Cornwall

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Cornwall    Quelle: Augustine / pixelio.de

Cornwall ist die südwestlichste Grafschaft von Großbritannien. Informationen über die ersten Besiedelungen Cornwalls können bis in die Altsteinzeit zurückverfolgt werden. Die ersten Bewohner entstammten der Megalithkultur, die die Hünengräber bei Bodmin und Penwith hinterließen. Es folgten die Kelten, Römer und schließlich im Jahre 1072 die Besetzung durch Wilhelm den Eroberer. König Edward III. von Großbritannien machte Cornwall schließlich zu einer englischen Grafschaft, jedoch mit einem gewissen Sonderstatus. Die Bewohner erhielten sich ihre Sprache und die Identität noch über einen sehr langen Zeitraum. Die Sprache der Einwohner, das so genannte Kornisch, ist eine keltische Sprache. Es ist überliefert, dass die Sprache Ende des 18. Jahrhunderts als Muttersprache ausgestorben ist. Inzwischen gibt es in Cornwall wieder Bemühungen, die ursprüngliche Muttersprache wiederzubeleben und den Einwohnern wieder näher zu bringen.

Im Gegensatz zum Rest von England ist in Cornwall ebenfalls noch der Einfluss der Kelten auch heute noch gut erkennbar. Eine weitere Besonderheit ist, dass Cornwall im Mittelalter als einziger Teil des heutigen Englands nicht von den Angelsachsen besiedelt war, sondern weiterhin keltisch blieb. Im Jahr 1858 entbrannte ein Streit über die Küstengewässer zwischen Cornwall und der englischen Krone, infolge dessen Sir George Harrison äußerte, Cornwall solle zukünftig als extraterritorialer Pfalzstaat gelten. Heute wird Cornwall aus verwaltungstechnischen Gründen dennoch als Grafschaft von England behandelt.

Touristen schätzen an der Halbinsel vor allem die schöne Landschaft, die vor allem durch die im deutschen Fernsehen ausgestrahlten Romanverfilmungen von Rosamunde Pilcher bekannt wurde. Nach der ersten Ausstrahlung gab es einen wahren Ansturm von Touristen auf Cornwall. Doch nicht nur die in Cornwall geborene Schriftstellerin Rosamunde Pilcher wählte als Handlungsort ihrer Bücher ihre Heimat. Auch Daphne du Maurier, die einen großen Teil ihres Lebens in Cornwall verbrachte oder Virginia Woolf, die der schönen Grafschaft zwei ihrer Romane widmete, ließen sich von Cornwall inspirieren. Denn die wunderschöne Landschaft mit den Steilküsten, den feinen Sandstränden und der unberührten Natur sowie das milde mediterrane Klima locken jedes Jahr viele Touristen nach Cornwall. Dabei wurde die Halbinsel erst in den letzten Jahren auf Tourismus ausgelegt und beispielsweise Minen, die noch aus der glorreichen Bergbauzeit übriggeblieben sind, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Jahr 2003 verzeichnete Cornwall 5 Millionen Touristen. Die meisten davon kommen immer noch aus Großbritannien. Zwei weitere wichtige Einnahmequellen sind neben dem Tourismus und seit dem Niedergang der Fischerei und des Bergbaus der Dienstleistungssektor und die Landwirtschaft. Besonders der Dienstleistungssektor soll in Zukunft weiter ausgebaut werden und für mehr Arbeitsplätze sorgen.

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Boscastle

Der kleine Fischerort Boscastle an der Nordküste Cornwalls liegt in der Gemeinde Forrabury in einem Tal an der Mündung der drei Flüsse Jordan, Valency und Paradise. Mit gerade einmal 888 Einwohnern (Stand von 2001) zählt Boscastle zu den überschaubaren Ortschaften in Cornwall. Das kleine Städtchen wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Nach seiner Blütezeit als Hafenstadt sind heute jedoch nicht mehr viele Einwohner übrig geblieben. Dennoch kann man es als sehenswerten Ort in Cornwall bezeichnen, denn neben dem Hafen, der im Jahr 1584 erbaut wurde, sind auch noch viele der kleinen Steinhäuschen erhalten. Ein weiterer Anziehungspunkt ist die wunderschöne Landschaft rund um den kleinen Ort, die kleine Hügel und Flüsse zu einem faszinierenden Bild verbindet.

Die Landschaft animierte schon Thomas Hardy, einen der größten Dichter des 19. Jahrhunderts, zu vielen seiner Gedichte. Einen großen Teil der Landschaft kann man auch heute noch an der Küste oder auch im Hinterland um Boscastle bewundern. Die Haupteinnahmequelle von Boscastle ist, nicht zuletzt auch wegen der wunderschönen Landschaft, der Tourismus. Rund um den kleinen, malerischen Hafen hat sich der Ortskern im elisabethanischen Stil entwickelt. Der Hafen wurde vor allem für den Transport von Schiefer aus den Steinbrüchen in der Nähe genutzt, und das auch noch bis ins 19. Jahrhundert.

Große Teile des kleinen Städtchens sowie Teile der Umgebung und der Hafen werden heute vom so genannten „National Trust“ (National Trust for Place of Historic Interest or Natural Beauty, auf Deutsch etwa National Treuhandschaft für Orte von historischem Interesse oder von Naturschönheit) betreut und instand gehalten. Ebenfalls sehenswert ist das „Museum of Witchcraft“, das die größte Sammlung der Welt von Gegenständen, die mit Magie und dem Wicca-Kult in Verbindung gebracht werden, beherbergt. Das Museum wurde ursprünglich im Jahre 1951 auf der Isle of Man gegründet, bevor es im Jahre 1960 nach Boscastle umzog. Im Süden von Boscastle kann man die Ruinen von Bottreaux Castle besichtigen. Die Burg wurde im 11. Jahrhundert gegründet und ist für Namensgebung des kleinen Örtchens verantwortlich. Ein Großteil der Burg wurde im 16. Jahrhundert abgerissen, damit man die Steine für den Neubau der Häuser benutzen kann.

In unmittelbarer Reichweite liegen außerdem die Ruinen von Tintagel, einer Burg, die noch bis heute mit der Sage um König Artus in Verbindung gebracht wird. Ein Ort mit sehr großer Anziehungskraft für Touristen ist das so genannte High Cliff. Diese Klippe hat eine Höhe von 221 Metern und ist damit die höchste Klippe in Cornwall.

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Bude

Die Stadt Bude (Einwohnerzahl im Jahre 2001: 5980) befindet sich ebenfalls nahe der Atlantikküste im Norden Cornwalls an der Grenze zum County Devon im Südwesten von England. Mitten durch den Ort fließt der Fluss Neet. Dank dieses Flusses hat sich Bude an beiden Ufern des Neet zu einem beliebten Ferienziel entwickelt. Dazu trugen auch die an beiden Seiten der Flussmündung entstandenen Sandstrände bei.

Die Bebauung durch übermäßig viele Ferienhäuser und Hotels und die befürchtete „Zersiedelung“ hat sich jedoch in Grenzen gehalten. Während der Regierungszeit von Königin Victoria, also etwa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, entdeckte die Mittelklasse der englischen Bürger ihre Leidenschaft für das Baden im Meer und die Küsten für sich. Die Epoche zeichnet sich durch einen romantische Verklärtheit der Menschen aus, die sich in der Begeisterung für die wilden Landschaften Cornwalls und die Artus-Legende äußerte. Trotz dieser Berühmtheit konnte Bude den Touristenzielen Newquay oder Devon nicht das Wasser reichen. Die Berühmtheit von Bude reichte trotzdem aus, um die Bahngesellschaft London and South Western Railway zu einer Ausweitung des Schienennetzes bis Holsworthy zu animieren, was dem Tourismus in dieser Region noch einmal einen Aufschwung brachte.

Die letzten Wegmeilen legten die Touristen normalerweise mit einer Pferdekutsche zurück, bis sie letztendlich in Bude angekommen waren. Zu den Sehenswürdigkeiten von Bude zählt der im Jahre 1825 gebaute Kanal, der auch heute noch parallel zum Neet verläuft. Dieser Kanal diente dem Transport von Sand, der Seetang und Kalziumkarbonat enthielt und dadurch die Qualität des sauren Bodens in der Region verbessern sollte. Um diesen Kanal und die damals für den Transport der Güter benutzten so genannten Tub Boats dreht sich ein großer Teil der Ausstellung im Bude-Stratton Town Museum, das man auf jeden Fall einmal besucht haben sollte. In der Nähe des Strandes von Bude hinter dem Museum kann man die Bude Castle besichtigen. Die Burg wurde um 1850 von dem Erfinder und Philanthropen Sir Goldsworthy Gurney erbaut, der in näherer Umgebung von Bude gelebt und den Begriff des Viktorianischen Zeitalters entscheidend geprägt hat.

Zusammen mit dem Nachbarort Stratton bildet Bude zwar eine Kommune, die beiden Städte unterscheiden sich allerdings schon durch die unterschiedlichen Ortsbilder. Ebenfalls wichtig für die Geschichte der Stadt ist der historische Pub „The Three Inn“, der sich in dem Gebäude befindet, in dem während des Englischen Bürgerkriegs die Royalisten ihr Hauptquartier hatten. Der Befehlshaber der Royalisten fiel kurz darauf und wurde in der Kirche von Kilkhampton beigesetzt.

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Falmouth

Falmouth ist eine kleine Hafenstadt an der Südküste von Cornwall. Die Stadt wurde im Jahr 1613 von Sir John Killigrew gegründet. Etwa 70 Jahre vorher, im Jahr 1540, wurde bereits die Festung Pendennis Castle durch Heinrich VIII. errichtet, um die Carrick Roads, die langgestreckte Meeresbucht in Cornwall, zu verteidigen. Die Festung war eine der letzten, die sich im englischen Bürgerkrieg den Parlamentsanhängern ergab.

Durch die bestehende Bedrohung durch die Armada Spaniens wurde die Festung durch steile Wallanlagen noch verstärkt. Falmouth ist außerdem bekannt als Ort, in dem die Nachricht vom Sieg Englands und dem gleichzeitigen Tod von Admiral Nelson verbreitet wurde, einem britischen Admiral, der in der Schlacht von Trafalgar ums Leben kam. Im zweiten Weltkrieg diente Falmouth als Ausgangspunkt für eine Kommandotruppe, die im Jahre 1942 den deutschen U-Boot-Stützpunkt in Saint-Nazaire in Frankreich zerstörte.

Sehr bekannt ist der Hafen von Falmouth, für den die Stadt auch berühmt ist. Dieser Hafen ist zusammen mit der Bucht, den Carrick Roads, der drittgrößte Naturhafen der Welt. Des Weiteren starteten unter anderem Sir Franics Chichester und Dame Ellen MacArthur ihre Versuche, die Welt zu umsegeln, in Falmouth. Leider hat Falmouth inzwischen als Hafenstadt sehr an Bedeutung verloren, jedoch sind der Hafen und die angrenzende Werft noch immer ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft in der kleinen Stadt. Weitere Beiträge zum Wirtschaftsleben liefert das University College in Falmouth. Die Schule bietet Studiengänge in Kunst, Medien und Design und zieht Studenten aus der ganzen Welt nach Cornwall. Die Haupteinnahmequelle ist und bleibt allerdings der Tourismus. Wen wundert es angesichts der wunderschönen Landschaft und der hübschen kleinen Häuschen im gregorianischen Stil, dass Falmouth und auch Cornwall als Ganzes immer wieder Touristen anzieht?

Die kleinen Häuschen sind inzwischen fast vollständig in Pensionen und Hotels umgebaut worden und auch die fünf kleinen Strände, die sich in der kleinen Stadt befinden, tragen dazu bei, dass der Tourismus in Falmouth inzwischen eine sehr große Rolle spielt. Wer als Tourist hierher kommt, der sollte sich unbedingt das National Maritime Museum Cornwall, das im Jahre 2003 eröffnet wurde, sowie die oben bereits beschriebene Festung Pendennis Castle ansehen. Die Festung ist inzwischen im Besitz der „English Heritage“, einem Staatsorgan Großbritanniens, das sich der Pflege und Erhaltung von archäologisch und historisch bedeutsamen Stätten in ganz Großbritannien verschrieben hat. Ebenfalls sehenswert ist die Pflanzenwelt von Cornwall, die durch das schon fast mediterrane Klima, für das der Golfstrom verantwortlich ist, besonders üppig und gut gedeiht.

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Padstow

Padstow ist ein Hafenstädtchen im Norden von Cornwall und außerdem der Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde. Im Jahre 2001 hatte die Stadtgemeinde 3162 Einwohner. Durch die Lage am Mündungstrichter des Camel ist Padstow stark von den Gezeiten abhängig. Bei Ebbe sind die Sandbänke sichtbar und Schiffe können den kleinen Hafen selbst in der Fahrrinne nicht anlaufen. Eine Untiefe, die an der Mündung des Camel in den Atlantik liegt, ist schon vielen Schiffen zum Verhängnis geworden. Das Klima in Padstow ist, ähnlich wie überall in Cornwall, ein gemäßigtes Mittelmeerklima, das für milde Winter sorgt. Durch dieses Klima ist es allerdings auch das ganze Jahr über recht feucht. Der Ort Padstow wurde etwa um 2000 v. Chr. geschichtlich erwähnt, als sich die Glockenbecherkultur, eine endneolitische Kultur, in Cornwall ausbreitete.

Man hat Grabkammern in der Nähe von Trevone gefunden, die von Anhängern dieser Kultur angelegt wurden. Für Touristen, die nach Padstow kommen, gibt es eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch wert sind. Hierzu gehört zuallererst die St. Petroc’s Church, die dem Heiligen Petroc geweiht ist, der im 6. Jahrhundert hier gelebt hat. Petroc wird heute von den Einwohnern als Heiliger verehrt, er kam jedoch als einfacher Missionar nach Padstow und gründete dort ein Kloster, um von dort aus die Missionierung des Südwestens zum Christentum zu betreiben. Direkt neben dem Kirchturm befindet sich das Mausoleum der Familie Prideaux-Brune, die bereits in der 14. Generation in Padstow angesiedelt sind. Den jetzigen Hausherrn, Peter Prideaux-Brune, kann man als Statist in jedem Rosamunde-Pilcher-Film sehen, da er seinen Landsitz, den Prideaux Place immer wieder für Filmarbeiten zur Verfügung stellt.

Eben dieser Landsitz kann jedoch auch im Rahmen von Führungen besichtigt werden, bei denen Peter Prideaux-Brune durch seinen trockenen britischen Humor überzeugt. Einen Besuch wert ist das kleine Padstow Museum in der Nähe des Hafens. Hier kann man die Geschichte Padstows erleben und eine Sammlung von Artefakten aus den letzten zwei Jahrhunderten bestaunen. Das Museum wurde im Jahr 1971 von Bewohnern des kleinen Städtchens unter der Leitung des pensionierten Bootsbauers Bill Lindsay gegründet. Ebenfalls berühmt geworden ist Padstow für seine Festivals wie das Obby Oss Festival (eigentlich Hobby Horse, bzw. kornisch Hobihors, was so viel wie Steckenpferd bedeutet) oder den Mummer’s Day. Am Mummer’s Day ziehen die Einwohner am zweiten Weihnachtstag und am Neujahrstag mit schwarz bemalten Gesichtern durch die Stadt und singen Minstrel-Lieder. Dieser Brauch stammt noch vom heidnischen Yule (dem Mitwinterfest), das in Cornwall weit verbreitet war.

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Penzance

Die Stadt Penzance liegt an der Mounts Bay, einer Atlantikbucht zum Eingang des Ärmelkanals. Den Namen verdankt die Bucht dem St. Michael’s Mount, der ebenfalls dort zu finden ist. Im Jahr 2001 zählte die Stadt etwa 20.200 Einwohner und war bis zu seiner Auflösung im Jahr 2009 der Verwaltungssitz des Districts Penwith. Durch das angenehme Atlantikklima und durch den Golfstrom gedeiht in Penzance eine reiche, teilweise subtropische Vegetation. Cordylinen und neuerdings wachsen sogar Kanarische Dattelpalmen in vielen Gärten und zieren das Stadtbild entlang der Strandpromenade. Die Haupteinnahmequelle in Penzance und Umgebung ist immer noch der Tourismus, auch wenn die Stadt früher einer der wichtigsten Exporthäfen für Zinn war.

Die vielen sehenswerten Terrassen und Plätze in Penzance wurden im Stil des frühen 19. Jahrhunderts überwiegend unter Georg IV angelegt. Durch die tropischen und subtropischen Pflanzen, die überall gedeihen können, bezeichnet man Penzance auch als die „Riviera Cornwalls“. Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen unter anderem das Penlee House, das ein Museum und Kunstgalerie beherbergt. Hier werden unter anderem die wichtigsten Werke von Vertretern der Newlyn School, einer Künstlerkolonie, die sich früher in der Gegend befand, ausgestellt.

Ein toller Zeitvertreib sowohl für Touristen als auch für die Bewohner der Stadt ist das so genannte Jubilee Bathing Pool. Das Freibad wurde 1935 südlich des inneren Hafens im Stil eines Lido direkt ins Meer gebaut und ist eines der Exemplare, die in Großbritannien am besten erhalten sind. Beeindruckend ist auch die bereits oben erwähnte Strandpromenade, die vom Jubilee Bathing Pool bis zum Newlyn Harbour, einem wichtigen Fischereihafen mit großer Flotte für Hochseefischfang verläuft. Der Newlyn Harbour ist ebenfalls einen Besuch wert. Ebenfalls erwähnt werden sollten das Market House und das Egyptian House. Das Market House ist ein Gebäude mit einem wunderschönen Kuppeldach, das aus dem 19. Jahrhundert stammt und am Schnittpunkt der beiden Hauptstraßen von Penzance steht.

Das Egyptian House ist im Jahr 1836 von John Lavin gebaut worden und schon alleine durch seinen ägyptischen Stil ein echter Hingucker. Die Morrab Gardens, einer der Stadtparks mit einem großen Bestand an alten subtropischen Bäumen und wunderschönen großen Rasenflächen lädt zum Verweilen und Staunen ein.

Opernfreunde dürften den Namen Penzance möglicherweise wieder erkennen. Die Stadt erlangte einige Berühmtheit durch die Oper „The Pirates of Penzance, or The Slave of Duty“, die erstmalig 1879 in Penzance aufgeführt wurde. Die letzte Revival-Aufführung dieser Oper fand am 28. November 1982 im Minskoff Theatre in New York statt.

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The Lost Gardens of Heligan

Der bekannteste botanische Garten Großbritanniens, die „Lost Gardens of Heligan“ liegt in der Nähe von Mevagissey. Heligan ist ein kornisches Wort, das so viel wie Weidenbaum bedeutet. Der Garten war einmal ein Teil des Anwesens der Familie Tremayne. Die Geschichte dieses beeindruckenden Anwesens reicht bis in 12. Jahrhundert zurück.

Es wechselte zweimal den Besitzer, bis es im Laufe der Tudorzeit in den Besitz der Familie Tremayne gelangte, die die Gärten zwischen 1780 und 1790 so herrichten ließ, wie sie heute noch besichtigt werden können. Der Niedergang des Anwesens begann im ersten Weltkrieg, als die bis zu 22 beschäftigten Gärtner eingezogen wurden und das Haus als Erholungsheim für britische Offiziere diente. Nach dem Ende des Krieges sah sich die Familie Tremayne nicht mehr in der Lage, das Anwesen zu unterhalten und vermietete es an eine befreundete Familie. Diese jedoch sah sich außerstande, den Garten instand zu halten, wodurch diese komplett verwilderten. Während des zweiten Weltkrieges wurde das Anwesen von den Amerikanern besetzt, die ihre Landung in der Normandie hier vorbereiteten, planten und übten.

Ende der 1970er Jahre wurden Teile des Hauses als Wohnungen zum Verkauf angeboten, der Garten selbst blieb jedoch im Besitz der Familie und wurde 1990 an John Willis vererbt. Dieser begann mit dem Archäologen Tim Smit und seinem Freund John Nelson im Jahre 1991 mit einer ganzen Armee von Gartenbauexperten und vielen freiwilligen Helfern, den Garten in den Zustand zu versetzen, wie er während der viktorianischen Zeit war.

Offenbar waren John Willis und seine Helfer sehr erfolgreich, denn im Jahre 1999 wurden The Lost Garden of Heligan zum Garten des Jahres gewählt. Etwa seit dieser Zeit kommen jährlich 300.000 Besucher. Der ehemals verwilderte Garten ist nun einer der meistbesuchten Gärten von ganz Großbritannien und in einer eher strukturschwachen Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber.

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Minack Theatre, Porthcuno

Das Minack Theatre wird der Einfachheit halber auch als „The Minack“ bezeichnet. Es handelt sich um ein Freilichttheater an der Südküste von Cornwall. Das besondere und einzigartige an diesem Theater ist, dass es in einen Felsenabhang direkt am Meer in der Nähe von Porthcuno gebaut wurde. The Minack ist angelehnt an das kornische Wort meynek, was so viel bedeutet wie felsiger Ort. Das Theater liegt in unmittelbarer Umgebung der Landzunge Land’s End.

Das Theater entstand als Idee und Lebenswerk der Einwohnerin Rowena Cade. Diese kaufte das Gelände am Meer in den 1920er Jahren für etwa 100 Pfund und lebte zunächst in einem Haus, das sie sich selbst gebaut hatte. Als ihr zu Ohren kam, dass ein örtliches Theaterensemble Klassiker wie den Sommernachtstraum von Shakespeare auf einem Feld in der Nähe aufführte, bot sie den Schauspielern spontan an, in ihrem Garten aufzutreten. In anstrengender Kleinarbeit legte Rowena Cade zusammen mit ihrem Gärtner eine Bühne und Sitzplätze in ihrem Garten an.

Der Sommernachtsträum der örtlichen Schauspielergruppe wurde Anfang der 1930 Jahre aufgeführt und wurde ein Riesenerfolg. Den Rest ihres Lebens widmete Rowena Cade dem Ausbau ihres Theaters und wurde dabei von ihrem Gärtner sowie einem von dessen Freunden immer unterstützt. Auch ehrenamtliche Helfer fanden sich später ein, um beim Ausbau des Theaters zu helfen. Dabei fanden die Ausbauarbeiten im Winter statt, damit im Sommer die Stücke aufgeführt werden konnte. Im Jahre 1976 wurde das Theater als Stiftung anerkannt.

Als Rowena Cade 1983 starb, hinterließ sie viele Pläne für den weiteren Ausbau, die jedoch noch darauf warten, umgesetzt zu werden. Auch heute noch werden in dem Theater in der Zeit zwischen Juni und September Stücke aufgeführt. Die Ensembles kommen aus Großbritannien und den USA. Traditionell beruft man sich auf die Anfänge des Theaters und führt überwiegend Stücke von William Shakespeare auf.

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Merry Maidens

Bei den Merry Maidens handelt es sich um einen Steinkreis aus der Bronzezeit. Der Kreis ist etwa 3000 bis 4000 Jahre alt und liegt südlich von Penzance zwischen St. Buryan and Lamorna. Die Gegend ist bekannt für ihre Megalithanlagen. Alleine in der Umgebung der Merry Maidens kann man neun weitere solcher Anlagen besichtigen. Die Merry Maidens bestehen aus 19 Megalithen, die etwa 1,20 Meter hoch sind und einen nahezu perfekten Kreis mit einem Durchmesser von 24 Metern darstellen.

Ein anderer Name für den Steinkreis lautet „Dawn’s Men“, wobei der Ausdruck nicht von dem Sonnenaufgang (Dawn) kommt, sondern aus dem Cornischen, was so viel wie Steintanz (dans maen) bedeutet. Einer Sage nach kamen die Merry Maidens (die fröhlichen Jungfrauen) zu ihrem Namen, weil 19 Jungfrauen in Stein verwandelt wurden, als sie sich an einem heiligen Sonntag beim Tanz vergnügt hatten. Auch die Dudelsackspieler wurden versteinert und stehen als die Pipers etwa 300 Meter von dem Steinkreis entfernt. Bei den Pipers handelt es sich um zwei Menhire von etwa 3 Metern Höhe.

Die Legende entstand während der Christianisierung von Cornwall im 6. oder 7. Jahrhundert. 1769 wurde der Steinkreis durch Forscher William Borlase erfasst, der von einem zweiten ähnlichen Steinkreis berichtete. Der Urenkel von William Borlase, William Cope

land Borlase, fertigte 1872 eine Beschreibung des gesamten Districts und eine Übersicht an. Diese Beschreibung enthielt schon mehr Details als die aus den Forschungen seines Urgroßvaters. Der zweite Steinkreis, den William Borlase gesehen hatte, enthielt zu diesem Zeitpunkt nur noch rund sieben Steine und verschwand am Ende des 19. Jahrhunderts ganz. Heute geht man davon aus, dass es ursprünglich 18 Menhire waren und der Steinkreis beim Versuch einer Rekonstruktion durch neue Steine ergänzt wurde, die nicht in der korrekten Anzahl und an der korrekten Position aufgestellt wurden. Auch der Standort der Steine wurde verändert.

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Trebah

Trebah liegt an der Mündung des Helford River, acht Kilometer südlich von Falmouth. Der Name bedeutet übersetzt „Das Haus an der Bucht“. Die Gartenanlage hat eine Fläche von etwa 11 Hektar; es handelt sich dabei um einen Schluchtgarten, was bedeutet, dass er in einem Einschnitt zwischen steilen Hügeln liegt. Durch das mediterrane Klima in Cornwall bietet der Garten eine üppige Vegetation an tropischen und subtropischen Pflanzen, für deren Aufzucht dank des Golfstroms kein Gewächshaus benötigt wird. Agaven, Yuccapalmen und Bambus sind in Trebah keine Seltenheit und auch die Ansicht eines Rhododendrons ist im Süden Cornwalls schon selbstverständlich geworden.

Trebah fand das erste Mal urkundliche Erwähnung im Jahre 1086 als Besitz des Bischofs von Exeter. Bis die Familie Fox Trebah und den Nachbargarten Glendurgan im Jahr 1831 kaufte, war das Anwesen immer wieder im wechselnden Besitz von Gutsherren aus Cornwall.

Das Familienoberhaupt, Charles Fox, benutzte Trebah als Lustgarten und legte persönlich die Position eines jeden Baumes fest. Im Jahre 1907 verkaufte die Familie Fox das Anwesen an die Familie Hext, die den Garten erweiterte. Nach dem Tod von Alice Hext im Jahr 1939 wurde das Anwesen unterteilt und in Parzellen verkauft. Die Parzelle, die das Haus und den Garten enthielt, wechselte mehrfach den Besitzer, bis Tony und Eira Hibbert diese Parzelle erwarben, um sich dort für ihr Alter niederzulassen. Doch sie ließen sich überreden, den Garten wieder herzurichten, anstatt einfach nur ihren Lebensabend hier zu verbringen. Das Projekt wurde zunächst auf drei Jahre festgelegt, jedoch dauerte es insgesamt 22 Jahre und immer noch ist der Garten nicht vollständig wieder hergerichtet. 1987 wurde der Garten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis 2000 stieg die jährliche Anzahl von Besuchern auf 105.000. Damit das auch so bleibt, haben die Hibberts den Garten der Trebah Garden Trust übergeben, der die Anlage verwaltet und ordentlich hält.

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Tintagel Castle

Tintagel Castle liegt auf einer Halbinsel an Cornwalls Westküste, in der Nähe des gleichnamigen Dörfchens. Die Burg ist durch eine Landzunge mit dem Festland verbunden. Schmale Zugänge erschweren das Betreten der Burg. Tintagel Castle wird vielerorts mit der Artussage in Verbindung gebracht. Es wurden viele Ausgrabungen an der Ruine von Tintagel Castle durchgeführt.

Zwar gibt es keine Hinweise auf eine Besiedelung in vorrömischer oder römischer Zeit, jedoch darauf, dass während der römischen Zeit eine Handelsroute an Tintagel vorbeiführte. Darauf deuten zwei römische Meilensteine hin, die in der Umgebung gefunden wurden. Später stand zunächst die Suche nach einer Verbindung zu König Artus im Vordergrund, jedoch bildete sich in den 1930er Jahren die Meinung der Archäologen aus, dass es sich um eine frühchristliche keltische Klosteranlage aus dem 5. bis 8. Jahrhundert handelte. Grabungen, die zwischen 1990 und 1999 durchgeführt wurden, lassen jedoch eher darauf schließen, dass es sich bei Tintagel Castle um einen bedeutenden Fürstensitz handelt, der ab der Mitte des 5. bis hin zum Anfang des 7. Jahrhunderts genutzt wurde. Ein Stück Schiefergestein, das im Jahre 1998 ausgegraben wurde, liefert Hinweise darauf, dass die lateinische Schrift in Südengland noch fortbestanden. Im Hochmittelalter, etwa um 1230 herum wurde die Anlage errichtet. Die Gründe kann man nur erahnen, man nimmt jedoch an, dass die Burg erbaut wurde, als die Artussage in Großbritannien die Runde machte.

Die Burg liegt weit abseits von Handelswegen und Schifffahrtsverbindungen, so dass es sich definitiv nicht um einen strategisch günstigen Ort für eine Verteidigungsanlage handelt. Die schmalen Mauern der Burg hätten einem Angriff nicht standhalten können und hatten einen repräsentativen Charakter. Der Erbauer der Burg, Richard von Cornwall, hatte durch den Bau der Anlage wohl nur im Sinn, sich mit dem beliebten König Artus auf eine Stufe zu stellen und seinen Anspruch auf den Thron zu untermauern.

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Aktivitätsmöglichkeiten in Cornwall

Tauchen

Es ist bisher nur wenigen Tauchern bekannt, dass sich rund um die Küsten Cornwalls ein großer Schiffsfriedhof erstreckt. Etwa 3500 Schiffswracks, vom antiken Segelschiff bis hin zum U-Boot sind bis heute registriert worden und bieten ein beeindruckendes Zeugnis der Gefahren, die rund um die Küste und in den Riffen lauern.

Surfen

Vergessen Sie Hawaii und Australien. Einige der schönsten Surfreviere bietet die Küste von Cornwall mit Stränden wie dem Strand bei Polzeath oder der malerischen Kulisse rund um den Sennen Cove. Sich für ein Gebiet zu entscheiden, fällt schwer. Anfänger sollten sich auf jeden Fall erst einmal in einer der vielen Surfschulen vorstellen, denn die Küste von Cornwall ist nicht so einfach zu bewältigen. Wenn man allerdings das erste Mal eine Welle gestanden hat, wird einen die Liebe zum Surfen nicht wieder loslassen.

Segeln

Wer beim Wassersport nicht komplett nass werden möchte, kann sich statt auf Tauchen oder Surfen ja auch aufs Segeln konzentrieren. Auch das ist in Cornwall kein Problem. Durch die Nähe zum Atlantik ist der richtige Wind keine Mangelware. Wer sich nicht sofort auf das offene Meer hinauswagt, kann sich ja erst einmal in den Flussmündungen der Grafschaft versuchen. Die Segelschulen von Cornwall haben für Anfänger und Fortgeschrittene immer das richtige Angebot. Und wer sich bereits sicher und erfahren genug fühlt, ist herzlich eingeladen, einem der Segeltörn teilzunehmen, die regelmäßig von den Segelschulen veranstaltet werden.

Wakeboarden

Eine noch recht neue und unbekannte Sportart ist das Wakeboarden. Doch in Cornwall ist dieser Trend bereits angekommen und kann unmittelbar an den Küsten direkt vor Ort gebucht werden. Erleben Sie den Adrenalinkick, den diese spannende Sportart mit sich bringt.

Reiten

Und wer sein Glück immer noch auf dem Rücken der Pferde findet, für den bietet Cornwall ein paar malerische Strände, an denen man zu Pferd entlangreiten kann. Die kornische Landschaft lässt sich nicht besser erkunden. Und für Anfänger gibt es natürlich auch Reitschulen, in denen man sein Wissen auffrischen oder komplett neu lernen kann. Was sportliche Aktivitäten betrifft, gibt es in Cornwall nicht, was unmöglich wäre.

Mountainbiking und Fahrradfahren

Durch die vielen verschiedenen Landschaften ist Cornwall eine echte Herausforderung für Fahrradfahrer. Meistens geht es dabei recht gemütlich zu und man radelt ganz gelassen durch kleine malerische Dörfer, die über die ganze Grafschaft verteilt sind. Wer etwas mehr Adrenalin mag, der kann sich auf einem der vielen Mountainbikestrecken versuchen, die die Forestry Commission über die ganze Weite Cornwalls verteilt hat.

Spezialtipps

Sagen und Legenden

Neben den wunderschönen Gärten und den sportlichen Herausforderungen ist Cornwall vor allem für eins bekannt: seine Sagen und Legenden. Die eher unbekannte Seite Großbritanniens führt den interessierten Besucher zu kuriosen Veranstaltungen, Spukhäusern und an allen Ecken findet man Menschen, die immer noch an die alten Sagen und Legenden glauben. Dies liegt wahrscheinlich an dem keltischen Einfluss, der auch heute noch an manchen Stellen sehr auffällt.

Unterkunft

Egal, ob als Familie oder alleine, Cornwall bietet für jede Situation und für jeden Geldbeutel die richtige Unterkunft. Vom Palast bis hin zum einfachen Zelt ist hier alles möglich. Allein schon wegen der Gastfreundschaft der kornischen Hoteliers ist Cornwall immer eine Reise wert.

Essen und Trinken

Wer das Vorurteil, dass die britische Küche ungenießbar ist, immer noch mit sich herumträgt, der wird in Cornwall eines Besseren belehrt. Die berühmten Pasteten, die Cornish Pasty, oder den Cornish Cream Tea sollte man bei einem Besuch in Cornwall wirklich einmal probiert haben.

Sehenswertes

Neben den oben bereits beschriebenen Sehenswürdigkeiten muss das so genannte Eden Project noch einmal extra Erwähnung finden. Dabei handelt es sich um einen botanischen Garten, der eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Südengland darstellt. Ein weiterer Hingucker in Cornwall sind definitiv die wunderschönen Sonnenaufgänge.

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