Arcachon – All inclusive, aber anders als gedacht

Arcachon an der südfranzösischen Altantikküste ist ein Ort, für dessen Gestaltung sich Natur und Mensch besondere Mühe gaben.

Der Begriff des All inclusive wird üblicherweise mit riesigen Hotelanlagen, Massen von Touristen und einer mehr oder weniger beliebten Rundum-Versorgung mit Schlafen-Essen-Trinken in Verbindung gebracht. Wenn jedoch von Arcachon die Rede ist, dann bezieht sich gerade im Sommer der Begriff All inclusive auf eine Kulturlandschaft, die in sich eine Menge dessen vereint, was sonst nur durch langwierige Fernflüge in exotische Länder zu finden ist.

Eigentlich ist Arcachon eine Kleinstadt mit gerade einmal 11.000 Einwohnern, die noch bis in das 19. Jahrhundert nur ein kleiner Fischerort war. Dann jedoch entdeckten die aus dem nahen Bordeaux stammenden Brüder Émile und Isaac Péreire, welche Möglichkeiten sich hier boten und machten Arcachon zum Seebad. Ausschlaggebend dafür waren die kilometerlangen Sandstrände und das milde Klima, das dank frischer Atlantikwinde im Sommer nur gelegentlich die 30-Grad-Marke überschreitet, sich sonst aber bei Tagestemperaturen von 26 Grad und Nachttemperaturen von 19 Grad bewegt.

Eine einmalige Lage in Europa

Es ist vor allem das Becken von Arcachon, eine riesige, gut geschützte Bucht, die die rauen Wellen des Atlantiks außen vor lässt und dem Besucher ein spiegelglattes Mini-Meer bietet.

Das natürlich entstandene Becken ließ eine Landschaft entstehen, die zur richtigen Jahreszeit den Gast in die Karibik oder einen anderen tropischen Ort der Welt versetzt. Etwa bei einem Besuch der Sandbank von Arguin. Smaragdgrünes Wasser, ein flacher Sandstrand und eben schneeweißer Sand ergeben ein Inselfeeling wie auf Jamaika oder Barbados.

Wüstenhaft würde es auf der größten Düne Europas aussehen, hätte der Besucher nicht immer wieder einen traumhaften Blick auf den Atlantik oder in der anderen Richtung auf dichte grüne Wälder. Die Dune du Pilat ist ein Faszinosum, das auch Lawrence von Arabien begeistert hätte.

Nur wenige Kilometer weiter, am Cap Ferret, am Eingang der Arcachon-Bucht, findet sich ein Leuchtturm, der einen noch besseren Rundumblick bietet, allerdings sind zuvor 258 Stufen zu bewältigen. Dann aber zeigt sich eine Symphonie der Elemente, gespickt mit den malerischen Errungenschaften menschlicher Kultur. Die Schönheit des Meeres, die Stille der Bucht, das Rauschen der Wälder rund um Arcachon und dazwischen kleine Ortschaften, die seit Jahrhunderten vor sich her träumen.

Die Bucht von Arcachon ist für viele Zugvögel eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg nach Afrika und zurück, weshalb hier extra ein ornithologischer Park errichtet wurde. Zugleich ist Arcachon für seine Austernzuchtbänke berühmt. Ein frisches dutzend Austern, Baguette, ein Glas guten Bordeauxwein, alles in einem Hafenrestaurant serviert, während malerisch die Sonne untergeht, das ist wohl der Inbegriff des Savoir-vivre.

Arcachon und Umgebung

Die flache Landschaft lädt dazu ein, sie mit dem Fahrrad zu erkunden. Allein um die Bucht führen rund 220 Kilometer extra für Radfahrer angelegte Wege zwischen Pinienwäldern und durch alte Villenviertel der Belle Epoque, die in der Hochzeit von Arcachon vor 150 Jahren gebaut wurden.

Wer das Element Wasser sehen möchte, wie es den Gezeiten gehorcht, sollte einen Abstecher an den Fluss Garonne machen, etwa 50 km von Arcachon entfernt, nördlich von Bordeaux. Zweimal am Tag entsteht hier ein Mascaret, eine Gezeitenwelle, wenn die Flut des Atlantiks in die Garonne drückt. Dann schwappt eine über einen Meter hohe und 20 km/h schnelle Welle gegen die Flussrichtung ins Landesinnere.

Die Region Arcachon bietet Natur und französische Kultur in einem besonderen Maß, das es unbedingt wert ist, erlebt zu werden.

Juli 2019



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