der Fluss Vésubie mündet nach einem Verlauf von 45 Kilometern in den Var. Dessen Schluchten zählen zu den schönsten in den ganzen Seealpen. Geführte Touren werden ab dem kleinen Ort Duranus angeboten.
Estéron
Zu den landschaftlichen Schönheiten gehören auch die Schluchten des Flusses Estéron. Von seiner Quelle bei Soleihas zieht sich der Fluss auf einer Länge von 67 Kilometern durch die Alpes Maritimes.
Nationalpark Mercantour
Der Nationalpark Mercantour nimmt in den Departements Alpes Maritimes und Alpes de Haute Provence eine Fläche von 215.000 Hektar ein. Der Nationalpark bietet über 2.000 Pflanzenarten sowie typischen Vertretern der Alpinen Tierwelt eine Heimat. Durch den Park ziehen sich mehr als 600 Kilometer Wanderwege, darunter vier Fernwanderwege.
Col de la Bonette
Wer einmal auf der höchsten Straße Europas fahren möchte, sollte sich einen Besuch am Col de la Bonette nicht entgehen lassen. Die Passstraße verbindet die Täler der Ubaye und der Tinée miteinander. Die Passstraße liegt auf einer Höhe von 2.802 Metern.
Colle di Tenda
Der Colle di Tenda bildet die Grenze zwischen Ligurischen Alpen und Seealpen. Auf dem Pass wurden während des 19. Jahrhunderts von den Italienern sechs Festungen erbaut, um die Grenzen zu sichern. Die jüngste Festung ist das Forte Centrale, dessen Bau erst 1908 abgeschlossen war.
Mont Mounier
Der 2.817 Meter hohe Mount Mounier ist auch für ungeübte Bergsteiger ein leicht zu erreichendes Ziel. Den Gipfel erreichen sie ab der Via Alpina und der GR 5, möglich ist der Aufstieg auch im Winter im Rahmen einer Skitour. An Tagen mit guter Sicht reicht das Blickfeld bis Korsika.
Valée des Merveilles
Das westlich der Roya gelegene Vallée des Merveilles ist für die mehr als 40.000 Felszeichnungen beim Mont Bégo bekannt. Der Berg selbst galt den einheimischen Hirten lange als heiliger Berg. Gäste, die einen Ausflug ins Vallée des Merveilles planen, sollten sich vorab im Musée des Merveilles in Tende über die Fundstücke informieren.
nach obenVar und die Calanques
Mit vielfältigen Landschaften präsentiert sich das Departement Var seinen Gästen: Während der südliche Streifen an der Küste von bewaldeten Bergketten dominiert wird, gilt die Region im Hinterland als außergewöhnlich gutes Weinbaugebiet in der Provence. Das Hinterland mit seinen Wasserfällen, ausgedehnten Höhlen und Weingärten ist touristisch noch sehr wenig erschlossen. Während Genussurlauber vor allem im Hinterland auf ihre Kosten kommen, gilt die Küste als Mekka für Aktivurlauber.
Orte im Var
Bandol
Weinkennern ist das Weinbaugebiet Bandol ein Begriff. Auf dem insgesamt 1.419 Hektar großen Weinbaugebiet werden sowohl weiße als auch rote und Roseeweine angebaut. Die Gäste können das Weinbaugebiet auf zahlreichen Wanderwegen, die sich direkt entlang der Küste dahinziehen, entdecken.
Presu´île de Giens
Die Halbinsel Giens zwischen Saint Tropez und Toulon ist eines der beliebtesten Reviere für Wind- und Kitesurfer in Frankreich. Auch Taucher gehen in den Fluten gern auf Entdeckungsreise, weil auf dem Grund des Meeres mehrere Wracks ruhen.
Porquerolles
Nur wenige Minuten dauert die Fahrt zur 1.254 Hektar großen Insel Porquerolles. Vor allem die zahlreichen Strände am nördlichen Ufer ziehen alljährlich viele Besucher an. Wegen des steil abfallenden Ufers eignet sich der Süden dagegen weniger zum Baden. Hier können die Gäste dafür einen alten Leuchtturm erkunden.
Port-Gros
Eine Reise wert ist die Insel Port Cros, die zur Inselgruppe Îles d´Hyères gehört. Die Insel gehört fast vollständig zum Nationalpark Port Cros, der 1963 eingerichtet wurde. Es handelt sich um den ersten Nationalpark Europas, der Flächen auf dem Land und im Wasser umfasst. Vor allem im 19. Jahrhundert war Port Cros ein begehrtes Ziel prominenter Künstler zur Sommerfrische.
Orte im Departement Var
Cogolin
Auch wenn Cogolin mit ihren rund 11.000 Einwohnern eine klassische Arbeiterstadt ist, bietet sie den Besuchern manche Perlen wie ihre Torwege aus Marmor oder die Kirche, die im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Ein Museum im Erdgeschoss des Kinos widmet sich dem Schaffen des Komikers Raimu.
Fréjus
Dass die heutige 50.000-Einwohner-Stadt Fréjus in der Antike eine außerordentliche Rolle gespielt hat, zeigt die Arena aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert. Bis zu 10.000 Zuschauer konnten in der 114 Meter langen und 82 Meter breiten Anlage Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen verfolgen.
Sehenswürdigkeiten
Pierre de la Fée
Der Sage nach hat eine Fee den Pierre de la Fée geschaffen, um einem Liebespaar Schutz vor der Witterung zu bieten. Nachdem dort Knochen und Schmuckstücke gefunden wurden, wird dem Dolmen auch eine wichtige Rolle in keltischen Fruchtbarkeitsriten zugeschrieben.
Saint-Raphael
Eine Besonderheit stellt die romanisch-provenzialische Kirche der Hafenstadt Saint Raphael auf: Sie wurde als Gotteshaus und Festung genutzt. Weil sich der Bau stilistisch an den Burgen der Templer orientiert, wird sie oft eine Templerkirche genannt.
Saint Tropez
Schon seit dem 19. Jahrhundert gilt das mondäne Saint Tropez als Treffpunkt der internationalen kulturellen Szene. Paul Signac, der zahlreiche Kollegen an die Cote d´Azur holte, ist dieser Status zu verdanken. Vor allem seit den 1950er Jahren ist Saint Tropez ein Kult-Treff für die High Society.
Toulon
Verwaltungssitz des Departements Var ist die Küstenstadt Toulon. Das Heinrich-Heine Denkmal, das sich heute in Toulon befindet, hat eine relativ bewegte Vergangenheit: Ursprünglich hatte es die österreichische Kaiserin Sissi für ihre Residenz auf Korfu anfertigen lassen. Nachdem Kaiser Wilhelm II. das Schloss gekauft hatte, kam das Denkmal zunächst nach Hamburg, später nach Toulon.
Die Calanques
Eine einmalige Küstenlandschaft offenbart sich an der provenzalischen Mittelmeerküste: Bei den Calanques handelt es sich um enge und steilwandige Küsteneinschnitte, die ein ganz eigenes Ökosystem darstellen.
Das Besondere: Weil es in den Calanques kaum Boden gibt, sind die Pflanzen, die hier wachsen, förmlich mit dem Gestein verwachsen. Alljährlich erkunden Millionen von Touristen die Calanques zu jeder Jahreszeit auf den zahlreichen Wanderwegen der Region. Auch bei Kletterern ist die zerklüftete Felsenlandschaft beliebt. Allerdings gibt es eine zeitliche Einschränkung: Zwischen Juli und Mitte September sind die Calanques wegen der Brandgefahr gesperrt. Lediglich der Wanderweg an der Küste kann während des Sommers genutzt werden.
Zu den beeindruckendsten Landschaften der Calanques gehört der 20 Kilometer lange Küstenabschnitt zwischen Marseille und Cassif, der als Massif des Calanques bekannt ist. Die Küste ist sehr zerklüftet und erinnert fast an skandinavische Fjorde.
Unterseeische Höhlenmalereien
Bekannt ist die Calanque von Morgiou dank der Henry-Cosquer-Höhle. Entdeckt wurde diese Höhle, die 37 Meter unter dem Meeresspiegel liegen, erst 1985. Die spektakulären Höhlenmalereien hatte Henri Cosquer erst 1991, nach zahlreichen Tauchgängen, entdeckt. Die Höhle steht unter strengem Naturschutz und darf nicht betreten werden.
nach obenGrand Canyon du Verdon
Einzigartig in ganz Europa ist der Grand Canyon du Verdon, der gern mit dem Grand Canyon in den USA verglichen wird. Es handelt sich um einen 21 Kilometer langen Canyon, der an seiner spektakulärsten Stelle eine Tiefe von 700 Metern erreicht. Überboten wird der Grand Canyon du Verdon nur noch von der Tara Schlucht in Montenegro, die auf einer Länge von 78 Kilometern eine Tiefe von bis zu 1.300 Metern erreicht.
So ist der Grand Canyon du Verdon entstanden
Während der Trias-Zeit, also vor etwa 200 Millionen Jahren hatte sich die Provence abgesenkt und wurde vom Meer überflutet. In den folgenden erdgeschichtlichen Zeitaltern hatten sich mächtige Korallenbänke gebildet. Am Ende der jüngsten Eiszeit formten die gewaltigen Wassermassen der Gletscher die Landschaft und schnitten tiefe Täler in das weiche Gestein.
Nachdem der Fluss Verdon 1973 in mehreren Seen aufgestaut wurde, ist in der Schlucht ein wahres Paradies für Aktivurlauber entstanden. Erst recht, seitdem der Grand Canyon de Verdon am 7. Mai 1990 zum Naturschutzgebiet ernannt wurde.
Aktivitäten im Grand Canyon du Verdon
Ideale Voraussetzungen für Wassersportler bieten die Verdon und der Stausee Lac de Sainte-Croix. Der Fluss ist bei Raftern und Wildwasserschwimmern sehr beliebt, der Stausee lässt sich auch mit normalen Ruderbooten befahren.
Wandern und Klettern sind die beliebtesten Aktivitäten an Land. Die Wanderwege haben keinen allzu hohen Schwierigkeitsgrad, die Wanderer müssen allerdings mit einer Marschzeit von bis zu sechs Stunden rechnen und sollten feste Schuhe haben. Das beeindruckende Panorama des Grand Canyon du Verdon macht ihn außerdem zum beliebten Ziel von Mountainbikern, Motorradfahrern und Paraglidern.
Sportkletterer finden im Grand Canyon du Verdon zahlreiche Routen für Fortgeschrittene. Die Routen weisen den Schwierigkeitsgrad 10 oder höher auf. Für Anfänger empfiehlt es sich eher, an den Kletterfelsen bei La Palud und Aiduines zu üben. Die Schwierigkeitsgrade bewegen sich hier zwischen 4 und 7.
Freunde des Canyoning finden in Moustiers und La Palud Anbieter, die geführte Canyoning-Touren anbieten. Zwischen La Palud und La Maline befindet sich ein trockener Canyon, der so manches Highlight wie Seilrutschen beim Abseilen bietet. Den Ausstieg aus der Schlucht bewältigen sie durch einen 300 Meter hohen Aufstieg oder den Abstieg in den Verdon. Diese Alternative empfiehlt sich jedoch nur für geübte Schwimmer.
Orte im Grand Canyon du Veron
Direkt über dem Lac de Sainte Crox schmiegt sich das pittoreske Moustiers-Sainte-Marie an den Felsen. Während des 17. und 18. Jahrhunderts war der Ort eine Hochburg der Fayencekunst. Die alten Geheimnisse dieser Form der Keramikproduktion können die Gäste im Fayence-Museum entdecken.
Aiguines
Südöstlich des Lac de Sainte-Croix liegt die 260-Einwohner-Gemeinde Aiguines. Die Besucher erleben hier den typischen Charme eines kleinen, französischen Dorfes.
Den Grand Canyon du Verdon entdecken
Ein guter Einstieg in die Welt des Grand Canyon du Verdon ist der Pont de Galates an der Mündung der Verdon in den Lac de Sainte-Croix. Die Gäste können von hier aus mit Tretbooten oder Kajaks tiefer in die Schlucht fahren. Die nördliche Route führt von Moustiers nach Castellane, während die südlich Route zwischen Castellane und dem Point Sublime startet und nach Aiguines führt.
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nach obenGeschichtliches zu Napoleon und der Route Napoléon
Die Person des Napoleon Bonaparte fasziniert die Menschen bis heute. In den Wirren der Französischen Revolution hatte der Korse eine rasche militärische Karriere gemacht. Seine Erfolge auf dem Schlachtfeld machten ihn so beliebt, dass er sich 1804 mit Rückendeckung des Volkes zum Kaiser ausrufen konnte. Seine innenpolitischen Reformen wie die Einführung des Code Civil haben europaweit Auswirkungen bis in die Gegenwart hinein. Selbst eine erzwungene Abdankung und die Verbannung nach Elba hinderten ihn nicht daran, erneut nach der Macht zu greifen, bevor er nach wenigen Monaten erneut zur Abdankung gezwungen war und auf die südatlantische Insel St. Helena verbannt wurde.
Napoleons Leben
Napoleons Vater Carlo Buonaparte, ein korsischer, italienischstämmiger Kleinadeliger, hatte an der Seite des Widerstandskämpfers Pascal Paoli für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Die Niederlage der Freiheitsbewegung hatte Napoleon als Kind und jungen Mann geprägt.
Wie sein Bruder Joseph, der Priester werden sollte, erhielt auch Napoleon ein Stipendium für die Ausbildung auf dem Festland. Wegen seiner korsischen und vergleichsweise ärmlicher Herkunft war er an der Brienner Kadettenschule ein Außenseiter.
Wegen seiner herausragenden Leistungen in Mathematik wurde er an der Militärschule École royale militaire in der Artillerie-Klasse aufgenommen. Das Offizierspatent erhielt Napoleon 1785 mit 16 Jahren. Vier Jahre später wurde er zum Anhänger der Revolution, wollte die Wirren aber in erster Linie nutzen, um Korsika zu befreien. Er engagierte sich politisch auf der Insel, wurde zum Führer der Nationalgarde und wurde mit seinen Truppen in Unruhen verwickelt. Er wurde zunächst aus der Armee entlassen, allerdings 1792 im Rang eines Hauptmanns wieder beim Militär aufgenommen. Nach einer gescheiterten militärischen Aktion musste Bonaparte 1792 nach Frankreich fliehen. Er arbeitete im November dieses Jahres einen Plan zur Eroberung der von Royalisten gehaltenen Stadt Toulon aus - damit legte er den Grundstein für seinen weiteren Aufstieg.
Der Aufstieg
Den Oberbefehl über die Italienarmee übernahm Napoleon am 11. März 1793. Seinen rund 40.000 demoralisierten und schlecht ausgerüsteten Truppen stand ein fast doppelt so großes Heer aus Österreich und Sardinien-Piemont gegenüber. Während die revolutionäre Armee einen totalen Krieg führte, kämpften die Feldherren der Gegner nach den Kriegstraditionen des 18. Jahrhunderts. Napoleon feierte einen überwältigenden Sieg und wurde teilweise auch von den Italienern als Befreier gefeiert. Nachdem die Österreicher zum Friedensschluss gezwungen waren, errichtete Napoleon französische Tochterstaaten in Italien.
Das nächste Ziel lautete Ägypten, um Großbritannien von der wichtigen Kolonie Indien zu trennen. Das Ziel konnte jedoch nicht erreicht werden: Admiral Nelson hatte die französische Flotte versenkt, die Ägypter empfanden die Franzosen als Eindringlinge und Napoleon geriet in Konflikt mit dem Osmanischen Reich. Napoleon ließ am 23. August 1799 seine Truppen zurück und kehrte nach Frankreich zurück. Dort wurde er als Volksheld gefeiert.
Im Zenit der Macht
Die innenpolitischen Wirren in Frankreich nutzte Napoleon, um sich zum Ersten Konsul ernennen zu lassen, der zunächst auf zehn Jahre gewählt wurde. Napoleon wurde damit im Dezember 1799 de Facto Alleinherrscher in Frankreich. Innenpolitisch reformierte Napoleon den Staat, außenpolitisch schloss er nach der Schlacht von Marengo Frieden mit Österreich, nach der Schlacht von Hohenlinden mit Russland und am 25. März 1802 schließlich auch mit Großbritannien.
Am 2. Dezember 1804 krönte sich Napoleon in Notre Dame zum Kaiser, nachdem die Kaiserwürde von einer Volksabstimmung beschlossen worden war. Außenpolitisch blieb Frankreich jedoch weiter isoliert: Im April schloss Zar Alexander I. einen Bund mit Großbritannien, dem sich auch Schweden, Österreich und Neapel anschlossen.
Die süddeutschen Länder schlossen sich den Franzosen an, während sich Preußen neutral verhielt. Zunächst marschierte Napoleon gen Wien und nahm die Hauptstadt der Habsburger am 13. November 1805 ein. Die Vorherrschaft über Europa sicherte er sich endgültig am 2. Dezember 1805 mit der Schlacht bei Austerlitz. Der Kaiser versuchte, seine Macht dadurch zu stärken, dass er Verwandte und treue Gefolgsleute zu Herrschern in den von Frankreich direkt abhängigen Staaten machte.
Preußen hatte inzwischen einen geheimen Bund mit Russland geschlossen und forderte Napoleon am 26. August 1806 auf, die Truppen hinter den Rhein zurückzuziehen. Für den französischen Herrscher bedeutete das eine Kriegserklärung. Er setzte sein Heer in Marsch und schlug die preußischen Truppen im Oktober 1806. Der Vormarsch nach Russland scheiterte jedoch an der Weite des Landes. Dieser Konflikt wurde deshalb am 7. Juli 1807 mit dem Frieden von Tilsit beendet.
Der Anfang vom Ende
In den folgenden Jahren versuchte Napoleon Bonaparte, Großbritannien wirtschaftlich zu treffen, indem er den Kontinent für britische Waren sperrte. Diese Kontinentalsperre konnte Russland aber aus wirtschaftlichen Gründen ab 1810 nicht mehr durchhalten. Die russisch-französischen Beziehungen verschlechterten sich und Napoleon machte monatelang für einen Feldzug gegen Russland mobil. Zusammen mit den Verbündeten stellte er ein rund 450.000 Mann starkes Heer auf - das größte in der europäischen Geschichte. Und wieder scheiterte er daran, dass sich die feindlichen Truppen zurückzogen und den Invasoren nur verbrannte Erde hinterließen. Nur 18.000 Soldaten kehrten zurück. Die Verbündeten wandten sich ab, sodass Napoleon am 12. April 1814 zur Abdankung gezwungen wurde.
Exil, Rückkehr und Verbannung
Der französische Senat ließ Napoleon Bonaparte den Titel des Kaisers, verbannte ihn aber im April 1814 nach Elba. Ein Jahr später nutzte er die Unzufriedenheit in Frankreich nach der Restauration durch Ludwig XVIII, um die Macht erneut an sich zu reißen.
Mit etwa 1.000 Getreuen landete er am 1. März 1815 bei Antibes und marschierte entlang des heutigen Verlaufs der Route Napoleon nach Paris. Die französischen Truppen liefen über, Napoleon wurde begeistert empfangen und er trat die "Herrschaft der 100 Tage an". Die vorherige Allianz hatte sich rasch erneuert und schlug Napoleon am 18. Juni 1815 vernichtend bei der Schlacht von Waterloo. Napoleon Bonaparte verlor nun in Frankreich jede Unterstützung und wurde nach St. Helena verbannt.
Die Route Napoléon
Die Route Napoléon wurde 1932 eröffnet und führt auf einer Länge von mehr als 300 Kilometern der Marschroute Napoleon Bonapartes und seiner Getreuen nach der Rückkehr auf Elba. Sie folgt zum größten Teil der Nationalstraße 85 zwischen Cannes und Grenoble, die 1909 gebaut wurde. Die Route Napoléon führt durch fünf Départements und zwei Regionen. Sie zählt zu den landschaftlich schönsten Routen Frankreichs. Markiert ist die Route Napoléon mit einem Adler am Straßenrand.
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