Wales

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Wales     Quelle: Schwarz?ugige Susanne / pixelio.de

Im Westen Großbritanniens liegt Wales. Mit fast 21.000 Quadratkilometern ist Wales der kleinste Landesteil und von drei Seiten vom Meer umschlossen. Im Norden liegt die irische See, im Westen der St. Georges Kanal und im Süden der Bristolkanal. Nur im Osten grenzt es direkt an England. Steilküsten und Strände ziehen sich auf 1.200 Kilometern an der gesamten Küstenlinie entlang.

Die Hauptstadt Cardiff mit 340.000 Einwohnern liegt an der südlichen Küste. Wales selbst hat eine stolze und lange Geschichte und war eine der letzten Regionen, in denen die Kelten bis in das frühe Mittelalter hinein weitestgehend unabhängig blieben. Die Römer errichteten hier zwar eine Reihe von Kastellen, aber nach dem Rückzug blieben die Kelten in Wales bis in das 13. Jahrhundert hinein unabhängig. Entgegen den anderen Landesteilen der britischen Insel wurde Wales aber schon sehr früh christianisiert. Sankt David ist der Nationalheilige von Wales und wurde im 6. Jahrhundert nach seiner Pilgerreise nach Rom zum Bischof ernannt. Die Normannen unter Wilhelm dem Eroberer machten um 1066 n.Chr. noch einen Bogen um Wales und erst Edward I. unterwarf die Kelten und setzte das englische Recht in den eroberten Gebieten durch. Durch die weitere Geschichte bis heute ist Wales ein sehr stolzer und widerspenstiger Landesteil der britischen Inseln und seine Bevölkerung ist ähnliche. Touristisch hat Wales viel zu bieten.

Die 1.200 Kilometer Küstenlinie, landschaftlich einmalige Schönheiten, Nationalparks und über 600 Burgen bieten unendliche Möglichkeiten für Besucher, den Urlaub zu einem unvergesslichen und individuellen Erlebnis zu machen. Hier können Sie eintauchen in die alten Geschichten und Traditionen aus der fernen Vergangenheit, die in Wales immer noch erzählt und gelebt werden. Fast jeder Ort hat in der näheren Umgebung Jahrtausende alte Steinkreise und heilige Stätten. Um den nicht ganz unbeträchtlichen Aufwand für den Erhalt der Burgen und Schlösser zu finanzieren, haben viele Besitzer ihren Besitz in ein Hotel umgewandelt, in dem die Besucher in einmaliger Atmosphäre übernachten können. Wie die Iren und die Schotten lieben auch die Waliser einen Abend in einer kleinen Kneipe mit Gesang und Tanz. Auch gibt es in vielen Orten einen engen Kalender mit kulturellen Veranstaltungen, in denen die Traditionen und Lieder der Region gepflegt werden. In Wales gibt es die unterschiedlichsten Landschaften, wo aktive Besucher ihren Urlaub beim Klettern, Surfen, Radfahren oder auch einem gepflegten Golfspiel genießen können. Lernen Sie die einzigartige und vielfältige Küche von Wales kennen, einer Mischung aus Meeresfrüchten und frischem Gemüse, gepaart mit einheimischen Fleischspezialitäten.

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Cardiff

Die Hauptstadt von Wales ist auch die bevölkerungsreichste mit ungefähr 360.000 Einwohnern. Sie liegt im Süden von Wales an der Mündung des Flusses Severn. Gegründet wurde Cardiff im Jahre 1003 n.Chr. um ein normannisches Schloss. Daher und durch den durch die Stadt fließenden Fluss Taff hat die Stadt wahrscheinlich auch ihren Namen. Auf Walisisch bedeutet Caer Dydd nämlich Fort am Taff.

Die Stadt war bis zum Beginn der Industrialisierung eher klein. In der Nähe fand man zu Beginn des 19. Jahrhunderts reiche Kohlevorkommen und die Stadtbevölkerung wuchs sprunghaft an. Innerhalb weniger Jahre verfügte Cardiff über den größten Kohlehafen der Welt. Dass Cardiff um 1905 zur Hauptstadt wurde, verdankte sie übrigens nicht ihrer Bedeutung oder Größe, sondern der einfachen Tatsache, dass hier die Infrastruktur am besten ausgebaut war. Cardiff verfügt über ein geschäftiges Stadtzentrum, wo sich historische Gebäude mit moderner Architektur auf einzigartige Weise verbinden. Nachdem die Bedeutung des Hafens sank, zogen viele kleine Cafes und Restaurants in das Hafenviertel und laden ein, die walisische Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen.

In den Gassen und Fußgängerzonen finden sich viele kleine Geschäfte und Boutiquen, in denen sich internationale, aber auch lokale Geschenke und Kleidungsstücke finden lassen. Aber eine Stadt wie Cardiff bietet auch viele Sehenswürdigkeiten. So kann man Cardiff Castle besichtigen, dessen Geschichte 2.000 Jahre zurückreicht. Die Römer errichteten hier ein Kastell, welches sie bis 500 n.Chr. in Benutzung hatten. Um 1091 bauten dann die normannischen Eroberer hier eine Festung, welche unter anderem auch als Gefängnis für Robert II., dem Sohn von Wilhelm dem Eroberer, genutzt wurde. In vielen Jahren wurde die Burg nach und nach zu einem Schloss umgebaut und modernisiert. Die Kosten dafür und gewaltige Steuerlasten führten dann dazu, dass das Schloss 1947 an die Stadt Cardiff verkauft werden musste.

Die größte Sammlung impressionistischer Kunst findet sich im National Museum Cardiff. Bereits 1882 wurde das Vorgängermuseum in elf Arrestzellen des Gerichtsgebäudes von Cardiff eröffnet. Ein Schwerpunkt war damals schon die umfangreiche Sammlung an Artefakten und Ausstellungsstücken aus dem Bereich der Naturkunde. 1927 erfolgte dann der Umzug in das für das Museum errichtete Gebäude, in dem es heute noch zuhause ist. Bis zur Eröffnung der Stadien Old Traffort in Manchester und Twickenham Stadium in London war das Millenium Stadium in Cardiff das größte Stadion im Vereinigten Königreich. 74.500 Zuschauer finden hier Platz, wenn auf dem Grün Rugby oder Fußball gespielt wird. Hier finden auch regelmäßig große Konzerte und kulturelle Showevents statt.

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Swansea

Swansea, die zweitgrößte Stadt in Wales, liegt ebenfalls im Süden und hat rund 170.000 Einwohner. Der Name leitet sich aus dem altnordischen „Sveinns ey“ für Svens Eiland ab. Im walisischen heißt sie allerdings „Abertawe“, was mit Mündung des Tawe übersetzt werden kann. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung sind über 22.000 Jahre alt. Um 900 n.Chr. siedelten die Wikinger in dieser Region und nutzten sie wohl als Stützpunkt auf ihren Eroberungszügen.

1106 wurde hier die erste richtige Befestigungsanlage von den Einwohnern errichtet und Swansea wurde, nachdem in der näheren Umgebung Kohlevorkommen entdeckt wurden, um 1550 einer der wichtigsten Häfen in Wales. Von einem Bevölkerungswachstum wie in Cardiff blieb Swansea weitestgehend verschont, auch als in den späteren Jahrhunderten die Industrialisierung die Region erfasste. So konnte sich Swansea den ursprünglich walisischen Charakter erhalten. Swansea selbst ist ein beliebtes Touristenziel. Hier finden sich Einrichtungen für Wassersportler, fast endlose Sandstrände und in der näheren Umgebung gibt es gut ausgebaute Wanderpfade, auf denen sich sagenumwobene Orte erreichen lassen. In der Stadt selbst gibt es über 200 Geschäfte und auch den Swansea Market, die größte Markthalle in Wales, wo Besucher frische Meeresfrüchte und typisch walisische Gemüsesorten kaufen können.

In den Cafes und Bars der Wind Street herrscht Tag und Nacht ein reges Treiben, welches Besucher und Einheimische anlockt. In Swansea selbst sollte man unbedingt die Ruine von Swansea Castle besuchen, einer normannischen Burg, die im Jahre 1116 erstmals schriftlich erwähnt wurde. Sie wurde oft erobert und teilweise zerstört. Nachdem die Engländer im frühen 15. Jahrhundert Wales endgültig vereinnahmten, verlor sie an militärischer Bedeutung und zerfiel. Für interessierte Besucher empfiehlt sich auch das Swansea Museum, das älteste Museum in Wales. Es wurde 1841 von einer lokalen Gruppe, die sich „The Royal Institution of South Wales“ nannte, eröffnet. In diesem Museum sind viele Exponate aus der Vergangenheit und Gegenwart Swanseas ausgestellt. Das Museum selbst ist in vier Teile über ganz Swansea verteilt: dem Hauptgebäude, dem Hafengelände, dem Straßenbahndepot und dem Collections Center.

Für die Liebhaber von Schokolade bietet sich in Swansea eine besondere Tour an: eine Führung durch die Chocolate Factory. Hier bekommt man Einblick in die laufende Produktion von Schokolade und die verschiedensten Möglichkeiten der Formgebung dieser süßen Leckerei. Ob nun die Herstellung von Tafelschokolade oder von Schokokugeln, hier werden den Besuchern die kleinen und großen Geheimnisse des Handwerks gezeigt und erklärt. Auf dem Weg durch die Anlage werden immer wieder Möglichkeiten geboten, die Schokolade auch zu kosten.

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Newport

Mit über 140.000 Einwohnern ist Newport die drittgrößte Stadt in Wales. Sie liegt ebenfalls an der Südküste, am Flusslauf des Usk. Schon in der Bronzezeit siedelten hier Fischer und das hier lebende Volk der Siluren errichtete eine erste Befestigungsanlage auf den Hügeln. Die Römer errichteten 75 n.Chr. ein befestigtes Lager, um den Flussübergang zu bewachen. Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Newport findet sich dann im 12. Jahrhundert. Die Stadt war eher unbedeutend, aber mit der Industrialisierung kam der Aufschwung und Newport wurde für die walisischen Kohleabbaugebiete im Osten bedeutend. Viele Emigranten aus anderen Teilen Englands und aus Irland kamen in die Stadt und die Bevölkerungszahl explodierte geradezu. Bis 1850 war Newport der größte Umschlagplatz für Kohle und Stahl in ganz Wales. Nach dem wirtschaftlichen Niedergang durch zwei Weltkriege und den Rückgang des Kohlebedarfs weltweit hat sich Newport mittlerweile wieder in eine florierende Stadt verwandelt.

Teile des alten Hafengeländes wurden und werden umgebaut, um neuen und attraktiven Lebensraum für die Menschen zu schaffen. In der teilweise nur für Fußgänger zugänglichen Stadtmitte finden sich viele Ladenzeilen und Cafes in wunderschönen und liebevoll restaurierten Gebäuden. Newport verfügt auch über eine große Anzahl von Clubs, Bars und den typischen kleinen Pubs, wo man bei einem Ale und guter Musik den Tag ausklingen lassen kann. In Newport befindet sich das Newport Museum, welches sich intensiv mit der Geschichte von Südwales und der alten Grafschaft von Monmouthshire auseinandersetzt. In dem Museum wird der Besucher auf zwei Ebenen von der prähistorischen Geschichte bis in das viktorianische Zeitalter geführt.

Ausführlich wird auch auf die römische Befestigung Isca Augusta eingegangen, welches sich hier zur Zeit der römischen Besatzung um 75 n.Chr. befunden hat. Ebenfalls findet sich in diesem Museum eine Sammlung von Bildern und Gemälden britischer Künstler. Das Roman Legion Museum widmet sich ebenfalls der römischen Befestigung Isca Augusta. Hier wird nochmal der Besonderheit Rechnung getragen, dass dieses Lager eines von nur 3 Lagern in ganz Britannien war, welches dauerhaft von den Römern besetzt war. In den Überresten dieser Anlage wurde dieses Museum untergebracht, um hier Artefakte und andere archäologische Funde aus der Zeit der Römer auszustellen. Sehenswert ist auch die Newport Cathedral. Im 9. Jahrhundert wurde die alte Holzkirche durch diesen Steinbau abgelöst. Leider wurde diese 1050 bei einem Angriff zerstört, doch Teile davon wurden beim Wiederaufbau der Kirche verwendet. Um 1080 war sie dann wieder komplett und hat seit 1949 den offiziellen Status einer Kathedrale.

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Cardigan

Wenn man heute durch die kleine Stadt im Westen von Wales geht, kann man kaum glauben, dass hier einmal zu Zeiten Elizabeths I. einer der größten und wichtigsten Häfen von Wales stand. Cardigan liegt am Nordufer des Flusses Teifi, der hier in die Cardigan Bay mündet. Sie wurde um 1093 von den Normannen unter Roger de Montgomery gegründet und weckte schon zu Anfangszeiten den Neid anderer Könige. Um 1165 gelang es den Walisern dann endgültig, die Stadt Cardigan den Normannen zu entreißen. Es folgten danach einige Wechsel der Herren und die Befestigungsanlagen der Stadt wurden von jedem Eroberer ein wenig weiter ausgebaut. Sehr erfolgreich siedelten sich hier später kleine Schiffswerften an und die Seile aus Cardigan waren überall sehr begehrt. Fischfang und der Export von Schiefer brachten der Stadt einigen Wohlstand. Doch der Fluss versandete das Hafenbecken und der Hafen konnte nicht mehr weiterbestehen.

Heute ist Cardigan eine kleine gemütliche Stadt mit Cafes und kleinen Geschäften in den alten Gassen. Erleben Sie das ursprüngliche Wales fernab der vollen und turbulenten Städte. In direkter Nähe von Cardigan stehen die Überreste der St. Dogmaels Abbey, einem Sakralbau aus dem Jahre 1115. Die hier lebenden Glaubensbrüder lebten nach den Grundsätzen des St. Benedict bis in das 16. Jahrhundert. Heinrich der VIII. löste die Kirche dann 1536 auf und ihre Besitztümer wurden verkauft. Cardigan entstand um die Burg Cardigan Castle, welche im Jahr 1100 durch Hilbert de Clare errichtet wurde. In ihrer Geschichte ging sie immer wieder abwechselnd von den Normannen und den Walisern erobert und weiter ausgebaut. Endgültig zerstört wurde sie dann 1645 im englischen Bürgerkrieg. Auf den Überresten der Burg steht heute ein Landhaus. Kunstinteressierte sollten der Cardigan Custom House and Gallery einen Besuch abstatten. Hier werden seit über 16 Jahren Kunstwerke von etablierten und auch jungen, talentierten Künstlern ausgestellt und auch zum Kauf angeboten.

Die Cardigan Custom House and Gallery hat ein breites Angebot an Kunstwerken aller Stilrichtungen von Künstlern aus Cardigan und Umgebung. Das Theatre Mwldan liegt mitten in der Innenstadt von Cardigan. Ursprünglich 1983 als ein lokales Projekt gegründet, um dem alten Gebäude mitten in der Stadt eine sinnvolle Funktion zu geben, hat sich daraus eine einzigartige Erfolgsgeschichte entwickelt. Im Juni 2004 wurden 7 Millionen Pfund (ca. 8,3 Mio. Euro) in die Modernisierung investiert und somit ist das Theatre Mwldan eines der modernsten Kinos in ganz Wales und hat neben den aktuellen Kinofilmen auch alternative Filme im Programm.

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Hereford

Nahe der Grenze zu England liegt die Stadt Hereford, dessen Name sich wahrscheinlich aus dem angelsächsischen für „here“, also das Heer und dem Wort „ford“, womit eine Furt gemeint ist, zusammensetzt. Hereford hat 55.800 Einwohner und liegt an dem Fluss Wye. Zusammen mit der näheren Umgebung kommt Hereford sogar auf 150.000 Einwohner. Die Geschichte der Stadt lässt sich gesichert bis in das 7. Jahrhundert zurückverfolgen, als sie die Hauptstadt des Königreichs Mercia war. Hereford war Grenzstadt und somit der Ort vieler Kämpfe zwischen den Sachsen und den Walisern, bis sie nach dem englischen Bürgerkrieg um 1645, wie auch Wales selbst, in englischen Besitz gelangte. Die Landschaft um Hereford war schon immer eher landwirtschaftlich geprägt und die Bodenschätze lohnten es nicht, größere Industrien anzusiedeln. Somit blieb Herefords historischer Charakter weitestgehend erhalten. Hereford selbst gehörte bis in 1998 zur Grafschaft Worcester und führte bis dahin auch ein eher stiefkindliches Dasein, was Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen anging. Seit der Trennung wird aber in der ganzen Stadt gebaut und renoviert, um ihr das alte Gesicht wiederzugeben und sich zu einem Magneten für Besucher in Wales zu entwickeln.

Heute schon ist Hereford eine belebte Stadt, die viele der moderneren Industrien anzieht und damit auch einen Anstieg an jungen Familien in der Bevölkerungsentwicklung mit sich brachte. Die Geschäfte, Restaurants und Pubs der Stadt bieten daher auch in den Abendstunden viel Unterhaltung für Besucher. Eines der ersten Gebäude, die von der Renovierungswelle erfasst wurden, war die Hereford Cathedral aus dem Jahre 1079. Einer ihrer größten Schätze ist die sogenannte “Mappa Mundi“, eine historische Karte der damals bekannten Welt aus dem 13. Jahrhundert. Ebenfalls findet sich hier im Glockenturm eine der ältesten Glocken überhaupt aus dem 13. Jahrhundert. Und ab und zu wird auch in der Bibliothek einer der größten Schätze überhaupt ausgestellt.

Von den nur noch acht vorhandenen ältesten Abschriften der Magna Carta ist sie die am besten erhaltene. In einem alten atemberaubend schönen Gebäude aus viktorianischer Zeit residiert die Hereford Museum & Art Gallery. Hier werden schon seit 1874 Kunstgegenstände der Region ausgestellt. Die Ausstellung wird in regelmäßigen Abständen umgestaltet und die Kunststücke ausgetauscht, um für die Besucher immer wieder Neues zu bieten. Für Freunde des Cider bietet das Cider Museum in Hereford einen interessanten Einblick in die Herstellung dieses fast schon Nationalgetränks. Eine kleine Besonderheit ist, dass das Museum eine der beiden einzigen Destillen ist, denen es erlaubt wurde, Brandy aus dem Cidre zu gewinnen.

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Snowdonia Nationalpark

Gelegen an der Nordküste von Wales umfasst der Snowdonia Nationalpark, der 1951 gegründet wurde, eine Fläche von 2.132 Quadratkilometern. Er ist damit der drittgrößte in ganz Großbritannien. Der Park verdankt seinen Namen dem höchsten Berg der Region, dem Snowdon mit einer Höhe von 1.085 Metern. Im Gegensatz zu vielen anderen Nationalparks ist dieser zum größten Teil in privater Hand und die 26.000 Einwohner des Parks bewirtschaften ihn auch. Die 9 Gebirgszüge in Snowdonia bedecken fast 52% des gesamten Parks und viele der Gipfel sind mehr als 900 Meter hoch. Damit findet sich hier eines der spektakulärsten Bergpanoramen in ganz Großbritannien.

Geologisch gesehen ist die Region Snowdonia eine der ältesten der Welt. Das Gestein der heutigen Gebirgszüge ist nachweislich schon über 500 Millionen Jahre alt und ist gezeichnet von der Eiszeit, als gewaltige Gletscher die Berge abgeschliffen haben. Heute ist es eine von Wind und Wetter gezeichnete, urige Landschaft. Doch in den Tälern findet man grüne Wiesen, kleine Flussläufe und teilweise unberührte Natur. Wie zum Beispiel dem Llyn Tegid, dem größten natürlichen See in Wales. Er steht unter dem Schutz der Parkverwaltung und ist ein Erholungsgebiet. Hier findet man Wassersport-Angebote wie Segeln oder Angeln.

Im Park selbst gibt es Möglichkeiten zum Zelten oder im Wohnwagen bzw. Wohnmobil zu übernachten. Informationen zu den wenigen Einrichtungen bekommt man bei der Parkverwaltung. Wer die Natur genießen, aber am Abend doch lieber die Annehmlichkeiten einer festen Unterkunft wahrnehmen möchte, findet rund um den Park viele kleinere und größere Hotels, die Besuchern den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen werden. Die 13 Jugendherbergen in und um Snowdonia runden das Angebot an Unterkunftsmöglichkeiten ab. Vorbildlich ist das Projekt „Snowdonia for all“, bei dem viele Wege in dem Nationalpark behindertengerecht aus- und umgebaut wurden, damit auch wirklich alle Menschen die Möglichkeit haben, dieses Naturwunder selbst zu erleben.

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Isca Silurum

Ungefähr 75 n.Chr. erbauten die Römer in der Nähe von Newport ein Legionslager auf einer Fläche von 20,5 Hektar. Dabei handelte es sich nicht nur um militärische Unterkünfte, sondern auch um Anlagen, die den Soldaten das Leben in der harten und rauen Landschaft, in der sie Dienst taten, etwas angenehmer machen sollten. So gibt es hier auch ein Amphitheater und ein Badehaus.

Isca Silurum war die Heimat der Legio II Augusta, einer kompletten römischen Legion, die für die Sicherheit in der römischen Provinz sorgen sollte. Das Lager hatte lange Zeit Bestand, bis es um ca. 400 n.Chr. vollständig aufgegeben wurde. Die Bedeutung der Überreste des Lagers gingen in der Geschichte verloren, dafür rankten sich umso mehr Mythen und Legenden darum. 1188 hatte man die Ruinen als Überreste des Hofes von König Artus, also Camelot selbst, eingeordnet. Im 14. Jahrhundert berichtete ein Expeditionscorps von den Überresten eines Amphitheaters, aber erst im 18. Jahrhundert begann man ernsthaft in den Ruinen zu graben und stieß auf Münzen und andere Artefakte, die man der römischen Zeit zuordnen konnte.

Mittlerweile hat man viele der Bauten freigelegt. Diese und das Museum bieten den Besuchern einen Einblick in die Baukunst der Römer und warum diese Bauten für die damalige Bevölkerung so beeindruckend gewesen sein mussten. Die Therme war 47 x 21,5 Meter groß und das daneben liegende Amphitheater bot Platz für rund 6.000 Menschen. Isca Silurum war eines von nur 3 ständig besetzten römischen Legionslagern in ganz Britannien. An selber Stelle steht heute das „National Roman Legion Museum“. Hier sind fast eine halbe Million Fundstücke ausgestellt, die auch den normalen Alltag in diesem Legionslager beschreiben. Außerdem ist ein römischer Garten angelegt, in dem die Pflanzen aus der damaligen Zeit gezeigt werden und in den Ferienzeiten können Kinder hier einen Tag wie ein römischer Legionär leben.

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Pentre Ifan

Eines der bekanntesten Hünengräber in Wales ist Pentre Ifan. Es liegt weit im Westen von Wales in der Nähe der Ortschaft Fishguard. Die aus hartem Vulkangestein errichtete Anlage stammt vermutlich aus der Zeit um 3.500 v.Chr. und ist, im Gegensatz zu anderen Megalith-Anlagen aus dieser Zeit, entlang der Nord-Süd-Achse ausgerichtet, statt der üblichen Ost-West-Ausrichtung. Der fünf Meter lange Deckstein wird von 3 senkrecht stehenden Steinen in 2,40 Meter Höhe getragen und wiegt 16 Tonnen. Die Lage auf einem kleinen Hügel ermöglicht einen weiten Blick über die ganze Region. Man vermutet, dass die Erbauer dieser Anlage die Toten damit näher an die spirituelle Welt und die Sonne, als Spenderin des Lebens, der Wärme und des Überflusses bringen wollten.

Die ganze Anlage war ursprünglich als Portalgrab angelegt. Hier wurde nicht nur ein einzelner Herrscher beerdigt, sondern alle Verstorbenen einer Gemeinschaft. Heute kann man die ursprüngliche Anlage nur erahnen. Ausgrabungen um das Jahr 1936 haben nachgewiesen, dass hier ursprünglich ein knapp 40 Meter durchmessender Erdhügel mit einem Eingang an der Südseite über den Steinen aufgeschüttet war.

An einigen Stellen kann man noch die Begrenzungssteine sehen. Wie viele mystische Orte in Wales ist auch dieser hier von Sagen und Legenden umrankt. Legenden behaupten, dass hier manchmal kleine Feen auftauchen, winzige Wesen, gekleidet wie Soldaten und mit roten Kappen auf dem Kopf. Rund um die Anlage und den Nationalpark findet man viele kleinere Hotels oder auch Ferienhäuser. Man erreicht die Anlage am besten mit dem Auto, sofern man mit den teilweise recht engen Landstraßen und dem Linksverkehr gut zu Recht kommt. So kann man zum Beispiel über Cardigan auf der A487 zum Pembrokeshire Coast National Park gelangen, in dem die Anlage liegt. Sie kann ganzjährig zu den geltenden Öffnungszeiten kostenlos besucht werden. Personen unter 16 dürfen die Anlage nur in Begleitung eines Erwachsenen betreten.

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Caerphilly Castle

Die größte Burganlage in Wales Caerphilly Castle ist auch gleichzeitig die zweitgrößte in Großbritannien gleich nach Windsor Castle. Sie steht mitten in dem gleichnamigen Ort Caerphilly. Hauptsächliche Bauzeit war zwischen 1268 und 1271. Der Erbauer der Anlage Gilbert de Clare verfolgte damit das Ziel, das weitere Vordringen von Llywely ap Gruffudds in Richtung Süden aufzuhalten. Das Bauwerk gilt als Meisterwerk der damaligen Verteidigungsarchitektur in Form einer Ringburg. Diese zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass die äußeren Mauern niedriger sind als die inneren und somit auch von dort verteidigt werden konnten.

Auch sind die umgebenden Wasserverteidigungen wie Burggräben und Kanäle beispielhaft für die Zeit. Die Burg verfehlte nicht ihren Zweck und erlebte eine eher unspektakuläre Geschichte, nachdem Llywely ap Gruffudds beim König in Ungnade fiel und zum Rebellen erklärt wurde. Bis ins 15. Jahrhundert wurde die Burg nie erobert. Danach wurde aber ihre strategische Bedeutung geringer und im englischen Bürgerkrieg hat sie fast keine Schäden davongetragen. Nur ihr Südost-Turm steht seit der Zeit schief, wobei sich die Experten noch nicht sicher sind, ob nun Kriegsschäden oder Bodenabsenkungen die Ursache waren. Die Burg verfiel danach immer weiter, da sie militärisch in Zeiten der modernen Artillerie mit Kanonen und Granaten keinen militärischen Wert mehr hatte.

Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts machte sich der Marquis von Bute daran, die alten Gemäuer zu restaurieren. Nachträgliche Anbauten wurden entfernt und abgelaufene Pachtverträge nicht mehr verlängert. 1950 übergab die Familie die Burg dem englischen Staat, nachdem 3 Generationen an der Restaurierung gearbeitet hatten, der dann die weiteren Restaurierungsarbeiten koordinierte, die noch bis heute andauern. Mittlerweile ist die Burg für Besucher begehbar und sie können so selbst die gewaltigen Ausmaße der Anlage erkunden. In der Burg selbst finden sich einige Ausstellungsstücke aus der Zeit des Mittelalters, wie zum Beispiel die nachgebildeten Belagerungswaffen wie Katapult und Trebuchet.

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St. Davids Cathedral

Als eine der ältesten Kirchenanlagen in Großbritannien gilt der Ort in Pembrokshire, an dem heute die Kathedrale von St. Davids steht. Im 6. Jahrhundert gründete der spätere Schutzpatron von Wales hier ein Kloster, welches aber schon frühzeitig den ständigen Angriffen der Wikinger ausgesetzt war. Das Kloster führte die Lehren des Gründers weiter und musste sich erst 1115 dem Erzbischof von Canterbury unterstellen, nachdem der letzte keltische Bischof verstarb. Der Baustil der Kathedrale ist eher ungewöhnlich für die damalige Zeit, denn in Großbritannien hatte sich schon weitestgehend der gotische Baustil durchgesetzt. Dieser Sakralbau wurde hingegen noch in alter normannischer Bauweise errichtet. Erst später wurden auch gotische Elemente aufgenommen.

Das Bauwerk selbst war von einer Mauer umschlossen, dessen einziges Tor in die Innenstadt von St. Davids führt. Leider hat auch die Kathedrale die Zeiten nicht schadlos überstanden. Die Pest, Heinrich der VIII. und der englische Bürgerkrieg setzten den Glaubensbrüdern und dem Gebäude stark zu. Das Gebäude zerfiel immer weiter, bis es Mitte des 17. Jahrhunderts nicht mehr genutzt werden konnte. Erst im 19. Jahrhundert machte man sich daran, dieses Bauwerk zu restaurieren um es für die Nachwelt zu erhalten.

In der Kathedrale können Besucher den Bischofsschatz bewundern, den man in 4 Gräbern der bisherigen Bischöfe gefunden hatte, darunter kostbare Ringe und auch die Spitzen von mehreren Bischofsstäben. Ein besonderes Stück ist ein Mantel, den der Bischof Jenkinson bei der Krönung von Königin Victoria im Jahre 1838 trug. Ebenfalls sehenswert ist die alte Bibliothek der Kathedrale, in der Bücher aus dem 16. Jahrhundert stehen. Zu den kostbarsten Stücken gehören unter anderem auch eine Karte von Wales aus dem Jahre 1610 und ein Blatt eines Manuskriptes aus dem 12. Jahrhundert, welches über den biblischen Exodus berichtet. Die Kathedrale kann zu den Öffnungszeiten von Besuchern besichtigt werden. Ebenfalls werden geführte Touren angeboten.

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Aktivitäten in Wales

Kajak fahren

Auch in Deutschland kann man auf einem Fluss mit dem Kajak fahren. Aber wenn Sie an die Nordküste von Wales kommen, können Sie mit dem Kajak auf große Fahrt gehen. Sea-Kayaking ist dort sehr beliebt. Nach fachkundiger Einweisung und Schulung geht es mit dem Kajak hinaus auf hohe See. Die speziell angefertigten Kajaks ermöglichen es, lange Strecken ohne großen Kraftaufwand zu paddeln und damit hat man genug Zeit, die See zu genießen. Kurse kann man vor Ort buchen und Ausrüstung lässt sich bei den meisten Anbietern auch leihen.

Klettern

Wales ist einer der vielfältigsten Orte, um dem Klettersport nachzukommen. Ob nun steile Gebirgszüge, hohe Klippen oder einfache Steinmauern, klettern kann man fast überall. Besonders schön sind die Gebirge im Snowdonia National Park im Norden. Hier finden Anfänger einen Einstieg und die Erfahreneren können sich einer neuen Herausforderung stellen. Wer gerne einmal eine Klippe erklettern möchte, kann das in Pembrokshire tun. Mother Marys Kitchen ist einer der besten Orte dafür. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, kann man an einer der vielen Indoor-Kletterwände seine Klettertalent beweisen.

Surfen

Surfen in Wales ist das, was in Deutschland das Windsurfen ist. Wer aber Sonne, Strand und warmes Wasser erwartet, sollte davon in Wales Abstand nehmen. Surfen ist hier schon Extremsport. Die Lage und das Wetter in Wales lassen das Surfen eigentlich nur in den letzten Sommertagen oder den ersten Herbsttagen zu. Dann hat das Wasser wenigstens ein paar Grad und die ersten Sturmtiefs auf dem Atlantik bringen einige schöne Wellen. Die beste Region dafür ist Gower Peninsula in der Nähe von Swansea.

Wandern

Wohl nirgendwo sonst auf der Welt kann man in so gegensätzlichen Regionen wandern wie in Wales. Ein Spaziergang am Strand, durch malerische Felder und Wiesen, über Berge und an Seen entlang. Besonders schön zum Wandern ist der Snowdonia National Park mit seinen schönen Seen und atemberaubenden Gebirgszügen. Geführte Wandertouren, sogar über mehrere Tage, sind fast überall buchbar. Entsprechende Ausrüstung sollte man mitbringen.

Radfahren

In Wales gibt es den sogenannten Celtic Trail, ein Netzwerk von Fahrrad-Routen, die sich über mehr als 550 Kilometer kreuz und quer durch Wales ziehen. Mit den überall zu findenden Karten kann man auch individuell nach eigenem Leistungsvermögen planen: schöne flache Routen oder steile Bergfahrten, wie zwischen Neath und Pontypridd, wo es auf fast 600 Meter hinaufgeht. Hier findet jeder seine persönliche Lieblingsstrecke Bei einigen Anbietern kann man auch kombinierte Reisen mit Bus und Fahrrad buchen.

Special Tipps

LC Swansea

Wenn das Wetter in Wales mal nicht geeignet ist für Aktivitäten im Freien, fahren Sie doch mal nach Swansea. Das LC Swansea (ehemals Swansea Leisure Center) ist eine große Freizeiteinrichtung. Hier finden Sie ein Freizeitbad mit Wasserrutsche, Wellenbad und vielem mehr; ebenso gibt es hier ein Fitnesscenter und auch Kletterwände.

Ynshir Hall

In Machynlleth, der ehemaligen Hauptstadt von Wales, können Besucher in dem Haus übernachten, das einst Königin Victoria gehörte. Die Inneneinrichtung und die Parkanlagen sind noch so vorhanden, wie Victoria sie einst geplant und eingerichtet hat und im Garten finden Sie Bäume, die von ihr persönlich dort gesetzt wurden.

Wakestock-Festival

An der Cardigan Bay im Norden von Wales findet alljährlich das Wakestock-Festival in Anlehnung an das legendäre Woodstock-Festival statt. Hier feiert man den Wakeboard-Sport mit einer der größten Veranstaltungen der World Wakeboard Series und es spielen einige auch international bekannte Bands.

Cawl

Probieren Sie doch mal das walisische Nationalgericht Cawl. Es variiert von Region zu Region leicht, aber im Grunde sind es immer die zwei Hauptbestandteile Fleisch und Gemüse, die dann meistens zusammen als eine Art Eintopf gekocht werden. Da traditionell das Schaf als Nutzvieh gehalten wurde, wird in diesen Gerichten auch hauptsächlich Lamm- oder Schafsfleisch verarbeitet.

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