Wandern München - Venedig
Inhaltsverzeichnis
- Wandern München - Venedig
- München – Wolfratshausen – Bad Tölz – Benediktinerwand – Rißtal
- Karwendelhaus – Hallrangerhaus – Wattens/Hall – Lizumer Hütte – Dominikushütte
- Dominikushütte – Stein – Pfunders – Brixen – Schlüterhütte
- Schlüterhütte – Grödner Joch – Fedaiasee – Alleghe
- Tissihütte – Rifugio Pian de Fontana – Schiara – Belluno
- Belluno – Revine – Priùla – Bocca Callalta
- Bocca Callalta – Jesolo – das Ziel Venedig!
- Übernachtungsmöglichkeiten München - Venedig
- Abwechslung unterwegs: Rafting- oder Kajakabenteuer
Wandern München – Venedig
Niemand sollte sich auf eine Wette einlassen – aber ich habe es getan, als ich meine Freunde in München besuchte. An einem lauen Abend im Mai saßen wir in einem der lauschigen Biergärten und hatten viel Spaß. Ich weiß nicht mehr genau, wie wir darauf kamen, doch ging es um Urlaube, die wir noch nicht gemacht haben. So kam das Gespräch auch auf Fernwanderungen. Meine Freundin sagte gleich, dass sie sich dies nicht zutrauen würde. Nun und ich in meinem jugendlichen Leichtsinn lachte und meinte, das bisschen laufen könne ja so schlimm nicht sein. Sogleich hatten alle mich am Wickel, von wegen ich müsse dies beweisen. So blieb mir nichts anderes übrig – der Gedanke reizte mich auch – und ich erwiderte: "In Ordnung, ich wette mit Euch, dass ich eine Wanderung von München nach Venedig unbeschadet schaffe."
Gesagt – getan, die Sache war beschlossen und ich bereitete mich schon mal mental auf mein persönliches Abenteuer vor. Da hatte ich mir etwas eingebrockt, denn regelmäßig Sport machte ich schon lange nicht mehr, nur die täglichen Spaziergänge mit meinen beiden Hunden halten mich in Form, aber ob das für eine über 500-km-Wanderung durch ein Hochgebirge reicht? Also begann ich mit der Suche nach Informationen und wie so oft hatte ich wieder einmal Glück. Durch Zufall stolperte ich sozusagen über eine Annonce im Internet, wo zwei erfahrene Bergwanderer noch jemanden suchten, mit dem sie genau den Weg gehen wollten, den auch ich zu gehen beabsichtigte.
Das war ein echter Glücksfall, denn nun konnte ich mich mit den richtigen Tipps für meine Tour fit machen. Als Erstes übte ich an einigen Wochenenden, d. h., es wurde mir empfohlen, ein paar Routen über 30 km abzulaufen, wenn die Füße dann am Abend noch dran sind, dann könnte ich auch 500 km schaffen. Natürlich brachte ich es zustande, sogar viel besser, als ich es vermutete. Ich hatte mir gleich ein paar gute Wanderschuhe gekauft, die ich bei meinen Übungswanderungen auch gleich einlaufen konnte. Nachdem ich dies hinter mir hatte, war es mir möglich, nun endlich meinen Urlaub von Mitte August bis Mitte September einzureichen, denn solange braucht es schon für die Strecke.
nach obenMünchen – Wolfratshausen – Bad Tölz – Benediktinerwand – Rißtal
Am Vorabend des 15. August trafen wir in München bei meinen Freunden ein und übernachteten dort. Am nächsten Morgen begann am Marienplatz in München endlich unserer gemeinsames Abenteuer. Das erste interessante Objekt auf unserer Strecke war der Klettergarten, ein Stück Erdgeschichte in drei Schichten eiszeitlichen Schotters aus verschiedenen Eiszeiten, östlich von Buchenhain, am Rande des Isartals gelegen. Unser nächstes Ziel war Schäftlarn mit seiner im Jahr 762 gegründeten Benediktiner Abtei, eingebettet in einer wunderschönen Auenlandschaft im Isartal.
Gegen Abend, nach einem entspannten Wandertag, erreichten wir in Wolfratshausen unsere kleine Pension zum Übernachten. Früh am nächsten Morgen ging es weiter durch Wald, Wiesen und Moorlandschaften bis nach Bad Tölz, so langsam aber sicher näherten sich die Gipfel der Alpen. Da ich die Unerfahrene unter uns war, wurde Rücksicht auf mich genommen. Daher wählten wir ab Arzbach die leichtere von zwei Routen. Diese führte durch das Arzbachtal über Almen zur Benediktenwand und zur Tutzinger Hütte auf 1.327 m Höhe. Die andere Route führt über Brauneck, wo gleich zwei Berggipfel erklommen werden müssen.
Die Benediktenwand ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel, so konnten wir die Aussicht leider nicht in aller Stille genießen. Umso schöner war es dafür in der Jachenau, dem Wald-und Wiesental mit dem gleichnamigen Ort, was uns bald ins Rißbachtal lenkte. Ringsum strecken die imposanten Berge ihre Gipfel in den Himmel. Inzwischen waren wir bis zum Walchensee vorgedrungen, umgeben von einer durch grüne Wiesenflächen geprägten Natur, kristallklaren Bächen, seltenen Blumen und Kräutern. Ein echtes Erlebnis, denn es erleichterte das Wandern ungemein, zumindest war es so für mich. Die Mühsal eines ermüdenden Abstiegs hinter uns lassend, waren wir fast an unserem nächsten Ziel, dem Karwendelgebirge. Im Rißtal gönnten wir uns ein zünftiges Abendessen und eine erholsame Nacht, um die Hürden des folgenden Tages zu nehmen.
nach obenKarwendelhaus – Hallrangerhaus – Wattens/Hall – Lizumer Hütte – Dominikushütte
Hier im Karwendelgebirge verließen wir die Isar, die ganz in der Nähe des Hallerangerhauses entspringt. Wir hatten zwei Möglichkeiten unseren Weg fortzusetzen, den kräftezehrenden Weg vom 1.765 m hohen Karwendelhaus über die 2.749-m-Birkkarspitze zum Hallerangerhaus, mussten wir so oder so nehmen. Dafür entschädigte uns ein wunderbarer Ausblick. Das Wetter war superschön und die Sicht klar. So konnten wir die Hohen Tauern und Silvretta südlich, und das Alpenvorland nördlich sehen. Die erste Variante verläuft vom Hallerangerhaus nach Wattens, über versteckte Wege am Wattental entlang bis zur Lizumer Hütte. Doch wir schlugen den anderen Weg ein und gingen zuerst nach Hall am schönen Inn.
Nach der Übernachtung beschlossen wir einen Tag im nur 5 km entfernten Innsbruck zu verbringen, da keiner von uns die Stadt kannte. Wir fanden ein wenig Großstadtluft zu schnuppern, war nach so viel Einsamkeit, auch nicht das Schlechteste. Vor allem endlich einmal das berühmte Wahrzeichen, das "Goldene Dachl" zu sehen, einem Gebäude mit einem spätgotischen Prunk-Erker, das heute ein Museum in der Altstadt von Innsbruck ist. So machten wir Sightseeing in Innsbruck u. a. auch noch Schloss Ambras, der Außenstelle des Kunsthistorischen Museums Wien, die Hofburg und natürlich einen Bummel über die Maria-Theresien-Straße, um am Südende durch den Triumphbogen zu gehen. Ein volles Programm für einen Tag, aber wir waren ja immer noch gut zu Fuß.
Nach einer weiteren Übernachtung in Hall, und um mich wieder einmal zu schonen, nahmen wir von Hall aus die Seilbahn zur Tulfeinalm. Ein Aufstieg wäre für mich, als relativ Ungeübten, doch zu beschwerlich, obwohl ich mich ja eigentlich die Tage vorher gut geschlagen hatte. Oben angekommen schlugen wir den Weg über den Gwannschafsteig ein, eine neu markierte, mittelalterliche Steige zum Naviserjöchl und von dort zur 2.019 m hoch gelegenen Lizumer Hütte, um unser Nachtlager aufzuschlagen. Der nächste Morgen führte uns zur Spannagelhöhle am Tuxer Gletscher. Wir umgingen den Gletscher und wanderten über die Friesenbergscharte, die mit 2.910 m der höchste Punkt unserer gesamten Reise war, bis zur Dominikushütte weiter.
nach obenDominikushütte – Stein – Pfunders – Brixen – Schlüterhütte
Unser Aufbruch von der Dominikushütte ganz in der Frühe wurde heute mit einer Wanderung belohnt, die weniger an der Substanz zehrte. Als wir am Schlegeisstausee vorbei waren, überschritten wir auch schon die Grenze nach Italien. Auf gut ausgeschilderten Fährten, die einst Schmuggler und Almbauern nutzten, marschierten wir von Stein über das 2.644 m hohe Gliderschartl. Dabei konnten wir die atemberaubende Aussicht auf die Schneegipfel von Hochfeiler, Hintere Weißspitze und Hochfernerspitze genießen. Anschließend stiegen wir ins Pfunderer Tal hinab, um in Pfunders zu nächtigen. Doch bevor wir uns ausruhten, sahen wir vorher noch das Christopherus-Fresko in der Pfarrkirche an.
Nächster Tag: Aufbruch in Richtung Vintl, das eine gute Busverbindung nach Brixen hat. Diese haben wir natürlich auch genutzt, um die Sehenswürdigkeiten der historischen Altstadt in aller Ruhe anzuschauen. Der Brixner Dom und sein Kreuzgang, das Mutterhaus der Brixner Tertiarschwestern, das Priesterseminar, die Hofburg und die beiden Laubengassen sowie die Weingärten im Stadtteil Kranebitt, sind absolut einen Besuch wert. Brixen ist die älteste Stadt in Südtirol und so bot es sich an, den Tag mit einem guten Essen und Wein aus der Region, in einem Hotel nahe bei der Altstadt, ausklingen zu lassen und dort auch zu übernachten.
Am darauf folgenden Morgen starteten wir von Brixen aus, mit einem relativ kurzen Aufstieg, über das Würzjoch zur 2537 m hohen Peitlerscharte. Gekrönt wurde dies mit einem wunderschönen Rundblick in die Bergwelt. Wir hatten bisher auch wirklich Glück mit dem Wetter. Seit München nur strahlend blauer Himmel. Diese Erkenntnis ließ uns beschwingt auch das letzte Stück nach dem Peitlerkofel den Dolomitenhöhenweg entlanglaufen, bis wir dann endlich unser Ziel, die Schlüterhütte, erreichten. Damit beendeten wir unsere Etappe für den Tag. Unserer rechtzeitigen Buchung war zu verdanken, diesmal nicht im Bettenlager zu nächtigen, sondern in einem Dreibettzimmer mit Etagendusche. Das war mir persönlich sehr viel lieber, denn in den "Schlafsälen", wie in anderen Hütten, kann ich nicht so gut schlafen.
nach obenSchlüterhütte – Grödner Joch – Fedaiasee – Alleghe
Wieder auf der Walz' in dieser herrlichen Natur, ging es nun weiter zum Grödner Tal. Hier, wie in anderen Dolomitentälern, sind die Ladiner, die zu den Rätoromanen gehören, noch gegenwärtig. Ihre Sprache, die auch noch gesprochen wird, und ihre Kultur haben bis heute die Zeit überdauert. Das Gebiet der Sella liegt nun vor uns. Auf dem Bindelweg überraschte uns eine wirklich herrliche Aussicht auf die Marmolada, einem Paradies für Skifahrer im Sommer. Angetan waren wir auch von den vielen schönen Wanderwegen inmitten der Natur. Wer dann noch zum 2.242 m hohen Pordoijoch möchte, kann dies entweder auf Schusters Rappen oder mit der Seilbahn, die vom Rifugio Maria startet, erreichen.
Als wir entlang der südlichen Seite des Fedajasees in Richtung des Passes mit gleichem Namen unterwegs waren, empfanden wir das Wandern in dieser reizvollen Landschaft wie eine Erholung. Hier legten wir auch unsere nächtliche Pause ein. Es war ein tolles Gefühl, denn es waren nur noch knapp 200 km bis zu unserem endgültigen Ziel Venedig. Unsere Hochstimmung verleitete uns dazu, einer Eingebung zu folgen und den Weg durch die Sottogudaschlucht zu nehmen – einer wirklichen Besonderheit, denn die Strecke ist für alles, was mit Motor fährt, gesperrt. Die Ruhe ist ein Genuss, denn es ist nur das Rauschen der Bäche zu hören. Gut gefallen hat mir auch der typische Tiroler Gasthof, in dem wir einkehrten.
Die Nordwestwand der Civetta war eine der fantastischsten Wände in den Dolomiten, die wir zu sehen bekamen. Auch der Ausblick vom Cima de Col Rean war großartig und lässt sich nicht so leicht aus dem Gedächtnis drängen. Wir waren manchmal von den Eindrücken so überwältigt, dass wir kaum reden konnten. Ebenso die Seen zwischen den hohen weißen Bergen ließen uns oft den Atem stocken, weil diese einfach nur wunderschön sind. Dazu gehört der Alleghesee, einem typischen Bergsee der Dolomiten. Nach diesen eindrucksvollen Highlights der Natur setzten wir uns wieder einmal in eine Seilbahn, um von Alleghe aus zum 1.920 m hohen Col dei Baldi zu gelangen.
nach obenTissihütte – Rifugio Pian de Fontana – Schiara – Belluno
Als wir von unserem Schlafplatz in der Tissihütte an diesem Tag starteten, waren wir schon drei Wochen unterwegs. Gerade heute erwartete uns eine sehr abwechslungsreiche Tour, die uns zunächst einmal an der Südseite der Civetta durch das gleichnamige Tal führte – immer entlang des Dolomitenweges 1, anstrengend aber schön, die reiche Flora der Alpen zu betrachten und über Almen zu wandern. Doch schafften wir auch diesen Weg von der Carestiatohütte zum Rifugio Pian de Fontana. Ein Weg mit erhebenden Dolomitengipfeln und geprägt durch saftig-grüne Täler, was einen überaus reizvollen Gegensatz darstellt.
Um das 1.632 m hoch liegende Rifugio Pian de Fontana zu erreichen, und dann weiter zur Schiara, verläuft die Strecke immer auf dem Dolomitenweg 1. Hier befindet sich auch der Nationalpark Belluneser Dolomiten. Eine Oase der Natur, mit zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren, die nur noch in dieser Gegend vorkommen – eine Gelegenheit sich die geologischen Formationen mit roten und weißen Schluchten anzusehen oder die Spuren der prähistorischen Dolomitenbewohner zu finden. Da dieser Parkrundgang einen ganzen Tag in Anspruch nimmt, beschlossen wir, diese Attraktion auszulassen.
Ebenfalls ausgelassen haben wir den Weg über die Schiara. Denn dafür ist gutes Wetter, eine Kletterausrüstung und vor allem Erfahrung im Klettern nötig, doch ich hatte weder das eine noch das andere. Daher schlugen wir die alternative Route ein und stiegen ins Cordèvoletal ab, der über das Rifugio Furio Bianchet führt. Wir verloren dabei nichts an Schönem oder Interessantem, denn auf beiden Strecken ist die Berglandschaft relativ dünn besiedelt und urwüchsig geblieben. Dort angekommen konnten wir uns von den Anstrengungen wieder erholen und fuhren vom Rifugio Furio Bianchet aus mit dem Bus nach Belluno, unserem nächsten Ziel. Mit dieser Etappe der gewaltigen Felsmassive ließen wir auch langsam die Dolomiten hinter uns, denn in den nachfolgenden Tagen wurde es immer flacher und die Höhenunterschiede immer geringer.
nach obenBelluno – Revine – Priùla – Bocca Callalta
Nachdem wir in Belluno unser Nachtlager verließen, begingen wir die Route über den Nevegal, um den Botanischen Garten Monte Faverghera zu besichtigen, der eine Fülle Wild-und Wasserpflanzen bietet. Wir ließen eine wunderschöne Hügellandschaft hinter uns und erreichten Revine, das in Hügel eingebettet an einem malerischen See liegt. Da es schon ziemlich spät war, als wir todmüde ankamen, nahmen wir nur noch einen Imbiss ein und fielen dann wie Steine in unsere Betten. Obwohl bisher alles wirklich interessant war, fiel mir das morgendliche Aufstehen immer schwerer und ich wünschte inständig, endlich den Weg hinter mir zu haben.
Einigermaßen ausgeruht ging es am Morgen weiter, um unsere Tagesstrecke, die 27 km von Revine nach Priùla, zu bewältigen. Es war recht gut, denn die Etappe verlief meist über Fußwege oder kleine Straßen. Wir kamen an Weingärten, Burgen, Mühlen und abgelegenen Höfen vorbei und marschierten entlang dem Flüsschen Lierza. Dabei kreuzte sich unser Weg mit der Prosecco-Straße. Nun waren wir in der oberitalienischen Ebene, nur noch einen Katzensprung von Priùla entfernt. Wir freuten uns auf eine erfrischende Dusche und ein feudales Mahl. Das wollten wir uns an diesem Abend unbedingt gönnen, nachdem wir die letzten Tage fast nur von Brot und Käse gelebt hatten.
Am folgenden Tag ging es weiter entlang des Piave ins Veneto hinein, eine Landschaft in der Schönes und Hässliches oft nah beieinanderliegen. Doch ist die Region, mit seiner bewegten Vergangenheit auch heute noch durch Venedig geprägt, kulturell, wirtschaftlich sowie politisch. Der Weg nach Bocca Callalta ist eine beliebte Wanderstrecke bei Kajaksportlern, die hier davon reichlich Gebrauch machen. Wir passierten einige Ortschaften, die Obst- bzw. Weingärten vorwiesen und wo wir ein wenig italienische Lebensart kennenlernten. Die leckeren, doch einfachen Fleisch- und Fischgerichte mit Risotto oder Polenta, ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Daher war es beschlossene Sache noch eine Nacht im Bocca Callalta zu verbleiben.
nach obenBocca Callalta – Jesolo – das Ziel Venedig!
Danach legten wir noch einen guten Teil des Weges auf dem Piavedamm zurück. Von Musile aus ging es direkt entlang des alten Piave, dessen folgender Lauf auch Sile genannt wird. Endlich waren wir in Jesolo und nur noch wenige Kilometer von der Adriaküste entfernt. Unsere Schritte wurden jetzt etwas schneller, um endlich im Badeort Lido de Jesolo unsere Füße im Meer zu erfrischen. Nach einer Weile am Strand hatten wir etwas gegessen und getrunken. Daraufhin brachen wir wieder auf – immer am Strand der Halbinsel Cavallino entlang, in Richtung Bootsanlegestelle Punta Sabbioni.
Nach einer nochmaligen Überquerung des Altarms des Piave, ging es an Ortschaften und zahlreichen Campingplätzen vorbei bis wir endlich bei der Bootsanlegestelle in Punta Sabbioni ankamen. Woran wir nun überhaupt nicht gedacht haben – es gab zwei Möglichkeiten nach Venedig zu kommen. Die eine Variante ist für Eilige, d. h., es werden öffentliche Verkehrsmittel genommen, in dem Fall Motorschiffe oder Boote, die alle 30 Minuten direkt zum Markusplatz fahren. Alternativ müssten wir ein Stück zurück nach Cavallino Treporti, um dort ein Schiff zu besteigen, das uns auch zu den Inseln San Francesco del Deserto, Burona, Torcello und Murano gebracht hätte, danach erst nach Venedig.
Zum Auftanken wäre eine etwas längere Bootsfahrt genau das Richtige, um für das Getümmel gewappnet zu sein, was uns in dieser Jahreszeit auf dem Markusplatz erwartete. Nun – wir zogen den direkten Weg vor. Schon eine halbe Stunde später ein Jubelschrei – wir, im Speziellen meine Wenigkeit, hatten es geschafft. Wir standen mitten in der Menschenmenge des Markusplatzes, verschwitzt, durstig und hungrig. Sogleich machten wir uns auf die Suche nach unserem Hotel, dem Ca' Dei Conti, einem Vier-Sterne-Hotel im historischen Zentrum Venedigs. Der ehemalige Adelspalast liegt in einem typisch venezianischen Winkel, an einem Kanal in der Nähe des Markusplatzes. Doch bevor ich mich dort hineinwagte, betrat ich erst noch in die nächste Boutique, um mir etwas passendere Kleidung zu kaufen. Leider, da wir eine Nacht in Bocca Callalta verbracht hatten, konnte ich in Venedig nicht mehr viel sehen, denn ich musste am nächsten Tag zurück.
nach obenÜbernachtungsmöglichkeiten München – Venedig
Während einer Wanderung durch das Hochgebirge sollte sich darauf eingestellt werden, dass nicht immer ein komfortables Hotel oder eine Pension in der Nähe ist. Manchmal muss hingenommen werden, in einer einfachen Berghütte das Nachtlager aufzuschlagen. Die Hütten selbst sind unterschiedlich ausgestattet, mit Bettenlager – das ist sozusagen ein Schlafsaal – oder mit Mehrbettzimmern und Etagenduschen, nur um zwei Varianten zu nennen. Die einen Hütten, die geleitet werden, bieten Essen und Getränke an, bei anderen ist eine Küche zur Selbstversorgung vorhanden. Informationen über Hütten finden sich im Internet z. B. auf der Webseite des DVA, dem Deutschen Alpenverein, oder speziell für diese Ferntour Österreich/Italien unter huetten.com.
Nach Wolfratshausen und Bad Tölz ist der nächste Ort Hall am Inn. Hier stehen etliche Hotels, Gasthöfe und Pensionen zur Verfügung – in jeder Kategorie. Grundsätzlich sollten auf einer Wanderung wie dieser, Buchungen immer schon vor Antritt feststehen. Das Etappenziel Pfunders bietet ebenso Hotels oder kleine Pensionen an, die teilweise in der näheren Umgebung von Pfunders liegen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich die jeweiligen Webseiten der verschiedenen Orte anzuschauen, denn dort sind die besten Informationen für den Ort oder die Umgebung enthalten. Wir übernachteten z. B. in Pfunders-Weitental auf dem Bauernhof Wöhrenhof.
Im Brixen verbrachten wir die Nacht im Hotel Goldener Adler, einem historischen Hotel, direkt am Fluss gelegen. Weitere Möglichkeiten auf einer Wandertour die Annehmlichkeiten eines Hotels zu nutzen, gibt es in Alleghe, z. B. das Hotel La Maison oder Garni Esperanza. In Belluno übernachteten wir in der Albergo Cappello, wer es gern komfortabler hätte, könnte das Hotel Europa Executive buchen. In Priùla kehrten wir im La Pergola ein. Die Nacht im Bocca Callalta zu verbringen war keine so gute Idee, daher ist eine Unterkunft auch nicht erwähnenswert. Doch finden sich in Jesolo, Lido de Jesolo und auf der Halbinsel etliche Unterkunftsmöglichkeiten am Meer. Wir verbrachten unsere letzte Nacht direkt in Venedig in einem erstklassigen Hotel dem Ca' Dei Conti, was wirklich ein krönender Abschluss für unsere 3-wöchige Berg-und Taltour war und was ich so schnell nicht vergessen werde.
nach obenAbwechslung unterwegs: Rafting- oder Kajakabenteuer
Wer Interesse hat, im Rahmen einer Fernwanderung von München nach Venedig, eine Kanu-, Kajak- oder Rafting-Tour zu machen, sollte dabei einplanen, dass Gebiete hierfür nicht unbedingt an der Strecke liegen und es notwendig wird, in eine andere Region zu fahren. Das heißt, wahrscheinlich ließe sich dies nicht an einem Tag bewerkstelligen und sollte von der Zeit her, entsprechend in die Route mit einkalkuliert werden. Gerade dort, wo streckenweise nur Berggipfel zu erklimmen sind, ist diese Art von Sport auch nicht gerade viel verbreitet. Anbieten würde sich eine solche Tour gleich zu Anfang z. B. in der näheren Umgebung von Bad Tölz.
Hier bietet die Montevia GmbH, mit ihrem Sitz in Kochel am See, das entsprechende an. Weiteres gibt es dann auf der Wandertour in Tirol, Österreich. Für Rafting ist der Anbieter "Mountain High" vorrangig, er macht Touren in Fieberbrunn, Kitzbühel und St. Jakob in Haus-Pillerseetal, oder auch "High 5 outdoor GmbH" in Lingenau und das "Rafting-Center" in Gerlos. Speziell Kanutouren gibt es über "Floß & Co" in Großraming. Weiter südlich in Brixen hat sich der Anbieter Rafting Club Active etabliert, der zwischen Mühlbach und Brixen, Rafting oder Kajak-Touren organisiert. Diese Touren hier sind nur für absolute Profis, also für Anfänger nicht geeignet.
Im Grödner Tal in Ainet und Lienz sind drei Anbieter verzeichnet, Messner Raft Company, Outdoor Camp Osttirol und Osttiroler Kajakclub. Diese hier aufgelisteten Anbieter finden sich auch im Internet wieder. Weiter im Süden im Veneto oder der Bocca Callalta, sollte direkt in den Tourismusbüros danach gefragt werden, denn die Möglichkeit zum Kanu- oder Kajakfahren besteht immer. Eventuell sei noch zu erwähnen, dass die meisten Anbieter auch Canyoning mit in ihren Programmen haben, so ist das Gebiet um Belluno wohl dafür sehr geeignet, doch macht sich dies auch in den ziemlich hohen Preisen, für eine Gruppe mit mindestens 8 Personen, sehr bemerkbar.
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