Amsterdam
Inhaltsverzeichnis
- Amsterdam
- Dam - der zentrale Marktplatz Amsterdams
- Koninglijke Palais – der Königliche Palast
- De Oude Kerk (Die Alte Kirche) - De Nieuwe Kerk (Die Neue Kirche)
- De Bers van Berlage
- Museum Het Rembrandthuis – Rembrandt-Haus-Museum
- De "Roemer Visscherstraat"
- Das Stedelijk Museum von Amsterdam
- Rijksmuseum
- Das Van-Gogh-Museum
- Anne-Frank-Haus
- Heineken Erlebniscenter
- World Press Photo Foundation
- Westerkerk
- Concertgebouw - Konzerthalle
- Leidseplein
- Museum van Loon
- Vondelpark
- Das Jüdische Historische Museum
- Negen Straatjes
- Rotlichtviertel
- Amsterdamer Nachtleben
- Szenentreffs
- Unterkünfte in Amsterdam
- Shopping in Amsterdam
- Essen & Trinken & Restaurants
- öffentlicher Nahverkehr
- Daten & Fakten
Amsterdam
Die Vielfalt Amsterdams
Amsterdam – der Damm und die Amstel, vor 740 Jahren. Mehr steckt nicht hinter dem Namen. Den Damm gibt es heute noch, dies ist heute nun – wie damals – einer der belebtesten Marktplätze Europas und das eigentliche Stadtzentrum der Weltstadt. Es tut der Attraktivität des Platzes auch nicht mehr im Geringsten Abbruch, dass er sich nicht mehr – wie es einst war – direkt am Meer befindet. Im Gegenteil: Vom "Dam" gehen die Straßen, Wege und Richtungen in ebenso viele Richtungen heraus, wie es Interessengebiete gibt. Bahnhof, Barockschloss, Bibliotheken – Einkaufsstraße, Erlebniskulturpark, Entspannungsinsel ... wirklich alles im Folgenden aufzuführen, wäre schlicht und ergreifend nicht möglich. Aber vieles lässt sich nicht einfach unter der Kategorie "Kultur" "abhaken". Es geht um Zeitreisen und Fragen wie diese: Mit welcher Weltsicht sind Vorfahren ihren Verhältnissen begegnet? Welche Motivation trieb Maler? Gab es das "Goudene Eeuw" wirklich? Nicht einfach nur "Kunst" ist der "Gegenstand" – sondern Gebäude wurden zur Gewohnheit: Kirchen, Kaufmannsviertel, Kantoreien – aber auch Architektur, die Alt und Neu nie zu Gegnern werden ließ, sondern sinnvoll und imposant vereinigte, was dem Besucher heute begegnet.

Hotelspecials: Angebote zu Hotels in Amsterdam

Amsterdam
Quelle: pixelio.de Fotograf: Erich Westendarp
Alles in Reichweite
Vom "Dam" nun, wie schon oben beschrieben, soll unsere Reise ihren Verlauf nehmen, wobei die Einzelpunkte auf keinen Fall etwa in einem Tag "machbar" wären. Nein, sondern Alternativen der Aufmerksamkeit werden im Folgenden skizziert, die, täglich von Neuem angegangen, stets wieder vom Marktplatz aus ihren Start haben können: Von hier fahren auch Busse in alle Richtungen – auch wird hier in wenigen Jahren des Landes die zweite U-Bahn-Linie halten. Wird es das naheliegende Kulturzentrum "Bers van Berlage" sein, das der geneigte Besucher zunächst ansteuert, in welchem Konzerte oder Kulturveranstaltungen an der Tagesordnung sind (oder will er diese Erfahrung im Freien machen, wie sie sommers ohne Eintrittsgeld im Vondelpark ebenfalls möglich ist: Theater, Musik, Kabarett)? Oder ist es nur exklusives Shopping und Ambiente von Welt, um das Amsterdam ebenfalls nicht verlegen ist – vier Stockwerke "De Bijenkort" zum Einkaufen genauso wie Vier-Sterne-"Hotel Krasnopolski".
Die Stadt in der Stadt
Die "Museumbuurt" nun, aus dem Rijksmuseum, dem Van-Gogh-Museum, dem Stedelijk-Amsterdam-Museum und dem Concertgebouw bestehend, wären allein nun für 10 Tage einen mittelfristigen Kurztrip wert – ohne auch nur etwas anderes von Amsterdam gesehen zu haben (wobei das auch architektonisch interessante Rotlichtviertel nicht weit ist, die beiden Hauptkirchen nicht minder). Allein das Rijksmuseum – mit über einer Million Ausstellungsstücken, die in der Hauptausstellung, den zeitweisen Nebenausstellungen, der asiatischen, afrikanischen Ausstellung und auch in der Zweigstelle am Flughafen zur Besichtigung stehen – ist eine Einheit für sich selbst, die ohne Frage als unbedingtes "Erlebnis" – auch als "interaktives", selbstverständlich – vollständig das geografische Umfeld vergessen lassen kann.
Alles in Reichweite
nach obenDam - der zentrale Marktplatz Amsterdams
Was ist der Dam?

Diesem Platz, dem Dam, verdankt die Stadt Amsterdam ihren
Namen. An dieser Stelle wurde im 13. Jahrhundert der erste
Amstel-Damm erbaut
Quelle: pixelio.de Fotograf: Xenia Kehnen
Der Dam (sozusagen der Damm-Platz) ist der zentrale Marktplatz Amsterdams in einer ungefähren Größe von 200 x 100 m. Er wurde um 1265 (damals noch direkt am Meer) errichtet, um die damals entstehende Stadt einerseits vor Springfluten zu schützen und andererseits, den Fluss namens Amstel als Trinkwasserversorgung hineinzuleiten. Er liegt 750 m südlich des Hauptbahnhofs, der Central Station. Erreicht wird er von dort über die Plätze Muntplein und Munttoren durch die Straßen "Damrak" und "Rokin", die noch heute den ursprünglichen Verlauf der Amstel nachvollziehen. Von sehr vielen Straßen ist der Dam ein Endpunkt: Nieuwendijk, Damstraat und Kalverstraat.
Welche Gebäude sind dort?
Die folgenden Gebäude, an die der "Dam" nachbarschaftlich grenzt, werden im Folgenden noch beschrieben: Westlich wird er vom Königlichen Palast abgeschlossen. In dessen direkter Nähe wiederum befinden sich die sogenannte "Nieuwe Kerk" und die "Beurs van Berlage". Weitere Merkmale des Platzes sind das Gedenkmonument an die Opfer des 2. Weltkrieges, das Hotel Krasnapolsky und das Kaufhaus "De Bijenkorf".
Die heutige Bedeutung
Der "Dam" hat, wie gesagt, die Bedeutung und die Atmosphäre eines vollständigen Stadtmarktplatzes, d. h., es haben dort "Marktbuden" ihren Ort (auch Weihnachtsmarkt), Geschäfte aller Art, zu Festtagen finden Umzüge statt. Besonders zu erwähnen ist hier der sogenannte "Koninginnedag". Es handelt sich um den 30. April, den Geburtstag der Vorgängerin von Königin Beatrix, nämlich Königin Juliana. An diesem Tag ist jeder Niederländer per Gesetz berechtigt, ohne weitere Vorankündigung einen eigenen Verkaufsstand an einen – dann noch freien – öffentlichen Ort zu positionieren (nicht nur Stände, sondern auch Festzüge sind für diesen Platz dann vorgesehen). Das öffentliche Leben Amsterdams spielt sich hier ab – von Taubenfüttern über Straßenmusik, gebrannte Mandeln etc. Aber vor allem: Bei einem mehrtägigen oder mehrwöchigen oder – dauerhaften? – Amsterdam-Aufenthalt kann der "Dam" täglich der Ausgangspunkt zu einer völlig neuen Entdeckungsreise werden.
nach obenKoninglijke Palais – der Königliche Palast
Der Palast auf dem Dam – was, warum, wann?
Napoleons Bruder Louis war der erste König der Niederlande – für zwei Jahre allerdings nur, bevor er abdankte. Es waren dies die Jahre 1808 bis 1810, in welchem der Königliche Palast auf dem Dam (palais op de dam) das erste Mal den heutigen Zweck erlebte: Nämlich der Königlichen Familie als Sitz zu dienen, seit 1939 wird es allein zu Repräsentationszwecken und als Unterkunft für Staatsgäste genutzt. Direkt am Dam wirkt dieses Gebäude einfach. Erbaut von 1648-1655, diente es bis zu Zeiten von König Louis als Rathaus – es geht um ein Gebäude, welches sich seinerzeit bewusst an den Bau der französischen Schlösser von damals anlehnte, (80 m lang, 63 m breit 33 m hoch).
Ein standfestes Schloss am Damrak
Wie schon einmal angedeutet, ist es eine Illusion, sich das heutige Amsterdam als eine geschlossene Fläche vorzustellen. Es ist eigentlich alles Deichlandschaft – eine Fläche, die in ihrer Beschaffenheit gar nicht gedacht dafür ist, dass es für große, schwere Gebäude Bebauungsgrund darstellt. Aber die Lösung ist einfach: Der deutsche Wald machte es möglich. Das Schloss steht auf 13.659 halben Baumstämmen aus dem Fichtelgebirge.
Und drinnen?
Innen: der prachtvolle Bürgersaal. 28 m hoch (das sind 14 Stockwerke). Einer der beeindruckendsten Festsäle in ganz Europa. Mit Symbolträchtigkeit ausgestattet: In den Ecken sind die Himmelskörper abgebildet, die Wände mit Gemälden (Mythologie, Allegorien, Bibelthemen) von sechs Meter Höhe ausgestattet (von Rembrandt-Schülern bemalt). Es sind dies sämtlich Inhalte, die auf einen guten Lebenswandel hinweisen und auf die Vergänglichkeit des Menschen. Oft sind dort Ausstellungen vieler Art zugänglich, bei denen es um entweder moderne Künstler oder historische Dokumente geht – diese immer im Wechsel mit staatlichen Protokollen.
nach obenDe Oude Kerk (Die Alte Kirche) - De Nieuwe Kerk (Die Neue Kirche)
Die Oudekerk – Kirche und Bauwerk voller Kuriositäten

De Oude Kerk (Die Alte Kirche)
Quelle: pixelio.de Fotograf: eroth2010
Zeitreisen in Amsterdam: In diesem Falle sind es 700 Jahre, denn geschätzt wurde dann die älteste Kirche – genau genommen das älteste noch erhaltene Bauwerk überhaupt – errichtet, die bzw. das sich heute noch in der Stadt befindet – und am Meer widmete man diese natürlich dem Patron der Seefahrer, dem heiligen Nikolaus. Erst war sie hölzern, dann steinern, dann mit Chorgestühl, dann mit zwei Kapellen, dann kam ein Glockenturm hinzu – ab 1300 etwa alle 50 Jahre eine Renovierung, mit Abstrichen. 1578 wurde sie evangelisch, 1994 bis 1998 noch einmal renoviert. Aus jedem Jahrhundert eine Spur (oder auch mehrere). Es ist wohl die einzige Kirche weltweit, von der man zu Fuß ein Rotlichtviertel erreicht und vor deren Pforte ein Denkmal steht, um der Prostituierten zu gedenken.
Die Nieuwekerk – Thron und Grab
Spätgotisch sollte die im Gegensatz zur alten ("oude") Nieuwekerk genannte Marienbasilika (15. Jh.) eigentlich unversehrt bleiben – aber sie erlitt Brände, wie auch die Bilderstürmer ihr Werk taten. Figurenschmuck an der Kanzel ist noch bis heute aus dem 17. Jh. erhalten – wie auch die Fenstermalereien über die Jahrhunderte hinweg. Begraben ist hier 1679 der "Shakespeare" der Niederlande, dieser mit 90 Jahren verstorbene Poet war Joost van den Vondel. Beide der oben benannten Kirchen sind zwar Sehenswürdigkeiten und vermitteln mehr als nur einen Hauch Geschichte – beide von ihnen werden auch heute nicht mehr christlich genutzt: Es sind dies nur noch Ausstellungen und (Orgel-)Konzerte. Doch von dieser Regel bildet die Nieuwekerk eine Ausnahme: Hier besteigen die niederländischen Könige jeweils den Thron (letztens war es noch Königin Beatrix im Jahre 1980) und hier geschah es ebenso, dass Kronprinz Willem-Alexander 2002 seine Maxima ehelichte. Warten wir ab, wie geschichtlich diese Kirche sonst noch werden wird.
nach obenDe Bers van Berlage
Ein Börsengebäude namens Berlage
1884: Ein Wettbewerb. Amsterdam fragt Architekten: Wessen Idee für ein Börsengebäude schlägt alles? Hendrik Petrus Berlage (1856-1934) nahm teil und wurde gebeten, ob er seinen Entwurf noch einmal überdenken wolle. Die Stadt fragte einen anderen, nämlich A. W. Weissmann (1859-1923). Dessen Skizze sah sich Berlage durch, fertigte inspiriert eine neue und jetzt klappte es doch noch – dass es nämlich bis heute noch nach ihm heißt, das "Beurs van Berlage" genannte ehemalige Gebäude der Amsterdamer Börse.
Sitz der Philharmonie heute
Wenn nicht mehr die Börse dort ist (welche um 1970 nicht wirklich weit weggezogen war), was macht den Standort heute noch faszinierend? Dort ist Kulturzentrum, dort ist Sitz der Verwaltung, Probenräume und des hauptsächlichen Veranstaltungsortes der Niederländischen Philharmonie, Skulpturen, Ausstellungen, Wandmalereien. Architektonisch etwas Historismus, etwas Jugendstil – hat es hier die sogenannte "Amsterdamer Schule" und in den Niederlanden die Idee des "modernen Bauens" begründet (so sagt man heute). Möbel, Umzäunung und Lampen: Designer war auch hier Berlage.
Interessant noch: Was hatte Berlage im Sinn?
Berlages Idee war es, ein Gebäude so zu konzipieren, dass es nicht nur symbolisch, sondern auch funktionell Gesellschaft als Ganzes spiegelt. Wirtschaft, Kultur, Handel – aber auch der Hinweis, dass jedes Einzelsystem erst die Gesellschaft als System zusammenspielen lässt – wollten gespiegelt werden. Ebenso auch die Idee, dass Dekor nur sinnhaft zulässig sei: Schnörkel, die keine statische, also "tragende" Rolle spielen, gibt es hier nicht. Sondern Sparsamkeit zähle. In 40 m Höhe hier von der Terrasse aus Amsterdam optisch zu erfassen, zu begreifen und nicht wieder zu vergessen – bleibt an Tagen mit Fernsicht eine herausragende Besuchsnote.
nach obenMuseum Het Rembrandthuis – Rembrandt-Haus-Museum
Rembrandt? Der war doch...

Rembrandt
Quelle: pixelio.de Fotograf: Xenia Kehnen
Rembrandt van Rijn lebte vom 15.06.1606 bis 04.10.1669. Von 1639 bis zu seinem Tode bewohnte er als Eigentümer das Haus Jodenbreestraat 6, das heute als "Museum Het Rembrandthuis" einen Teil seines Werkes ausstellt. Er gilt bis heute als bedeutendster niederländischer Maler des Barock. – Vorher hatte er mit Kürzeln gearbeitet, ab 1633 signierte er dann eindeutig mit dem bekannten Namenszug seines Vornamens.
Was und wie malte er?
Rembrandt war Radierer, Maler und Zeichner, bildete Künstler aus und führte eine Werkstatt. Er malte Landschaften, Porträts, mythologische und biblische Themen, auch Szenen aus seinem Privatleben. Er war in vielen Darstellungen von historischen Ereignissen der Erste, der diese als Zeichnung festhielt. Er war Meister einer Hell-Dunkel-Kontrast-Technik, die nicht nur Konturen schärfte, sondern auch räumliche Kontraste stark sichtbar machte (Die entsprechende Technik nennt sich "Chiaroscuro".)
Das Museum, sein Wohnen und Werk
Rembrandt hat, so schätzt man, 350 Gemälde hinterlassen, 300 Radierungen und 1.000 Zeichnungen. Das Museum nun, das 1911 in seinen Wohnräumen eröffnet wurde, stellt 260 Radierungen aus, Druckplatten sowie Gemälde seiner Lehrer, insbesondere von Pieter Lastman (1583-1633). Hier die Namen einiger Radierungen, die sich im Museum befinden, es handelt sich dabei um das Format 15,6 x 13,1 cm: David und Goliath, Die drei Kreuze, Selbstporträt mit buschigem Haar u. v. a. Nachdem 1998 die Museumsräume um Neubauten ergänzt wurden, führten Historiker eine behutsame Rekonstruktion von Rembrandts Wohnräumen durch, die 1999 abgeschlossen wurde. Das Museum ist werktäglich von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet; Samstag von 13.00 bis 17.00 Uhr.
nach obenDe "Roemer Visscherstraat"
Die europäische Straße
Die "Roemer Visscherstraat" ist auch bekannt als "Vereinigtes Europa" bzw. "Sieben Länder Häuser". Diese Häuserzeile wurde im Jahre 1894 von dem Architekten T. Kuipers erbaut, um die Architekturgeschichte in Europa zu verdeutlichen. Die Häuser mit den Anschriften Nr. 20 bis 30 A (zwischen dem Leiseplein und dem Vondelpark wirken wie eine Reise durch sieben europäische Städte: Die 20 ahmt die deutsche altdeutsche Architektur nach, Nummer 22 hat ein französisches Loire-Schloss zum Vorbild, Nr. 24 ist der Alhambra von Granada nachempfunden – die 26 sieht wie ein italienischer Palazzo aus und zuletzt, die 30, sieht aus wie ein englisches Cottage.
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Das Stedelijk Museum von Amsterdam
Angefangen hat alles mit Ausstellungsmixturen
Das bekannteste Stedelijk Museum (Städtische Museum) in den Niederlanden ist das Amsterdamer Kunstmuseum (Architekt: A.W.Weissman), welches sich in der Paulus-Potterstraat befindet (Oud-Zuid). Es ist in direkter Nachbarschaft des Van-Gogh-Museums und des Rijksmuseums gelegen. 1895 wurde dieses Städtische Museum im Stil der Neo-Renaissance gegründet. Zunächst waren es alte Amsterdamer Häuser, deren Innenausstattung man ausstellte: Sogar eine Apothekeneinrichtung oder eine Waffensammlung war dort einmal Ausstellungsgegenstand gewesen – ab 1930 machte dort einmal "kurz" (nämlich für eine Generation lang) eine Van-Gogh-Sammlung Zwischenstation, bevor genau diese ihr eigenes Museum nebenan erhielt. 1970 nun waren Rudi Fuchs und Edy de Wilde auch Direktoren – auf deren Betreiben hin konnte sich dieses Museum nun langsam nicht nur zu einer internationalen Anlaufstelle, sondern auch zu einem ebensolchen Künstler- bzw. Kunstforum entwickeln.
Ab April 2010: Moderne Kunst erlebnisorientiert erfahren
Für den interessierten Kunstliebhaber und auch für den neugierigen Museumsnutzer kann dies eine ungezwungene und sehr kreative Möglichkeit sein, sich Strömungen der modernen Kunst anzusehen: kreativ in dem Sinne, neue Kunst als Zuschauer zu erleben, Strömungen im Sinne, dass das gesamte letzte Jahrhundert – nach moderner Kunst gefiltert – hier dazu da sein kann, Erkenntnisse zu erweitern. Das fängt schon vorher an, nämlich in der klassischen Moderne: Claude Monet, Paul Cèzanne, Marc Chagall, Pablo Picasso, Pierre-Auguste Renoir, Wassily Kandinsky). Auch kann es sehr spannend sein, Ergebnisse einer Künstlergruppe mitzuverfolgen, es sind zuweilen deutsche Expressionisten und auch deutsche Künstler aus der Gegenwart abwechselnd dort vertreten, amerikanische Pop-Art und Videokunst, zeitgenössische Deutsche, aktuelle britische Kunst sind weitere moderne Überraschungen können dort ab Frühjahr 2010 wieder besichtigt werden: bis dahin wird noch renoviert.
nach obenRijksmuseum
Gemälde, Eindrücke, Erlebniswelt
Hier nun folgt ein Tipp, der mindestens zwei Merkmale hat: "Muss man gesehen haben" – "Man nehme sich ein bis zwei Wochen Zeit". Oder vielleicht "Die Niederländische Kultur im Rijksmuseum – Spannung, Geschichte, Erlebniswelt" – "Gemälde: Faszinierend veranschaulichte Welt- und Zeitenkonzepte" ... so könnte man jetzt vergeblich fortfahren, mit einem Satz die vielfältigen Eindrücke zu beschreiben, die ein Einzelner mitnehmen kann, der jemals auch nur für eine Stunde das "Rijksmuseum" erahnen hat können. Doch es wird nicht einmal eine Woche reichen, um auch nur einen ungefähren Eindruck "von allem" zu erhalten – Einzeleindrücke, Ein- und Ansichten, riesige Gänge, Gemälde aller Dimensionen, kunstvoll gefertigte Gegenstände werden jeden Tag neu zu entdecken sein. Es war der erste König der Niederlande, nämlich Louis, der Bruder von Napoleon Bonaparte, der im Jahr seiner Krönung 1808 die Idee einer Sammlung hatte – alle Zeugnisse des sogenannten "Goldenen Zeitalters" der Niederlande, des 17. Jahrhunderts in einer Sammlung zusammenzufassen, um jedem, der es sehen wollte, einen angemessen imposanten Eindruck von den Errungenschaften der niederländischen Kreativität, Kunstfertigkeit und den Weltkonzepten, aus denen diese entspringen, zu offenbaren.
1885-2010: Monumentale Schlossarchitektur als Denkmal
König Louis selbst erlebte nicht mehr, dass nach den Plänen des Architekten P.J.H.Cruypers schließlich die dann sehr umfangreich gewordene Sammlung im 1885 erbauten Rijksmuseum Platz fand – und durch deren Tore der Besucher des Jahres 2010 immer noch ein – und ausgehen kann. Das Gebäude selbst blickt auf die Stadhouderskade und richtet seine Rückfront auf die Museumplein. Nachbargebäude sind das Van-Gogh-Museum, das Stedelijk-Museum-Amsterdam sowie das Konzertaufführungsgebäude des Concertgebouworchesters Amsterdam. Es steht heute unter Denkmalschutz (Rijksmonument) und auch unter UNESCO-Schutz.
Was willkommen heißt: Weltkunst und Wirklichkeitskonzepte
Was in diesem, dem größten Museum der Niederlande überhaupt, Freude macht, ist die stringente Ordnung der beinahe einer Million Einzelstücken: Es geht um Künste, Geschichte und (Kunst-)Handwerk/Skulpturen – auch der Asiatischen Kunst ist eine eigene und ausführliche Abteilung gewidmet (hier steht auch Shiva, die Königin des Tanzes als indische Plastik aus dem 12. Jahrhundert!). Die äußerst beeindruckende und vielfältige Gemäldegalerie führt den Besucher durch das 15. bis hin in das 19. Jahrhundert – zu Gemälden von Rembrandt ("Nachtwache", "Judenbraut"), Vermeer ("Das Milchmädchen", "Die Briefeleserin"). Dann das sogenannte "Grafikkabinett": Zeichnungen und Drucke, die ebenfalls in ihrer Entstehung bis ins 15. Jahrhundert zurückdatieren, aber bis über das Jahr 2000 hinausreichen (Namen von Künstlern des 18. und 19. Jh. sind hier Troost, Israel, Goya).
Als Ausstellungsstücke der Abteilung für Geschichte, die in anschaulicher und einprägsamer Weise die Epochen der niederländischen Gebiete vor dem inneren Auge des Betrachters in einem größeren Zusammenhang entstehen lässt, können nicht nur Möbel, Stoffe und Trachten den Geist des Betrachters weiten. Im Laufe des Jahres 2010 endet nun die siebenjährige Renovierung dieses Museums. Bis dies vollendet ist, bleiben noch 400 Werke aus dem 17. Jahrhundert im Philipsflügel ausgestellt – andere Sammlungsteile wurden für die Dauer der Arbeiten in andere Museen verlagert (etwa auch nach Kleve). Noch eine Besonderheit des Rijksmuseums als kulturellen Kleinods europäischer Kulturkonzepte: Seit 2002 hat dieses Museum eine Filiale im Flughafen Schiphol – die Ausstellungen wechseln. Ganz im Zeichen eines Willkommensgrußes. Oder, um es anders zu sagen: "Worauf Amsterdam stolz ist." – Oder, kürzer: "Wir sind Weltkunst".
nach obenDas Van-Gogh-Museum
Das Museum Van Gogh: Zeitspiegel und Hintergrundwissen
Das Van-Gogh-Museum befindet sich in der direkten Nachbarschaft des Rijkmuseum und des Stedelijk-Museums-Amsterdam. Die täglichen Öffnungszeiten sind von 10 bis 18 Uhr, an Freitagen bis 22 Uhr. Am 1. Januar ist geschlossen. Die dauernde Ausstellung umfasst 200 Bilder von Vincent van Gogh sowie eine Anzahl seiner persönlichen Briefe, die ein hohes literarisches Kreativitätsniveau widerspiegeln – wie auch immer, tatsächlich als Poesie oder Fiktion geplante Werke gibt es von ihm nicht. Der Maler, der von 1853 bis 1890 lebte, entschloss sich erst zehn Jahre vor seinem Tod, sich autodidaktisch in der Malerei zu schulen. Zu diesem Zweck orientierte er sich an der Malkunst, die in seiner Gegenwart dem interessierten Kunstliebhaber an Beispielen zur Verfügung stand – und nahm sich diese für seine eigenen Bilder zur Grundlage und Vorbild, imitierte bzw. entwickelte diese weiter.
So zitierte, veränderte, variierte Van Gogh etwa Bilder von Rembrandt (1606 – 1669) oder Frans Hals (1508 – 1585), aber auch Arbeiten von Künstlern, welche in seinem Jahrhundert lebten und ausstellten. Dies erklärt, warum das Van-Gogh-Museum nicht etwa nur Arbeiten des Malers selbst zur Ausstellung bringt, sondern auch noch anderer wie z. B. Bernard, Baughton, Breton, Von Stuck, van Dongen, Toulouse-Lautrec, Seurat, Signac, Redon, Pissarro, Puvis de Chavannes, Monet, Mauve, Millet, Manet, Jongkind, Gaugin, Daubigny u. v. m.
Schöpfungs-Wut: Malerei aus Leiden-Schaft
Van Gogh litt Zeit seines Lebens unter einer nicht weiter geklärten Verhaltensstörung, die ihn – vergleichbar etwa mit dem Prinzip des Manisch-Depressiven – monatelang in Angst, Depression und Untätigkeit leben ließ, aber dann wiederum unvermittelt in Phasen eindringlichster und ergiebigster Kreativität versetzte (so schaffte er es z. B. einmal, in 70 Tagen 80 teilweise heute noch sehr bekannte Bilder zu malen.) Diesen Schaffensperioden von stets einigen Monaten Dauer ist es zu verdanken, dass er es innerhalb seines letzten Lebensjahrzehnts schaffte, 864 Gemälde und mehr als 1.000 Zeichnungen zu erstellen – mit seinem Werk, das dem Postimpressionismus zugeordnet wird, vermochte es Van Gogh wiederum, nachfolgende Künstlergenerationen entscheidend in ihrem Stil zu beeinflussen und zu steuern.
Das Museum: Ausstellung, Anreiz, Ansatzpunkte
Nach seinem Tod (es war entsprechend seiner Veranlagung ein Selbstmord) erhielt sein Bruder Theo die Bilder; dieser überlebte ihn nur um ein halbes Jahr. Im Jahr 1925 erbte dessen Sohn diese Sammlung, der 1960 die Vincent-Van-Gogh-Stiftung gründete, welcher er die Sammlung übergab – bis ins Jahr 1973 lagerte diese dann (als Dauerausstellung) im Stedelijk-Museum-Amsterdam, bevor schließlich das Van-Gogh-Museum öffnete. Dies besteht aus zwei Gebäuden, eines, welches seit dem Gründungsjahr besteht und die Dauerausstellung beinhaltet, und ein anderes, welches im Jahre 1999 durch einen japanischen Architekten für regelmäßige Ergänzungsausstellungen konzipiert wurde. Jeden ersten Sonntag um 14.00 Uhr wird für interessierte Besucher eine Vorlesungsstunde gehalten, die den gegenwärtigen Stand der Van-Gogh-Forschung reflektierend darstellt. Auch enthält das Museum eine Bibliothek mit weiterem Forschungsmaterial.
nach obenAnne-Frank-Haus
Was geschah mit der Familie Frank?
Anne Frank wurde 1929 als Tochter des jüdischen Frankfurter Geschäftsmanns Otto Frank geboren. Dieser war bereits 1933 mit seiner Familie nach Amsterdam geflüchtet. 1942 erhielten sie den Hinweis, dass die Polizei nach ihnen suchte, und versteckten sich im Hinterhaus der Prinsengracht 263 und 265, ihrer tatsächlichen Firmen- und Wohnanschrift. 1944 wurden sie gefunden und nach Auschwitz deportiert. Dort, nur wenige Wochen vor der Befreiung durch die US-Truppen, überlebte nur Otto Frank, während alle anderen Familienmitglieder an Krankheiten verstarben, so auch seine Tochter.
Wo entstand Annes Tagebuch?
In der Zeit, in welcher sich die Familie im Hinterhaus verborgen hielt und nur durch Helfer mit lebensnotwendigen Dingen versorgt wurde, begann die Montessori-Schülerin Anne somit zwischen ihrem 13. und 15. Lebensjahr jenes Tagebuch zu führen, welches später durch Veröffentlichungen und Verfilmungen zu einem allgegenwärtigen Mahnmal gegen Diktaturen und Verfolgung wurde. Die Originaldokumente sind durch Otto Frank dem Niederländischen Staatlichen Institut für Kriegsdokumentation vererbt worden, 2009 wurde es durch die UNESCO zum Bestandteil des Weltdokumentenerbes erklärt.
Warum ist ihr Tagebuch überliefert?
Als die Familie in ihrem Versteck von der Ordnungspolizei abgeholt wurde, trafen die Beamten auch Miep Gies an. Gies war eine Angestellte von Otto Frank und hatte bei der Versorgung der versteckten Familie geholfen. Sie wurde nur deshalb nicht verhaftet, weil sie dem Kommissar versichern konnte, sie sei – wie dieser – ebenfalls österreichischstämmig. So konnte Gies das Tagebuch nach der Verhaftung in Sicherheit bringen und dem 1945 zurückkehrenden Vater aushändigen.
Was wird im Museum ausgestellt?
Dieses Tagebuch ist Hauptgegenstand der musealen Anlage, welche sich seit 1960 in der oben genannten authentischen Anschrift befindet. Auch sind einige persönliche Gegenstände (etwa: Fotos von Filmstars) Annes zu sehen, jedoch auch wechselnde Ausstellungen, die gegen Verletzungen gegen die Menschenwürde appellieren, insbesondere gegen alle Verbrechen, die aus dem kriminellen Denkmuster bzw. der entsprechenden Argumentationsfigur entstammen, die eine ethnische Volksgruppe würde sich in ihrem Wert von dem einer anderen unterscheiden.
nach obenHeineken Erlebniscenter
1864 – als alles begann
Gerard Adriaan Heineken gründete am 15.02.1864 in Amsterdam die "Brauerei Heineken", indem er das Gebäude und den Geschäftsbetrieb der Brauerei "De Hooiberg" übernahm (hier war seinerzeit bereits seit 1592 Bier gebraut worden). Bis 1886 produzierte man dort noch obergäriges Bier. Das heißt: So etwas wie Alt, Kölsch etc. Genauer gesagt: Bier, welches niedrigere Temperaturen zum Brauen braucht, aber auch anfälliger für Verunreinigungen ist. Danach wurde dann auf das deutsche Reinheitsgebot gleichermaßen "umgestellt". Mittlerweile ist Heineken die drittgrößte Brauerei der Welt, "kontrolliert" auch mit Tochterfirmen selbst den asiatischen Biermarkt.
Was heißt "Heineken Experience"?
Das Heineken Erlebniscenter, in Amsterdam gelegen, ist ein historisches Brauereigebäude als Besuchercenter. Die Brauerei wurde als die erste Heinekenbrauerei im Jahre 1867 gegründet und bis 1988 dort am Platz auch als solche betrieben (am Stadhouderskade), bevor das Gebäude dann 1991 in seiner Funktion in ein Informationszentrum und Firmenmuseum überführt werden konnte. Die niederländische Bezeichnung für den Standort lautete zunächst: "Heineken ontvangst- en informatiecentrum" (Heineken Empfangs- und Informationszentrum), bevor es im Jahre 2001 nur noch unter dem Begriff "Heineken Experience" (Heineken Experience) bekannt ist.
Selbst erleben ist mehr als die beste Beschreibung
Seit 2008 sind für das Besucherzentrum in vier Stockwerken historische Artefakte, das Vorführen der Bierherstellung und auch multimediale Erklärungseinheiten eingerichtet worden. Um Zuschauern die Firmenprozesse des Bierbrauens nahezubringen, wurde die firmenpolitische Richtlinie umgesetzt, das direkte "Eintauchen" in die Welt des Bieres mit allen Sinnen erfolgen zu lassen. Für Besucher werden die Einzelschritte des Brauvorgangs aus nächster Nähe nachgestellt, sie haben überdies noch die Möglichkeit, über Stationen der Firmengeschichte in multimedialer Form informiert zu werden. Das so zu erzählen, klingt sehr trocken. Und mit Recht, denn wirklich mitzubekommen, wie eine Bierflasche sich fühlt, wenn sie durch die Abfüllanlage geschleust wird, das kann man hier nicht erzählen, sondern man muss es erleben – dort. (Oder hier schon erahnen: www.heinekenexperience.com/experience.html
nach obenWorld Press Photo Foundation
Fotografen aller Welt
Die "World Press Photo Foundation" ist eine nicht abhängige, nicht gewinnorientierte Organisation, die im Jahre 1955 in Amsterdam ihren Anfang nahm. Jährlich geht es um den einzigen internationalen Wettbewerb dieser Art, der weltweit als Fotografen tätige Teilnehmer findet – Einsendeschluss ist stets Ende Januar und bezieht sich auf die Auswertung des besten Pressefotos des Vorjahres – dies ist die weltweit höchste Auszeichnung für einen Pressefotografen. Auch werden Preise in den folgenden Kategorien vergeben: "Spot News", "General News", "People in the News", "Sports Action", "Sports Features", "Contemporary Issues", "Daily Life", "Portraits", "Arts and Entertainment", "Nature".
Die Gründungszentrale befindet sich in der Jacob-Obrechtstraat 26 und es gelten für jedes Jahr andere Zeiträume, in welchen die Fotos vom Vorjahr direkt dort ausgestellt werden. Eine erste Idee über die entsprechenden Aktivitäten ist auf der Stiftungswebseite zu erahnen: www.worldpressphoto.nl. Sinn der Aktivitäten (und der Stiftung im Allgemeinen) ist es jeweils, Pressefotografen bei Bedarf finanziell zu unterstützen, um nicht die wirtschaftliche Situation einzelner von der Qualität der Fotografie abhängig zu machen.
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Westerkerk

Turm der Westerkerk
Quelle: pixelio.de Fotograf: Thomas-Max M?ller
Wo ist die Westerkerk?
Heute steht sie unter niederländischem Denkmalschutz und ist somit ein Rijksmonument: Am 8. Juni 1631 wurde die Westerkerk feierlich für die Nutzung des evangelischen Kirchenbetriebs eröffnet; sie (58 m lang und 29 m) befindet sich zwischen Prinsengracht und Keiz. Der Westturm ist mit 85 m der höchste Kirchturm der Stadt (wird auch im Tagebuch der Anne Frank erwähnt) – während der Sommermonate steht er Besuchern bis zur ersten Plattform zur Besichtigung offen.
Hier ist Rembrandts Grab
Die Kirchturmspitze (gefertigt im Jahre 1638) schließt mit der Kaiserkrone Maximilians I. ab. Dieser hatte, seinerzeit Herzog von Burgund, d. h., ungefähr des Gebietes der heutigen Niederlande, im Jahre 1489 der Stadt Amsterdam bewilligt, seine Krone in das Stadtwappen einzugliedern. Genau dieser Krone wurde die spätere österreichische Kaiserkrone nachempfunden. 1669 wurde im Nordteil der Kirche Rembrandt begraben, ebenso seine Geliebte und sein Sohn. Die Malereien auf den Orgelabdeckungen sind auch aus dem späten 17. Jahrhundert, lediglich 600 Orgelpfeifen sind dort im Original erhalten, 3.000 restliche wurden dann im 19. Jh. nachrestauriert.
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Concertgebouw - Konzerthalle
Weltrang an Wohlklang
Ein Besuch in Amsterdam ist keiner, ohne dass man das Concertgebouw (= Konzertgebäude) besucht hätte. Adolf Leonard van Gendt (1835-1901) hatte sich als beauftragter Architekt durch das Neue-Gewandhaus-Orchester in Leipzig inspirieren lassen, welches 1881 erbaut wurde und 1943 zerstört. 1883 wurde in Nieuwer-Amstel der Grundstein gelegt – auf Weideland außerhalb der Stadt (1964 dann Amstelveen genannt). Das Neo-Renaissancegebäude fand damals auf 2.186 Holzpfählen sicheren Halt, diese wurden jedoch 1988 (100 Jahre nach Eröffnung) durch Betonpfähle ersetzt.
Das Königliche Concertgebouworchester hat höchsten Rang unter den Weltorchestern, das Concertgebouw selbst ist die zweitmeistbesuchteste Konzerthalle der Welt (nach Rom), jedoch auch eine derjenigen mit der besten Akustik. Es finden dort durchschnittlich 900 Konzerte pro Jahr statt, von September bis Mai mittwochs kostenlos Lunchkonzerte (Kleiner Saal, 12.30 Uhr).
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Leidseplein
Leidseplein – Wie es dazu kam
Vor einigen Jahrhunderten war der "Leidseplein" direkt am Stadttor (dem Platz, der heute noch als "Leidsepoort" bekannt ist). Deshalb konnte die Straße als "Parkplatz" für Pferdekutschen verwendet werden, um die Innenstadt zu entlasten. Jedoch durch die Stadterweiterung, wie sie immer mehr zunahm, "rückte" der Leidseplein (übersetzt etwa Leidener Landstraße) selbst in die Innenstadt. Es ist – vergleichbar – mit dem "Flair" einer Stadt, der sich an einer konkreten Fußgängerzone festmacht, denn schon 1920 bzw. 1930 hatte sich genau dieser Straßenzug zum kulturellen Zentrum Amsterdams etabliert.
Das Café Americain
Markantestes Beispiel (gehört auch zu der Kategorie: "Muss man gesehen haben!"): das "Café Americain". Dieses Restaurant bzw. Kneipe bzw. Künstlerlokal wurde im Jahre 1900 eröffnet. Seit dieser Zeit treffen sich hier in der Öffnungszeit zwischen 10.30 Uhr morgens und 24.00 Uhr Künstler, Schauspieler, Literaten völlig gleichberechtigt mit jedem anderen Gast auch – an bestimmten Tagen, z. B. sonntagmorgens finden hier Jazz-Konzerte statt. Besonders wirkt hier die Art-Déco-Einrichtung. Natürlicherweise finden sich auch andere, ebenfalls Lokalitäten, innerhalb der benachbarten Hausnummern und Nebenstraßen, denn ständig erweitern sich neue Ideen, die kulturelle Atmosphäre mehr und mehr zu akzentuieren.
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Museum van Loon
Wohnstil an der Keizersgracht – vor 100 Jahren
Standort: Keizersgracht 672. Auch ein unbedingter "Hingucker" – einerseits für jene, die sich ohnehin für historische Zusammenhänge interessieren, aber andererseits auch für jene, die sich einfach einmal berauschen lassen wollen, einen Wohnstil mitzuerleben, den es – für das Wohnen – ohnehin nicht mehr geben wird. Denn so lebten die reichen Händler im 17. Jahrhundert in den Niederlanden – wie es in diesem Haus aus den Jahren 1671 und 1672 noch heute ausgestellt ist.
Französischer Rokoko aus der Nähe
Hendrik Willem van Loon kaufte dieses Haus im Jahre 1884. Seine Nachfahren leben noch – im Dachgeschoss, das deswegen auch nicht besichtigt werden kann. Seinerzeit jedoch – im ausgehenden 19. bzw. im beginnenden 20. Jh. gründeten die Loons die ostindische Handelsfirma VOC. Ihre Möblierung nun im Stile Louis XV. (dem französischen Rokoko) steht immer noch in den Wohnbereichen. Die beeindruckenden Räumlichkeiten sind mit vielen Porträts und Gemälden ausgestattet – hinter dem Haus befindet sich noch ein Garten, entsprechend im französischen Stil.
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Vondelpark
Kultur im Freien
Der größte und bekannteste Park, den es in Amsterdam gibt, ist der Vondelpark. Er erstreckt sich im Stadtteil Oud-Zuid und grenzt an den Stadtteil Oud-Wet. Er liegt zwischen der Stadhouderskade und dem Amstelveenseweg. 10 Millionen Besucher kreuzen diese grüne Fläche jährlich, seit 1996 ist er ein Rijksmonument ("Denkmalschutz"). Sommers ist es unbedingt empfehlenswert, hier einer Tanz-, Theater-, Film-, Kabarett- oder Musikveranstaltung beizuwohnen! Drei Bühnen stehen zur Verfügung und von Juni bis August sind hier jährlich qualitative Darbietungen ohne jeglichen Eintritt für jedermann zugänglich! Am Ort ist auch der Vondelparkpaviljoen (1881 als Neorenaissance-Bau fertiggestellt), der ein Filmmuseum beherbergt und Gastronomie, natürlich.
Ein Park mit Webseite
Auch hier wieder: Man bezieht sich auf Niederländische Dichtung. Joost van den Vondel ist Namensgeber, der niederländische "Shakespeare", der 1587 in Köln geboren wurde und 1679 in Amsterdam verstarb. Der Präsident der Niederländischen Nationalbank erwarb privat um 1864 das Parkgrundstück, ließ es als englischen Landschaftsgarten (nicht ohne Teehaus) herrichten, 1865 als "Nieuwe Park" eröffnen und 1867 in ihm das Denkmal Vondels aufstellen. So trägt der Park (mit eigener Webseite: www.vondelpark.tv) nun seit 1880 des Dichters Namen.
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Das Jüdische Historische Museum
78 Jahre Sammlung jüdischen Kulturguts
Das Jüdische Historische Museum ist der – auch weltweiten – Jüdischen Geschichte, Kultur und Religion gewidmet und befindet sich am Jonas-Daniël-Meijerplein-Plein, neben der Portugiesischen Synagoge. Es bestand seit dem 24.02.1932 zunächst auf dem Nieuwmarkt Platz, jedoch im Zusammenhang mit dem Dritten Reich musste es geschlossen werden und wurde teilweise in seiner Sammlung vernichtet. Es eröffnete zunächst 1955 am Ursprungsplatz wieder, bevor es 1987 seinen heutigen Standort einnahm.
Das Hinein-Nehmen des Besuchers
Die Sammlung umfasst ungefähr 11.000 Kunstgegenstände, Ritualien und historische Zeugnisse – gleichzeitig werden jedoch generell nicht mehr als 600 ausgestellt. Zwei Dauerausstellungen gibt es, zusätzlich auch nur zeitweise ausgestelltes Inventar. Im Erdgeschoss geht es um jüdische Riten und Bräuche – entsprechende Gegenstände werden vor dem Hintergrund einer Synagogenkulisse genau in ihren entsprechenden Platz hineindekoriert, um Besucher sozusagen hautnah in das Geschehen eines jüdischen Gottesdienst informativ einzubinden.
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Negen Straatjes
Viertel der urtümlichen Art

Gracht in Amsterdam
Quelle: pixelio.de Fotograf: schubalu
Negen Straatjes – neun Straßen formen in der Innenstadt gewissermaßen eine Sehenswürdigkeit der eigenen Art - eine stadtplanerische, sozusagen. Ein Wohnviertel mit eigener Bedeutung. Wie kam das? Der Historische Grachtengürtel wurde in Teilen im 17. Jahrhundert angelegt – und vier große Kanäle wurden mit einem Netz von Seitenstraßen verbunden. Es sind dies (teilweise direkt bezogen auf die Zünfte, die dort ansiedelten: die Hartenstraat, die Wolvenstraat, die Oude Spiegelstraat, der Wijde Heisteeg, die Runstraat, die Huidenstraat, die Berenstraat, die Restraat und der Gasthuismolensteeg. Spezialgeschäfte, Boutiquen, Cafés, Antikläden, Teestuben, Bars, Restaurants sind hier in einem malerischen Viertel anzutreffen: Deutliches Kennzeichen sind hier die fehlenden Supermärkte. Eingegrenzt ist dieses Gebiet nördlich durch die Raadhuisstraat und südlich durch die Leidsestraat.
Museen im Museum
Innerhalb genau dieses Viertels ist nicht nur die ruhige, urige und bedächtige, aber doch geschäftige Handels- und Gastlichkeitsatmosphäre bestimmend, es erfahren auch kulturelle Eckpunkte ihre eigene Attraktivität, die sich genau hier etabliert haben. Hauptsächlich zu nennen sind hier:
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an der Huidenstraat:
das im Jahre 1975 gegründete Bibelmuseum, in einem Gebäude aus dem Jahre 1662 niedergelassen. Hier befindet sich die erste Bibel, die jemals in den Niederlanden gedruckt wurde: das Alte Testament in niederländischer Sprache, nämlich die Delftse Bijbel aus dem Jahre 1477. Es grenzt ein sogenannter Bibelgarten an – der nämlich alle Pflanzen enthält, welche im Alten Testament erwähnt werden: Beispiele sind Dattelpalme, Oleander, Feige, Judasbaum. -
am Wijde Heisteeg:
das Niederländische Institut für Kriegsdokumentation, gegründet am 8. Mai 1945, im Besitz der Anne-Frank-Tagebücher. -
an der Beerenstraat:
Das Felix-Meritis-Gebäude (1777 gegründet: die gleichnamige Gesellschaft). Das europäische Zentrum für Kultur, Kunst und Wissenschaft gründete internationale Projekte wie Gulliver Connect, The People Network, The Amsterdam-Maastricht Summer University und viele mehr. -
am Gasthuismolensteeg:
das Brillenmuseum – jedem Besucher wird hier eine Zeitreise durch 700 Jahre geboten.
Rotlichtviertel
Die Lage der Flächen ist verteilt
Über Amsterdam zu schreiben und den Rotlichtbezirk außen vor zu lassen, wäre seltsam. Es geht nicht allein um die Existenz eines solchen, sondern hier eher um die Lage. Genau genommen erstrecken sich drei Flächen in diesem Sinne: die Hauptfläche (zwischen dem Hauptbahnhof und dem Nieuwenmarkt) und noch zwei kleinere Bereiche (zwischen Hauptbahnhof und Raadhuisstraat; ein weiterer hinter dem Rijksmuseum). Auf die Funktion dieser Gebiete soll hier nicht näher eingegangen werden – allein sei noch der Hinweis erlaubt, dass sich die vollständig legalen (geschätzten insgesamt ungefähr 500) Mitarbeiterinnen nicht fotografieren lassen wollen. Bei Zuwiderhandlung kann es zu Personenschutzmaßnahmen kommen, die jedoch nicht von der Polizei aus gesteuert werden; lediglich in den Morgenstunden kann der ganztägige Betrieb ein wenig abflachen.
Die Architektur des urigen Charmes
Einerseits kann man insbesondere im Roossebeurt-Gebäude aus dem 14. Jahrhundert sehen, die mit den Kanälen eine Art bebautes Brückensystem bilden. Es mag von der persönlichen Vorstellungskraft abhängen, aber es ist einen Versuch wert: Man versuche, sich einfach einmal die Häuser unbewohnt vorzustellen, wenn man am Ort ist. Der Charme von verwinkelten Gässchen, von interessanten Hausformen und von ungewohnt gestalteten Eingängen erinnert an Venedig. Insbesondere in der Nähe der Oudekerk geht es um einen äußerst beeindruckenden architektonischen Eindruck, der – wie so oft in Amsterdam –, dem Betrachter nahezu eine Zeitreise zu vermitteln scheint.
Gastronomie der Vielfalt
Dann gibt es hier noch etwas: Chinesische Restaurants von besonderer Qualität (Amsterdams Chinatown ist die Größte Europas innerhalb einer Stadt), auch indonesische, mexikanische und andere Gastronomiebetreiber begünstigen ein Flair ganz anderer Art genau in den oben genannten Straßen – nämlich den der offenen vielfarbigen Toleranz und Internationalität.
nach obenAmsterdamer Nachtleben
Seit 200 Jahren Flair
Amsterdam und Nachtleben – beide Begriffe hängen direkt, unweigerlich und in besonderer Weise zusammen. In manchen Straßen und Plätzen, die bereits oben erwähnt wurden, findet bei Anbruch der Dunkelheit eine Art Verwandlung statt. Größere und kleinere Häuser aus dem 17./18. Jh., die z. B. Rembrandtplein oder Leidseplein säumen, zeigen sich von ihrer nächtlichen – quasi romantischen – Seite. In genau diesen historischen Häuschen befinden sich einfache Bars mit vollständigem Rauchverbot, holzverkleidetem Mobiliar, angenehmen Preisen – 1.500 Bruine Cafés bestehen in Amsterdam seit ungefähr 200 Jahren und vermitteln jedem, der hineingeht, eine urige Atmosphäre (in deutscher Sprache würde man dies vielleicht Eckkneipen nennen, in Englisch vielleicht mit den "Pubs" versuchen zu vergleichen, jedoch noch ein wenig urgemütlicher, also eigentlich unvergleichliche Amsterdam-Eigenart.)
Vorwort zu so mancher Lokalität
Das war natürlich noch nicht alles. Moderne Bars, völlig verschiedene Formen der Dekoration, Kulturtouch aus vielen Richtungen – aber immer eines: "gezelligheid". Dieses Wort klingt ähnlich wie ein deutsches, ist aber, wie so viele, tatsächlich unübersetzbar. Man kann es versuchen ... Beisammensein? Frohsinn? Gemütlichkeit? Atmosphäre? Flair? Von allem etwas und noch mehr. Dann nähert man sich dem, was der Niederländer erstrebt an den einzelnen Plätzen des Nachtlebens – Öffnungszeiten generell bis eins in der Nacht, wochenends fallweise länger. Das hängt aber davon ab. (Kleine Nebenbemerkung: Coffeeshops gibt es, natürlich. Cannabis ist dort auch zu rauchen und zu kaufen (5 mg pro Person für den Eigenbedarf oder maximal 5 Stauden zum Anpflanzen zu Hause) – aber das ist eben keine Besonderheit des Nachtlebens im eigentlichen Sinne, weil diese speziellen Artikel einfach immer verfügbar sind. Auch Ort und Besonderheit des Rotlichtviertels sind schon beschrieben worden. In diesem Beitrag nun sollen nicht nur Plätze, Straßen und Himmelsrichtungen aufgeführt werden, sondern, im Folgenden, werden einfach einige Straßen, Bars und die Grundstimmung der Lokalität genannt. Ziel: Der Leser mag gleich die Namen schon einmal gelesen haben, etwas vom Wort her anzufangen wissen, aber vor allem: Neugierig werden. Denn, wie gehabt: Selbst die kühnste und spannendste Beschreibung kann in keinem Fall ein persönliches Erlebnis, das persönliche Eintauchen, ersetzen.
Hier sind sie: Namen, Straßen, Flair bei Nacht
Modern eingerichtet sind die drei Bars, die sich nicht nur zu einem Namen, sondern zu einem Ziel hoher Beliebtheit verbunden haben. Der Name ist "Arc" – Reguliersdwarsstraat 44. Sehr modern. – Dann, afrikanisch: das "Nomads" in der Rozengracht (Hausnummer: 133). – Dass es 1488 gebaut wurde, könnte man vielleicht nicht auf das Jahr genau abschätzen: Aber wer Gast wird im "In de Waag" (Nieuwmarkt 4), ist in einer anderen Welt und Zeit. In historischem Ambiente ist es ein Gastronomieerlebnis der einmaligen Art – doch wie gesagt: Kein Wort kann das eigene Wahrnehmen vorausnehmen. – 700 verschiedene belgische Biersorten und Livemusik: Dies sind nur zwei Eigenschaften des Café Belgiques auf dem Dam. – 17 Biersorten frisch gezapft, 200 auf Lager – aus Deutschland, England, den Niederlanden, aber ohne Musik: Das nennt sich "In de Wildeman" , am Kolksteeg 3. – 1606 als Gastronomiebetrieb gegründet, ganz in Holz, Stammgäste, Touristen: "Café Karpershoek" ist ein solches "bruin café", das an Ursprünglichkeit nichts vermissen lässt. Martelaarsgracht 2, so lautet die Adresse. Und weiter geht es – eigentlich alle 50 bis 100 Meter: mit Musik, ohne Musik, mit heimischem oder internationalem Flair, im Klub- oder Diskothekenstil oder bedächtig und einfach nur stilecht.
Doch eine Stadt besteht nicht nur aus Gastronomie: Sehen, staunen, wirken lassen – das ist auch die Devise in Amsterdam, wenn es um Kultur geht: Das "Uitburo" weiß Bescheid. Dort kann man sogar für das Theater-Nachtleben täglich Karten erwerben: Das kann "Boom Chicago", die Kabarett-Gruppe, die alltäglich oder besser allnächtlich im Leidsepleintheater aufgehoben ist, etwa dankend bestätigen. – Das Holland-Casino ist, was es sagt. Wer will, kann, wer nicht spart sein Geld. – Weitere Namen sind "Werck", "De Herengracht", "Helden" – aber jetzt aufgepasst: Die nun Folgenden haben es noch einmal ganz besonders in sich:
Die eleganteste Bar heißt Bar8 in der Berenstraat 8. – "Alto" ist in der Korte Leidsedwarsstraat 115 gelegen – was es hiermit auf sich hat? Es ist nicht mehr und nicht weniger als der unbedingte, legendäre Jazz-Klub der Stadt, in der Nähe der Leidseplein gelegen. – Amsterdam von oben? Herzlich gerne. Wer seine Lokalität "11" nennt, meint ein Programm damit. Nämlich das 11. Stockwerk. Oosterdoksgade 3-5, Nähe Hauptbahnhof. – Das "Bitterzoet”, in der Spuistraat 2 – eine Bar, ein Theater, ein Klub. Nähe Bahnhof. Live-Musik, Jazz, neue Talente, die spielen, bis drei oder vier geöffnet! – Jimmy Woo, so heißt der Nachtklub mit der höchsten Popularität. Tanzen ist alles. DJs, Action, Korte Leidsedwarsstraat 18. – Wo gehen sie hin, am Abend, jene, die glitzern, für ihr Leben vorgesorgt haben, weil sie entweder seit 30 Jahren im Geschäft sind oder auf dem niederländischen Bildschirm erst neulich auf sich aufmerksam machten: Schauspieler und andere sind im "Club Home" zu Hause. Aber Vorsicht: Selbst herausputzen bis ins Detail, bevor man hineinwill oder bevor man das dann auch darf. Wagenstraat 3, einen Versuch ist es wert (bis morgens um 4 Uhr offen, wochenends bis um 5).
Männer unter sich – jedoch: Toleranz bleibt
Amsterdam kennt auch die gleichgeschlechtliche Pärchenbildung: Kennen ist gelinde untertrieben. Denn es ist die entsprechende Szene, die sich ebenso abends, zur Blüte, zum Nachtleben selbst erfindet: "The Cockring", Warmoesstraat 96 – oder: "Exit" – Reguliersdwarsstraat Nr 42. Hier sind Frauen nicht unwillkommen. – Exzentrisch, hautnah, überwältigend: Diesen Club kennt man in den gesamten Niederlanden. "iT". Zwei Buchstaben nur im Namen, bis drei oder vier Uhr morgens offen – alles andere, wenn Sie kommen. Doch eins noch: An ausgefallener Stimmung fehlt es nicht – vielleicht besteht samstags nur eine andere, wenn es einmal wirklich nur den Herren der Schöpfung zur Verfügung steht.
Nachtleben? Amsterdam – das ist Theater
Amsterdam ist Hauptstadt – Kulturhauptstadt. So viele Theater, die über die Stadt verstreut sind, lassen sich hier kaum erwähnen. Auch dieses Leben spielt sich nachts ab, natürlich: aber anders, innovativ, literarisch, niederländisch oder englisch. Ballett, Schauspiel, Musical, Oper. Einige der Adressen sollen gleich, im Folgenden, erwähnt werden: doch aktuell auf dem Laufenden bleibt man stets als Besucher der Webseite www.aub.nl oder auch www.openluchttheater.nl. Innovativ ist: "De Balie", Kleine Gartmannsplatsoen 13 – 25 www.balie.nl – Klassisch: das "Königliche Theater Carre" in der Amstel 115 – 125. www.theatercarre.nl – Städtisch: Stadsshouwburg in der Leidseplein 26. www.stadsschouwburgamsterdam.nl
nach obenSzenentreffs
Amsterdam – Nachtleben in vielerlei Formen
Im Folgenden sollen nun einige Lokalitäten aufgezählt werden, die nachts zur Szene, d. h., zum charakteristischen Stil der Weltstadt gehören. Vorweg sei gesagt: Rotlichtviertel und Homosexuellenviertel gehören hier genauso zum Nachtleben und sind positiver Teil der städtischen Vielfarbigkeit, jedoch war hierüber bereits an anderer Stelle die Rede. Ein ungeschriebener Wahlspruch scheint in Amsterdam zu sein, dass für jeden Einzelnen (mit welchen Vorlieben auch immer) genau die Kneipe / Theater / Kultur eingerichtet ist, die einem persönlichen Szene-Liebhaber entsprechen.
Entspannt, angemessen und mitreißend
Es ist etwa das "Korsakoff" in der Lijnbaansgracht 161. Dort sind verschiedene Tanzflächen eingerichtet – Punk-Rock wird abgespielt; es handelt sich um "das" "Gothic"-Zentrum Amsterdams. Jeweils mittwochs wird Bühnenmusik live dargeboten. Von der Bar aus kann man über einen Balkon weitläufig die Tanzfläche übersehen. Öffnungszeiten: 22.00 Uhr bis 3.00 Uhr, wochenends eine Stunde länger. – Das "Bitterzoet" befindet sich in der Spuistraat 2. Es handelt sich hier um eine Bar, um einen Klub und ein Theater in einem – hier wird neuen Bühnentalenten die Chance gegeben, ihr Talent auszuprobieren. Jazziges Ambiente, eine entspannte Atmosphäre, geringe Eintrittspreise und angemessene Getränkepreise stehen hier täglich von 21.00 Uhr bis 03.00 Uhr, wochenends von 23.00 Uhr bis 04.00 Uhr zur Verfügung. – Der "Club Home" befindet sich in der Wagenstraat 3. Er wird als gemütlich, anheimelnd beschrieben – drei Stockwerke haben drei unterschiedlich eingerichtete Arten von – ja, so sagt man: – Wohngefühl. Ein offenes Feuer, Bücherregale, Sitzgruppen bilden die Dekoration im Erdgeschoss, im ersten Stock die eines Schlafzimmers und in der zweiten Etage befindet sich die Tanzfläche: mit aktiven DJs. Geöffnet ist hier Do – So von 23.00 Uhr bis 05.00 Uhr.
Auch für Jüngere ist Stimmung, aber nicht für jeden
"Dansen bij Jansen" heißt es in der Handboogstraat 11. Hier dürfen sich nur Studenten treffen, d. h., es besteht Studentenausweispflicht. Disco, Pop, House – eine kleine Tanzfläche und eine ruhigere abgetrennte Bar im ersten Stock ist täglich von 23.00 Uhr bis 04.00 Uhr geöffnet, wochenends bis 5.00 Uhr. "Happy Hour" findet jeweils in der ersten Stunde statt, Kleidungszwang herrscht nicht. – In der Korte Leidsedwarsstraat 18 befindet sich "Jimmy Woo". In diesem Hip-Hop-Club vereinigt sich Hong-Kong-Stil mit modernem Design; die Atmosphäre ist in Schwarz gehalten – nicht einmal der Opium-Tisch fehlt. Die Tanzfläche ist im oberen Stockwerk: Wenn man nicht zu geladenen bzw. gelisteten Gästen gehört, ist man in der Lage, sich der bekanntermaßen ziemlich willkürlichen Politik der Türsteher unterordnen zu müssen.
nach obenUnterkünfte in Amsterdam
Amsterdam – attraktiv für alle Anfragen
Es gibt bestimmte Fragen, die – auch in einem Reiseführer – nicht pauschal skizziert oder beantwortet werden können. Das sind in allererster Linie die nach der "richtigen" Übernachtung. Zu individuell ist hier das Erkenntnisinteresse des Reisenden, dem es entweder auf Dauer ankommt (für wie lange bleibt er in Amsterdam?), auf den Anspruch (sind vier Sterne ihm das Mindeste?) und auf die eigentliche (Urlaubs-)Absicht seines Aufenthalts (will er einfach nur abschalten und einen Hotelaufenthalt erleben, den er überall anders ebenso erfahren könnte?). Kommt man allein, zu zweit, zu zweit unter Freunden, Liebenden, Ehepartnern (mit oder ohne Kinder) – entspricht die Urlaubsunterkunft gewissen gesundheitlichen Erfordernissen bzw. persönlichen Vorlieben? Betrachtet man sich – gleich in welchem Alter – als jugendlich genug, um Übernachtungen in Mehrbettzimmern auch nur anzudenken (auch mit anderen, bisher noch unbekannten Gästen)? Das sind Fragen, die würden nicht nur Amsterdam selbst als Urlaubsziel betreffen. Und umgekehrt: Es gibt auch für Amsterdam Antworten, die in jedem Fall alle oben genannten Bedürfnisse mehr als nur zur Zufriedenheit sättigen. Hotels aller Sternkategorien, Übernachtungspreise mit oder ohne Frühstück – vom Erdgeschoss aus oder vom siebten Stock. Jedoch:

Hausboot
Quelle: pixelio.de Fotograf: Uli P.
Kanäle und Gewässer: Die ungewöhnliche Unterkunft
Es geht hier um das Alleinstellungsmerkmal, das zu ergründen wichtig ist – also etwas, das es weltweit anderswo nicht gibt in Sachen Unterkunft. Und das trägt in Amsterdam die Bezeichnung "Hausboot". Oder besser: "Vermietbares Hausboot". Die folgenden (durchaus kombinierbaren) Kategorien ergeben einen ganz eigenen Reiz für den Besucher: "Bed and Breakfast"-Hausboot, mit zwei oder drei Übernachtungsmöglichkeiten, inmitten malerischer Kanäle (Grachten), wobei das Hausboot selbst sowie der Straßenzug möglicherweise aus dem 17. bis 18. Jahrhundert entstammen oder es handelt sich um – auch modernere – Boote, die ganzen Gruppen Platz bieten und für eine Unterkunft der nicht alltäglichen Art in den ehemaligen Hafengewässern bereitstehen. Boote für Selbstversorger zu zweit oder für Singles, Boote in einer Minute Fußnähe vom Dam oder in den äußeren Hafengebieten, ungestört von allem anderen – und natürlich: Wer Fahrten über Gewässer bucht, für mehr als 150,– € pro Stunde (mit Chauffeur), dem wird ebenso entgegengekommen.
Kurzum: Wer auf die herkömmliche Weise in Amsterdam unterkommen möchte, dem sei das offizielle Organ der Metropole im Netz ans Herz gelegt (abrufbar unter epub01.publitas.nl) – wer das "Typische in Amsterdam" sucht, der mag diese Seite houseboathotel.nl als Ausgangspunkt nehmen.
nach obenShopping in Amsterdam
Amsterdam, Angebot und Attraktivität

Shopping Center Magna Plaza zu Amsterdam
Quelle: pixelio.de Fotograf: Thomas-Max M?ller
Amsterdam bietet eine wahre Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten. Man könnte fast sagen: Amsterdam hat schon im Voraus eingeschätzt, wie viele unterschiedliche menschliche Spezialbedürfnisse es geben kann, und in welche Richtung Nachfrage strebt, wenn die Ortswahl auf diese maritime Stadt fällt. Bücher, Bekleidung, Möbel, Diamanten – im Folgenden wird noch die Rede von einigen Hinweisen sein, die sich der geneigte Kaufinteressent auf der Suche nach Besonderem in keiner Weise entgehen lassen sollte. Doch zunächst zu den Öffnungszeiten: Sie können praktisch variieren, insbesondere bei Lebensmittelmärkten oder Discountern, die zwischen 8 Uhr und 22 Uhr täglich geöffnet sind. Sonst kann es auch zu der Regelung wie folgt kommen: Mo 12 Uhr bis 18 Uhr, Do geöffnet bis 21 Uhr, Mi und Fr von 10 bis 18 Uhr, Sa von 10 bis 17 Uhr, So von 12 bis 18 Uhr. So – mit Variationen – sieht es bei manchen Geschäften aus, in jedem Fall sei der Besucher vorgewarnt, dass nicht immer nicht überall Ladenöffnung besteht, so wie sich dies langsam in Deutschlands Fußgängerzonen mehr und mehr etabliert.
Vielfalt, Fundgrube und Faszination
Seit zweihundert Jahren sind Amsterdams Märkte keinesfalls nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern sie sind Teil der Stadtgesellschaft. Der erste Markt war vorhanden im Jüdischen Viertel, heute sind es 11 immerwährende Märkte, 50 Wochenmärkte und darüber hinaus noch Märkte, die mit speziellen Saisonbedingungen zu tun haben. Der Ständebetreiber kann überdies noch nach Wetter entscheiden, ob er wegen intensiver Dauerregenschauer früher schließt, als er es eigentlich vorhatte. Überflüssig zu sagen, dass Märkte in jeder Stadt der Welt auch Taschendiebe motivieren, es doch zumindest versuchen zu wollen.
Am bekanntesten ist und bleibt jener Markt, der auf dem Waterlooplein veranstaltet wird. Es ist ein "Non-Food"-Markt: DVDs, CDs, Secondhand-Kleidung, Kunstdrucke, indische Stoffe. Ursprünglich handelte es sich hier tatsächlich um den jüdischen Markt – stoppte zu Beginn des 2. Weltkrieges, nahm aber mit den 1960er Jahren seine Aktivitäten wieder auf, indem er sich weiterhin zum Flohmarkt entwickelte. Öffnungszeiten: Mo – Sa 08.30 bis 17.30 Uhr.
Der Albert-Cuyp-Markt befindet sich nahe Heineckenplein. Hier werden – klassisch – frische Lebensmittel, Kräuter- und Würzwaren verkauft. Die Öffnungszeiten des flächenmäßig größten Marktes sind Mo – Fr 10 Uhr bis 18 Uhr, Sa 09 Uhr bis 18 Uhr.
Der Amsterdamer Blumenmarkt ist der einzige der Welt, der auf dem Wasser treibt. Alles, was mit Blumen zu tun hat: Sogar schwarze Tulpen werden auf dem Singel zwischen dem Rokin und der Leidsestraat verkauft, Öffnungszeiten: Mo – So 9.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Der Antikmarkt De Looier ist überdacht, Anschrift: Elandsgracht 109. Hier, wie der Name sagt: Antikes aller Art und Gebrauchsgegenstände. Öffnungszeiten: Di – Sa 11 Uhr bis 17 Uhr.
Bücher werden Mo – Sa 10 Uhr bis 16 Uhr dargeboten; auch Landkarten oder andere Karten. Anschrift: Oudemanhuispoort.
Der Dappermarkt nun verkauft alles. Zu günstigen Preisen, Mo – Sa jeweils 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr.
Schnäppchenjäger sollten keinesfalls vor dem Noordermarkt haltmachen. Secondhand, Schmuck und Möbel in Preiskategorien, die anderswo undenkbar wären. Geöffnet: Mo – Sa 9 Uhr bis um 15 Uhr; sommertags eine Stunde länger.
Auch der Sammler kommt in Amsterdam zu seinem Recht: Die Adresse lautet: Nieuwezijds Voorburgwal 280. Die Bezeichnung: Postzegelmarkt. Münzen, Postkarten, Briefmarken: nur mittwochs und sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr.
Bücher, Bekleidung und De Bijenkorf
Die Straßen Kalverstraat und Nieuwendijk fügen sich mit dem Damrak und der Leidsestraat zu einer klassischen Fußgängerzone zusammen. Markenbekleidungshersteller, Schuhhändler, Buchhändler – genauso wie Coffeeshops sind hier vorhanden ebenso in der weitergehenden Damstraat bzw. dem Nieuwmarkt. Man passiere das Hotel Krasnapolzky und finde sich mitten in Amsterdams Chinatown wieder; interessanterweise gibt hier (in den Außenbezirken des chinesischen Stadtbezirks) auch Bücherantiquariate, sogar mit deutschen Ausgaben. Doch der Zeedijk ist genau das Chinesische Viertel. Nur eher teilweise auf Touristen ausgerichtet, handelt es sich um Stoffe, Platten, Comics und Lebensmittel, die die dort wohnenden Bewohner chinesischer Herkunft für ihren eigentlichen Alltag ebenso konsumieren. Die Leidsestraat nun versammelt Schuhhändler (Preiskategorien nach oben offen) und die Rozenstraat hat Möbel, Teppiche, Lampen – aber auch die Buchhandlung "Zur Rose". Das ist ein deutsches Geschäft. Die P. C. Hoofdstraat nun, Nähe Vondelpark, verweist auf ihre wieder einmal höher im Preis angelegte Einkaufsmeile, weil diese von Designern zusammengesetzt werden. Dass das Kaufhaus "De Bijenkorf" seit 1870 auf mehreren Etagen vergleichbar wäre mit z. B. dem "Kaufhaus des Westens" oder Ähnlichem, könnte ebenfalls den Besucher beeindrucken.
nach obenEssen & Trinken & Restaurants
Amsterdam – Kulinarische Konturen für jede Vorliebe
Aus den ungefähr 200 Restaurants Amsterdams Lokalitäten auszuwählen, um sie nun im Folgenden vorzustellen, geschieht ohne Zweifel willkürlich. Hinzu kommt noch, dass in der Zahl 200 noch längst nicht über sämtliche Gastronomie Amsterdams die Rede sein kann – viele bereits oben beschriebenen Orte des Nachtlebens haben durchaus ein Tagleben mit empfehlenswerten Tagesgerichten, Menüauswahl und vielfältigen internationalen Spezialitäten. Auch sind die für die Niederlande generell überall vorhandenen eetcafés und internationalen Eckstuben ja auch in Amsterdam zahlreich gegeben – hier wird es Stellen geben, die noch nie in einem Reiseführer Beachtung gefunden haben und die es trotzdem an ursprünglicher Atmosphäre nicht in geringster Weise mangeln lassen. Jeder Amsterdam-Besucher wird seine eigene Auswahl und Zielrichtung treffen. Doch um in irgendeiner Weise zu beginnen (und dem Neuling eine grobe Orientierung aufzuweisen, was Amsterdam unter Gastlichkeit versteht), seien nun einige Restaurants aufgeführt – generell sind Reservierungen erwünscht:
... für den speziellen Anspruch
Noordermarkt 7: Dies ist Standort des Restaurants namens "Bordewijk". Besonderheit hier ist es, mediterrane und asiatische Küche zu vereinigen und mit der Terrasse direkt auf den Kanal ausgerichtet zu sein. – Leliegracht 46: Das Restaurant "Christophe" experimentiert mit französischen, amerikanischen, aber auch orientalischen Einflüssen und liegt ebenfalls direkt am Kanal. Die Webseite ist hier: www.christophe.nl – Preisgekrönt in seiner Küche ist das "Excelsior", jenes Restaurant, welches Teil des Hotel de l'Europe ist. Hier werden nicht Gänge, hier werden Kreationen serviert. www.leurope.nl – in der Ferdinand Bolstraat 333 ist (im Okura Hotel) das Restaurant "La Ciel Bleu" gelegen. Eine Lokalität der französischen Küche – im 23. Stock gelegen, hat es hier einen Rundumblick auf die Skyline Amsterdams. www.okura.nl – Brouwersgracht 60: Direkt an einem Kanal, mitten im Künstlerviertel Jordaan gelegen, wird hier europäische Küche serviert. Das Restaurant "De Belhamel" befindet sich in einem Jugendstilgebäude. www.belhamel.nl. Und so könnte es noch weitergehen mit den exklusiveren Orten, doch wenden wir uns dem im gastronomischen Bereich zu, was uns auch in anderen Bereichen bei näherem Hinblicken in Amsterdam stets begegnet: preiswert, aber gute Qualität.
... erschwinglich im Preis, empfehlenswert die Küche
In der Nieuwe Doelenstraat 20 – 22 kann man sogar auch mit einem Boot anlegen. Das Cafe de Jaren befindet sich dort, serviert volle Mahlzeiten, hat günstige Preise und jugendliche Gäste. www.cafe-de-jaren.nl – einfache Gerichte und große Portionen erhalten Touristen, Einheimische, Schüler in der Spuistraat 4. Es ist "De Keuken van 1870". www.keukenvan1870.nl – Prinsengracht 191: Die "Pancake Bakery" verspricht 70 verschiedene Pfannkuchensorten. So viel wie nirgends sonst in der Stadt. www.pancake.nl
nach obenöffentlicher Nahverkehr
Straßenbahn, Metro und Bus ...
Parken in Amsterdam kostet unverhältnismäßig und in engen Straßen kann es – wie überall – zu Autodiebstählen kommen. Also – wie überall – reichen die öffentlichen Verkehrsmittel, die schon 30 min entfernt, nämlich am Flughafen Schiphol, zuverlässig ihren Anfang nehmen. Die Einzelfahrkarte zählt nach Zonen. Die Innenstadt ist eine einzige Zone, unter 12- und über 65-Jährige zahlen ermäßigt – eine Fahrkarte zählt in allen Fahrzeugen der städtischen Verkehrsbetriebe, nur im Nachtbus nicht. Jedoch: Für Amsterdam charakteristisch ist die Straßenbahn. Die Linien 1, 2, 5 fahren zum Leidseplein bzw. halten auch in den Einkaufsstraßen wie z. B. der Leidsestraat – die Linie 9 fährt am Königspalast vorbei, dem Dam, dem Rembrandtplein und dem Vergnügungsviertel. U-Bahn-Linien gibt es derer vier, allesamt sind sie auf der Seite www.amsterdam.info/de/transport/metro/ vorbereitend vorzuplanen. Was die Straßenbahn für die Innenstadt, das sind die Busse für die äußeren Randgebiete wie z. B. das Wohngebiet des ehemaligen östlichen Hafens. Vom Bahnhof aus fahren sie viertelstündlich, interessant hier: Ijburg als Ziel. Dort zeigt sich niederländische Architektur der besonderen Art. Nachts fährt nur der Nachtbus. Tageskarten sind in dieser Zeit (01 bis 05 Uhr) nicht gültig. Konkrete Einzelinformationen sind übersichtlich unter www.gvb.nl/english/travellers/touristguide/deutsch/Pages/wilkommen-in-amsterdam.aspx abzurufen.
... und die vielen Fahrradwege

Straßenbahn in Amsterdam
Quelle: pixelio.de Fotograf: Windrose
Wie Münster in Deutschland, so ist Amsterdam vollends und bis in die letzte Pflasterung auch für Fahrradverkehr ausgebaut. Nur im Unterschied zu Münster rechnet in den Niederlanden niemand damit, dass man sein eigenes Rad mitbringt. Fahrradvermietungen gehören zum Stadtbild; meist werden eine Kaution und eine Fotokopie des Personalausweises beim Verleih verlangt, bevor man dann eine flexible, schnelle und angenehme Art und Weise der Fortbewegung zur Verfügung hat.
nach obenDaten & Fakten
Der Umgang mit Suchtmitteln

Cannabis
Quelle: pixelio.de Fotograf: Xenia Kehnen
Es gilt in den Niederlanden, dass Jugendlichen unter 16 Jahren nicht erlaubt ist, Tabakwaren und Alkohol zu kaufen. Auch gilt ein generelles Verbot, in der Öffentlichkeit (d. h., auch an öffentlichen Plätzen wie Cafés und Restaurant) zu rauchen; der Alkoholkonsum außerhalb gastronomischer Bereiche in öffentlichen Bereichen ist ebenfalls nicht gestattet. Wie bekannt, gibt es die Coffeeshops, die 5 g leichte Cannabis-Ware zum direkten Rauchen im Geschäft selbst an Personen über 18 Jahre abgeben und hiermit der Duldungspolitik entsprechen, für etwas nicht Erlaubtes nicht geahndet zu werden. Dort dürfen jedoch ebenfalls keine nikotinhaltigen Stoffe geraucht werden. Benötigt jemand für medizinische Zwecke Cannabis-Präparate, so ist es in den Niederlanden niedergelassenen Ärzten seit 2003 erlaubt, diese zu verschreiben und Apotheken, diese genau daraufhin herauszugeben. Alles, was hier nicht gesagt wurde, ist auch nicht im niederländischen Jugendschutz eindeutig gesetzlich erfasst, außer: Man möge Jugendliche nicht Eindrücken unterziehen, die eine geistig oder körperlich (zer-)störende Wirkung auf sie haben können.
Organisatorisches
Es herrscht Ausweispflicht in den Niederlanden, natürlich reicht der Personalausweis, und dieser ist stets mit sich zu führen. Geht dieser verloren, würde das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in der Honthorststraat 36 – 38 hier weiterhelfen können – jedoch nicht innerhalb desselben Werktages. Die Stromversorgung in den Niederlanden beträgt 220 V, wird pro Jahr um 1 V erhöht, um langfristig die Europanorm von 230 V zu erlangen. Um ins Ausland zu telefonieren, nutzt man entweder die kostenlose IP-Telefonie über das Internet oder Auslandstelefonkarten, die das Telefonieren mit weltweit nicht über 2 Cent pro Minute berechnen. Um für einen Kurzaufenthalt in den Niederlanden sich selbst eine Telefonnummer zuzulegen, sind hierfür günstige SIM-Karten an jeder Tankstelle zu erwerben, die auch mit aus Deutschland mitgebrachten Handys zu aktivieren sind.
Städtisch Relevantes
Amsterdam liegt an der Amstel und am IJsselmeer, hat ca. 770.000 Einwohner in der Kernstadt und wird jährlich von geschätzten 3,5 Millionen Personen besucht. In der Stadt leben Personen, die aus ungefähr 145 Ländern stammen. Das Stadtgebiet erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt 219 Quadratkilometern, davon werden 52 Quadratkilometer von den innerstädtischen Grachten (Kanälen) in Anspruch genommen. Über 50 Museen, oft mit Gemälden von Rembrandt, Van Gogh u. a., 50 Wochen- oder Tagesmärkte, über 1.500 Eckkneipen, 200 Hotels, 200 Restaurants, 16 Buslinien und der legalisierte Betrieb von leichten Drogen für den Privatgebrauch, sowie das völlig tolerierte Homosexuellen- und Prostituiertenwesen bilden die Faktoren eines – wie es im Englischen gesagt wird – "melting pot", nämlich "Schmelztiegels" von Mentalitäten, Kulturen, Bräuchen, Küchen, und auch dem Eindruck vollständig erhaltener zwei- bis vierhundertjähriger Bauten.
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