Insel Sylt
Inhaltsverzeichnis
Urlaub auf der Insel Sylt - Faszinierende Natur und Erlebnisse
Direkt vor der Küste von Schleswig-Holstein liegt Sylt, die größte der Nordfriesischen Inseln. Berühmt ist die Insel nicht nur für den etwa 40 Kilometer langen Weststrand und seine Kurorte wie Westerland und Kampen, die schon in der Vergangenheit Treffpunkte für die Reichen und Schönen und die internationale High Society waren. Das größte touristische Kapital ist neben zahlreichen Sehenswürdigkeiten vor allem die wildromantische Natur an der rauen Nordsee.

Leuchtturm in Hörnum auf Sylt | ©: Konrad Wei? - Fotolia
Die Sehenswürdigkeiten von Sylt
Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist mit einer Fläche von mehr als 4.400 Quadratkilometern rund um Sylt der größte deutsche Nationalpark. Das Einmalige: Etwa zwei Drittel seiner Fläche sind vom Meer bedeckt.
Welche Kraft der Wind und die Gezeiten entfalten können, erfahren die Besucher im Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt im Rahmen einer Ausstellung zum Anfassen.
Das Rote Kliff diente den Seeleuten einst als Orientierungsmarke. Heute gehört die markante Steilküste zu den beliebtesten Ausflugszielen auf Sylt. Ganz in der Nähe befindet sich außerdem der höchste Punkt von Sylt, die Uwe Düne. Weil es weit und breit keine höhere Erhebung gibt, offenbart er grandiose Ausblicke über die Nordsee.
Zu den Zeugen aus der Vergangenheit gehören verschiedene Hünengräber wie der Denhoog, die älteste Grabstätte der Insel. Bis heute gibt auch die gigantische Tinnumburg, wohl eine Kultstätte der Germanen, den Besuchern und Forschern Rätsel auf.
Sehenswerte Orte auf Sylt
Der bekannteste Kurort auf Sylt ist Westerland, das errichtet wurde, nachdem Eidum von einer Sturmflut zerstört worden war. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Westerland zu einem Seebad. Legendär ist die Kurpromenade mit der Musikmuschel, in der während der Urlaubszeit Konzerte am Strand stattfinden. Wer die Welt unter Wasser entdecken will, findet im Sylt Aquarium die Wasserwelten aus zwei Kontinenten. Das Highlight: In einem Tunnel erleben die Besucher das Meer von unten.
Keitum war in der Blütezeit des Walfangs lange der reichste Ort auf Sylt. Zwei Museen, die sich der Vergangenheit von Sylt widmen, sind in Keitum zu Hause: das Heimatmuseum und das Altfriesische Haus. Eine Kuriosität am Rande ist Deutschlands nördlichstes Weingut. Dank der zahlreichen Sonnenstunden reifen hier frühe Rebsorten.
Besucher, die mit der Bahn nach Sylt reisen, überqueren vom Festland aus den Hindenburgdamm und kommen im Osten der Insel auf Morsum an. Auch hier finden sie mit dem Morsum Kliff einen besonderen Schatz der Natur, der unter strengem Naturschutz steht.
Der südlichste Ort der Insel ist Hörnum. Besonders faszinieren dürfte die Besucher die Kirche St. Thomas. Der futuristische Bau erinnert an ein Segelschiff und gilt als außergewöhnlichste Kirche auf Sylt.
Seit den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts ist Kampen der Treffpunkt der Künstler auf Sylt. Zeugen des kulturellen Schaffens sind der Aventarius-Park und der Kunstpfad. Dieser wurde zum Gedenken an Künstler errichtet, die einen besonderen Bezug zu Kampen haben.
List ist die nördlichste Gemeinde in Deutschland, ursprünglich einer dänischen Gründung. Die beiden Leuchttürme List West und Ost sind die ältesten Leuchttürme in Deutschland, die aus Gusseisen hergestellt wurden. Der Ellenbogen ist ein Vogelschutzgebiet und ist der nördlichste Punkt Deutschlands.
Die Strände
Berühmt ist Sylt natürlich für seine 40 Kilometer lange Strandküste im Westen der Insel. Die Strände präsentieren sich facettenreich für Familien, Aktivurlauber, Freunde des FKK und Hundehalter. Ein einmaliges Erlebnis versprechen die fünf Strandsaunen auf Sylt. Legendär sind die Partys an den Stränden, die sich oft bis in die Morgenstunden hinziehen. In ist vor allem der Kampener Strand Buhne 16.
Sylt für Aktivurlauber
Sportlich aktive Urlauber können auf Sylt aus dem Vollen schöpfen. Dank des unberechenbaren Windes bieten die vier Golfplätze eine besondere Herausforderung. Grenzenlose Möglichkeiten haben allerdings Wassersportler auf Sylt. Beliebt ist die Insel dank ihrer Windsicherheit vor allem bei Wind- und Kitesurfern und Seglern.
nach obenSehenswürdigkeiten auf Sylt
Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
Seit 1985 existiert mit dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ein touristisches Highlight auf Sylt. Seitdem er 1999 erweitert wurde, reicht der Nationalpark von der Grenze zwischen Deutschland und Dänemark bis zur Mündung der Elbe. Insgesamt erstreckt er sich über eine Fläche von 4.410 Quadratkilometern, womit er der größte Nationalpark Deutschlands ist.
Nur der geringste Teil des Nationalparks liegt an Land und besteht aus Salzwiesen, etwa zwei Drittel sind permanent von Wasser bedeckt, etwa 30 Prozent machen das Watt aus. Meeressäuger und Fische nutzen das Gebiet des Nationalparks zur Aufzucht des Nachwuchses, die Besucher sehen außerdem zahlreiche Brutvögel und Zugvögel, die im Watt alljährlich im Frühling und Herbst Rast machen.
Das Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt
Eine Ausstellung zum Anfassen bietet das Erlebniszentrum Naturgewalten Sylt seinen Besuchern. Ergänzt wird die 1.500 Quadratmeter große Ausstellung von einem 800 Quadratmeter großen Außenbereich, auf dem sich ein Themenspielplatz befindet. Die Ausstellung gliedert sich in vier thematische Stationen:
Zunächst können die großen und kleinen Besucher die Insel Sylt auf einem großen Luftbild von oben betrachten. Von hier aus führt der Weg durch drei weitere Themenbereiche.
Wie Klima und Wetter entstehen, erfahren die Besucher in der zweiten Station. Diese Zusammenhänge entdecken die Gäste von einer Perspektive aus dem Weltraum aus.
Die Überlebensstrategien der Pflanzen und Tiere, die verschiedenen Naturgewalten ausgesetzt sind, werden unter dem Motto "Leben mit Naturgewalten" gezeigt. Zu den Highlights gehört etwa der große Watttunnel.
Welche Kraft Wind und Wasser entfachen können, erfahren die Besucher in "Kräfte der Nordsee". Sie erfahren außerdem, wie Ebbe und Flut entstehen und hören von Zeitzeugen, wie sie Sturmfluten an der Nordsee überlebt haben.
Das Rote Kliff: eine schroffe Schönheit
Zwischen Kampen und Weningstedt liegt das Rote Kliff, eine 52 Meter hohe Steilküste im Westen von Sylt. Das Rote Kliff entstand etwa vor 120.000 Jahren während der Saale-Eiszeit. Wegen seiner markanten roten Farbe, die wohl durch die Oxidation von Eisen entstanden ist, vermutete man im 19. Jahrhundert noch einen Zusammenhang zwischen Sylt und Helgoland. Die dortigen Felsen sind allerdings um einiges älter.
Die markante Küstenlinie diente Seefahrern über Jahrhunderte hinweg als Seemarke. Heute ist das Rote Kliff eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Natur der Insel. Weil sein Bestand von Erosion und Sturmfluten bedroht wird, wird seit 1970 Sand am westlichen Strand aufgeschüttet.
Die Uwe Düne
Die Uwe Düne liegt etwa einen Kilometer vom Kampener Ortskern entfernt. Sie ist mit einer Höhe von 52,5 Metern der höchste Punkt von Sylt und wird in einem Umkreis von 40 Kilometern nicht überragt. Deshalb können die Besucher von der Aussichtsplattform auf dem Gipfel aus den Ausblick über weite Teile der Nordsee genießen.
Denhoog: Steinzeit erleben
Eine Länge von fünf und eine Breite von drei Metern macht den Denhoog in Wenningstedt zum größten steinzeitlichen Grab Schleswig Holsteins. Mit einem Alter von rund 5.000 Jahren ist es zudem die älteste bekannte Begräbnisstätte der Insel. Besucher können hier von April bis Oktober täglich die Steinzeit erleben. Die Öffnungszeiten: montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr.
Das Feuerwehrmuseum
Wie die Feuerwehr einst und heute das Feuer bekämpft, erfahren die Besucher im Feuerwehrmuseum in Keitum. Ausgestellt sind Uniformen und wichtige Werkzeuge aus dem vergangenen Jahrhundert. Feuerwehrleute der Tinnumer, Morsumer, Keitumer und Archsumer Wehren führen die Besucher durch die Ausstellung und berichten von ihrem eigenen Alltag. Geöffnet ist das Feuerwehrmuseum von April bis Oktober dienstags zwischen 10.30 und 13 Uhr.
Die rätselhafte Tinnumburg
Die Tinnumburg bei Tinnum stammt aus der Zeit um Christi Geburt. Es handelt sich dabei um einen 120 Meter durchmessenden Ringwall, der eine Höhe von bis zu sieben Metern erreicht. Welche Funktion die Tinnumburg einst erfüllt hat, gilt bis heute als Rätsel. Sie diente einerseits zum Schutz der Inselbewohner, zum anderen nutzten die Germanen sie als Kultstätte. Die Tinnumburg ist die am besten erhaltene Wallanlage auf Sylt. Während die Rantum-Burg unter Dünen begraben liegt, wurde die Archsum-Burg im Lauf der Geschichte zerstört.
Meerkabarett
Vorhang auf für das Meerkabarett heißt es jeden Sommer in den Abfüllhallen der Rantumer Sylt Quelle. Kabarettisten, Musiker und Comedians aus ganz Deutschland nutzen diese außergewöhnliche Bühne und bringen es pro Saison auf mehr als 50 Aufführungen. Das 20jährige Bühnenjubiläum feierte das Meerkabarett übrigens 2013. Für Genießer gibt es vor den jeweiligen Aufführungen ein Theater-Menü.
Der Westerländer Roland
Der Bildhauer Wilhelm Rex errichtete den Westerländer Roland, ein Geschenk der stationierten Soldaten an die Insel, aus Findlingen. Ursprünglich war er als Brunnenfigur geplant, weshalb er sich deutlich von den üblichen Rolandsfiguren unterscheidet. Dabei handelt es sich um ein Ritterstandbild, das als Symbol für die Stadtrechte gilt. Deshalb stehen sind sie oft auf Marktplätzen oder vor Rathäusern zu sehen.
Der Westerländer Roland stand bis 1964 vor dem Rathaus von Westerland. Anschließend wurde er abgebaut und eingelagert. Erst 1993 wurde er, mit einem neuen Schwert ausgestattet, wieder aufgestellt. Sein neuer Standort befindet sich in der Norderstraße im Zentrum des Westerländer Kreisels.
nach obenWesterland: der jüngste Ort
Westerland ist wohl der bekannteste, zugleich aber nach Hornum auch der zweitjüngste Ort der Insel Sylt. Er entstand im Herzen der Insel, als die Ortschaft Eidum von der Allerheiligenflut anno 1436 zerstört wurde und sich die Überlebenden eine neue Heimat schufen. Mit mehr als 9.000 Einwohnern ist Westerland der Hauptort von Sylt. Allerdings verlor Sylt Ende 2008 seinen Status als eigenständige Stadt. Der Grund: Zusammen mit Rantum und Sylt-Ost wurde der Ferienort zur Gemeinde Sylt zusammengeschlossen
Das Seebad Westerland
Der Aufstieg zu einem Mekka für Touristen nahm 1855 seinen Anfang, als Westerland zum Seebad wurde. Nachdem in der ersten Saison weniger als 100 Gäste gezählt wurden, setzte der neue Urlaubsort bald einen neuen Trend: Frauen durften mit Männern im Seebad gemeinsam baden.
Sehenswürdigkeiten auf Westerland
Die Kirche St. Nikolai
Die evangelische Kirche St. Nikolai in Westerland wurde in den Jahren 1906 bis 1908 errichtet und ist die größte Kirche auf Sylt. Geweiht ist sie dem griechischen Bischof Nikolaus von Myra, dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute. Der aus Backstein errichtete Kirchenbau vereinigt Elemente der Backsteingotik und der Romantik in sich. Als ältestes Stück der Ausstattung gilt der Taufstein aus Granit. Dieser wurde vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts hergestellt und stand ursprünglich in der Eidumer Kirche.
Die Kirche St. Christophorus
Erst 1999 wurde die im postmodernen Stil errichtete katholische Kirche St. Christophorus eingeweiht. Sie wurde nach Plänen des Kirchenarchitekten Dieter Georg Baumewerd an der Stelle eines Vorgängerbaus aus dem Jahre 1957 errichtet worden. Diese Kirche musste jedoch wegen Materialmängeln 1997 abgerissen werden. Die Form der Kirche St. Christophorus, die aus Backstein-Schalen errichtet wurde, erinnert an einen Schiffsrumpf.
Die Kurpromenade mit Musikmuschel
Auf einer Länge von sechs Kilometern erstreckt sich die Kur- oder Strandpromenade von Westerland vom Sylt Aquarium aus in Richtung Norden. Sie führt an Highlights wie dem Roten Kliff und der Musikmuschel vorüber und gehört zum Pflichtprogramm für die Besucher. Während der Urlaubssaison finden in der Musikmuschel regelmäßig verschiedene Konzerte statt.
Sylt Aquarium
Das Sylt Aquarium präsentiert in 25 Wasserbecken die faszinierende Wasserwelt aus zwei Ozeanen. Die Schwerpunkte sind die Wasserwelten der Nordsee und der Lebensraum der Korallen. Ein Highlight für die Besucher ist ein Spaziergang durch den zehn Meter langen Tunnel unter den Aquarien. Die Attraktion ist der Gegensatz zwischen Nordsee und dem tropischen Meer im Indischen Ozean. Insgesamt sind im Sylt Aquarium mehr als 2.000 Meeresbewohner zu Hause.
Die Reisenden im Wind
Eine erste Attraktion erwartet die Westerland-Besucher, die per Bahn anreisen: Der Künstler Martin Wolke gestaltete die vier grellgrünen Skulpturen, die seit 2001 auf dem Bahnhofsvorplatz stehen.
nach obenKeitum: ein Ort mit Geschichte
Weil sich in Keitum während des 17. und 18. Jahrhunderts vermögende Kapitäne ansiedelten, galt Keitum als einziger wohlhabender Ort auf Sylt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Keitum der Hauptort der Insel. Gegründet dürfte Keitum zu Beginn des 13. Jahrhunderts worden sein. Das Gesicht des Ortes wird von zahlreichen Alleen und den alten, von steinernen Mauern umgebenen Friesenhäusern.
Sehenswürdigkeiten von Keitum
Das Heimatmuseum
Eine Abteilung im Heimatmuseum ist Uwe Jens Lornsen gewidmet. Der gebürtige Keitumer stand zwar als Beamter im Dienste Dänemarks, dennoch gilt er als Vorkämpfer für ein unabhängiges Schleswig Holstein.
Das Altfriesische Haus
Einst war das Gebäude im Besitz des Inselchronisten Christian Peter Hansen. Es gilt als ältestes Museum der Insel und wurde 1907 eingerichtet, um die typische Wohnkultur des 18. Jahrhunderts zu dokumentieren und zu erhalten. In der Museumsweberei erfahren die Besucher, wie die Inselbewohner einst gewebt haben.
Die Kirche St. Severin
Benannt ist die Kirche St. Severin nach einem Kölner Bischof aus dem vierten Jahrhundert. Errichtet wurde die Kirche zu Beginn des 13. Jahrhunderts auf einem früheren Heiligtum zu Ehren des Gottes Odin. Der jüngste Teil der Kirche St. Severin ist der um 1450 erbaute Turm, der fast zwei Jahrhunderte lang als Seezeichen genutzt wurde.
Das älteste Element der Keitumer Kirche ist der Taufstein, der um das Jahr 1.000 hergestellt worden sein und wird von vier Löwen und Ranken verziert. Während der Spätgotik wurde der geschnitzte Flügelaltar hergestellt. Das zentrale Element zeigt den Gnadenstuhl, Maria mit Kind und Bischof St. Severin sind auf den Seitenteilen zu sehen.
Das Megalithgrab Harhoog
Davon, dass auch Keitum schon während der Steinzeit besiedelt war, zeugt das Megalithgrab Harhoog, welches um 3.000 vor Christus errichtet wurde. Freigelegt wurde es, als 1925 der Hindenburgdamm errichtet wurde. Wegen der Erweiterung des Flughafens wurde es 1956 von der Anhöhe zwischen Tinnum und Keitum an den Rand des Watts verlegt.
Das nördlichste Weingut Deutschlands
Seit 2009 betreibt das Weingut Balthasar Ress am Nordrand von Keitum auf einer Fläche von etwa einem Hektar den nördlichsten Weinberg Deutschlands. Dank der hohen Zahl an Sonnenstunden gedeihen die frühreifen Sorten Rivaner und Solaris.
Der Mühlenhof Keitum
Als typisches Haus während der goldenen Zeit des Walfangs gilt der Mühlenhof Keitum. Der älteste Teil des Anwesens wurde um 1732 errichtet. Erweitert wurde der Mühlenhof 1829, als die Kapitäne Jens Bleicken und Jens Booysen in Keitum einen Hafen etablieren wollten und in dem Anwesen eine Mühle zur Erzeugung von Rapsöl betreiben wollten.
nach obenDer Osten und der Süden der Insel
Morsum
Im äußersten Osten von Sylt liegt der 1.100-Einwohner-Ort Morsum. Umgeben wird Morsum vom Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Als die Friesen im 9. Jahrhundert Sylt besiedelten, war Morsum eine ihrer ersten Stationen. Nach der ersten Erwähnung anno 1462 blieb Morsum bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert der größte Ort von Sylt.
Die Dorfkirche St. Martin
Die evangelische Kirche ist dem Heiligen Martin von Tours gewidmet und wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Sie gilt als typische nordfriesische Inselkirche, die aus Granit, Backstein und Tuffstein errichtet wurden. Während der Altar in den 1930er Jahren erneuert wurde, stammen die Figuren aus der späten Gotik. Im Zentrum ist der Gnadenstuhl dargestellt. Allerdings trägt hier Gottvater den toten Jesus auf seinem Arm. Flankiert wird diese Figur von den Bischöfen St. Martin und St. Severin. Auf den Seitenflügeln werden die Apostel dargestellt.
Das Morsum Kliff
Seit 1923 steht das Morsum-Kliff unter strengem Naturschutz. Sowohl das Betreten des Steilufers als auch das Sammeln von Fossilien ist verboten. Einen Zugang zum Strand gibt es über die Ostscholle. Herausragend ist die Geologie dieser Steilküste. Denn während der jüngsten Eiszeit wurden verschiedene Erdschichten eng verdichtet. Verschiedene Farbschichten verdeutlichen dies. Führungen bietet die Naturschutzgemeinschaft Sylt e.V. an.
Der Hindenburgdamm
Von Morsum aus verbindet der elf Kilometer lange Hindenburgdamm die Insel mit dem Festland. Allerdings kann der Hindenburgdamm nur von Zügen befahren werden. Bei der Eröffnung am 1. Juni 1927 war er eingleisig angelegt worden. Erst seit 1972 führen zwei Gleise durchgehend über den Damm.
Hörnum
Im Süden von Sylt liegt der 1.000-Einwohner-Ort Hörnum, der ab dem 15. Jahrhundert von Fischern besiedelt wurde. Eine feste Siedlung entstand allerdings erst später. Ein großes Problem stellten die Wanderdünen dar, die erst nach ihrer Bepflanzung mit Strandhafer keine Häuser mehr mit Sand überfluteten.
Für den Tourismus wurde der Ort ab den 1970er Jahren aufpoliert. So wurde 1977 das Kurmittelhaus eröffnet, der Hafen von Hörnum wurde um einen Yachtclub erweitert.
Die Kirche St. Thomas
Futuristisch mutet der an ein Segelschiff erinnernde Bau der Kirche St. Thomas. Die aus Kalksandstein errichtete Kirche wurde 1970 eingeweiht und steht seit 1997 unter Denkmalschutz. Der Altarblock ist ebenso schlicht gehalten wie das Holzkreuz darüber. Eine Besonderheit sind die farbigen Fenster. Während auf dem Chorfenster abstrakte Formen zu sehen sind, stellen die Seitenfenster die Passionsgeschichte dar.
Die Schutzstation Wattenmeer
In Hörnum betreibt die Schutzstation Wattenmeer eine Niederlassung. Für die interessierten Besucher werden Info-Veranstaltungen über das Watt und seine Salzwiesen angeboten. Bei der Schutzstation handelt es sich um einen Naturschutzverein. Vertreten ist dieser auf dem Festland, auf den Halligen und auf den Inseln Nordfrieslands.
nach obenKampen: ein Ort der Kontraste
Im Norden von Westerland liegt der Ort Kampen mit etwas mehr als 600 Einwohnern. Ab den 1540er Jahren gehörte Kampen zusammen mit Braderup und Wenningstedt zu den Norddörfern. Als die ersten Urlaubsgäste die Insel Sylt als Reiseziel entdeckten, galt Kampen noch lange als Geheimtipp. Der Badebetrieb entwickelte sich erst in den 1920er Jahren. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Kampen ein beliebter Treffpunkt von Künstlern. So residierte beispielsweise der Schriftsteller Thomas Mann gerne im 1923 errichteten Haus Kliffende. Nach dem Krieg weilte der Jetset in Kampen, nach wie vor gilt die Gemeinde als exklusives Urlaubsdomizil.
Naturschutz in Kampen
Kampener Vogelkoje
Die Kampener Vogelkoje liegt rund drei Kilometer nördlich von Kampen. Die Anlage, in der ab der Mitte des 18. Jahrhunderts Wildenten gefangen wurden, ist seit 1935 ein Naturschutzgebiet, in dem vor allem Wasservögel ihr Quartier aufschlagen.
Braderuper Heide
Zwischen Kampen und Braderup liegt das 135 Hektar große Naturschutzgebiet Braderuper Heide. Diese Geestheiden entstanden, nachdem die Wälder Sylts gerodet worden waren.
Die Steinzeit in Kampen
Auf der Westheide befinden sich einige Hünengräber. Als Bekanntestes gilt das Ganggrab bei Kampen. Es wurde zwischen 3.500 und 2.800 vor Christus errichtet. Aus derselben Zeit stammen die Dolmen von Kampen, eine komplexe Grabanlage der Trichterbecherkultur, die sich über zwei Jahrtausende vor allem im Norden Mitteleuropas ausgebreitet hatte.
Kunst in Kampen
Avenarius-Park
Der Kampener Dorfpark im Herzen des Ortes wurde 1965 in Avenarius-Park umbenannt. Der Dichter, der die Zeitschrift "Der Kunstwart" gegründet hatte, verstarb 1923 in Kampen. Er hatte maßgeblichen Einfluss darauf, dass der Ort zum Künstlertreff wurde. Neben einem Ententeich mit Springbrunnen beherbergt der Park ein Hügelgrab, ein Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege und zwei Tafeln des Kunstpfades. Ganzjährig steht im Boulodrome ein offener Bouletreff statt. Zwischen Oktober und März wird Sonntagmittag gespielt, in den Sommermontagen freitagnachmittags.
Der Kunstpfad
Den Künstlern, die in Kampen eine Wahlheimat gefunden haben, setzt die Gemeinde seit 2008 mit dem Kunstpfad ein Denkmal. An wichtigen Punkten im Ort wurden Platten aus Bronzeguss auf Metallständern aufgestellt. Anfang 2013 waren das 22 Platten, eine Erweiterung ist allerdings geplant.
Mittsommernacht an Buhne 16
Der legendäre Kampener Strand Buhne 16 wird am 21. Juni zum Besuchermagneten für Einheimische und Urlaubsgäste. Die Tradition der Mittsommernachtsparty reicht mehr als ein Vierteljahrhundert zurück.
Kaffee und Kuchen im Bunker
Aus einem Teil der weitläufigen Bunkeranlage unter Kampen machte Günter Riek, ein Ex-Marineoffizier und Bildhauer 1950 ein Café. Das 28.000 Quadratmeter große Areal verwandelte er in einen blühenden Garten mit Blick auf das Wattenmeer.
nach obenList: die nördlichste Gemeinde Deutschlands
Gegründet wurde das Seebad List, das heute als nördlichste Gemeinde Deutschlands beworben wird, gegen Ende des 13. Jahrhunderts von den Dänen. Bis zum Ende des deutsch-dänischen Krieges 1864 gehörte die Gemeinde auch zum Königreich Dänemark. Die 100-Einwohner-Marke überschritt List erst nach dem Ersten Weltkrieg, als verschiedene militärische Anlagen errichtet wurden. Urlaubsgäste entdeckten List erst im Lauf des 20. Jahrhunderts als attraktiven Urlaubsort.
Sehenswürdigkeiten in List
Der Ellenbogen
Der nördlichste Punkt von Sylt und Deutschlands nennt sich Ellenbogen, eine schmale Landinsel, welche in die Nordsee ragt. Der gesamte Ellenbogen ist ein Vogelschutzgebiet, das die Urlaubsgäste erkunden können. An der Nordküste befindet sich ein etwa drei Kilometer langer Sandstrand, an dem das Schwimmen wegen seiner gefährlichen Strömungen verboten ist.
Die Leuchttürme in List
Der rot-weiß gestreifte Leuchtturm List Ost wurde 1857 auf dem Ellbogen errichtet. Ebenso wie sein Schwesterleuchtturm List West wurde er aus Gusseisen hergestellt. Für die Öffentlichkeit ist er nicht zugänglich.
Mehrere Superlative vereinigt der Leuchtturm List West in sich: In den 1850er Jahren erbaut gilt er als ältester Leuchtturm an der westlichen Küste, der erste gusseiserne Leuchtturm in Deutschland und das nördlichste Bauwerk des Landes. Er ist komplett weiß gestrichen und mit 11,3 Metern Höhe um mehr als zwei Meter niedriger als der Leuchtturm List Ost.
Kulinarisches in List
Berühmt ist List für die nördlichste Fischbude Deutschlands und die einzige Austernzucht hierzulande. Diese belieferte bereits in den 1920er Jahren Feinkostläden und Restaurants.
Das Grab eines Pioniers
Der Lister Friedhof liegt am Rand der Dünen. Hier ist beispielsweise der Ehrenbürger Wolfgang von Gronau begraben. Er gilt als Pionier der Luftfahrt. Den Höhepunkt seiner Karriere bildete die Weltumrundung, zu der er 1932 mit einer Dornier-Wal aufgebrochen war.
Die Nachbarinsel Rön
Mit einer Fähre können die Urlaubsgäste von List aus die dänische Insel Rön besuchen. Beliebt ist dieser Ausflug von Sylt aus für Jazzfreunde am ersten Juniwochenende, wenn auf der südlichsten Insel Dänemarks ein Jazz-Festival stattfindet. Ein großes Drachenfestival findet hier am ersten Septemberwochenende statt. Zum Ziel für Biker wird Rön dagegen beim alljährlichen Motorradtreffen an Pfingsten.
Die Marineversorgungsschule
Für militärhistorisch interessierte Gäste in List dürfte die Marineversorgungsschule faszinierend sein. Hier wurden alljährlich fast 2.500 Rekruten und Dienstgrade ausgebildet. Nachdem die Marineversorgungsschule zum 31. Dezember 2006 geschlossen wurde, soll das Gelände neu genutzt werde.
Geplant sind beispielsweise der Campus einer Universität und eine Internatsschule auf dem früheren Gelände der Kaserne. Seit der Gründung der Bundeswehr in den 1950ern war das Militär der größte Arbeitgeber in List.
nach obenStrände auf Sylt
Die Westküste von Sylt bietet auf einer Länge von 40 Kilometern feinste Sandstrände.
Für aktive Badeurlauber
Möglichkeiten zum Beachvolleyball, Beachsoccer und anderen Aktivitäten finden die Besucher in Westerland am Brandenburger Strand vor.
Der Hörnumer Strand ist vor allem bei Familien beliebt. Die nahe gelegene Hafenpromenade lädt zu einem kurzen Bummel nach dem Badevergnügen ein. Dank des sanften Wellengangs können auch kleinere Kinder problemlos ins Wasser gehen.
Der Weststrand in List eignet sich optimal für Badegäste, welche Sonne und Meer genießen wollen. Denn für Jugendliche gibt es einen eigenen Strandabschnitt. Auch kleine Kinder können hier unbesorgt ins Wasser.
Legendär ist die Buhne 16 in Kampen. Der Strand hat sich als Tummelplatz für Promis etabliert.
FKK-Strände:
An insgesamt fünf Strandabschnitten können FKK-Freunde das textilfreie Badevergnügen genießen. Das sind:
In List der Strandabschnitt 19.
In Kampen ein Teilbereich der Buhne 16.
In Rantum die Strandabschnitte Samoa und Sansibar.
In Hörnum der Strandübergang Kap-Horn.
Strandsauna
In der Strandsauna schwitzen und dabei den Ausblick auf die Brandung genießen können die Badegäste auf Sylt an fünf Strandsaunen.
Die Strandsauna Listland liegt an der Weststrandstraße 333F in List.
Kampen bietet Saunafreunden die La Grande Plage Strandsauna am Riperstig/Weststrand.
Die Strandsauna Sylt befindet sich im Dünengrund 30 in Rantum.
Ebenfalls in Rantum liegt die Strandsauna Samoa. Die Adresse: Hörnumer Landstraße 70.
Die Adresse der Strandsauna Hörnum lautet: Süderende 25.
Für Hundefreunde:
List:
Hundefreunde können mit ihren Vierbeinern die Strandabschnitte 17 und 19 nutzen. Aber: Wegen der zahlreichen Schafe, die frei herumlaufen, besteht im ganzen Ort Leinenzwang.
Kampen:
Zwei Hundestrände bietet Kampen seinen Urlaubsgästen an. Hier sind es die Strandabschnitte A und N. An beiden Abschnitten besteht Leinenpflicht.
Wenningstedt:
Der Übergang Campingplatz im Norden und der Übergang Seestraße im Süden sind als Hundestrände ausgewiesen. Im nördlichen Abschnitt besteht Leinenpflicht.
Westerland:
Während der Hauptsaison sind der Strandübergang Nordseeklinik und der Abschnitt Baakdeel als Hundestrände ausgewiesen. In der Nebensaison dürfen die Vierbeiner auch auf die Himmelsleiter Nord.
Rantum:
Am hundefreundlichsten präsentiert sich Rantum mit fünf Strandabschnitten für Hundefreunde. Das sind die Abschnitte Nord 15, Süd 5, Süd 9, Samoa und Sansibar.
Hörnum:
Hunde dürfen an die Strandübergänge Aralsteg, Kap-Horn und Hörnum Nord mitgenommen werden.
Strandbistros und Partys am Strand
Entlang der gesamten Küstenlinie von Hörnum bis List stehen zahlreiche Strandbistros, bei denen es heimische und internationale Spezialitäten gibt. Abends verwandeln sich zahlreiche Bistros in Partylocations. Vor allem in List, Westerland und an der Kampener Buhne 16 wird ab abends gern bis in die Morgenstunden gefeiert.
Allgemeine Badeinfos:
Wegen der stürmischen Nordsee müssen Badegäste die Flaggen an den Rettungsständen beachten. Die Farbgebung erfolgt nach dem einfachen Ampelprinzip. Grün bedeutet, dass der Badespaß unbedenklich ist. Gelb heißt, die Strandbesucher dürfen nur ins Wasser, wenn Rettungsschwimmer in der Nähe sind. Ein generelles Badeverbot besteht bei der roten Fahne.
nach obenUrlaubstipps und Aktivitäten auf Sylt
Die Insel Sylt gilt als Paradies für Aktivurlauber. Vom entspannten Yoga am Strand bis hin zum aufregenden Ritt auf den Wellen bietet Sylt für jeden Geschmack genau das Richtige.
Angeln
Angler können sowohl in der Nordsee als auch in Binnengewässern ihre Angel auswerfen. Für das Fischen auf See benötigen sie einen Jahresfischereischein. Infos über Ausfahrten mit dem Fischkutter gibt es am Lister Hafen. Wer lieber an Land die Angel auswirft, hat an der Katrevel oder der Siel die Möglichkeit. Den erforderlichen Angelschein gibt es bei der Gemeinde Sylt, am Bahnweg 20-22 in Westerland.
Bogenschießen
Wer einmal auf den Spuren von Robin Hood wandeln möchte, kann bei Youksakka Bow & Funcompany Kurse im Bogenbau und intuitivem Bogenschießen belegen. Die Adresse: Keitumer Landstraße, Am Sportzentrum, Sylt Ost. Geöffnet ist die Anlage während der Ferien täglich von 12 bis 18 Uhr.
Golf
Für Golfer bieten die vier Plätze auf Sylt mit unberechenbaren Seewinden eine ganz besondere Herausforderung. Die Adressen:
Der Golf-Club Sylt e.V. hat seinen Golfplatz in Wenningstedt-Braderup.
Der Marine Golf-Club sitzt am Flughafen 69 in Westerland.
Der Golfclub Morsum auf Sylt e.V. sitzt in Uasterhörn 37, Morsum.
Die Adresse des Golfclubs Brudersand Sylt lautet: Fernsicht 1, Hörnum.
Segelfliegen und Fallschirmspringen
Wer auf Sylt Aktivitäten in der Luft erleben möchte, hat die Wahl zwischen Segelfliegen und Fallschirmspringen.
Fallschirmspringer können sich für den Sprung aus fast 3.000 Metern höhe an Heike Almeling am Flughafen Sylt, Halle 74 in Westerland wenden.
Beim Aero Club Sylt in Liigerhörn 11, Tinnum, können die Besucher selbst fliegen oder sich durch die Luft chauffieren lassen. Die Urlaubsgäste können auch eine Ausbildung machen.
Nordic Walking
Im Prinzip ist die ganze Insel ein großer Nordic Walking Park. Insgesamt 26 Routen stehen Nordic Walkern von jedem Ort aus offen. Auch Kurse werden regelmäßig Angeboten. Die Kurstermine und das Streckennetz bekommen die Besucher auf der Seite www.sylt.de.
Radfahren
Radfahrer finden auf Sylt optimale Bedingungen vor. Sie können die Insel aber auch per E-Bike erkunden. Die aktuellen Streckenpläne und die Adressen von örtlichen Fahrradverleihen finden sie auf www.sylt.de.
Reiten
Passionierte Reiter können die Naturschönheiten von Sylt auch auf dem Rücken eines Pferdes entdecken. Acht Reiterhöfe stehen ihnen zur Auswahl, die auch ein unterschiedliches Kursangebot parat haben. Infos über die Adressen und das jeweilige Angebot gibt es auf www.sylt.de.
Tennis
Freunde des Tennissports finden in den drei Anlagen von Sylt vielfältige Möglichkeiten:
Tenniscenter Kampen-Wenningstedt, Norddörfer, Wenningstedt-Braderup.
Tennis-Club Westerland, Am Seedeich 38, Westerland
Tennis & Minigolf, Hafenstraße 12, Rantum.
Wassersport
Aktive Wassersportler finden auf Sylt geradezu paradiesische Zustände vor. Die Möglichkeiten reichen vom Wind- über das Kitesurfen und Wellenreiten bis hin zum Segeln. Eine übersichtliche und ausführliche Darstellung des schier grenzenlosen Angebotes finden die Besucher auf der Seite www.sylt.de.
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