Norwegen - mit dem Wohnmobil ans Nordkap
Inhaltsverzeichnis
- Norwegen - mit dem Wohnmobil ans Nordkap
- Der Startschuss fällt in Kiel
- Von Lillehammer auf nach Bergen
- Von Bergen durchs Fjordland zu den Elchen
- Nordwärts über den Polarkreis
- Ein Stück Geschichte auf dem Weg zu den Lofoten
- Zur Abwechslung mal eine Walsafari
- Das Nordkap - Das Ziel unserer Reise
- Übernachtungen unterwegs
- Wohnmobilvermietung
Norwegen - mit dem Wohnmobil ans Nordkap
Mit dem Wohnmobil ans nördlichste Reiseziel Europas
Warum in den Norden? Warum Norwegen? Warum nicht an die zahlreichen Strände und ab in ein All-inclusive-Hotel, wo man sich 24 Stunden bedienen lassen kann? Weil man da nicht spürt, dass man lebt. So fühlt es sich jedenfalls für uns an. Wir wollten die schönsten Tage im Jahr zu den unvergesslichsten machen und hatten viel Zeit und Liebe in die Planung unserer Tour gesteckt. Individuell und frei von allen Zwängen sollte es werden und darum hatten wir uns für das Wohnmobil entschieden. Wir sind zwar keine erfahrenen Camper, aber die Unabhängigkeit, die man in seinem Hotel auf vier Rädern genießen kann, ist nahezu unbezahlbar.

Norwegen am Nordkap
Quelle: pixelio.de Fotograf: Dr. Jutta Nowack
Zunächst hieß es Karten wälzen, Wohnmobilanbieter auf Herz und Nieren zu checken und sich vergewissern, dass wenigstens eine Kamera in der Lage sein wird, all die Eindrücke, die auf uns warten werden, für die Erinnerung daheim festzuhalten. Sicherlich ist ein Pauschalurlaub mit ein paar wenigen Klicks im Internet gebucht, aber die Gewissheit, dass es ein einmaliges Erlebnis werden wird, ließ uns die Planung nicht als Last, sondern vielmehr als eine sich immer mehr steigernde Vorfreude anfühlen. Wir träumten schon immer davon, einmal alles hinter uns zu lassen und nur der Straße zu folgen. Ein Ziel hatten wir uns dennoch für unsere Norwegen-Reise gesetzt: Wir wollten ans Nordkap. Den nördlichsten Punkt Europas bereisen und nebenbei zahlreiche Erfahrungen der ganz besonderen Art machen. Wohl wissend, dass wir in den Sommermonaten nicht eine dunkle Nacht erleben werden, ließen wir uns auf dieses Abenteuer voller Vorfreude und unbändiger Abenteuerlust ein.
Eine Reise nach Skandinavien bedeutet für uns immer wieder eine Reise in unsere zweite Heimat. Denn so erleben wir Jahr für Jahr die Gastlichkeit und Unbeschwertheit der Skandinavier, denn der Norden Europas hat weit mehr zu bieten als Trolle, Elche und kulinarische Experimente. Und vielleicht wird diese zweite Heimat ja auch mal die erste Heimat, vorausgesetzt man findet einen passenden Job in Norwegen und ein schönes Haus.
Um nicht wie sonst das Land vom Ferienhaus zu erkunden, begann unsere Tour gleich nach dem Übersetzen der Fähre.
nach obenDer Startschuss fällt in Kiel
Unsere Tour fand am Kieler Hafen ihren Anfang und natürlich auch hier ihr Ende. Mit einer Fähre der Color-Line, die regelmäßig zwischen Kiel und Oslo verkehren, erreichten wir schließlich nach einer doch 20-stündigen Überfahrt unser erstes Ziel: Oslo. In der Hauptstadt begann unser großes Abenteuer.
Der große Hafen war Ausgangspunkt, um zu unserer ersten Übernachtung zu gelangen. Wir hatten drei Tage dafür eingeplant, da es hier einiges zu entdecken und zu erkunden gab. Wir sollten damit recht behalten, denn es war in den paar Tagen kaum zu schaffen, alles zu sehen, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten. Unter anderem waren wir im Kon-Tiki-Museum. Es zeigt Gegenstände und Wasserfahrzeuge der Expeditionen von Thor Heyerdahl. Hier kann man das originale Kon-Tiki-Floß von 1947 bewundern. Auch Statuen von der Osterinsel und einen 10 m langen Walhai kann man hier sehen. Vom Museum aus ging es dann direkt zur Festung Akershus, welche im Jahre 1299 vom König Hakon V.Mgnusson als Schloss und Festung errichtet wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Burganlage weiter ausgebaut und schließlich unter Christian IV. modernisiert und als Renaissance-Schloss eingerichtet. Ein weiteres Highlight in Oslo war zweifelsohne der Skulpturenpark und Museum Vigeland. Das Lebenswerk des Bildhauers Gustav Vigeland wird mit über 200 Skulpturen präsentiert und zeigt Bildhauer-Kunst aus Granit, Bronze und Schmiedeeisen. Da es das ganze Jahr geöffnet hat, konnten wir diesen Punkt zwischendurch anlaufen. Unseren Wissenshunger nach norwegischer Tradition und Geschichte wurde schließlich ausgiebig im norwegischen Freilichtmuseum gestillt. Auch der pulsierende Stadtkern zog ins in den Abendstunden in den Bann.
Von Oslo aus ging es im Wohnmobil in Richtung Lillehammer. Wenn man eine Reise durch Norwegen an das Nordkap plant, sollte man diese Stätte nicht verpassen, auch wenn sie im ersten Moment nicht ganz auf der Route zu liegen scheint. Doch das wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Weltberühmt wurde dieser Ort durch die Austragung der Olympischen Winterspiele 1994. Sport- und Kulturstätte in einem. Wir freuten uns nicht nur auf die Stadt, sondern auch auf das bekannte Freilichtmuseum unmittelbar in dessen Nähe.
nach obenVon Lillehammer auf nach Bergen
Von Lillehammer aus schlugen wir den Weg in die heimliche Hauptstadt Norwegens ein. Das bedeutete für uns einmal quer in Ost-Westrichtung durch das Land zu fahren, um nach Bergen zu gelangen. Eine rund 12-stündige Reise, immer auf der E16 entlang, brachte uns ans Ziel. Abenteuerlich waren vor allem die zahlreichen Kurven, die manchmal für Schrecksekunden sorgten. Doch das war es uns wert. Auf diese Weise konnten wir die Landschaften Norwegens hautnah erleben.
Erschöpft, aber überglücklich kamen wir in Bergen an. Als Erstes suchten wir unser Hotel, da wir nach diesem Höllenritt gern mal richtig duschen und eine Nacht in einem richtigen Bett schlafen wollten. Die wunderschöne Stadt Bergen zieht sich entlang der Meeresbucht Vagen und ist die regenreichste Stadt Europas. Das bekamen wir am Tag unserer Ankunft hautnah mit. Doch schon am nächsten Morgen erstrahlte die Stadt im herrlichsten Sonnenschein. Durch zahlreiche Brände im Laufe vieler Jahre ist vom ursprünglichen Kern der Stadt nicht mehr allzu viel erhalten. Dennoch finden sich in den Vororten wie Skuteviken noch einige traditionelle Lagerhäuser und Bauten aus vergangenen Zeiten. Viele Häuser des Hafenviertels stehen unter Denkmalschutz. So auch das Viertel Bryggen. Historische Holzhäuser entlang schmaler Gassen ließen uns in die alten Zeiten versetzen und wir konnten mit Sicherheit nachvollziehen, wie lebendig dieser Teil der Stadt schon immer war.
In Bergen warten nicht nur denkmalgeschützte Häuser auf seine Besucher, sondern auch eine wunderschöne Aussicht über die Stadt und die unmittelbare Umgebung. Der sogenannte "Hausberg" von Bergen bot uns einen einmaligen Blick über die Stadt mit all ihren Inseln und Buchten. Bergen bietet seinen Gästen ein umfangreiches Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten, die ganz frisch aus dem Meer auf dem Markt angeboten werden. Wir konnten es kaum erwarten, uns durch all diese Leckereien zu naschen. Aber auch die zahlreichen Pubs und Klubs eilten ihren Ruf weit voraus. Da wunderte es uns nicht, dass Bergen auch die Heimat bekannter Popstars, wie AHA ist. Wir genossen die angenehmen Stunden und bereiteten uns innerlich schon auf unsere weitere Reise vor, denn das Nordkap wartete schließlich noch auf uns!
nach obenVon Bergen durchs Fjordland zu den Elchen
Von nun an ging es unaufhaltsam Richtung Norden. Wir verließen Bergen und machten uns auf die Reise zu Norwegens berühmten Fjorden. Diese waren uns aus vorherigen Urlauben bestens bekannt, aber diesmal würden wir sie nur auf der Durchreise erleben. Von Bergen aus durchfuhren wir zahlreiche Tunnels, um schließlich dem ständigen Auf und Ab an den Fjorden an unsere Grenzen des fahrerischen Könnens zu stoßen. Unzählige Serpentinen, die uns manches Mal zweifeln ließen, ob man da überhaupt noch mit Wohnmobil durchkommt. Aber es ging alles gut.
Die Belohnung war der unvergessliche Eindruck der Naturlandschaften, welche vom Fjord geradezu mediterran anmuteten und nur wenige Hundert Höhenmeter weiter zum Fjell eine arktisch kühle Bergwelt boten. Imposante Eindrücke, die es schwer machen, in Worte gefasst zu werden. Nach rund 400 km hatten wir unser nächstes Zwischenziel, den Geirangerfjord erreicht. Dieser steht mit dem Naeroyfjord seit 2005 unter dem Titel des UNESCO-Weltnaturerbes. Zu Recht! Wir bedauern nur, dass uns nicht die Zeit geblieben war, eine ausgedehnte Kreuzfahrt zu machen. Aber unser Ziel war ja schließlich das Nordkap.
Also ging es weiter, immer auf der E6 Richtung Norden. Viele, viele Kilometer fuhren wir nordwärts, und damit wir nicht den Sekundenschlaf verfallen würden, legten wir immer wieder an den zahlreichen Picknick-Plätzen eine erholsame Rast ein. Stets auf der Lauer und mit der Kamera bewaffnet, lauschten wir, ob der König der Wälder uns eventuell die Ehre erweisen würde. Und wir sollten tatsächlich Glück haben. Bei unserer vierten Rast kam uns ein Elch vor die Linse. In freier Wildbahn und ohne Zaun wirken diese Tiere noch gewaltiger, als in den vielen Gehegen, wo wir sie bis dahin sonst gesehen hatten. Die E6 ist dafür bekannt, dass es immer wieder zu schweren Unfällen mit Elchen kommt und wir waren am Ende doch froh, dass uns keiner vor unser Wohnmobil gesprungen ist, sondern nur am Rande des Rastplatzes aus dem Wald schaute.
nach obenNordwärts über den Polarkreis
Allmählich fühlte man sich wie Peter Pan im Nimmerland. An allen Ecken und Enden gab es etwas Wunderbares und Eindrucksvolles zu sehen. Wir kamen mit dem Fotografieren kaum hinterher. Es war diese Unberührtheit und das Unverfälschte, was uns so in den Bann zog. Weiter Richtung Norden hieß es für uns. Die anhaltende Helligkeit ließ uns oft die Zeit vergessen und wir machten unsere Pausen nur nach Bauchgefühl und nicht nach der Uhr. Die Mitternachtssonne sorgte für 24 Stunden Helligkeit. Vorbei an urigen Gehöften, wo die Zeit stehen geblieben zu sein schien und immer wieder die faszinierenden skandinavischen Stabkirchen. Wir nahmen uns die Zeit und besichtigten eine Stabkirche im Ort Lom. Dafür verließen wir kurzzeitig die E6.
Diese Kirche in Lom zählt nämlich zu den schönsten Stabkirchen Norwegens und war uns diesen Abstecher wert. Ein Blick ins Innere der Kirche ließ uns erstaunen. Filigrane Holzschnitzereien und eine für uns unbekannte Architektur ließen uns aus dem Bewundern nicht mehr herauskommen. Ein Blick zurück zum Eingang zeigte uns deutlich, woher diese Kirchen ihren Namen haben. Auf frei stehenden Holzstäben wird das Mittelschiff gehalten und zwischenliegende Andreaskreuze sorgen für den nötigen Halt.
Beeindruckt von dieser Baukunst setzten wir unsere Fahrt fort. Allmählich spürten wir, dass wir uns dem nördlichsten Punkt mit jedem Kilometer näherten. Die nächste wichtige Zwischenetappe erreichten wir schließlich nach drei Tagen Fahrt. Der nördliche Polarkreis. Ein Grund mehr, eine ausgedehnte Pause zu machen und Fotos zum Beweis zu schießen. Ein informatives Polarkreiscenter bietet neben zahlreichen Souvenirs auch ein kleines Museum, in dem unter anderem ein fast 3 m aufrecht stehender Eisbär zu sehen ist. In einem dieser Shops erleichterten wir noch unsere Reisekasse, um Trolle, Plüscheisbären und Ansichtskarten zu kaufen. Jetzt war unser Ziel wirklich nicht mehr weit.
nach obenEin Stück Geschichte auf dem Weg zu den Lofoten
Als wir mit unserem Wohnmobil dem kleinen und durchaus sehr beschaulichen Örtchen Mosjoen einen Besuch abstatteten, begaben wir uns wieder zurück auf unsere traditionelle Route. Frisch ausgestattet mit neuen Eindrücken folgten wir dem nächsten Etappenziel: die Lofoten.
Wir verließen die Küstenstraße 17 um wieder auf die Richtung Norden führende E6 zu gelangen, als wir in Stokkvagen auf ein Stück deutsche Geschichte stießen – allerdings ein Teil der Geschichte, dessen man sich als Mahnmal und nicht voll Stolz erinnern kann. Wir entschlossen, hier die alten Überreste der deutschen Wehrmacht zu besichtigen, um zu verstehen, was in der Zeit des 2. Weltkrieges passierte. Da Norwegen neutral war, wurde die Besetzung durch deutsche Truppen nur schwer gebilligt. Ziel war es, die Eisenerzlieferung aus dem schwedischen Kiruna zu sichern. Uns erstaunte zutiefst, dass die Norweger bemüht waren, in den Beschilderungen sogar etwas Positives aus dieser Zeit zu gewinnen. So konnten wir auf einem der Schilder lesen, dass sich die medizinische Versorgung durch die Deutschen erheblich gebessert hatte. Alte Geschütze, Wasserminen und Bunkeranlagen waren nicht gerade das, was wir auf dieser Reise erwarten hatten, zu Gesicht zu bekommen. Aber auch das gehört dazu.
Nach einer erholsamen Nacht ging es nun weiter zu den Lofoten. Eine durch ein lang gestrecktes Gebirge geprägte Inselkette, die heute durch viele Brücken miteinander verbunden sind. So weit nördlich kamen wir nun endlich in den Genuss, die Mitternachtssonne zu erleben. Auf der Insel Gimsoya hatten wir es uns auf einem Rastplatz gemütlich gemacht. Mit der Kamera verfolgten wir den Lauf der Sonne, wie sie am Horizont verweilte und statt zu versinken allmählich wieder ihren Lauf nahm. Einfach nur faszinierend. Über eine Brücke gelangen wir auf die Nachbarinsel Austvagoy und erfreuten uns an den bizarren Felsformationen und den einsamen Buchten, die hier hinter jeder Kurve auf einen warten. Die Bewohner der Lofoten leben hauptsächlich von der Fischerei. Weltbekannt sind die luftgetrockneten Dorsche, an denen auch wir nicht vorbei kamen. Langsam aber holte uns unser eigentliches Reiseziel wieder ein und wir verließen die Inseln.
nach obenZur Abwechslung mal eine Walsafari
Bei unserer Tourplanung stand schon zu Beginn fest, wenn wir schon so weit nördlich mit dem Wohnmobil reisen, sollten wir uns eine Walsafari nicht entgehen lassen. Voller Zuversicht und freudiger Erwartung steuerten wir das beschauliche Fischerdorf Andenes an. Verträumt wie auf einem Postkartenbild lag es nun vor uns. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen für unser mobiles Hotel und tankten Kraft für den folgenden Tag.
Mit großen Erwartungen standen wir vor dem Schiff, welches uns etliche Kilometer raus aufs offene Meer bringen würde und man garantierte uns sogar eine Walsichtung. Der Pottwal wurde uns im Startcenter genausten erläutert und wir wurden darüber informiert, was wir zu beachten haben. Draußen auf dem Meer geschah dann etwas, mit dem wohl keiner gerechnet hatte. Anstatt des versprochenen Pottwals näherte sich eine Gruppe Orkas unserem Schiff. Ein durchaus sehr seltenes Ereignis. Die Übelkeit durch den starken Seegang war kurz vergessen und der Anblick dieser prächtigen Meeressäuger entlohnte für jegliche Grünfärbung im Gesicht. Ein Traum ging damit für uns in Erfüllung. Die Kameras standen nicht mehr still, denn man wollte schließlich nicht nur darüber berichten, sondern auch beeindruckende Bilder dazu zeigen.
Von der aufregenden Walsafari noch ganz aus dem Häuschen machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg nach Tromso, der größten Stadt Nordnorwegens und liebevoll auch das "Tor zur Arktis" genannt. Die weltweit nördlichste Universitätsstadt wirkte quirlig und unglaublich lebendig. Das kann aber auch daran liegen, dass wir die letzten Tage nahezu ständig allein waren. Wir nutzten die Zeit und fuhren mit der Seilbahn zu einem Aussichtspunkt, der einen herrlichen Blick über Tromso freigibt. Ein bauliches Einzelstück ist die Eismeerkathedrale, die die nördlichste Kirche überhaupt sein soll – so heißt es zumindest. Die Stadt überstand, anders als andere Städte im Norden Norwegens die Besatzung durch deutsche Truppen unbeschadet. Sehenswert war neben dem Hafen mit den malerischen Häusern auch der lebendige Stadtkern, der mit vielen Geschäften und Gaststuben zum ausgiebigen Bummeln einlud.
nach obenDas Nordkap - Das Ziel unserer Reise
Die Stadt Tromso hatten wir hinter uns gelassen und allmählich spürten wir, dass wir dem Nordkap immer näher kamen. Die Entfernungen zwischen einzelnen Ortschaften wuchsen und an der Vegetation konnte man erkennen, dass man sich sehr weit im Norden befindet. Es sind rund 400 km Fahrt auf der E6 die wir fahren mussten, um nach Alta zu gelangen. Die Stadt selber hat nicht allzu viel zu bieten, doch unmittelbar in ihrer Nähe befindet sich das UNESCO-Weltkulturerbe der Felsritzungen. Wir bewunderten die 6.000 – 2.000 Jahre alte Kunst und wanderten auf extra angelegten Holzstegen um die Felsen herum.
Von hier aus fuhren wir in Richtung Hammerfest, die letzte Etappe vor dem großen Ziel Nordkap. Bereits jetzt trafen wir immer wieder auf Rentiere, die auch gern mal waghalsig vor unserem Wohnmobil über die Straßen sprangen und uns den einen und anderen Schreck versetzten.
In Hammerfest angekommen, mussten wir feststellen, dass es mit der Einsamkeit vorbei war, denn die Stadt ist der Ausgangspunkt für viele, die an das Nordkap wollen. Selbst in der Stadt fühlen sich die Rentiere sichtlich wohl. Das erinnerte uns an schottische oder walisische Schafherden, die auch unbekümmert durch die Ortschaften wandern. Noch einmal schlafen und dann würden wir am Ziel unserer Reise sein.
Wir brachen am folgenden Tag voller Spannung zu unserer letzten Etappe auf. Wie schon auf den vergangenen Hunderten von Kilometern wurde die Vegetation immer karger und die Siedlungen immer spärlicher. Bis auf ein paar Rentiere und einzelne kleine Fischerdörfer sah man nichts mehr. Das Nordkap befindet sich auf der Insel Mageroya, welche man heute über den längsten Straßenunterseetunnel gegen eine saftige Gebühr erreicht. Auf der Insel angekommen, mussten wir noch ein paar Kilometer zurücklegen, um ans Ziel zu kommen. Die Menschenleere sollte nicht mehr lange andauern. Endlich hatten wir unser Reiseziel nach einigen Kurven erreicht und standen nun voller Stolz am Nordkap. Die berühmte Weltkugel auf dem Plateau dient als Hintergrund für unser wohl wichtigstes Foto. Wir wollten es erst nicht glauben, dass sich hier tatsächlich Hunderte von Touristen tummeln, doch je näher die Mitternachtsstunde rückte, umso voller wurde es. Schließlich wurde unser Reiseziel für ein paar Stunden zur Touristenhochburg am nördlichsten Ende Europas. Doch das war uns all die Strapazen wert. Von hier hatte man einen unbeschreiblichen Blick aufs Eismeer und man spürte förmlich, wie nah der Nordpol war. Die Mitternachtssonne strahlte und unsere Herzen auch.

Norwegen am Nordkap
Quelle: pixelio.de Fotograf: Dr. Jutta Nowack
Übernachtungen unterwegs
Wo man sich betten und ruhen kann
Da wir die Reise im eigenen Hotel auf vier Rädern bewerkstelligten, mussten wir uns nicht sonderlich um Übernachtungsmöglichkeiten bemühen. Das Schöne an Norwegen ist das sogenannte "Allmannsrecht" welches jedem gestattet, wild zu campen. Also kann man seinen Camper an jeden beliebigen Platz parken und nächtigen. Allerdings wird erwartet, dass der Platz so verlassen wird, wie man ihn vorgefunden hat. Das sollte allerdings kein Problem sein, denn die Schönheit der Natur ist man das schließlich auch schuldig.
Ebenso hat man Möglichkeiten, auf einen der zahlreichen Campingplätze zu gastieren. Hier variieren die Ausstattungen der Sanitäranlagen von rustikal bis modern. Das erfährt man aber beim "Check-in". Nun hat man die Gelegenheit, sich mal wieder zu waschen und andere Annehmlichkeiten zu nutzen. Exklusive Campingplätze haben heute teilweise sogar Swimmingpools. Da kann man sich einmal richtig erholen und neue Kraft tanken. Wer ein offenes Herz hat und den Kontakt zu den Norwegern nicht scheut, wird erstaunt sein, wie gastfreundlich die "kühlen" Nordler sind. Auch hier haben wir beste Erfahrungen gemacht. Man sollte allerdings die nötigsten Floskeln auf Norwegisch beherrschen, um sich in einem angenehmen Rahmen zu verständigen.
Wir hatten uns im Vorfeld für die Zwischenstopps in größeren Städten über mögliche Pensionen und Hotels informiert. So mussten wir vor Ort nicht mit der Suche anfangen und konnten gezielt die ausgewählten Hotels anfahren. Gerade in großen Städten wie Bergen oder Tromso war es eine Wohltat, eine Nacht in einem richtigen Bett zu schlafen, um genügend Kraft für die nächste Etappe zu tanken. Alles in allem ist das Übernachten mit dem Camper in Norwegen relativ unproblematisch.
nach obenWohnmobilvermietung
Wo man günstig Wohnmobile mieten kann
Nicht jeder, der den Wunsch hat, wie wir, einmal mit dem Wohnmobil Norwegen zu erkunden, hat nicht automatisch einen Camper vor der Tür stehen. Da muss man nicht verzweifeln, sondern sich intensiv informieren und gewissenhaft vergleichen. Wir haben zahlreiche Anbieter direkt auf den Internetseiten verglichen und auf Herz und Nieren geprüft.
Wir können an dieser Stelle vor allem miet24.de empfehlen. Eine große Auswahl an Mobilen zu günstigen Preisen. Eine schöne Übersicht über Typen, Schlafplätze, Haustiererlaubnis und Sonderangebote machte es einfach zu vergleichen. Aber auch bekannte Anbieter, wie zum Beispiel der ADAC, Hymer oder Erento.de haben eine große Auswahl. Vergleichen ist hier das Wichtigste. Wir haben uns nicht von vermeintlich billigen Tagespreisen blenden lassen. Denn entscheidend sind letztendlich die Mietbedingungen. Hier sind vor allem die Kosten für Versicherung, Reparaturen oder Komplettausfall interessant. Schön, wenn man das alles im Tagessatz schon mitzahlt. Die Standorte der einzelnen Mobile kann man dann über eine einfache Umkreissuche in Erfahrung bringen. Je eher man weiß, wann man mieten möchte, desto größer ist die Auswahl. Wir waren jedenfalls sehr zufrieden, auch ohne ein eigenes Mobil unser Traumland zu erkunden.
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