Insel Helgoland

Helgoland: eine herbe Schönheit in der Deutschen Bucht

Die Nordseeinsel Helgoland ist die deutsche Insel, die am weitesten vom Festland entfernt liegt. Sie befindet sich erst seit 1890 in deutschem Besitz, nachdem Deutsche und Briten die Inseln Sansibar und Helgoland getauscht hatten. Aus dieser Zeit stammt auch noch die Amtsfreiheit der Gemeinde. Weil die Insel weder dem deutschen Steuerrecht noch den europäischen Zollbestimmungen unterliegt, können die Besucher auf Helgoland konkurrenzlos günstig einkaufen. Sie bezahlen weder Zollgebühren noch Mehrwertsteuer.

Das größte Kapital: die Natur

Helgoland besteht aus der felsigen Hauptinsel und der kleineren Nebeninsel Düne, die das bevorzugte Ziel von Badeurlaubern ist. Das Felswatt von Helgoland bietet mit seinem Felswatt einen einmaligen Lebensraum, etwa für 300 verschiedene Arten von Alten und über 370 Vogelarten. Diesem Lebensraum widmen sich die Forscher der Biologischen Anstalt Helgoland. In den 19 Becken des dortigen Aquariums tauchen die Besucher in die faszinierende Welt der Nordsee ein.

Mutter Natur präsentiert den Besuchern auch Possierliches und Kurioses. Beispielsweise können die Gäste zwischen November und Januar die Insel Düne zum Robbenbaby-Watching besuchen. In der zweiten Hälfte fasziniert der Lummensprung die Besucher. Dann stürzen vom Lummerfelsen aus junge Vogelküken bis zu 50 Meter hinab, ohne sich auf Felsen oder im Wasser zu verletzen.

Das Wahrzeichen von Helgoland

Helgoland
Quelle: pixelio.de      Fotograf: Hans-Peter Dehn

Ein absoluter Besuchermagnet ist die Lange Anna, ein frei stehender Felsen im Nordwesten der Insel. Bis 1860 war der Felsen mit Helgoland verbunden, bis eine Sturmflut das Brandungstor zerstörte. Um das Wahrzeichen vor weiterer Erosion zu schützen, wurde bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Schutzmauer errichtet.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Die typische Atmosphäre des alten Helgoland können die Besucher in den Hummerbuden an der südlichen Küste entdecken. Dabei handelt es sich um die früheren Wohnhäuser und Werkstätten der Fischer, die originalgetreu wiederaufgebaut worden waren, nachdem fast alle Bauten in Helgoland während des Zweiten Weltkrieges zerstört wurden. In den Hummerbuden sind heute zahlreiche Galerien, Restaurants, Cafés und sogar das Standesamt untergebracht.

Eines der wenigen Gebäude, die das Flächenbombardement von 1945 überstanden haben, ist der Leuchtturm, der von den Nationalsozialisten eigentlich als Flakturm und -leitstand erbaut worden war.

Weitere Zeugen des Krieges sind die Bunker, welche Helgoland in eine Festung verwandelt haben. Auf einer Länge von etwa 400 Metern sind sie für Besucher zugänglich. Die britische Besatzungsmacht wollte die Festungsanlage mit der Sprengkraft von 6,7 Kilotonnen sprengen, was nur teilweise gelang. Dafür wurden etwa 3.000 Menschen umgesiedelt, die erst 1952 wieder auf Helgoland zurückkehren konnten.

Das Leben auf der Insel und ihre Geschichte präsentiert das Museum Helgoland, dessen eigene Tradition bis ins Jahr 1897 zurückreicht. Ursprünglich widmete sich die Ausstellung den Naturwissenschaften, die bis heute in einigen Abteilungen vertreten sind. Zur Anlage gehören auch einige Nachbauten der Hummerbuden. Darin ist ein Teil der Ausstellungsfläche dem Kinderbuchautoren James Krüss, einem gebürtigen Helgoländer, gewidmet.

Obwohl die Kirche St. Nikolai erst 1959 eingeweiht wurde, hat sie den Status eines Kulturdenkmals von besonderer Bedeutung. Sie ist dem heiligen Nikolaus, dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute, geweiht.

Sport auf Helgoland

Das Gewässer in der Deutschen Bucht gilt als ideales Revier für Wassersportler, insbesondere für Segler. Davon zeugt etwa die Nordseewoche, die seit den 1920ern stattfindet. Die Teilnehmer schätzen das besondere Flair dieser Regattawoche, weil sie dank der abgeschiedenen Lage von Helgoland nach einem ereignisreichen Tag auf See noch stundenlang zusammensitzen und feiern.

Badeurlauber haben auf Helgoland lediglich zwei Strände auf der Insel Düne zur Auswahl. Wegen der starken Brandung empfiehlt sich der Nordstrand vor allem für geübte Schwimmer, währen der Südstrand beliebt bei Familien ist. Ein besonderes Highlight bietet dafür das Schwimmbad Mare Frisicum Spa Helgoland: Der Meerwasser-Whirlpool auf dem Dach bietet faszinierende Ausblicke auf Helgoland und die Nordsee.

nach oben

Sehenswürdigkeiten auf Helgoland

Lange Anna

Ein beliebtes Ausflugsziel auf der Insel Helgoland ist die Lange Anna, das Wahrzeichen von Helgoland. Es handelt sich dabei um einen frei stehenden Felsen - auch Brandungspfeiler genannt - im Nordwesten von Helgoland. Die Lange Anna besteht aus Buntsandstein, hat eine Höhe von 47 Metern und ruht auf einer Grundfläche von rund 180 Quadratmetern. Frei zugänglich ist die Lange Anna nicht, sie ist allerdings von den benachbarten Klippen aus sehr gut einsehbar. Der Felsen ist das Brutgebiet von verschiedenen Seevögeln wie der Dreizehnmöwe, der Trottellume und des Basstölpels.

So entstand die Lange Anna

Mit Helgoland war die Lange Anna bis 1860 noch mit einem sogenannten Brandungstor verbunden. Brandungstore sind bogenförmige Gesteinsformationen, die durch Erosion entstanden sind. Diese Verbindung stürzte bei Sturmfluten ein. Ein kleinerer einzelner Felsen entstand 1976 ebenfalls bei einer Sturmflut.

Schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts laufen Bemühungen, den Bestand der Langen Anna zu sichern. Beispielsweise wurde eine 1,3 Kilometer lange Schutzmauer errichtet, welche die Brandung fernhalten und die weitere Erosion verhindern soll. Dieser Preußenwall wurde ab 1903 errichtet. Am Fuß ist der Wall im Schnitt fünf Meter breit. An einigen Stellen sind deutliche Schäden durch die Brandung zu sehen.

Daher kommt der Name

Erst in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg setzte sich der Name Lange Anna durch. Denn eigentlich hieß der Felsen Nordhorn-Brandungspfeiler, manchmal nannte man ihn auch Mönch oder Hengst. Als Namenspatronin gilt eine Kellnerin, die um die Jahrhundertwende in einem bekannten Tanzlokal bediente. Die gut aussehende Dame hieß Anna und wurde wegen ihrer hohen Statur von Gästen und Einheimischen Lange Anna genannt. Schließlich übertrug man diesen Namen auf den Felsen.

Sender Helgoland

Ein eher außergewöhnliches Design besitzt der Sender Helgoland, der 2000 von der Deutschen Telekom errichtet wurde. Denn der 113 Meter hohe Sendeturm wird zusätzlich von Pardunen gesichert. Dabei handelt es sich um Abspannseile. Genutzt wird der Sender Helgoland für Richtfunk, UKW-Radioprogramme und die Übertragung von digitalem Fernsehen.

nach oben

Die Hummerbuden

Die einstigen Wohnhäuser und Werkstätten der Helgoländer Fischer sind als Hummerbuden bekannt. Die bunten Holzhäuschen mit ihren typischen Giebelprofilen befinden sich am Südhafen im Unterland der Insel. Zwar waren sie während des Zweiten Weltkrieges zerstört, jedoch 1952 durch den Architekten Georg Wellhausen wiederaufgebaut. Das Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz.

Ein begehrtes Ausflugsziel

Die Hummerbuden sind bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt. Heute sind in den Gebäuden vor allem Galerien, Kneipen und Cafés untergebracht.

Beispielsweise gibt es in der Tiinerbuud ganzjährig Knieper, ein Gericht, das aus dem Fleisch der Taschenkrebs-Scheren zubereitet wird, und Fischbrötchen. Im Winter ist sie für ihre große Auswahl an Suppen bekannt.

Detlev Rickmer eröffnete 2009 in einer Hummerbude die Helgoländer Hochseegalerie. Lediglich die Bilder und Objekte im Galerie Restaurant sind unverkäuflich. Hier befindet sich die weltgrößte Kunstsammlung mit dem Thema Helgoland.

Inger Ludwig begann als Erste damit, aus dem roten Helgoländer Feuerstein Schmuck herzustellen. Diesen verkauft sie in Bude 31 zusammen mit Ringen, Armbändern, Ketten aus Edelmetallen und Perlen sowie diversen Kunstgegenständen.

In der Bude Nummer 38/39 hat das Helgoländer Standesamt seinen Sitz. Brautleute können sich hier in einer ganz besonderen Atmosphäre das Jawort geben.

In der Nähe der Nordseehalle stehen nachgebaute Hummerbuden auf dem Außengelände des Museums Helgoland. Die Besucher erleben hier eine Ausstellung über den Kinderbuchautor James Krüss. Der Schriftsteller war auf Helgoland geboren und verstarb nach mehreren Stationen, unter anderem in Norddeutschland, auf Gran Canaria.

nach oben

Museum Helgoland

Auf eine lange Geschichte blickt das Museum Helgoland zurück. Denn gegründet wurde es als Nordseemuseum schon 1897, am 20. August öffnete es seine Pforten im alten Konversationshaus. Die Anschubfinanzierung stammte von den Erben Nicolas Pringsheims, einem Naturwissenschaftler. Sie stellten für die Gründung des Museums 25.000 Mark Kapital zur Verfügung. Der Schwerpunkt des Hauses lag damals bei den Naturwissenschaften. Gezeigt wurden etwa die Vogelpräparate von Heinrich Gätke sowie die Algensammlung der Königlich Biologischen Anstalt Helgoland. Größtenteils wurde dieses Museum aber am 18. Oktober 1944 zerstört. Ab 1986 wurde es gemeinsam vom Land Schleswig-Holstein, der Gemeinde Helgoland, dem Kreis Pinneberg wiederbelebt.

Die Themen des Museums

Das Museum Helgoland präsentiert heute einen breiten Querschnitt über die Insel und das Leben auf ihr. Das Spektrum reicht von "Leben und Arbeit" bis hin zur Geologie der Insel. Wechselausstellungen runden das Angebot für die Besucher ab.

Einer der Schwerpunkte des Museums Helgoland ist die Militärgeschichte der Insel. Denn nachdem sie mit dem Helgoland-Sansibar anno 1890 vom britischen in den deutschen Besitz wechselte, hatte sie sowohl für die kaiserliche Flotte als auch für die Nationalsozialisten eine herausragende strategische Bedeutung.

Ab den 1933er Jahren wurde ein riesiges Stollensystem auf Helgoland gebaut. Geplant war außerdem, im Rahmen des Projekts "Hummerschere" nördlich von Dünen einen Hafen zu errichten, in dem die gesamte deutsche Flotte vor Anker gehen sollte.

Natürlich wird im Museum Helgoland auch die Geschichte des Seebades anschaulich dargestellt. Der offizielle Startschuss für das Seebad fiel 1826, als Jacob Andresen Siemens auf Helgolands Nachbarinsel Düne eine Badeanstalt eröffnete. Wurden in der ersten Saison lediglich knapp 100 Badegäste gezählt, waren es zur Mitte des 19. Jahrhunderts bereits einige Tausend. Die beiden Weltkriege unterbrachen zwar den Tourismus, doch zahlreichen prominenten Gästen verdankte Helgoland einen wahren Boom in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

nach oben

Leuchtturm Helgoland

Der Leuchtturm Helgoland trägt das lichtstärkste Seefeuer an Deutschlands Küsten. Auf hoher See wird es aus einer Entfernung von bis zu 40 Kilometern wahrgenommen. Der 34 Meter hohe Leuchtturm aus Beton steht direkt beim Sender Helgoland. Obwohl der Leuchtturm bereits 1941 errichtet wurde, dient er in der heutigen Funktion erst seit 1952. Seine ursprüngliche Funktion war die eines Flakturms und Flakleitstandes.

Die Vorgeschichte

Die Briten hatten den ersten Leuchtturm auf der Insel 1811 erbaut. Dieser Turm war 67 Meter hoch und galt als wichtigstes Leuchtfeuer in der Deutschen Bucht - das Leuchtfeuer reichte doppelt so weit wie das des Leuchtturms in Cuxhaven. Ein gemauerter, runder Turm ersetzte ab 1902 den britischen Turm. Vorbild für diesen Turm war der Rügener Leuchtturm Kap Arkona.

Die Bemühungen, auf Helgoland einen Leuchtturm errichten, liegen allerdings noch sehr viel weiter zurück: Bereits 1629 schloss der Schleswig-Holsteinische Herzog einen Vertrag, mit dem ein Leuchtfeuer auf der Insel garantiert wurde. Finanziert werden sollte es von den Schiffen, welche die Häfen Schleswig-Holsteins anliefen. Die Kapitäne weigerten sich jedoch, zusätzlich zu den Hafengebühren weiter zur Kasse gebeten zu werden. Dieses Vorhaben wurde 1637 eingestellt, auch weil die Helgoländer Angst hatten, ihre strohgedeckten Häuser könnten durch den Funkenflug niederbrennen. 1672 errichteten schließlich die Hamburger eine Feuerbarke und garantierten eine finanzielle Entschädigung im Fall eines Brandes.

Seit dem Krieg

Der Leuchtturm Helgoland war eines der wenigen Gebäude auf der Insel, welche die Bombardierungen am 18. April 1945 überstanden. Nach dem Ende der britischen Besetzung wurde ab 1952 wieder ein Leuchtfeuer auf Helgoland gebraucht. Deshalb wurde auf dem Flakturm zunächst ein provisorisches Licht angebracht. Weil der Turm stark beschädigt war, wurde er in den folgenden Jahren Zug um Zug saniert. Eine neue Beleuchtung wurde Mitte der 1960er Jahre installiert. Dabei wurden auch die roten Ziegel angebracht. Eine Radaranlage wurde 1984 installiert. Von hier aus wird nun der gesamte Schiffsverkehr in der Deutschen Bucht überwacht.

nach oben

Bunkeranlagen auf Helgoland

Wegen der strategisch günstigen Lage bauten die Nationalsozialisten Helgoland zu einer gigantischen Festung aus. Die Pläne der Nazis reichten noch sehr viel weiter. Im Zuge des Hafenbaus bei Düne sollten die Inseln erheblich erweitern. Verwirklicht werden konnte jedoch nur ein weitverzweigtes System von Luftschutzstollen und eine große Raumanlage sowie ein U-Boot-Bunker. Die verschiedenen Stollen waren miteinander verbunden. Ein Bruchteil der kilometerlangen Anlagen ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Führungen finden auf einer Länge von etwa 400 Metern statt.

Die strategische Bedeutung

Seit jeher war Helgoland, das ursprünglich zu Dänemark gehörte, in diversen Seeschlachten hart umkämpft. Der Grund ist die strategische Lage im Herzen der Deutschen Bucht nahe der Mündungen von Elbe und Weser und des Nord-Ostsee-Kanals. Die Briten besetzten Helgoland 1802 und tauschten die Insel 1890 gegen die deutsche Kolonie Sansibar ein. Schon während des Kaiserreichs existierten Pläne, hier eine Seefestung und einen Marinestützpunkt zu errichten.

Die Festung wird gesprengt

Im Rahmen der Operation Big Bang wollten die Briten das Festungssystem sprengen. Dafür siedelten sie 3.000 Menschen um und brachten am 18. April 1947 6,7 Kilotonnen Sprengstoff mit der halben Sprengkraft der Hiroshima-Bombe zur Explosion. Die Befürchtung, dass die ganze Insel gesprengt werden könnte, traf nicht ein, weil die Druckwelle zum Großteil durch den porösen Sandstein entwich. Allerdings wurden die Südspitze und ein Teil der Steilküste weggesprengt. Auch der Hafen und die Küstenschutzmauern blieben verschont. Ein Gedenkgottesdienst findet alljährlich im Zivilschutzbunker am 18. April statt.

nach oben

Die Kirche St. Nicolai

Die Kirche St. Nicolai ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Helgoland, die etwas mehr als 700 Mitglieder hat. Geweiht ist die Kirche dem heiligen Nikolaus, der als Schutzpatron von Kaufleuten und Seefahrern gilt. Welche Bedeutung der einstige Bischof von Myra für die Helgoländer einst hatte, zeigt sich heute noch daran, dass die Kinder am Nikolaustag schulfrei haben.

Die Geschichte der Kirche

Berichte über eine Kirche auf Helgoland gibt es erst ab dem beginnenden 17. Jahrhundert auf Helgoland. Über diesen ersten Sakralbau ist lediglich bekannt, dass er im Osten des Oberlandes gestanden haben soll. Doch weil hier die Gefahr bestand, sie könne ins Meer abrutschen wurde diese Kirche 1609 weiter im Landesinneren ersetzt. Aus Platzmangel wurde Mitte der 1680er Jahre eine weitere Kirche erbaut, die dem heiligen Nikolaus geweiht war. Sie wurde etwa 20 Jahre später um einen quadratischen Turm erweitert.

Der Neubau

Nachdem die Einwohner 1952 wieder nach Helgoland zurückkehren konnten, errichteten sie an der Stelle der alten Kirche die neue St. Nikolai-Kirche, die am 29. November 1959 eingeweiht wurde. Die Inneneinrichtung konnte zu einem Großteil von der Vorgängerkirche übernommen werden. Der seemännischen Tradition blieb man mit der Windfahne auf der bronzenen Spitze des Kirchturms treu: Sie hat die Form einer Schaluppe, einem kleinen Segelboot, das einst gern als Beiboot verwendet wurde. Sowohl das Taufbecken als auch das bronzene Portal der St. Nikolai Kirche wurden von Fritz Fleer gestaltet. Anfang der 1970er Jahre wurden eine große Orgel sowie ein kleineres Instrument angeschafft, das im Altarraum steht. Die Stahlglocke der Kirche St. Nikolai wurde im Jahr der Wiederbesiedelung gestiftet, 1959 wurde das Geläut um fünf Glocken aus Bronze erweitert. Die Kirche St. Nikolai auf Helgoland besitzt heute den Status eines Kulturdenkmals von besonderer Bedeutung.

nach oben

Die Nordseewoche

Seit 1925 wird die Nordseewoche an Pfingsten rund um Helgoland abgehalten. Beliebt ist diese Regattawoche bei den Seglern wegen ihres besonderen Ambientes. Denn wegen der abgeschiedenen Lage der Insel bleiben die Segler auch nach den Regatten zusammen und feiern oft gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden.

Die Geschichte der Nordseewoche

Anfang der 1920er Jahre wollten Segler aus dem Norddeutschen Regattaverein zusammen mit befreundeten Vereinen eine Regattaserie mit dem Ziel Helgoland ins Leben rufen. Die Idee ging auf das Jahr 1908 zurück, als der Weser-Yacht-Club auf kaiserlichen Befehl eine Regatta organisierte, die nach Felixtown führte.

Ursprünglich gab es drei Zubringerregatten ab Cuxhaven, Wilhelmshaven und Bremerhaven. Erst in den vergangenen Jahren kam eine weitere Route ab Hallig Hooge hinzu. Segler aus Hamburg starten vorab gerne beim Haspa Private Banking Cup auf der Elbe nach Cuxhaven.

Seit jeher wollen die Organisatoren der Nordseewoche Amateure und Profis ansprechen. Wer einmal in die Welt der Regatta hineinschnuppern möchte, kann während der Nordseewoche am Family-Cruiser-Cup teilnehmen. Die Nordseewoche ist unter Seglern ungebrochen beliebt, die Teilnehmerzahlen steigen fast jährlich. So beteiligten sich 2010 fast 200 Yachten und etwa 1.800 Segler.

Das Finale der Nordseewoche bildet eine Langstrecken-Regatta. Die Ziele wechseln jährlich auf folgenden Routen: Der 510 Seemeilen lange Pantaenius Rund Skagen führt zum Leuchtturm Kiel, während das Helgoland-Edinburgh Race auf 400 Seemeilen an die schottische Küste bei Firth of Forth führt.

nach oben

Die Meeres-Biologische Anstalt Helgoland

Die Nordsee und seine Lebensgemeinschaften sind das zentrale Gebiet dieser meeresbiologischen Forschungsstation. Geforscht wird ebenso wie in der Station auf Sylt seit 1998 unter dem Dach des Alfred-Wegner-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Diese Einrichtung, nach dem deutschen Polarforscher Alfred Wegener benannt, wurde am 15. Juli 1980 mit Sitz in Bremerhaven gegründet. Die Wissenschaftler des Instituts decken die Bereiche Geo-, Bio- und Klimawissenschaften ab.

Die Geschichte der Station

Eine Biologische Anstalt errichtete das Königreich Preußen bereits 1892 auf Helgoland. Die Forscher betrieben auf Helgoland zunächst Grundlagenforschung, sie widmeten sich der heimischen Fauna und Flora, den Fischen der Nordsee und dem Vogelzug.

Die Schwesterstation auf Sylt wurde 1924 gegründet. Deshalb musste die Forschungsarbeit auch nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges nicht eingestellt werden. Zur Biologischen Anstalt Helgoland gehört außerdem seit 1981 das Zentralgebäude in Hamburg und ein Forschungsschiff.

Die Heincke

Das Forschungsschiff Heincke wurde 1990 in Dienst gestellt. Die Heincke ist etwa 200 Jahre pro Jahr auf hoher See und besitzt einen Aktionsradius von etwa 7.500 Seemeilen. Ausgestattet ist sie mit vier Forschungslabors, verschiedenen Kränen und mehreren Echolotanlagen.

Die Arbeit der Biologischen Anstalt Helgoland

Das Aufgabengebiet umfasst weit mehr als die reine Forschung. Beispielsweise unterstützt die Biologische Anstalt Helgoland andere Forschungseinrichtungen mit dem erforderlichen Material und bietet für Fortbildungen, Schüler und Studenten Kurssäle, die mit Seewasser versorgt werden können. Zudem gilt die Biologische Anstalt Helgoland als Ort mit der weltweit längsten Plankton-Daueruntersuchung. Ein beliebtes Ziel für die Besucher ist das Schauaquarium, das in 19 Becken die Welt des Meeres präsentiert. Gezeigt werden etwa faszinierende Tiere wie Haie, Rochen und ein Stör.

Das Zentrum für Wissenschaftliches Tauchen

Dieses Zentrum, in dem auch Forschungstaucher ausgebildet werden, ist ebenfalls der Biologischen Anstalt Helgoland angeschlossen. In der hauseigenen Tauchgruppe sind etwa 50 Taucher im Einsatz. Sie arbeiten sowohl an eigenen Projekten als auch als Unterstützung für andere Forscher. Ihr Aufgabengebiet umfasst die Entnahme von Proben sowie Wartung und Installation von unterseeischen Messeinrichtungen. Aktuell arbeiten sie unter anderem an einem künstlichen Riff, das 2010 am MarGate Feld eingerichtet wurde. Untersucht werden soll, welchen Einfluss künstliche Strukturen auf das Ökosystem des Meeres haben.

nach oben

Strände auf Helgoland

Wegen der starken Strömungen in der Nordsee gibt es auf Helgoland selbst keine ausgewiesenen Strände. Trotzdem lohnt sich auch für Badegäste ein Urlaub in Helgoland. Wenn sie baden wollen, haben sie auf der Nachbarinsel Düne, die zusammen mit Helgoland eine Gemeinde bildet. Bei Düne handelt es sich um eine flache Sandinsel, die bis zu einer Sturmflut anno 1721 mit Helgoland vereinigt war.

Die Strände auf Düne

Der Nordstrand auf der Helgoländer Düne eignet sich wegen der starken Brandung vor allem für geübte Schwimmer. Freunde des FKK-Badens finden hier ein eigenes Areal

Der Südstrand gilt als kinderfreundlich. Im Süden dieser Insel ist die Brandung außerdem weniger stark, sodass auch Kids ohne Bedenken ins Wasser gehen können.

Beide Strände werden von Rettungsschwimmern gesichert. Einen Hundestrand bietet Helgoland nicht.

Strandkörbe können sowohl auf der Düne als auch im Helgoländer Schwimmbad Mare Frisicum Spa Helgoland angemietet werden.

Das Mare Frisicum Spa Helgoland

Grenzenloses Badevergnügen verspricht das Mare Frisicum Spa Helgoland. Diese Badewelt besitzt mehrere Schwimmbecken. Der Innenpool ist 38 Quadratmeter groß, bietet einen brodelnden Geysir als Attraktion und ist über einen Gang mit einem 230 Quadratmeter großen Außenbecken verbunden. Dieser Bereich des Bades ist ganzjährig geöffnet.

Während der Sommermonate ist ein weiteres Außenbecken mit mehr als 200 Quadratmetern geöffnet. In diesem Spaß- und Wohlfühlbereich erwarten die Besucher ein Strömungskanal, ein Brodelbecken sowie Nackenduschen. Für die kleinen Badegäste steht ein sicheres Planschbecken zur Verfügung.

Ein absolutes Highlight erwartet die Besucher auf dem Dach des Mare Frisicum Spa Helgoland. Der Meerwasser-Whirlpool ist auf 30 Grad beheizt und bietet den Badegästen fantastische Ausblicke auf das Meer, die Düne und die roten Felsen von Helgoland.

In der Saunalandschaft stehen den Besuchern finnische Sauna, Soledampfbad, Saunarium und Ruheräume offen. Ausgedehnte Grünflächen und ein kleiner Spielplatz mit Volleyball-Netz rundet das Angebot des Mare Frisicum Spa Helgoland ab.

nach oben

Urlaubstipps und Aktivitäten auf Helgoland

Urlaubsgäste haben auf Helgoland zahlreiche Möglichkeiten, die herbe Schönheit der Insel zu entdecken und einen erholsamen und aktiven Urlaub zu erleben. Dank der sicheren Winde und Brandung in der Deutschen Bucht gilt Helgoland als Paradies für Wassersportler wie Segler und Surfer.

Wassersport auf Helgoland

Wer seinen Urlaub damit verbinden möchte, Segeln zu lernen, hat in der Hochsee Yachtschule ideale Voraussetzungen dafür. Die Teilnehmer erlernen das Segeln praxisnah an Bord von 7,5 Meter langen Kieljachten in drei bis fünf Mann starken Crews. Das Kursporgramm reicht vom Grundkurs für Einsteiger bis hin zum Regattatraining. Die Kursteilnehmer können in der Hochsee Yachtschule den Segelschein erwerben.

Die Ruderregatta

Seit 1995 findet alljährlich eine Ruderregatta mit den bekannten Helgoländer Börtebooten statt. Jede Mannschaft besteht aus 13 Personen, sie müssen ihr Boot möglichst schnell über die Distanz von 500 Metern rudern. Rund um dieses Ereignis hat sich ein kleines Volksfest mit zahlreichen Essens- und Getränkebuden entwickelt.

Die Kultur entdecken

Wie facettenreich das kulturelle Leben auf Helgoland ist, erfahren die Besucher auf dem Kulturweg. An insgesamt 14 Stationen erfahren die Besucher auf Tafeln im Unterland und Pyramiden im Oberland Wissenswertes über Brauchtum, Malerei, Literatur und Theater auf Helgoland.

Sing Akademie

Als besonderes kulturelles Highlight gilt auf Helgoland die Sing Akademie Niedersachsen. Die Sing Akademie veranstaltet zahlreiche Konzerte während des Jahres. Als besondere Highlights gelten die österlichen Passionskonzerte und die Adventskonzerte in der Vorweihnachtszeit.

Robbenbaby-Watching

Naturfreunden bietet Helgoland ein besonderes Highlight: Von Ende November können sie beim Robbenbaby-Watching auf Tuchfühlung mit den Kegelrobben gehen. Auf der Badedüne können sich die Besucher den Tieren ohne Probleme bis zu 30 Meter nähern. Die Gäste können auch eine Patenschaft für eine Robbe übernehmen und damit die Arbeit des Naturschutzvereins Jordsand unterstützen.

Der Lummensprung

Zwischen Mitte und Ende Juni erleben die Gäste auf Helgoland mit dem Lummensprung ein ganz besonderes Naturschauspiel. Die Lummenküken sind zu diesem Zeitpunkt circa drei Wochen alt und können noch nicht fliegen. Trotzdem folgen sie dem Lockruf ihrer Eltern und stürzen sich vom Lummenfelsen im Oberland bis zu 50 Meter weit ins Bodenlose. Den Aufprall auf Wasser oder Felsen überleben sie ohne Verletzungen.

Eine besondere Inselrundfahrt

Aus einer ganz anderen Perspektive können die Besucher Helgoland bei einer Rundfahrt mit einem originalen Helgoländer Börteboot entdecken. Dabei handelt es sich um etwa zehn Meter lange, hochseetüchtige Boote. Traditionell wird es auf Helgoland für den Personentransport eingesetzt.

Shopping auf Helgoland

Weil Helgoland den Status einer amtsfreien Gemeinde hat, können die Besucher hier so günstig einkaufen wie nirgendwo sonst in Deutschland. Der Grund: Helgoland gilt als Ausland und unterliegt deshalb nicht dem Steuerrecht des Kontinents. Die Waren werden hier sowohl zoll- als auch mehrwertsteuerfrei angeboten. Beim Einkaufsbummel können die Besucher also so manches Schnäppchen ergattern. Die Zollfreiheit geht übrigens auf die britische Herrschaftszeit zurück.

[ © Das Copyright liegt bei www.europe-sightseeing.com | Informationen und Sehenswürdigkeiten von Europa, Städte und Landschaften]


nach oben | Home | Sitemap | Impressum & Kontakt
©: www.europe-sightseeing.com