Lappland

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Lappland
Lappland     Quelle: Urs Flükiger / pixelio.de

Bei Lappland handelt es sich nicht um ein Land im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist es eine Region nördlich des Polarkreises, die sich auf vier Länder aufteilt (Schweden, Finnland, Norwegen und Russland). Lappland umfasst einen Teil des Siedlungsgebietes der Samen, die quasi die Ureinwohner Lapplands sind. Nach und nach wurden die Samen von der schwedischen Bevölkerung in den Norden des Gebietes verdrängt. Die Samen, die heute noch im Gebiet Sápmi leben, machen heute nur noch 4% der Bevölkerung aus. Wer mehr dazu wissen möchte, sollte sich mit dem Leben der Samen im Mittelalter beschäftigen. Hier kann man mehr darüber erfahren, wie sehr das Volk unter der Fremdherrschaft leiden musste. Wenn man die Geschichte kennt, ist es erstaunlich, dass die Samen es geschafft haben, sich bis heute ihre Tradition, Religion und die Sprache zu erhalten. Informationen über die Geschichte Lapplands bekommt man am besten, wenn man eines der landestypischen Theaterstücke besucht.

Es gibt Spuren aus der Jungsteinzeit, die eine interessante Geschichte Lapplands und der Samen als Jäger und Fischer erzählen. Lappland wurde bereits recht früh, nämlich in der Wikingerzeit, also etwa vom Ende des 8. bis Mitte des 11. Jahrhunderts zwischen dem Norwegerkönig und dem russischen Zaren aufgeteilt und ein entsprechendes Steuersystem eingeführt. Der Süden Lapplands ist seit Anfang des 19. Jahrhunderts in einen schwedischen und einen finnischen Teil gespalten. Das Gebiet ist sehr dünn besiedelt. So kommen auf einen Quadratkilometer gerade einmal zwei Einwohner. Die meisten Menschen leben natürlich in den größeren Städten, die über das ganze Gebiet verteilt sind. Lappland ist bei Touristen auch deshalb so beliebt, weil es über eine beeindruckende Landschaft und Natur sowie riesige Ski- und Wandergebiete verfügt.

Naturfreunde kommen bei einem Urlaub in Lappland auf jeden Fall auf ihre Kosten, denn die schöne Urlaubsregion verfügt über eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. Es gibt viele verschiedene Bäume (Ebereschen, Birken, Weiden, Espen und Pappeln) sowie verschiedene Gräser, Zwergsträucher, Moose, Flechten und Beeren. Die Tierwelt von Lappland ist typisch für kaltgemäßigte und polare Klimazonen. Viele Amphibien, Reptilien und Insekten gibt es hier nicht, sondern eher Vögel und Säugetiere wie zum Beispiel Rentiere, Lemminge, Elche und Braunbären. Andere Tiere wie zum Beispiel Wolf, Polarfuchs, Vielfraß und Luchs sind in Lappland inzwischen nur noch selten zu sehen. Für Hobbyfotografen bietet ein Urlaub in Lappland unzählige Möglichkeiten, wunderschöne Fotos für die Daheimgebliebenen mitzubringen. Lappland hat viele Nationalparks und Naturschutzgebiete, die ein zusammenhängendes Gebiet bilden, das als „Europas letzte Wildnis“ bezeichnet wird.

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Arvidsjaur

Die Stadt Arvidsjaur liegt im schwedischen Teil Lapplands und ist außerdem der Hauptort der schwedischen Gemeinde, die den gleichen Namen trägt. In der Nähe des Ortes gibt es auch einen See mit dem gleichen Namen. In Arvidsjaur leben heute noch etwa 20 Familien der Samen, die sich ihre traditionelle Lebensweise erhalten haben. Anfang des 17. Jahrhunderts begann in der kleinen Gemeinde die Missionierung der Samen. Zu diesem Zweck wurde eine kleine Kirche errichtet. Doch erst im Jahr 1757 wurde der Ort dauerhaft mit schwedischen Einwohnern besiedelt.

Die Kultur der Samen kann in dem kleinen Kirchendorf Lappstaden erforscht werden, das mitten im Stadtzentrum von Arvidsjaur liegt und aus ungefähr 80 Holzhäusern besteht, die zwar aus dem 17. Jahrhundert stammen, aber heute noch sehr gut erhalten sind. In diesem Kirchendorf lebten die Samen, die von weit her kamen, um der Kirchenpflicht nachzukommen. Diese Pflicht besagt, dass die Samen einmal im Jahr eine festgelegte Anzahl an Gottesdiensten besuchen müssen. Am letzten Augustwochenende jedes Jahr werden die Gebäude außerdem für den so genannten „Großen Versammlungstag“ genutzt.

Einen lohnenswerten Besuch verspricht das Heimatmuseum, das im ehemaligen Pfarrhof von Arvidsjaur untergebracht ist und vor allem Handswerkskunst aus der Region ausstellt und anbietet. Die Inlandsbahn von Lappland bietet von Arvidsjaur aus Touren mit einer dampfbetriebenen Eisenbahn an, auch Draisinenfahrten können von hier aus gestartet werden und sind gerade für Kinder ein großes Erlebnis. Je nachdem, welche Strecke man befährt, ist ein Badeaufenthalt, Grillen oder ein Besuch des Eisenbahnmuseums mit geplant.

Der See Storavan, der zu dem kleinen Ort gehört, wird von den Einheimischen genutzt, um mit Besuchern und Touristen Bootsfahren auf dem See zu unternehmen. Und für diejenigen, die sich für das Militär interessieren, ist in Arvidsjaur das Jadgregiment K4, eine militärische Elitetruppe, stationiert. Für Naturfreunde bietet die Gemeinde etwa 4000 Seen, zum Beispiel das wunderschöne Wildwasser Storforsen mit beeindrucken Stromschnellen oder den Trollforsen Wasserfall. Ganz Mutige können den Wanderweg um Trollforsen herum mit dem Übergang über eine sehr schmale und schwankende Hängebrücke beginnen. Außerdem leben hier etwa 15.000 Rentiere sowie Braunbären und Elche. Die Gemeinde Arvidsjaur ist für Touristen oder Besucher leicht erreichbar, denn die Stadt hat einen eigenen Flughafen ganz in der Nähe. Von November bis April fliegen mehrere Fluggesellschaft mehrmals wöchentlich nach Arvidsjaur, zum Beispiel ab Stuttgart, Hannover, Frankfurt-Hahn oder München. Vor kurzem wurde die Verlängerung der Startbahn abgeschlossen, zwei weitere Abstellflächen werden gerade gebaut und die Rollwege sollen in Kürze errichtet werden.

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Jokkmokk

Der Ort Jokkmokk ist ebenfalls in dem schwedischen Teil Lapplands gelegen. Die kleine Stadt ist der Mittelpunkt der samischen Kultur Schwedens und umfasst mehrere Schulen und Ausbildungszentren. Der Ort ist außerdem der Hauptort der Gemeinde Jokkmokk. Eine der bekanntesten Veranstaltungen ist der jährlich stattfindende Jokkmokks Vintermarknad (Jokkmokks Wintermarkt), der das erste Mal im Jahr 1605 durchgeführt wurde. Hauptgrund für die Einrichtung war die Vereinfachung des Handels, aber auch der Missionierung durch die Kirche und der Machtausweitung des schwedischen Königsreichs über die samische Bevölkerung. Der Wintermarkt ist einer der ältesten Märkte der Welt, auf der heute noch die Samen aus ganz Lappland an jedem ersten Donnerstag, Freitag und Samstag ihre Waren anbieten. Die erste Erwähnung von Jokkmokk geht zurück auf das Jahr 1602, als der schwedische König Karl IX. Marktplätze anlegte, um, wie bereits erwähnt, die Samen zu Zwecken von Handel, Steuereintreibung und Missionierung leichter erreichen zu können.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Jokkmokk ist das „Ajtte Svensk Fjäll- och Samemuseum“, das schwedische Gebirgs- und Samen-Museum. In diesem Museum kann man sich sehr gut über die Geschichte und das Leben der Samen informieren und auch Bücher, CDs und Landkarten kaufen. Eine ständige Erweiterung im Laufe der Jahre mit immer neuen Ausstellungsstücken macht einen Besuch des Museums jedes Mal wieder zu einem sehenswerten Ereignis. Im angegliederten Fjällbotnanischen Garten kann man die Vegetationszonen des Fjälls sehr gut nachvollziehen, die dort in einem kleinen Flussbett nachgebaut worden sind.

In der Steinschleiferei nebenan werden aus einheimischem Gestein unter anderem Schmuck und Gebrauchsgegenstände hergestellt werden. In einer ständigen kleinen Ausstellung über den Nationalpark Sarek mit Bildern des Fotografen und Autoren Edvin Nilsson, der selbst in Jokkmokk wohnt, kann man sich selbst ein Bild von der wunderschönen Natur des Nationalparks machen. Der kleine Ort verfügt außerdem über zwei kleine, aber sehenswerte Kirchen und eine Zinnmanufaktur (Jokkmokks Tenn), in der die alte samische Tradition der Zinnverarbeitung erklärt und gepflegt wird. Für Wanderfreunde gibt es zum Beispiel im Naturreservat Serri oder im Nationalpark Muddus Strecken aller Schwierigkeitsgrade.

Im Nordwesten von Jokkmokk bekommt der Wanderer Zugang zu Birkenwäldern, Tundra, Fjäll und zum Hochgebirge mit seinen Gletschern. Wer diese Herausforderung annimmt, wird jedenfalls mit einem atemberaubenden Blick auf die Umgebung belohnt. Es lohnt sich jedoch zu wissen, dass in den Gegenden, die nicht so sehr auf Tourismus ausgelegt sind (z. B. Nationalpark Sarek), keine Berghütten und Hotels vorhanden sind, so dass man für seine Ausrüstung, Proviant, etc. dort selbst sorgen muss.

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Kirkenes

Die Stadt Kirkenes ist Verwaltungssitz der Kommune Sør-Varanger am Varangerfjord in Norwegen. Die Stadt liegt etwa 10 Kilometer von der russischen Grenze und 35 Kilometer von der finnischen Grenze entfernt. Die Stadt entstand ursprünglich als Hafen für die Verschiffung von Eisenerz, das dort abgebaut wurde. Der Abbau von Eisenerz war noch bis zum Jahr 1996 Haupterwerbsquelle für die Einwohner von Kirkenes. Dieser wurde inzwischen vom Fischfang und von den Dienstleistungen, vor allem für den Tourismus, abgelöst, jedoch wurde inzwischen auch der Eisenerzabbau wieder aufgenommen und die Erzbahn, die die acht Kilometer zwischen dem Abbaugebiet und dem Hafen überbrückt, wieder in Betrieb genommen.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts dient der Hafen als nördlicher Wendepunkt für die Schiffe, die die Hurtigruten, die traditionelle norwegische Postschifflinie, befahren. Da der Hafen nicht vom Golfstrom erreicht werden kann, weil er so weit im Fjord liegt, müssen im Winter Eisbrecher den Fjord für die Schiffe vom Eis befreien. Für Kulturfreunde findet man in Kirkenes zum Beispiel das Museum „Andersgrotta“, und das Savio-Museum. Die Andersgrotta ist in einem alten Luftschutzraum untergebracht. Das Museum wurde 1990 wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Interessierte können sich einen Film über die Angriffe auf Kirkenes anschauen, der sowohl englischen, deutschen und norwegischen Text hat. Inzwischen werden sowohl Archivmaterial als auch neuere Aufnahmen ausgestellt. Im zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Kirkenes mehr als 300 Mal angegriffen und die Grotte, in der das Museum ist, wurde ursprünglich zum Schutz der Bevölkerung ausgesprengt, mit Stahlträgern abgestützt und als Bunker genutzt.

Das Savio-Museum stellt vor allem Werke des samischen Künstlers John Andreas Savio aus, der von 1902 bis 1938 in der Kommune Sør-Varanger gelebt hat und dort an Tuberkulose gestorben ist. Die Kunst Savios bestand vor allem aus Holzschnitten, Drucken und Bildern. Ein weiteres Museum ist das berühmte „Grenselandmuseet (Grenzlandmuseum). Dieses Museum stellt sowohl permanent als auch zeitlich begrenzt Kunst aus Norwegen, Finnland und Russland aus. Das Grenselandmuseet ist im selben Gebäude untergebracht wird das Savio-Museum.

Ebenfalls sehenswert ist das so genannte „Russendenkmal“, das der roten Armee gewidmet ist, die die Region im zweiten Weltkrieg befreit hat. Einen wunderschönen Ausblick über Kirkenes und den Bøkfjord hat man von dem Aussichtspunkt Prestefjellet. Der Nationalpark øvre pasvikdalen liegt etwa 20 Kilometer von Kirkenes entfernt und bietet Naturfreunden und Wanderern herrliche Natur und den größten Braunbärenbestand von ganz Norwegen. Der „Dreiländerstein“ Treriksrøysa befindet sich an dem Punkt, an dem die Staatsgrenzen von Norwegen, Finnland und Russland sich treffen.

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Rovaniemi

Rovaniemi ist die Hauptstadt des finnischen Teils von Lappland. Die Stadt liegt in unmittelbarer Nähe des Polarkreises, wo du Flüsse Ounasjoki und Kemijoki zusammenfließen. Rovaniemi ist nicht nur ein wichtiges Einkaufsziel für die umliegenden Siedlungen, sondern bietet auch Besuchern und Touristen einige Sehenswürdigkeiten. So hat zum Beispiel der bedeutende finnische Architekt Alvar Aalto in Rovaniemi seine Spuren hinterlassen. Von ihm stammt zum Beispiel in Zusammenarbeit mit zwei Kollegen der Grundriss von Rovaniemi, nachdem die Stadt während des zweiten Weltkriegs vollständig zerstört worden war.

Wenn man Rovaniemi von oben sieht, kann man die Form eines Rentiers erkennen. Das wohl berühmteste Gebäude von Alvar Aaltos ist das Zentrum für Kultur und Administration, dass das Stadthaus und die Bücherei von Rovaniemi sowie das Lappiahaus beinhaltet. Das Lappiahaus dient dabei seit 1975 als Theater, Konzertsaal und Kongresszentrum und beinhaltet außerdem eine Musikhochschule und einen Radiosender. Ebenfalls sehenswert ist die Holzfällerkerzenbrücke (Jätkänkynttiläsilta), die 1989 fertiggestellt wurde. Ein Zentrum der Wissenschaft befindet sich im Museum Arktikum, das im Dezember 1992 eröffnet wurde. Das Arktikum besteht aus dem Provinzmuseum von Lappland und dem Arktischen Zentrum. In dem Museum findet die permanente Ausstellung „Wege des Nordens“ statt, die sich mit den Menschen in Finnisch-Lappland sowie den Samen, deren Lebensraum und der Natur in Lappland beschäftigt.

Das Arktische Zentrum, das ebenfalls zum Arktikum gehört, ist ein Teil der Universität Lapplands, die sich in Rovianiemi befindet. Kulturinteressierte können in Rovaniemi zwei Kirchen besichtigen: Die Lutherische Kirche, deren Gebäude aus dem Jahr 1950 und deren Alterfresko von Lennart Segerstråle zu den beliebtesten Zielen gehören. Wenn man einen Tagesausflug plant, ist der Zoo von Ranua ein gutes Ziel. Der Tierpark liegt etwa 100 Kilometer von Rovaniemi entfernt und bietet etwa 60 verschiedenen Tierarten ein Zuhause. Hierbei handelt es sich überwiegend um Tiere der arktischen Regionen, die artgerecht in großen Gehegen untergebracht sind. Ein höher gelegener Weg aus Holzbohlen, auf dem die Besucher entlanggehen können, macht eine genaue Betrachtung der Tiere ohne störende Gitter möglich. Außerdem werden die Tiere dadurch nicht so sehr gestört. Im Sommer ist auch der beliebte Streichelzoo für Besucher geöffnet. Das Kulturhaus von Korundi ist ebenfalls einen Besuch wert.

Das Gebäude ist ein ehemaliges altes Postdepot aus dem Jahr 1933, das liebevoll restauriert wurde und an sich auch alleine schon eine Sehenswürdigkeit darstellt. Das alte Postdepot ist eines der wenigen Gebäude, den die Angriffe während des zweiten Weltkriegs fast unbeschadet überstanden. Korundi verbindet örtliche Geschichte mit moderner Architektur.

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Tornio

Die Stadt Tornio hat etwa 22.500 Einwohner und liegt im Norden Finnlands direkt an der Grenze zu Schweden. Tornio ist eine Zwillingsstadt mit der auf der anderen Seite in Schweden gelegenen Stadt Haparanda. Eine Zwillingsstadt ist eine Stadt, die ehemals zusammengehörte und durch bestimmte Umstände, wie zum Beispiel eine Grenze getrennt wurde. Mit ihrer Gründung im Jahr 1621 ist Tornio die älteste Stadt in Lappland. Tornio ist heute zwar ein bedeutender Standort für die Industrie, jedoch gibt es auch viele Sehenswürdigkeiten für Besucher und Touristen.

Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist die alte Holzkirche aus dem Jahr 1686. Es handelt sich dabei um eine Kirche mit einem Kirchenschiff und Glockenstapel, also einem freistehenden, nicht mit der Kirche verbundenen Kirchturm. Diese Kirche ist eine so genannte Stützpfeilerkirche und einer der wertvollsten Kirchenbauten aus dem 17. Jahrhundert. Nachdem in der Stadt eher zweckdienliche Bauten vorherrschen, ist in den Dörfern im eher ländlichen Teil von Tornio die alte Bauweise erhalten geblieben.

Besonders das Tal des Tornionjoki ist eine wertvolle Kulturlandschaft. Eine weitere Kirche, die man gesehen haben sollte, ist die Kirche von Alatornio. Das klassizistische Gebäude hat den Grundriss in der Form eines Griechischen Kreuzes aus der Zeit um 1795 herum. Ursprünglich handelte es sich jedoch um den Teil einer mittelalterlichen Steinkirche aus der Zeit um 1500 herum, die in dem östlichen Kreuzarm mit verbaut wurde. Die Kirche gehört seit 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Weitere schöne Gebäude, die zu den wertvollsten Holzhäusern der Baugeschichte Tornios zählen, sind das alte Rathaus von 1874 und das Bürgermeisterhaus, das 1866 als Wohnhaus für den damaligen Bürgermeister entstand. Beide Häuser stehen auch heute noch im Stadtkern der Stadt. Für Kulturbegeisterte und Wissenshungrige bietet Tornio zwei Museen, einerseits das Provinzmuseum Tornio-Tal und das Aine-Kunstmuseum.

Das Museum Tornio-Tal beschäftigt sich überwiegend mit der Geschichte der Region und wurde im Jahr 1914 gegründet. Das Museum besitzt 17.500 überwiegend volkskundliche Ausstellungsstücke, zum Beispiel historische Möbel und Arbeitsgeräte. Im Aine-Museum befinden sich viele Stücke aus der Privatsammlung des bekannten Geschäftsmannes Veli Aine. Das Museum befindet sich ebenfalls unter der Verwaltung der Stadt Tornio und bietet neben den wechselnden Ausstellungen auch eine permanente Ausstellung über finnische Kunst, die Werke von bekannten Künstlern zeigt. Eine weitere Sehenswürdigkeit für historisch Interessierte ist der Peräpohjola-Markt nach dem Vorbild des 19. Jahrhunderts, der dreimal im Jahr in Tornio stattfindet und bis zu 15.000 Besucher anlockt. Am Jahrestag der Gründung von Tornio im Mai findet die so genannte Tornio-Woche statt.

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Die Lampivaara Amethystmine in der Nähe von Luosto

Die Amethystmine befindet sich in dem kleinen Ort Luosto, etwa 130 Kilometer von Rovaniemi entfernt. In der Mine haben die Besucher die Möglichkeit, viel Wissen über die Bedeutung des Amethysten für die verschiedenen Kulturen Lapplands zu bekommen. Wer möchte, kann auch noch seinen persönlichen Glücksstein schürfen und als Andenken mitnehmen. Die Amethystmine, die beim Fjällzentrum im Pyhä-Lusto-Nationalpark liegt, ist die letzte aktive Amethystmine in Europa. Es handelt sich außerdem um die einzige Mine weltweit, in der Besucher erlaubt und sogar ausdrücklich erwünscht sind.

Die kleinen schneebedeckten Holzhäuschen, die auf dem Gelände der Mine stehen, stehen Besuchern täglich offen. Man wird mit warmen Getränken empfangen und dann mit dem Führer in die faszinierende Welt der Amethyste abtauchen. Wenn man durch den Eingang in die Mine eintritt, hat man den Eindruck, die faszinierende und geheimnisvolle Welt der Schmucksteine und quasi ein Märchenland zu betreten. Für interessierte Besucher wird eine Führung durchgeführt, die etwa eine Stunde dauert und während derer die Geheimnisse über die Steine und die örtliche Geschichte der Geologie gelüftet und Fragen gerne beantwortet werden. Die Führungen werden in Englisch und Finnisch durchgeführt.

Für größere Gruppen und auf Anfrage werden gerne auch Führungen auf Französisch, Deutsch, Japanisch und Russisch (jeweils per Audiotape) durchgeführt. Hier kann man zum Beispiel lernen, dass der Amethyst in Lappland eine Variante des Quarzes ist und in diversen Violett-Schattierungen von sehr hell bis relativ dunkelviolett schimmert. Die Mine bietet für alle Besucher unvergessene Momente inmitten einer wunderschönen Landschaft in einer der faszinierendsten Gegenden und in einem der schönsten Länder, die man sich vorstellen kann.

Lappland ist wahrscheinlich nicht das typische Urlaubsland für Pauschal-Touristen, jedoch lohnt es sich schon alleine wegen der Landschaft, in der diese beeindruckende Mine liegt, wenigstens einmal in seinem Leben den wunderschönen Pyhä-Lusto-Nationalpark besucht zu haben.

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Das Werkstattdorf des Weihnachtsmannes

Etwa um das Jahr 1920 herum entstand durch den bekannten finnischen Radiomoderator Markus Rautio die Legende, der Weihnachtsmann wohne in Finnland. Laut dem Weihnachtsmärchen wohnt der Weihnachtsmann auf dem Burg Korvatunturi im Norden Finnlands, der wie ein Ohr geformt ist, damit er die Wünsche aller Kinder der Welt hören kann.

Da der genannte Berg zu weit abgelegen war, wurde dem Weihnachtsmann kurzerhand ein Zweitwohnsitz in Rovaniemi eingerichtet, der sich inzwischen zu einer sehr beliebten Touristenattraktion entwickelt hat. Seit 1985 befindet sich ein paar Kilometer nördlich der Stadt das so genannte Weihnachtsmanndorf, in der nicht nur Kinder das ganze Jahr über den Weihnachtsmann begrüßen können. Ebenfalls Bestandteil des Weihnachtsmanndorfes ist das Weihnachtsmann-Postamt, in dem Briefe von Kindern aus der ganzen Welt an den Weihnachtsmann bearbeitet und beantwortet werden. Es lohnt sich, von diesem Hauptpostamt aus Postkarten an seine Lieben zu verschicken, denn diese bekommen den begehrten Sonderstempel mit Weihnachtsmann-Motiv.

Neben Postkarten kann man im Hauptpostamt des Weihnachtsmannes auch noch Kalender und verschiedene Mitbringsel kaufen. Ein weiterer Bestandteil des Werkstattdorfs ist das so genannte Santa Park, eine beeindruckende unterirdische Märchenwelt, die weihnachtliches Flair ausstrahlt. Der Santa Park ist im Sommer von Mitte Juni bis Mitte August und im Winter von Ende November bis Mitte Januar geöffnet und beinhaltet unter anderem eine Elfenschule, an der man selbst teilnehmen und nach den absolvierten Unterrichtsstunden sogar ein Zertifikat mit nach Hause nehmen darf.

In der „Ice Gallery“ können die Besucher etwas über die finnische Natur und die kulturelle Geschichte des Landes lernen. Die Szenen sind mit beeindrucken Eisskulpturen dargestellt. Im Anschluss daran kann man in der Ice Bar ein erfrischendes Getränk aus handgemachten Eisgläsern genießen. Für die Kleinsten unter den Besuchern gibt es eine Schlittenfahrt durch die Vier Jahreszeiten, in denen man verschiedene Tier- und Pflanzenarten der jeweiligen Jahreszeit entdecken kann.

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Das Schneedorf in Lainio

Das Schneedorf von Lainio liegt in Finnland zwischen Levi und Ylläs. Das Schneedorf verfügt über ein Hotel, das natürlich auch aus Schnee besteht und in dem die Besucher in hochwertigen Schlafsäcken übernachten können. Wegen der guten isolierenden Eigenschaften von Schnee ist es in den Hotelzimmern, unabhängig von der Außentemperatur, immer zwischen -2 und -5 Grad „warm“. Ein allabendliches Dinner wird den Gästen entweder im Blockbau- oder im Eisrestaurant serviert.

Eine Eisbar ist ebenfalls vorhanden, genauso wie wunderschöne Eisskulpturen, die man auch im Dunkeln sehen kann, da die Kunstwerke beleuchtet sind. Das Schneehotel verfügt sogar über unterirdische WC- und Duschräume sowie einige warme Schlafzimmer. Nach Voranmeldung ist sogar ein morgendlicher oder auch abendlicher Besuch in der hoteleigenen Sauna möglich. Das Restaurant LainioKrouvi, in dem für die Hotelgäste das Frühstück serviert wird, ist ein Restaurant aus massiv gebauten Blockbalken, das durch die typische Landesküche und die gemütliche Atmosphäre berühmt geworden ist.

Das Schneedorf liegt nahe beim internationalen Flughafen Kittilä und kann so schnell und bequem erreicht werden. Wer nicht nur das Eishotel ausprobieren möchte, kann in der dorfeigenen Eisdisko tanzen und den einen oder anderen Drink genießen, die in Gläsern auch echtem Eis serviert werden. Das Dorf aus Schnee und Eis wird jedes Jahr wieder neu aufgebaut, wenn die Temperaturen auf unter -10 Grad fallen, was normalerweise gegen Ende Oktober geschieht. Für den Wiederaufbau des Schneedorfes werden etwa 1,5 Millionen Kilogramm Schnell und etwa 300.000 Kilogramm kristallklares Eis benötigt. Das Design und die Ausstattung variieren von Jahr zu Jahr und überraschen auch die Besucher, die schon mehrmals dort waren, immer wieder aufs Neue. Im Schneedorf von Lainio finden Besuchen der größten Eisdom Europas, ein A-la-carte-Restaurant mit Tischen und der Bar aus purem Eis und beeindruckende Schnee- und Eisskulpturen, die beleuchtet ein sehr schönes Motiv für Fotos darstellen.

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Die Schneeburg

Ursprünglich entstand die Idee, diese Schneeburg zu bauen, im Jahr 1994 als Idee, die größte Schneeburg der Welt zu bauen und sich einen Platz im Guinness Buch der Rekorde zu sichern. Im Jahr 1996 wurde der Plan zum ersten Mal umgesetzt und der Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde fand wie geplant statt.

Die erste Burg von 1996 hatte eine Grundfläche von 13.500 m², die Mauern waren insgesamt 1100 Meter lang und es wurden 30.000 m² Schnee verbaut. Nun muss dazu gesagt werden, dass die Menschen in Lappland nicht nur sehr unkompliziert sind, sondern auch eine Menge Ideenreichtum und Ehrgeiz haben, wenn es darum geht, mit Schnee zu bauen. Manchen wundert es da gar nicht, dass die Schneeburg von Kemi bereits auf eine mindestens zehnjährige Geschichte zurückblickt. In Kemi entsteht jedes Jahr aufs Neue die größte, aus Schnee gebaute Burg der Welt. Die Burg bietet inzwischen Übernachtungen für die Besucher an und wird als Hotel genutzt und entsteht jedes Jahr wieder aufs Neue mit wechselndem Design.

Die erste Schneeburg im Jahr 1996 wurde von mehr als 300.000 Besuchern besichtigt. Der höchste Turm, der je in der Schneeburg mit verbaut wurde, war mehr als 20 Meter hoch. Drei Dinge bleiben jedoch jedes Jahr gleich: Die Burg verfügt nach wie vor über ein Hotel, ein Restaurant und eine Kapelle, in der Heiratswillige sich sogar das Ja-Wort geben können. Viele freiwillige Helfer und Experten, was das Bauen mit Schnee und Eis angeht, sind jedes Jahr wieder aufs Neue dabei, wenn es heißt, ein neues Schneedorf zu entwerfen, zu planen und zu bauen.

Und auch, wenn der sichtbare Erfolg der Arbeit nicht lange währt, gibt doch der Erfolg dem Team bisher immer wieder Recht, wenn sie sich jeden Winter wieder aufmachen, um auch für die nächsten Besucher ein unvergessliches Erlebnis zu kreieren.

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Salla Rentierpark

Im Rentierpark in Salla kann man im Hauptgebäude eine Waldausstellung, einen Schaukasten mit Informationen über diverse heimische Raubtiere sowie wechselnde Kunstausstellungen sehen. Der Park umfasst außerdem ein Auditorium mit etwa 130 Plätzen, ein Café und einen kleinen Andenkenladen. Es besteht die Möglichkeit, mit einem Rentierschlitten zu fahren, an einer Kanufahrt in der Nacht teilzunehmen oder die Tiere zu füttern. Auf Anfrage können die Mitarbeiter des Parks auch Fahrten zu einer nahegelegenen Huskyfarm organisieren und ganz mutige Besucher können in einem Eisloch schwimmen gehen. Der Rentierpark eignet sich für die ganze Familie für kurze, aber trotzdem spannende Wanderungen in einer sicheren Umgebung.

Die ständige Ausstellung im Hauptgebäude gibt des Weiteren viele Informationen über die örtliche Tier- und Pflanzenwelt. Die Rentiere verlassen Lappland auch im Sommer nicht, so dass man auch zu dieser Jahreszeit in Ruhe das Leben und das Verhalten der Tiere studieren kann. Neben geführten Touren haben die Besucher auch die Möglichkeit, den Park zwar auf ausgeschilderten Wegen, aber doch auf eigene Faust den zu erkunden. Wer wissen möchte, wie sich wohl der Weihnachtsmann fühlt, wenn er sich von seinem Rentierschlitten durch die Luft ziehen lässt, der sollte einmal an einem Rentierausflug teilgenommen haben.

Gemeinsam mit den erfahrenen Rentierexperten, die diese Expedition begleiten, werden die Besucher die Tiere anschirren und lernen, wie man einen Rentierschlitten lenkt. Natürlich besteht beim Anschirren die Möglichkeit, sich schon einmal mit den Tieren vertraut zu machen und erste Freundschaftsbande entstehen zu lassen. Unterwegs wird in einer Kota Schutzhütte ein Lagerfeuer entfacht, auf dem man Würstchen braten und Kaffee, Kakao und Tee kochen kann. Wenn die Pause vorbei ist, erzählt der Führer der Wanderung ein paar Legenden über die Rentierknochen, die man mit einem Amulett geschenkt bekommt. Wieder zu Hause angekommen, erhält jeder Teilnehmer den sogenannten Rentier- Reiter-Führerschein, den er zu Hause präsentieren kann.

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Aktivitätsmöglichkeiten

Fliegenfischen

Angelfreunde, die mit der Fliegenrute einen schönen Saibling, eine Forelle oder eine Äsche angeln möchte, sind im schwedischen Teil Lapplands an der richtigen Adresse. Gerade in den Mittsommernächten, in denen die Natur ein besonders beeindruckendes Bild bietet, ist Fliegenfischen eine besonders reizvolle Aktivität.

Wandern

Es ist nicht zu leugnen und gleichzeitig so gut verständlich: Lappland ist eine beliebte Urlaubsregion, vor allem wegen ihrer wunderschönen Landschaft und Natur. Der finnische Teil von Lappland ist sehr gut mit Wanderwegen ausgebaut und verfügt auch über die eine oder andere Windschutzhütte, falls einer der Besucher das Klima doch falsch eingeschätzt haben sollte. Der wohl bekannteste Wanderweg ist der schwedische Kungsleden. Viele Wanderer fangen im nördlichsten Punkt bei Abisko an und wandern in wenigen Tagen durch eine schier unglaubliche Landschaft bis hin zum geschichtsträchtigen Samidorf Nikkaluokta.

Jagen

Wer einmal das ungewöhnliche Abenteuer wagen und auf die Jagd gehen möchte, der ist Norden Schwedens genau richtig. Die Natur an sich ist zwar sehenswert genug, jedoch erwarten den Hobbyjäger hier Tiere der ganz besonderen Art, wenn man mit erfahrenen Führern auf die Jagd nach Elchen, Bären, kleineren Raubtieren, Wild oder Waldvögel geht. Natürlich muss man auch in Lappland erst die entsprechenden Genehmigungen einholen. Wenn man nicht genau Bescheid weiß, sollte man in Bezug auf dieses Erlebnis lieber Experten fragen, was man alles beachten muss. Sonst kann das eigentlich spannende Erlebnis sehr schnell ins Gegenteil verkehrt werden.

Ein großes und bekanntes Jagdgebiet liegt zum Beispiel etwa 1000 Kilometer nördlich von Stockholm. Es bietet sowohl Mischwälder als auch Seen, kleine Bäche und Moorlandschaften. Auch hat man die Wahl zwischen dem Flachland und Bergen als Jagdgebiet.

Kanu fahren

Kanu fahren kann in Lappland zu einem echten Erlebnis werden und auch für Abenteurer spannend genug sein. Eine Tour auf einem der unzähligen Flüsse Lapplands bietet sowohl für Adrenalinsüchtige als auch für ruhigere Urlaubertypen genau das richtige. Besonders spannend ist eine Abfahrt zum Beispiel auf dem Lainioälven. Der Fluss bietet von ruhigen Abschnitten bis hin zu wilden Stromschnellen alles, was das Kanutenherz begehrt.

Golf

Der nördlichste Golfplatz der Europäischen Union liegt etwa 170 Kilometer nördlich des Polarkreises in Levi. Die Lage kommt dem aktiven Golfer sehr entgegen, da in dieser Region die Sonne sehr lange scheint. Die Golfsaison in dem kleinen Ort beginnt im Juni und endet etwa im September. Zwar erscheint dieser Zeitraum recht kurz, jedoch können Golffreunde dann alles nachholen, was sie durch den langen, kalten Winter verpasst haben.

Spezialtipps

Was eine Reise nach Lappland besonders interessant macht, sind die nicht alltäglichen Aktivitäten, die durch das Klima erst möglich sind. Hierzu zählt zum Beispiel eine Fahrt mit dem Hundeschlitten, den man auch einmal selbst steuern darf. Die Beobachtung von Elchen in freier Wildbahn ist sicherlich auch kein Erlebnis, das man normalerweise im Urlaub erlebt und auch das Polarlicht, das man wunderbar sehen kann, ist ein faszinierendes Naturschauspiel.

Unterkunft

Was die Unterkünfte in Lappland angeht, gibt es auch hier inzwischen für jeden Typ Urlauber und für jeden Geldbeutel eine Unterkunft. Besonders spannend dürfte allerdings eine Übernachtung in einem der Eishotels werden. Für diejenigen, die Herausforderungen und Abenteuer suchen, ist diese Unterkunft sicherlich sehr interessant.

Essen und Trinken

Doch auch das Essen ist sicherlich nicht das, was der normale Pauschaltourist so kennt. Als Heimat von Rentieren und Elchen landen diese auch auf dem Teller der Einheimischen und Touristen. Eine besondere Delikatesse ist Surstömming, ein Ostseehering, der in Salzlake gärt und etwa einen Monat vor dem Verkaufsstart in Konserven verpackt wird, wo er dann noch weitergärt. Den Gärprozess kann man an der Deckelwölbung der Konserven erkennen. Surstömming wird mit kalter Milch, Bier oder Aquavit serviert, was allerdings nicht gegen den strengen Geruch hilft.

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