Das Allgäu
Inhaltsverzeichnis
- Das Allgäu
- Memmingen, das Tor zum Allgäu
- Lindau- das „Schwäbische Meer“
- Kempten – mehr als eine Hochschulstadt
- Füssen am Rande von Neuschwanstein
- Sonthofen – mehr als nur ein Luftkurort
- Breitachklamm
- Tropfsteinhöhle Schulerloch
- Mehr als eine Reise durch die Salzzeit
- Das „Schwäbischer Escorial“ – das Kloster Ottobeuren
- Schloss Neuschwanstein
- Special Tipps zum Allgäu
Das Allgäu

Allgäu Quelle: Rainer Sturm / pixelio.de
Das Allgäu, ausgezeichnet durch eine herrliche Landschaft, Berge und zahlreiche Seen ist das perfekte Urlaubsziel innerhalb von Deutschland. Die Voralpenlandschaft garantiert egal ob Familienurlaub, Jahresurlaub oder Wochenendausflug, den perfekten Erholungs- oder Aktivitätentrip. Weder geschichtlich noch geografisch verfügt das Allgäu über feste Grenzen. Geografisch liegt als Allgäu sowohl in einem Teil Bayerns, wie auch in Baden Württemberg und schließt einige Grenzbereiche Österreichs ein.
Im Bundesland Bayern werden die Landkreise und kreisfreien Städte des Allgäus wie folgt unterteilt: Oberallgäu, Unterallgäu, Ostallgäu, Kaufbeuren, Kempten, Lindau und Memmingen. Die Stadt Memmingen wird gerne als das Tor zum Allgäu bezeichnet und verfügt über einen Flughafen, was das Allgäu auch per Flugverkehr bequem erreichen lässt. Selbstverständlich sind zur guten Erreichbarkeit auch zahlreiche Bahnhöfe und eine gute Autobahnverbindung vorhanden. Insgesamt verfügt der bayrische Teil des Allgäus über etwas mehr als 4600 km² Fläche bei etwa 646.000 Einwohnern.
Im Spätmittelalter war das Allgäu das Land der Burgen, später gehörte das Allgäu traditionell zu den ärmeren Gegenden, da die teils doch recht bergige Landschaft keine rentable Landwirtschaft möglich machten. Daher bauten sich viele Bauern durch die Flachsgewinnung ein zweites Standbein auf. Wegen des bergigen Landes ist die Vereinödung entstanden. Unter Vereinödung versteht man die Einödhöfe die vereinzelt, oft weit entfernt vom nächsten Hof oder der dörflichen Gemeinschaft liegen. Diese Siedlungsform wurde gewählt um den Bau der Höfe an den Plätzen zu beginnen, an dem viel Weideland um den Hof vorhanden war. Dies sorgte für eine Einkommensverbesserung der Bauern, da viel Weideland den raschen Anstieg der Milchwirtschaft ermöglichte.
Am Fuße der Alpen, dem höchsten Gebirge innerhalb Europas gelegen sind viele der Städte heute auf den Tourismus angewiesen, da dieser die Haupteinnahmequelle darstellt. Die Region ist nicht nur für den hervorragenden Käse bekannt, sondern auch ganzjährig eine der beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland. Neben kunstgeschichtlicher- und kulturelle Sehenswürdigkeiten sind zahlreiche sportliche Aktivitätsmöglichkeiten vorhanden. Verschiedene Unterkünfte – für jeden Geschmack das Richtige - sind im ganzen Voralpenland zu finden. Noch heute versprühen die Einödhöfe einen ganz eigenen Charme, sodass teilweise sogar Zimmer in den Einödhöfen vermietet werden, was das Ausspannen und Abschalten im Urlaub garantiert und zu etwas ganz Besonderem werden lässt.
Gute Bergluft macht hungrig, und die eher bäuerliche Küche, bekannt durch die vielen Fleisch- und Mehlspeisen bietet dagegen eine Abhilfe. Kulinarische Highlights wie verschiedene Spätzlevariationen beispielsweise „Kässpatzen“ oder „Krautspätzle“ runden das Erlebnis Allgäu ab. Aber auch andere kulinarische Köstlichkeiten wie Allgäuer Emmentaler mit Brezeln, Schwammerlsuppe mit Semmelknödel laden zur Verkostung ein.
nach obenMemmingen, das Tor zum Allgäu
Am Rande des Allgäus gelegen ist die Stadt Memmingen, mit etwas mehr als 40.000 Einwohnern, einen Ausflug wert! Das schöne mittelalterliche Stadtbild blieb bis heute erhalten und zeichnet die Stadt der vielen Tore und Türme aus. Cafés, Restaurants und Weinstuben laden in der historischen Altstadt zum Verweilen und Träumen ein.
Die beiden Museen der Stadt, das städtische Museum im Hermansbau und das Strigel- und Antonitermuseum im Antonierhaus laden zur Besichtigung. Das Antonierhaus war einst Hospital und Wohnhaus des Antoniterordens und ist eine der ältesten erhaltene Anlage des Ordens. Im Hermansbau widmet sich ein Teil der Ausstellung der Vor- und Frühgeschichte der Region. Kirchen wie die von St. Martin, mit einem der großartigsten gotischen Chorgestühle Deutschlands, erfreuen die Kulturliebhaber. Die denkmalgeschützte Stadtkirche ist eine der ältesten Kirchen in Oberschwaben und ein Wahrzeichen der Stadt. Ihr Turm ist etwa 65 Meter hoch und dadurch nicht nur weithin sichtbar, sondern auch das höchste Gebäude der Stadt. Die dreischiffige Basilika ist die Hauptkirche des evangelischen – lutherischen Kirchenbezirkes und liegt am Rande der nordwestlichen Altstadt.
Kirchenführungen werden in der Regel samstags angeboten und dann mit Orgelbegleitung durchgeführt. Doch neben den verschiedenen Kirchen ist auch die Altstadt, die zum großen Teil den Zweiten Weltkrieg und deren Nachkriegsjahre gut überstanden hat, einen Besuch wert. Der mittelalterliche Marktplatz wird geprägt durch das Rathaus, dem Steuerhaus und der Großzunft. Auch gehören zu den Sehenswürdigkeiten einige der sieben Memminger Wahrzeichen.
Zu den Wahrzeichen der Stadt gehören: Die Wasserkunst, der Gaul in der Wiege, der Basilisk, die blaue Saul, das Siebendächerhaus, die heilige Hildegard und der grüne Teufel von St. Martin. Lange zählten sie als Nachweis der Gesellen der Zünfte über die tatsächliche Lehrzeitabsolvierung. Ob die heutigen Wahrzeichen der des Mittelalters entsprechen, ist eher unwahrscheinlich, da einige Bauwerke erst in der Renaissance erbaut wurden.
nach obenLindau- das „Schwäbische Meer“
Die am Dreiländereck des Bodensees gelegene Inselstadt Lindau ist seit nun über 100 Jahren eine sehr beliebte Urlaubsregion. Auszeichnend für diesen Ferienort sind die mittelalterliche Architektur, das grüne Umland und der einzige Leuchtturm Bayerns. Mit dem Festland verbunden wird die Insel durch einen Eisenbahndamm und eine Straßenbrücke. Eine Reise mit vielen Gesichtern
Im Frühling blühen die Gärten und Parks, im Sommer sprudelt es nur so von Veranstaltungen. Ruhiger wird es im Herbst und Winter, wo man fern ab von Menschenmassen ruhige Spaziergänge gepaart mit einer Portion Wellness erleben kann. Auch kulinarisch bieten die Inselbewohner ihren Gästen ganz Besonderes. Von traditionellen Gasthöfen über Gourmet – Restaurants ist für jeden Gaumen das passende Angebot erhältlich. Auch der Einkaufsbummel wird hier zu einem Erlebnis. Während die Hafenpromenade, durch eher kleine Geschäfte und den unzähligen Cafés den Charme des Südens versprühen, gibt es im Bereich der Inselmitte auch eine Einkaufspromenade, die Maximilianstraße. Sie ist ein Teil der Fußgängerzone und die Hauptstraße der Inselstadt. Aber nicht nur für Shoppinginteressierte ist ein Gang darüber empfehlenswert, auch die gut erhaltenen Handwerks- und Wohnhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert mit ihren Krangruben und Fachwerkfassaden haben für kulturinteressierte Menschen ihren Reiz.
In den Jahren 1730 – 1736 wurde das heutige Amtsgebäude im ehemaligen Damenstift errichtet. Neben dem Amtsgericht sind auch Teile des Landratsamtes in dem Gebäude mit einem Decken Fresko „Göttliche Tugenden“ untergebracht. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das „Haus zum Cavazza“ in welchem das Stadtmuseum untergebracht ist und das alte Rathaus. Ein im Fünfzigerjahre Stil erbautes Stadttheater bietet 700 Zuschauern einen unterhaltsamen Abend in der Spielzeit von Oktober bis März. Ein Besuch auf dem drei Kilometer außerhalb der Insel liegen Golfplatz sollte sich kein Golfer entgehen lassen. Durch den Blick auf den Bodensee und die Alpen gehört dieser zu einem der schönsten Golfplätze Europas.
nach obenKempten – mehr als eine Hochschulstadt
Die kreisfreie Stadt Kempten gehört zu den ältesten Städten Deutschlands. Die Geschichte der Stadt reicht weit zurück bis in die Zeit um 15. V. Ch. der römischen Eroberung des Alpenvorlandes. Der oft vorkommende Föhn in Kempten macht eine Jacke auch in den Sommermonaten brauchbar und sollte im Gepäck nicht fehlen. Die jährlich im August stattfindende Regionalmesse mit Sport- und Kulturhöhepunkten zählt zu den Highlights der Veranstaltungen im Allgäu. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die historischen Gebäude Burghalde mit dem zugehörigen Museum, einer Freilichtbühne und einem Duftgarten sowie das historische Rathaus der Stadt. Die ehemalige Residenz mit Hofgarten und das Weidachschlößle reihen sich ebenso in die historischen Sehenswürdigkeiten ein.
Viele Reiseangebote richten sich ausschließlich an die Winterurlauber, doch auch zahlreiche Museen wie die alpenländliche Galerie und das Alpinmuseum, beide im Marstall untergebracht, gehören genauso zu den zahlreichen Museen der Stadt. Auch das römische Museum und das Naturkunde Museum freuen sich auf zahlreiche Kulturliebhaber.
Aber auch Wanderungen, Bergsteigertouren und Radtouren laden zu einem Urlaub ein, der mehr ist als Kultur und Erholung. Außerdem verfügt die Stadt über Golf- und Tennisplätze sowie über eine Saunalandschaft im Freizeitbad der Stadt. Neben den reichlichen Sehenswürdigkeiten und kulturellen Höhenpunkten eignet sich Kempten auch für einen ausgiebigen Einkaufsbummel. Viele unterschiedliche Geschäfte und zahlreiche Cafés lassen den Tag im nu vergehen. Für ein breites Angebot an Unterkunftsmöglichkeiten ist selbstverständlich bestens gesorgt, sodass auch hier kein Wunsch offenbleiben muss. Mit kleineren Kindern kann man auch für das hautnahe Naturerlebnis eine Unterkunft auf einem Bauernhof buchen. Kempten erleben ist eine wahre Freude.
Kultur und Geschichte erleben in Kempten
Kempten zeichnet sich durch seine lebendige Kultur und zahlreiche Zeugnisse der langen Geschichte aus. Somit lässt die Stadt für ihre Gäste keine Wünsche offen. Das sind die Top-Sehenswürdigkeiten in Kempten:
Die Prunkräume in der fürstlichen Residenz
Die fürstäbtlichen Prunkräume in der Residenz am Residenzplatz gelten als einzigartig im ganzen süddeutschen Raum. Die heutige Residenz geht auf das Benediktinerstift zurück, welches um 750 gegründet, im Lauf des 30jährigen Krieges aber zerstört wurde. Der damalige Fürstabt Roman Giel von Gielsberg ließ das Residenzgebäude und die zugehörige Kirche ab 1652 in Form einer monumentalen Klosteranlage neu errichten. Anselm von Reichlin-Medegg, der als besonders kunstsinniger Mensch galt, ließ die Prunkräume von 1732 bis 1742 ausstatten. Während die Wohnräume im Stil der Renaissance ausgestattet wurden, wurde der Thronsaal im Stil des frühen Rokoko ausgestattet. Besichtigt werden können diese Räumlichkeiten lediglich im Rahmen einer Führung, die in einem Turnus von 45 Minuten stattfinden. Die Führungen finden zu folgenden Zeiten statt:
Von April bis September dienstags bis sonntags von 9 Uhr bis 15.45 Uhr, im Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr, im November und von Januar bis März samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr und im Dezember während des Weihnachtsmarktes von 12.15 bis 16 Uhr.
Der Schauraum Erasmuskapelle
Eine Multivisionsshow entführt die Besucher an den Wänden entlang der 23 Stufen, die in den Schauraum der Kapelle führen, in die Geschichte der Stadt. Selbstverständlich bekommt dabei auch die wechselhafte Geschichte der Kapelle ihren angemessenen Raum. Besichtigt werden kann der Schauraum Erasmuskapelle täglich außer mittwochs zwischen 11 und 18 Uhr jeweils zur vollen Stunde. Geschlossen ist der Schauraum am 24. und 25. Dezember, zu Silvester und Neujahr sowie am Karfreitag.
Der Archäologische Park Cambodunum
Im Archäologischen Park Cambodunum am Cambodunumweg können sich die Besucher in die Zeit der Römer entführen lassen. Unterteilt ist dieser Park in den gallorömischen Tempelbezirk, die kleinen Thermen, eine Marktbasilika und ein Teil des Forums. Als besonders sehenswert gelten die Kultbauten aus gallorömischer Zeit sowie die Badegebäude, die zu den frühesten Bauwerken ihrer Art nördlich der Alpen gehören. Die kleinen Besucher erwartet ein Spielplatz, der sich an römischen Themen orientiert. Geöffnet ist der Archäologische Park Cambodunum vom 1. März bis zum 30. November dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Rathaus und Rathausplatz
Gesäumt wird die einstige Marktstraße der Reichsstadt Kempten von stattlichen Patrizierbauten, die während des Mittelalters errichtet und zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert erneuert wurden. Das Rathaus wurde 1368 ursprünglich in Form eines Fachwerkhauses errichtet und anno 1474 erneuert – diesmal als Steinbau. Vor dem Rathaus befindet sich der Rathausbrunnen, bei dem es sich um die Nachbildung einer Brunnensäule aus dem frühen 17. Jahrhundert handelt.
Die Basilika St. Lorenz
Bei der Basilika St. Lorenz handelt es sich um den ersten großen Kirchenbau, der im süddeutschen Raum nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet wurde. Verantwortlich für den Bau zeichneten Mitte des 17. Jahrhunderts die Baumeister Johann Serro und Michael Beer. Als besonders sehenswert gilt neben dem geschnitzten Chorgestühl und den Altären auch die reichhaltige Ausstattung der Basillika.
Das Allgäuer Burgenmuseum
Im Allgäuer Burgenmuseum bekommen die Besucher einen Einblick in die Welt der mittelalterlichen Burgen im Allgäu. Ein eindrucksvolles Bild vom Leben auf den Burgen geben zahlreiche alltägliche Gegenstände, aber auch Zeichnungen, Fotos und Modelle. Zu folgenden Zeiten hat das Allgäuer Burgenmuseum auf der Burghalde geöffnet: Samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr.
Das Alpin-Museum
Die Welt der Alpen entdecken die Besucher im Alpin-Museum, welches als größtes alpengeschichtliches Museum in ganz Europa gilt, auf vielfältige Art. Sie erfahren nicht nur Wissenswertes über die Geschichte, Natur und Kultur im Alpenraum, sondern können sich auch über die Geschichte des Alpinismus informieren. Das Alpin-Museum befindet sich im Marstall in der Landwehrstraße und ist ganzjährig dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Geschlossen ist diese Besuchereinrichtung lediglich an Weihnachten, Silvester, Neujahr und am Faschingsdienstag.
Die St. Mang-Kirche
Ganz in der Nähe des Rathauses befindet sich die gotische St. Mang-Kirche mit ihrem 66 Meter hohen Turm. Erbaut wurde die St. Mang-Kirche ab 1426 innerhalb von zwei Jahren über einem älteren Gotteshaus aus romanischer Zeit. In der St. Mang-Kirche befindet sich auch der Eingang zur St. Erasmus-Kapelle.
Kempten zu Fuß entdecken
Interessierte Besucher haben die Möglichkeit, diese und viele weitere Sehenswürdigkeiten im Rahmen einer Stadtführung zu erkunden. Angeboten werden insgesamt drei verschiedene Führungen. Während sich eine dieser Stadtführungen voll und ganz dem Archäologischen Park Cambodunum widmet, erkunden die Besucher bei den anderen Führungen die Burghalde sowie das historische Wohn- und Handwerkerviertel.
Kempten Tourismus
Aktuelle Informationen und weitere Tipps zu Kempten finden Sie hier unter www.kempten-tourismus.de/
nach obenFüssen am Rande von Neuschwanstein
An der romantischen Straße im Südwesten Bayerns liegt die Stadt Füssen, deren Wurzeln bis in die die Römerzeit zurückliegen. Aber nicht nur dies zeichnet die Stadt im Allgäu aus, sie gilt auch als die Wiege des europäischen Geigen- und Lautenbaus. 1562 wurde hier die erste Lautenbauerzunft gegründet. Diese Musikgeschichte wird auch im Museum der Stadt ausführlich dargeboten.
Ein Fest des Bieres
Nicht nur das traditionelle Oktoberfest hat Bayern zu bieten. Auch in Füssen wird das Fest des Bieres – das Schindaufest auf dem Schrannplatz gefeiert wird. Das Fest, gefeiert im August, ist Treffpunkt für Einheimische und Touristen um sich bei entspannter Atmosphäre musikalisch und kulinarisch verwöhnen zu lassen.
Das Hohe Schloss
Weit oben über Füssen begann der Schlossanlagenbau Ende des 13. Jahrhunderts. Bischof Friedrich der Zweite gestaltete das Schloss um 1500 grundlegend so um, wie es noch heute zu bestaunen ist. Spätere Veränderungen betrafen vor allen Dingen das Innere des Schlosses. Ungewöhnlich an dem Schloss sind die Schlossflügel und der Torturm, da diese mit ungewöhnlich reicher Malerei geschmückt wurden. Aber auch im Innenbereich des Schlosses lässt sich einiges entdecken. So befindet sich im Obergeschoss die „Städtische Galerie“ und zeigt neben Werken der „Münchner Schule“ des 19. Jahrhunderts auch einige Zeichnungen des Grafen Pocci und weitere Werke einheimischer Künstler. Wer gerne historische Gebäude besichtigt ist auch bei einem Stadtrundgang durch die historische Altstadt gut aufgehoben. Dort zu sehen gibt es außer den romantischen Giebelhäusern auch weitere Kirchen und ein Kloster.
Aktiv mit Kindern
Eine Stunde entfernt liegt das Legoland Deutschland. Die Attraktion für Jung und Alt hat ab Ende März bis Anfang November seine Pforten geöffnet und wartet mit über 50 Attraktionen auf zahlreiche Besucher. Die Vielfalt des Parks reicht von einem Miniland über Lego – City bis hin zu Lego Ritter. Ein Spaß für die gesamte Familie!
nach obenSonthofen – mehr als nur ein Luftkurort
Auf einer Höhe von 750 – 1100m über N.N liegt der Luftkurort, umgeben von den Allgäuer Hochalpen in einem Tal. Sonthofen ist eine der größten Touristengemeinden im Allgäu, in der von einer einfachen Unterkunft, über Camping bis zum Luxushotel jede Übernachtungsmöglichkeit vorhanden ist. Im Jahr 2005 wurde die Stadt Sonthofen als Alpenstadt des Jahres gekürt. Diese Auszeichnung wird im Rahmen der Alpenkonvention, dem wichtigsten Schutz- und Förderprogramm für den Alpenraum verliehen.
Aber nicht nur der Tourismus, sondern auch die Milchwirtschaft und die Bundeswehr sind bedeutende wirtschaftliche Faktoren der Stadt.
Museen und andere Ausflugsmöglichkeiten
Die Stadt Sonthofen präsentiert den Bewohnern und den Besuchern in vier Museen allerlei unterschiedliche Exponate. Im Heimatmuseum, ein Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert, befinden sich einerseits wechselnde Ausstellungen und andererseits eine Sammlung sakraler Gebrauchs- und Kunstgegenstände. Das Kellergeschoss widmet sich den Themen wie Käse- und Flachsproduktion der Gegend. Die Modellausstellung „mini-mobil“ präsentiert nicht nur weit über 10.000 Auto-, Eisenbahn-, Schiffs- und Flugzeugmodelle, sondern wechselt auch 3x jährlich das Thema der Sonderausstellung. Auch das einzige Gebirgsjägermuseum Deutschlands befindet sich seit 1988 in der Stadt und eröffnet jedem Besucher damit einen Einblick in die Geschichte der Gebirgstruppen seit 1915.
Wer aber einfach nur Abschalten und Natur pur erleben möchte, hat in der Umgebung von Sonthofen viele Möglichkeiten einige sehr interessante Eindrücke zu gewinnen. So liegt oberhalb des Ortsteiles Hinang einen Wasserfall, der die Eiszeit auch immer Sommer spürbar macht. Rund um den Wasserfall, auf dem Rundwanderweg, grüßt die fabelhafte Flora ihre Besucher. Einen kleinen Tick mehr Romantik als der Wasserfall bietet die Starzachklamm, die vom Ortsteil Winkel aus erreicht werden kann. Sie ist eine der beliebtesten Ausflugsziele der Region und bietet eine Reise in ein Stück unberührtes Land. Seit Jahrtausenden sucht sich der Starzlach den Weg über die Felsen und Wassermühlen den Weg in die Klamm.
nach obenBreitachklamm
Die zwischen Oberstdorf und dem Kleinwalsertal liegende Breitachklamm, gehört zu den Naturschauspielen des Allgäus. Zwei Eingänge führen in die Klamm. Nicht weit von Tiefenbach entfernt liegt der untere Eingang, wohingegen der obere Eingang vom Kleinwalsertal über einen schmalen Steig aus losgeht.
Vor etwa 8000 – 10.000 Jahren, also während der letzten Eiszeit haben die Gletscher das Gestein der Klamm abgetragen, sodass nur das harte Gestein bestehen blieb und die Breitach sich da hindurch bohren musste. Schon vor 1905, dem offiziellen Einweihungstermin der begehbaren Klamm, wurde versucht die Begehung möglich zu machen, was aber immer daran scheiterte, dass der Plan unmöglich zu realisieren schien. Einige Klammwände sind durch tiefgrünes Moos und Farne besiedelt, was der Feuchte innerhalb der Klamm und der Tatsache, dass einige Wände bisher nie Tageslicht gesehen haben zu verdanken ist. Gerade im Winter bietet die Breitachklamm ein Naturschauspiel aus Eiszapfen, Eisvorhängen und anderen sonderbaren Formationen des Eises. Bis auf den Zeitpunkt der Schneeschmelze kann die Klamm ganzjährig besucht werden. Zur Begehung der Klamm wird nur mit festen Schuhwerk und warmer Kleidung geraten, da die Temperaturen nicht mit denen außerhalb der Klamm in Verbindung zu bringen sind. Verschiedene Rundwege ermöglichen einen unterschiedlich langen Aufenthalt in der Klamm, sodass ein Besuch bei einer eher kleinen Wanderung durchaus möglich ist.
Das Naturwunder Breitachklamm lässt das Wasser der Breitach durch enge Schluchten und fast senkrechten Wänden über hohe Felsbänke sprudeln und bezaubert damit wahrlich jeden Besucher. Gerade bei schlechtem Wetter lohnt der Besuch der Klamm, da bei Regen mehr Wasser durch die Klamm fließt und das Schauspiel dadurch viel intensiver wird. Und wer sich nicht vor einem Abend in der Klamm scheut, ist bei der Fackelwanderung die zwei Mal wöchentlich stattfinden bestens aufgehoben, um in romantischer Atmosphäre die Klamm bei guter Führung zu bewundern.
nach obenTropfsteinhöhle Schulerloch
Die Tropfsteinhöhle Schulerloch gehört zwar nicht mehr zum Allgäu, liegt jedoch im Altmühltal bei Kehlheim und ist ein Abstecher wert. Noch besser: auf dem Hin- oder Rückweg ins Allgäu einen Abstecher ins Altmühltal bei Kehlheim einplanen und die Höhle besuchen.
Ein Brief aus dem Jahr 1783 erwähnt, erstmals die Schulerlochhöhle, die so sagt man, als Rückzugsort für bayrische Herzöge diente. Der Name wird teils auf die Druidenschule und teils auf das altbairsche Wort für Räuber zurückgeführt. Verschieden Sagen drehen sich um diesen wahrlich schönen Ort. Sicher ist, dass sich während der Jungsteinzeit und auch während der Bronzezeit Menschen im Schulerloch aufhielten. Einige Zeit geriet die Tropfsteinhöhle völlig in Vergessenheit, bis die Freimaurer sie erschlossen, um in der Höhle Versammlungen abhalten zu können.
Die zum Schutze von Fledermäusen im Winter geschlossene Tropfsteinhöhle öffnet ihren Pforten jedes Jahr im Frühling wieder, um die Gäste willkommen zu heißen. Hunde dürfen an der Leine mit in die Höhle genommen werden, jedoch sollte zum Schutze der Natur nicht innerhalb der Höhle fotografiert werden. Täglich ab 10 Uhr morgens kann die Höhle mit einer Führung durch das dort beschäftigte Personal besichtigt werden. Einplanen sollte man – für die Führung- etwa 30 Minuten. Ein Becherstalagmit in Form eines Wasserbeckens und die Kalkablagerungen an der Decke, die an Blumenkohl erinnern, sind kleine Highlights der Höhle. An Ende der Führung erwartet den Besucher eine sehr effektvolle Licht- und Musikdarbietung, die die Besichtigung als Highlight enden lässt.
Insgesamt ist die Höhle 420 Meter lang und befindet sich im Jurakalk, etwa 50 Meter über der Talsohle. Sie bietet sich auch als Veranstaltungsort gut an, was auf der besonderen Akustik beruht. Der perfekte und nicht alltägliche Ort um eine Familienfeier bis zu 150 Personen darin abzuhalten. Außerdem verfügt das Schulerloch über ein Museum, indem man sich Höhlenmalereien und Artefakte, sowie Filme über Fledermäuse ansehen kann. Das kleine Schulerloch befindet sich in 200 Meter Entfernung von der Tropfsteinhöhle mit einer prähistorischen Felsritzung eines Steinbocks, welche 1937 entdeckt wurde. Leider ist das kleine Schulerloch verschlossen und für die Öffentlichkeit damit nicht zugänglich.
Webtipp: Webseite zur Höhle Schulerloch
nach obenMehr als eine Reise durch die Salzzeit
1517 wurde das Salzbergwerk zum Abbau von Steinsalz aufgefahren. Der Salzabbau galt in der Region als wirtschaftlich sehr bedeutsam. Obwohl es keinen wissenschaftlichen Nachweis über die heilende Wirkung eines Salzheilstollens gibt, existiert im Bergwerk ein 850 m² großer Salzheilstollen, der für die Speläotherapie genutzt wird. Seit 1990 verfügt das Bergwerk über diesen Heilstollen und lockt damit zahlreiche Mehrbesucher, wie Kurgäste, in den Stollen. Bei einer Luftfeuchte von 85% und einer Umgebungstemperatur von 12° verweilen die Kurgäste 2 Stunden täglich im Stollen. Bei einer täglichen Wiederholung stellen sich innerhalb von sieben Tagen die ersten Linderungen ein.
Erlebnisbergwerk Berchtesgaden
Bereits seit der fürstpröpstlichen Zeit gab es Besucherfahrten in dem Bergwerk. Durch die Umgestaltung 1997 steht das bis dahin beliebte Besucherbergwerk zu einer großen Touristenattraktion. Die heimischen Bergmänner bieten großen und kleinen Besuchern, eine atemberaubende Möglichkeit die Bergbautradition seit 1517 und eine „SalzZeitReise“ zu erleben. Auf etwa 6000km² Fläche wird das Wesen des Salzes und dessen Abbau erklärt. Nach dem Einkleiden der Besucher in die Bergmannskluft beginnt die Reise. Mit einer Grubenbahn geht es in den Stollen und später noch einmal fast 40 Meter tiefer mit der Bergmannsrutsche. Visualisierte und multimediale Inszenierungen begleiten die Besucher durch das gesamte Bergwerk, indem auch Neugierde und Entdeckungsdrang gefragt sind. Die Fahrt durch das Bergwerk zeigt die Entwicklung der Abbaumethoden und die folgenden Verarbeitungsschritte des Salzes an Ort und Stelle.
Die Salzterrasse auf dem Dach des Bergwerks und der Spazierweg zu einem 500 Jahre alten Stollen und zum Bergmandl im Pulverturm gewähren noch weitere ungewöhnliche Ein- und Ausblicke. Durch einen Besuch der alten Saline in Bad Reichenhall kann der Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Selbstverständlich ist aber nicht nur das Bergwerk und die Besichtigung an sich eine Reise wert, auch die im Stollen angebotenen Sonderveranstaltungen wie Konzerte oder das „Dinner de Sole“ bieten Aktivitätsmöglichkeiten der besonderen Art.
nach obenDas „Schwäbischer Escorial“ – das Kloster Ottobeuren
764 wurde das Kloster durch Silach gegründet und durch Kaiser Otto I 972 zur Reichsabtei erhoben. Im Verlauf des 12. Jahrhunderts erlangte Ottobeuren selbst näheren Kontakt zu Papst und Königtum, bevor im 13. Jahrhundert die Entwicklung zu einer Reichsabtei feststellbar war und später auch bestätigt wurde.
Im Rahmen des Klostermuseums sind die barocken Klostergebäude teils noch heute zugänglich. Durch die reiche Ausstattung des Kaisersaales und anderer Säle zeigt das Kloster den materiellen Reichtum und die politische Macht der Reichsabtei. Der Theatersaal hingegen ist noch heute Zeugnis der kulturellen Blüte Ottobeurens während der Barockzeit. Ein wichtiger Teil des Klosters besteht aus der Klosterbibliothek, die nicht nur ihren Ursprung im Jahr 764 findet, sondern durch die barocke Inneneinrichtung und die mit stuckverzierten und Deckenbildern geschmückte Anlage zum Gesamtkunstwerk beiträgt. Die Bibliothek verwahrt nebst vielen Handschriften aus dem Mittelalter auch Hunderte Inkunabeln und Folianten, die in Schweinsleder gebunden sind. Erhalten und Unterhalten wird die Bibliothek von der Abtei Ottobeuren und dem Freistaat Bayern. Außer zu einer Besichtigung beim Klosterbesuch ist die Benutzung der Räume nur nach schriftlicher Anmeldung und Genehmigung möglich.
Klosterkirche Ottobeuren
Die spätbarocke Basilika wurde als Klosterkirche in den Jahren 1737 – 1766, mit einer ungewöhnlichen Nord-Süd-Ausrichtung erbaut. Kuppel- und Deckenfresken sowie Altarbilder und Stuckarbeiten gehören zur prunkvollen Ausstattung der Klosterkirche, wobei der Mittelpunkt der Kirche das romantische Kruzifix darstellt. 1926 wurde die Klosterkirche von Papst Pius XI zur päpstlichen Basilika erhoben. Seit 1945 finden in der Klosterkirche und im Kaisersaal klassische Konzerte, teilweise mit weltberühmten Dirigenten wie Herbert von Karajan und Leonard Bernstein, statt. Die Konzerte sind zumeist Benefizkonzerte zugunsten des Deutschen Aussätzigen-Hilfswerkes. Besonders sehenswert ist neben dem Kirchenraum selbst auch das Chorgestühl. Die Reliefs stammen von Johann Josef Christian, die Fresken von Johann Jakob Zeiller und seinem Vetter Franz Anton Zeiller.
nach obenSchloss Neuschwanstein
Oberhalb von Hohenschwangau, in der Nähe von Füssen, thront das prachtvolle Schloss in idyllischer Lage. König Ludwig II lies 1869 das Schloss erbauen, was heute zu den meistbesuchten Schlössern Europas gehört. Leider verstarb der König bereits einige Monate nach der Fertigstellung. 1886, nach dem Tod des Königs, wurden die Tore für die Allgemeinheit geöffnet. In den Sommermonaten drängen sich täglich bis zu 10.000 Menschen durch die Räume des damaligen Königs, die niemals – wie das ganze Schloss- der Öffentlichkeit zugänglich sein sollten. Durch die Einnahmen der Eintrittsgelder gelang es, im Jahr 1889 die Schulden des Baus auszugleichen.

Schloss Neuschwanstein | ©: Helmut H. Kroiss auf Pixabay
Heute sind unter anderem auch Sicherheitsgründen nur Besichtigungen im Rahmen einer halbstündigen Führung möglich. Eintrittskarten sind sowohl online als auch vor Ort erhältlich. Eine Voranmeldung wird empfohlen da ansonsten bei unangemeldetem Besuch einige Stunden Wartezeit mit einkalkuliert werden muss.
Ein Hauptwerk des Historismus
Auch wenn Architekturkritiker das Schloss häufig als kitschig ansahen, gilt die Architektur des Schlosses als typische Architektur des 19. Jahrhunderts und zählt heute zu den Hauptwerken des Historismus. Durch die Erkenntnisse und Errungenschaften des 19 Jahrhunderts werden Formen der Romantik, der Gotik und der byzantinischen Kunst miteinander vereint, während die in Luftmalerei dargestellten Figuren auf die regionalen Allgäuer Traditionen verweisen. Sowohl die Architektur als auch die Innenausstattung sind vom Eklektizismus des 19. Jahrhunderts geprägt.
Insgesamt sollte das Schloss bei Fertigstellung über 200 verschiedene Räume zählen. Neben Thronsaal und zahlreichen anderen Sälen schaffte das Schloss für den König auch kleinere Wohnräume. Die königlichen Räume wirken auf die Besucher der heutigen Zeit eher modern, was nicht zuletzt der doch eher kleineren Räume zugeschrieben wird. Selbst eine Hauskapelle lässt im dritten Obergeschoss, wo sich die Räume des Königs befinden, antreffen. Sie wurde, wie auch das Ess- und Schlafzimmer in der Neugotik gestaltet, und ist die dem Namenspatron des Bauherren geweihte Hauskapelle.
nach obenSpecial Tipps
Gerade im Winter kann man bei Spirit of nature und anderen Anbietern nicht nur einen Schneeschuhausflug mit Iglubau und Übernachtung erleben, sondern auch der Welt des Wintercanyoning erleben. In Begleitung von fachkundigen und erfahrenen Trainern wird sich an Wasserfällen abgeseilt oder über Seilrutschen die andere Uferseite erklommen während man Einblicke in bizarre Naturschauspiele aus Eis und Schnee bekommt.
Wem zwar das Romantische an diesem Ausflug zusagt aber es lieber stilecht genießen möchte kann zum Candlelight Dinner in die Tropfsteinhöhle Schulerloch reisen. Hier wird inmitten alter bayrischer Geschichte und Tradition bei Kerzenschein das 4–Gänge–Menü an einem festlich gedeckten Tisch serviert. Einige Showeinlagen warten zwischen den einzelnen Gängen auf die Teilnehmer des Abends, die mit einer beeindruckenden Lichttechnik bei der Abschlussshow verabschiedet werden. Für das etwa dreistündige Vergnügen sollte jedoch unbedingt an warme Kleidung gedacht werden.
Unter dem Motto „Alles Käse“ können Urlauber in die hohe Kunst der Käseherstellung reinschnuppern. In Oberstaufen erhält man so sein eigenes Käsediplom nach etwa 3 Stunden in der Hand. In der ersten und bisher einzigen Käseschule stellt jeder Besucher seinen Käse selbst her und hält diesen nach ungefähr 2 ½ Stunden auch in den eigenen Händen.
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