Porquerolles

Porquerolles: die Perle von Hyères

Mit einer Fläche von mehr als 12,5 Quadratkilometern ist Porquerolles das größte Eiland der Inselgruppe von Hèyeres. Die Inseln liegen vor der südfranzösischen Côte d´Azur und tragen wegen ihrer Klippen, die im Sonnenlicht golden schimmern, den Beinamen "Goldinseln".

Weil Porquerolles auf demselben geografischen Breitengrad liegt wie Cap Corse, herrscht hier ein südländisches Klima. Mit einer Länge von etwa 7,5 Kilometern und einer Breite von rund drei Kilometern besitzt Porquerolles eine etwa 30 Kilometer lange Küstenlinie. Porquerolles, der gleichnamige Ort, befindet sich im Norden der Insel, wo auch verschiedene Strände zum Relaxen und Erholen einladen.

Das Dorf und die Sehenswürdigkeiten

Etwa 350 Einwohner leben im Dorf Porquerolles, das auch den einzigen Hafen der Insel beherbergt. Er gilt als Inbegriff für die französische Gemütlichkeit und als absoluter Geheimtipp für einen Tagesausflug an der Cote d´Azur. Vom Dorf Porquerolles aus können die Besucher die Schönheit der Insel entdecken. Am besten machen sie das zu Fuß oder mit dem Rad, denn Autos gibt es auf Porquerolles fast nicht.

Sehenswert

Auf der gesamten Insel finden die Besucher Reste von Befestigungen ihrer Herren bis zurück zur Antike. Am besten erhalten sind die Anlagen, die unter Kardinal Richelieu entstanden. Dazu gehört das Fort Ste-Agathe, in dem ein Museum über die wechselhafte Geschichte der Insel untergebracht ist.

1971 kaufte der französische Staat die Insel aus Privatbesitz. Teilweise wurde Porquerolles dem Nationalpark Port-Cros angegliedert, der seit 1963 besteht. Dabei handelt es sich um den europaweit ersten Nationalpark, in dem Land- und Meeresflächen in einer gemeinsamen Schutzzone vereinigt sind. Bekannt ist der Nationalpark Port-Cros für seinen Artenreichtum mit teilweise endemischen Arten. Beispielsweise soll hier die Mittelmeer-Mönchsrobbe, das seltenste Säugetier in Europa, eine neue Heimat finden.

Die Strände von Porquerolles

Lediglich die steil ins Meer abfallende Südküste von Porquerolles ist für Badeurlauber eher ungeeignet. Ansonsten finden sie überall auf der Insel traumhafte Strände und Gelegenheiten zum Baden. Die bekanntesten und offiziellen Strände sind der Plage d´Argent, der Plage de la Cortade und der Plage Notre Dame.

Aktivitäten auf Porquerolles

Wanderern steht ein Wegenetz von mehr als 50 Kilometern offen. Am bekanntesten sind die beiden Inselrundwege. Sie führen den Wanderer in jeweils rund fünf Stunden vom Dorf Porquerolles aus über einen Teil der Insel.

Radfahrer können die Natur auf den Wegen und Schotterpisten genießen, weil auf Porquerolles nur wenige Autos unterwegs sind. Räder sollten sie sich vor Ort ausleihen, weil der Transfer auf der Fähre für Räder teurer ist als das Ausleihen. Sie sollten für ausgedehnte Touren auch ausreichend Proviant mitnehmen. Segler aus allen Himmelsrichtungen steuern Porquerolles an, weil sie die typisch französische Lebensart auf der Insel schätzen. Der Hafen bietet ihnen mehr als 600 Liegeplätze. Außerdem gibt es verschiedene geschützte Buchten, in welchen sie ankern können.

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Porquerolles und die Sehenswürdigkeiten

Porquerolles

Der Hafenort Porquerolles mit rund 350 Einwohnern gilt als Inbegriff für die französische Gemütlichkeit. Der Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel für Urlaubsgäste und Prominente an der Cote d´Azur. Rund um den Place Principal finden die Besucher zahlreiche Restaurants und Kunsthandwerker. Ausflugsgäste sollten vom Festland sicherheitshalber Getränke mitbringen, wenn sie vom Dorf Porquerolles aus die Insel erkunden wollen, denn es herrscht chronischer Wassermangel. Eukalyptus und Pinien unterstreichen den südländischen Charme des Dorfes. Sehenswert ist die Kirche Sainte-Anne, die 1851 errichtet wurde. Vom Dorf aus können die Gäste außerdem zum Leuchtturm von Porquerolles wandern, der im Süden am Cap d´Arme steht.

Die Festungen

In der beginnenden Neuzeit galt Porquerolles als Schlupfwinkel für Piraten. Deshalb ließen Fracois I. und Kardinal Richelieu auf Port-Cros und Porquerolles Forts errichten, die auch der Verteidigung gegen die Spanier dienten. Ein Museum, in dem die Geschichte der Insel dargestellt wird, befindet sich im Fort Ste-Aghate. Kardinal Richelieu bestimmte als Erster Minister die Politik Frankreichs unter König Ludwig XII.

Der Nationalpark Port-Cros

Seit 1971 steht Porquerolles unter dem Schutz des Instituts für Meeresbotanik und des Nationalparks Port-Cros. Dieser wurde am 14. Februar 1963 von Präsident Georges Pompidou gegründet und gilt als erster Nationalpark in Europa, in dem Zonen an Land und im Wasser vereint sind. Der Nationalpark Port-Cros erstreckt sich über eine Landfläche von 700 Hektar und eine Wasserfläche von 1.288 Hektar. Davon liegen insgesamt etwa 1.000 Hektar auf Porquerolles.

Bekannt ist der Nationalpark Port Cros für seinen Artenreichtum. So beherbergt er rund 530 verschiedene Pflanzenarten, darunter einige endemische. Auch für Vogelkundler ist der Nationalpark Port Cros ein beliebtes Ziel. 21 Arten, etwa einige Falken oder Nachtigallen, brüten im Gebiet des Parks. Auch zahlreiche Arten von Geckos sind im Nationalpark zu Hause, darunter ebenfalls einige, die auf dem Festland nicht vorkommen. Wieder angesiedelt werden soll die Mittelmeer-Mönchsrobbe, die inzwischen vom Aussterben bedroht ist. Der Grund dafür ist die starke Verschmutzung ihres Lebensraumes und die Bejagung durch Fischer. Heute leben noch maximal 400 Tiere, womit die Mittelmeer-Mönchsrobbe das seltenste Säugetier in Europa ist.

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Strände auf Porquerolles

Die südliche Küste von Porquerolles eignet sich wegen der steil ins Meer abfallenden Küste für einen Badeurlaub eher weniger. Dafür befinden sich im Norden der Insel zahlreiche malerische Sandstrände.

Plage d´Argent

Nicht weit vom Dorf entfernt liegt der Plage d´Argent. Die Besucher erwartet sehr feiner, weißer Sand. Dank der Kombination aus weißem Sand und türkisfarbenem Wasser vergleichen ihn viele Badegäste mit einem pazifischen Strand. In den Sommermonaten ist der Strand sehr gut besucht.

Plage de la Cortade

Die Plage de la Courtade liegt im Westen und ist der größte Strand auf Porquerolles. Der weiße Sandstrand wird von Eukalyptusbäumen gesäumt.

Plage Notre Dame

Dieser Strand ist sehr viel ruhiger als die beiden anderen Strände auf Porquerolles. Gesäumt wird der Strand von Pinienhainen. Weil hier ein Wiederaufforstungsprogramm läuft, gelten hier besondere Umweltschutz-Auflagen. Die Besucher müssen beispielsweise auf den ausgeschilderten Wegen bleiben.

Weitere Bademöglichkeiten

Porquerolles bietet neben den drei ausgewiesenen Badestränden ihren Gästen noch zahlreiche weitere Strände und Bademöglichkeiten entlang der gesamten Küstenlinie. Die Besucher können sie bei ausgedehnten Wanderungen oder Radtouren entdecken.

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Wanderungen – die Insel erwandern und entdecken

Weil die Insel Porquerolles nahezu autofrei ist - die Inselbewohner haben insgesamt nur etwa 100 Fahrzeuge zugelassen - erleben Wanderer einen ungetrübten Naturgenuss. Wanderer finden ein gut ausgebautes und mehr als 50 Kilometer langes Netz an Wanderwegen vor. Dazu gehört neben den Rundwegen auch ein Pfad zum Leuchtturm. Eine vollständige Übersicht über die Wanderwege gibt es beim Bureau d´Information Porquerollais, am Hafen.

Die Rundwege

Der westliche Rundweg führt den Wanderer auf einer Länge von circa zehn Kilometern über Porquerolles. Sie müssen dafür etwa fünf Stunden einkalkulieren. Der Weg führt zunächst vom Dorf aus durch Olivenhaine zum Leuchtturm auf Cap d´Arme. Hier verlassen die Wanderer die Straße und marschieren in Richtung des Nationalen Botanischen Konservatoriums.

An den Klippen entlang führt der Weg durch den Maquis, die typische Pflanzenwelt der Mittelmeerinseln. Dabei handelt es sich um einen ursprünglich undurchdringlichen Buschwald. Weil im Maquis zahlreiche Gesetzlose und Banditen eine Zuflucht fanden, wird der Begriff bis heute als Synonym für eine Untergrundbewegung verwendet.

Sobald der Wanderer den Mont d´Esterly überquert hat, erreicht er den westlichsten Punkt von Porquerolles. Hier befindet sich die Halbinsel mit dem Strand von Grand Langoustier. Sie finden hier die Reste einer Festungsanlage, die unter Kardinal Richelieu erbaut worden war. Von hier aus führt der Weg weiter in Richtung Plage d´Argent und schließlich zurück in das Dorf Porquerolles.

Der östliche Rundweg ist mit 12,4 Kilometern etwas länger und lässt sich mit einer reinen Gehzeit von etwa fünfeinhalb Stunden bewältigen. Bis zum Leuchtturm führt er auf der selben Route wie der westliche Rundweg. Von hier aus führt er weiter nach Osten zur sehenswerten Calanque de l´Indienne und zur Calanque del´Oustaou de Diou. Sobald sie den Mont des Salins überquert haben, erreichen die Wanderer das Landesinnere und schließlich den Plages Notre Dame. Über Alycastre, Lequin und den Strand von La Courtade führt der Weg schließlich wieder zurück zum Hafen von Porquerolles.

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Aktivitäten rund um die Insel Porquerolles und die französische Lebensart genießen

Die Insel Porquerolles gilt als wahres Paradies für Erholungsuchende. Deshalb bieten sich neben Baden auch weitere Aktivitäten in der Natur wie Wandern oder Radfahren an. Auch bei Seglern ist sie ein beliebtes Ziel.

Radfahren

Am bequemsten lässt sich Poquerolle mit dem Fahrrad erkunden. Weil die Insel so gut wie autofrei ist, können Radfahrer die Natur ungetrübt auf den Wegen und Schotterpisten genießen. Radfahrer sollten ihre Räder auf der Insel mieten, das ist günstiger als der Transfer mit der Fähre. Radfahrer müssen etwa zwei Tage einkalkulieren, um die komplette Insel zu erkunden. Allerdings sollten sie genügend Vorräte, vor allem Getränke mitbringen. Denn unterwegs finden sie fast keine Möglichkeit zur Verpflegung, zudem herrscht auf Porquerolles eine chronische Wasserknappheit.

Segeln

Porquerolles ist ein beliebtes Ziel für Segler, die von den umliegenden Häfen wie Hyeres oder Toulon starten. Während der Hauptsaison sind die 590 Liege- und 90 Bojenplätze in der Regel belegt. Allerdings gibt es im Norden, Osten und Westen von Porquerolle auch zahlreiche geschützte Buchten, wo sie vor Anker gehen können. Allerdings gibt es strikte Regelungen, wie die Ufer genutzt werden dürfen. Infos dazu gibt es etwa beim Office de Tourisme in Hyères.

Französische Lebensart

Fröhlichkeit, Gelassenheit sowie die Freude an kulinarischen Genüssen kombiniert mit Geselligkeit zeichnen die französische Lebensart aus. Während sich die Franzosen auf dem Festland gern in Bistros treffen, um einen Kaffee, ein belegtes Baguette oder ein Gläschen guten Weins zu genießen, sind das auf Porquerolle die Restaurants am Hafen.

Sobald die letzten Tagestouristen mit der letzten Fähre um 19.30 Uhr gen Festland fahren, treffen sich hier die Einheimischen. Für sich selbst und ihre Gäste setzen die Restaurants auf einheimische Produkte, wo es nur geht. Die Favoriten sind fangfrischer Fisch aus dem Mittelmeer, der stilgerecht mit einheimischem Olivenöl zubereitet wird. Das Weingut Domaine de la Courtade liefert den passenden edlen Tropfen dazu.

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Aus der Geschichte der Insel Porquerolles

Auf den ersten Blick erscheint die Geschichte von Porquerolles sehr jung zu sein. Denn erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließen sich ehemalige Soldaten aus dem Heer Napoleons hier nieder. Doch wie archäologische Funde belegen, war Porquerolles einst ein wahrer Schmelztiegel der Kulturen.

In der Antike

Zu den Völkern, die im Altertum auf Porquerolles siedelten, gehören Kelten, Etrusker, Ligurier, Griechen, aber auch Römer. Beispielsweise errichtete die griechische Kolonie in Marseille auf Porquerolles einen Hafen mit einem befestigten Marktplatz.

Die Griechen errichteten rund um ihre Kolonien Satellitenhäfen als Zwischenstation und zur Sicherung der eigentlichen Kolonie. Die Befestigung auf Porquerolles beispielsweise diente zur Abwehr von Piraten aus Gallien. Eine wichtige Station blieb Porquerolles auch für die Römer, welche die Insel im ersten vorchristlichen Jahrhundert übernahmen. Mehr als ein halbes Jahrtausend, nachdem die Stadt aufgegeben wurde, errichteten die Zisterzienser eine Abtei auf Porquerolles.

Porquerolles in der Neuzeit

Bis zum Ende der 1930er Jahre befand sich Porquerolle im Privatbesitz des belgischen Ingenieurs Jean-Francois-Joseph Forunier, der die Insel als sein privates Fürstentum betrachtete. Schließlich erwarb der französische Staat unter der Präsidentschaft von Georges Pompidou Porquerolles. Unverzüglich wurden große Teile der Insel dem Nationalpark Port Cros angegliedert. Deshalb konnte sich Porquerolles seinen ursprünglichen Charme bis heute bewahren.

An die facettenreiche Vergangenheit erinnern die Reste von Festungsanlagen, die über die ganze Insel verstreut liegen. Als wichtigster Festungsbauer der Neuzeit gilt Kardinal Richelieu. Der Machmensch diente unter König Ludwig XIII. gilt als Wegbereiter des Absolutismus und richtete sein politisches Wirken vollständig auf die Stärkung der französischen Zentralmacht aus. Beispielsweise beschnitt er die Rechte der Protestanten in Frankreich massiv und schaltete somit die Hugenotten als Machtfaktor aus. Das wiederum hinderte ihn allerdings nicht daran, während des 30järhigen Krieges ein Bündnis mit dem protestantischen Schweden einzugehen. Damit wollte er die Vormacht der österreichischen Habsburger in Europa brechen.

Die Gäste können auf Porquerolles auch einheimischen Wein aus dem Gut Domaine de la Courtade genießen, der unter Kennern einen hervorragenden Ruf genießt. Gegründet wurde das Weingut, weil zum Schutz vor Waldbränden Land gerodet und mit Weinreben bepflanzt wurde.

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