Schottland

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Schottland
Schottland     Quelle: Peter Freitag / pixelio.de

Schottland ist ein Landesteil von Großbritannien im Nordwesten von Europa. Bis Anfang des 18. Jahrhunderts war es eigenständiges Königreich, bis es im Jahr 1707 mit Großbritannien vereinigt wurde. Schottland besteht aus dem nördlichen Teil der Insel sowie mehreren Inselgruppen vor der Küste. In Schottland leben heute etwa 5 Millionen Menschen.

Wenn man „Schottland“ hört, denkt man unweigerlich zunächst an Whisky, Kilts, Dudelsäcke und William Wallace. Aber das kleine „Land“ hat noch so viel mehr zu bieten. Nicht umsonst ist Schottland das Zentrum der europäischen Whisky-Produktion und der Erdölförderung aus der Nordsee, die längst die Fischerei abgelöst hat. Trotz des unbeständigen Klimas ist Schottland inzwischen ein sehr beliebtes Reiseziel geworden, nicht zuletzt durch Filme wie „Braveheart“ und „Highlander“ oder die Bücher von Diana Gabaldon. Der Tourismus macht dabei eine der Haupteinnahmequellen der schottischen Wirtschaft aus. Dabei zieht die raue, aber wunderschöne Landschaft mit den Burgen und Herrenhäusern, den vielen fischreichen Lochs, allen voran natürlich der bekannte und berühmte Loch Ness, und den üppigen Wäldern jedes Jahr viele Touristen an, die überwiegend aus Großbritannien kommen. Doch auch der Rest Europas wird nach und nach auf den kleinen Teil der britischen Insel aufmerksam.

Zwar ist Schottland nur ein sehr kleiner Teil Großbritanniens und auch Europas, jedoch kann man schottische Spuren weltweit entdecken. Hungersnöte und Armut zwangen in der Vergangenheit viele Schotten zum Auswandern, um fern der Heimat ihr Glück zu versuchen. Schotten sind sehr Nationalstolze Menschen und zeigen dies auch heute noch, zum Beispiel, indem sie ihre teilweise sehr alten Bräuche nie ganz abgelegt haben und auch heute noch mit viel Stolz ihren Kilt tragen. Das Tragen des Kilts galt zum Beispiel in der Vergangenheit als mehr oder minder friedlicher Widerstand gegen die verhassten Engländer, der jedoch hart bestraft wurde. Wenn man an Schotten denkt, die man zum Beispiel aus Filmen und Büchern kennt, denkt man unweigerlich an Krieger, die zwar sehr raue Sitten, aber auch einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben. Bereits die Römer, denen es nicht gelang, die Schotten zu besiegen, berichteten von seltsamen Sitten, die das Volk pflegte.

Was Schottland und seine Bewohner ebenfalls ausmacht, ist eine tiefe Feindschaft mit England, die durch den umstrittenen Versuch von König Edward I. entstand, Schottland einzunehmen. Aufgrund der Grausamkeit, mit der Edward vorging, kam es unter William Wallace und Robert Bruce zum Aufstand der Schotten gegen die feindlichen Engländer. Heute besteht dieser Hass zwar nicht mehr, aber ein gewisses Misstrauen gibt es immer noch.

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Glasgow

Glasgow ist mit ca. 593.000 Einwohnern die größte Stadt Schottlands und die drittgrößte Stadt des Vereinigten Königreiches. Die Stadt liegt im Südwesten des Landes am Fluss Clyde, dem mit 176 km drittlängsten Fluss Schottlands. Im Gegensatz zur Hauptstadt Edinburgh gilt Glasgow als Arbeiterstadt. Obwohl der Schwerpunkt auf Industrie liegt, gibt es trotzdem viele Sehenswürdigkeiten. Besonders sehenswert ist die St. Mungo’s Cathedral, die auch als High Kirk of Glasgow bezeichnet wird. Der Name geht auf den Schutzpatron von Glasgow St. Mungo zurück. Die ursprüngliche Kathedrale entstand im 12. Jahrhundert und der Bau, wie man ihn heute sehen kann, wurde zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert errichtet. Doch auch viele andere Bauwerke, egal ob alt oder modern, prägen das Stadtbild von Glasgow. Ein wunderschönes Beispiel dafür ist die University of Glasgow, ein sehr altes und wunderschönes Gebäude, das sich auf dem Gilmorehill im Westend der Stadt befindet. Ein ebenfalls sehr sehenswertes Gebäude ist die Kunsthochschule „Glasgow School of Art“, die 1897 begonnen und 1909 fertiggestellt wurde. Die Pläne für dieses Gebäude stellte der schottische Architekt Charles Rennie Mackintosh zur Verfügung, dessen Gebäude überwiegend vom Jugendstil geprägt wurden.

Ein Ereignis, auf das die Glasgower jedes Jahr gespannt warten, ist die Diplomfeier, auf der man die Werke der Studenten der Glasgow School of Art besichtigen und auch käuflich erwerben kann. Wer sich nicht so sehr für Bauwerke, sondern eher für Pflanzen interessiert, für den sind sicherlich die Botanic Gardens im West End von Glasgow ein wunderschönes Erlebnis. Viele der Einwohner von Glasgow nutzen den Botanischen Garten am Wochenende für ausgedehnte Spaziergänge mit der Familie in diesem wunderschönen Garten mit seiner bunten Mischung als Blumen, Bäumen und Sträuchern.

Der wohl berühmteste Baum des Botanischen Gartens ist eine 200 Jahre alte Trauerweide und elegante Gewächshäuser bieten dem Besucher eine große Sammlung an tropischen Orchideen, Begonien und Baumfarnen. Um sich vom Sightseeing zu erholen, bieten die Willow Tearooms eine gute Gelegenheit. Die Willow Tearooms sind sowohl Teestube als auch Sehenswürdigkeit zugleich. Im Jahre 1903 eröffnet, gelangten sie schnell zu einigem Ruhm, erlebten jedoch kurze Zeit danach schon ihren Niedergang und wurden ganz geschlossen. In den 1980er Jahren wurden die Willow Tearooms originalgetreu renoviert und 1983 neu eröffnet. Für Familien mit Kindern ist das Glasgow Science Center sehr interessant. Es bietet Wissenschaft zum Anfassen mit Workshops, Shows und Ausstellungen. Außerdem verfügt es über ein Planetarium und ein Kino, in dem 2D- und 3D-Filme regelmäßig für Unterhaltung sorgen.

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Edinburgh

Edinburgh ist die Hauptstadt und mit 486.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt von Schottland. Seit 1999 sitzt außerdem das Schottische Parlament in Edinburgh. Die auffälligsten Sehenswürdigkeiten sind das National Museum of Scotland. Das Museum besteht aus zwei Teilen, dem Royal Museum, einem Museum für Technik, Naturwissenschaft und Kunst und dem Museum of Scotland, das sich mit der schottischen Geschichte und der Kultur des Landes befasst. Ein absolutes Highlight ist das jährlich stattfindende Edinburgh Military Tattoo.

Ursprünglich war es ausschließlich der Militärmusik gewidmet. Inzwischen ist das Programm erweitert worden. Zwar können heutzutage auch zivile Darbietungen an dem Tattoo teilnehmen, jedoch gehört ein Großteil der Teilnehmer immer noch zu den britischen Streitkräften. Höhepunkte sind jedes Jahr wieder die Auftritte der schottischen Gruppen „Massed Pipes and Drums“, „Highland Spring Dancers“ und der „Lone Piper“, der auf den Zinnen der Burg zum Gedenken an die gefallenen Soldaten der britischen Armee spielt.

Das Edinburgh Castle, auf der die Veranstaltung jedes Jahr stattfindet, ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von ganz Schottland. Die Burg befindet sich im Zentrum von Edinburgh auf dem so genannten Castle Rock, den Überresten eines erloschenen Vulkans. Pünktlich um 13 Uhr Ortszeit wird jeden Tag die so genannte One O’Clock Gun, die 13-Uhr-Kanone abgefeuert. Es handelt sich hierbei um eine Tradition aus der Zeit, als die Seefahrer im Firth of Forth zur Justierung ihrer Chronometer eine genaue Zeitangabe benötigten. Heutzutage ist das eigentlich nicht mehr nötig, dennoch hat sich diese schöne Tradition bis heute bewahrt und ist sogar zu einer Touristenattraktion geworden. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die HMY Britannia (Her Majesty’s Yacht Britannia), eine Staatsyacht, die zusammen mit einer Ausstellung über das Schiff im Hafen von Leith bei Edinburgh besichtigt werden kann. Pflanzenliebhaber kommen im Royal Botanic Garden nördlich des Stadtzentrums auf ihre Kosten.

Im Jahre 1670 erbaut, bietet der wunderschöne botanische Garten dem Besucher eine Vielzahl von verschiedenen Pflanzen zu vielen Themen (u.a. Chinese Hillside, Alpines, Peat Well oder Rock Garden). Ursprünglich wurde der Royal Botanic Garden erbaut, um Nutzpflanzen für die Pharmaindustrie zu kultivieren. Eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt hat man von dem 251 Meter hohen Berg „Arthur’s Seat“. Der Berg ist vulkanischen Ursprungs und wenn man den Aufstieg hinter sich hat, wird man mit einem wunderschönen Blick über Edinburgh belohnt. Ebenfalls gesehen haben sollte man die Royal Mile, an deren Ende der Holyrood Palace steht. Die britische Königin residiert im Holyrood Palace, wenn sie sich in Schottland aufhält.

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Inverness

Inverness ist die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks der schottischen Highlands und gleichzeitig die nördlichste Stadt des Vereinigten Königreichs. Inverness hat eine sehr bewegte Geschichte. Im 11. Jahrhundert residierte und regierte McBeth auf der Burg von Inverness, jedoch noch längst nicht so grausam, wie es seinerzeit von William Shakespeare in der gleichnamigen Tragödie geschildert wurde.

Zwar wird es bei denen, die die Geschichte der Jakobiten verfolgt haben, für Gänsehaut sorgen, jedoch ist auch das Schlachtfeld von Culloden, das wenige Kilometer östlich von Inverness liegt, einen Besuch wert. Auf diesem Schlachtfeld fand 1746 die Schlacht von Culloden statt, die letzte Schlacht der Jakobiten unter Prinz Charles Edward Stuart (auch Bonnie Prince Charlie genannt), die sich gegen die britische Regierung auflehnten. Die englischen Regierungstruppen gingen damals als Sieger aus der Schlacht gegen die 5000 Mann starke schottische Armee und der Herzog von Cumberland, der eines der britischen Heere anführte, befahl, alle überlebenden schottischen Krieger direkt auf dem Schlachtfeld hinzurichten. Einige hochrangige Jakobiten wurden vor Gericht gestellt und später als Hochverräter gehängt.

Eine weitere Folge der Schlacht von Culloden und der darauffolgenden willkürlichen Plünderung und Brandschatzung der Highlands war der Verlust weiter Teile der gälischen Kultur, denn das traditionelle Clan-System wurde beinahe komplett zerstört, die traditionelle Kleidung der Schotten in Form von Kilt und Tartan wurde verboten und der Verstoß gegen diese Verbote sehr hart bestraft. Heutzutage ist die Grausamkeit der britischen Truppen nur noch schwer vorstellbar. Auf der Inverness Castle gibt es für Touristen die Möglichkeit, im Sommer während des so genannten Castle Garricon Encounter in die Rolle eines Soldaten aus der Schlacht von Culloden zu schlüpfen. Die jetzige Burg von Inverness wurde im Jahr 1835 auf dem Gelände der ehemaligen Burg aus dem Mittelalter gebaut. Heute befindet sich dort ein Gericht und die Burg wird überwiegend als Verwaltungsgebäude genutzt. Die St. Andrew’s Cathedral ist dem schottischen Schutzpatron St. Andreas gewidmet und wurde an den Ufern des Loch Ness im Jahre 1866 im neogotischen Stil erbaut. Besonders sehenswert sind das Taufbecken des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen und die fünf goldenen Ikonen, die der Zar von Russland gestiftet hat. Die Kathedrale gehört der Scottish Episcopal Church an und ist außerdem der Sitz der Diözese von Moray Ross und Caithness.

Das älteste Gebäude von Inverness ist das Abertaff House, das im Jahr 1592 von der Familie Lovat errichtet worden ist. Der National Trust of Scotland hat inzwischen hier sein Hauptbüro und einen kleinen Laden eingerichtet.

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Aberdeen

Die Stadt Aberdeen liegt im Nordosten von Schottland und ist bereits seit dem 12. Jahrhundert bekannt und auch von großer Bedeutung. Die Universität von Aberdeen wurde 1495 als dritte Universität in Schottland gegründet. 10 Prozent der Bevölkerung von Aberdeen sind inzwischen Studenten dieser Universität. Der Beiname von Aberdeen ist Silver City, was auf den silbergrauen Granit aus den Steinbrüchen in der Nähe zurückzuführen ist, aus dem viele Gebäude in Aberdeen erbaut wurden. Wenn die Sonne auf diese Gebäude scheint, beginnt das Gestein zu glitzern, was den Gebäuden ein silbernes Aussehen verleiht. Unter den Pflanzenliebhabern wird Aberdeen wohl eher als Flower City bekannt sein, denn dank der vielen Blumenbeete, Grünanlagen und Parks in der Stadt war sie wiederholt Gewinner des Wettbewerbes „Britain in Bloom“.

Aberdeen hat sich seit dem Anfang der 1970er Jahre, als die ersten Ölfelder in der Nordsee entdeckt wurden, schnell zum Hauptversorgungszentrum für Offshore-Bohrinseln entwickelt. Auch heute ist die Stadt noch die heimliche Ölhauptstadt Europas. Aberdeen bietet den Besuchern und Touristen viele architektonische und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Hierzu zählen zum Beispiel Old Aberdeen, die wunderschöne Altstadt mit Kopfsteinpflaster, die am Ufer des Flusses Don liegt. Old Aberdeen steht heute unter Denkmalschutz und ist außerdem ein beliebter Treffpunkt der Studenten. Auch die Brücken in Aberdeen, die teilweise noch aus dem Mittelalter oder sogar der Zeit davor stammen, sollte man gesehen haben. Besonders die Brig o’Balgownie über den Fluss Don, die im Jahre 1320 von Robert the Bruce gebaut wurde und bis ins 19. Jahrhundert der einzige Zugang in den Norden der Stadt war, und die Brig o’Dee, über die man im Süden in die Stadt gelangt, zählen zu den schönsten Brücken von Aberdeen.

Für die Kulturfreunde unter den Touristen gibt es natürlich das Blais Museum von Aberdeen, das sich im früheren Blairs College befindet und sich mit dem Thema der katholischen Kirchengeschichte sowie dem Leben von Maria Stuart beschäftigt. In der Nähe kann man mit Kindern das Maryculter besichtigen, das vor allem der Märchenwelt gewidmet ist. Zum Verweilen und Entspannen laden nach einer Sightseeing-Tour der Duthie-Park und Aberdeens größter Park, der Hazlehead Park ein. Im Duthie Park finden Touristen einen der größten Wintergärten in Europa, einen Rosenhügel und einen Garten, der extra für blinde Besucher angelegt worden ist. Der Hazlehead Parkt ist bekannt für seinen Rosengarten, die Azaleen und Rhododendren. Außerdem kann man zwischen drei Golfplätzen wählen, den Irrgarten bezwingen oder auch mit dem Reitclub Hayfield die Anlage nutzen.

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Dundee

Dundee ist mit 144.000 Einwohnern die viergrößte Stadt und zählt verwaltungstechnisch zu einem der Unitary Authorities in Schottland. Dundee war bereits während der Eisenzeit eine pyknische Siedlung. Die Fischerei war von Anfang an der Haupterwerbszweig der Stadt und die ortsansässige Dundee Whale Fishing Company hatte Mitte des 18. Jahrhunderts eine der größten Walfangflotten. Da die Stadt sehr oft verwüstet und zerstört wurde, ist von der Geschichte nicht mehr viel zu erkennen. Es existieren nur noch wenige historische Gebäude und das östliche Stadttor East Gate. Dundee hat sich inzwischen zu einer modernen Großstadt entwickelt, in der man Einkaufszentren, Fußgängerzonen, eine Promande entlang des Tay sowie schönen Parkanlagen finden kann. Wer Dundee kennt, verbindet die Stadt vor allem mit dem Obstanbau und die Herstellung von Marmelade. Die berühmte schottische Marmelade entstand, als die Kaufmannsfrau Janet Keiller spanische Bitterorangen, die niemand essen wollte, so lange mit Zucker einkochte, bis der leckere Orangenkompott entstand. Doch auch in Dundee selbst und der Umgebung gibt es schöne Gebäude und landschaftlich sehr reizvolle Fleckchen, die einen Besuch der Stadt lohnenswert machen. Hierzu gehört zum Beispiel der Dundee Law, ein ehemaliger Vulkan, der von der höchsten Stelle aus einen schönen Ausblick auf Dundee und die nähere Umgebung bietet.

Dudhope Castle, ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert, das von dem schönen Dudhope Park umgeben ist, ist auch einen Besuch wert. Ebenfalls sehenswert ist die Caird Hall, ein schönes Gebäude, dessen Fassade mit Säulen geschmückt ist und in dem sich ein Konzertsaal mit etwa 2100 Sitzen befindet. Der alte Friedhof im Stadtzentrum, The Howff, wurde Ende des Jahres 1564 von Maria Stuart in Auftrag gegeben. Der Friedhof bietet nicht nur interessante Grabsteine aus dem 16. bis 18. Jahrhundert, sondern diente bis Ende des 18. Jahrhunderts auch als Treffpunkt für die lokalen Zünfte. Für Kulturbegeisterte bietet Dundee das Museum „Verdant Works“, das in einer alten Jutefabrik, einem Haltepunkt der „Europäischen Route der Industriekultur (ERIH)“ untergebracht ist und das die Geschichte der Juteindustrie in Dundee behandelt.

Die schöne Kunstgalerie in Dundee bietet historisch und kulturell Interessierten viele Ausstellungsstücke, unter anderem das älteste bekannte Astrolabium, das aus dem Jahr 1555 stammt. Im Hafen von Dundee liegt eine weitere Sehenswürdigkeit: das Museumsschiff RRS (Royal Research Ship = königliches Forschungsschiff) Discovery, mit dem Robert Falcon Scott seine Expeditionen in die Antarktis durchgeführt hat. Es handelt sich um den letzten hölzernen Dreimaster, der in Großbritannien gebaut wurde. Eine Ausstellung dieser Expedition kann ebenfalls besichtigt werden.

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Eilean Donan Castle

Eilean Donan Castle ist eine Burg in der Nähe des kleinen Dorfes Dornie am Loch Duich in den westlichen Highlands. Eilean Donan Castle steht auf einer kleinen Landzunge, deren Verbindung zum Festland bei Flut komplett überspült wird und die dann nur noch über eine kleine Fußgängerbrücke aus Stein erreichbar ist. Die Burg ist der Stammsitz des Clans der MacRae. In der Burg ist heute ein Museum untergebracht, das Besuchern die Eindrücke des Lebens im Mittelalter näher bringen soll. Die Burg ist inzwischen das am meisten fotografierte Motiv in Schottland und manche Besucher sind sogar der Meinung, dass Eilean Donan Castle die schönste Burg Schottlands ist. Im Jahre 1220 wurde Eilean Donan Castle von Alexander II. erbaut.

Überlieferungen zufolge soll die bekannte Burg eine der Fluchtburgen von Robert the Bruce gewesen sein, als dieser vor den englischen Verfolgern auf der Flucht war. Im Jahre 1719 zerstörten drei englische Fregatten das Gebäude, als es von spanischen Truppen als Garnison benutzt wurde. In der Zeit von 1912 bis 1932 wurde die Burg wieder aufgebaut. Filmliebhaber dürften die Burg aus Filmen wie Highlander und Braveheart wieder erkennen, da sie oft als Kulisse für Filme und Fernsehserien genutzt wurde. Auch in Szenen des Films „Rob Roy“ sowie dem James-Bond-Klassiker „Die Welt ist nicht genug“ kann man die Burg sehen. Inzwischen hat sich Eilean Donan Castle zu einer der am häufigsten besuchten und wichtigsten Touristenattraktionen in den Highlands entwickelt. Heute sind alle Teile der Burg für die Besichtigung freigegeben.

Das Besucherzentrum beinhaltet den Ticketverkauf, außerdem gibt es ein Café, in dem man sich nach dem Rundgang ausruhen kann sowie einen Souvenirladen und natürlich Toiletten. Die Burg ist leider nicht behindertengerecht ausgestattet. Für die Besucher, die die Treppen der Burg nicht bewältigen können, wird eine virtuelle Führung angeboten. Mehr Informationen dazu liefert das Besucherzentrum.

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Loch Ness

Der Süßwassersee in der Nähe von Inverness in den schottischen Highlands ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit Schottlands. Gemessen an der Wasseroberfläche ist Loch Ness nach Loch Lomond der zweitgrößte See, aufgrund seiner Tiefe verfügt er jedoch über das größte Volumen. Loch Ness ist Lebensraum für viele Fische, unter anderem Stichlinge, Hechte, Elritzen, Forellen, Aale und Lachse. Auch viele Baumarten wie Eschen, Haselnusssträucher, Kiefern, Ebereschen und Eichen wachsen rund um Loch Ness.

Der Loch Ness dient außerdem als Austragungsort für viele Sportarten. Obwohl der See auch im Sommer sehr kalt ist, gibt es Schwimmer, die die Länge des Sees (etwa 37 km) geschafft haben. Der Rekord liegt hier bei knapp elf Stunden für die einfache Strecke und knapp 24 Stunden für den Hin- und Rückweg. Im September 1952 passierte bei dem Versuch, den Geschwindigkeitsrekord mit einem Motorboot zu brechen, ein schrecklicher Unfall. Das Speedboat des Fahrers hob mit über 320 km/h von der Wasseroberfläche ab und zerbrach, als es wieder auftraf. Eine Gedenktafel in Glenurquhart erinnert noch immer an die Tragödie. Des Weiteren wurde im Jahr 2002 der Loch Ness Marathon zum ersten Mal ausgetragen und findet seit dem jährlich im Herbst statt. Im Jahr 2011 waren etwa 2500 Läufer an dem Marathon beteiligt.

Um Loch Ness ranken sich viele Legenden. Die wohl bekannteste ist die des Ungeheuers von Loch Ness. Seit mehreren Jahrhunderten gibt es immer wieder Berichte von Menschen, die ein Seeungeheuer im See gesehen haben wollen. Beschreibungen dieses Ungeheuers deuten auf die Ähnlichkeit mit dem ausgestorbenen Plesiosaurus hin, einem großen Tier mit einem kleinen Kopf, einem langen Schwanz und mit Flossen. Die Neugierde der Menschen auf ein Ungeheuer, das im Loch Ness leben soll, hat in Schottland dafür gesorgt, dass der Ort Drumnadrochit zum Zentrum des Nessie-Tourismus wurde, der inzwischen Haupteinnahmequelle für die Region geworden ist.

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Loch Lomond

Der Loch Lomond ist Teil des Nationalparks Loch Lomond and the Trossachs und wird des Öfteren als der schönste See Schottlands bezeichnet. Mit einer Fläche von 71 km² ist er der flächenmäßig größte See Schottlands. Für Radfahrer ist der West Loch Lomond Cycle Path interessant, der etwa 28 km am Ufer des Loch Lomond entlangführt. Im Loch Lomond liegen je nach Wasserstand, 30 bis 60 Inseln, von denen drei bewohnt sind. Es handelt sich um die Insel Inchmurrin, die 13 Einwohner hat, die Insel Inchtavannah mit 3 Einwohnern und Inchfad mit zwei Einwohnern. Auf der Insel Inchfad gab es im 19. Jahrhundert eine illegale Whiskydestillerie. Die Ruinen dieser Destillerie kann man heute noch im Dickicht erkennen. Einige andere Inseln sind in Privatbesitz, die anderen gelten als Naturreservate.

Der Loch Lomond ist seit einigen Jahrhunderten immer wieder Thema von Geschichten und Gesängen. Das Gedicht „Loch Lomond“ von Andrew Lang soll dabei auf einem Brief beruhen, den der Soldat Donald McDonald vom Clan Keppoch an seine Liebste geschrieben haben soll, während er nach dem zweiten Jakobitenaufstand in der Carlisle Castle auf seine Hinrichtung wartete. Dieses Gedicht wurde später vertont und gilt heute als traditionelles schottisches Volkslied.

Der Loch Lomond ist Thema im vierten Akt von Verdis Oper Aroldo sowie in den Lyrics zum Beispiel der Berliner Folkband „The Sandsacks“, der niederländischen Folkband „Rapalje“ oder des englischen Komponisten Ralph Vaughan Williams, der ein Stück namens Loch Lomond für einen Männerchor mit Bariton-Solo komponierte. Auch das Fernsehen kam um den Namen Loch Lomond nicht herum. So trinkt zum Beispiel Kapitän Haddock aus der bekannten Fernsehserie „Tim und Struppi“ gerne den damals noch fiktiven Whisky der Marke Loch Lomond. Inzwischen gibt es diese Whiskymarke wirklich. Zunächst wurde dieser Whisky in Frankreich vertrieben, seit ein paar Jahren kann man ihn auch in Deutschland kaufen.

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Stirling Castle

Das Stirling Castle liegt über der Altstadt von Stirling auf dem Castle Hill. Der Castle Hill ist vulkanischen Ursprungs und außerdem ein Nationaldenkmal, das inzwischen von der Denkmalschutzbehörde „Historic Scotland“ verwaltet wird. Stirling Castle hatte eine strategisch sehr günstige Lage am Fluss Forth und spielte aufgrund dessen eine wichtige Rolle in Schottlands Geschichte. Er wurde mindestens 16 Mal angegriffen oder belagert. Stirling Castle verfügt über eine sehr bewegte Geschichte. Im Jahre 1174 wurde die Burg erstmalig von den Engländern besetzt, die sie jedoch 1189 wieder an die Schotten zurückgaben.

Seit 1291 war die Burg wieder unter englischer Kontrolle, wurde jedoch im Jahr 1297 von den Schotten unter William Wallace in der Schlacht von Stirling zurück erobert. Die Schlacht von Falkirk brachte die Burg erneut unter englische Herrschaft und sie wurde im Jahr 1299 von Robert Bruce wieder eingenommen. Sechs Jahre später galt Stirling Castle als letzte Burg, die noch von den schottischen Rebellen gehalten wurde. Die Burg wurde vier Monate lang von den Engländern mit Steinbrocken, Bleikugeln und griechischem Feuer bombardiert, bevor sich die aus 30 Schotten bestehende Besatzung schließlich ergab. Lange Zeit war es recht ruhig um Stirling Castle, bevor in den Koalitionskriegen mit Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts große Teile der Burg in eine Kaserne umgewandelt wurden, um schottische Soldaten auszubilden, die auf dem Festland kämpfen sollten.

König Eduard VII. war über die Zweckentfremdung der historischen Stätte nicht begeistert. Denkmalschützer forderten, dass die Burg in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden sollte, was nach dem Abzug des Militärs auch geschah. Inzwischen sieht das Schloss wieder so aus wie zum Ende des 16. Jahrhunderts. Heute dient der Exerzierplatz, der sich am Fuß des Schlosshügels befindet, als Schauplatz von vielen Konzerten (Bob Dylan, R.E.M.) Auch die Silvesterfeier von Stirling findet jedes Jahr vor der atemberaubenden Kulisse der Burg statt.

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Melrose Abbey

Das Kloster Melrose oder Melrose Abbey wurde Anfang des 12. Jahrhunderts von Zisterziensermönchen und auf Wunsch von König David I. errichtet. Große Teile des Klosters sind nur noch Ruinen, doch ein Gebäude von 1590 ist heute als Museum für die Öffentlichkeit geöffnet. Das Kloster dient als Grabstätte für viele schottische Könige und Adlige, unter anderem Alexander II.

Auch das einbalsamierte Herz von Robert the Bruce soll hier angeblich begraben worden sein, nachdem es von einem Kreuzzug mit zurückgebracht wurde. Ein Steinsarg, der 1812 entdeckt wurde, soll Michael Scotus gehören, der von 1175 bis 1235 gelebt hat und als Philosoph, Alchimist, Mediziner und Astrologe bekannt war. Dante Alighieri, ebenfalls Philosoph und Dichter, beschrieb Michael Scotus seinerzeit als Magier. Bekannter wurde dieser jedoch durch die Übersetzungen von Averroës’ Kommentaren zu aristotelischen Werken aus dem Arabischen.

Die Melrose Abbey wird heute von der schottischen Kommission zum Erhalt alter Bauwerke „Historic Scotland“ gepflegt. Ein besonderer Blickfang des Klosters sind die alten Bildhauerarbeiten, die Wasserspeier, Pflanzen, Drachen und Heilige darstellen. Auf einer Treppe im Inneren des Klosters findet man eine Inschrift eines der Baumeister, die heute das Motto von Melrose ist. Diese Inschrift besagt „Be halde to ye hende“ (Denk an dein Ende, dein Erlösung).

Lange bevor die Abtei gebaut wurde, gab es zwei Meilen entferne eine dem heiligen Aidan geweihte Abtei. Im Jahre 839 wurde diese allerdings von Kenneth I. von Schottland zerstört. König David I. wollte etwa 400 Jahre später die neue Abtei an derselben Stelle errichten, jedoch rieten ihm die Mönche davon ab, da der Boden für den Ackerbau nicht geeignet war und errichteten die Abtei an der Stelle, an der die Ruine auch heute noch steht. Ab 1610 wurde ein Teil der Abtei als Pfarrkirche für Melrose genutzt, bis 200 Jahre später eine neue Kirche im Stadtzentrum gebaut wurde.

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Aktivitäten in Schottland

Wandern

Die wunderschöne Landschaft von Schottland lädt den Wanderfreund geradezu dazu ein, durch die Gegend zu streifen und die frische Luft und die schöne Aussicht zu genießen. Egal, ob durch die schottischen Täler oder über die majestätischen Berge, in Schottland ist einfach für jeden Wanderer etwas dabei.

Radfahren

Radfahren wird bei den Touristen in Schottland immer beliebter. Hierzu benötigt man nicht unbedingt ein geländegängiges Moutainbike, was vor allem daran liegt, dass das National Cycle Network in Schottland die Fernradwege immer weiter ausbaut und wartet. Inzwischen gibt es in Schottland ein gut ausgebautes Netz von Radwegen und das, obwohl das Fahrrad hier nicht unbedingt zu den Fortbewegungsmitteln gehört, die häufig genutzt werden. Zwar muss man auf den gut ausgebauten Radwegen den einen oder anderen Umweg in Kauf nehmen, um nicht auf die Autostraßen zu geraten, doch die wunderschöne Landschaft, die man hinter jeder Biegung sehen kann, entschädigt hundertfach dafür.

Kajakfahren

Wassersportarten bieten sich durch die Lage Schottlands verständlicherweise an. Die schöne Küstenlandschaft kann man am besten erleben, wenn man sich auf einer Seekajaktour befindet. Schottland hat sich seinen Ruf als Seekajakhochburg mit Angeboten auf den Äußeren Hebriden, in Arisaig und auf Arran mehr als verdient und erfreut sich bei den Fans dieser Wassersportart immer größerer Beliebtheit.

Angeln

Für die Freunde des ruhigeren Angelvergnügens ist Schottland inzwischen ein ausgezeichnetes Ziel geworden, zählt doch Angeln inzwischen schon fast zum Volkssport. Der Reichtum an Lochs und anderen Gewässern mit einer unglaublichen Fülle an verschiedenen Fischarten bieten hervorragende Bedingungen für den Angelsport. In Schottland unterscheidet man grob zwischen Game Fishing, also dem Süßwasserangeln mit Fliegenködern, Coarse Fishing, was allgemein als das Süßwasserfischen bezeichnet, und Sea Angling, das Angeln im Meer.

Reiten

Wie in allen keltischen Ländern, ist auch in Schottland das Reiten weit verbreitet. Und auch die schottische Landschaft lässt sich vom Rücken der Pferde ganz besonders gut und nah erleben. Reiterhöfe, auf denen man entweder geführte Ausritte buchen oder zunächst einmal Reitstunden nehmen kann, um sich dann mit zunehmender Sicherheit mehr zuzutrauen, gibt es in Schottland fast überall. Die Pferde, die dabei eingesetzt werden, sind die zuverlässigen und robusten Islandpferde.

Golf

Die Kultur und die Geschichte von Golf kann man über 600 Jahre lang zurückverfolgen. Was fast niemand weiß, ist, dass Golf aus Schottland stammt und das Land inzwischen als Heimat des Golfs anerkannt ist. Gerade in Schottland gibt es viele Golfplätze und Gelegenheiten, den Sport auszuüben, zum Beispiel durch Golfpässe, die reizvolle Möglichkeiten bieten.

Spezialtipps

Aktivitäten

Neben sportlichen und kulturellen Möglichkeiten gibt es viele Tiere zu beobachten, wenn man genügend Geduld mitbringt. So sieht man zum Beispiel viele verschiedene Vögel, aber auch Säugetiere wie das schottische Hochlandrind oder Amphibien und Schmetterlinge, bei denen sich ein genaues Hinschauen lohnt und die in der eigenen Heimat vielleicht nicht alltäglich sind.

Unterkunft

Unterkünfte findet man in Schottland für jeden Urlaubstyp und jede Reisekasse. Vom Campingplatz mit dem eigenen Wohnmobil oder Wohnwagen über die Frühstückspensionen oder abenteuerliches wie die Unterkunft in einem Leuchtturm sind je nach Laune und finanziellen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt.

Essen und Trinken

Das typische Getränk für Schottland ist, wie jeder weiß, der Whisky. Haggis (gefüllter Schafsmagen) mag auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheinen, wenn man sich jedoch überwunden hat, wird man feststellen, dass es nicht umsonst das schottische Nationalgericht ist. Ansonsten hat die schottische Küche nicht viel mit der britischen gemeinsam, obwohl beide Länder auf der derselben Insel liegen. Die einzige Gemeinsamkeit ist das typische Gericht Fish’n’Chips (frittiertes Fischfilet mit Pommes) oder Porridge, was nichts anderes ist als Haferbrei mit Honig, Kandiszucker oder verschiedenen Früchten ist.

Sehenswertes

Besonders sehenswert sind die so genannten Highlandgames mit Disziplinen wie Baumstammwerfen oder ähnlichem, die jedes Jahr stattfinden.

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