Menorca – die Kleinere der Balearen

Menorca, so nah und doch so fern vom Ballermann

Wenn es in Europa eine Insel gibt, die gerade in den Sommermonaten ein Schild aushängen könnte, auf dem geschrieben steht: „Wegen Überfüllung geschlossen“, dann ist dies fraglos Mallorca. Dabei gibt es ganz in der Nähe die kleine Schwester, Menorca. Tatsächlich bedeutet Mallorca: „Die Größere“, während Menorca: „Die Kleinere“ in der spanischen Sprache ist.

Sie ist zwar wesentlich kleiner, ihre Fläche beträgt etwa nur ein Viertel von der Mallorcas, aber auf Menorca besteht absolut keine Gefahr, während des wohl verdienten Urlaubs auf Verwandte oder Bekannte von zu Hause zu treffen. Auch ein Vergleich der Bevölkerungsdichte beider Inseln zeigt, das Menorca alles andere als überfüllt ist. In Mallorca tummeln sich auf den Quadratkilometer 243 Einwohner, ohne Touristen. In Menorca sind es gerade einmal 136. Mallorca wurde im Jahr 2018 von rund 13,8 Millionen Menschen besucht, die Besucherzahlen Menorcas hingegen bleiben unter der Millionengrenze.

Das Menorca ein eher unentdecktes Juwel ist, hat verschiedene Gründe. Zum einen sind auf Menorca riesige Bettenburgen nicht erlaubt. Mehr als drei Stockwerke darf kein Gebäude besitzen. Ein Verbot, das bereits 1970 erlassen wurde. Zum anderen sind die gesamte Insel sowie ihre vorgelagerten Inselchen seit 1993 ein UNSECO Biosphärenreservat. Das hat dazu geführt, das Menorca so etwas wie ein Vogelkundler-Image bekam, das doch nur von absoluten Naturfreunden besucht wird und so langweilig ist, das sich hier Fuchs und Hase allabendlich eine gute Nacht wünschen.

Menorca hat es in sich

Zunächst einmal besitzt Menorca trotz ihrer geringeren Größe mehr Strände als ihre große Schwester. Die Insel kann sogar mit einem Superlativ aufwarten. Die Hauptstadt Maó oder Mahon, je nach Schreibweise, liegt am weltweit zweitgrößten Naturhafen. Nur Sydney in Australien kann auf einen noch größeren natürlich entstandenen Hafen verweisen. Nicht zu vergessen, das in Mahon die Mayonnaise erfunden wurde, und zwar bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der französische Herzog von Richelieu, der die Insel zu dieser Zeit erobert hatte, nahm die Mayonnaise mit nach Frankreich und so wurde sie lange Zeit als französisch deklariert.

Heute ist Menorca eine quicklebendige Insel, die ihren Besuchern alles bietet, was Mallorca auch hat, nur etwas feiner und stilvoller. Ballermänner und Co sind keine Spezies, die auf Menorca beheimatet ist. Was jedoch nicht bedeutet, dass auf Menorca nicht gefeiert wird. So lässt es sich in der Cova d’en Xoroi wirklich spektakulär abtanzen. Eine Disco in einer Höhle, die in eine Steilwand über dem Meer eingebettet ist, eine einmalige Location. Auch Beachclubs wie das Isabella in Fornells, Ivette, in Cala Morell gelegen, oder der Club Francesca in Cala Galdana sind empfehlenswerte Adressen, um ein paar Beispiele für das Nachtleben der Insel anzuführen.

Menorca lebt aus seiner Tradition

Was jeden Besucher Menorcas von Anfang an fasziniert, ist der Umstand, dass dieser Insel jede Art von Hässlichkeit fehlt. Städte und Dörfer scheinen einem Bilderbuch entsprungen zu sein, von den Landschaften, den Küsten und Stränden ganz zu schweigen. Es geht alles seinen gewohnten Gang und der oder die Besucher werden einfach integriert. Zugegeben, Menorca als Urlaubsort ist nicht so preiswert wie Mallorca, aber keineswegs unbezahlbar.

So gibt es selbst jetzt in der Hauptsaison Flüge ab etwa 200 Euro hin und zurück von Frankfurt nach Mahon oder noch preiswerter von Berlin mit einer Billigfluglinie, jedoch ohne Gewähr. Es geht aber auch der Umweg über Mallorca und von dort mit der Fähre. Wer seinen eigenen Wagen mitnehmen will, muss zuerst nach Barcelona, von dort gibt es Autofähren nach Menorca. Ein Hotelzimmer auf Menorca kostet in der Hauptsaison etwa ab 70 Euro aufwärts pro Nacht. Gut, das sind keine Ballermann-Kampfpreise für Kampftrinker, aber „die“ will auf Menorca auch niemand.

Juli 2019



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