Kanutouren in Schweden

Inhaltsverzeichnis
- Kanutouren in Schweden
- Von Kiel nach Göteborg
- In Dals Ed begann das Abenteuer
- Weiter auf den Stora Le
- Eine Plane wird zum Segel
- Die Insel Guppyinksön als Touristentreffpunkt
- Foxen – See der 1000 Inseln
- Abenteuer an der Schleuse und das Ziel vor Augen
- Zum Schluss noch drei schöne Tage in Göteborg
- Kanus vor Ort mieten
Kanutouren in Schweden
Die Natur und sonst nichts – Klein-Kanada in Europa

Wunderbare Landschaft, kleine Inseln, viel Wasser und Natur
Quelle: pixelio.de Fotograf: Birgit Heim
In der schwedischen Provinz Darsland-Värmland liegt das Eldorado für alle Naturfreunde und bekennenden Liebhaber des abenteuerlichen Outdoor-Urlaubes. Auf den vielen Seen und den Flussläufen kann man dieses unbeschreibliche Paradies im Kanu am besten erkunden. Wir freuen uns immer wieder aufs Neue, die Landschaften und die Natur zu erleben. Raus aus dem alltäglichen Stress und Trubel und hinein in die erholsame Ruhe. Nur noch das Dasein in der Natur auf das Ursprüngliche reduzieren. Das gibt einem das Gefühl, seine Lebensenergie wieder neu aufzuladen.
Die idyllische Ruhe, die wir jeden Tag erlebt haben, wirkte wie ein Wundermittel gegen die ständige Hektik im Alltag. Viele bezeichnen dieses Gebiet Schwedens auch als das Klein-Kanada in Nordeuropa. Da können wir nur zustimmen und all denen, die von der weiten Wildnis träumen, dieses schwedische Kanuparadies einfach nur ans Herz legen. Hier werden Träume an romantischen Lagerfeuern wahr. Nur mit dem wichtigsten Dingen zum Überleben ausgerüstet, kehrt man zu den Ursprüngen zurück. Am Morgen lospaddeln und nicht wissen wo man am Abend anlandet, oder einfach an einem sch?nen Platz 1-2 Tage l?nger Pause machen um dann weiter zu ziehen. Wer dabei nichts vermisst, der wird sich einfach nur wohlfühlen und die Tage in vollen Zügen genießen.
Die Kanutouren in Dalsland-Värmland können individuell zusammengestellt und direkt in Deutschland gebucht werden. Es gibt die Möglichkeiten, in kleinen Gruppen zu paddeln oder auf eigene Faust das Land zu entdecken. Also je nachdem, ob man in dieser Einsamkeit noch etwas menschliche Gesellschaft möchte oder nicht. Wir bevorzugen das Paddeln in einer kleinen Gruppe. Da hat man im Ernstfall eine weitere helfende Hand zur Seite. Das kann manchmal schon recht nützlich sein.
Da es nicht nur organisatorisch, sondern auch logistisch wesentlich besser ist, ein Kanu vor Ort zu mieten, hatten wir uns im Vorfeld bereits ausgiebig informiert.
nach obenVon Kiel nach Göteborg

Fähre nach Schweden
Quelle: pixelio.de Fotograf: Gila
Unsere Reise begann am Kieler Hafen, wo wir voller Vorfreude auf die Fähre warteten, die uns wieder nach Schweden bringen würde. Die 14-stündige Überfahrt verlief wie gewohnt ruhig und unspektakulär. Am Horizont nichts als Wasser und im Herzen das große Flattern, endlich wieder auf schwedischem Boden zu stehen. Das sanfte Schaukeln ließ uns in Gedanken davonfliegen und wir holten unsere Wasserkarte noch einmal heraus, um zu sehen, wo wir mit dem Kanu entlang paddeln würden. Wir malten uns schon die schönen Augenblicke in der Natur aus und die Fährfahrt neigte sich schneller dem Ende, als wir dachten.
Im Hafen von Göteborg angekommen, suchten wir mit hundert anderen Passagieren den fahrbaren Untersatz, der uns von der Fähre bringen sollte. Gar nicht so einfach, da nahezu alle Autos mit Dachboxen ausgestattet waren und bis unters Dach beladen waren. Aber wir fanden schließlich unser Auto und wir rollten von Bord der Fähre. Die Stadt zeigte sich im Sonnenschein von ihrer schönsten Seite. Bei unserer Heimreise würden wir uns die Zeit nehmen, Göteborg noch etwas besser kennenzulernen. Nun wollten wir erst einmal die knapp 150 km nach Dasl Ed hinter uns bringen.

Wald und Wasser in Schweden
Quelle: pixelio.de Fotograf: Matthias Reichstein
Schon nach einigen Kilometern außerhalb der Stadt sah man nichts mehr als Wälder und nur noch ganz vereinzelte kleine Siedlungen. Auch wenn man auf Schwedens Schnellstraßen für deutsche Verhältnisse nicht wirklich schnell fahren darf, ist es eine angenehme Reisegeschwindigkeit mit 90 km/h auf den weitläufigen Straßen zu fahren. Wir fühlten uns nicht gestresst und konnten schon anfangen uns zu entspannen, bevor das eigentliche Abenteuer losgehen sollte. In der Stadt Dals Ed sollte unsere Kanutour ihren Anfang finden. Hier würden wir auch die bestellten Kanus und die nötige Ausrüstung erhalten. In Dals Ed angekommen, suchten wir uns zunächst einen geeigneten Platz, um ein paar Stunden die Augen zu schließen. Am nächsten Morgen in der Früh machten wir uns dann gleich auf den Weg zu "Canodal" dem Vermieter für die Kanus.
nach obenIn Dals Ed begann das Abenteuer

Dals Ed und der Stora Le in Schweden
Quelle: pixelio.de Fotograf: Ursula Uhlmann
Wir begutachteten unser Kanu und verstauten in den blauen Tonnen einen Großteil unseres Gepäcks. Wir erhielten freundlicherweise ein Ersatzpaddel und eine Landkarte mit den besten Rastplätzen für Paddler. Außerdem bezahlten wir noch eine Kanot-Fiskekort, eine Erlaubnis, um auch in allen Seen zu angeln. Wir wollten ja in den nächsten nicht nur Tagen Dosen-Ravioli und Brot essen. Nachdem alles gut verstaut war, der letzte Proviant verpackt und die Rettungswesten angelegt waren, konnte es dann endlich losgehen. Die Rettungswesten sind in Schweden Pflicht. Egal, wie alt man ist! Aber das wussten wir und stiegen nun mit unbändiger Vorfreude in das Kanu, um die schönen Seen und Flüsse im Eldorado für Kanuten zu erkunden.
Wir begannen im Stora Le zu paddeln und mussten schon nach ein paar Metern feststellen, das der Wettergott es nicht gut mit uns meinte. Nach anfänglichem Sonnenschein jagten sich nun dicke Wolken am Himmel und uns blieb nichts weiter übrig, als die Regenbekleidung anzuziehen. Inmitten dieser Wildnis erschien einem der Regen wie ein Lied. Rings um uns war nichts weiter als Wasser, Wälder und Wildnis. Keine Brücken, keine Häuser und auch keine weitere Menschenseele. So hatten wir uns das auch immer gewünscht, wenn wir solch eine Kanutour machen. Trotz des Regens ließen wir uns nicht die Laune verderben und hielten mit wachsamen Augen stets Ausschau nach den Bewohnern des Waldes. Aber wir hatten einfach noch kein Glück. Doch es lagen ja noch einige Kilometer Wasserweg vor uns.

volles Pisswetter - aber da mu? man durch
Quelle: pixelio.de Fotograf: Henry Klingberg
Nach reichlich 5-stündiger Paddelei entschlossen wir uns, einen geeigneten Lagerplatz für die Nacht zu suchen. Als wir die Stelle gefunden hatten, waren wir erleichtert, als wir uns von den nassen Schuhen trennen konnten und diese am Feuer trockneten. Die Zelte waren nach einigem Hin und Her auch aufgestellt und wir genossen die erste helle Nacht in freier Natur. Voller Vorfreude auf die kommenden Tage schlummerten wir im Schein des Feuers allmählich ein.
nach obenWeiter auf den Stora Le

Morgens - spiegelglatter See
Der nächste Morgen begrüßte uns mit freundlichem Sonnenschein und wir begannen unseren Tag recht entspannt mit Kaffee kochen und Frühstück zubereiten. Dann hieß es erst einmal, die Zelte abbauen und die Ausrüstung wieder ins Kanu verstauen. Wir überprüften noch einmal, dass wir die Karte und den Kompass griffbereit hatten und wir setzten unsere Paddeltour auf dem Stora Le fort. Der See, der stellenweise nahezu unüberschaubar breit wurde, hielt einen recht rauen Seegang für uns bereit. Trotz der Sonne blies ein kräftiger Wind und wir hatten mächtig mit den Wellen zu kämpfen. Das ging tüchtig in die Knochen. Wir konnten von Glück reden, dass wir unseren Kompass mithatten, denn man mag es kaum glauben, aber auf diesem See kann man sich schneller verirren, als man denkt.
Wir kamen an zahlreichen Abzweigungen und Armen vorbei, sodass wir heute öfter auf die Karte schauen mussten. Neben der anstrengenden Paddelei konnten wir dennoch die Natur bewundern und sahen den einen und anderen Wasservogel neugierig an unserem Kanu vorbeifliegen. Nach einer 3-stündigen Tour trafen wir erstmals Höhe Nössemark wieder auf Zeichen von Zivilisation. Eine urig anmutende Autofähre bahnte sich ihren Weg an das andere Wasserufer. Wir hielten kurz inne und genossen diese unplanmäßige Pause.

Kurze Zeit später tauchten unsere Paddel wieder ins Wasser und wir begannen nun, uns auf die Suche nach einem geeigneten Rastplatz für diese Nacht zu machen. Wir ahnten ja nicht im Geringsten, dass es an den Ufern um Nössemark keinerlei Anlegemöglichkeiten gab. An den Ostufern gab es nur steile Uferabschnitte und das Westufer war zum größten Teil bebautes Gebiet. Nun hieß es Zähne zusammenbeißen und immer weiter in Richtung Norden paddeln. Der nächste offizielle Lagerplatz laut Karte lag auf der Insel Tronsholmarna. Doch diese war zunächst nur als unscheinbarer Punkt am Horizont zu sehen. Es half alles nichts, da mussten wir nun durch. Fast schon in Trance und mittlerweile halb verhungert, fuhren wir unserem Tagesziel entgegen. Jetzt spürten wir das ursprüngliche Leben und die Wildnis so intensiv, wie wir es uns nicht mal in den kühnsten Träumen ausgemalt hätten.
nach obenEine Plane wird zum Segel

Wir erreichten die Insel schließlich doch noch und begannen mit dem üblichen Lageraufbau: Zelte aufstellen, Feuerstelle einrichten und die feuchten Sachen und Schuhe am Feuer zum Trocknen aufhängen. Diesmal waren wir wirklich erledigt und wir vielen recht zeitig in tiefen Schlaf. Den nächsten Tag wollten wir komplett auf dieser Insel verbringen. Damit wir zum einen unsere Arme etwas schonten und zum anderen auch einmal etwas die Seele baumeln zu lassen. Nach so vielen Stunden auf dem Wasser wollten wir heute das kühle Nass auch einmal an unseren Körper lassen. Der Wettergott war uns wohl gesonnen und wir labten unsere Leiber in der schwedischen Sommersonne an unserem eigenen und völlig menschenleeren Strand. Vollkommen aufgeheizt sprangen wir in die kalten Fluten und entdeckten dabei unser Mittagessen.

Fische fangen in schwedischen Seen
Quelle: pixelio.de Fotograf: Joachim Grote
Wir holten unsere Angelausrüstung und suchten uns ein schattiges Plätzchen, um unser Essen frisch aus dem Wasser zu holen. Nach zwei Stunden sollten wir doch tatsächlich Glück haben. Ein prachtvoller Brachsen hatte doch tatsächlich gebissen. Schön, nun standen wir vor dem nächsten Problem: Wie nimmt man solch einen Fisch aus? Da wir keine so großen Erfahrungen bis jetzt hatten, schlugen wir in unserem schlauen Reiseführer nach, wo sich ein Kapitel intensiv mit der Thematik Fischfang und Zubereitung auseinandersetzt. Abenteuerlich und einmalig bereiteten wir unser eigens gefangenen Fisch zu und waren am Ende richtig stolz und satt! Die letzten Stunden des Tages nutzten wir, um die Insel im näheren Umkreis zu erkunden. Neben einer urwüchsigen Natur entdeckten wir auch vielerlei Getier und unbeschreiblich viele Ameisenhaufen. Da mussten wir uns noch in Acht nehmen, dass wir nicht all zu lang an einer Stelle standen.

Der Abend neigte sich dem Ende und wir blickten in den hellen Nachthimmel, immerhin war es schon nach 22 Uhr und am Horizont erstreckten sich schon die Landschaften Schwedens. Wir hatten einen wunderbaren Tag, den wir zum Erholen auch sehr gebraucht hatten. Am nächsten Morgen ging es routinemäßig ans Frühstück, Einpacken und wieder rauf aufs Wasser. Der Wind meinte es gut mit uns. Damit wir unsere Kräfte sparten, bauten wir unsere Regenplane kurzer Hand zum Segel um und wir segelten geschwind dahin.

Die Insel Guppyinksön als Touristentreffpunkt


Es war ein durchwachsener Tag und wir mussten recht bald unser tolles Segel wieder einziehen, da sonst die Fahrtrichtung nicht mehr mit unserer geplanten Tour übereingestimmt hätte. Unser Ziel für diesen Tag lag bei der Insel Guppyinksön. Dort sollte sich laut Karte ein offizieller Lagerplatz für Paddler sein. Mit Feuerstelle, offener Holzhütte und guten Zeltmöglichkeiten. Wir wollten ein wenig die vollkommene Einsamkeit hinter uns lassen und die Nacht in Gesellschaft verbringen.
Wir sollten tatsächlich Glück haben. Auf Guppyinksön hatte sich bereits eine kleine schwedische Paddelgruppe eingerichtet, als wir anlegten. Die Herzlichkeit war wie erwartet großartig und man konnte sich trotz bestehender Sprachbarrieren bestens verständigen. Nachdem wir unser Nachtlager errichteten, widmeten wir uns einem geselligen Abend. Wir hatten viel zu lachen und man tauschte in einem wirren Sprachgemisch seine Erfahrungen in der ewigen Wildnis Schwedens aus. Die Gesellschaft tat uns gut und wir wurden sogar zum Essen eingeladen. Nach unserem gestrigen Fischmahl gab es nun schwedische Küche am offenen Feuer. Wir waren begeistert und erlebten diesen Abend als eine Wohltat für den Geist.
Unsere Tour führte uns dann am nächsten Morgen zur schönen Insel Grunnerudsön. Entlang verschilfter und sehr schmaler Flussläufe erlebten wir diesen Abschnitt der Tour als sehr abwechslungsreich. Dadurch, dass wir erstmalig nicht auf den Weiten des großen Sees unterwegs waren, konnten wir in diesen ruhigeren Gewässern immer wieder eine kurze Rast einlegen. Wir übten unsere Geschicklichkeit im Angeln und beobachteten neugierig, wie viele kleine Fische sich ihren Weg durchs Wasser bahnten. Die Insel erreichten wir schließlich als letztes Ziel vor dem großen See Foxen.

Foxen – See der 1000 Inseln

Eine Insel im Le Lang - im Dalsland Gebiet in Schweden
Quelle: pixelio.de Fotograf: Kai Kr?ger
Die Hälfte unserer Paddeltour lag nun bereits hinter uns und vor uns erstreckte sich der prachtvolle See Foxen. Er trägt zu Recht den Beinamen See der 1.000 Inseln. Es ist ein einmaliger Anblick, wie sich die vielen kleinen Inseln fast die Hände reichen. Hier ist das Anglerparadies und schon nach wenigen Metern trafen wir auf die ersten größeren Boote, aus denen die Angeln voller Zuversicht in den See geworfen wurden. Wir vergnügten uns mit mäßig starken Paddelschlägen und umkurvten eine schöne Insel nach der anderen. Natürlich fühlte man sich immer noch einsam und das Gefühl, ein großes Abenteuer zu erleben, war nach wie vor da. Auch wenn man am Horizont einzelne tapfere Paddler wie uns zu sehen waren.


Abends am Wasser
Quelle: pixelio.de Fotograf: H. Hoppe
Der Foxen war einer der schönsten Seen, auf denen wir je gepaddelt sind. Die traumhafte Kulisse tröstete über die mittlerweile immer stärker werdenden Schmerzen in den Armen hinweg. Wir hatten zwar gut trainiert, aber in der Natur und mit mäßig intensiver Ernährung kamen wir ab und an schon an unsere körperlichen Grenzen. Doch das war es, was wir erleben wollten. Sich frei und unabhängig fühlen, ohne auf andere angewiesen zu sein. Belohnt wurden wir tagtäglich mit unbeschreiblich schönen Naturkulissen, die wie aus einem Bildband an uns vorüberzogen.
Wir umfuhren die Spitze der Küste von Dannemansön, immer in Richtung Süden, denn nun befanden wir uns schon wohl oder übel auf der Heimreise. Doch noch lagen etliche Kilometer zu Wasser vor uns. Diesmal schlugen wir unser Nachtlager am Ostufer und vis-à-vis mit Trane auf. Eine weitere romantische Wildnisnacht verwöhnte unsere Sinne und wir hielten mal wieder diesen einmaligen Moment mit der Kamera für unsere Erinnerung fest. Der Bildband würde die 100 Seiten bestimmt überschreiten.
nach obenAbenteuer an der Schleuse und das Ziel vor Augen

Eine derSchleusen in Schweden um
von einem See in den anderen zu gelangen
Quelle: pixelio.de Fotograf: Dirk Gr?tter
Ein weiterer Tag auf dem Wasser führte uns nun an eine Schleuse, die uns am anderen Ende auf den Lelang übersetzen würde. Ein freundlicher Schleusenwärter wies uns in gebrochenem Englisch ein und teilte uns mit, dass wir noch circa eine Stunde warten müssten, bis die Schleuse wieder betätigt würde, da kurz vor uns der letzte Schwung durchgelassen wurde. Also hieß das für uns, eine kleine ungeplante Pause, die wir uns mit dem Studieren der Karte vertrieben. Endlich war es schließlich so weit. Wir wurden mit zwei weiteren Kanuten in den Lelang geschleust.

Es war schon beeindruckend, dass diese Schleuse noch immer mit der Hand betätigt wurde. In der Hochsaison verdienen sich die Kinder hiermit ein schönes Taschengeld.
Nun steuerten wir auf unseren letzten Lagerplatz zu. Am Kallarebunäset schlugen wir etwas wehmütig unser Lager auf. Uns wurde allmählich bewusst, dass unser großes Abenteuer sich nun langsam dem Ende neigte. Wir genossen noch einmal die wunderschöne Natur und ließen den Abend bei einer Dose Bohnen über dem Lagerfeuer ausklingen. Am nächsten Morgen paddelten wir unaufhörlich in Richtung Süden. Die Sonne meinte es zu gut mit uns und wir beschlossen noch eine kleine Badepause einzulegen. Gut gekühlt und mit letzter Kraft ging es weiter in Richtung Bengtsfors. Als ob der Wettergott unsere Wehmut spürte, schickte er uns am folgendem Tag reichlich Regen und starken Wind. Wir hatten mit Wellen zu kämpfen und verfluchten diesen letzten Abschnitt dieser Tour. Aber auch das gehört zu einem Kanutrip in der Wildnis dazu. Das Unberechenbare macht es schließlich so außergewöhnlich.
Bei unserer Ankunft in Bengtsfors verließen uns fast die Kräfte. Zum Aufbau einer letzten Lagerstätte musste es jedoch noch reichen. Wir träumten von den aufregenden Tagen und bereiteten uns allmählich auf die Rückkehr in die hektische und stressige Welt daheim vor. Wie mit dem Vermieter der Boote abgesprochen wurde uns ein "Kanutaxi" geschickt, welches uns letztendlich an den Ausgangspunkt unserer Reise nach Dals Ed brachte. Nach dem Erledigen aller Formalitäten und dem Verstauen unseres Gepäcks in unseren Wagen schien die Zeit kurz stillzustehen. Das war sie nun, unsere große Fahrt auf den großen Seen in Schweden.


Zum Schluss noch drei schöne Tage in Göteborg

G?teborgshjulet - Vergn?gungspark in G?teborg
Quelle: pixelio.de Fotograf: Linda Ruffmann
Nach einer unbeschreiblich erholsamen Nacht in einem richtigen Bett und einer Dusche, die länger als eine Stunde dauerte, genossen wir ein ausgiebiges Frühstück im Hotel. Die Wildnis lag hinter uns und unsere Gedanken konnten sich noch nicht ganz davon lösen und doch waren wir froh, die Annehmlichkeiten, wie WC und gutes Essen wieder zu haben. Unsere Fähre zurück nach Kiel würde in drei Tagen ablegen. Also hatten wir noch genügend Zeit die zweitgrößte Stadt Schwedens noch etwas besser kennenzulernen.
Wir konnten nicht umhin und starteten mit einer prächtigen Hafenrundfahrt. Die Tour beinhaltete auch die Überfahrt zu Schwedens besterhaltenen Festung Älvsborg. Diese befindet sich an der Mündung des Göta-Flusses, da wo die Schären beginnen. Die Festung konnte auch nach mehrmaligen Angriffen durch die Dänen nicht eingenommen werden. Auf der Insel selbst nahmen wir nur noch an der empfohlenen historischen Führung teil. Zurück auf dem Festland gönnten wir uns etwas Kultur im Göteborger Kunstmuseum. Das Museum für nordische Kunst beinhaltet eine weltweit einzigartige Sammlung mit Werken der bedeutendsten Künstler aus fünf Jahrhunderten.
Nach so viel Kunst erlaubten wir uns im Herzen der Stadt in einem der wohl schönsten Botanischen Gärten Nordeuropas zu entspannen. Der japanische Teil des Gartens wartete mit einer einzigartigen Orchideen-Sammlung auf uns. Zum ausgiebigen Shoppen fehlte uns die Lust, aber wir ließen uns von den unzähligen Geschäften und Boutiquen inspirieren. Göteborg hatte auch kulinarisch einiges zu bieten. Wir hatten schließlich eine ganze Weile auf diese Köstlichkeiten verzichten müssen. In den Abendstunden schien diese Stadt noch einmal so richtig aufzublühen und wir verabschiedeten uns innerlich langsam aber sicher von unserem Urlaub in Schweden. Am nächsten Morgen würde uns die Fähre nach Kiel mit einer unglaublichen Fülle an neuen Eindrücken und Erinnerungen absetzen.
nach obenKanus vor Ort mieten
Wer einen Kanutrip auf den Seen in Schweden erleben möchte, muss nicht zwangsläufig sein eigenes Kanu mitbringen. Abgesehen vom logistischen Aufwand ist die Alternative eines zu mieten auch wesentlich bequemer. Ob man nur auf den großen Seen paddeln möchte oder eine ausgedehnte Kanutour machen will, spielt dabei keine Rolle. Wer sich im Vorfeld über seinen Startpunkt oder seinen Ferienort informiert, wird schnell feststellen, dass das Mieten von Kanadiern überall möglich ist. Zumindest überall da, wo ein See und einer Anlegestelle für Boote vorhanden ist.
Sollte man sich nicht sicher sein, kann man sich an die zuständige Touristeninformation wenden. Die können schnell und aussagekräftig Hilfe leisten. Auch das Internet informiert auf zahlreichen Seiten in deutscher Sprache über die Kanufahrten auf schwedischen Gewässern. Selbst denen, die spontan während ihres Schwedenurlaubes auf die Idee kommen, eine Paddeltour zu machen, können sich jederzeit an die zahlreichen Mietstationen wenden.


Eine große Rundreise im Kanu sollte man allerdings ausgiebig planen. Auch die Vorbereitung auf einen Wildnistrip sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, da man als Großstädter schnell an die körperlichen Grenzen in der freien Natur stößt. Viele Reiseveranstalter bieten perfekt geplante und organisierte Kanuwanderungen an. Da muss man sich um nichts kümmern, als sich selbst. Als Einstieg für Anfänger bestens empfohlen.
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