Anduze
Inhaltsverzeichnis
Anduze – Tor zu den Cevennen-Provence
Stadt Andusia mit großer Vergangenheit
Die malerische Kleinstadt Anduze in der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon gilt als Tor zur Cevennen-Provence. Die 3.300-Einwohner-Gemeinde war ab dem 10. Jahrhundert das Zentrum der gleichnamigen Herrschaft, die als eine der einflussreichsten im gesamten Languedoc galt. Die Geschichte reicht jedoch um einiges weiter zurück. So das damalige Andusia bereits in der Antike als eine der wichtigsten Städte der Region.

Anduze
Auch nachdem Anduze anno 1266 direkt unter die Herrschaft der französischen Krone behielt Anduze seine Bedeutung bei. Ab dem 13. Jahrhundert konzentrierte sich hier der französische Woll- und Seidenhandel, ab dem 16. Jahrhundert war Anduze ein wichtiges Zentrum der Protestanten in Frankreich.
Sehenswertes Anduze
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Anduze gehören verschiedene historische Gebäude wie die Tour de Pézène mit ihrem Turm aus dem 14. Jahrhundert. Einst residierten hier die Grafen von Beaufort. Herausragende Highlights sind die Bambousserie, ein exotischer Garten nördlich von Anduze sowie der Dampfzug der Cevennen. Dabei handelt es sich um eine Museums-Eisenbahn, die mehrfach täglich zwischen Anduze und Saint-Jean-du-Gard verkehrt.
Anduze aktiv erleben
Die Lage am südlichen Rand der Cevennen machen Anduze zu einem wahren Paradies für Aktivurlauber. Beliebt ist dieses Mittelgebirge vor allem bei Wanderern und Kanuten. Zusätzlich bieten die Cevennen zahlreiche Naturschönheiten. Beispielsweise die mehr als 3.000 Quadratkilometer große Fläche nahe von Ganges, Millau, Lodève und Mende, die seit 2011 im Status eines "Welterbes der Menschheit steht". Bekannt ist die Region für steinzeitliche Grabanlagen wie die Dolmen von Ronc Traoucat oder die Dolmen von Les Capelans.
Einer der bekanntesten Wanderwege der Cevennen ist der Stevenson Trail GR 70, der rund um den Rocher de l´Aigle führt. Benannt wurde der Weg nach dem britischen Schriftsteller, weil dessen Werk "Eine Reise mit dem Esel durch die Cevennen" in der Region spielt. Historisch interessierte Besucher kennen die Cevennen als Rückzugs- und Fluchtort der Hugenotten unter Ludwig XIV. und als Stützpunkt des Maquis während des Zweiten Weltkriegs, wo sie gegen die deutschen Besatzungstruppen bewaffneten Widerstand leisteten.

Anduze

Anduze
Die Umgebung
Die Urlaubsgäste nutzen ihren Aufenthalt außerdem gerne, um die Städte und Orte der Umgebung näher kennenzulernen. Zu den bekanntesten Zielen gehört beispielsweise Nimes mit seinen zahlreichen römischen Bauten wie dem 133 Meter langen Amphitheater, in dem bis zu 20.000 Zuschauer Platz finden. Ein weiteres imposantes Bauwerk aus der Römerzeit befindet sich nahe der Stadt Uzes: Es handelt sich dabei um den Pont du Gard, einem der besterhaltenen Aquädukte aus der Römerzeit in Frankreich.

Anduze

Anduze
Bambousserie

Bambousserie bei Anduze

Bambousserie bei Anduze
Als absolut sehenswert gilt die Bambousserie, die sich etwa zwei Kilometer nördlich der Gemeinde Anduze befindet. Es handelt sich dabei um einen Bambuswald, der in Form eines exotischen Gartens angelegt ist. Die Besucher erleben hier die ganze Vielfalt der tropischen Pflanze sowie eine Sammlung von Mammutbäumen. Die Anlage ist so detailgetreu gestaltet, dass in der Bambousserie sogar Sequenzen für den Film "Lohn der Angst" gedreht wurden. Vor der Kamera standen in der Bambousserie unter anderem Yves Montand, Peter von Eyck und Charles Vanel.
Geöffnet ist die Bambousserie zwischen dem 1. März und dem 15. November täglich von 9 Uhr bis 18.30 Uhr. Zusätzlich finden in der Bambousserie regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt, etwa im Rahmen des "Text & Voice" Festivals in den Cevennen. An den Heritage Days Mitte September gelten anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" reduzierte Eintrittspreise für die Besucher.
Was ist Bambus?
Bei Bambus handelt es sich um eine eigene Familie von Süßgräsern, die bis zu 90 Gattungen und nahezu 1.500 Arten enthält. Eine weitere Unterteilung erfolgt in Tribus Bambus, die baumartig wachsen und deren Halme eine Höhe von bis zu mehreren Metern erreichen können. Etwa 130 Arten von Bambus wachsen dagegen eher wie Gräser und erreichen meist nur eine Höhe von bis zu einem Meter.
Das natürliche Verbreitungsgebiet von Bambus erstreckt sich über die ganze Welt außer Europa. Der deutliche Schwerpunkt liegt jedoch im Fernen Osten. Denn etwa 500 Arten sind aus China bekannt, weitere 100 aus Japan. Bambus gilt als nachwachsender Rohstoff, der in Asien eine große wirtschaftliche Bedeutung hat. Die Pflanze liefert den Menschen dort Bau- und Brennstoffe. Die jungen Schösslinge werden als Gemüse gegessen und sehr oft in Gemüse eingelegt. Beil Bambussprossen ein Toxin und relativ viele Bitterstoffe enthalten, müssen sie vor dem Genuss gekocht werden. Aus dem Korn des Bambus, der entfernt Hafer ähnelt, wird in Asien Tee zubereitet.
Angelegt werden exotische Gärten wie die Bambousserie oft nach dem Vorbild von chinesischen Gärten. Im Reich der Mitte gilt Bambus als wesentliches Element der Gestaltung.
nach obenZugfahrt von Anduze nach St. Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard

Zugfahrt von Anduze nach St.Jean du Gard
Mehrmals täglich können die Gäste mit dem Dampfzug der Cevennen von Anduze durch das Gardontal nach St. Jean du Gard fahren. Es handelt sich um eine Museumseisenbahn, die auf einer Normalspur die Stationen Anduze, Bambouseraie de Prafranc und St. Jean du Gard anfahren. Der Streckenverlauf führt über mehrere Brücken und durch verschiedene Tunnels. Die reine Fahrzeit beträgt etwa 40 Minuten. Im Einsatz sind sowohl Dampfloks sowohl dieselbetriebene Lokomotiven. Dabei handelt es sich um eine vierachsige Diesellok, eine drei- und eine vierachsige Dampflok. Die älteste Lok stammt aus dem Jahr 1937, die beiden anderen Loks wurden 1953 respektive 1958 gebaut.
St. Jean du Gard
Bei St. Jean du Gard handelt es sich um eine von drei Gemeinden des Kantons St. Jean du Gard. Der Zielbahnhof der Museumsbahn liegt am Rande des Nationalparks Cevennen. Der Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von 3.200 Quadratkilometern und wird von mehreren Bergen und Hochplateaus wie der Caussee Méjean, der Mont Lozère und dem Mont Aigoual geprägt. Die Pläne, einen Nationalpark in den Cevennen zu gründen, ging auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Die ursprüngliche Anregung ging vom Höhlenforscher Édouard Alfred Martel aus. Er gilt als erster Höhlenforscher, der seine Erkundungen wissenschaftlich und systematisch anging. Seine Tätigkeit als Höhlenforscher nahm er 1888 auf, als er die Abîme de Bramabliau und die Grotte Dargilan genau beschrieben hatte. Diese Idee wurde allerdings erst Mitte der 1950er Jahre wieder aufgegriffen. Ausgewiesen wurde der Nationalpark dann schließlich 1970.
Bekannt ist der Nationalpark für seine artenreiche Fauna und Flora. Zu den häufig vorkommenden Pflanzen zählen Lavendel, Sonnentau, Tulpen, aber auch Kastanien und verschiedene Arten von Orchideen. Durch die rund 150.000 Hektar großen Wälder streifen unter anderem Mufflons, Hirsche und Rehe. Weit verbreitet sind außerdem Biber, Specht und Steinbock.
nach obenDolmen von Les Capelans
In den Cevennen stoßen die Gäste auf zahlreiche Spuren der Vorgeschichte. Zu den bekanntesten Zeugen der Vergangenheit die Dolmen von Ronc Traoucat. Hier sind lediglich noch drei von ursprünglich sechs Steinen erhalten. Zwei davon wurden als Rekonstruktion wiederhergestellt. Aber auch ganz in der Nähe von Anduze stoßen Wanderer auf Dolmen.

Dolmen bei Anduze

Dolmen bei Anduze
Südwestlich von Anduze befindet sich der Gipfel von Les Capelans. Am Fuße des Berges marschieren die Wanderer durch einen Kastanienwald, der fast die Dimensionen eines Urwaldes besitzt. Direkt auf dem Weg zum Gipfel passieren sie im Wald zwei Dolmen. Anschließend führt durch den Wald über einen kurzen Anstieg weiter zum Gipfel, der eine atemberaubende Aussicht über Anduze und Umgebung bietet.

Dolmen bei Anduze

Wegweiser zu den Dolmen bei Anduze
Was sind Dolmen?
Bei einem Dolmen handelt es sich um ein Bauwerk, das aus Steinblöcken errichtet wurde. Es handelt sich um die bekanntesten Bauwerke der Megalithkultur, die während der Jungsteinzeit und der Bronzezeit in Europa, Asien und Nordafrika verbreitet war. In den meisten Fällen dienten sie als Grabstätten und waren ursprünglich von Stein- oder Erdhügeln bedeckt. Wegen der aufwendigen Bauweise nimmt die Forschung aber an, dass nur ehr hochrangige Personen in den Dolmen begraben worden. Wegen relativ weniger Funde von Skeletten und Grabbeigaben denken einige Forscher aber, dass die Dolmen von Vornherein eher als Kultstätte gedacht waren. Errichtet wurden Dolmen in ganz Europa, jedoch bevorzugt in Küstennähe. Die bekanntesten steinzeitlichen Anlagen stammen aus Frankreich.
Weltweit wurden Dolmen nach demselben architektonischen Muster errichtet: Auf großen Tragesteinen, die aufgerichtet wurden, wurden Deckensteine angebracht, sodass die Bauwerke vom Äußeren her an einen Tisch erinnerten. Die Tragsteine, die in den meisten Fällen heute noch übrig sind, bildeten ursprünglich den Eingang in eine Kammer. Die größten Dolmen befinden sich übrigens in der Bretagne. Von den ursprünglichen Anlagen sind durchgehend nur noch Reste enthalten, weil die Grabhügel in späteren Jahrhunderten als Baumaterial abgetragen wurden.
nach obenWanderwege
Die Cevennen gelten als wahres Paradies für Wanderer. Sowohl die Tourismusbüros als auch die Übernachtungsbetriebe bieten zahlreiche geführte Wanderungen an. Dieses Angebot gilt auch im Winter, wenn Schneeschuhwanderungen bei den Anbietern auf dem Programm stehen. Besonders reizvoll sind die Fernwanderwege, die durch das Mittelgebirge führen.

Wanderungen in den Cevennen

Wanderungen in den Cevennen
Tour de Cévennes
Von Anduze aus führt der GR67 auf einer Strecke von 120 Kilometern durch die Bergwelt. Die Wanderer marschieren hier auf Triftwegen, auf welchen einst Schafe auf die Sommerweide getrieben wurden. Sie passieren dabei die gesamte landschaftliche Vielfalt, folgen Bergkämmen und marschieren durch Wälder ebenso wie durch freie Flächen. Wegen der zahlreichen Steigungen brauchen Wanderer auf den sieben Etappen ein gewisses Maß an Kondition. Die gesamte Strecke lässt sich in einzelnen Etappen oder als Ganzes in sechs Tagesmärschen bewältigen. Entlang der Strecke stehen mehrere Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Wanderer können die Übernachtung mit Frühstück und Abendessen buchen oder sich an einigen Stationen auch selbst verpflegen. Aktuelles Kartenmaterial gibt es bei den Touristinfos vor Ort.
Der GR 70 Stevenson Trail
Der britische Schriftsteller Robert Louis Stevenson unternahm im Herbst 1978 eine zweiwöchige Reise durch die Cevennen. Die Erlebnisse auf dieser zweiwöchigen Tour, die er in Begleitung eines Lastesels unternahm, führte ihn von Le Monastier aus bis nach St. Jean du Gard und wieder zurück und legte innerhalb von zwölf Tagen eine Distanz von 220 Kilometern zurück. Bei Wanderern erreichte dieses Buch rasch große Beliebtheit, Stevenson erlangte damit sogar ein gewisses Maß an Berühmtheit. Bis heute können die Fans des Buches den Fernwanderweg stilecht in Begleitung von Eseln absolvieren.
Der erste Teil des Weges führt durch das Velay, das Gevaudan und das Vivarais. Hier liegt der Weg niedrigere als das Zentralmassiv. Charakterisiert wird die Landschaft durch Gesteinsformationen vulkanischen Ursprungs, die bis zu einem Zeitpunkt von vor etwa 10.000 Jahren entstanden. Innerhalb des Nationalparks Cevennen, durch den die zweite Hälfte der Route führt, ist eher geprägt von Felsgruppen und Tälern. Die Wanderwege führen zum größten Teil durch die unberührte Natur abseits der Straßen. Sehr häufig handelt es sich dabei um Pfade, die in früheren Zeiten für den Viehtrieb genutzt wurden.

Wanderungen in den Cevennen
Neben der reichen Landschaft, in der über 2.200 Tier- und Pflanzenarten leben, gehören die Dörfer des Zentralmassivs zu den besonderen Highlights der Wanderung. Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören neben dem Kloster Notre Dame des Neiges auch das Schloss de Luc sowie die Altstadt von Le Puy. Weil der Weg durch sehr einsame Regionen führt, sollten die Wanderer genügend Proviant einpacken.
nach obenKanutouren: Gardon, Ceze, Tarn und Ardèche

Kantouren auf der Ardeche

Baden im Gardon bei Anduze

Baden im Fluss

Sprung ins Wasser
Die Region Languedoc-Roussillon rund um Anduze wird von 94 Flüssen durchzogen, weshalb sie gern von Kanufahrern angesteuert wird. Wer Südfrankreich zu Wasser entdecken möchte, findet vor Ort zahlreiche Kanuverleiher, die ihren Kunden auch einen Rückholservice anbieten. Zu den beliebtesten Revieren für Kanuten zählen die Ardèche, die Cèze, der Gardon und der Tarn.
Ardèche
Die Ardèche entspringt im Naturpark Monts d´Ardèche und mündet schließlich, nachdem der Fluss durch imposante Schluchten führt, bei Pont-Saint-Esprit in die Rhône. Der gesamte Flusslauf ist für Kanuten und Kajakfahrer schiffbar, allerdings brauchen die Sportler teilweise gutes fahrerisches Können. Beispielsweise ist der Oberlauf bis Aubenas nur während der Schneeschmelze und nach Regenfällen befahren werden. Die Ardèche bietet hier dann beeindruckende Wildwasserstrecken.
Der Mittellauf reicht bis Ruoms und wird vor allem von Wasserwanderern gern befahren. Lediglich zwischen Ruoms und Vallon-Pont-d´Arc wird der Fluss kaum befahren. Das Highlight im Unterlauf ist der Durchbruch der Ardèche in die Rhone.
Cèze
Die Cèze entspringt am Gipfel des Truc du Samblonnet und mündet bei Laudun-l´Ardoise in die Rhone. Auf einem Teil des 128 Kilometer langen Flusslaufes. Besonders faszinierend ist der Streckenverlauf auf Höhe von La Roque-sur-Cèze. Hier haben sich im Kalkstein im Lauf von Jahrtausenden Wasserfälle und Schluchten gebildet, die als Kaskaden von Sautadet bekannt sind. Am Unterlauf erwartet die Besucher das Schluchtensystem Gorges de la Cèze. Auf dem gesamten Verlauf gilt die Cèze als attraktives Revier für Wasserwanderer.
Gardon
Der 127 Kilometer lange Gardon ist nur auf einer Länge von etwa 70 Kilometern von Kanus und Kajaks befahrbar. Besonders faszinierend für die Kanuten ist die Schlucht, die zwischen den Orten Pont-du-Gard und Russan liegt.
Tarn
Auch der 380 Kilometer lange Tarn ist ein beliebtes Revier für Wassersportler. Sehenswert ist vor allem die Schlucht Gorges du Tarn, die zwischen Sainte-Enimie und Le Rozier liegt. Gern besucht wird auch das Viaduc de Millau. Es handelt sich um die weltweit höchste Schrägseilbrücke, sie überspannt den Tarn bei Millau.

Baden im Gardon
Uzès und Gard

Uzes

Uzes

Uzes

Uzes
Die 8.500-Einwohner-Stadt gilt als erstes Herzogtum in Frankreich. Der Grund dafür: Im 5. Jahrhundert wurde die von den Römern gegründete Stadt zum Bischofssitz. Diesen Status behielt Uzès bis zum Ausbruch der Französischen Revolution. Das Städtchen liegt auf einem Hügel über dem Eure-Tal zwischen den Städten Nîmes, Avignon und Alès.
Sehenswerte Altstadt
Für die Besucher lohnt sich vor allem ein Besuch in der Altstadt rund um den Place aux Herbes. Dieser wird vor allem am Markttag am Mittwochvormittag zum Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Ganz in der Nähe steht der frühere Herzogspalast Duché. Es handelt sich dabei um einen festungsähnlichen Bau mit einer Fassade im Renaissancestil. Erst 1965 wurden zahlreiche der herrschaftlichen Häuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert restauriert.
Das wichtigste Gotteshaus in Uzès ist die Kathedrale St-Théodorit d´Uzès. Sie wurde im 17. Jahrhundert errichtet, um eine Kirche aus dem ausgehenden 11. Jahrhundert zu ersetzen. Diese Kirche wurde während der Albigenserkriege teilweise und währen der Religionskriege im 16. Jahrhundert fast komplett zerstört. Der Wiederaufbau wurde am 18. November 1637 beschlossen. Die Bauarbeiten sollten über 20 Jahre dauern. Bekannt ist die Kathedrale für ihren 42 Meter hohen Glockenturm, dem Rour Fenestrelle. Den Namen verdankt er den sechsstöckigen Bogenöffnungen. Bekannt ist der Tour Fenestrelle, weil er der einzige runde Glockenturm in Frankreich ist. Er stammt noch von der ursprünglichen, romanischen Kirche.

Pont du Gard
Das Départment Gard im Süden Frankreichs ist nach dem Rhône-Nebenfluss Gard benannt. Die landschaftlichen Schönheiten machen das Département zu einer der beliebtesten Ferienregionen in Frankreich. Das Département beginnt direkt im Westen der Stadt Orange. Die bekanntesten Städte im Gard sind Uzès, Nîmes und Alès. Während die Gäste im Norden die ursprüngliche Landschaft des Nationalparks Cevennen erleben, locken im Süden die Strände des Mittelmeeres zahlreiche Badegäste an. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind Tourismus, Landwirtschaft und der Weinbau. Produziert werden von den Weinbauern überwiegend Rot- und Roséweine, die im Handel als "Costière de Nîmes" erhältlich sind.
Neben touristischen Hochburgen wie Aigues-Mortes beherbergt der Süden auch ruhigere Ecken wie das Naturschutzgebiet der Camargue, wo eine sehr artenreiche Vogelwelt ihre Heimat hat. Dazu gehört eine mehrere Tausend Tiere umfassende Population von Flamingos. Als besondere Attraktion gelten die weißen Cargue-Pferde, die in wilden Herden durch die Region streifen. Als kulinarische Spezialität gilt das Fleisch der Camargue-Stiere, die in der Provence auch bei unblutigen Stierkämpfen in der Arena eingesetzt werden. Als weitere Spezialität der Region gilt das hier produzierte Meersalz "Fleur de Sel".
nach obenNimes
Auf die Spuren von zwei Jahrtausenden stoßen die Gäste in der alten Römerstadt Nîmes. Erbaut wurde Nîmes zur Zeit der alten Römer, wo die Stadt als herausragendes Beispiel für die Hochphase der gallorömischen Kultur gilt. Nîmes besaß eine bedeutende Münzstätte und lag günstig an der Via Domitia, weshalb die Stadt als sehr wohlhabend galt. Bis heute beherbergt Nimes zahlreiche Baudenkmäler aus jener Zeit wie das Amphitheater oder den Tour Magne, dessen ältesten Fragmente noch aus der gallischen Zeit stammen. Nîmes gilt als "Stadt der Kunst und Geschichte" und konnte die reichen Zeugnisse der Vergangenheit bestens erhalten.


Das gelang den Stadtvätern, obwohl Nîmes nach der römischen Zeit zum Spielball der regionalen Vormächte geworden war. Zunächst eroberten die Westgoten die Stadt, Mitte des 8. Jahrhunderts folgten die Araber und unter Kaiser Pippin wurde Nîmes schließlich Teil des Fränkischen Reiches. Während des 16. Jahrhunderts galt Nîmes als hugenottische Hochburg, die hier sogar eine protestantische Universität errichteten. Die wirtschaftliche Blütezeit erlebte Nîmes, als während des 18. Jahrhunderts die ersten Manufakturen ihre Pforten öffneten.
Sehenswürdigkeiten in Nîmes


Neben dem historischen Stadtkern zählen vor allem die zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit zu den Besuchermagneten von Nîmes. Zu diesen Bauten gehören mehrere Arenen, die im ersten nachchristlichen Jahrhundert gebaut wurden. Mehr als 20.000 Besucher fanden beispielsweise im 133 Meter langen Amphitheater Platz. Dieser Bau wird bis heute als Veranstaltungsort genutzt. Unter anderem finden dreimal pro Jahr Stierkämpfe statt, bei welchen die Tiere nicht geschlachtet werden.
Während des ersten vorchristlichen Jahrhunderts wurde die Maison Carrée erbaut, die als besterhaltener Tempel auf dem Gebiet des früheren Imperium Roman gilt. Marcus Vispanius Agrippa ließ den Tempel, den er seinen Söhnen widmete, erbauen. Der Zerstörung entging das Maison Carrée, weil der Tempel im fünften Jahrhundert zur Kirche geweiht wurde. Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Sakralbau mehrfach umgebaut.
Die Porte d´Auguste erinnert an die Via Domitia, die im zweiten vorchristlichen Jahrhundert als erste Straße der Römer in Gallien erbaut wurde. Sie diente als Landverbindung zwischen Italien und Spanien.
Kulturell interessierte Besucher kommen im Carrée d´Art auf ihre Kosten. Es handelt sich dabei um ein Kulturzentrum, in dem auch eine Bibliothek und ein Museum moderner Kunst untergebracht sind. Das Carré d´Art wurde an der Stelle eines Theaters errichtet, nachdem dieses 1952 niedergebrannt war. Für diesen Bau wurde 1984 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den der britische Architekt Norman Foster für sich entschied. Das Carrée d´Art wurde schließlich 1993 eröffnet.
nach obenCampingplätze um Anduze
Die Cevennes gelten auch für Campingurlauber zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Frankreich. Deshalb erwarten die Gäste zahlreiche attraktive Campingplätze in malerischer Umgebung.
In Anduze befindet sich der sieben Hektar große Camping Castel Rose direkt am Gardon gelegen. Er bietet den Gästen ein ganzjährig beheiztes Schwimmbad, eine Bar, ein Restaurant sowie diverse Freizeiteinrichtungen.

Naturcampingplatz Camping Cevennes Provence
Eingebettet von zwei Flüssen liegt der Naturcampingplatz Camping Cevennes Provence in einer sanften Hügellandschaft bei Anduze. Im eigenen Lebensmittelgeschäft finden die Kunden vor allem regionale Produkte und Erzeugnisse. Die Anlage präsentiert sich besonders familienfreundlich.

Camping und Baden am Gardon

Gardon am Abend
Rund um ein mittelalterliches Gut ist der Campingplatz Val de Cantobre in Nant d`Aveyron angeordnet.
nach obenMärkte um Anduze

Töpferkunst bei Anduze

Töpferkunst bei Anduze

Flohmarkt in Anduze

Flohmarkt in Anduze

Flohmarkt in Anduze
Als wahres Paradies für Genussurlauber präsentieren sich die Cevennen mit ihren zahlreichen Märkten.
Ein Geheimtipp ist beispielsweise der Trüffelmarkt in Richerenes. Die Besucher können hier auch regionale Weine verkosten und mehrgängige Trüffelmenüs genießen.
Der Veilchenmarkt in Ste Eulalie bietet den Besuchern ein besonderes Geruchserlebnis.
Der größte Markt der Region findet dienstags in St. Jean du Gard statt. Das Angebot umfasst vor allem regionale Spezialitäten. Donnerstags findet ein etwas kleinerer Nachtmarkt statt.
Neben diesen großen Märkten werden in allen Dörfern und Städten weitere Märkte abgehalten. Die meisten Händler bieten regionale Produkte und Haushaltswaren.
Märkte finden an folgenden Tagen in folgenden Orten statt:

Töpferkunst bei Anduze
Montag ist in Saint Agrève, Vogüé und Rosiéres Markttag, der Dienstag in Lalevade, Jaujac, Largenttière, Viviers und Lamastre. Die größte Auswahl haben die Besucher am Mittwoch, wenn Annonay, Le Chelard, Bourg-Saint-Andéol, Coucouron, Le Pouzin, Nerac-les-Bains, Joyeuse, Saint-Péray und Villeneuve-de-Berg zum Markt einladen. In Chomérac, Lavidellieu, Lalouvesc, Saint-Martin-de-Valamas, Montpezat, Vernoux, Vallon-Pont-d´Arc und Le Teil finden findet der Markt donnerstags statt, freitags in Jaujac, Cruas, Saint-Félicin, Ruoms, Theuyts, Serrières, sowie La Voulte sur Rhône. Annonay, Privas, Aubenas, Saint-Sauveur-de-Montagut, Le Vans, Uzès und Touron sur Rhône. Sonntags haben die Marktstände in Lablachère, Saint-Martin-d´Ardèche, Saint-Pierreville, Saint-Cirgues-en-Montagne und Vals-le-Bains geöffnet.
In einigen Orten finden außerdem im Juli und August Nachtmärkte statt, die von den Besuchern wegen ihrer romantischen Atmosphäre geschätzt werden. Das sind die Orte Villeneuve-de-Berg und Le Vans am Dienstag, La Voulte und Vals-les-Bains am Mittwoch und Largentière freitags.
Zahlreiche Märkte befinden sich außerdem in den verschiedenen Stadtteilen der cevenolischen Hauptstadt Alès. Die Markthalle nahe der Kathedrale hat sogar täglich geöffnet.
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