Mougins - die letzte Stadt Picassos

Er war der Superstar der bildenden Kunst des 20. Jahrhundert, ohne jedoch überspannten Allüren zu verfallen. Das zeigt auch sein letzter Wohnort.

Pablo Picasso war ein sehr vielseitiger Künstler, der im Laufe seines Lebens rund 50.000 Werke erschuf. Als er 1973 im Alter von 92 Jahren starb, lebte er nicht in seinem Geburtsland Spanien, sondern in Frankreich. In der kleinen Mittelmeerstadt Mougins, nur wenige Kilometer von Cannes entfernt.

Insgesamt verbrachte Picasso die letzten 11 Jahre seines Lebens in Mougins und prägte mit seinem Aufenthalt in der Stadt das Leben der Menschen. Pablo Picasso gehörte zu den Künstlern, die schon zu Lebzeiten zur Legende wurden. Der nur 1,63 m große Kunstmaler gehörte schon in den 1930er-Jahren zu den bekanntesten Vertretern seines Genres und er avancierte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zum Superstar.

Picasso wählte keineswegs zufällig die Kleinstadt Mougins mit ihren knapp 19.000 Einwohnern als Altersruhesitz. Vielmehr entsprach deren Lage den Vorstellungen des Künstlers, der Zeit seines Lebens die Vielfalt suchte. Kleinstädtisches Idyll, nur wenige Kilometer vom Trubel der französischen Riviera entfernt. Zugleich eine wunderbare Landschaft mit Bergen, Wäldern und romantischen Seen. Aber auch der Genussmensch Picasso kam in Mougins auf seine Kosten. Die Stadt beherbergt über 40 Restaurants und richtet jährlich ein internationales Festival der Gastronomie aus.

Mougins besuchen; erfahren, wie Gott in Frankreich lebt

Der Spruch: „Leben wie Gott in Frankreich“ könnte durchaus auf Mougins zugeschnitten sein. Der Kern der Altstadt von Mougins thront auf einem Hügel, von dem aus der Blick bis hinunter auf Cannes und das Meer schweift. Die Häuser aus dem 18- und 19. Jahrhundert gruppieren sich am Hügel absteigend im Kreis, wobei sich enge Gassen zwischen den Gebäuden bilden und ein wahres Labyrinth erzeugen. Dabei stört keinerlei moderne Architektur das Gesamtbild. Die Bäckerei, der Metzger, der Käseladen und natürlich das Bistro sind immer in erreichbarer Nähe.

Für einen Kunstmaler ist ganz Mougins eine einzige große Inspiration. Auch die Umgebung geizt nicht mit zahlreichen Motiven. So etwa der Étang de Fontmerle, ein Flachwasserteich, in dem sich die größte europäische Lotuskolonie befindet. Der Teich wiederum gehört zum Naturschutzgebiet La Valmasque.

Pablo Picasso in der Fotografie

Ein Museum mit Werken Picassos wird in Mougins vergebens gesucht. Obwohl die Erben des Malers nach dessen Tod die fällige Erbschaftssteuer mit Bildern aus seinem Nachlass beglichen, wanderten diese Werke alle nach Paris. Dafür beherbergt Mouligns das Musée de la Photographie – André Villers.

André Villers war ein Weggefährte Picassos, der den Maler unzählige Male ablichtete. In dem Museum in Mougins finden sich viele Fotografien von Pablo Picasso, die ein Bild des Künstlers zeichnen, das abseits der Kunstwerke steht. Villers hatte ein hervorragendes Gespür dafür, Stimmungen in seine Fotografien einzubinden. Wer sich auf die Spuren Pablo Picassos begibt, ist im Fotomuseum in Mougins wahrscheinlich besser aufgehoben als in den großen Museen der Welt.

Der Oktober wie auch der November sind übrigens sehr gute Reisezeiten für das französische Mittelmeer. Der touristische Trubel des Sommers ist weitgehend vorbei, aber noch besitzt die Sonne genügend Kraft, um im Straßencafé ein Getränk zu genießen oder einen längeren Spaziergang in der Natur zu unternehmen. Preislich ist Südfrankreich allgemein eher etwas teurer, bietet dafür aber auch ein Ambiente und eine Qualität bei Speisen und Getränken, die es schlicht rechtfertigen. Mougins mit seinem typisch südfranzösischen Flair gehört zweifellos dazu, was wohl auch Pablo Picasso dachte, denn immerhin hatte der Künstler die freie Wahl. Nicht Paris, nicht Barcelona, nicht New York, sondern letztlich war es das kleine beschauliche Mougins, das will was heißen, oder?

Oktober 2019



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