Bretagne
Inhaltsverzeichnis
Bretagne
Hauptstadt und Départements

Bretagne - Kalvarienberg (Calvaire)
Alle Wege führen nach Rennes, die Hauptstadt der Bretagne. Hier in Rennes, im Département Ille-et-Villaine, dem ersten der vier Départements, ist sozusagen das Tor zur Bretagne. Rund um Rennes führt die "Rocade" ein Schnellstraßenring, mit Abfahrten nach Norden in Richtung Saint Malo ins Département Côtes-d'Armor, südlich nach Nantes, was nur historisch zur Bretagne gehört, und westlich in Richtung Lorient, im Département Morbihan und weiter nach Quimper und Brest im Département Finistère. Diese Schnellstraße geht rund um die Bretagne. Wer nach Brest möchte, kann also auch über Saint Malo fahren. Autobahnen gibt es keine, d. h., in der Bretagne werden keine Mautgebühren erhoben.
"Breizh Ma Bro" (Bretagne mein Land)!
Die Halbinsel, die westlich von Paris liegt, umfasst eine Fläche von 27.208 km² mit ca. 3,1 Millionen Einwohnern, den Bretonen. Wer noch nie in der Bretagne war, wird beim ersten Mal kaum glauben, dass er in Frankreich ist, denn alle Ortsschilder oder Hinweisschilder, sind nicht nur mit dem französischen Namen bezeichnet, sondern auch mit dem bretonischen. So findet sich auch fast auf jedem Auto eine Kennzeichnung, mit "Bzh", was für Breizh steht, dem bretonischen Namen der Bretagne. Die bretonische Sprache kommt allerdings nicht aus dem Keltischen, sondern aus dem Gälischen, denn nach dem Niedergang der Römer, um ca. 450 n. Chr., ließen sich Waliser Christen in der Bretagne nieder, die ihrerseits von heidnischen Angeln und Sachsen verdrängt wurden, die auf der britischen Insel einfielen.
Von Meer zu Meer
Die Bretagne wird im Süden und Westen vom Atlantik begrenzt und im Norden vom Ärmelkanal. Das Landschaftsbild zeigt sich hügelig, wer also hohe Berge vermutet, der sucht diese vergeblich, denn die höchste Erhebung, der Roc'h Trévézel, ragt nur 384 m in die Höhe. Dafür gibt es an der westlichen Küstenlinie eine weitläufige Steilküste, die meist aus Granit wie auch die eigentliche Landmasse der Bretagne aus sehr altem und hartem Gestein besteht. Die Landschaft ist durch ihre weiten Felder und Wiesen geprägt, die durch Steinmauern abgegrenzt sind, aber auch durch Wälder, die jedoch durch den Schiffsbau stark abgeholzt wurden.
Hortensien und Kamelien, die Blumen der Bretagne
Das Klima der Bretagne ist gemäßigt und wird stark durch den Golfstrom beeinflusst, d. h., die Winter sind mild, und dass die Temperaturen unter 0 Grad sinken, ist eigentlich selten – wenn, dann im Normalfall im Januar und Februar, den kältesten Monaten des Jahres, da kann es schon mal sein, dass morgens Eis von den Autoscheiben gekratzt werden muss. Schnee bleibt auf keinen Fall liegen. Auch die These, die Bretagne sei verregnet stimmt so nicht, besonders an der Küste wird es niemals länger als zwei Stunden hintereinander regnen, denn durch den ständigen Wind vom Meer her, ziehen die Wolken schnell ins Landesinnere, bevor sie sich so richtig entleeren können. Auch die Sonne zeigt sich mehr als vermutet, denn sonst gäbe es im Dezember keine Kamelien, die ihre Knospen aufspringen lassen und die prächtigen Hortensien, die in Blau, Weiß und Rosa im Mai anfangen und bis zum Oktober blühen.
nach obenSaint-Malo
Der, an der Côte d'Emeraude, der Smaragd-Küste, gelegene Ort Saint-Malo, dessen 52.700 Einwohner einen Wahlspruch haben, sie seien weder Franzosen, noch Bretonen, doch Einwohner von Saint Malo, gehört zum Département Ille-et-Villaine. Es zählt zu den am meisten besuchten Touristenorte in der Bretagne und in Frankreich, dessen Augenmerk der historische Stadtkern ist, der von einer monumentalen Granitstadtmauer, mit 7 m Dicke, umgeben ist und mit dem Stadttor St. Vincent versehen wurde. Gleich neben dem Tor befindet sich das Geschichtsmuseum. Innerhalb der Mauer durchziehen die kleinen Straßen die Altstadt, dessen Anziehungspunkt die Saint Vincent Kirche, aus dem 13. Jahrhundert, darstellt.
Wasser und Altstadt
Dieser Stadtkern belegt etwa ein Fünftel der gesamten Stadt, das Besondere, er wird von drei Seiten von Wasser umgeben. Bekannt wurden Saint-Malo und seine Bucht, durch den höchsten Gezeitenunterschied in Europa, der hier bis zu zwölf Meter Differenz ausmacht. Während der Ebbe können dann die Inseln Grand Bé (hier liegt der Autor und ehemalige Außenminister von Frankreich Chateaubriand begraben), Petit Bé und das Fort National, einem Festungsbau aus dem Jahr 1689, zu Fuß erreicht und besichtigt werden.
Tidenhub und Kraftwerk
Dieser Gezeitenunterschied wurde zum Anlass genommen und hier in der Mündung des Flusse Rance, dem gegenüber der Badeort und Flugplatz Dinard liegt, das weltweit größte Gezeitenkraftwerk zu bauen, wobei bereits lange vor dem 20. Jahrhundert, die Kraft der Tiden genutzt wurden, indem Gezeitenmühlen Maschinen und Mühlsteine antrieben. Als erstes auch kommerziell genutztes Gezeitenkraftwerk der Welt ging dieses Kraftwerk 1967 ans Stromnetz. Es ist mit einer Leistung von 240 Megawatt, bis zum heutigen Tage, das größte seiner Art geblieben. Seine meiste Leistung bezieht das Kraftwerk aus dem 8-m-Tidenhub des Atlantiks und nur wenig aus der Flussströmung.
Rothéneuf
Ca. 4 km von Saint-Malo entfernt liegt der Ort Rothéneuf. Der kleine Ferienort ist die Geburtsstadt des Entdeckers Jacques Cartier, der von 1491-1557 lebte. Heute ist sein Haus "Limoëlou ein Museum, das neben den, in den Fels gehauenen Skulpturen der Fantasiewesen, Dämonen und Piraten, des Gemeindepfarrers Abbée Fouré (1839-1910), eine Touristenattraktion darstellt. Dieser Pfarrer zog sich in ein Einsiedlerleben von Saint-Malo nach Rothéneuf zurück, nachdem er mit 30 Jahren einen Schlaganfall erlitt.
nach obenLe Mont Saint-Michel
Der weit über alle Grenzen hinaus bekannte Mont Saint-Michel, ist eines der beliebtesten Ausflugsziele, ca. 37 km von Saint-Malo entfernt, im Gebiet der Bretagne, obwohl diese felsige Insel im Wattenmeer, einen Kilometer vor der Küste, eigentlich zur Basse-Normandie gehört. Die direkte Grenzen zwischen Bretagne und Basse-Normandie bildet der Unterlauf des Flusses Couesnon, der im Ärmelkanal mündet und dem der Mont Saint-Michel vorgelagert ist. Die Bucht mit seiner 46 m hohen Insel wurde 1979 mit ins UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen und stellt auch noch, seit 1998, einen Teil des Erbes "Jakobsweg in Frankreich". Der Mont Saint-Michel wird jährlich von rund 3,5 Millionen Touristen und Pilgern besucht.
Bau und Geschichten
Einen Ort wie diesem umgeben immer Geschichten, Sagen und Legenden, so soll König Artus einen Riesen erschlagen haben, der hier lebte. Nach einer Legende wiederum erschien dem Bischof Aubert von Avranches, der Erzengel Michael und gab ihm die Order, auf der Felseninsel eine Kirche zu bauen. Als der Bischof dieser Anweisung nach mehrfacher Aufforderung nicht folgte, soll der Engel ihm mit einem Finger, ein Loch in die Schädeldecke gebrannt haben. Eben nur Legende, doch wurde das erste Sanktuarium zu Ehren des heiligen Michaels, in der Zeit von 708-709 vom heiligen Aubert auf der Insel errichtet. Etwa um 1022 wurde das Benediktinerkloster begonnen, dass mit 55.000 m² und 830 m Umfang, fast die ganze Insel einnimmt. Auch heute noch leben und arbeiten im Kloster Benediktinermönche.
Der Damm und die Fluten
Vor 1877 waren die Insel und die Küste nur bei Niedrigwasser verbunden und erreichbar. Dies änderte sich mit dem Bau des Dammes, der die Insel und die Küste mit einer Straße ohne Rücksicht auf die Gezeiten, verbindet. Durch die Versandung der Bucht geht leider der Inselcharakter immer mehr verloren, was durch den Bau des Dammes und durch die jahrhundertelange Trockenlegung des Küstenstreifens zur Gewinnung von Ackerland, nur noch gefördert wurde. Doch auch die Kanalisierung des Couesnon, trug dazu bei. Im Juni 2006 starteten nun die sechsjährigen Bauarbeiten, die von der französischen Regierung beschlossen wurde, um eine weitere Versandung der Bucht und dem Mont Saint-Michel aufzuhalten. Der wichtigste Bauabschnitt war dabei der Bau eines Gezeitendammes an der Flussmündung des Couesnon, welches während der Flut Meerwasser in den Fluss drückt, was bei Ebbe, im Prinzip einer Toilettenspülung, mit starkem Druck wieder abgelassen wird und dabei Sand aus der Bucht schwemmt. Der Damm wird durch eine Stelzenbrücke ersetzt, die mit Pendelzügen Material und Personen befördert.
nach obenCairn-de-Barnenez
Etwa 7 km von Morlaix, im nördlichen Finistère, auf der Halbinsel Kernéléhen liegt der kleine Ort Plouezoc'h, mit seiner wohl ältesten Megalithanlage Barnenez, die ca. 4500 v. Chr. in der Jungsteinzeit entstand. Neben dieser existieren noch weitere in der Bretagne, wie Larcuste, Ty-Floc'h, Île Carn, Le Bono, Île Guennoc, Gavrinis und Petit Mont. Als Barnenez erbaut wurde, war die Bucht von Morlaix eine fruchtbare Tiefebene, die vom Hügel überragt wurde. Das Hügelgrab ist 72 m lang, ca. 25 m breit, 8 m hoch und wiegt ca. 13.000 – 14.000 t. Um einen Kubikmeter des Hügels aufzuschütten, wurden 1.500 kg Stein benötigt, d. h., für einen Arbeiter bedeutete dies vier Tage, bei einem 10-Stundentag, harte Arbeit. Werden die Hohlräume des Originalhügels weggelassen, errechnet sich ein Gesamtvolumen von 2.000 qm³, der ersten Bauphase. Damit wurden 1.000 t Granit und 3.000 t grobkörniges Basaltgestein (Dolerit) aufeinandergeschichtet. Die Fertigstellung der Anlage dauerte wahrscheinlich 15.000-20.000 Arbeitstage, oder ca. drei Monate, hätten 200 Arbeiter daran gebaut. Der endgültige Hügel, mit seinen verschiedenen Abschnitten, erweiterte sich um fast das Dreifache an Volumen. Der Hügel wurde bereits 1850 als Hügelgrab, oder auch Tumulus genannt, eingestuft.
Vom Hügelgrab zum Straßenbau
Ab 1950 wurde der Hügel als Steinbruch genutzt und es wurden Steine zum Straßenbau abgetragen. Dabei wurden Dolmen, bedeutet im bretonischen Steintisch, mit Kragggewölben, ein nicht echtes Gewölbe zum oberen Abschluss eines Raumes, entdeckt. Das hatte zur Folge, dass die Einstufung als Hügelgrab bestätigt wurde. 1954 intervenierte die Gemeinde, den Hügel weiter abzutragen, um das Hügelgrab zu schützen. Gleichzeitig begannen Ausgrabungen sowie Restaurierungsarbeiten an der gesamten Anlage, die bis 1968 andauerten. Im Empfangsgebäude kann heute alles besichtigt werden.
Die Gemeinde Plouezoc'h
Der mit ca. 1.600 Einwohnern zählende Ort liegt bei der Bucht von Morlaix und ist mit seiner unterschiedlichen Gästebetten-Kategorie sehr gut vom Tourismus erschlossen, mit noch anderen Sehenswürdigkeiten wie die Festung Château du Taureau, die 1542 zum Schutz gegen französische Korsaren erbaut wurde, die zu diesen Zeiten im Ärmelkanal und an der Atlantikküste ihr Unwesen trieben. Sie mordeten, brandschatzten und plünderten, dass sogar die Engländer das Fürchten lernten. Zeitweise diente sie als Gefängnis oder privates Ferienhaus. Nachdem die Festung in den Jahren 1998-2006 vollständig restauriert wurde, ist sie nun wieder zur Besichtigung freigegeben.
nach obenLandévennec
Die kleine Gemeinde Landévennec, mit seinem kleinen Hafen, liegt direkt an der Flussmündung des Aulne, der hier in die Bucht von Brest bzw. in den Atlantik fließt. Umringt vom "Parc naturel réginal d'Armorique", dem regionalen Naturpark Armorique, im Osten der Halbinsel Crozon ca. 18 km von Brest und 35 km von Quimper entfernt, im Département Finistère. Obwohl der Ort nur ca. 370 Einwohner hat, so kann er doch auf eine lange Geschichte zurückblicken, die im Jahre 485 n. Chr. begann.
Die Abtei Landévennec
Wer hier am kleinen Hafen steht und die dem Sonnenaufgang entgegenblickende Idylle miterlebt, versteht den Heiligen Saint-Guénolé, der Ende des 5. Jahrhunderts, während die ersten christlichen Kelten in die Bretagne einwanderten, beschloss, hier an der Stelle, mit einigen Eremiten zusammen, ein Kloster zu gründen. Seit dem 8. Jahrhundert befindet sich das Kloster dort, wo heute die Ruine steht. Zu dieser Zeit lebten die Mönche nach keltischem Regelwerk, was aber im Jahr 818 n. Chr. von den Regeln der Benediktiner verdrängt wurde. Wie bedeutsam die Abtei von Landévennec im 9. Jahrhundert war, belegen handschriftliche Aufzeichnungen über die Erweiterung der Kirche und den Nebengebäuden. Was wohl auch dazu führte, dass 913 die Abtei von den Wikingern geplündert und zerstört wurde.
Erst nach der Rückeroberung kehrten auch die Mönche zurück und errichten die Abteikirche erneut, die im 11. und 12. Jahrhundert zu einer romanischen Kirche umgebaut wird. In den 13 Jahrhunderten ihres Bestehens gab es einige weiteren Bauphasen, bis ihr der Titel, kurz vor der Französischen Revolution 1781, aberkannt und die Gebäude enteignet wurden. 1783, nach der Revolution, fanden sich die Steine der Abtei als verkauftes Baumaterial wieder. Erst 1950 ermöglichte der Benediktinerorden durch den Ankauf der Ruine, den Bau einer neuen Abtei, die etwas oberhalb der alten Ruine ihren Platz fand. Nachdem 1958 Ausgrabungen begannen, die Mitte der 80er Jahre weitergeführt und die Anlage restauriert wurde, entstand das Museum von Landévennec. Die Abtei kann nun auf eine Geschichte über 1.500 Jahre zurückblicken.
nach obenLanmeur
Im Département Finistère, zwischen dem 12 km entfernten Morlaix und Lannion, liegt die Gemeinde Lanmeur mit ca. 2.100 Einwohnern. Zur Gemeinde gehört die Pfarrkirche Saint-Mélar, deren Krypta unter dem Chor, wohl mit den ältesten Sakralbau der Bretagne darstellt.
Wie auch viele andere Bauten stammt diese Krypta wahrscheinlich aus dem 6. Jahrhundert und steht wohl auch in Zusammenhang mit der Einwanderung von christlichen Kelten von den britischen Inseln. Wer die Krypta betritt, braucht erst einmal Münzgeld, d. h. 20 Centstücke, um das Licht einzuschalten.
Die Krypta der Pfarrkirche Saint-Mélar
Die Rundbögen, in dem kleinen niedrigen Raum, werden von Säulen und grob gemeißelten Kapitellen getragen. Wobei zwei der monolithischen Säulen mit Reliefs verziert sind, die Schlangen, Algen und Äste mit Pinienzapfen als Symbole aufzeigen, deren Bedeutung wahrscheinlich das Leben und die Erneuerung darstellen sollen. Doch das interessanteste der Krpyta ist das halbrunde Brunnenbecken neben dem Eingang, welches einer der heiligen Quellen der Bretagne ist. Ohne dass ein Zu- oder Ablauf zu sehen ist, füllt sich das Becken mit Wasser und ist bald darauf wieder leer. Von Zeit zu Zeit quillt das Becken über und überflutet dabei die gesamte Krypta. Diese Eigentümlichkeit gibt den Anlass für eine Prophezeiung, dass von der Quelle des St. Mélar, eine weitere Sintflut an einem Allerheiligentag, ihren Anfang nehmen wird.
Die Legende des heiligen Saint-Mélar
Die Krypta wurde für den jungen Märtyrer errichtet, dessen steinerner Sarg zwischen den beiden verzierten Säulen stand, was viele Pilger veranlasste, dem Heiligen hier zu huldigen. In der Mitte des 9. Jahrhunderts, als die Wikinger in der Gegend ihr Unwesen trieben, wurden von den Mönchen des Klosters Kernitron in Lanmeur, den Hütern und Erbauern der Krypta, seine Gebeine zerlegt und an einigen anderen Orten aufbewahrt. Damit wurde die Saint-Mélar-Verehrung in der Bretagne verbreitet. So blieb Saint-Mélar nicht nur der Schutzheilige von Lanmeur, sondern auch z. B. von St. Méloir des Bois und St. Méloir des Ondes.
Doch auch Teile seiner Reliquien fanden den Weg nach Orléans und nach Meaux, aber auch nach Amesbury in England, in ein Nonnenkloster. Während in Lanmeur heute nur noch ein Rest des Heiligen vorhanden ist, besitzt Locmélar, das zwischen Landivisiau und dem Kap Sizun liegt, einen Arm vom heiligen Saint-Mélar.
nach obenDaoulas
In der Bucht von Brest, wo die beiden kleinen Flüssen Mignonne (übersetzt die "Niedliche") und Lézuzan in einer Trichtermündung enden, liegt der Ort Daoulas mit ca. 1.800 Einwohnern im Département Finistère, 16 km entfernt von Brest in Richtung Südosten. Hier, wie in vielen anderen Orten der Bretagne, ist der Geist der Vergangenheit mit Geheimnissen und Legenden, noch gegenwärtig. Einst stand hier ein Schloss, dass im 15. Jahrhundert von den Engländern zerstört wurde, doch existiert noch die Abtei aus dem 6. Jahrhundert, um die sich der alte Dorfkern errichtete.
Die Abtei
Es spricht viel dafür, dass die Gründung des Klosters zu Zeiten der Christianisierung der Bretagne im Jahr 510 n. Chr., hier stattfand. Erste Aufzeichnungen stammen aus dem 12. Jahrhundert, die besagen, dass das Kloster im Jahr 1167 von Augustinern gegründet und geführt wurde. Die Abtei vereint mehrere Stile der Baukunst, so stammen das imposante Portal vor dem Kirchhof aus der Gotik, das Kirchenschiff und das Seitenschiff der Abteikirche aus der Romanik des 11. und 12. Jahrhunderts, doch blieben die Rundbögen der westlichen Fassade im vorromanischen Stil, die wahrscheinlich im 8. Jahrhundert entstanden, erhalten.
Im Innenbereich der Abtei erwartet den Betrachter das Wunderwerk eines romanischen Kreuzganges, der zwischen 1167 und 1173 gebaut und im 19. Jahrhundert restauriert wurde.
Drei Seiten stehen noch, mit den Säulen und den, mit geometrischen und pflanzlichen Motiven, verzierten Kapitellen. Obwohl der Kreuzgang Jahrhunderte überdauerte, sieht er immer noch wie neu aus. Das einmalige Brunnenbecken, das in einem Winkel des Kreuzganges steht, wurde einst aus einem Stein gefertigt, ca. 7. oder 9. Jahrhundert, und beinhaltet die Stilrichtung irländischer Arbeiten. Neben dem Innenbereich mit seinem idyllischen Park existiert ein großer Heilpflanzen-Garten, der mit Zeugen der bretonischen Kunst aus dem 10. und 16. Jahrhundert aufwartet. Dazu gehört eine einzigartige Brunnenanlage, der im Park und Garten für das Gedeihen der Pflanzen sorgt.
Die Abtei von Daoulas erfreute sich über 4 Jahrhunderte ihres Wohlstandes, dem ein langsamer Niedergang und ein jähes Ende im 17. Jahrhundert folgten, und während der Französischen Revolution werden die Gebäude, enteignet und verkauft. Heute gehört die schöne Abtei dem Département Finistère, und beherbergt ein Kulturzentrum.
nach obenLa Pointe du Raz
Von Audierne aus, einem kleinen Ort an der gleichnamigen Bucht, geht es faktisch immer bergauf durch Esquibien in Richtung Plogoff, im Département Finistère. Der Granitvorsprung mit seinen bizarren Klippen, die immerhin 72 m hoch über dem Meer ragen, bilden den Endpunkt des Kap Sizun und bestehen aus zwei Spitzen, linker Hand das Pointe du Raz, und rechts das Pointe du Van. Wobei der Pointe du Raz, wohl der bekanntere Teil ist, denn er gilt als der westlichste Punkt von Frankreich und von Kontinental-Europa. Der bretonische Name lautet "Beg ar Raz", wobei Raz eine schnelle Meeresströmung bezeichnet. Das Wort wurde ursprünglich von den Wikingern mitgebracht, als sie in die Normandie einfielen.
Vegetation und Umweltschutz
Diese einmalige Aussicht hat schon immer viele Menschen angezogen, was zur Folge hatte, dass die Heidelandschaft mit dem gelb blühenden Stechginster sehr litt. In den Jahren 1996-2000 wurde dann eine, sozusagen, Komplettsanierung vorgenommen, um den Bestand der Vegetation zu erhalten und seine Pracht wieder herzustellen. Dieses, auf Dauer ausgelegte Entwicklungsprogramm, hat dem Gebiet das Gütesiegel der Naturschätze Frankreichs, "Grand Site de France", eingebracht, sodass nun die Masse der Touristen ohne Schaden für die Umwelt ihren Weg zu den Riffen finden. Doch Vorsicht – der Blick in die Tiefe ist nichts für Leute mit Höhenangst.
Der Blick über den Ozean
In ca. 8 km westlich entfernt liegt die Insel "Île de Sein, die von Esquibien aus mit der Fähre erreichbar ist. Getrennt vom Pointe du Raz durch eine von gewaltigen Strömungen durchzogene Meerenge, wurde diese mit ihren Riffen und ihrer hohen Brandung einst vielen Seeleuten zum Verhängnis. Zeugen dieser Zeit sind zwei weitere kleine Inselchen, die noch heute je einen unbewohnten Leuchtturm, den "Phare de Tévennec" und den "Phare de la Vieille", beherbergen. Am Ende der Heide dieses Landzipfels, wo Fauna und Flora ihre Harmonie im Zusammenleben wiedergefunden haben, steht eine Statue der "Notre-Dame des naufragés", der Mutter Gottes der Schiffbrüchigen, sowie eine Signalstation.
Legenden
Wie kann es anders sein, auch das Pointe du Raz birgt seine Geheimnisse, was Anlass für zahlreiche Legenden bietet. So soll die "Hölle von Plogoff", ein Stollen, der durch das Meer ins Kap gegraben wurde, der Ort sein, an den angeblich die Ertrunkenen zurückkehren und deren Stöhnen immer zu hören ist.
Pointe du Van
Das felsige Gegenstück zeigt sich nicht ganz so schroff, wie das Pointe du Raz. Sie ähneln sich nur durch die Heidelandschaft mit dem Ginster und den tief ins Wasser ragenden Granitfelsen. Direkt am Rand zum Riff steht die kleine Kapelle Saint-They, mit einem der Quellenheiligtümer der Bretagne. Vor hier oben können die kleinen vorgelagerten Inseln, die von vielen Seevögeln bewohnt werden, besonders gut betrachtet werden. Zwischen Pointe du Raz und Pointe du Van liegt eine kleine malerische Bucht, die Baie des Trépassés, die Bucht der Verschiedenen, in der, der Legende nach, die Seelen von Verstorbenen auf ein Totenschiff warten, die sie ins Jenseits hinter dem Horizont befördern. Die Bucht selbst hat einen flachen Sandstrand, doch eine sehr starke Brandung und ist deshalb besonders bei Surfern beliebt.
nach obenSaint-Goazec
Der Ort Saint-Goazec am Fluss Aulne ist 30 km von Quimper und 57 km von Brest entfernt. Mit seinen knapp 700 Einwohnern, wirklich ein winziger Ort, aber mit einem hochherrschaftlichen Schloss, das wohl eines der schönsten Denkmäler in ganz Finistère darstellt. Im Herzen der Bretagne auf einer Anhöhe gelegen, leuchtet das Schloss Trévarez weithin in rosafarbenem Stein.
Trévarez
Das Schloss mit dem gesamten Parkgelände umfasst 85 ha, zu seinen Glanzzeiten waren es mehr als 2.000 ha. Es wurde im 19. Jahrhundert von der Familie Kerjégu gekauft und seinen heutigen Zustand verdankt es James von Kerjégu, der das Schloss von 1894-1906 ausbauen ließ. Für das Schloss wurden rote Ziegelsteine und Granit verwendet und mit stilvollen Details vollendet. Durch Wasser und Strom auf allen Etagen, Fahrstühlen und Kaminen, war die gesamte Ausstattung zu dieser Zeit mit mehr als luxuriös zu beschreiben. Außerdem wurden stattliche Pferdeställe errichtet, die heute als Café, Souvenirladen und Ausstellungsfläche genutzt werden. Aber wie so oft litt auch dieses Schloss an den Folgen der Kriege. Es wurde von der Marine annektiert und als Erholungsheim für U-Boot-Besatzungen umfunktioniert. 1944 zerstörte ein Bombenabwurf der Engländer den linken Flügel des Schlosses. Die Reste der Bomben liegen noch heute wie ein Mahnmal davor. 1968 kaufte der Generalrat des Départements Finistère Trévarez zurück und begann 1993 mit den Restaurierungsarbeiten.
Park und Gärten von Trévarez
Der dazugehörige, groß angelegte englische Park unterteilt sich in verschiedene Gartenarten, einem italienischen Garten mit Wasserbecken und Wasserfällen sowie klassischen zeitgenössischen Gärten. Ein Spaziergang durch die Alleen, die mit Schatten spendenden Bäumen gesäumt sind, ist zu jeder Zeit ein Erlebnis, denn wo in Deutschland Winter herrscht, blühen hier von November bis April, die meist pinkfarbenen Kamelien. Mehr als eintausend verschiedene Arten von Hybrid-Rhododendren blühen im April und Mai, die bretonische Nationalpflanze, die Hortensie und die Fuchsien im Sommer. Bemerkenswert ist auch die Sammlung von Heidekrautgewächsen. Zwischen Rasenflächen und Blumenpracht finden sich Tierskulpturen und Steingärten bis zur Sankt-Hubertus-Kapelle. Wie beeindruckend die Parklandschaft des Schlosses ist, drückt sich am besten in den jährlich stattfindenden "Festivals" bzw. Ausstellungen aus, wo die Blumen und Pflanzen käuflich erworben werden können. Im Mai erfolgt das "festival du rhododendron", im Juni das "festival des roses" und im August das "festival de l'hortensia et du fuchsia".
nach obenDinan und der Teppich von Bayeux
Am Fluss Rance, der zwischen Saint-Malo und Dinard in dem Ärmelkanal mündet, liegt in 75 m Höhe die Stadt Dinan im Département Côtes-d'Armor. Dinan hat ca. 12.000 Einwohner, die auf einer Fläche von 4,11 km² wohnen. Sie zählt zu einer der schönsten Städte Frankreichs und der Bretagne. Der französische Staat verlieh der 1.000 Jahre alten Stadt Dinan die Auszeichnung "Ville d'art et d'histoire" (Stadt der Kunst und Geschichte), denn sie ist eine der ältesten mittelalterlichen Städte der Bretagne. Lange Zeit war Dinan der nördlichste Punkt für die Überquerung des breiten Mündungsdeltas der Rance, bis der Canal d'Ille-et-Rance gebaut wurde und seither Dinan und Rennes verbindet.
Altstadt und Stadtmauer von Dinan
1907 wurde die Altstadt von Dinan Opfer eines Brandes und im August 1944 mit Bomben beworfen. Das Kulturerbe der Stadt wurde bis in unsere Zeit restauriert. Doch stehen die Fachwerkhäuser immer noch am Place des Cordeliers, der rue de l'Horlogie und andere malerische Gassen in der Altstadt, in denen Geschäfte, Galerien und Restaurants untergebracht sind, die so richtig einladend auf jeden Besucher wirken. Die imposante Stadtmauer, die schon im 12. Jahrhundert erwähnt wurde, ist mit seinen 9 Türmen und 5 Toren, bis zu einer Länge von 2.600 m noch völlig intakt.
Im Jahr 1283 wurde Dinan vom Herzog der Bretagne gekauft, zu dieser Zeit wurde auch die Stadtmauer, wie sie heute bekannt ist, fertiggestellt. Nahe dem Stadttor mit Namen Saint-Louis, steht das Schloss von Dinan als Teil der Stadtmauer, das real ein Donjon, ein Wohn- oder Wehrturm ist. Dieser ovale, hohe Turm, ist durch den Burggraben und der äußeren Stadtmauer von der hinter der Stadtmauer liegenden Stadt getrennt. Heute befindet sich im Schloss von Dinan das städtische Museum. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche Saint-Malo, der Glockenturm aus dem 15. Jahrhundert, das Franziskanerkonvent aus dem 13. Jahrhundert und die Basilika Saint-Sauveur aus dem 12. Jahrhundert.
Der Teppich von Bayeux
Dinan und seine Geschichte sind seit dem 11. Jahrhundert dokumentiert, obwohl sie wohl schon in der Antike besetzt war. Ein kleiner Marktflecken, wo ein Benediktinerkloster gegründet wurde. Bekannt wurde die Burg Dinan durch den Teppich von Bayeux. Dieser Teppich war eigentlich ein 50 cm hoher Tuchstreifen mit Stickarbeit, der gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstand. Die 68,38 m und in 58 Einzelszenen dargestellten Bilder und Texte erzählen die Geschichte der Eroberung Englands durch Wilhelm dem Eroberer, beginnend mit dem Treffen von Harald Godwinson, Jarl of Wessex mit King Edward, endend im Oktober 1066 mit der Schlacht von Hastings. Die Originallänge des Tuchstreifens ist nicht bekannt, sodass die Schlussszenen fehlen.
nach obenFougère
Im Westen von Frankreich und im Osten der Bretagne im Département Ille-et-Vilaine, liegt die Stadt Fougère. Die Stadt umfasst eine Fläche von 10,47 km² und hat ca. 21.000 Einwohner. In nicht so vielen Fällen vereint eine Stadt wie Fougère zehn Jahrhunderte miteinander, wobei das Mittelalterliche wohl das Interessanteste für die Besucher darstellt. In einem Rahmen, der es ermöglicht, Altes mit Neuem so gut miteinander zu vermischen und niemand auf Modernes, wie Geschäfte, Restaurants oder Galerien, dem 21. Jahrhundert entsprechend verzichten muss, wird sich in dieser Stadt sehr wohl fühlen, denn beides vorzufinden, Eindrucksvolles wie Unterhaltsames, macht einen Bummel durch die Stadt zum großen Erlebnis.
Die Festungsanlage von Fougère
Fougère ist nicht nur berühmt für seine imposante Grenzfestung mit seinen 13 Türmen, sondern diese ist auch schon von Ferne aus zu sehen. Die alte Stadtmauer umschließt die Altstadt und erstreckt sich bis hin zum Schloss, so sollte einst das Herzogtum Bretagne gegen Frankreich geschützt werden, was wohl nicht so gelungen ist, wie heute allerseits bekannt ist.
Wegen der alten, noch fast ganz intakten, malerischen Stadtmauer und der Burg, ist Fougère allein schon eine sehr sehenswerte Stadt. Doch umso interessanter wird es, wenn erst einmal ins Bewusstsein dringt, dass hier, nicht wie sonst üblich, die Burg selbst unten im Tal befindet, die Stadt jedoch auf dem Berg angesiedelt ist, beides verbunden durch die stabile Stadtmauer. Damit ist dies wohl eine sehr seltene Konstellation, die sich von anderen Grenzfestungen in der Bretagne deutlich abhebt, wie z. B. der in Rennes oder Vitré. Obwohl die mittelalterlichen Anlagen von Saint-Malo und Mont Saint-Michel, ebenso bedeutend und prachtvoll sind, besticht die Burganlage von Fougère, zumal diese noch fast vollständig erhalten ist.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Fougère hat außer der Burganlage noch einige andere Sehenswürdigkeiten, z. B. eindrucksvollen Kirchen, wie Saint-Léonard, Saint-Sulpice, die Kathedrale Notre Dame de Bonabry, oder den 1397 errichteten Turm, das ehemalige Urbanistenkloster und das Theater, im Stil der Romanik, zum Bestaunen. Alles zusammen genommen lässt einen jeden Besucher an einem großen Stück der Geschichte Frankreichs und der Bretagne, durch seine einzigartige Architektur, teilhaben.
nach obenHuelgoat - der Zauberwald
Im Département Finistère, ca. 53 km östlich von Brest und ca. 60 km nördlich von Quimper, liegt die ca. 1.700 Seelen zählende Gemeinde Huelgoat, umgeben von Hügeln und einem ca. 600 ha großen Wald, direkt inmitten des "Parc naturel régional d'Armorique". Huelgoat wird auch Feen- oder Zauberwald genannt. Diese Bezeichnung ist durchaus berechtigt, denn die tanzenden Lichtstrahlen, die sich durch Blätter und Geäst schlängeln und bizarre Schatten werfen, könnten den Anschein von mystischen Gestalten vermitteln. Seine ehemalige Größe, als der Wald sich über die ganze Bretagne erstreckte, inspirierte nicht nur Maler und Dichter, sondern gab schon immer Anlass für Wunder und Märchen. Viele Menschen haben in den Jahrhunderten Huelgoat durchquert, denn hier laufen die alten Römerstraßen aus dem Höhenzug des Monts d'Arrée zusammen und niemand kann sich seinem geheimnisvollen Charme entziehen.
Granitfelsen
Nicht nur die majestätisch gen Himmel ragenden Eichen und Buchen, faszinieren den Betrachter, sondern auch die bizarre Ansammlung der Granitfelsen, die eine interessante, geologische Vergangenheit der Bretagne dokumentieren. Oft mit Moos bewachsen liegen die riesigen Kolosse aneinander oder aufeinander, wie z. B. der 7 m lange, 5 m hohe und eine Tonne schwere "Rocher Tremblant", oder die beiden, aufeinandergetürmten, Felsen, die an einen Riesen-Champignon denken lassen. Die Hauptattraktion in diesem Meer aus Felsen ist die Teufelsgrotte, das angebliche Tor zur Hölle. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert, führt über eine kleine Steige, mit Geländern befestigt, zwischen den Felsen hindurch, in die dunkle Höhle hinein, wo nur das Plätschern des "rivière d'argent", dem Silberfluss, zu hören ist.
Geschichten und Legenden
Wie schon erwähnt, gibt es viele Geschichten und Legenden, die um diese fantastische Zauberwelt kursieren. So sollen einst neunundneunzig sehr hübsche Frauen überall gewartet haben, um passierenden Männern Wein auszuschenken. Je mehr ein Mann davon trank, umso besser schmeckte der Wein und er konnte nicht mehr aufhören. Der Sinn und Zweck lag darin, die Männer betrunken zu machen, damit sie nicht mehr zurück konnten, um ihre Seele in der Hölle gefangen zu halten. Auch die Variante, dass zwei Riesen sich hier mit den Granitfelsen beworfen haben sollen, deshalb liegen diese ja auch so verstreut, daran könnte ja vielleicht etwas Wahres dran sein! Oder die Geschichte von der gottlosen Prinzessin von Ys, mit Namen Dahud, die ihre Liebhaber in die Teufelsgrotte stieß und somit entsorgte.
nach obenPaimpont und der Wald
Ganz im Westen des Départements Ille-et-Vilaine liegt die, ca. 1.600 Einwohner zählende, Gemeinde Paimpont, dessen Gemeindegebiet hauptsächlich von Wald bedeckt ist, aber auch einige Seen, wie den See von Paimpont und den See von Pas-du-Houx, mit seinen Fischreichtümern, vorzuweisen hat. Die Einwohner teilen sich, mit dem eigentlichen Ort, eine Fläche von 110,28 km², in denen sich einige Waldlichtungen befinden, wo sie ihre Landwirtschaft betreiben. Paimpont grenzt hier an die Départements Côtes-d'Armor und Morbihan, wobei in der Gemeinde Guer sich der Wald südlich weiter ausbreitet. Die Grenze bildet hier der kleine Fluss Aff.
Brocéliande, Merlin und Feen
Das Innere der Bretagne wurde einmal von einem riesigen Wald bedeckt, dem auch das Waldgebiet Huelgoat angehörte, dessen Reste den heutigen Wald von Paimpont bezeichnen, aber auch den geheimnisumwobenen Namen Brocéliande trägt, der jedoch auf keiner Karte zu finden ist. Die Sagenwelt, die diesen Wald umgibt, wird hauptsächlich König Artus und der Tafelrunde zugeschrieben. Hier soll sein Mentor und Beschützer, der Zauberer Merlin, nachdem Merlin Nimue bzw. Viviane, der Dame vom See offenbarte, woher er seine Zauberkräfte bezog, von ihr in eine Weißdornhecke gebannt worden sein. Viviane, die Fee tat dies, obwohl sie ihre Liebe zu Merlin, auf der Geheimnisbrücke preisgab und danach in einer Wolke verschwunden war.
Im "Le Val sans Retour", dem Tal ohne Wiederkehr, indem die Fee Morgane ihr Reich gehabt haben soll. Hier hatte sie, der Sage nach, ihre untreuen Liebhaber für immer gefangen gehalten und ließ sie zu Säulen erstarren. Viviane war auch die Hüterin des mythischen Ortes Avalon, wo sich auch der See von Comper befand. In einem Schloss im See zog sie Lancelot, einem Ritter der Tafelrunde, groß, den sie raubte, während seine Eltern auf der Flucht waren und ihn am See zurückließen. So wuchs er in der Schmiede des magischen Schwertes Excalibur, in Vivianes Wasserreich auf.
Das Grab von Merlin sollen die letzten Teile einer "Allée couverte", einer überdeckten Megalithanlage, im Osten des Waldes, sein, "Le tombeau de Merlin", wo sich die Anhänger der Ritter der Tafelrunde alljährlich einfinden. Unaufhörlich sprudeln, die heiligen Quellen der Bretonen aus der Erde, wie auch die Quelle von Barenton, "La fontaine de Barenton", die das Sinnbild der Quellen darstellt, und wird deren Wasser auf einen Stein, der Freitreppe Merlins, gegossen soll es regnen bzw. wer in das Wasser fasst und es aufwirbelt, beschwört einen Sturm herauf.
nach obenCarnac
Auf der Hälfte zwischen Lorient und Vannes im Département Morbihan, in der südlichen Bretagne, liegt wohl der berühmteste Ort der Bretagne, Carnac. Der Name leitet sich vom Keltischen karn oder carn ab, was so viel bedeutet, wie Steinhügel oder Steingrab. Ganz in der Nähe der Gemeinde befinden sich die über 3.000 Menhire, die sich in Steinreihen gruppieren, sowie die Steingehege. Genau lassen sich die Megalithen-Anlagen nicht datieren, doch wird davon ausgegangen, dass deren Nutzung in der Jungsteinzeit ab 4.500 v. Chr. bis etwa 2.300 v. Chr. anzusetzen ist.
Menhire
Als Menhir wird ein aufgerichteter, mehr oder weniger großer Monolith bezeichnet, was sich aus dem ursprünglich bretonischen, maen=Stein und hir=lang, zusammensetzt, umgangssprachlich eher als Hinkelsteine bekannt. Sie bestehen aus, dem überall in der Bretagne befindlichen, Granit, wobei ihre Oberflächen heute meist verwittert und mit Flechten und Moos überzogen sind. Die zu Gruppen gebildeten Steinreihen sind mit Namen wie Kerlescan, Menec und Kermario zu unterscheiden. Die ehemals mehr als 3.000 Menhire reihen sich über 3 km aneinander, ursprünglich waren es wahrscheinlich sogar 8 km und sind zwischen 50 Zentimetern und 4 Metern hoch, wobei die Größten immer am Ende in westlicher Richtung stehen. Die Anlage schloss auch die Steine von Kerzerho, Petit Menec und Saint-Barbe mit ein. Somit befanden sich die Reihen auf einer Strecke zwischen der Mündung des Flusses Crac'h (Crac'h Ria) bis zum Ort Plouharnel.
Steinkreise
Meist aufrecht stehende Menhire oder Findlinge, die in ovalen oder runden Anordnungen aufgestellt sind, haben die Bezeichnung Steinkreis, Steinring oder Steintanz. Steinkreise dienen auch der Einfassung von Grabhügeln oder ähnlichen Arrangements, werden aber dann nicht so bezeichnet. Die Steinkreise sind alle unterschiedlich angeordnet, entweder an beiden Enden, östlich und westlich ausgerichtet, oder nur am westlichen Ende. Die Steinreihen ändern dabei ihre Richtung ein bis drei Mal.
Dolmen
Im bretonischen wird ein Steintisch als Dolmen bezeichnet, der aus mehreren aufgestellten Steinen und einer Deckplatte besteht. Davon befinden sich am Ortsrand auch die Dolmen von Kerluir und Beaumer, sowie weitere an der Rue de Courdiec. Der größte dieser Erdhügel in Frankreich ist der Tumulus Saint-Michel, mit einem Ausmaß von 125 m Länge, 60 m Breite und 10 m Höhe. Innerhalb befinden sich einige Steinkisten und ein Dolmen, doch der Besichtigungstunnel ist nun für die Öffentlichkeit gesperrt, da die Gefahr des Einsturzes besteht. Seinen Namen verdankt die Hügelschüttung dem Erzengel Michael, dessen Kapelle und ein Steinkreuz auf dem Grabhügel stehen, der auch einen herrlichen Ausblick über den Golf von Morbihan bietet.
nach obenPont Aven und Riec-sur-Bélon
Es gibt viel zu sehen und viel zu erzählen über die Bretagne, doch es würde kaum jemand daran denken, dass auch kleine Gemeinden, durchaus erwähnenswert sind, da sie weit über ihre Grenzen hinaus bekannt sind. Dazu gehören zwei nebeneinanderliegende Städtchen im Département Finistère südlich von Quimper, das 35 km entfernte Pont-Aven, was durch den Maler Gauguin, und das 40 km entfernte Riec-sur-Bélon, durch seine berühmten Austern, sozusagen Weltruhm erlangten.
Pont Aven
Der Ort gehört zur Cornouaille, einer historischen Landschaft des Finistère, welche zu Zeiten des Mittelalters ein Königreich war und später ein Teil des Herzogtums Bretagne. Die Gemeinde hat ca. 3.000 Einwohner und liegt direkt, wo der Fluss Aven in den Atlantik mündet. Es verwundert nicht, dass Künstler sich von der malerischen Umgebung haben inspirieren lassen.
Paul Gauguin der Maler
Die sogenannte Schule von Pont-Aven, eine Bezeichnung für die Künstlerkolonie mit einer Gruppe französischer Maler, die sich ab 1886 um Paul Gauguin scharten, und hier in Pont-Aven und in Le Pouldu zeitweise lebten und malten. Die in der Zeit entstandenen Werke der Künstler sind dem Post-Impressionismus zuzuordnen und zeichnen sich besonders durch Einsatz reiner, leuchtender Farben aus. Diese Schule von Pont-Aven besticht durch die Weiterentwicklung vom Impressionismus in Richtung des Sythetismus. Um das Jahr 1888 malte auch der Künstler Paul Sérusier hier unter dem Einfluss von Paul Gauguin.
Musée des Beaux-Arts de Pont-Aven
Das Kunstmuseum "Musée de Pont-Aven / Pont-Aven Musée Paul Gauguin" wurde seinem berühmten Bewohner im bretonischen Dorf Pont-Aven, zur Ehre gereicht, obwohl er nur kurze Zeit in der Bretagne lebte. Die Zeit in der Bretagne beschrieb der vielseitige Künstler, der u.a. Degas und van Gogh gut kannte, als eine seiner besten schöpferischen Phasen seiner Malerkunst. Das Museum soll weiter ausgebaut werden.
Riec-sur-Bélon
Im Südosten vom Département Finistère und ca. 5 km von der Hafenstadt Pont-Aven, liegt das eher unscheinbare Dorf Riec-sur-Bélon, was jedoch internationalen Bekanntheitsgrad, durch die Austernzucht, erlangte. Seinen Namen bekam die Gemeinde von bretonischen Heiligen Riok im 6. Jahrhundert. Auf einer Strecke über 5 km werden hier im Fluss Belon die Austern auf eine besondere Art kultiviert. Da Ebbe und Flut weit in den Fluss hineinreichen, liegen die auf dem Flussgrund ausgelegten Körbe, wo die Austern ihr Dasein fristen, sozusagen trocken, wenn das Wasser abgelaufen ist.
So weit das Auge reiht sich ein Korb voller Austern nach dem anderen. Auch, wenn die Fläche für die Austernzucht, ca. 25 ha, relativ klein geraten ist, so erwirtschaften die Unternehmen, die hier die Aufzucht übernommen haben eine Menge, die auf ca. 5.000 t jährlich geschätzt wird, eben eine sehr lukrative Unternehmung. Denn die "Bélon-Austern" sind nicht nur wegen ihres besonderen Aromas, das durch das sehr mit Nährstoffen angereicherte Wasser des Flusses zustande kommt, berühmt, sondern sie sind auch sehr kostenintensiv.
nach obenLocronan
Die kleine Gemeinde im Département Finistère liegt 17 km nördlich von Quimper und 10 km östlich von Douarnenez. Die ca. 800 Einwohner leben auf einer Fläche von 8,08 km². Locronan, bretonisch Lokorn, erhielt seinen Namen durch Saint Ronan, einem Heiligen der Bretagne, der im 7. Jahrhundert nach Frankreich kam und im Wald bei Locronan in Einsiedelei lebte und den Bewohnern das Weben beigebracht haben soll. Die Herstellung von hochwertigem Segeltuch brachte die Menschen in Locronan im Mittelalter zu großem Wohlstand. Heute lebt Locronan hauptsächlich vom Tourismus, denn die Gemeinde ist ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer wie Winter.
Keltische Geschichte
Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr., als keltische Stämme in der Bretagne lebten, fängt die Geschichte von Locronan an, reicht also noch über tausend Jahre weiter zurück. Die Kelten waren auf Entdeckung der unbekannten, westlichen Territorien und gelangen so bis zu dieser Küste, die ihnen wie das Ende der Welt vorkommen mussten. Genau an diesem Ort, angesichts der Unermesslichkeit des Ozeans, zwischen zwei Bergen, bauten sie "Nemeton", einen Tempel unter dem Gewölbe des Himmels. Nur noch wenige wissen über die Existenz des Nemetons aus alter Zeit. Der Nemeton von Locronan ist der Einzige in Europa, über den es im Land Aufzeichnungen gibt. Er ist ein großes Viereck mit einem Umfang von 12 km, der zwölf bemerkenswerte Punkte enthält, die die zwölf Monate des keltischen Jahres repräsentieren. Das christlich gefeierte Fest "Grande Tremonie de Locronan", dringt mitten in dieses alte keltische Ritual ein, indem die Einwohner von Locronan alle 6 Jahre den heiligen, von zwölf Stationen abgesteckten, Ort die zwölf Monate des keltischen Jahres, ablaufen.
Mittelalterliche Geschichte
Das mittelalterliche Dorf, wie es im Grunde heute noch ist, ist von alten Bauwerken geprägt, die Kirche sowie die aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammenden Granithäuser bilden den Ortskern, wobei viele der Häuser zu Läden ausgebaut sind. Eine einmalige Kulisse, die Roman Polanski dazu inspirierte seinen Film "Tessa" hier zu drehen. Beherrscht wird der Platz jedoch, von der Kirche Saint-Ronan mit ihrem massiven Glockenturm, die zwischen 1420 und 1480 von Anne de Bretagne gebaut wurde, die den Heiligen verehrte. Nach der Legende starb Ronan in der Nähe von Saint-Brieuc, wo sein Leichnam auf einen Ochsenkarren geladen wurde. Der Karren wurde von Tieren gezogen, doch die Willenskraft des Heiligen lenkte sie bis ins heutige Locronan, wo er seine letzte Ruhe fand. Seine Grabkapelle "Chapelle du Pénity", wurde dann im 16. Jahrhundert an die Kirche angebaut.
nach obenMorlaix
Im Département Finistère an der Mündung des gleichnamigen Flusses liegt die Stadt Morlaix, bretonisch Montroulez. Die Stadt bevölkern ca. 16.000 Einwohner auf einer Fläche von 24,82 km². Seine neuzeitliche, wirtschaftliche Bedeutung verdankt Morlaix vor allem dem Seehafen, der ein wichtiger Hafen für die französische Westindien-Kompanie war, sowie der im 18. Jahrhundert errichteten Tabakfabrik "Ferme", ein wichtiger Punkt im Aufschwung der Stadt, was aber auch den Tabakschmuggel mit England förderte. Die heutige Fußgängerzone der Grand Rue, war einst die Hauptstraße, wo sich moderne Geschäfte mit alten Häusern vermischen. Überragt wird das Stadtbild von dem 58 m hohen und 285 m langen Eisenbahnviadukt, das 1864 gebaut wurde und heute die Trasse für den TGV ist. Morlaix hat durchaus einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten.
Laternenhäuser
Im 15. Jahrhundert war Morlaix eine blühende Stadt durch die, in dieser Region gewebten Leinentücher, auf die sie das Verkaufsmonopol hatte. Daraus resultierte für verarmte Adlige eine gute Einnahmequelle. Sie zogen in die Stadt und bauten die Laternenhäuser, mit ihren zahlreichen Erkern, Ornamenten und Heiligenstatuen verzierten Fassaden. Dazu zählt auch das "Maison de la Reine Anne". Das dreistöckige Haus soll zu Anfang des 16. Jahrhunderts der Wohnsitz von Anne de Bretagne gewesen sein. Das Charakteristische an der Bauweise dieser Häuser war, sie wurden um einen verglasten Innenhof herum gebaut, der künstlich beleuchtet wurde. Diese Art zu bauen gab wohl auch den Anlass, diese Gebäude Laternenhäuser zu nennen. In der Mitte des Innenhofes befindet sich eine Wendeltreppe im Renaissancestil, die, von einem, aus einem Stück Eichenholz geschnitzten und verzierten Holzbalken, gestützt wird und die Etagen miteinander verbindet – wobei jeweils ein Zimmer zur Straße liegt und eines nach hinten.
Die Kirche Saint-Mélaine
Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde im Flamboyantstil erbaut, der letzten Stilstufe der Spätgotik in Frankreich, Flandern (Belgien) und England. Bezeichnend für diesen Stil sind langen Formen, die an Flammen erinnern – Flomboyant bedeutet im Französischen "flammend". Auch das Orgelgehäuse, welches noch aus dem 17. Jahrhundert stammt, ist sehr bemerkenswert. Die Kirche nahm großen Schaden, nachdem sie von den Alliierten bombardiert, doch nachher wieder aufgebaut wurde.
Das Fort Taureau
Die Festung "Chateau du Taureau" ist eine imposante Zitadelle auf einer kleinen Insel, "Île du Taureau", der Stierinsel. Sie wurde um das Jahr 1542 herum, in der Bucht von Morlaix, gebaut, um die Bewohner von Morlaix von Piraten und Plünderern zu schützen. Denn bereits 1522 fuhren englische Seeräuber den Fluss hinauf und überfielen die Stadt, die gerade so gerettet werden konnte, darauf wurde beschlossen, etwas dagegen zu tun. Zwanzig Jahre später begann der Bau der Festung am Eingang der Bucht. Um den Posten als Gouverneur des Forts zu ergattern, stritten die Kandidaten aus Morlaix heftig, denn jeder Gouverneur wurde, bis zu Zeiten von Ludwig XIII, geadelt.
nach obenVannes
Etwas nördlich vom Golf von Morbihan am Fluss Marle, auf einer Fläche von 32,30 km² und mit 53.000 Einwohnern, liegt die Hauptstadt des Départements Morbihan, Vannes oder Gwened, wie sie auf Bretonisch heißt. Ihren Ursprung hat Vannes in der gallo-römischen Stadt Darioritum. Seit dem 5. Jahrhundert ist die Stadt Vannes Bistumssitz. Als erster König der Bretonen wird Nominoë Graf von Vannes betrachtet, der in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts lebte. Die Unabhängigkeit des Herzogtums Bretagne endete in Vannes 1532, als der französische König Franz I. und die bretonischen Stände sich trafen. Seit dem Jahr 1675 war Vannes der Sitz des bretonischen Parlaments. Vannes blickt auf eine lange Geschichte zurück, deren Zeugen in den unzähligen Sehenswürdigkeiten der Stadt wiedergegeben werden.
Die Stadtmauern
Eine 1.500 Jahre alte Militärgeschichte könnten die Stadtmauern von Vannes erzählen, denn sie sind bedeutendste Zeugen der Zeit. Bereits Ende des 3. Jahrhunderts, wo der Niedergang des Römischen Reiches schon zu spüren war, erhielt Darioritum, die Erlaubnis zur Befestigung der Stadt. So wurde östlich der Stadt auf dem Hügel Mené ein sogenanntes "castrum", ein befestigter Standort errichtet, welches im Hochmittelalter der Mittelpunkt der Stadt wird.
Die Verteidigungsmauer deckt eine Fläche von ca. 5 ha ab, die in einem Dreieck verläuft. Diese Fläche verdoppelt sich im 13. Jahrhundert, als Jean IV. Herzog der Bretagne, die Mauer restaurieren ließ. Südwestlich grenzte, die heute nicht mehr vorhandene Mauer, an das Schloss Hermine, in der Nähe des Calmont-Tors. Pechnasen, Kanonenscharten und Türme vervollständigten die Verteidigungsanlage im 15. Jahrhundert. Um den Ansprüchen der damals modernsten Artillerie zu entsprechen, wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts die Stadtmauer außerdem noch durch Bastionen verstärkt.
Das Stadtviertel Saint-Patern
Dieses Viertel ist das älteste der Stadt, denn hier lag das antike Darioritum, wo noch Überreste des Forums, der Thermen und der Villae unterirdisch verborgen liegen. Im 7. Jahrhundert wurde wahrscheinlich im antiken Zentrum, die erste Kirche gebaut, die dem Heiligen Patern gewidmet war. Im Hochmittelalter wird das Stadtzentrum, um die Kathedrale, auf dem benachbarten Mené-Hügel verlegt. Die Gemeinde Saint-Patern umfasst im 11. Jahrhundert den ganzen ländlichen Teil der Stadt. Um die Kirche herum entwickelte sich das Viertel aktiv immer mehr. In den Fachwerkhäusern der "rue de la Fontaine" und der "rue Saint-Patern" ließen sich die Handwerker nieder. In den Herbergen fanden die Reisenden, die aus Nantes oder Rennes kamen, für die Nacht Quartiere. Der Bau der Präfektur von Morbihan erfolgte in den Jahren 1863 bis 1865.
Die Fischhalle von Vannes
Der Fischmarkt wird seit dem späten Mittelalter wird am Place de la Poissonnerie der Fischmarkt abgehalten, der 1821 durch eine Fischhalle ergänzt wurde, die an die rückwertigen Seiten der Häuser der "rue Saint-Vincent" grenzte. 1880 wurde dann eine neue Halle aus Granit (35 m lang und 13 m breit) errichtet, da die örtlichen Fischer ein größeres Gebäude forderten, das besser sauber zu halten war. Auch heute noch sind Hallen täglich, besonders an den Markttagen, gut besucht.
Das Waschhaus „La Garenne“
Das Waschhaus "La Garenne" ist seit 1928 in Besitz der Gemeinde Vannes. Obwohl es sehr alt aussieht, wurde es erst zwischen 1817 und 1821 an der Flussbiegung der Marle gebaut. Das aus einer Galerie unter einem Schieferdach mit Fachwerkfassade und einem Stockwerk bestehende Haus zeigt mit den Schornsteinen, wo die Waschküchen lagen und die Waschfrauen unter der Galerie arbeiteten.
Die Kathedrale von Vannes
Die Cathédrale Saint-Pierre de Vannes ist eine gotische Kirche, die an der Stelle einer älteren romanischen gebaut wurde. Die Kathedrale wurde immer wieder durch Anbau ergänzt, sodass viel Stilelemente zusammenkommen. Der älteste Teil stammt aus 1020, der Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert, der in den gotischen Neubau, zwischen 1450 und 1520, integriert wurde. Das alte Gebäude war zu klein geworden, die vielen Pilger aufzunehmen, die das Grab des Heiligen Vinzenz Ferrer, der 1419 in der Kirche begraben wurde, zu besuchen. Der Portalbau an der Nordseite zusammen mit dem Längs-und Querschiff stammt aus dieser Zeit. Die mehrstöckige, runde Renaissance-Kapelle "Chapelle du Saint-Sacrement" wurde im 16. Jahrhundert an das Querschiff angebaut. Der Chor und die Gewölbe wurden im 18., der Südturm und die Westfassade Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet.
nach obenDie interessantesten Museen der Bretagne
Wer nicht ständig durch die Bretagne fahren will, aber dennoch interessiert ist an der reichen Vergangenheit der Bretagne, hat die Möglichkeit, sich in den zahlreichen Museen der Geschichte oder auch der Kunstwerke der Bretagne zu widmen.
Bretonisches Museum des Départements Finistère in Quimper
Hier im alten Bischofspalast in Quimper gilt das Hauptaugenmerk dem Leben eines keltischen Stammes im Nordwesten der Bretagne, den Osimier. Des Weiteren stehen Kunstwerke aus der Romanik und Gotik wie auch bretonische Kunst, vor allem Kostüme und Mobiliar, in der Ausstellung. Auch eine Sammlung von Fayencen des 17. Jahrhunderts bis in unsere Tage, ein Teil der Berühmtheit von Quimper.
Fayencen-Museum in Quimper
Quimper ist vor allem durch seine Keramik berühmt, bereits 1690 die Faïenceries de Quimper H.B. Henriot gegründet, die noch heute besteht und neben dem Museum, in der Allées de Locmaria am linken Odetufer, auch besichtigt werden kann. Quimper blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung von Keramik zurück, was im Museum auch dokumentiert wird.
Seefahrt-Museum in Brest
Das auf einem Felsvorsprung erbaute Schloss liegt an einem strategisch bedeutenden Ort, denn die haben schon die Römer im 3. Jahrhundert erkannt und errichteten hier ein Lager, um die Bretagne vor fränkischen und sächsischen Piraten zu schützen. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts befindet sich im Zeughaus ein kleines Museum mit Skulpturen und historischen Schiffsmodellen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Sammlungen versteckt und sind aus diesem Grund verschont geblieben. Diese Sammlung gehört heute mit zu den Beständen des nationalen Marinemuseums.
Museum der bretonischen Dorfschule in Trégarvan
Ein Heimatmuseum mit der ursprünglichen Einrichtung einer bretonischen Dorfschule, mit alten Schulbänken und Unterrichtsmaterial aus einer Zeit ohne PC und Handy, eben das ländliche Milieu zu Zeiten vom 19. ins 20. Jahrhundert.
Museum der alten Abtei von Landévennec
Auch zu heutigen Zeiten sind die Ruinen der im Jahr 485 n. Chr. gegründeten Abtei von Landévennec noch Ausgrabungsstätte, das Museum dokumentiert die Ausgrabungstechniken sowie die Funde aus der Karolinger Zeit.
Heimatmuseum in Plouigneau
Echte Enthusiasten gründeten und betreiben das Ecomusée im Herzen des Finistère in Plouigneau. Das Dorfmuseum zeugt mit einer interessanten Darstellung des Landlebens der Bretagne von 1870 bis 1970, dem 2007 neue Attraktionen hinzugefügt wurden, ein neuer Empfang, ein Lebensmittelgeschäft um 1900, ein Lederwarenindustrieatelier, Friseursalon und der Raum einer alten Molkerei. Außerdem werden Möbel und Einrichtungsgegenstände, wie sie um 1900 typisch waren sowie jede Menge landwirtschaftlicher Geräte, das alles bringen die damalige Bretagne näher.
Heimatmuseum Plougastel Daoulas
Ein etwas anderes Museum ist das Heimat-und Erdbeermuseum, Musée de la Fraise et du Patrimoine, welches ein einzigartiges Museumskonzept mit Ausstellungen zum heimatlichen Kulturerbe und zur Geschichte der Erdbeere auf der Halbinsel von Plougastel bietet.
Regionales Landwirtschafts-Museum Rennes
Der sehr gut restaurierte Bauernhof, L'Ecomusée du pays de Rennes, verfügt eine beständige Ausstellung auf ca. 19 ha, die über die 5 Jahrhunderte Geschichte des Umlandes von Rennes erzählt und die Beziehungen zwischen der Stadt und ihrem Land schildert. Die landwirtschaftliche Farm bewahrt die ehemaligen bretonischen tierischen und pflanzlichen Rassen – ein Miterleben des Alltags, den Tieren und Pflanzen von gestern in einem Freilicht-Museum.
Telekommunikations-Museum in Pleumeur-Bodou
Für die technisch Interessierten bietet die permanente Ausstellung "Telekommunikation von damals bis heute" eine Zeit-Reise, die von den Anfängen der Kommunikations-Technik bis zur heutigen modernen Technologie erzählt. Mit öfter wechselnden temporären Ausstellungen. Vorführungen im "Radar Dôme", kurz "Radôme" einer 50 m hohen Kugel, die als Schutzhülle für einen gigantischen Parabolspiegel dient. Er gehörte in den 60er Jahren zur ersten transatlantischen Telekommunikations-Verbindung.
nach obenFreizeitparks
Neben den vielen Sehenswürdigkeiten bietet die Bretagne in allen Regionen einiges an Freizeit-und Tierparks, die mit der ganzen Familie besucht werden können.
Freizeitpark "La Récré des trois Curés"
Der Park befindet sich etwa 5 Minuten von Brest entfernt in Milizac – ein Vergnügungspark für die ganze Familie. Der Park, mit einer Fläche von ca. 15 ha, hat einige Attraktionen zu bieten, wie eine Achterbahn, die Galeone der Piraten, ein Riesenrad usw. die neueste Attraktion ist der Niagara.
"Das Gallische Dorf – La Village Gaulois"
Das Gallische Dorf ist ein Freilichtmuseum in Pleumeur-Bodou, im Nordwesten des Départements Côtes d'Armor, das den Anschein verleiht, gleich Asterix und Obelix zu begegnen. Es gibt Informationen der damaligen Lebensweise oder zu den Eroberungskriegen der Römer. Doch vor allem stehen die Spiele für Kinder und Erwachsene. Das Dorf wird von der Hilfsorganisation MEEM (Le Monde des Enfants aux Enfants du Monde, die Welt der Kinder, die Kinder in der Welt) betrieben. Der Park unterstützt damit humanitäre Projekte für das westafrikanische Togo.
Das "Labyrinth der Korsaren" in Saint-Malo
Dieses Labyrinth ist eines der größten in Europa, es umfasst 11 ha Maisfeld mit 4 Parcours und 10 km langen Alleen. Während der richtige Weg gesucht wird, gibt es einige Überraschungen. Für die Kinder sind ein Mini-Bauernhof, Hüpfburgen und Spielplätze vorhanden, oder wer sich für einen echten Korsaren hält, kann sich an der Schatzsuche beteiligen.
Océanopolis in Brest
Auf dem Gelände befinden sich verschiedene Aquarien – von Tieren der Arktis bis zu Südseegewässern sowie für die heimischen Tiere im Meer rund um die Bretagne, von Pinguinen bis Robben – viele Informationen über das Leben im Ozean.
Der Tierpark in Carentoir
Die Gemeinde Carentoir gehört zum Département Morbihan und liegt auf der Hälfte zwischen Vannes und Rennes. Auf 25 ha Gehölzen und Wiesen befinden sich 400 Tiere aus 5 Kontinenten, die hier sozusagen in Freiheit leben, die entweder zu Fuß oder von einem kleinen Zug aus, beobachtet werden können. Außerdem gibt es für Kinder Spielmöglichkeiten und Feste, Ponytaufen und ein nachgebautes Bretonendorf.
Der Tierpark und Botanischer Garten
Der "Parc-animalier-et-botanique-de-Branféré in Le Guerno, liegt etwa 37 km südlich von Vannes in Morbihan. Dieser einmalige Park ist eine Mischung aus Zoo und Botanischer Garten. Der Zoo alleine beherbergt auf einer Fläche von über 40 ha, mehr als 120 Arten mit fast 1.000 Tieren. Bei Fütterung, Führungen und Veranstaltungen gilt es, die Tier-und Pflanzenwelt zu erkunden, um sich später im Picknick-Bereich durch ein Unterhaltungsprogramm führen zu lassen.
nach obenAktivurlaub: ideale Freizeit-Aktivitäten in der Bretagne
Wer in die Bretagne reist, muss sich über Langeweile nicht beklagen, es gibt für jeden die Möglichkeit, einen aktiven Urlaub zu verbringen. Egal, ob das Interesse Land und Leuten gilt, deren Kultur und Historik oder, ob eher vorgezogen wird, sich sportlich zu betätigen. Die unzähligen Möglichkeiten bieten individuell etwas für Groß und Klein.
Wandern
Die Bretagne verfügt über eine 2.730 km lange Küste, das ist etwa ein Drittel der Küsten Frankreichs. Wer möchte, kann der GR 34 vom Mont-Saint-Michel bis nach Lorient folgen. Dieser Wanderweg ist an manchen Stellen nur ein Pfad entlang der Steilküste oder durch die Dünenregion. Auch startet hier der europäische Fernwanderweg E5, der das Pointe du Raz mit dem über 3.050 km entfernten Venedig verbindet. Die Bretagne ist allgemein sehr gut zum Wandern erschlossen, auch im Landesinneren. Beliebt sind vor allem Strecken-Wanderungen, d. h. von Unterkunft zu Unterkunft oder auf Rundwanderwegen. Tagestouren in einem der sieben Natur-Reservate, wie im 172.000 ha großen "Parc naturel régional d'Armorique", oder eine Wattwanderung zu einer der Küste vorgelagerten kleinen Inseln, sind ein einmaliges Erlebnis.
Wassersport
Da die Bretagne im Norden an den Ärmelkanal und im Westen und Süden an den Atlantik grenzt, bietet sich Wassersport in jeglicher Form geradezu an. Dabei kann es ich um Windsurfen, Surfen, Segeln auch mit Katamaran, Meeres-Kajak-Fahren, Strandsegeln, Kiteboarden oder Tauchen handeln. In den vielen Badeorten an der Küste finden sich die Segelhäfen, wo auch Boote ausgeliehen werden können. Spezielle Schwerpunkte gibt es dabei für die einzelnen Wassersportarten nicht. Doch sollten gerade Segler fundierte Kenntnisse im Segeln mitbringen, denn neben den Strömungs-und Windverhältnissen, die vor allem in Finistère herrschen, oder den sich ständig ändernden Strömungen, die entlang der Küsten, einmal durch den teilweise felsigen Untergrund oder durch Ebbe und Flut entstehen, müssen unbedingt beachtet werden. Die Gefahr, die davon ausgeht, ist nicht zu unterschätzen, denn auch schon mancher Fischer mit guten Kenntnissen der Gegebenheiten, hat dabei Schiffbruch erlitten.
Radwanderungen
Je nachdem, ob das eigene Rad mitgebracht wird oder ein Fahrrad geliehen wird, grundsätzlich muss es eines sein, welches über eine gute Gangschaltung verfügt. Es musste schon mancher sein Fahrrad mehr schieben als damit fahren, weil er sonst die teilweisen 17 % Gefälle der Hügel nicht bezwingen konnte. Die verschiedenen Routen, die von Veranstaltern für Fahrradferien, Radreisen oder geführten Radwanderung angeboten werden, führen z. B. entlang der Nordküste fast 500 km vom Mont-Saint-Michel über St. Malo, Dinan, Paimpol, Lannion, Pleyben bis Quimper im Süden oder an der Westküste von Morlaix über Ploumanach, St. Thegonnec, Crozon nach Quimper. Alles besonders schöne Strecken zum "Radeln" oder "Radwandern". Interessant sind auch die Radtour-Angebote, die sich speziell mit einem Thema befassen, wie z. B. "Landschaft und Megalithkultur der Bretagne".
Reiten
Wer gerne auf dem Rücken eines Pferdes die Landschaften genießt, kann sich für Ausritte, auf Reiterhöfen oder Reitvereinen der Bretagne, ein Pferd ausleihen. Je nachdem, ob am Meer oder im Landesinneren können die Ausflüge zu Pferde alleine oder in Begleitung gemacht werden. Anhand der mehr als 2.000 km gut ausgeschilderter Reitwege entlang der Küste oder anderen abwechslungsreichen Landstrichen, wie mitten durch die Heide, fällt es relativ leicht, sich an den orangefarbenen Markierungen zu orientieren, die überall sichtbar an Pfählen oder Bäumen befestigt sind. Jeder Reiter sollte über eine Reitwegenetzkarte verfügen, die gegen ein Entgelt vom "Comité régional de tourisme équestre de Bretagne" in Ploneis, zu beziehen ist.
Golf
Die Bretagne ist ein wahres Golfer-Paradies, das milde Klima und die gute Luft tun ihr Übriges dazu. Es gibt zwischen 30-40 Golfklubanlagen verstreut über sämtliche Regionen der Bretagne. Die Mehrheit der Klubs verfügt über 18-Loch-Anlagen, der Golfklub "Golf Brest Iroise" in Landerneau, Finistère, sogar über eine 27-Loch-Anlage. In allen Golfklubs werden Gäste gerne gesehen, doch herrschen auf einigen noch die Regeln der alten Schule, daher sollte sich vorher erkundigt werden. Golfausrüstungen, Caddys und Elektrowagen können geliehen werden und auch Unterkünfte stehen bei allen Golfanlage in der Nähe zur Verfügung. Allerdings sind die Preise für das Greenfee sehr unterschiedlich und differieren teilweise bis zu 30 %.
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