Meisterhafte Schnitzkunst im Grödental

Das Grödental erstreckt sich im Nordwesten der Dolomiten etwa auf einer Länge von 25 Kilometern durch Südtirol zwischen Waidbruck und dem Grödner Joch. Das Mekka für Touristen, vor allem für Bergwanderer und Wintersportler, beginnt bei der Enge von Pontives Porta Ladina. Durch das Grödnertal fließt der Grödner Bach, der als einer der wichtigsten Zuflüsse des Eisacks gilt. Die rund 10.000 Einwohner des Grödnertals verteilen sich auf die Gemeinden Wolkenstein, St. Ulrich und St. Christina.

Das Tal ist eingebettet in die zahlreichen Berge der Grödner Dolomiten, unterbrochen wird die Berglandschaft von kleinen Seen, die meist in einer Höhenlage von mehr als 2.000 Metern liegen.

Wann diese Region der Dolomiten besiedelt wurde, lässt sich heute nicht mehr genau rekonstruieren. Zwar wurden etwa 6.000 Jahre alte Pfeilspitzen gefunden, allerdings ist nicht geklärt, ob sie von Siedlern oder umherstreifenden Jägern stammen. Gesichert ist die Geschichte aber seit dem Mittelalter. Denn anno 1027 wurde das Grödental Teil der Grafschaft des Bischofs von Brixen. Ein Zünglein an der Waage im Spiel der Großmächte spielte das Grödental während der Tiroler Revolte im Jahre 1809, als sich die Tiroler Freiheitskämpfer gegen die französischen Besatzungstruppen behaupteten.

Heute ist der wichtigste wirtschaftliche Motor des Grödnertals der Tourismus, der vor allem Wintersportler anzieht. Vor allem in St. Ulrich (ital: Ortisei) erleben die Besucher die Meister der Tiroler Schnitzkunst, die sich vor allem hölzernen Statuen, Figuren und Einrichtungen von Kirchen widmen. Begründet wurde die Schnitzkunst in Tirol vor allem von den beiden Familien Vinazer und Trebinger zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Schnitzer aus dem Grödner Tal besuchten die renommiertesten Schulen in ganz Europa und ließen sich in der alten Heimat nieder, nachdem sie ihr Handwerk von der Pieke auf erlernt hatten.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört unter anderem das Museum Gröden in St. Ulrich. Die Gäste sehen hier nicht nur Minearlien und Fossilien, sondern auch Stücke des legendären Grödner Holzspielzeugs aus drei Jahrhunderten. Zur Sammlung gehören aber auch archäologische Funde, die bis in die Steinzeit zurückreichen. Sehenswert sind außerdem die St. Jakobs Kirche mit ihren spätgotischen Fresken und einem barocken Altar sowie die Kapelle auf Monte Pana. Wer sich für Burgen interessiert, findet im Langental und in St. Ulrich zwei Burgruinen, eine noch intakte Anlage gibt es mit der barocken Fischburg in Wolkenstein.

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