Die Fallas von Valencia – ein Fest aus Feuer und Satire

Es ist ein Frühlingsfest der besonderen Art, das jährlich in der ersten Hälfte des Monats März in der spanischen Küstenstadt Valencia stattfindet, die Fallas zu Ehren des Heiligen Josef.

Wer glaubt, dass nur in den Karnevalshochburgen am Rhein, in Köln, Düsseldorf oder Mainz, prachtvolle Umzugswagen gebaut werden, die dann meist die politische Prominenz aufs Korn nehmen, der täuscht sich. In der spanischen Großstadt Valencia erfolgt immer am 1. März der Auftakt zur „Fallas“, lautmalerisch ausgesprochen „Yaies“. Ein Fest, das 19. Tage dauert und für dessen Vorbereitung so mancher Valencianer das gesamte vorhergehende Jahr benötigte. Dabei sind die Fallas kein Karneval, sondern ein Frühlingsfest, das, vernünftig betrachtet, ein bisschen aus dem Ruder gelaufen ist und jedes Jahr noch ein bisschen mehr aus dem Ruder läuft.

Mit Zimmerleuten fing es an

Der Legende nach, genaues ist nicht bekannt, verbrannten im 18. Jahrhundert die Zimmerleute der Stadt im Frühling ihre Holzlampen, die sie in der dunklen Winterzeit in ihren Werkstätten benötigten, auf der Straße vor ihren Häusern. Irgendwann begannen sie, die Lampen vor dem Verbrennen ein bisschen zu schmücken. Daraus entstand bald ein kleiner Wettbewerb, wer die am schönsten geschmückte Lampe verbrennt und ein Tag zur Verbrennung wurde festgelegt, der 19. März, der Tag des heiligen Josef oder der Tag des San José, des Vaters von Jesus und seines Zeichens selbst Zimmermann.

Heute, über 200 Jahre später, sind die Fallas ein gigantisches Spektakel, bei dem die Bewohner der verschiedenen Stadtteile Valencias gegeneinander konkurrieren. Aus einfachen Holzlampen und kleinen Puppen, die verbrannt wurden, entstanden zwischenzeitlich geradezu gigantische Figuren aus Holz, Gips und Pappmache, die mitunter 2 Stockwerke in die Höhe ragen. Wie beim deutschen Karneval werden die valencianische, die spanische und auch die Weltprominenz satirisch nachgebildet, einzig die Heiligen-Figuren, allen voran die Heilige Maria, bleiben vom Spott der Wagenbauer verschont. Die fahrbaren Gebilde wiegen meist mehrere Tonnen und kosten nicht selten um 100.000 Euro. Trotzdem werden sie am 19. März ein Raub der Flammen, mit Ausnahme der drei Schönsten, die kommen in das Museum Fallero.

Neunzehn Tage Feuerwerk und Umzüge

In den 19 Tagen der Fallas erfolgt jeden Tag auf dem Rathausplatz ein Tagesfeuerwerk sowie nachts ein normales Feuerwerk, obwohl von „Normal“ kann in dieser Zeit nirgends in Valencia die Rede sein.

Die Vereine der Fallas haben zusammengenommen rund 150.000 Mitglieder, womit fast 20 % der Einwohnerschaft von Valencia Mitglieder eines Fallas-Vereins sind. Die sind dann auch tatsächlich während des Frühlingsfestes auf den Beinen und organisieren Umzüge, Feste und Veranstaltungen. Es beginnt am 1. März schon morgens um 7:00 Uhr und endet an diesem Eröffnungstag mit einem Feuerwerk um 20:00 Uhr. Dabei darf erwähnt werden, dass die Valencianer das Feuerwerken zur Kunst erhoben haben. Die besten Feuerwerker der Stadt sind Personen, die jeder kennt und die ihre eigenen Fans haben.

Am 6. März, Freitag, findet der erste Umzug der Fallas statt. Am Samstag dann die zweite, noch wesentlich größere Parade und am Sonntag der Wettbewerb der Fallas. Auch das Wochenende darauf ist ähnlich gestaltet, wobei an diesem Samstag und Sonntag die Sieger des Wettbewerbes ausgerufen werden. Preisverleihung ist am Montag und Dienstag, am Mittwoch die Opfergabe und dann, am Donnerstag, den 19. März 2020, von 19:00 Uhr bis 00:30 Uhr in der Nacht die Verbrennung der Fallas, wobei der Rathausplatz die zentrale Stelle der Feierlichkeiten darstellt.

Die Fallas in Valencia sind ein unglaubliches Fest der Farben, des fröhlichen Lärmens und des Feuers, mit dem ursprünglich der Winter verabschiedet wurde.

März 2020



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