Die Königsgräber: wo einst die Herrscher bestattet wurden

Direkt an der westlichen Küste Zyperns, zwischen Kato Paphos und Ktima gelegen, befinden sich die sogenannten Königsgräber von Nea Paphos, die zur Zeit der Ptolemäer also zwischen Mitte des ersten vorchristlichen Jahrhunderts und dem dritten vorchristlichen Jahrhundert entstanden sind. Bis ins dritte nachchristliche Jahrhundert hinein wurden hier Bestattungen abgehalten, ferner dienten sie den frühen Christen als Zufluchtsort vor ihren Verfolgern.

So wurden die Königsgräber von Nea Paphos entdeckt und erforscht

Erstmals wurde die Gegend um die Königsgräber anno 1738 durch den englischen Reiseschriftsteller Richard Pococke beschrieben. Professionell beschrieben wurde die Anlage jedoch erst ab Anfang des 19. Jahrhunderts. Erstmals führte der damalige US-amerikanische Konsul Luigi Palma i Cesnola, der auch als Raubgräber bekannt war, an dieser Stelle Ausgrabungen durch. Jedoch sollte es noch bis ins Jahr 1915 dauern, bis Ausgrabungen unter wissenschaftlicher Aufsicht durchgeführt wurden. Die Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten sollen jedoch noch weitere Jahrzehnte dauern und sind bis in die Gegenwart hinein nicht komplett abgeschlossen.

Bestattungsbräuche

Die Königsgräber von Nea Paphos wurden aus Sandkalkstein in Form verschiedener Gräberarten errichtet. Von der Architektur her haben sich die Bauherren an griechischen Vorbildern orientiert. Ausgelegt waren die Gräber für Mehrfachbestattungen. So hatte jede Familie eine eigene Grabstätte besssen, die sehr wohl auch Gräber unterschiedlichen Typs enthalten konnte. Um größere Gräbergruppen herum wurden Wasserbecken angelegt, die Trinkwasser enthielten. Dieses diente der Läuterung der Verstorbenen.

Neben Keramiken aus dem dritten Jahrhundert wie Balsamgefäße oder Amphoren, fanden die Archäologen in den Gräbern auch verschiedene Schmuckgegenstände aus Elfenbein und Holz sowie Münzen aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert. Besucher können diese Artefakte im Bezirksmuseum von Paphos besichtigen. Ferner wurde aber auch ein mittelalterlicher Töpferofen gefunden, der darauf schließen lässt, dass die Königsgräber zeitweise auch als Wohnstätte genutzt wurden.

Januar 2018



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