Des Schwarzwalds Pantheon in Sankt Blasien

Eigentlich ist der Pantheon ein antiker Tempel in Rom, der zur Kirche umgeweiht wurde und heute den Namen Santa Maria at Martyres trägt. Doch die Architektur des Pantheons lässt sich auch im Schwarzwald, dem südlichsten Mittelgebirge Deutschlands, bewundern. Die kleine Stadt St. Blasien beherbergt den gleichnamigen Dom oder besser gesagt, die Stadt entstand erst nach dem Dom.

Der südliche Schwarzwald ist im Winter ein beliebtes Ziel für die Weihnachtsferien, aber auch für Tagesausflüge. Speziell im Winter bieten einige der hier vorhandenen Skigebiete recht große Schneesicherheit. Immerhin findet sich mit dem Feldberg, nicht mit dem Feldberg im Taunus verwechseln, der höchste Berg Deutschlands außerhalb der Alpen im Schwarzwald. Der Berggipfel liegt in 1493 m Höhe und eröffnet einen fantastischen Rundblick, der bis zu den französischen Vogesen und den Schweizer Alpen reicht. Doch der Südschwarzwald bietet neben wunderschönen Aussichten und viel schönem Wetter noch so manches Kleinod, das eine Besichtigung absolut Wert ist. Darunter auch der Dom zu St. Blasien. Ein Kirchengebäude mit wechselvoller Geschichte und einer beeindruckenden Architektur.

Dom St. Blasius – mehrmals als Phönix aus der Asche

Es gibt wohl nur wenige Kirchengebäude in Europa oder der ganzen Welt, die eine so wechselvolle Geschichte besitzen wie der Dom zu St. Blasien. Erstmals im Jahr 1036 als altes Münster eingeweiht, wurde nur rund 50 Jahre später das neue Münster geweiht, das nur eine Flussbreite entfernt entstanden ist. Dessen Standort war in der geschichtlichen Folge auch der Platz der weiteren Kirchenbauten. Das neue Münster hielt nur 200 Jahre, um dann einem Brand zum Opfer zu fallen. Noch einmal 300 Jahre später war es auch um den nächsten Sakralbau geschehen, wiederum durch ein Feuer. Den dreißigjährigen Krieg überstand das nun wieder neu errichtete Gebäude zwar, allerdings leer, denn die dort lebenden Mönche retteten sich vor der Pest und den schwedischen Soldaten in die nahe gelegene Schweiz. Im Jahr 1736 wurde die Kirche abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen. Dieser Neubau hielt gerade einmal 32 Jahre, bis wieder ein Feuer alles zerstörte. Doch wieder wurde der Dom aufgebaut und prächtig ausgestattet. Allerdings machte jetzt die Politik der Sache ein Ende. Im Jahr 1806 wurde das Kloster geschlossen und der Dom quasi rückgebaut. Die Nebengebäude wurden zu Fabrikanlagen umfunktioniert. Doch auch die nun weltliche Anlage blieb vom Feuerteufel nicht verschont. Das Jahr 1874 brachte ein Feuer mit, das die Fabriken weitgehend zerstörte. Der Großherzog von Baden ließ danach in fünfjähriger Bauzeit den Dom wieder neu entstehen, der im Jahr 1913 zur Kirche geweiht wurde. Um ein Haar hätte ein Großbrand in den Nebengebäuden im Jahr 1977 den Dom fast wieder zerstört, aber er konnte gerade noch gerettet werden.

Moderne Architekturtechnik im antiken Gewand

Der Großherzog von Baden war ein weitsichtig denkender Mensch und ließ die ursprüngliche Holzkuppel des Doms schon im 19. Jahrhundert durch Eisenfachwerk ersetzen. Hinzu kam etwas später eine Innenkuppel aus Eisenbeton. Die Auslegung des Doms zu St. Blasien als Rundbau ist für eine Klosterkirche sehr ungewöhnlich, wurde aber mit Absicht unter Vorlage des römischen Pantheons gewählt, wohl weil der Dom zu St. Blasien mehrmals neu eingeweiht wurde. Dafür verantwortlich zeichnet der frühere Abt Martin Gebert, der im 18. Jahrhundert den Dom einmal mehr aufbauen ließ und dessen Nachfolgebau genau gleich errichtet wurde, nur mit brandsicheren Materialien. Gebert ließ unter der Kirche zudem eine bedeutende Gruft für Mitglieder des habsburgischen Adelsgeschlechts anlegen, die hier am Hochrhein ihr Stammland besaßen. Vierzehn Habsburger, aus der Zeit von 1276 bis 1386, sind in der Gruft bestattet.

Wer in seinem oder ihrem Skiurlaub im Südschwarzwald einmal den Tag nicht auf der Piste verbringen will, sollte sich den Dom zu St. Blasien nicht entgehen lassen, zumal das Städtchen St. Blasien mit seinen knapp 4000 Einwohnern, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft, eine hervorragende Gastronomie zu bieten hat. Dies übrigens nicht nur im Winter. Die drei anderen Jahreszeiten geben dem Schwarzwald ein wechselvolles Gesicht, das Vergleiche mit anderen berühmten Waldgebieten nicht zu scheuen braucht.

Dezember 2018



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