Madrid – Hauptstadt von Spanien
Inhaltsverzeichnis
- Madrid – Hauptstadt von Spanien
- Santa María la Real de La Almudena!
- Puerta del Sol – Tor der Sonne!
- Plaza de Cibeles
- Estadio Santiago Bernabéu
- Der Tempel von Debod
- Estación de Puerta de Atocha
- Palacio Real in Madrid
- Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial
- Parque del Buen Retiro in Madrid
- Toledo
- Ávila und Segovia
- Alcalá de Henares
- Die Universitätsstadt Salamanca
- Palacio Real de Aranjuez
- Nachtleben von Madrid
- Impossante Bauten in Madrid!
- Museen in Madrid
- Natur und Sport in und um Madrid
- Metro, die U-Bahn von Madrid
- Einkaufen und Essen in Madrid
Madrid – sehenswerte Hauptstadt von Spanien
Allgemeines über Madrid!
Die Hauptstadt Spaniens, Madrid, liegt im Mittelpunkt Spaniens. Mit einer Fläche von 605.770 km² und mit ca. sechs Millionen Einwohnern, den Madrilenen, ist Madrid eine der größten Städte Europas, alleine ohne seine Vororte, die drittgrößte in der Europäischen Union. Als Sitz der spanischen Regierung seit einigen Jahrhunderten, hinsichtlich der Geografie, der Politik und der Kultur, liegt das Zentrum Spaniens inmitten der geschichtsträchtigen Landschaft Kastiliens. Hier residieren neben dem König, wichtige Militär- und Verwaltungsbehörden sowie ein katholischer Erzbischof. Madrid hat ebenso nationale wie internationale Bedeutung als Handels- und Finanzzentrum.

Der königliche Palast in Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Dirk Pollzien
Die Stadt verfügt über sechs öffentliche Universitäten sowie andere Hochschulen, Kultureinrichtungen, Museen und Theater. Die Stadt wird von einem kleinen Fluss mit Namen Manzanares durchflossen. Die Sierra de Guadarrama erhebt sich nordwestlich von Madrid, die im Penalara (ein Naturpark) bis 2.429 m hoch herausragen. Östlich der Stadt fließt der Henares, durch dessen Tal die Eisen- und Autobahnen nach Saragossa und Barcelona führen. Tolede, die alte kastilische Hauptstadt, die zur autonomen Region Castilla-La Manch gehört, liegt ca. 50 km südlich von Madrid. In Madrid herrscht kontinentales Klima, d. h., die Sommer sind trocken und sehr heiß, die Winter jedoch viel kälter als in den Städten am Mittelmeer, was seiner hohen Lage von 667 m über dem Meeresspiegel zuzuschreiben ist. Die Durchschnittstemperatur im Januar liegt bei ca. 5 °C und im Juli bei ca. 24 °C.

Puerta de Alcala bei Nacht
Quelle: pixelio.de Fotograf: beata wr-bel
Madrid selbst ist in 21 Stadtbezirke unterteilt, diese Stadtbezirke wiederum in verschiedene Stadtteile, die "Barrios", gegliedert sind. Neben Flugzeug-, Fahrzeug-, Textil-, Chemischer- und Nahrungsmittelindustrie, ist Madrid der größte Verkehrs- und Eisenbahnknotenpunkt mit zwei Personenbahnhöfen, Atocha und Chamartin, sowie dem Rangierbahnhof Vicálvaro, in ganz Spanien. Außerdem verfügt Madrid über eines der größten U-Bahnnetze der Welt, dazu gehört die Stadtbahn Metro Ligero, für die Stadtteile und für die Vororte das Cercanias-Vorortbahnsystem. Im Nordosten der Stadt, ca. 12 km vom Stadtzentrum entfernt, liegt der International Flughafen Barajas, der mit der Metro schnell zu erreichen ist.
Die Stadt Madrid kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, dessen Zeugen sich in den vielen Sehenswürdigkeiten spiegeln. Neben prachtvollen Straßen und Plätzen gibt es viele Museen und Bildungseinrichtungen, wie Universitäten und u. a. die Akademien der Schönen Künste, der Naturwissenschaften und der Sprachen sowie die Königlich Spanische Akademie. Ein Denkmal auf der Plaza de la Puerta del Sol, ist das Wappen der Stadt dargestellt ist ein Braunbär, dem "oso pardo", der sich gegen einen Erdbeerbaum lehnt, dessen Symbolik die Einigkeit und Bedeutung des Klerus im Baum wiedergibt, den Adel symbolisiert der Bär, beide teilten im Mittelalter Madrid und sein Umland zwischen sich auf. Im Fußballclub Atlético Madrid, findet sich das Wappen ebenfalls wieder.
nach obenSanta María la Real de La Almudena!

Diese Tür gehört zu der Kathedrale in Madrid.
Almudena ist die Patronin der Stadt
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Diese römisch-katholische Kathedrale in Madrid hat schon einige Besonderheiten vorzuweisen. Erste Pläne für den Bau der Kirche wurden bereits im 16. Jahrhundert gemacht, doch der eigentliche Bau begann nicht vor dem 18. Jahrhundert und endete erst 1993. Zu dieser Zeit wurde sie nämlich von Papst Johannes Paul II., dessen Denkmal vor der Kathedrale steht, geweiht und zur Bischofskirche des Erzbistums Madrid ernannt. – Bereits im März 1885, vorher hatte die Colegiata des San Isidor als provisorische Kathedrale gedient, das Bistum Madrid aus dem Erzbistum Toledo ausgegliedert und im März 1964 durch Papst Paul VI. zum Erzbistum ohne Sitz eines Oberbischofs erhoben. Von Johannes Paul II. wurde im Juli 1991 die Kirchenprovinz Madrid geschaffen und das Erzbistum Madrid zum Haupterzbistum ernannt, dem andere Bistümer als Verwaltungsbezirk unterstellt wurden.
Der spanische Kunstmaler Kiko Argüello, der eigentlich Francisco José Gómez Argüello Wirtz heißt, ein ehemaliger Schüler Pablo Picassos, an der königlichen Universität von San Fernando in Madrid, und einer der Gründer des Neokatechumenalen Wegs, einem Wegbereiter zur Bildung einer christlichen Lebensart innerhalb der römisch-katholischen Kirche, hat das Innere der Almudena-Kathedrale mit einem einzigartigen, modernen Pop-Art-Dekor gestaltet. Die Kirche wurde im neugotischen Stil, auch Neogotik oder Gothic Revival genannt, begonnen, d. h., im Architekturstil des 19. Jahrhunderts, der auf verschiedene Stile der vergangenen zwei Jahrtausende zurückgreift, wurde diese dann endgültig im Stil des Neoklassizismus, des letzten einheitlichen Kunst-und Architekturstils im frühen 20. Jahrhundert, beendet, damit wurde die Kathedrale stilistisch dem angrenzenden Königspalast angepasst. Obwohl der Königspalast und die Kathedrale den Eindruck einer geplanten Architektur vermitteln, ist die Kirche viel jünger als das eigentliche Schloss. Sie wurde dem Schutzheiligen der Stadt San Isidro gewidmet und erst im Jahre 1993 zur Kathedrale. Das bauliche Gegengewicht zum Schloss, bildet die, zum Schloss zeigende, Hauptfassade mit ihren Doppeltürmen, die mit ihren Säulen versehenen Galerien, den Fassaden des Palastes entspricht.
Das wohl größte Ereignis seit der Fertigstellung dieser Kathedrale war wohl die Hochzeit des spanischen Thronprinzens Felipe von Spanien, dem Sohn von König Juan Carlos I. von Spanien und dessen Gemahlin Sophia, und seiner Frau Letizia Ortiz Rocasolano, eine Tochter des spanischen Journalisten Jesus Ortiz und seiner Ehefrau Paloma Rocasolano, die durch die Heirat den Titel "Fürstin von Asturien" erhielt.
nach obenPuerta del Sol – Tor der Sonne!

Wegen der vielen Bären, die es in den Wäldern um
Madrid gab, ist es seit dem Mittelalter das
Wahrzeichen und Symbol der Stadt Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Dieser Platz in Madrid ist der wohl am meisten von Besuchern frequentierte Platz der Stadt, neben dem Wahrzeichen, der 4 m hohen Statue "Oso y el Manrono", der Bär und der Erdbeerbaum, des Künstlers Antonio Navarro Santa Fe, befindet sich hier auch der heutige Sitz der Regierung, der Comunidad de Madrid, der in der Casa de Correos, untergebracht ist, auf deren Turm eine Uhr angebracht ist. Diese Uhr läutet traditionell mit 12 Glockenschlägen ins neue Jahr, wobei jeder Spanier jeweils eine Traube, las 12 uvas, zu jedem Glockenschlag isst. Seit 1962 wird dieses Silvesterereignis jedes Jahr im Fernsehen übertragen. Außerdem ist die Puerta del Sol der Schauplatz von zwei einschneidenden, geschichtlichen Momenten, 1912 der Anschlag auf den Präsidenten des Ministerrates, José Canalejas sowie 1931 die Proklamation der zweiten spanischen Republik.
Die Puerta del Sol erhielt ihren Namen nach einem Abbild der Sonne auf einem der Eingangspforten, die so aufgestellt wurde, dass der Eingang nach Osten in Richtung Sonnenaufgang zeigt. Diese Eingangspforte war ein Teil einer Einzäunung mittelalterlicher Vorstädte, die sich seit dem 12. Jahrhundert, außerhalb der Stadtmauern ausgebreitet hatten. Obwohl sich das Umfeld um die Puerta del Sol zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert zu einer Art Treffpunkt entwickelte, wo sich eines der bekanntesten Klatschlokale, die Gradas de San Felipe, befand, war die Puerta del Sol doch eigentlich kein Platz wie die Plaza Mayor und war nur halb so groß wie heute.
Die Puerta del Sol wurde seit dem 18. Jahrhundert bis heute mehre Male umgestaltet, begonnen hatte dies in den Jahren von 1766-1768, als von dem französischen Architekten Jacques Marquet das Casa des Correos erbaut wurde, was eigentlich Postamt bedeutet, und den Ausgang für die heutige Struktur bildete und ihre zunehmende Bedeutung als zentraler Ort in Madrid. Zwischen 1857 und 1862 wurde dann der Platz durch die Architekten Lucio del Valle, Juan Rivera und José Morer komplett neu gestaltet, wodurch der Platz sein heutiges Aussehen bekam, indem die Bauart des Casa de Correos an den Wohngebäuden auf der anderen Seite in Form eines Halbkreises beibehalten wurde. Durch Manuel Herrero Palacios, wurde der Platz 1959, noch einmal verändert, indem in seiner Mitte Brunnenanlagen mit Bepflanzungen errichtet wurden. Eine letzte Neugestaltung, indem der Bereich der Fußgängerzone sichtlich erweitert wurde, fand im Jahre 1986 statt.
nach obenPlaza de Cibeles

Der galizische Architekt Antonio Palacios hat Madrid im
20 Jahrhundert seinen ganz persönlichen Stil verliehen.
Dieses Gebäude war einmal die Post
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Dieser Platz wurde einige Male umbenannt, bis ca. 1900 nannte er sich Plaza de Madrid, danach Plaza de Castelar und nun Plaza de Cibeles, der sich an der Kreuzung von Calle Alcalá, Paseo de Recoletos und Paseo del Prado befindet. Ein Platz mit bedeutenden Gebäuden wie das Heeres-Hauptquartier, der Palacio de Buenavista, der durch einen gepflegten Park, einem hohen Gitter und Wachposten vom Trubel der verkehrsreichsten Zone der Stadt, abgeschirmt ist, der Palacio de Comunicaciones, dem ehemaligen Hauptpostamt von Madrid, das von 1905-1917 von Antonio Palacios und Juliá Otamendi im nachempfundenen Monumentalstil erbaut wurde, dem gegenüber hat die Staatsbank Spaniens im Stil französischer Gebäude des 19. Jahrhunderts, die Banca Espana, ihren Sitz, oder der Palacio de Linares, der heute die Casa de América, einer Art Kulturzentrum, beherbergt, in dem sehr häufig Kulturveranstaltungen durchgeführt werden, die mit Lateinamerika in Verbindung stehen. Die Plaza de Cibeles ist ein Ort der spanischen Hauptstadt, wo der Charakter von Ansichtskarten deutlich herausgestellt wird. Seinen heutigen Namen verdankt der Platz, dem in der Mitte stehenden Brunnen, der Fuente de Cibeles, welcher der griechischen Göttin der Erde, Landwirtschaft und der Fruchtbarkeit, mit Namen Kybele geweiht ist. Die, auf einem Zugwagen stehende Göttin, die von einem Löwen gezogen wird, wurde von drei Baumeistern im Jahr 1782 errichtet, wobei jeder einen Teil des Brunnens konstruierte, Francisco Gutiérrez ist verantwortlich für die Göttin und den Wagen, Roberto de Michel für den Löwen und Miguel Ximénez für den Gesamtschmuck.
Wirklich berühmt wurde der Plaza de Cibeles, durch den Fußballklub Real Madrid, der hier seine Siege zu feiern pflegt, wie z. B. den Triumph in der Liga oder der Champions League. Der Real Madrid Club de Fútbol, ist laut einer Studie von BBDO Consulting (amerikanische Werbeagentur) mit einem Markenwert von über 1 Milliarde Euros, der wertvollste Fußballverein der Welt. Zumindest zählt Real Madrid zum erfolgreichsten Verein von Europa, was seine neun Erfolge im Landesmeisterpokal bzw. der UEFA Champions-League, zwei UEFA-Pokal-Siegen im Fußball und die acht Siege im Europapokal der Landesmeister, vier Mal Pokal der Pokalsieger und je einen Sieg im Korac-Cup sowie ULEB Cup, seiner Basketballsektion zu verdanken sind.
nach obenEstadio Santiago Bernabéu
Das Stadion wurde im Dezember 1947 als das "Nuevo Estadio Chamartin" mit 75.000 Plätzen feierlich eröffnet. Um den einstigen Vereinspräsidenten Santiago Bernabéu, der die Vision für dieses Stadion hatte, zu ehren, wurde das Stadion 1955 nach ihm umbenannt. Es ist die Wettkampfstätte des Fußballklubs Real Madrid und liegt inmitten der Stadt Madrid im Viertel Charmatin. Seit der Eröffnung wurde es mehrere Male erweitert oder umgebaut. Nachdem 1953 das Stadion auf 125.000 Plätze erweitert wurde, verringerte sich die Kapazität zur Fußball-WM 1982 durch die Umwandlung der Haupt- und Gegentribüne von Steh- in Sitzplätze auf 90.000, wobei gleichzeitig auch alle Plätze überdacht und renoviert wurden. Aber der Renovierung noch nicht genug wurde 1992 die Kapazität wieder auf 106.500 Plätze erweitert und das Dach von 22 auf 45 m angehoben und angepasst und eine Rasenheizung installiert. Da es 1998 neue UEFA-Bestimmungen gab, mussten alle bisherigen Stehplätze zu Sitzplätzen umfunktioniert werden, dies führte dann wieder zu einer Reduzierung auf 74.300 Plätze.

Das Stadion, auch Santiago Bernabeu genannt, ist Sitz des Fussballclubs Real Madrid, und wurde im Jahr 1947 eingeweiht
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Im Jahr 2000 kam ein neuer Präsident und wieder begann ein Renovierungsprojekt, die Osttribüne wurde ausgebaut und erhöhte die Kapazität der Zuschauer auf 80.354 Plätze, es wurden neue Umkleiden, VIP-Logen, Ehrentribünen, Presseräume sowie Panoramaaufzüge und Fahrtreppen gebaut und die Tribünen erhielten Heizstrahler. Außerdem eröffnete der Verein ein angebautes Multifunktionsgebäude, mit Büros, Presseräume, TV-Sets und einem Adidas-Fanshop sowie kleinen Gastronomieeinrichtungen und drei Restaurants. Seitdem die letzte Modernisierung durchgeführt wurde, hat der Verein zwischen 2000-2006 insgesamt 129 Millionen Euro investiert. Das Stadion hat nun seit 2007 die höchste Klassifizierung des Europäischen Fußballverbandes, eines UEFA-Elite-Stadions und wurde im März 2008 als Austragungsort für das Champions-League-Finale 2009/10 ausgewählt.
Ein Highlight aus diesem Stadion war das berühmte Halbfinalspiel im April 1998 zwischen Madrid und Dortmund, was in die Fußballgeschichte eingegangen ist. Noch vor Anpfiff des Spiels ist eines der Tore zusammengebrochen, weil Fans einen Schutzzaun erklommen hatten, der beim Zerbersten, das daran befestigte Tor, umgerissen hat. 76 Minuten musste die beiden RTL-Moderatoren, Günther Jauch und Marcel Reif, die Wartezeit für den Neuaufbau eines Tores überbrücken, bis dann mit einer erheblichen Verspätung das Spiel endlich angepfiffen wurde. Die beiden Moderatoren wurden für ihre Leistung mit dem Bayerischen Fernsehpreis bedacht. Das Spiel endete dann mit 2:0 für Real Madrid, aber Borussia Dortmund legte keine Beschwerde bei der UEFA ein.
nach obenDer Tempel von Debod
Einige wertvolle ägyptische Monumente liefen 1960 Gefahr, beim Bau des Assuan-Staudammes in den Fluten zu versinken, daher hatte die UNESCO einen internationalen Hilferuf gestartet, das wertvolle Kulturerbe in Süd-Ägypten vom Untergang zu retten. Dazu gehörte auch der "Tempel von Debod", der nahe des ersten Nil-Kataraktes, ca. 15 km im Süden von Philae bei Debod, direkt am Ufer des Nils stand. Da die Spanier geholfen hatten, dass der Tempel von Abu Simbel erhalten blieb, wurde der "Tempel von Debod" von der damalige Regierung Ägyptens, 1968, an Spanien zum Geschenk gemacht. Bereits 1961 wurde der Tempel in seine sämtlichen Bestandteile zerlegt und auf der sogenannten Elefanteninsel nahe beim Staudamm aufbewahrt, bis 1970 die großen Blöcke nach Alexandria abtransportiert und auf einem Schiff nach Valencia und dann weiter nach Madrid verfrachtet wurden. Der Tempel von Debod wurde danach auf den ehemaligen Militärbaracken, nahe dem Campo del Moro und des Parque del Oeste, in einem der prächtigsten Parks von Madrid, wieder im Original aufgebaut. Diese, in Spanien, einzigartige Ausstellung ist seit 1972 öffentlich für jedermann und eine der wenigen beispielhaften, altägyptischen Architekturen, die an einem anderen Land als Ägypten selbst bestaunt werden können.
Der Tempel war ursprünglich teilweise ein Heiligtum, wo die Göttin Isis von Philae und der Gott Hor-pa-chered von Philae, verehrt wurden. Wobei der südliche Teil des Tempels partiell das Heiligtum bildete, der nördliche Teil jedoch war "Amun von Debod" geweiht. Der Erbauer des Tempels war Ptolemaios IV. Ein nubischer König ließ nahe bei Debod eine kleine Kapelle errichten, um den Gott "Amun von Ta-hut" zu ehren, deren Name war "Kapelle des Reliefs". Neben zwei Opferszenen, die aufzeigen, wie dem Gott Hor-pa-chered Speisen gereicht werden, enthielt die Kapelle außerdem Reliefs und eine Vielzahl von Inschriften. Immer wieder kamen neue Kammern zu der Anlage hinzu, die diverse ptolemäische Könige hinzu bauen ließen. Für den Bau des späteren Vorhofs war Kaiser Augustus verantwortlich. Alle Inhalte des Vorhofes, wie die Beschreibungen der Dekorationen oder der Inschriften, sind nur noch in den Aufzeichnungen von Reisenden, die Ägypten besuchten, nachzulesen. Die römischen Kaiser Hadrian und Tiberius haben aller Wahrscheinlichkeit nach, weitere Arbeiten zum Verschönern und Vergrößern der Tempelanlage beigetragen.
nach obenEstación de Puerta de Atocha

Estación de Puerta de Atocha
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Einer von den beiden großen Fernbahnhöfen Madrids ist der Bahnhof Atocha, der im Gegensatz zum Nordbahnhof Chamartin, in der Stadtmitte, an der Plaza Emperador Carlos V., liegt. Atocha ist einer der bedeutsamsten Verkehrsknotenpunkte der Metropole Madrid, denn nicht nur die Fern-und Hochgeschwindigkeitszüge, die aus dem Süden Spaniens kommen, halten hier neben den Regionalzügen auch sämtliche Cercanias, den S-Bahnlinien, des Umlandes sowie die Linie 1 der Metro Madrid. Der prächtige Kopfbahnhof Atocha, der zwischen 1888 und 1892 gebaut wurde, ist berühmt durch seinen Jugendstilbau und für die große, aus Glas und Gusseisen bestehende, Dachkonstruktion. Südlich davon wurde 1992 der neue Bahnhof in Betrieb genommen, seitdem wird ein tropischer Palmengarten als Wartehalle und Treffpunkt, unter dem Gewölbe der alten Bahnhofshalle genutzt.
Der heutige neue Bahnhof ist in zwei Bahnhofsformen aufgeteilt, oberirdisch ist er ein Kopfbahnhof und unterirdisch ein Durchgangsbahnhof, an den sich ein Tunnel mit vier Gleisen anschließt. Alle Fernzüge enden im oberirdischen Kopfbahnhof, wie auch der Hochgeschwindigkeitszug AVE nach Sevilla, was für Alta Velocidad Española steht, ein Markenname für das Hochgeschwindigkeitsnetz der spanischen Bahngesellschaft Renfe, was bereits Ende 2007 eine Länge von 1.543 km hatte und bis 2010 auf 2.230 km ausgebaut sein soll, um damit das längste Hochgeschwindigkeitsnetz der Welt, vor Japan und Frankreich, zu werden. Von allen Regionalzügen und die S-Bahnen wird der Durchgangsbahnhof genutzt, dessen Tunnel von Süden nach Norden quer durch die Stadt bis zum Bahnhof Chamartin führen, entlang der Hauptstraßen Paseo del Prado, Paseo de Recoletos und Paseo de la Castellana. Der Bau und die Planung dieses Tunnels dauerten Jahrzehnte, was die Madrilenen zum Anlass nahmen und den Tunnel als "Túnel de la risa", was so viel heißt wie Tunnel des Gelächters, zu bezeichnen.
Doch gibt es auch Trauriges in der Geschichte des Bahnhofs zu berichten, denn im März 2004, wurde der Bahnhof zur Stätte einer, von islamistischen Terroristen ausgelösten Bombenexplosion, wobei fast 200 Menschen ums Leben kamen und über 2.000 verletzt wurden. Der mutmaßliche Rädelsführer sprengte sich vier Wochen später bei einer Razzia in einem Vorort von Madrid in die Luft. Auch dabei verloren Menschen ihr Leben und wurden verletzt. Gegen Ende April 2004 war die Tat nahezu aufgeklärt. Dieses Ereignis ist, nach dem Anschlag auf eine Pan-Am-Maschine über dem schottischen Lockerbie 1988, in der Geschichte der EU, der Terrorakt mit den meisten Todesopfern.
nach obenPalacio Real in Madrid

Palacio Real in Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Daniel
Der ehemalige Sitz der königlichen Familien ist das Stadtschloss in Madrid, das bis ins 18. Jahrhundert ein Alcazar, ein maurisches Burgschloss war. Erst als 1734 die Burg abbrannte, wurde der Palast gebaut. Die "Puerta del Principe", das Prinzentor, verbindet den Innenhof mit dem vorgelagerten, breiten Ehrenhof vor dem Schloss. Über den Steinquadern des Erdgeschosses ragen die Teilsäulen, von Vasen und Statuen verziert, an der barocken Fassade empor. Die beiden Flügel rechts und links des Ehrenhofes wurden erst im 19. Jahrhundert angebaut, die Rückseite des Schlosses wird mit der Kuppel über der Kapelle gekrönt. Der Palacio Real umfasst 2.000 Säle, Kabinette und Salons und ist damit eines der größten Schlösser seiner Zeit. Zu den imposantesten Räumlichkeiten gehört der Thronsaal, der Hellebardensaal, das überdimensionale Treppenhaus, die Spiegelgalerie sowie die Schlosskapelle. Die Innendekoration ist von verschiedenen Stilrichtungen geprägt, in manchen Sälen dominieren maurische Formen, in anderen geht Barock in Klassizismus über. Teilweise wird der Palast als Museum genutzt, wo eine der größten Waffensammlungen sowie Gemälde von z. B. Rubens oder Goya zu bewundern sind.
Als die spanischen Kolonien nichts mehr einbrachten und der Erbfolgekrieg Spanien immer mehr in die Knie zwang und die, aus Frankreich stammenden, Bourbonen sich an die Spitze Spaniens setzten, sollte mit dem Neubau des Palastes ein Exempel an Macht statuiert werden. Philipp V. wollte es den anderen Königshäusern in Europa gleichtun und sich mit einem Prunkbau im barocken Stil schmücken, und so beauftragte er Juan Bautista Sachetti, der mit Francisco de Sabatini, in der Zeit von 1734-1764 das neue Schloss, mit den vier Flügeln, in der Hauptstadt Madrid baute. Natürlich gehört zum Palast auch ein großer Park, der in seinem barocken Ursprung bis heute nicht viel verändert wurde. Die von Sabatini entworfenen Gärten sowie die beschnittenen Hecken und der Palast zusammen hinterlassen einen imposanten Eindruck.
Der Palacio Real mit seinen großen Festsälen, wird von der Königsfamilie nur für Staatsempfänge und zum Repräsentieren genutzt, aus diesem Grund sind Teile des Palastes für alle Besucher erlaubt und wird damit zu einem der touristischen Highlights beim Sightseeing der Stadt Madrid. Die Königsfamilie selbst lebt im Nordwesten von Madrid, in dem etwas bescheidener ausfallenden Zarzuela-Palast.
nach obenReal Sitio de San Lorenzo de El Escorial
Nur 45 km entfernt der Stadt, in der Region Madrid, liegt der Ort San Lorenzo de El Escorial, der unbedingt mit auf die Liste der Sehenswürdigkeiten von Madrid gehört, und zu einem Ausflug geradezu einlädt. Für die königliche Schloss- und Klosteranlage Sankt Laurentius von El Escorial, gab Königs Philipp II. von Spanien den Anstoß, in den Jahren 1563-1584 nach Bauplänen von Juan Bautista de Toledo im Ort San Lorenzo de El Escorial, zu errichten. Mit einer Basisfläche von 33.000 m², ist es das größte Renaissanceschloss weltweit und wird in seiner Größe, 207 m lang und 161 m breit, nur noch vom Vatikanpalast übertroffen. Im gesamten Bau befinden sich 2.000 Zimmer mit 3.000 Türen und 2.673 Fenstern, 16 Höfen, 12 Kreuzgänge, 88 Brunnen und 86 Treppenaufgänge. Zu den Gebäuden gehören ein Kloster, eine Kirche, der eigentliche Königspalast, der wegen seines nüchternen Stils der spanischen Renaissance, nicht speziell wie ein Palast aussieht, eine Schule und eine Bibliothek. Das Schloss gilt als erster Bau im Stil des Desornamentado-Stils, einem spanischen Architekturstil der Spätrenaissance, dessen Grundriss die Form eines Gitters hat, da Laurentius, der Namensgeber, auf einem Feuerrost angeblich ein Martyrium erleiden musste. In seinem ehemaligen Sommerpalast sammelte König Philipp II. wertvolle Gemälde der Maler Tizian, El Greco, Albrecht Dürer und Hieronymus Bosch, seinem Lieblingsmaler.

El Escorial Kloster in Spanien erbaut von Philipp dem 2.
Quelle: pixelio.de Fotograf: Viviane Bourkel
Gegenüber dem Haupteingang im königlichen Hof erhebt sich die monumentale Kirche mit ihrer Fassade, an deren rechter und linker Seite jeweils ein 72 m hoher Glockenturm steht und die 90 m hohe Kuppel erhebt sich darüber. In der Kirche selbst sind 40 Altäre untergebracht, darunter der aus Jaspis und rotem Marmor bestehende Hochaltar. An dessen beiden Seiten liegen die Grabmäler von Philipp II. und Kaiser Karl V. und ihren Familien. Einen Teil, über 40 Werke, der wertvollen Gemälde, z. B. von Tizian und El Greco, werden in der Sakristei aufbewahrt. Die Krypta, als Pantheon bezeichnet, befindet sich im Untergeschoss der Kirche. Die Gräber der meisten spanischen Regenten, beginnend mit Karl V., ist ein unbeschreiblicher Kuppelbau, der aus schwarzem Marmor gefertigt wurde. Dieses Schloss ist mehr als beeindruckend und beinhaltet ein großes Stück spanischer Geschichte, die sich niemand entgehen lassen sollte.
nach obenParque del Buen Retiro in Madrid
Der 1,4 km² große und seit dem 19. Jahrhundert, öffentliche Park, liegt im Herzen der Stadt Madrid und ist ein bedeutender Treffpunkt, nicht nur für die Madrilenen, sondern auch für jeden Besucher, um Freizeitaktivitäten nachzugehen, zu entspannen, sich bei Puppenspielen und Freiluftkonzerten unterhalten zu lassen oder mit Boot über den künstlich angelegten See zu paddeln. Im Laufe der Zeit hat sich der Park zu einer Art Freilichtmuseum gestaltet, da einige Statuen, Denkmäler und Brunnen darin Platz fanden. Zwei der Brunnen weisen etwas Einzigartiges weltweit auf, denn der Fuente de la Alcachofa und der Fuente del Ángel Caido (heißt übersetzt, gefallener Engel), wurden je mit einer Figur des Teufels, zu Ehren des Erzengels Luzifers, versehen.
Der Park diente zu verschiedenen internationalen Ausstellungen die Kulisse, dabei wurde u. a. der Palacio de Velázquez und der Palacio de Cristal, dem Londoner Crystal Palace nachempfunden, gebaut. Dieser, bereits 1887 erbaute, Kristallpalast war zur Ausstellung der Flora der Philippinen gedacht, und blieb mit dem gleichfalls angelegten, künstlichen See erhalten. Aber es wurden auch Gärten, in den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts, angelegt, wie Rosaleda (Rosengarten) und die Gärten des Cecilio Rodriguez, einem leitenden Gärtner des Parks.

Parkanlagen in Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Daniel
Die Entstehungsgeschichte der "Jardines del Buen Retiro" geht auf ein Geschenk des Premierministers, von einigen Grundstücken in der Nähe des Klosters Monasterio, an König Philipp IV., in den 30iger Jahren im 18. Jahrhundert zurück. Zwar außerhalb der Stadtmauern Madrids, aber nicht weit von der Burg gelegen, wurde die zweite Residenz des Königs mit den Gärten gebaut, umgeben von einem waldreichen Gebiet. Die Basis des Parks war von Anfang an das Wasser, neben dem Teich und den Campanillas, die als Ausführungsplatz für nachgestellte Seegefechte oder Wasserschauspiele verwendet wurden. Das Aussehen des Parks veränderte sich im Laufe der Zeit, so wurde von Philipp V., der einzige französische Garten angeordnet, und Karl III. ließ die alten Mauern durch elegante Gitter ersetzen und machte den Buen Retiro für die Öffentlichkeit zugängig. Die, jedoch grundlegendsten Änderungen, für den Park brachte Isabella II. während ihrer Amtszeit. Das Campo Grande, wie Brachland genannt wurde, wurde bepflanzt und Bäume sowie Obstbäume gesetzt.
nach obenToledo

Kathedrale in Toledo Wegen nötigem Lichteintritt wurde mit
kalkulierter Kühnheit eine Wand im Dachgewölbe durchbohrt.
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Etwa 80 km südwestlich von Madrid liegt die Stadt Toledo am Tajo bzw. Tejo, mit seinen ca. 77.000 Einwohnern gehört Toledo, wie auch Ávila und Segovia, zu den drei geschichtsträchtigen Städten im Umland der spanischen Hauptstadt Madrid. Der Fluss Tajo, der sich 100 m unterhalb von Toledo in Schleifen durch die Felsen der südlichen Meseta, eine 200.000 km² große Hochebene in der Mitte der Halbinsel Iberia, sein Bett gesucht hat. Einige Gebäude in der Altstadt von Toledo sind bereits 1986 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden. Dazu gehört die Kathedrale Santa Maria, deren Bauzeit vom 13.–15. Jahrhundert dauerte, und der berühmte Alcázar, eine Festung, die auf einem Felsen steht und die gesamte Stadt überragt. Ehemals ein Teil einer Römeranlage wurde die Festung im Mittelalter mehrmals erneuert. Im Jahre 1537, in der Zeit als Karl I. regierte, wurde der Alcázar von Alonso de Covarrubias so geplant, wie er heute noch dasteht, obwohl er 1710 in Feuer aufging und danach wieder aufgebaut werden musste.
Die einfachen Strukturen des schlichten Baues gehen auf den Desornamentado-Stil, der spanischen Stilrichtung, in der späten Renaissance zurück.

Strasse in Toledo
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Außerdem gesellen sich zum Weltkulturerbe noch mehrere Kirchen, diverse Museen und ein Kloster. Die Zeugen, dass bereits im Jahre 1492 schon Juden vertrieben wurden, sind zwei der seltenen, mittelalterlichen Synagogen, die noch erhalten sind, mit Namen El Tránsito und Santa Maria la Blanca, die danach zu christlichen Kirchen wurden. Als Relikte der Sklaverei verblieben eiserne Ketten, die heute noch an der Kirche San Juan de los Reyes aufzufinden sind. Die bemerkenswerte kleine Kirche El Cristo de la Luz, war, als sie Ende des 10. Jahrhunderts gebaut wurde, eigentlich als Moschee entstanden.
Sehenswert sind auch die beiden Brücken über den Tajo, wobei die Puente de Alcántara, seit die Römer sich hier niederließen, der hauptsächliche Zugang zur Stadt war, wurde jedoch gegen Ende des 14. Jahrhunderts mit der Errichtung der Puente de San Martin, in Deutsch, Sankt Martin Brücke, als Eingang vom Westen her entlastet. Das wirklich Besondere an dieser Brücke sind ihre fünf Spitzbögen, deren Spannweite bis zu 40 m reicht. Toledo hat eine recht bewegte Geschichte zu zeigen, die mit ihren alten Gebäuden sehr interessant und sehenswert erscheint.
nach obenÁvila und Segovia
Ca. 110 km im Nordwesten von Madrid befindet sich, die mit 1.128 m über dem Meeresspiegel, am höchsten gelegene Provinzhauptstadt Ávila im spanischen Kastilien-León. Wie auch andere Städte wurde Ávila 1985 ebenfalls ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Der beeindruckendste historische Bau der Stadt ist die 2.500 m lange Stadtmauer, die in der Romanik vom 11.–14. Jahrhundert errichtet wurde. Die Stadtmauer hat neun Stadttore und insgesamt 88 Türme, was alles noch erhalten ist. Bemerkenswert ist auch die Kathedrale, die aus der Gotik stammt, da sie als Teil der Anlage mit ihrem Chor die Stadtmauer im Süden durchbricht. Nachdem eine Mauer, in Form eines Halbkreises, herumgebaut wurde, wirkt dies nun wie ein sehr breiter Turm.
Viele Kirchen in Ávila sind in der Romanik entstanden, wie St. Peter oder das St. Thomas Kloster, doch befinden diese sich meist außerhalb der, sehr eng gebauten, Stadtmauer. Eine, aus der Zeit der Mauren, stammende Synagoge, blieb auch noch erhalten. Seinen besonderen Ruhm erhielt Ávila im Spanischen Bürgerkrieg und durch ihre Loyalität dem Diktator Franco gegenüber. Sie bekam dafür die Bezeichnung "Ávila, Stadt der Treuen" (Àvila de los leales). Einige Gedenkschriften, die dem Ruhm von General Franco huldigten, hängen immer noch zum Lesen in der Altstadt.
Für einen exzellenten Komfort sorgt das im Palacio Piedras Albas befindliche Parador-Hotel (spanische 5-Sterne Hotels befinden sich meist in historischen Gebäuden) Raimondo de Borgona, nahe der Puerta del Carmen, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Das Gebiet Castilla y León ist berühmt für seine delikaten Grillgerichte, was natürlich auch in Ávila geboten wird, im Besonderen das Rindersteak "Chuletón de Ávila".
Eine weitere historische Stadt im Umkreis von Madrid ist die Stadt Segovia. Mit seinen ca. 55.000 Einwohnern ist sie auch der Sitz der Verwaltung der Provinz mit gleichem Namen. In einer Höhe von 1.000 m, ca. 90 km im Nordnordwesten von Madrid, liegt Segovia zwischen Eresma und Clamores, zwei spanischen Flüssen. Aus dem keltiberischem abgeleitet, bedeutet Segovia so viel wie "Siegeshöhe". Durch seine mehr als zwanzig Kirchen und Gebäuden, die aus der Romanik stammen, ist der Stadtkern interessant anzuschauen und deshalb auch seit 1985 ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.
Segovia hat eine Kathedrale aus der Spätgotik, die von 1525-1577 durch die Initiative von Kaiser Karl V. gebaut wurde, wobei die Kathedrale mit dem 88 m hohen, schmalen Turm, in der heutigen Gestaltung, aus dem 17. Jahrhundert stammt. Das Besondere an der Kathedrale ist die 67 m breite, sogenannte Vierungskuppel, einem Raum in der Kirche, wo Haupt-und Querschiff zusammentreffen. Die Burg von Segovia, der Alcázar, ist eine Festung, die sich hoch über der Stelle befindet, wo Eresma und Clamores zusammenfließen.
Das imposanteste Bauwerk in Segovia jedoch ist der 728 m lange und 28 m hohe Aquädukt (römische Wasserleitung), der mit 118 Bögen, im 1. oder 2. Jahrhundert n. Chr. gebaut wurde, was die Stadt bis in die 70er Jahre noch zur Wasservorsorgung, aus dem 18 km entfernten Rio Frio nutzte. Mit dem Palacio Real la Granja, der ca. 30 km von Segovia in San Ildefonso steht, haben sich die spanischen Herrscher ein Stück Paris nach Spanien geholt, denn dieser Sommersitz wurde dem Schloss in Versailles nachempfunden. Das Einmalige daran ist der Park mit den Springbrunnen und Wasserspielen, die ohne Wasserpumpen aus einem See gespeist werden, der etwas oberhalb der Anlage liegt.
nach obenAlcalá de Henares
Die knapp 28 km von Madrid entfernte Stadt Alcalá mit knapp über 200.000 Einwohnern, gehört zur Communidad de Madrid, und ist durch die Cercanias (S-Bahn) mit der Hauptstadt verbunden. Berühmt ist Alcalá durch eine der ältesten Universitäten in Europa, die 1499 gegründet wurde, aber schon vor der Gründung gab es, seit 1293, eine vom König akzeptierte Franziskaner-Lehranstalt mit einem Generalstudium. Die Universität Alcalá hatte im 16. und 17. Jahrhundert einen sehr bedeutenden Ruf. 1836 wurde sie dann nach Madrid verlegt, deren Nachfolge, die Universität Complutense Madrid antrat, der größten in Spanien. Seit 1998 gehören die Gebäude der geschichtsträchtigen Universität von Alcalá, inklusive der Stadt, zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die neue, öffentliche Universität, Universidad de Alcalá, wurde 1977 gegründet. Neben den ehemaligen Ordenskonventen sind neue Gebäude entstanden, doch auch Teile der alten Universitätsräumlichkeiten sind darin integriert.
Der historische Stadtkern und weitere Sehenswürdigkeiten, wie Klöster, Kapellen und Kirchen, sind die interessantesten Merkmale von Alcalá. Dazu gehört auch die Kathedrale, die an der Plaza de los Santos Ninos steht. Eine Zeit lang wurden viele der historischen Gebäude, als Kasernen umfunktioniert, um die Fallschirmspringer-Brigade unterzubringen. Doch heute werden diese Gebäude für die Universitätsfakultäten renoviert. Eine Besonderheit sind die geflügelten Bewohner auf den Türmen der Stadt, denn seit einigen Jahren ziehen es Störche vor, das ganze Jahr über, Alcalá de Henares und ihre Quartiere nicht zu verlassen.
Die wohl größte Sehenswürdigkeit der Stadt Alcalá, ist das "Geburtshaus" des Nationaldichters Miguel de Cervantes Saavedra, dessen berühmtestes Werk wohl "Don Quijote" ist, obwohl nur vermutet wird, dass er am 29. September 1547, in Alcalá de Henares geboren wurde. Dokumentiert ist allerdings seine Taufe am 9. Oktober 1547 in Alcázar de San Juan und sein Todestag am 23. April 1616 in Madrid. Der spanische Schriftsteller stammt aus einer armen, adligen Familie und war das vierte von sieben Kindern. Sein Leben bestand aus einem großen Abenteuer, was ihn auch 1569, auf der Flucht vor der spanischen Justiz, nach Rom verschlug, nachdem er sein Studium bei dem Humanisten Juan López de Hoyos beendetet hatte. Er verdingte sich dort als Kammerdiener des Kardinals Giulio Acquavita, doch zog es ihn noch im gleichen Jahr nach Neapel, wo er in eine dort stationierte Einheit der spanischen Marine eintrat. Während der Schlacht von Lepanto im Jahr 1571 verlor der seine linke Hand und erlitt drei Schusswunden, das brachte ihm den Beinamen "el manco de Lepanto" (der Einhändige von Lepanto) ein.
nach obenDie Universitätsstadt Salamanca
In Richtung Nordwesten, nur 220 km von Madrid entfernt, nicht weit zur portugiesischen Grenze, liegt die alte Universitätsstadt Salamanca, die es lohnt anzuschauen. Die Stadt am Rio Tormes, die sich über eine Fläche von 29,8 km² ausbreitet, hat ca. 155.900 Einwohner. Salamanca gehört seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe und war 2002, zusammen mit Brügge, Europäische Kulturhauptstadt. In der Antike gegründet, wuchs Salamanca, unter den Römern in der Zeit ca. 133 v. Chr. bis ca. 712 n. Chr., zum bedeutenden Handelsmittelpunkt heran. Während die Mauren die Halbinsel Iberia überschwemmten, wurde Salamanca, im 8. Jahrhundert, von ihnen eingenommen und erst 1050 durch Alfons VI. von León zurückgeholt, aber war danach fast nicht mehr bewohnbar, da die Stadt dabei nahezu zerstört wurde. Viele Jahre später erst, im Jahr 1102, begann eine Neubesiedelung von Salamanca.
Anno 1218 wurde hier eine, der ältesten spanischen Universitäten, mit seinem Maskottchen, dem berühmten Frosch auf einem Totenschädel, der die Fassade ziert, gegründet, an der bereits im 16. Jahrhundert 8.000 Studenten ihren Studien nachgingen. Während dieser Blütezeit begann auch der Bau der Kirche und des Klosters San Esteban. Heute wird Salamanca von ca. 40.000 Studenten belebt, was ihr eine gewisse Jugendlichkeit verleiht. Ihren Zusatz im Namen, "die Goldene Stadt", erhielt Salamanca, durch den, in der Dämmerung goldleuchtenden, gelben Sandstein, was im Sommer zahlreiche Austauschschüler und Studenten aus vielen Ländern anlockt, um hier Spanisch zu erlernen.
Am Abend treffen sich alle Leute gerne an der Plaza Mayor, am angeblich schönsten Platz von Spanien, wo früher u. a. Stierkämpfe stattfanden. Hier werden dann die beliebten Restaurants und Cafés bevölkert, obwohl sie die teuersten in Salamanca sind. Die Playa Mayor machte Philipp V., welcher der erste spanische König war, der aus dem französischen Geschlecht Bourbon stammte, 1729 den Bewohnern als Dank ihrer Loyalität während des Erbfolgekrieges zum Geschenk. Doch verfügt Salamanca noch über andere, bekannte Sehenswürdigkeiten wie die "Casa de las conchas", was übersetzt "Haus der Muscheln" bedeutet. Seinen Namen erhielt der im Plateresco-Stil (ein Renaissancestil Spaniens) erbaute Stadtpalast entsprechend der mehr als 300, aus gelben Sandstein bestehenden und an der Fassade befestigten, Jakobsmuscheln. Ein Relikt aus der Zeit der Römer, ist die Puente Romano, eine Fußgängerbrücke, die auch heute noch benutzt wird.
nach obenPalacio Real de Aranjuez
Die spanische Stadt Aranjuez liegt ca. 50 km von Madrid, in südlicher Richtung, entfernt. Das königliche Schloss am Tajo mit seinen Gärten gehört inzwischen auch zum UNESCO-Weltkulturerbe. Es inspirierte sogar Schiller, denn die erste Szene im Don Carlos spielt hier, und der Komponist Joaquin Rodrigo widmete der Palastanlage sein Concierto de Aranjuez.
Der König erwarb im 16. Jahrhundert die Reste eines Klosters und dessen Gelände und ließ darauf das Schloss bauen. Die gute Lage an der Biegung des Tajos veranlasste die königliche Familie hier jährlich ihren Sommersitz zu beziehen.

Palacio Real de Aranjuez
Quelle: pixelio.de Fotograf: Michael Lorenzet
Am Schloss wurden im Laufe der Jahre immer wieder Änderungen oder Umbauten vorgenommen, doch der erste Bauabschnitt wurde 1560 von Philipp II. veranlasst und an Juan Bautista de Toledo vergeben. Es folgten weitere, die Juan de Herrera übernahm, der auch schon am Kloster von El Escorial mitbaute. So entstand am Ende ein, aus vier Flügeln bestehender, Renaissancepalast. Im 18. Jahrhundert wurde daraus ein Barockschloss, als Philipp V. den Anstoß gab den Palast zu renovieren bzw. umzubauen. Gleichzeitig erhielt der Park, der das Schloss umgibt, seine heutige Gestalt. Während der Regierungszeit von Karl III. bekam der Palast zwei weitere Flügel mit einem Ehrenhof, dem sich die ovale Form des Schlossplatzes anschließt.
Dieses prächtige Schloss kann sich auch wegen seiner prunkvollen Innenausstattung rühmen. Dabei sind der Thronsaal und der Porzellansalon die absoluten Highlights, dazu gehört auch die schöne Schlosskapelle. Außerdem sind neben den Paradezimmern, auch die privaten Zimmerfluchten der königlichen Familien erhalten geblieben. Der Palacio Real de Aranjuez ist das Zentrum der gleichnamigen Stadt Aranjuez, welcher auch für Besucher freigegeben ist, denn Teile des Palastes sind als Museum ausgewiesen, das u. a. eine große Porzellansammlung sowie antike Uhren ausstellt.
Seinen Ruhm verdankt der Palacio Real de Aranjuez vor allem seiner wunderschönen Parkanlage, die hauptsächlich durch Wasser geprägt ist, da der Tajo auch direkt am Schloss vorbeifließt. Der barocke Park ist bis heute nicht viel verändert worden und ist partiell aufgeteilt, in den Prinzengarten, der mit dem Fluss abschließt sowie der Inselgarten, auf einer künstlich geschaffenen Insel. Einen Hauch von Exotik bringt ein kleiner, chinesischer Pavillon, in den Park, dem folgen viele Brunnen und Statuen sowie das Casa del Labrador. Ein mit drei Flügeln ausgestattetes Lustschlösschen, das für Karl IV. gebaut wurde. Alles ist mit unzähligen Blumenrabatten umrandet, die dem Park eine gewisse Idylle verleihen.
nach obenNachtleben von Madrid
Bei einem Besuch in einer Stadt wie Madrid, die so lebendige Geschichte verkörpert und wo es so viel zu sehen und erleben gibt, gehört auch eine Nacht mitten im Getümmel, denn nirgends können Menschen der Stadt schneller kennengelernt werden, als beim Feiern. Auch hier gilt: Jeder wird etwas finden, was wirklich Spaß macht, egal ob beim traditionellen Flamenco oder bei Rock & Pop. Nicht nur die Kreuzberger Nächte sind lang, sondern auch die Nächte in Spaniens Hauptstadt Madrid, sogar extra lang an den Wochenenden. Wer sich für den Ausgang rüstet, sollte vorher ein Schläfchen in Erwägung ziehen, denn es geht erst so um 22.00 Uhr langsam los. Gestartet wird im Nacht-Revier der Gran Via, Huertas, Plaza Santa Ana, Sol, Chueca, Barnebeu, Malasaña oder in der Castellana in der Mitte von Madrid, zu einem nächtlichen Mahl in einem der Restaurants oder zu Tapas in einer der Bars, um sich eine Grundlage für das, was da kommt, zu schaffen. Erst nach der Stärkung, so um Mitternacht, wird ins richtige Vergnügen durchgestartet, zum Abtanzen in einer Diskothek oder in einen der vielen Clubs, die meist um 06.00 Uhr zumachen. Die Leute, die immer noch nicht genug haben, suchen noch andere auf, welche erst um 07.00 Uhr oder später schließen. Um die ereignisreiche Nacht zu beenden, wird in einem der Cafés gefrühstückt, um danach im heimischen Bett, für die kommende Nacht, wieder aufzutanken.
Was wird an Kleidung getragen?
Wer als Fremder das Nachtleben durchkämmt, fällt meistens durch seine Kleidung auf. Denn die Spanier kleiden sich modisch und stilsicher und treten stets in Gruppen zur nächtlichen Sause an. Verpönt sind Turnschuhe und löchrige Jeans, denn die Herren tragen Jeans oder Stoffhosen und Lederschuhe, die Damen kleiden sich im sexy Look, aber sehen immer sehr attraktiv und chic dabei aus. Ausgefallene, extravagante Outfits sind ebenso in.
Die nächtlichen Reviere und ihre Besonderheiten
Ein Besucher der Stadt wird es erst einmal schwer haben, sich zu entscheiden, wo er anfangen soll, denn die verschiedenen Stadtteile bringen auch Verschiedenes zum Ausgehen hervor, das Beste wird sein, alles einmal auszuprobieren, denn was angesagt ist, ändert sich mehr oder weniger jede Woche und neue Klubs und Bars werden eröffnet und andere geschlossen. Hier nun eine Auflistung von WO und WAS:
Die, in den Norden führende, Hauptstraße Castellana, beherbergt einige Top-Bars und schicke Diskotheken, wo gute Kleidung angesagt ist, aber dafür gibt es keine Touristen. Immer noch in der Castellana, doch gegenüber vom Estadio Bernabeu, treffen sich nur Spanier, ab 25 Jahren, um in den sehr guten Discos und Kneipen, ihrem Vergnügen nachzugehen. Ein super Flair erlebt, wer sich in die "Straße der Salsatecas" begibt, die parallel zur Castellana liegt, um sich mit südamerikanischen Klängen beim Tanz zu berauschen. In der Nähe des Stadions, in der Calle Brasil, kommen die 18- bis 30-jährigen zusammen, um im Irish-Pub oder einer der vielen anderen Kneipen ein Bier zu genießen und dann ab 01.00 Uhr sich dem Tanzvergnügen in einer Diskothek hingeben. Von der Castellana zweigt die Calle Juan Bravo ab, hier kann in einem der vielen Straßencafés die Nacht begonnen werden, um dann ab 01.00 Uhr z. B. in der Disco El Doblon zu landen.
Wer sich gerne zu "Reich und Schön" gesellt, begibt sich in die Avendida Republica Argentina, wo einige Diskotheken und Bars sich aneinanderreihen. Das eher Gegenteilige findet sich in Malasana, hier fühlen sich vor allem Schüler und Studenten wohl, die in vielen kleinen, etwas angeschmuddelten Kneipen, ihr Vergnügen suchen. Ist schon etwas anderes als die "Schickimicki" Bars am Plaza Dos de Mayo. Doch ist absolute Vorsicht geboten, besonders zu nächtlicher Stunde in einsamen Straßen, denn hier ist niemand vor Straßendieben und Drogen sicher. Die meisten Touristen werden, wie auch Spanier, in Huertas und am Plaza Santa Ana, angetroffen, denn hier im Ausgehviertel der Stadt sind einige der besten Kneipen ansässig. In der nächsten Nachbarschaft, zwischen Sol und Opera, verbringt ein jeder die Nacht in einer der Diskotheken, wer etwas wirklich Aufregendes erleben will. Für denjenigen, der mal eine Alternative zum Üblichen sucht, sollte es sich in Chueca gut gehen lassen, was sehr angesagt ist, denn hier im Bezirk der Homosexuellen, gibt es eine Menge guter Discos, Cafés und Kneipen.
nach obenTürme, Wolkenkratzer und Hochhäuser in Madrid!

Zwillingstürme der "Puerta de Europa"
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Eine architektonische Besonderheit befindet sich beim Bahnhof Chamartin, es sind die beiden, 1996 von den amerikanischen Architekten, Philip Johnson und John Burge, entworfenen Zwillingstürme der "Puerta de Europa". Diese beiden modernen Hochhäuser sind je 114 m hoch, haben 26 Etagen, aber sind nicht gerade, so wie es erwartet würde, sondern um 15° gegen die Vertikale geneigt. Die beiden Türme werden als Puerta de Europa I und II bezeichnet und unterscheiden sich durch jeweils einen blau und einen rot angestrichenen Heliport auf dem Dach, sowie durch Logos, wobei der linke Turm die Aufschrift der Madrider Sparkasse, Caja Madrid, und der rechte das Logo der Immobilienfirma Realia ziert.
Ein Ende 2008 fertiggestellter Wolkenkratzerkomplex in Madrid besteht aus vier Türmen, der "Cuatro Torres Business Area", wie die Madrid-Arena per Entscheidung der Eigentümer nach dem Beginn der Planung umbenannt wurde. Das Besondere daran, die vier Türme, der Torre Caja Madrid, der Torre de Cristal, der Torre Sacyr Vallehermoso und der Torre Espacio, gehören zu den wenigen Wolkenkratzern, die jüngst in Europa gebaut wurden. Die Catro Torres Business Area wird sowohl zur Unterbringung von Büros wie auch als Wohneinheiten genutzt. Das Areal, auf dem der Komplex entstanden ist, diente vorher Real Madrid als Trainingsgelände, welches der Verein im Jahre 2001 veräußerte.
Im nördlichen Teil der Innenstadt Madrids befindet sich ein Banken-und Hochhausviertel, zu linker Hand des Paseo de la Castellana, das sich AZCA nennt und als ein Kurzwort für "Assciación Mixta de Compensación de la Manzana A de la Zona Comercial de la Avenida del Generalisimo de Madrid" steht. Die lange Zeit, von den Spaniern als Manhattan Spaniens betrachteten, höchsten Gebäude Spaniens bis sie von der Cuatro Torres Business Area abgelöst wurden, schließen den Torre de Banco de Bilbao, den Torre Europa und den Torre Picasso ein. Der Vierte im Bunde, der Torre Windsor, wurde im Februar 2005 durch ein Feuer zerstört. Der Name sowie die Pläne für den Bau dieses Komplexes gehen bis ins Jahr 1946 zurück. Die Idee zu dieser Zeit war der Bau von Geschäftshäusern mit Anbindung an U-Bahn und Eisenbahn für die Erweiterung von Nord-Madrid vor dem Fußballstadion Santiago Bernabéu und den neuen Regierungsgebäuden Nuevos Ministerios. Ein Botanischer Garten, eine Bibliothek und ein Opernhaus, waren auch mit in der Planung, wurden allerdings nie realisiert.
nach obenMuseen in Madrid

Kuppel im Prado de Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Daniela Richter
In einer Reichweite von ca. 100 m befinden sich im Museumsdreieck, die drei wichtigsten Museen der Welt. Das Museo del Prado zeigt eine Palette von bedeutenden Kunstmalereien der spanischen und europäischen Kunst, vertreten von berühmten Namen wie z. B. Goya, El Greco, Toulouse-Lautrec, Vincent van Gogh und Tiziano Vecellio. Das zweite Museum ist das Museo Nacional de Arte Reina Sofia, was den Namen der spanischen Königin Sofia trägt. Es erweitert die Kollektion des Prados um moderne Künstler ab dem 20. Jahrhundert. Darunter befinden sich Namen wie Pablo Picasso mit seinem Gemälde Guernica, Salvadore Dali und Juan Gris. Das Dritte im Bunde ist das Museo de Arte Thyssen-Bornemisza, das sich unweit des Prados im Villahermosa Palast befindet. Dieses Museum umfasst eine der wichtigsten Privatsammlungen der Welt, wobei Kunstwerke ausgestellt sind, die mit Gemälden ab dem 14. Jahrhundert, früher italienischer Kunst, beginnt und bis zu bedeutenden Werken experimenteller Avantgarde und Pop Art einiges bietet. Zusammengetragen wurden die Werke von Heinrich Thyssen und vor allem von seinem Sohn Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza de Kászon. Der Hauptteil der Sammlung wurde 1993 vom spanischen Staat erworben.
Im Wachsfigurenkabinett der Stadt Madrid, dem Museo de Cera, erzählt Carlos I. im Multivisonssaal die Geschichte Spaniens. Eine Schreckenskammer darf natürlich nicht fehlen, sowie die über 450 berühmten Namen Spaniens, in Wachs reproduziert, die aus den verschiedensten Bereichen, wie Unterhaltung, Sport, Kunst, Wissenschaft, Literatur oder Geschichte stammen. Im 1867 gegründeten Museum, Museo Arqueológico Nacional, werden hauptsächlich historische Funde der Iberischen Halbinsel gezeigt, wie die berühmte Büste der "Dama de Elche", der Dame von Elche, die in die Zeit Anfang des 5. oder Ende des 6. Jahrhunderts einzuordnen ist. Die aus Stein gefertigte Büste zeigt eine Frau mit einem komplexen Haarschmuck und einer komplizierten Frisur. Außerdem sind Sammlungen ägyptischer und griechischer Kunst zu sehen.

Stierkampf-Arena Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Helga
Was bei einer Museumstour nicht vergessen werden darf, ist das Museo Taurino de la Plaza de Toros de Las Ventas, dem großen Stierkampfmuseum und die berühmte Stierkampfarena in Madrid. Die größte Arena Spaniens, im Barrio von Guindalera im Distrikt Salamanca gelegen, wurde im Juni 1931 eingeweiht. Mit einer Sitzkapazität von ca. 25.000 Plätzen ist sie mit der Arena Valencia in Venezuela, nach Mexico-Stadt, die zweitgrößte der Welt. Heute wird sie, das ist eine Besonderheit, auch als Arena für eine der weltgrößten FMX-Anlässe genutzt, dem Freestyle-Moto-Cross. Bei diesem Motorsport wird mit modifizierten Moto-Cross-Rädern über Sprungschanzen gefahren, wobei Salti und andere Kunststücke vorgeführt werden.
nach obenNatur und Sportmöglichkeiten in und um Madrid
Madrid zählt mit seinen 250.000 ha Park- und Grünanlagen und 248.000 Bäume, die die Straßen verschönern, zu einer der grünsten Hauptstädte des europäischen Kontinents, sodass viele Möglichkeiten zum Spazieren oder für andere Sportarten sich geradezu anbieten. Dabei bildet der Park El Retiro mit 118 ha, ein Stück Beschaulichkeit mit großem Freizeitwert für die Einwohner und den Besuchern. Madrid besitzt eine Anzahl an sehr guten sportlichen Einrichtungen, die ideal für sportliche Events ausgestattet sind, wie z. B. das national bekannte, Tennis Masters Series oder die Eurobasket 2007.
Unterschiedliche Landschaftsbilder mit Seen, Bergen, Felder, Auen und Weiden umgeben das nahe Umland von Madrid und bieten sich förmlich für Urlaubsaktivitäten an. In der Sierra de Guadarrama gibt es viele idyllische Ecken, wo sich Wanderer eine Pause gönnen können, die tagsüber am Manzanares und Jarama entlang gelaufen sind. Doch bieten sich auch Möglichkeiten für Touren mit dem Mountainbike, Ausritte zu Pferd, Fahrten im Kanu oder andere Erlebnis-bzw. Abenteuertouren an. Die Natur der Umgebung zeigt ihre vielen Gesichter hier auf der Halbinsel Iberien, sodass es nicht überraschend ist im Wald, der angrenzenden Provinz Guadalajara, den größten Buchenwaldbestand ganz Südeuropas vorzufinden.
Auch nicht außer Acht zu lassen ist "El Monte de El Prado", einem dem Mittelmeer entsprechenden Wald, der im Umland von Madrid noch vollständig intakt ist. Dieses echte Naturparadies liegt nur 8 km vom Zentrum Madrids entfernt. Hier seine Freizeit oder seinen Urlaub zu verbringen, steht im krassen Gegenteil zum herkömmlichen Tourismus, denn die beschauliche Landschaft bedarf umweltfreundlicher Aktivitäten, wobei der Kontakt zur Natur maßgebend ist.
Neben Skigebieten der Navacerrada und Valdesqui, gibt es diverse Stauseen und Wasserstraßen, die sich hervorragend für jeglichen Wassersport eignen. Natürlich darf die Erwähnung von Fußball nicht fehlen, denn die beiden Fußballklubs, Real Madrid und Atlético de Madrid, sind weltweit bekannt und ihre Spiele werden gerne angeschaut, so kann es ja nur ein Highlight sein, diese direkt im Stadion von Madrid zu erleben. Doch nicht nur die Fußbälle, sondern auch Golfbälle sind beliebt. Davon zeugen 27 Golfanlagen um und in Madrid, davon die meisten öffentlich sind. Außerdem hat Madrid die erste Golfanlage in Europa, die völlig in die Stadt einbezogen wurde. Das Centro Nacional de Golf, mit 18 Löchern, nahe dem Monte de El Prado, wurde auf eine total sanierte Mülldeponie gebaut.
Sierra de Guadarrama!
Das Bergmassiv der Sierra de Guadarrama liegt in der Mitte der Halbinsel Iberia und erstreckt sich über eine Länge von ca. 80 km, von Südwesten nach Nordosten und gelangt dabei im Süden in die Provinz Madrid. Das Gebirge hat mehrere Berge, die höher als 2.000 m sind, wobei der Penalara mit 2.430 m, der höchste ist. Die Verbundenheit mit Madrid und der Geschichte Spaniens ist auf die Nähe der Hauptstadt zurückzuführen, was sich auch darin begründet, dass die Sierra de Guadarrama heute als Naherholungsgebiet stark frequentiert ist. Nicht nur die sportlichen Aktivitäten, wie das Skifahren in mehreren Skigebieten, sondern auch Eisenbahnlinien und Passstraßen tragen dazu bei. Ein Grund mehr, dass schon 1920 in Erwägung gezogen wurde, die Sierra de Guadarrama, als einen Nationalpark zu schützen, was aber leider fehlschlug.
Erst zu Anfang der Jahre 2000 wurde diese Maßnahme wieder aufgegriffen, um somit dem Gebiet von 37.000 ha und seinen elf unterschiedlichen Ökosystemen, gerecht zu werden. Eben auch wegen seines "mediterranen Hochgebirges", was auf der Halbinsel Iberia, einzigartig ist. Der, immer noch in Planung stehende, "Parque Nacional de Guadarrama", umfasst mehr als 1.280 Tierarten, davon sind 13 davon bedroht, auszusterben, 1500 heimische Pflanzen und 30 verschiedene Typen der Vegetation. Der zukünftige 15. Nationalpark Spaniens und mit seinen Maßen der Viertgrößte, ist reich an Kiefernwäldern, aber auch Eichen und Steineichen wachsen zu Füßen der Hänge. Niedrige Buschlandschaften breiten sich an den Gipfeln aus. Die Dichte der Vegetation bietet verschiedenen Rotwildarten, Wildschweinen, Dachsen, Wieseln, Hasen und europäischen Wildkatzen ein sicheres Heim, aber auch Greifvögeln wie Kaiseradlern oder Mönchsgeiern. An Reservoirs und Bergseen haben sich eine Vielzahl von Entenvögeln niedergelassen. Eigentlich hätte ein großer Teil der Region schon 2008 unter Schutz gestellt sein sollen, aber dies ist bis heute leider noch nicht der Fall.
nach obenMetro, die U-Bahn von Madrid
Das erste öffentliche Verkehrsmittel der Stadt Madrid, eine Pferdebahn, ging im Mai 1871 in Betrieb. Doch die technische Entwicklung ließ nur acht Jahre später die erste, mit Dampf betriebene, Straßenbahn folgen. Der Verkehr im Herzen der Stadt, nahm sehr schnell drastische Formen an, besonders um den Verkehrsknotenpunkt Puerta del Sol, kamen sich Straßenbahnen und Pferdefuhrwerke, so in die Quere, dass schon 1892 Stimmen für eine U-Bahn laut wurden. Die, von Pedro Garcia Faria, geplanten 5 Strecken sollten auch den Güterverkehr abwickeln, aber trotz seiner erhaltenen Konzession, kam der Bau nie zustande. Erst im Oktober 1919 wurde dann endlich, die 4 km lange, von der Puerta del Sol nach Cuatro Caminos, erste Teilstrecke der Linie 1, von Alfons XIII. feierlich eröffnet. Da der Bau in vier verschiedenen Phasen eingeteilt war, wurden in der ersten Phase, von 1919-1951, die Kleinprofillinien gebaut. Ein großer Erfolg stellte sich schnell ein und so wurde gleich zwei Jahre später die Strecke zum Bahnhof Atocha verlängert und auch die ersten Rolltreppen, deren Benutzung etwas kostete, installiert.

Metro, die U-Bahn von Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Poldy
In der zweiten Phase, die von 1951-1978, dauerte, wurde die erste oberirdische Strecke sowie die erste Großprofillinie gebaut. Die Verstaatlichung des Betriebs und die Gründung eines Verkehrsverbundes erfolgten in der dritten Phase, zwischen 1978-1994. Die, 1994 beginnende und bis heute andauernde, vierte Phase, verdoppelte das Metrostreckennetz auf 322,3 km und umschließt 318 Stationen, nur New York hat mehr, sowohl innerhalb der Stadt als auch in den Vororten. Die U-Bahn in Madrid ist zurzeit noch die drittlängste der Welt, neben dem "New York City Subway" und der "London Underground", nach Abschluss der Erweiterung im Mai 2007. Nur drei Streckenabschnitte, des sonst unterirdischen Netzes, verlaufen an der Oberfläche. Die Metro in Madrid besteht, wie das Netz der Berliner U-Bahn, aus zwei verschiedenen Teilnetzen. Angetrieben werden die Züge mit einer Oberleitung und den sogenannten Stromabnehmern und von der Station Quevedo zentral gesteuert, wobei, verteilt über das ganze Netz, die Weiterleitung über 83 Unterwerke erfolgt.
Der Betrieb der Metro ruht täglich nur 4½ Stunden, sodass die Bahnen von 6:00 Uhr morgens bis nachts 1:30 Uhr verkehren. Obwohl die Zeit der abfahrenden Züge bei jeder Linie unterschiedlich ist, fahren sie in der Hauptverkehrszeit im 2-4 Minutentakt, in der restlichen Tageszeit im 4 und 7 Minutentakt und ab 0:00 Uhr alle 15 Minuten. Danach parken die Züge in den sechs Betriebswerkstätten mit seinen Abstellanlagen.
nach obenEinkaufen und Essen in Madrid

Taverne im Centrum von Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Carola Langer
Jeder Besucher, der Madrid besucht, wird sich nicht nur den vielen interessanten Sehenswürdigkeiten widmen, sondern auch den Wunsch verspüren sich nach einem ausgiebigen Shopping-Tag bei einem kulinarischen Mahl wieder zu stärken. Das Einkaufsangebot ist in Madrid und in der gesamten Umgebung in etwa gleich, wobei in kleineren Städten die Tradition noch Vorrang mit den familiären Betrieben hat, die hier noch die eignen handwerklichen Produkte verkaufen. Die Auswahl der Geschäfte ist vielfältig, ob in Einkaufszentren, Luxusboutiquen oder auf Flohmärkten, jeder bekommt, was er mag und was er sich leisten kann. Madrid unterteilt sich in verschiedenen Einkaufszonen, im Barrio de Salamanca zeigen Boutiquen und Juveliere ihre exklusiven Waren in den Auslagen, auf dem Rastro reihen sich die Stände eines Flohmarktes aneinander und in der Fuencarral und der Hortaleza bieten Läden originelle Designermode an.
In Madrid gibt es 60.000 Geschäfte inklusive Einkaufzentren, die täglich ihre Pforten um 10.00 Uhr öffnen und um 20.30 Uhr bzw. 21.30 Uhr schließen, nur ein kleiner Teil schließt zur "Siesta" zwischen 14.00 Uhr und 16.30 Uhr. Nicht nur in besonderen Stadtteilen oder Straßen können Dinge erworben werden, die einen bestimmten Ruf genießen, sondern es gibt zahlreiche Einkaufszentren, die im Allgemeinen alle zur Verfügung stehenden Produkte feilbieten. In dem etwas besseren Viertel um Goya sowie in den beliebten und belebten Straßen wie der Calle Preciados, der Calle de la Princesa und der Calle Orense ist das Angebot an Möglichkeiten zum Shopping mehr als reichhaltig, ob im Kaufhaus oder bei einem kleinen Einzelhändler, die den Markt ebenfalls bereichern. Madrid und seine Umgebung haben in den letzten Jahren immer mehr Zentren hervorgebracht, die zum Einkaufen oder als Freizeitmöglichkeit gleichzeitig genutzt werden. Die Einkaufszentren haben nicht nur Geschäfte, sondern bieten Menschen moderne Treffpunkte zum Besuch von Restaurants, Sportanlagen, Kinos, Diskotheken oder Kegelbahnen. Zahlreiche Madrilenen oder Besucher verlegen ihren Einkaufbummel oft nach außerhalb von Madrid zu Orten, wo die größeren Einkaufszentren sind, wie Las Rozas, Arroyomolinos, Alcobendas und Getafe.

Unterwegs in Madrid
Quelle: pixelio.de Fotograf: Carola Langer
Madrid ist nicht nur die politische Hauptstadt, sondern auch die Hauptstadt der kulinarischen Genüsse, denn hier wird nicht regional gespeist, sondern alle Gerichte, die die Gastronomie aus allen Teilen Spanien hervorbringt, wird in den vielzähligen Restaurants, Bars und Kneipen serviert. Wobei in den Bars und Kneipen nicht nur Wein und Bier zu sich genommen wird, sondern es wird sich bei den dazu servierten Tapas nach einem ereignisreichen Tag entspannt. Solche Lokale befinden sich so ziemlich in jedem Stadtteil, doch gibt es in der Stadtmitte besondere Zonen, die extra für das "Tapeo" bekannt sind und die Gäste zur Happy Hour hinströmen. Der Ursprung des traditionellen Tapeo, geht auf einen Brauch aus dem 13. Jahrhundert zurück, als die Gastwirte von König Alfons X. dazu verpflichtet wurden, um die Wirkung des Alkohols zu mindern, eine Kleinigkeit zum Essen zu reichen. Als Tapas werden gerne Röstkartoffeln mit pikanter Tomatensoße, valencianische Paella, frittierte Fische, Fleischpastetchen oder Kartoffeln Aioli und natürlich nicht zu vergessen die spanischen Oliven und Serrano-Schinken, zu Wein und Bier serviert.
Die bevorzugten Tapas-Lokale der Madrilenen und Touristen befinden sich in der Zone der Cava Baja und Latina, dort fallen die Portionen meist so reichlich aus, sodass es für zwei Personen ausreichend ist. Doch auch die Lokalitäten in den Seitenstraßen des Paseo del Prado oder um die Plaza de Santa Ana, im Lavapies mit seiner Multikultur oder im eleganteren Quartier Salamanca wird sich zum Aperitif getroffen. Auch hat die Mittelmeerküche in Madrid Einzug gehalten, wobei die Pescaito frito (frittierter Fisch) sich einer besonderen Beliebtheit erfreuen. Frischer Fisch ist das A und O in den typischen Restaurants von Madrid, denn Fisch und Meeresfrüchte in Madrid sind durch ihre Qualität und Frische bekannt.
[ © Das Copyright liegt bei www.europe-sightseeing.com | Informationen und Sehenswürdigkeiten von Europa, Städte und Landschaften]
nach oben | Home | Sitemap | Impressum & Kontakt
©: www.europe-sightseeing.com