Die Schweiz á la Italia - Ascona

Eigentlich ist die Gemeinde oder das Dorf Ascona ein in den Sommermonaten völlig überlaufener Touristenort am Schweizer Ufer des romantisch gelegenen Lago Maggiore. In dieser Zeit vervierfacht sich die Einwohnerzahl von 5500 auf über 20.000 Menschen, denn mehr als die Hälfte aller Immobilien im Ort sind Ferienwohnungen. Hinzu kommen unzählige Tagestouristen, die per Auto oder Motorrad anreisen, nur um an der Seepromenade zu sitzen und einen Cappuccino oder einen Prosecco zu schlürfen. Andere wiederum machen sich ein Vergnügen daraus, ihre Luxusfahrzeuge vorzuführen, indem diese auf der breiten Straße hoch und runter chauffiert werden. In der Nachsaison beziehungsweise in der kühleren Jahreszeit jedoch wird Ascona zum Märchendorf mit einer wahrhaft bezaubernden Atmosphäre.

Ascona ist der Tiefpunkt der Schweiz

Nein, das ist nicht metaphorisch gemeint, sondern geografisch. Ascona ist mit seinen 199 m ü. M. tatsächlich der tiefste Punkt der gesamten Schweiz. Von hier aus ist es ungefähr so weit zum Mittelmeer, etwa nach Genua, wie nach Zürich in der Nordschweiz. Das macht sich unter anderem an der Mentalität der wenigen „echten“ Einwohner des Dorfes, aber auch am Klima bemerkbar. Hier, auf der Südseite der Schweizer Alpen, ist es ganzjährig frostfrei. Selbst im Dezember oder Januar fällt die Temperatur im Mittel nicht unter 6 Grad. Den Beweis hierfür treten zahlreiche Palmen und sogar Bananenstauden an den Straßen und in Gärten an. Hinzu kommt, dass es in der Winterzeit wesentlich weniger regnet als im Rest des Jahres. Pro Monat sind mit nur 5 bis 6 Regentagen zu rechnen.

Ascona wurde vor allem dank seiner guten Erreichbarkeit per Pkw zum touristischen Zentrum des Kantons Tessin. Das liegt darin begründet, das Ascona wie auch die Nachbargemeinde Locarno in einer Tiefebene siedeln, die in lange vergangenen Zeiten ein Teil des Seegrundes des Lago Maggiore war. Die Schweizer bauten dazu hervorragend gewartete Autobahnen sowie den Gotthard-Tunnel, womit sich die Alpendurchquerung beziehungsweise die Querung der gesamten Schweiz von Nord nach Süd in rund zweieinhalb Stunden bewältigen lässt. Wer zum Beispiel auf der Nordseite des Gotthard-Tunnels in die Röhre bei Eisregen eintaucht und nach rund 15 km und etwa 20 min. später wieder auf der Südseite herauskommt, wird nicht selten mit strahlendem Sonnenschein empfangen.

Winterzauber mit italienischem Flair

Der Kanton Tessin ist Teil der sogenannten italienischen Schweiz, weshalb hier die Menschen bevorzugt italienisch sprechen, aber aufgrund der zahlreichen Deutschen und Nordschweizer, die hier wohnen oder regelmäßig ihren Urlaub verbringen, sind gerade die Servicefachkräfte auch der deutschen Sprache mächtig.

Das Italienische des Kantons Tessin paart sich nicht nur in Ascona mit Schweizer Gründlichkeit, weshalb über Service, Freundlichkeit und Sauberkeit nicht gesprochen werden muss, das ist selbstverständlich. Dazu kommt die traumhafte Lage am See, die im Winter nicht weniger schön ist, wobei ein Trost sein kann, das selbst im Sommer der Badespaß eher zweitrangig ist.

Am ersten und zweiten Dezember findet auf der Seepromenade von Ascona der Weihnachtsmarkt statt, wobei die Gemeinde und die anliegenden Geschäfte für eine zauberhafte Beleuchtung sorgen, die sich im Lago Maggiore spiegelt und so Fotomotive erzeugt, die sich auf den Social Media sehen lassen können und fraglos Neid erzeugen werden.

Die Schweiz ist doch teuer, oder?

Im Verhältnis etwa zu anderen interessanten Reisezielen während der Winterzeit ist Ascona nicht teuer, aber auch nicht billig. Immerhin ist es doch ein eher exklusives Reiseziel, das eben nicht mit einem Billigflieger erreicht werden kann. Dafür erhält der Gast eine Atmosphäre und eine Landschaft mit einzigartigem Flair. Wer nun denn doch nicht ohne Schnäppchen heimkehren möchte, der sollte ein paar Kilometer weiter nach San Bartolomeo auf der italienischen Seite fahren und dort echte italienische Pasta oder andere Spezialitäten des Landes kaufen.

November 2018



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