Mecklenburgische Seenplatte
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Mecklenburgische Seenplatte

Mecklenburgische Seenplatte: Abendstimmung Mirower See
Quelle: BTOIPS / pixelio.de
Im Nordosten von Deutschland befindet sich eines der 3 größten Seengebiete südlich der Ostsee, die Mecklenburgische-Seenplatte. Zum größten Teil liegt sie im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Ein Teil davon ragt jedoch bis nach Brandenburg, so dass man auch von der Mecklenburgisch-Brandenburgischen Seenplatte spricht. Sie ist Europas größte zusammenhängende Seenplatte. Die bekanntesten Seen sind: der Müritz See, der Plauer See, der Kölpinsee, der schmale Luzin und der Fleesensee. Unzählige weitere kleinere Seen, die zum größtenteils unbenannt sind, liegen inmitten verschiedener Naturparks die eine einmalige Flora und Fauna bieten.
Die Entwicklung der Seenplatte begann bereits vor ca. 12.000 Jahren und bereits vor ca. 10.000 Jahren siedelten sich hier die ersten Fischer an. Viele kleine Flüsse und Kanäle verbinden die Seen miteinander und die Umgebung ist geprägt von tiefen Wäldern, grünen Wiesen und geheimnisvollen Moorlandschaften. 3 Nationalparks, nämlich der Nationalpark Jasmund, der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und der Müritz-Nationalpark sind die Heimat von vielen verschiedenen Vogelarten. Hier brüten und leben u.a. Fischadler und Kraniche.
Die kleinen, verträumten Städte und Dörfer in denen die Ursprünglichkeit dieser Landschaft wieder zu finden ist, laden zum Kennenlernen ein. Die bekanntesten sind Malchow am Kölpinsee, sowie Waren und Röbel am Müritz See. Hier bummelt man auf Kopfsteinpflaster in engen Gassen, entdeckt die Kultur und pausiert in urigen Restaurants, Kneipen und Cafés. Ein besonderes Erlebnis sind im Sommer die vielen stattfindenden Fischer- und Strandfeste. Schlösser, Burgen und Gutshäuser liegen verstreut in der ganzen Region. Einige sind noch sehr gut erhalten und lohnen einen Besuch. Ein Teil wurde komplett restauriert und zu Hotels, Ferienwohnungen und Festspieltheatern umgebaut.
Die Seen sind prädestiniert für Wassersport aller Art, wie z.B. Kanu fahren, segeln und angeln. Eine besondere Art die Mecklenburgische Seenplatte zu entdecken bietet ein Hausboot. Anreisemöglichkeiten gibt es viele. Der nächstgelegene Flughafen ist Rostock-Laage. Es gibt Flüge von Frankfurt, Köln/Bonn, Stuttgart, München und Zürich. Je nach Lage des Zielortes dauert der Transfer mit einem Shuttle Bus ca. 30 bis 90 Minuten. Aber auch gute Zugverbindungen aus den Ballungsgebieten bieten sich an. Die individuelle Anreise mit dem Auto ermöglicht es, die unweit der Mecklenburgischen Seenplatte gelegenen Städte wie Schwerin (Landeshauptstadt), die Hansestadt Wismar oder Rostock an der Ostsee als Tagesausflug in die Planung mit aufzunehmen. Für die Übernachtung ist ein reichhaltiges Angebot an Hotels, Ferienwohnungen und Gästehäusern vorhanden. Die Übernachtung auf einem Hausboot ist eine besondere Art des Urlaubs, denn hier hat man sein „schwimmendes Bett“ bei allen Unternehmungen dabei und kann gemütlich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit schippern.
nach obenNeubrandenburg
Neubrandenburg ist die drittgrößte Stadt von Mecklenburg-Vorpommern. Sie hat ca. 63.000 Einwohner und liegt am Ufer des Tollen Sees. Gegründet wurde die Stadt im Jahre 1248, jedoch wurde um 1240 bereits ein Kloster mit der Klosterkirche St. Johannis gebaut, um die slawische Bevölkerung zum Christenturm zu bekehren.
Im Mittelalter errichtete man eine Stadtmauer mit 4 mächtigen Stadttoren. Diese Anlage ist noch fast vollständig erhalten. Die historische Altstadt ist im April 1948 durch mehrere Brände fast vollkommen zerstört worden. Erhalten geblieben sind die Kirche „St.Marien“ in der heute die Konzerte stattfinden und einige Bürgerhäuser, die nach der Wende liebevoll instand gesetzt wurden. Der Marktplatz wurde komplett saniert. Hier und in der angrenzenden Fußgängerzone befinden sich auch die meisten Geschäfte. Sehenswert am Marktplatz ist die Springbrunnenanlage mit ihrer fulminanten Beleuchtung. Im Jahnviertel, welches nach Turnvater Jahn benannt wurde, stehen noch viele prächtige Bürgerhäuser aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Vom Dach der Konzertkirche (ehem. „St.Marien“) genießt man einen wunderschönen Blick auf Neubrandenburg und die Umgebung. Im Turm wird eine Multimedia Show gezeigt, welche die Zerstörung von 1945 zum Thema hat, und einen Eindruck vom ehemaligen Stadtbild vermittelt.
Ein weiterer beliebter Aussichtspunkt ist der „Mönchenturm“. Er wurde im 14. Jahrhundert gebaut und ist 26 m hoch. Tief in seinem Keller war früher das Gefängnis. Sehenswert ist auch das einstige Kloster St. Johannis, in dem noch Spuren aus der Zeit der Markgrafen von Brandenburg zu finden sind. Einer der vier Stadttore ist der Treptower Turm. Zu besichtigen gibt es hier Originalfunde von der Steinzeit bis zum Mittelalter. Ein etwas ungewöhnliches Museum ist das von der Mecklenburgischen Versicherung gegründete und wahrscheinlich kleinste Versicherungsmuseum der Welt. Man erhält Einblicke in die Welt des Versicherungswesens, unter anderem historische Versicherungsschilder. Zum Übernachten gibt es kleine Hotels direkt am See und viele kleinere Garni Hotels und Pensionen.
nach obenWaren an der Müritz
Waren an der Müritz liegt am größten Binnensee Deutschlands. Flächenmäßig ist Waren die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern und hat ca. 22.000 Einwohner. In der Stadtmitte liegt der Herrensee. Als Virinum findet die Stadt schon 150 n. Chr. die erste Erwähnung. 1216 wurde die Stadt Waren gegründet. Krähen- oder Rabenort ist die Ableitung des Städtenamens aus dem slawischen. Man kann einen Rundgang durch die Stadt mit ortskundigen Stadtführern machen. Die historische Altstadt wurde liebevoll saniert, da große Teile der originalen Plätze und Häuser im Laufe der Jahrhunderte immer wieder von Feuer zerstört wurden.
Auf das Rathaus am Alten Markt folgte das jetzige Rathaus am Neuen Markt. Der Baustil ist Tudorgotik und unter den Arkaden beherbergt das Gebäude die alte Ratswaage. Die Kirche St. Georgen ist eine Basilika mit drei Kirchenschiffen. Auf dem Altar ist eine Kreuzigungsgruppe mit Maria, Johannes und Maria Magdalena dargestellt. Um die Kirche St. Marien entstand die Neustadt. Sehenswert ist auch das Schloss Weinberg, eine historische Villa in der Bahnhofstrasse. Direkt am Herrensee liegt das Müritzseum. Dies ist ein Süßwasseraquarium und es zeigt Deutschlands heimische Fische.
Die alten Gassen laden zum Bummeln ein. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann eine Stadtrundfahrt machen und zwar mit der „Tschu-Tschu-Bahn“. In dieser kleinen Bimmelbahn sitzend, genießt man die Sehenswürdigkeiten und erhält dazu Erläuterungen. Erlebenswert ist auch eine Schifffahrt über die Seen, die miteinander verbunden sind. Abends spielt sich das Leben entlang der Uferpromenade und am Stadthafen statt. Dort locken viele Kneipen und Restaurants.
Da der Müritz-Nationalpark direkt an das Stadtgebiet angrenzt, ist es unabdinglich hier die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu entdecken. Man kann Kraniche, See- und Fischadler beobachten und seltene Pflanzenarten kennenlernen. Zwischen den entlegenen Punkten im Nationalpark verkehrt ein Bus. Im Mai findet jedes Jahr die Müritz Sail statt. Es werden Wasserskivorführungen, Regatten, Kanu- und Drachenbootrennen veranstaltet.
nach obenRöbel
Röbel liegt ebenfalls an der südwestlichen Seite des Müritz Sees. Sie ist eine Kleinstadt mit ca. 5.000 Einwohnern, jedoch mit vielen Sehenswürdigkeiten und einer Fülle von Freizeitangeboten. 1226 erhielt der Ort die Stadtrechte. In der langgestreckten Altstadt zeugen viele bunte restaurierte Fachwerkhäuser von einer großen Geschichte. Am Ende der Hauptstraße erstreckt sich eine der schönsten Seepromenaden. Eines der sehenswertesten Häuser ist das im klassizistischen Stil erbaute Rathaus der Stadt. Es wurde 1999 komplett saniert.
Auch eine Windmühle, die auf dem alten Burgberg steht nennt die Stadt ihr Eigen. Früher war dort das Schloss der Fürsten von Werle. Die „Holländermühle“ wurde 2006 komplett erneuert. Zwei Kirchen gibt es in Röbel zu besichtigen. Zum einen ist da die St. Marienkirche, ein Backsteinbau im gotischen Stil mit einem 58 m hohen Turm. Der Turm ist begehbar und von seiner Plattform hat man einen weiten Blick über das Land. Die zweite Kirche heißt St. Nikolai. Innen findet man das Chorgestühl aus dem Jahre 1519 von einem Dominikanerkloster. In beiden Kirchen gibt es wechselnde Ausstellungen.
Man sollte es nicht versäumen, der größten Feldsteinscheune Deutschlands einen Besuch abzustatten. In den Läden, die in dieser Scheune untergebracht sind, bieten Bauern ihre heimischen Erzeugnisse an. Auch viele Handwerker haben sich dort angesiedelt und man kann ihnen bei ihrer traditionellen Handwerkskunst zusehen. Direkt am See ist das Freibad und bei schlechtem Wetter lädt die Müritz Therme ein. Ob 57 m lange Wasserrutsche oder Saunarium mit 5 verschiedenen Saunen, hier kommt jede Wasserratte auf ihre Kosten.
Von Röbel aus bietet sich ein Ausflug in den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide an. Auf einer Fläche von ca. 36.500 ha liegen 60 Seen die zum Baden und Angeln einladen. Beobachten kann man hier auch Fischotter, Seeadler und röhrende Hirsche. Auf Lehrpfaden erfährt man Details über Entstehung der Flora und Fauna. In den Sommermonaten werden Fachexkursionen angeboten.
nach obenPlau am See
Das kleine Städtchen Plau liegt am gleichnamigen See mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte. Sie hat ca. 6.000 Einwohner und entstand 1235 unter dem slawischen Namen „Plawe“ der aber im 16. Jahrhundert in Plau geändert wurde. Um Verwechselungen mit Orten gleichlautender Namen, wie Plauen (Sachsen) und Plau (Havel) erhielt sie 1994 den Zusatz am See. Ab dem 13. Jahrhundert wurde die Stadt durch eine Stadtmauer mit 3 großen und einem kleinen Tor geschützt. Heute kann man noch Reste der Stadtmauer und des Wallgrabens sehen. Die historische Altstadt zieren Backstein- und Fachwerkhäuser wovon die meisten unter Denkmalschutz stehen.
Auf eine in den See hinein ragende Landzunge errichtete Fürst Nikolas II. von Werle eine kleine Burg. Dies geschah schon 1287 und in den Jahren 1448/1449 wurde die Anlage durch einen Turm befestigt. Dieser Turm ist noch vollständig erhalten und kann besichtigt werden. Seine Mauern sind 3 Meter dick und er hat ein 11 Meter tiefes Verlies. Die Stadtkirche St. Marien aus dem 13. Jahrhundert ist das älteste Gebäude und wurde im frühgotischen Stil konzipiert. Wer die 120 Stufen zum Kirchturm hinaufsteigt, wird mit einem atemberaubenden Rundblick belohnt. Im Stadtteil Plau-Quetzin ist die Schaumimkerei Hier erfährt man alles über die Herstellung von Honig und kann die verschiedenen Sorten verkosten.
Durch Plau fliest die Elde. Sie kann über 2 erwähnenswerte Fußbrücken überquert werden. Zum einen ist dies, die Plauer Hubbrücke und zum anderen die „Hühnerleiter“. Steht man auf dieser Brücke kann man das Schleusen der Boote beobachten. Mit fast 39km² ist der Plauer See der drittgrößte der Mecklenburgischen Seenplatte. Bei einem Spaziergang entlang der Elde und am Hafen findet man noch das Flair der alten Fischer- und Flößerstadt. Zu bewundern sind auch die Herrenhäuser direkt am See. An das südliche Ende von Plau schließt sich der Stadtwald an, der den Eisvogel und unzählige Libellenarten beherbergt.
nach obenNeustrelitz
Neustrelitz wurde 1732 gegründet. Die Stadt liegt am Zierker See und hat ca. 21.000 Einwohner. Sie wurde als Residenzstadt von den Herzögen von Mecklenburg-Strelitz gegründet. Sie wurde sternförmig im Stil des Spätbarock angelegt. Dies ist einmalig in Europa. Die Architektur kann man am besten nachvollziehen, wenn man auf dem Turm der Stadtkirche steht. Um die Besiedlung der Stadt voranzutreiben, erhielt jeder der hierher ziehen wollte, einen kostenlosen Bauplatz, kostenloses Bauholz und 10 Jahre Steuerfreiheit.
Mitten auf dem 2003/2004 neu gestalteten Marktplatz thront die Stadtkirche mit ihrem 45 Meter hohen Turm. Das im 18. und 19. Jahrhundert gebaute Schloss ist leider nicht mehr erhalten, jedoch ist der Schlossgarten mit der Orangerie, dem Hebetempel und dem Luisentempel eine Besichtigung wert. Die Orangerie wird heute als Konzertsaal genutzt. Das Symbol von Neustrelitz ist die Strelizie, die hier im Schlossgarten das erstmals im Jahr 1822 in Deutschland blühte. Im Südosten des Schlossgartens steht die Schlosskirche. Im neogotischen Stil erbaut, fällt dieses Bauwerk mit seinen zierlichen Westtürmen auf. Am Portal sieht man die Figuren der vier Evangelisten.
Schon 1721 entstand unweit der Schlosskirche ein Tierpark, indem heute hauptsächlich einheimische Huftiere angesiedelt sind. Der alte Eingang war das Hirschportal, das man heute noch besichtigen kann. Im Schlossgarten werden im Sommer vor einer malerischen Kulisse Freilicht-Operetten aufgeführt. Der Stadthafen am Zierker See wurde mit der Blauen Europaflagge ausgezeichnet. Hier gibt es moderne Liegeplätze für Charterboote und hier ist auch die Anlegestelle für Fahrgastschiffe für Rundfahrten auf dem See. Am Hafen findet man auch einen Stellplatz für Reisemobile. Abends locken die vielen Restaurants und Kneipen, die lokale und internationale Gerichte anbieten. Unterkünfte in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Apartments gibt es direkt in der Stadt oder in der grünen Umgebung. Neustrelitz hat einen weltweiten Ruf durch die Kosmos Beobachtung der Deutschen Luft- und Raumfahrt. Erlebenswert ist auch das Slawendorf Neustrelitz.
nach obenMüritz Nationalpark
Der Müritz Nationalpark wurde 1990 gegründet und ist 322 km² groß. Im Park gibt es 100 Seen und zahlreiche kleine sog. Stillgewässer. Mit einer totalen Fläche von 117 Quadratkilometern ist die Müritz das größte vollständige Gewässer innerhalb Deutschlands. Der Nationalpark ist in zwei Gebiete aufgeteilt, dies sind zum einen das Gebiet Müritz und zum anderen das Gebiet Serrhahn. Im Gebiet von Müritz liegen der Feiunecksee, der Rederangsee, der Specker See und der Woterfitzsee. Größere Seen im Teilgebiet Serrhahn sind der Große Fürstenseer See, der Schweingartensee und der Zwirnsee.
Man wird überwältigt von der Vielzahl an verschiedenen Vogelarten die hier ihre Heimat haben. Zum Beispiel kann man See- und Fischadler, Kraniche, Teichrohrsänger, seltene Rohrdommeln, sowie Krick- und Knäkenten beim Brüten und jagen beobachten. Hinzu kommen über 800 verschiedene Käferarten und mehr als 500 Schmetterlingssorten. Nicht nur Botaniker erfreuen sich an der Flora und Fauna die unter anderem über 100 Moosarten, und nahezu 900 Gefäßpflanzarten hervorbringt. Die Serrahner Buchenwälder wurden 2011 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Außerdem spaziert man durch Erlen- und Kiefernwälder.
Berge findet man in der weiten Seenlandschaft wenig. Die höchsten Erhebungen sind der Hirschberg mit 144 Meter und der Warsberg mit 143 Meter. Gut ausgebildete „Ranger“ begleiten die Führungen durch den Nationalpark. Besonders beliebt sind geführte Rad- und Kanutouren. Auf einen Besuch des Nationalparks Müritz sollte man sich gut vorbereiten. Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und ein Schutz gegen Mücken sind unabdingbar. Auch Essen und Trinken muss selbst mitgebracht werden und evtl. anfallender Müll muss wieder mitgenommen werden. Es wird empfohlen nicht mit dem eigenen Auto zu fahren, da es nur beschränkt für PKW befahrbare Straßen gibt. Die bessere Möglichkeit der Erkundung bietet das Nationalpark Ticket. Hier wird die Fahrt per Bus und Schiff angeboten. Eine Fahrradmitnahme ist erlaubt. Rauchen ist strengstens untersagt. Am schnellstens erreicht man den Park von Neustrelitz.
nach obenSchloss Hohenzieritz
Schloss Hohenzieritz liegt zwischen Neustrelitz und Neubrandenburg. Ursprünglich war es ein Herrensitz, bis Carll II. von Hohenzieritz das Anwesen im Jahr 1770 von seinem Bruder geschenkt bekam. Er entschied sich eine repräsentative Anlage bauen zu lassen. Da er es nur als Sommersitz nutzte wurden erstmals nur zu beiden Seiten einstöckige Pavillons gebaut. Erst 1790 bis 1791 wurde das Herrenhaus in ein Schloss umgebaut. Das Herrenhaus wurde um ein Stockwerk erweitert und die Außenwände komplett verputzt. Die Innenräume im Erdgeschoss sind aneinandergereiht, das heißt man kann beim Betreten des ersten Raums durch offene Türen bis zum letzten Zimmer sehen. Dominant im Erdgeschoss ist der Gartensaal. Im ersten Stock nimmt der „ägyptische Saal“ die gesamte Breite des Gebäudes ein. Im „Chinesischen Saal“ dessen Wände und Decken aufwendig gestaltet wurden, sind Reste der ursprünglichen Ausstattung ausgestellt.
Carl II. war der Vater der Königin Luise von Preußen. Während eines Besuchs im Sommer 1810 starb sie dort und das Schloss wurde deshalb auch über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus bekannt. Das Sterbezimmer kann besichtigt werden. Der Schlosspark ist eines der bedeutendsten Gartendenkmäler in Mecklenburg Vorpommern. Parallel zum Schlossbau ließ sich Carl II. einen Garten anlegen, der nach dem Vorbild von englischen Landschaftsgärten gestaltet werden sollte. Man schuf in der Mitte eine große Wiesenfläche und durchsetzte sie mit kleinen Baumgruppen und Gewässern. Im Schlosspark steht auch der Luisentempel, eine Gedenkstätte, die Königin Luise von Preußen gewidmet wurde. Der Tempel wird von acht Säulen getragen und in der Mitte steht die Büste der Königin. Da die Originalbüste 1993 verschollen war, wurde eine Kopie in Auftrag gegeben, die seit 2007 zu besichtigen ist.
An der Auffahrt zum Schloss befindet sich die 1806 erbaute Schlosskirche, ein schlichter Backsteinbau im klassizistischen Stil. Die weiße Kuppelschale war mit Kassetten ausgemalt. Im Rahmen der Festspiele von Mecklenburg Vorpommern finden hier zeitweise im Sommer Konzerte statt.
nach oben3 Königinnen Palais
Am Mirower See liegt die Schlossinsel Mirow. Hier liegt das 3 Königinnen Palais. Die 3 Königinnen sind Sophie von Mecklenburg-Strelitz, die im unteren Schloss 1744 geboren wurde und dort aufwuchs, Königin Luise von Preußen und ihre Schwester Friederike von Hannover. Man erreicht die Insel durch ein Torhaus im Stil der Renaissance und es gibt mehrere Gebäude und Denkmäler zu besichtigen. Erbaut wurde das Schloss zwischen 1749 und 1752. Basierend auf dem Grundriss mit der Form eines „H“ wurde es als ein Flügelbau mit 3 Geschossen errichtet. Als Wirtschaftsgebäude baute man später, von 1756 bis 1758 das Kavaliershaus. Zusammen mit dem Schloss bildet es einen imposanten Vorplatz.
Ursprünglich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts als gotischer Backsteinbau erbaut wurde die Johanniterkirche im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zerstört und demzufolge mehrmals um- und wieder aufgebaut. Vom Aussichtsturm der Kirche genießt man einen weiten Blick über die Seenplatte. Im Kirchturm befindet sich ein Museum. An der Nordseite der Kirche ist eine Fürstengruft, in der ab 1709 die Familien des Herzogtums begraben wurden. Die Ausnahme ist Adolph Friedrich VI. der letzte Großherzog von Mecklenburg-Strelitz. Er beging 1918 unter unbekannten Umständen Selbstmord und wurde deshalb nicht in der Fürstengruft bestattet. Auf der so genannten Liebesinsel die durch eine schmiedeeiserne Brücke mit der Schlossinsel verbunden ist, wurde ihm ein Denkmal errichtet.
Dem Besucher wird eine multimediale Ausstellung angeboten. Interaktiv gestaltet, unternimmt man eine spannende Zeitreise. Es liegen informative Texte über die 3 berühmten Töchter des Schlosses aus, man kann sich zusammen mit historischen Figuren aus dem 18. Jahrhundert fotografieren lassen oder man hört den spannenden Geschichten, die von Luise und Frederike vorgelesen werden, zu. Auf der Schlossinsel gibt es auch ein Hotel, eine Bootsanlegestelle und das Restaurant „Ritterkeller“. Mit dem Auto erreicht man die Schlossinsel über die B 198. Vor der Insel sind kostenlose Parkplätze.
nach obenSlawendorf Neustrelitz
Um das Leben und Wirken von slawischen Stämmen die vom 7. Jahrhundert bis etwa zur Mitte des 12. Jahrhunderts Mecklenburg-Vorpommern besiedelten, darzustellen, wurde begonnen im November 1994 das Slawendorf Neustrelitz am Zierker See zu bauen. Am 16. Mai 1998 konnte es die ersten Besucher empfangen, die mittlerweile nicht nur aus Deutschland, sondern aus ganz Europa und Übersee kommen. Es ist ein 1,4 ha großes Gebiet. Begrenzt wird es zur Landseite hin durch einen Palisadenbaum aus 1300 Baumstämmen und einem 180 m langen Flechtzaun an der Seeseite.
Hier erfährt man wie die Slawen vor über 1000 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern gelebt haben. Beginnen sollte man mit einem Aufstieg auf den 12m hohen Wachturm. Von dort hat man einen Überblick über das ganze Dorf mit seinen verschiedenen Gebäuden und Unterständen. Im Dorf sind viele Hütten aufgebaut, in denen die Handwerkskunst der Slawen vorgestellt wird. Am besten beginnt man den Rundgang beim Schmied dem man bei seiner Arbeit zusehen kann. Weiter geht es in das Specksteinhaus. Dort darf man selbst einen Speckstein bearbeiten. Über das Fischerhaus und das Wollhaus gelangt man zum Kerzenstand und übt sich dort im Kerzen ziehen. Wie wäre es, etwas selbst Getöpfertes mit nach Hause zu nehmen? Zwischendurch kann man eine kleine Stärkung am Knüppelkuchenstand bestimmt vertragen.
Nach einem Besuch in den Ställen und beim Schnitzstand informiert mich man sich noch zusätzlich bei der Ausstellung in der Kulthalle. Eine Rundfahrt auf dem Zierker See rundet das Erlebnisprogramm ab.
All diese Aktivitäten machen hungrig. Für das leibliche Wohl gibt es selbst gebackenes Brot aus dem Lehmbackofen und Schmalzbrote im Backhaus. Während der Sommermonate gibt es zusätzliche Aktionstage und Veranstaltungen, wie z. B. das Sonnenwendfest. Da das Dorf durch eine ABM Maßnahme aufgebaut wurde, gibt es viele freiwillige Helfer. Deshalb ist das Dorf nur von Mitte April bis Ende Oktober, täglich von Montag – Freitag 10.00 – 17.00 Uhr geöffnet.
nach obenAlte Burg Penzlin
Penzlin ist ein kleines Städtchen südwestlich von Neubrandenburg. Über die Grenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus bekannt wurde es durch seine Alte Burg, die ein Zeugnis für Hexenverfolgung ist. Man findet die Alte Burg in der Altstadt von Penzlin auf einer kleinen Anhöhe an der Stadtmauer im Norden. Als Vorburg diente eine slawische Wallburg aus dem 9. Jahrhundert. Zwischen den Wällen der alten Burg wurde im Jahr 1812 ein Ersatzbau errichtet, die „Neue Burg“. Mit dem slawischen Wall, den Resten der alten Stadtmauer, dem Burggarten und dem Burghof ist es wieder eine in sich kompakte Anlage. In der Burg gibt es ein Museum für Magie und Hexenverfolgung. Forscher haben herausgefunden, dass mindestens 5 Hexenprozesse in Penzlin stattfanden. Im Museum gibt es eine ständige Ausstellung über Hexenverfahren in Mecklenburg, die frühe Neuzeit, Magische Kultur und Rechtsverständnis und Dämonisches in lokalen Sagenwelten.
Der Besuchermagnet sind die unterirdischen Hexenverliese. Sie befinden sich im Ostflügel der Burg ca. 7 Meter unter der Burghoffläche. In den eingelassenen Nischen wurden die angeblichen Hexen angekettet. Sie durften keine Berührung mit dem Fußboden bekommen, denn laut den Anforderungen des „Hexenhammers“ gehört der Boden zum Machtbereich des Teufels. Wenn die Hexen keinen Bodenkontakt mehr haben, verlieren sie ihre magische Kraft. Eine weitere Attraktion ist die Schwarzküche. Der Rauchfangmantel hat fast seine ursprüngliche Form behalten. Auf Wunsch serviert man dem Besucher einen Hexentrunk.
Im Innenhof der Burg wurde ein Kräutergarten angelegt. Hier wachsen Wildkräuter und Pflanzen die es schon im Mittelalter in Klostergärten gab und eigentlich im Mittelmeerraum ihren Ursprung hatten. Im Garten der Alten Burg findet man Hexenflugkräuter, Hexen- und Dämonenabwehrkräuter, Hebammenkräuter sowie verschiedene Heil- und Küchenkräuter. Gefeiert werden auf der Burg die Walpurgisnacht und das Burgfest. Die Feste sind geprägt vom mittelalterlichen Flair. Es werden regelmäßig Führungen angeboten, die den Besucher über die historischen Reichweiten der Hexenprozesse und das frühneuzeitliche Rechtsverständnis informieren.
nach obenAktivitäten Mecklenburgische Seenplatte
Radfahren
Flaches Land, vielfältige reine Natur – die Mecklenburgische Seenplatte ist ein El Dorado für Radler. Mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour. Man kann Eisvögel, Fisch- und Seeadler, Biber und Fischotter beobachten und zwischendurch durch kleine Dörfer und Städtchen bummeln. Es wird verschiedene Touren angeboten. Wem es mit einem gewöhnlichen Fahrrad zu anstrengend ist, der kann sich ein Elektrorad mieten.
Wandern
Auf Schusters Rappen die Schönheiten der Mecklenburgischen Seenplatte erkunden. Ob kleine Spaziergänge in der flachen Landschaft oder Ganztageswanderungen, es findet sich immer das richtige Ziel. Es gibt viele Tourenvorschläge mit klangvollen Namen wie z.B. Sieben Seen Weg, Spur der Zaubersteine, Wasser, Wald und Bären oder die Fridolin Wanderung. Für diese Touren gibt es eine gute Beschreibung, so dass man genau weiß was es zu entdecken gibt und wie lang die Wanderung dauert.
Paddeln
Für das Kanu fahren sind die Gewässer der Mecklenburgischen Seenplatte besonders gut geeignet. Da es keine Fließgewässer sind, gibt es keine Strömung. Man kann mit dem eigenen Boot anreisen oder sich in vielen Verleihstationen eines mieten. Es gibt Vorschläge für Paddeltouren und eine ausreichende Anzahl von Campingplätzen und Versorgungsmöglichkeiten. Auch ungeübte Kanuten können die Wasserwanderstrecken erkunden, da bei aufkommender Müdigkeit ein Kanu Taxi gerufen werden kann, das den erschöpften Paddler abholen und zu einem gewünschten Ort bringen.
Hausboot
Die komplette Ferienwohnung immer dabei und trotzdem jeden Tag an einem anderen Ort sein. Dies ermöglicht ein Urlaub der ganz anderen Art, die Erkundung auf einem Hausboot. Verschiedene Anbieter verchartern Hausboote für 2 – 12 Personen mit bis zum 15 Metern Länge und einer Geschwindigkeit von 12 km die Stunde. Dafür benötigt man keinen Bootsführerschein. Die Theorie und Praxis lernt man in einer ca. 3 stündigen Einweisung. Wer es etwas luxuriöser mag, kann auch eine Motoryacht mit Swimmingpool mieten.
Angeln
Die Mecklenburgische Seenplatte ist ein außergewöhnlich gutes Angelrevier. Der geübte Angler kann hier auf Hecht, Aal, Karpfen, Forelle, Barsch oder Zander gehen. Um Angeln zu dürfen, muss eine Lizenz erworben werden, die 28 Tage gültig ist.
Baden
Im Land der über 1000 Seen kann jeder, ungetrübte Badefreuden genießen. Es gibt familienfreundliche, Hunde- und FKK- Strände.
Funsport
Action für junge Leute und Junggebliebene. Auf dafür ausgewiesenen Gewässerabschnitten kann man mit dem Wind surfen, auf Wasserski über den See rasen oder mit dem Wakeboard flitzen. Sogar Taucher kommen hier auf Ihre Kosten. Zum Tauchen besonders geeignet sind der Plauer See, der Tollensesee und die Feldberger Seen.
nach obenSpecial Tipps zu Mecklenburgisch Brandenburgische Seenplatte
Die Mecklenburgisch Brandenburgische Seenplatte – eine Region, die durch ihr vielfältiges Angebot überzeugt!
Unterkünfte
Hotels in allen Kategorien, Privatvermieter, Ferienwohnungen, Jugendherbergen und Campingplätze heißen den Gast willkommen. Einzigartig ist das Wohnen auf einem Hausboot.
Aktivitäten
Aktiv sein beim Radfahren, Wandern, verschiedene Wassersportarten wie Surfen, Wasserski fahren, Tauchen, Kanu fahren oder Angeln, das ist Action pur auf der Mecklenburgischen Seenplatte für jeden Geschmack und jedes Alter.
Sehenswürdigkeiten
Jeder größere oder kleinere Ort hat vieles zu bieten was sich zum Ansehen lohnt. Gemütliche Städtchen wie Penzlin, Plau am See, Waren/Müritz, Neustrelitz oder Neubrandenburg haben ihren eigenen Charme und sind vollgepackt mit Sehenswürdigkeiten wie Burgen und Schlösser, Kirchen und Museen die es zu entdecken gibt. Außer im Nationalpark Müritz kann man sich in vier weiteren Naturparks tummeln.
Kultur
Fast das ganze Jahr werden in den verschiedenen Museen Sonderausstellungen gezeigt. Der Musikliebhaber kann unter einer Fülle von Konzerten wählen. Empfehlenswert ist der Besuch einer Aufführung in der Freilichtbühne von Neustrelitz.
Essen, Trinken, Ausgehen
Die regionale Küche bietet viele verschiedene Fischgerichte und Wildspezialitäten. Da fast jedes Städtchen einen eigenen Hafen besitzt, kann man dort in den unzähligen Fischerkneipen die Spezialitäten der Region genießen. Abends findet immer irgendwo ein Konzert, ein Volksfest oder ein Heimatabend statt.
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