Vogesen

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Vogesen     Quelle: Detlev Beutler / pixelio.de

Im Osten Frankreichs direkt an der Grenze zu Deutschland liegen die Vogesen, ein Mittelgebirgszug, dessen Ausläufer sich bis nach Deutschland erstrecken. In Frankreich sind in dieser Region fünf Departements eingerichtet worden, von denen das Departement Vosges seinen Namen direkt dem Namen des Gebirgszuges verdankt. In vorrömischer Zeit und auch während der römischen Besatzung war diese Region nur dünn besiedelt von wenigen keltischen und alemannischen Stämmen. Geschichtlich bedeutend war eigentlich nur das Kloster Luxeuil.

Vorindustrielle Ansiedlungen waren entweder Glashütten oder Köhlereien. Einige Regionen der Vogesen wurden manchmal komplett entvölkert durch Krankheiten oder Kriege. Erst später, im Zeitalter der Industrialisierung, zog es immer mehr Menschen hierher, da in den Vogesen viele Bodenschätze, wie Steinkohle, Blei und Silber gefunden und abgebaut wurden. So haben zum Beispiel sächsische Einwanderer im Lebertal ihre Bergbaukenntnisse eingebracht. Die Bodenschätze waren auch der Grund, warum um diese Region immer wieder Kriege geführt wurden. Hauptsächlich stritten sich Deutschland und Frankreich um Elsass-Lothringen, welches ein Teil der Vogesen ist. Die heftigsten Auseinandersetzungen fanden hier während des ersten Weltkriegs statt und Spuren davon sind überall in der Landschaft in Form von Befestigungen und Überresten von Schützengräben zu finden. In den Tälern der Vogesen entstanden kleinere Industrieansiedlungen und um diese herum auch Städte.

Auf den höheren Regionen wurde und wird auch heute noch ein wenig Landwirtschaft betrieben, aber der Wald und die Berge wurden weitestgehend unberührt gelassen. Daher wirken die Vogesen noch heute eher wild und urtümlich, denn es besteht kein Grund, Felsen und Steine beiseite zu schaffen oder den Wald zu lichten. Heute leben die höheren Lagen der Vogesen vom Tourismus und vor allem dem Wintersport, für den in dieser Region ein großer Aufwand betrieben wird. Daneben bilden der Weinanbau und die Naturlandschaft ein Standbein für den Sommertourismus.

Das Wetter in den Vogesen ist aufgrund der geographischen Lage eher regnerisch. Feuchte und wolkenreiche Luft vom Atlantik wird an der Westseite der Vogesen abgefangen und bildet Wolken, die dann beim Aufstieg über die hohen Gipfel abregnen. Die höchsten Berge der Vogesen reichen knapp 1.450 Meter in die Höhe und sind damit durchaus zum Klettern geeignet. In den weitläufigen Naturparks kann man auf einsamen Wegen die Landschaft entdecken und genießen. entweder zu Fuß oder querfeldein mit dem Mountainbike. In der ganzen Region sind wieder viele seltene und in anderen Teilen Europas schon ausgerottete Tierarten zu finden, die hier in aufwändigen Programmen integriert wurden. Unter anderem wurden hier wieder Luchse, Auerhähne und Gämsen angesiedelt.

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Epinal

Am Südwestrand der Vogesen liegt die Hauptstadt des Departements Vosges. Sie hat 33.500 Einwohner und ist im Deutschen als Spinal oder auch Spinneln bekannt. Die Mosel passiert Epinal auf ihrem Weg zum Rhein. Offiziell gegründet wurde Epinal durch den Bischof von Metz im 10. Jahrhundert. Schon früh hat sich hier die Textilindustrie entwickelt, die der Stadt einen gewissen Wohlstand brachte.

Daher hat sich die Stadt auch schon frühzeitig durch für damalige Verhältnisse beeindruckende Verteidigungsanlagen gegen Angriffe geschützt. Während des 30-jährigen Krieges waren die Stadt und die Umgebung der Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen schwedischen und französischen Armeen, mit entsprechenden Folgen für die Stadt und die Bevölkerung. Nach vielen Kämpfen musste die Stadt im Jahre 1670 französische Truppen einlassen und die Wehranlagen wurden geschleift. 1870 wurde sie dann von deutschen Truppen besetzt, welche Epinal während des ersten Weltkrieges zu einem der vier Hauptbefestigungspunkte (neben Verdun, Toul und Belfort) der deutschen Armee ausbaute. Epinal wurde erst nach dem ersten Weltkrieg wieder Französisch und ist unter anderem auch für die berühmte Bilderbogenherstellung bekannt.

Das Musée de l´Image zeigt die Geschichte dieser einzigartigen Kunst und hier werden mehr als 100.000 Bilder von Künstlern aus aller Welt ausgestellt. 1796 gründete Jean-Charles Pellerin die Manufaktur in Epinal, die über die Jahre zu ungeahnter und weltweiter Bekanntheit gelangte. Die hier geschaffenen Bildergeschichten kann man als Vorläufer der heutigen Comics bezeichnen. Die Manufaktur existiert noch heute. Die Basilika Saint-Maurice wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist seit 1846 ein geschütztes Denkmal. Papst Léon IX. weihte das Gebäude 1051 zur Basilika und seitdem ist es eine wichtige Pilgerstätte. Durch die Umbauarbeiten im 13. Jahrhundert vereint dieser Sakralbau mehrere Baustile, unter anderem rheinisch und burgundisch. In Epinal gibt es für Freunde der Rosen einen Garten, der Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde.

Die Anlage ist im Stil einer römischen Villa mit Säulenportal gehalten und mit über 5.000 verschiedenen Rosenarten umgeben. Die Anlage ist täglich geöffnet und der Eintritt ist frei. Etwa 18 Kilometer von Epinal entfernt liegt an der Mosel eine der größten mittelalterlichen Festungen Europas auf einem Felsvorsprung. Die Überreste der Burg wurden im Jahre 1671 auf Befehl von Louis XIV. vergraben. Fast genau 300 Jahre später, im Jahre 1972, begann man mit der Aufgabe, die Reste wieder freizulegen und die Burg in ihrer alten Größe zu zeigen. Bei geführten Besichtigungen kann man mehr über die Geschichte der Burg erfahren und kann direkt einmal die raffiniert ersonnenen Fallen bestaunen.

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Gérardmer

Die mit knapp 9.000 Einwohnern drittgrößte Stadt im Departement Vosges liegt in den dichten und unberührten Wäldern der Vogesen am Ufer des Sees Lac de Géradmer. Wie die meisten Ansiedlungen ist der historische Stadtkern in einem Tal und über die Jahrhunderte ist der Ort dann auch an die Steigungen der Berge gewachsen. Die Gründung des Ortes lässt sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen. Man vermutet eine noch weiter zurückliegende Gründung, aber in der ganzen Geschichte des Ortes wurde der Name immer wieder gewechselt. Einige Beispiele finden sich im Jahre 1343. Da hieß er Giramoix, um 1484 Geroltzsee, Jerosmé um 1663 und seit 1779 eben Gérardmer.

Als Ende des 19. Jahrhunderts der Tourismus als Wirtschaftszeig entdeckt wurde, war Gérardmer der Ort, an dem das erste Tourismusbüro Frankreichs eröffnete, was den Ort überall bekannt machte, Als dann noch die neue Eisenbahn die kleine Stadt erreichte, konnte Gérardmer bequem erreicht werden. Der Ort passte sich schnell dem Tourismus an und man bezeichnet Gérardmer auch als Perle der Vogesen. Die folgenden Jahre und Kriege hat der Ort bis zum zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überstanden. Leider hat die deutsche Armee im September 1940 auf ihrem Rückzug vor den vorrückenden Alliierten knapp 85% des Ortes zerstört und dabei auch die Versorgungseinrichtungen in Brand gesteckt. Wichtige Industrien sind das holzverarbeitende Gewerbe, die Textilverarbeitung und natürlich der Tourismus.

Viele kleinere Geschäfte sowie Cafes laden die Gäste zum Bummeln und Verweilen ein. Im Sommer und im Winter, wenn die meisten Touristen anreisen, sind die eigentlichen Einwohner von Gérardmer deutlich in der Unterzahl. Durch die Zerstörungen während des zweiten Weltkrieges sind in Gérardmer leider nicht viele historische Gebäude zu finden. Der Ort lebt hauptsächlich von der Natur- und Seenlandschaft der Umgebung. Wer als Pflanzenliebhaber in Gérardmer Urlaub macht sollte auch einen Abstecher in den Garten Le Jardin de Berchigranges machen. Die Betreiber haben in den letzten 20 Jahren in mühevoller Arbeit einen kleinen Garten Eden geschaffen.

Über 4.000 Pflanzen, teilweise aus ungewöhnlichen Regionen wie der Nordsee oder dem Himalaya wurden akklimatisiert und wachsen in dem ehemaligen Steinbruch auf gut 700 Metern Höhe. Wenige Kilometer östlich von Gérardmer findet sich das Musee Faune Lorraine. In einer großartigen Ausstellung wird den Besuchern die Tierwelt der Vogesen und deren Lebensraum in kleinen Dioramen vorgestellt. Besonders interessant sind die einzelnen Abteilungen des Museums, wie zum Beispiel der Bereich der nachtaktiven Tiere, der stimmungsvoll beleuchtet ist, damit die Tiere richtig zur Geltung kommen.

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Neufchâteau

Im Westen des Departement Vosges liegt die Gemeinde Neufchâteau. Mit ihren etwas über 7.000 Einwohnern ist sie trotzdem schon eine der größeren Gemeinden in dieser Region. Ihre günstige Lage am Zusammenfluss von Maas und Mouzon hat die Menschen schon früh angezogen. Die Geschichte lässt sich zurückverfolgen bis in die Zeit der römischen Besatzung. Damals verlief hier die Römerstraße von Lyon nach Trier und der Ort, der damals noch Noviomagus hieß, war ein Marktplatz, an dem verschiedenste Waren aus allen Teilen des römischen Reiches gehandelt wurden.

Der Herzog von Lothringen ließ an dieser Stelle eine Burg errichten und diese gab dem Ort ab 1094 seinen neuen Namen Novum Castrum. Für Lothringen war Neufchâteau ein geschichtsträchtiger Ort, da hier viele wichtige Ereignisse stattgefunden haben. Noch heute stehen in Neufchâteau viele der alten Gebäude aus der bewegten Geschichte der Stadt. Überreste der römischen Zeit und dem Mittelalter belegen die Bedeutung, die Neufchâteau einst hatte. In der Altstadt findet man Kirchen aus dem Mittelalter, das Rathaus aus der Renaissance und viele prachtvolle Privathäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Wie in anderen Städten der Vogesen lebt auch Neufchâteau vom Tourismus und von der Holzindustrie. Hier haben sich viele größere und kleinere Hersteller von Möbeln und Kunsthandwerk niedergelassen. Die Christopherus-Kirche ist ein beeindruckender Sakralbau aus dem 13. Jahrhundert, bei dessen Errichtung sowohl gotische als auch burgundische Stilelemente eingeflossen sind. Sehr ungewöhnlich und architektonisch einzigartig für die Zeit ist das Gewölbe. Die Rippen, die normalerweise das Gewölbe tragen, verlaufen ein wenig unterhalb der Decke und haben somit keine tragende Funktion. Die eindrucksvollen Arbeiten an den Schlusssteinen zeigen die Kunstfertigkeit der damaligen Handwerker. Nur wenige Kilometer außerhalb von Neufchâteau finden sich im Ort Grand die Überreste der römischen Vergangenheit der Region. Im 1. Jahrhundert n.Chr. hat man hier dem Gott Apolon Grannus eine heilige Stätte errichtet.

Hier findet sich unter anderem ein Amphitheater, welches einmal das achtgrößte im römischen Reich war und ein Mosaik, das 1883 ausgegraben wurde und mit 224 Quadratmetern eines der größten in ganz Europa ist. Wiederum ein paar Kilometer im Norden von Neufchâteau liegt der Geburtsort der wohl bekanntesten Frau in Frankreich: Jeanne d´Arc wurde hier am 06. Januar 1412 in Domrémy geboren und ist die französische Nationalheldin. Gleich neben dem Geburtshaus findet sich ein Museum, welches mit Bildern, Klängen und anderen Einrichtungen den Besuchern einen Einblick in die damalige Welt und vor allem in das Leben der Jeanne d´Arc ermöglichen will.

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Saint-Dié-des-Vosges

Am Rande des Naturparks Ballons des Vosges liegt dieser Ort mit 21.000 Einwohnern. Im deutschen ist er bekannt unter dem Namen Sankt Didel. Ihren Namen verdankt diese Stadt einem irisch stämmigen Mönch namens Deodatus. Die ersten Zeugnisse menschlicher Besiedlung gehen 4.000 Jahre zurück und lassen auf keltische Stämme schließen, die dann im Laufe der Geschichte in das römische Reich integriert wurden. Eisenverarbeitung war einer der bedeutendsten Wirtschaftszeige im Altertum.

Der Name Sankt Didel wurde bekannt als im Jahre 1507 der deutsche Humanist Martin Waldseemüller hier eine der ersten Karten über die neu entdeckten Kontinente veröffentlichte. Auf diesen wurden die neuen Landmassen zum ersten Mal „Amerika“ genannt, nach dem Seefahrer Amerigo Vespucci. Als Teil des Heiligen Römischen Reiches wurde Sankt Didel im 17. Jahrhundert an Frankreich abgetreten. Bis in die Neuzeit war die Stadt nicht weiter bedeutend. Zum Ende des zweiten Weltkrieges erlitt sie dasselbe Schicksal wie auch andere Städte in den Vogesen und wurde beim Rückzug der deutschen Armee fast vollständig zerstört. Daher gibt es in dem Ort selbst nur wenige historische Bauten oder Sehenswürdigkeiten.

Wichtige Wirtschaftszeige sind heute die Textilindustrie, das Holzhandwerk und der Tourismus. Eines der wenigen erhaltenen Bauwerke ist die romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Zusammen mit der Kirche Notre-Dame de Galilée und dem Kreuzgang ein beeindruckende Einheit. Sie steht an der Stelle, an der der Mönch Deodatus im Jahre 669 sein Kloster gründete. Sie wurde mehrfach durch Brände zerstört und wieder aufgebaut. Spuren davon finden sich überall an den Mauern der Kirche. 1777 wurde sie in Folge der Gründung des Bistums zur Kathedrale erhoben. Im zweiten Weltkrieg wurde die Kathedrale wiederum zerstört. Glücklicherweise hatte man die Mauern stehenlassen und so konnte die Kirche mit den aus den Trümmern geborgenen Steinen fast wieder in den ursprünglichen Zustand versetzte werden. Sehenswert ist auch der älteste Brunnen der Stadt vor der Kirche Notre-Dame de Galilée. Er ist einer der wenigen Reste, die nach der Zerstörung durch die deutsche Wehrmacht noch übrig waren.

Erbaut wurde er um dieselbe Zeit wie die Kirche und die Kathedrale. Wer einen Eindruck von der ursprünglichen Stadt mit seinen Gebäuden erhalten will, wird in der kleinen Vorstadt Saint-Martin fündig. Nachdem die Altstadt von Saint-Dié-des-Vosges zerstört wurde, blieben die Gebäude in diesem unbedeutenden Stadtteil weitestgehend unberührt. Viele Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigen Fassaden, die Ausdruck des damals vorherrschenden Jugendstils sind. Für Besucher ist ein Rundgang ausgeschildert, der an den wichtigsten Gebäuden entlangführt.

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Cernay

Im Osten der Vogesen am Fluss Thur liegt die Stadt Cernay mit über 11.000 Einwohnern. Obwohl schon viel länger von Menschen besiedelt, wird dieser Ort schriftlich erst im Jahre 1144 unter dem Namen Seyrenay erwähnt. Ebenfalls hat man in dem Kloster Feldbach einen Hinweis auf die Stadt gefunden, dort aber unter dem Namen Sennenheim.

Die Stadt kam 1324 durch Heiratspolitik in österreichische Hände, wurde aber Ende des 17. Jahrhunderts vom damaligen französischen Herrscher Louis XIV. erobert und erhielt ab da den Namen Cernay. Wie in den anderen Städten der Vogesen ist hier die Textilindustrie ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Zeit der Industrialisierung geworden und zog viele Menschen aus der Umgebung in die Stadt. In der Zeit des ersten Weltkriegs lag Cernay direkt an der Frontlinie zwischen Frankreich und Deutschland. Entsprechend schwer waren die Verwüstungen und der Cernay wurde fast vollständig zerstört.

Der zweite Weltkrieg hinterließ ebenfalls seine Spuren. Während des Krieges war hier ein Ausbildungslager der SS und als die deutschen Truppen sich zurückziehen mussten, haben sie die Stadt verwüstet. Durch diese Kriegsfolgen ist kaum ein historischer Stadtkern erhalten geblieben. Heute blühen in Cernay das Holzgewerbe und die Textilindustrie. Durch die Lage und die fast naturbelassene Umgebung der Vogesen ist der Tourismus in Cernay ebenfalls ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Neben der Naturlandschaft kann man in Cernay unter anderem ein paar Sehenswürdigkeiten besuchen. Ein Rest der ursprünglich sehr starken Befestigungsanlagen in Cernay ist das Thanner Tor, welches nur noch aus einem viereckigen Turm mit einem Tor darunter besteht. Der Turm wurde vermutlich schon um 1270 erbaut und ist einer von vier Türmen, die in Cernay überhaupt noch erhalten sind. In dem Turm ist ein Museum eingerichtet, welches sich mit der Historie von Cernay und der näheren Umgebung beschäftigt.

Die Kirche Saint-Etienne wurde 1925 an der Stelle errichtet, an der bis zum ersten Weltkrieg eine neu-gotische Kirche gestanden hatte. In der Kirche selbst wird eine Figur aus dem 13. Jahrhundert aufbewahrt. Cernay selbst war bekannt für seine große Anzahl an Störchen. Kriege und die Sorglosigkeit der Menschen im Umgang mit der Natur haben die Populationen von einst hunderten Storchenpaaren auf nur noch 7 Storchenpaare im Jahre 1967 sinken lassen. Auf Initiative der Verantwortlichen von Cernay wurde ein Storchenpark gegründet, in dem mit viel Aufwand daran gearbeitet wurde, die Störche wieder anzusiedeln. Das ist gut gelungen und die Störche ziehen wieder über die Himmel von Cernay. Der Park kann zu den Öffnungszeiten besucht werden.

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Train Thur Doller Alsace

1868 wurde zwischen den Orten Cernay und Sentheim eine Eisenbahnlinie eingerichtet. Sie diente zuerst dem Transport von Waren im Dollertal. 1871 gehörte sie zum Deutschen Reich und das Streckennetz wurde noch einmal deutlich erweitert. Die Bahn war natürlich wichtiges Transportmittel während des ersten und des zweiten Weltkrieges.

Die neu gegründete SNCF, die staatliche französische Eisenbahngesellschaft, hatte die Strecke 1938 aufgegeben, weil sie zu unrentabel war. Nach dem Krieg wurde die Strecke reaktiviert, aber der fortschreitende Anstieg der Konkurrenz durch das Auto führte dazu, dass die Strecke 1973 endgültig stillgelegt wurde. Eine Gruppe von Bahnenthusiasten wollte sich damit nicht abfinden und hat alles daran gesetzt, die Strecke zumindest teilweise wieder in Betrieb zu nehmen und ab 1976 fuhren wieder die ersten Dampfloks auf der restaurierten Strecke. Diese engagierten Menschen betreiben die Bahn bis heute und widmen sich in ihrer Freizeit dem Erhalt und dem Ausbau der Eisenbahnlinie. Die Bahngebäude entlang der Strecke sind mittlerweile auch weitestgehend in den Originalzustand zurück versetzt worden und die Strecke ist ein sehr beliebtes Objekt für Eisenbahnfreunde und Touristen.

Mit gemütlichen 30km/h fährt der Train Thur Doller Alsace durch die einmalig schöne Landschaft und bietet damit genug Zeit, die Vogesen und ihre wilde Natur zu genießen. Für die Fahrt von Cernay nach Sentheim und wieder zurück benötigt der Zug gute 3 Stunden. Mit dem historischen Zug durch das Doller Tal kann man zweimal täglich nur an Sonn- und Feiertagen von Juni bis September fahren. Abweichend davon kann man auch den kompletten Zug anmieten und dort einen besonderen Anlass feiern. Auf Wunsch werden für Filmfreunde ausreichend Gelegenheiten angeboten, den Zug auf der Strecke zu verlassen und dann schöne und unvergessliche Bilder zu machen, wenn der Zug zurücksetzt und eine Scheinanfahrt durchgeführt wird. Die Strecke ist auch schon in einigen Filmen zu sehen gewesen.

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Jardin des Papillons (Garten der Schmetterlinge)

Zwischen den Orten Ribeauvillé und Riquewihr liegt an der elsässischen Weinstraße der Garten der Schmetterlinge, eine ansehnliche Sammlung von außergewöhnlichen und exotischen Schmetterlingen, die dort in den Gewächshäusern frei fliegen können. Hier können die Besucher hunderte verschiedene Arten aus den 3 Kontinenten Afrika, Europa und Asien bewundern, unter denen sich einige der größten und schönsten Schmetterlinge befinden.

In dem Garten stecken viele Jahre harter und intensiver Arbeit, um den zarten Geschöpfen eine Umgebung zu bieten, die der ihrer Heimat am nächsten kommt. Getragen wird der Garten nur durch Eintrittsgelder, Spenden und dem Verkauf von Souvenirs. Der Garten der Schmetterlinge ist ein Mitglied der „International Association of Butterflyexhibitors“, ein Verband von Ausstellern, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die tropischen Wälder und deren Bewohner zu schützen und zu erhalten. In dem Garten der Schmetterlinge wird auch geforscht, um herauszubekommen, wie die Schmetterlinge leben, unter welchen Bedingungen sie sich fortpflanzen und unter welchen Rahmenbedingungen sie sich von der Raupe bis zum Schmetterling entwickeln. Insgesamt befinden sich in dem Garten über 200 verschiedene Arten in einer farbenfrohen Pflanzenwelt.

Die meisten Schmetterlinge stammen aus ähnlichen klimatischen Regionen, was die Haltung etwas einfacher gestaltet, da somit die Arten von mehreren Kontinenten zusammen gehalten werden können. Teilweise sind einige der hier lebenden Arten schon vom Aussterben bedroht, da ihr Lebensraum durch den Menschen und Naturkatastrophen gefährdet ist.

Neben den Schmetterlingen gibt es hier auch begleitende Ausstellungen von Künstlern. Der Garten der Schmetterlinge ist von Ostern bis zum 01. November geöffnet von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr bzw. in den warmen Monaten auch bis 18.00 Uhr. Der Garten selbst ist aus allen Richtungen mit dem Auto gut zu erreichen. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zug oder Bus können Besucher den Garten der Schmetterlinge erreichen. Größere Gruppen sollten sich vorher anmelden.

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Affenberg

Ein Erlebnis der besonderen Art erwartet die Besucher am sogenannten Affenberg, in der Nähe der Stadt Colmar. Hier leben knapp 200 Berberaffen in freier Natur, also ohne Käfige oder Gitter. Der Park besteht schon seit 1969 am Berg unterhalb der Hochkönigsburg, einer von Kaiser Wilhelm II. wieder aufgebauten Burganlage. Die Affen fühlen sich auf der 2,5 Hektar großen Anlage offensichtlich sehr wohl. Hier haben sie große Areale, die für Besucher nicht zugänglich sind und wo sie sich zurückziehen können.

Fressfeinde haben sie nicht und die Fütterung ist ein tägliches Spektakel. Mittlerweile wurden schon über 600 Affen aus diesem Park in andere Zoos und Tiergärten abgegeben bzw. einige wurden wieder ausgewildert, um neue Gene in die isolierten, frei lebenden Gruppen zu bringen. In diesem Park können die Besucher das Verhalten und das Leben der gesamten Affengruppe hautnah miterleben. Daneben bekommen die Besucher ein umfangreiches Angebot an Informationen auf Tafeln und in kleinen Informationsvideos geboten. In freier Wildbahn lebten nach letzten Schätzungen aus dem Jahre 1989 nur noch knapp 10.000 Berberaffen. Heute dürfte die Zahl weiter geschrumpft sein.

In dem Park erhält man auch Informationen über die Gründe für die immer kleineren Populationen. Denn hauptsächlich ist es der Mensch, der immer weiter in die Lebensräume der Affen vordringt und ihre Lebensgrundlage zerstört. Der Park leistet also einen Beitrag dazu, mehr über die Tiere, ihr Verhalten und ihre Lebensräume zu erfahren, ohne sie dafür hinter Gitter zu sperren. Das haben sich mittlerweile auch viele Verhaltensforscher zu Nutze gemacht. Seit 1972 werden die Affen und ihr Gruppenverhalten wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse werden in dem Park ebenfalls vorgestellt. Der Park ist von Ende März bis Ende Oktober zu unterschiedlichen Zeiten geöffnet. Größere Gruppen ab 20 Personen sollten sich anmelden. Mit dem Auto oder auch öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Park aus allen Richtungen zu erreichen.

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Bergwerk Tellure

Die Region der Vogesen war zu Zeiten der Römer und danach eher dünn besiedelt. Erst als man hier Bodenschätze fand, wurde die Region für Menschen aus allen Teilen Europas interessant. Einen einzigartigen Einblick in die Geschichte des Silberabbaus, die geologischen Vorgänge und das Leben der Menschen, die hier arbeiteten, bietet das Museum Tellure.

Auf 3.000 Quadratmetern und in mehreren Etappen werden die Besucher mit auf die Reise genommen. In den Etappen 1-9 finden sich die Informationen zu der Mine Saint-Marie-aux-Mines. Hier bekommt man Einblick in die geologischen Vorgänge, die nötig waren, damit sich das Silber überhaupt dort sammeln konnte und wie es die Bergleute vorfanden. Weiter geht es mit den Handwerkern, die notwendig waren, um eine solche Mine betreiben zu können. Die notwendigen Techniken und Fertigkeiten der Zimmerer, der Schmiede und der Wasserpumpe werden hier näher erläutert.

Der Weg führt dann weiter über die Räume mit den Werkzeugen, die ein Bergmann benötigte, um an die Silberadern heranzukommen und das wertvolle Metall herauszubrechen. Zum Abschluss der ersten Räumlichkeiten bekommt der Besucher dann noch die Informationen über die weiteren Prozesse zur Gewinnung und Reinigung des Erzes, der Kunstfertigkeit der Silberschmiede und des Verhandlungsgeschicks der Händler. Die Reise geht danach unterirdisch weiter in einen Bergstollen, in dem Besucher ein Gefühl für die Bedingungen bekommen, unter denen die Bergleute ihrer gefährlichen Arbeit nachgingen. Auf 8 Etappen wird dem Besucher auf 300 Metern anschaulich erklärt und gezeigt, was die Menschen damals alles auf sich genommen haben für den Traum von Reichtum und einem besseren Leben.

Zum Abschluss werden dann noch einige interessante Stücke aus der Geschichte des Bergbaus in einer Ausstellung gezeigt. Geöffnet ist das Museum von April bis Oktober zu unterschiedlichen Zeiten. In dem Museum werden mehrsprachige Führungen angeboten und für Menschen im Rollstuhl besteht die Möglichkeit die Mine virtuell zu begehen.

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Naturpark Ballons des Vosges

Im Süden der Vogesen liegt eine einzigartige Naturlandschaft, von der im Jahre 1989 300.000 Hektar zum Naturpark Ballons des Vosges erklärt wurden. In diesem Naturpark wohnen und arbeiten über 254.000 Menschen und er verteilt sich über mehrere Departements. Die abgeflachten Gipfel dieser Region waren die Namensgeber, denn diese Bergkuppen werden Ballons, im deutschen Belchen, genannt. Der Name leitet sich höchstwahrscheinlich vom Namen des keltischen Sonnengottes Bel ab, der hier verehrt wurde. In diesem Naturpark finden sich einzigartige Landschaften von grandioser Schönheit.

Das Plateau der tausend Seen wurde durch Gletscher der Eiszeit geformt. Die Gletscher formten durch Druck und die Bewegung die Landschaft und hinterließen später das Schmelzwasser in vielen kleinen Seen, die noch heute zu finden sind. Die Menschen haben diese schon früh für sich zu nutzen gewusst und in ihnen Fische ausgesetzt. Fast 75% der Fläche sind bewaldet und die relativ geringe Nutzung der Flächen für landwirtschaftliche Nutzung hat dazu geführt, dass in dieser Region noch eine fast unberührte und unbeeinflusste Flora und Fauna existiert, wie sie sonst in Europa nicht mehr vorzufinden ist. Hier leben noch Luchse, Auerhähne und andere Wildtiere, die in anderen Regionen schon ausgestorben sind. Die Geschichte der Vogesen und der Menschen, die hier lebten, kann an vielen Stellen im Park in Museen und historischen Bauten nachverfolgt werden.

So finden sich hier viele alte Bauernhöfe, Wassermühlen und Mahnmale für die unzähligen Kriege, die um diese Region und ihre Bodenschätze geführt wurden. Wer im Park übernachten möchte, kann das in den mit dem Label „Accueil du Parc naturel Régional“ ausgezeichneten Hotels tun. Diese Auszeichnung erhalten die Hotels, welche sich in besonderer Weise unter anderem für die Erhaltung und Entwicklung des Parks hervorgetan haben. Für die Besucher gibt es im Park an vielen Stellen Hinweisschilder in mehreren Sprachen und Karten der Region sind fast überall erhältlich.

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Sportlich in den Vogesen unterwegs

Radfahren

Die Vogesen sind mit einem dichten Radwegenetz überzogen. Da die Region größtenteils ein Naturpark ist, sind Autos hier nicht gern gesehen und die meisten Wege lassen auch keinen Autoverkehr zu. Daher sind die Vogesen geradezu ein Paradies für Radfahrer. Wer es ganz sportlich mag, kann sich an der großen Vogesentour versuchen. Auf 400 Kilometern geht es auf und ab von Wissembourg nach Thann. Aufgrund der Lage der Vogesen ist die Zeit im Frühling oder Ende Sommer am besten geeignet für die Radtouren, da hier die Temperaturen moderat sind. Kartenmaterial lässt sich überall kaufen und die Wege sind meistens gut ausgeschildert.

Klettern

Im Gegensatz zu den Alpen sind die Vogesen als Klettergebiet eher noch unbekannt. Im Süden liegen die abgerundeten Gipfel, doch im Norden finden sich die raueren Felsen. Hier kann man in den roten Sandsteinfelsen seinem Sport nachgehen. In den meisten Wänden sind schon Bohrhaken verankert, sodass man auch als erfahrener Gelegenheitskletterer hier gute Aufstiegschancen hat. Man sollte sich allerdings vor dem Klettern nach Sperrungen erkundigen, da seltene Vogelarten in den Felsen brüten, die nicht gestört werden sollen.

Wandern

Wer gerne durch die wilde und unberührte Natur wandert und auch mal für längere Zeit keine anderen Menschen sehen mag, der ist in den Vogesen genau richtig. Hier gibt es ein hervorragend ausgebautes und gut beschildertes Wegenetz, welches einen auf teilweise unberührten Pfaden durch die einmalige Landschaft führt. In einigen Orten kann man auch mehrtägige Touren buchen. Eine der schönsten Touren führt von Katzthal nach Burg Wineck.

Ski fahren

Wer gern auf Skiern oder dem Snowboard unterwegs ist, findet in der kalten Jahreszeit in den südlichen Vogesen traumhafte Bedingungen vor. Die hier liegenden Skigebiete verbinden sich zum größten Skigebiet in ganz Nord-Ost-Frankreich. Im Gegensatz zu den Alpen ist diese Region nicht so überfüllt und bietet daher noch Möglichkeiten für ein pures Schneevergnügen. Wer es ruhiger mag, kann auch auf den eingerichteten Loipen durch die Wälder gleiten. Ungeübte Fahrer können in einer der vielen Skischulen in der Umgebung das Fahren auf einem oder zwei Brettern lernen. Die passende Ausrüstung kann vor Ort geliehen werden.

Paragliding

Mit mehreren Gipfeln von über 1.000 Metern Höhe und Startmöglichkeiten in alle vier Himmelsrichtungen sind die Vogesen geradezu ein Traum für Gleitschirmflieger. Die Region ist allerdings nichts für Anfänger, da die Start- und Landeplätze durchaus etwas knifflig sein können. Wer schon etwas mehr Flugerfahrung mitbringt, kann hier einen traumhaften Ausblick auf unberührte und wilde Landschaften genießen.

Special Tipps Vogesen

Colmar

In Colmar kann man sich mit der 12 Meter großen Kopie der Freiheitsstatue von New York fotografieren lassen. Das Original wurde von dem in Colmar geborenen Künstler Frédéric-Auguste Bartholdi geschaffen.

Elsässer Weinstraße

Eine der ältesten Touristenstraßen ist die 170 Kilometer lange Elsässer Weinstraße. Sie wurde 1953 im Rahmen einer Autorallye ins Leben gerufen. Dabei kommt man durch 67 Gemeinden, in denen man überall einen Tropfen der örtlichen Weinspezialitäten kosten kann.

Odilienberg

Auf dem 763 Meter hohen Odilienberg erhebt sich eines der ältesten Klöster Frankreichs. Dieser Ort war schon zu Zeiten der Kelten ein heiliger Ort und im Kloster selbst sind die Reste einer römischen Anlage verbaut worden. Der Berg wird von einer 10 Kilometer langen Schutzmauer umzogen.

Baeckeoffe

Wenn man schon in den Vogesen unterwegs ist, sollte man auch dieses typische Eintopfgericht probieren. Es ist sehr zeitaufwändig, daher sollte man es in den wenigen Restaurants, die es überhaupt noch anbieten, vorbestellen. Es besteht im Allgemeinen aus Rind-, Lamm- und Schweinefleisch, welches zuerst 12 Stunden mariniert und dann 2-3 Stunden zusammen mit Kartoffeln und Gemüse gegart wird. Den Namen hat das Gericht von dem Ofen des Bäckers, in dem die Frauen des Ortes diesen Eintopf in der Restwärme garen ließen.

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