Das Kloster von Yuste: auf den Spuren der Habsburger

Kaiser Karl V. galt im 16. Jahrhundert als mächtigster Herrscher Europas, in dessen Reich die Sonne niemals unterging. Als der Herrscher aus dem Hause Habsburg am 23. August 1556 abdankte, war er von Krankheit gezeichnet und amtsmüde. Die ständigen Auseinandersetzungen mit Frankreich und den Osmanen sowie die Reformversuche der Ständegesellschaft und der Kirche hatten den Kaiser im Lauf der Jahre zermürbt, sodass er sich in den letzten Jahren nach Ruhe und Abgeschiedenheit gesehnt hatte. Beides fand der Herrscher im Kloster von Yuste in der spanischen Extremadura.

Wanderer und Naturfreunde können dem Weg des Kaisers heute auf der Ruta Carlos V. erwandern, die sich auf einer Länge von insgesamt rund 750 Kilometern durch Spanien erstreckt. Wer nicht die komplette Ruta Carlos V. erwandern möchte, entscheidet sich häufig für das 23 Kilometer lange Teilstück zwischen dem Ort Tornavacas und dem Kloster von Yuste. Diese führt durch das Bergland der Extremadura und ist gekennzeichnet von ausgedehnten Eichen- und Kastanienwäldern, sowie Farnfeldern.

Zum Gedenken an den Kaiser

Das Kloster von Yuste wurde anno 1409 gegründet und beherbergte Mönche des Hironymitenordens, der vorwiegend in Spanien und Portugal tätig war. Der Orden entstand während des 14. Jahrhunderts, als mehrere Einsiedler beschlossen, dem Leben des heiligen Hieronymus nachzueifern. Dieser Heilige gilt als einer der vier abendländischen Kirchenlehrer aus der späten Antike und schuf eine Bibelübersetzung, die in der katholischen Kirche lange Zeit maßgeblich war. Kaiser Karl V. stand dem Orden zwar nahe, wollte diesem aber nicht beitreten.

Deshalb wurde für den abgedankten Herrscher unmittelbar neben dem Kloster von Yuste ein kleiner Palast in italienischem Stil errichtet. Weil der Kaiser in seinen letzten Jahren unter Gicht litt, war sein Schlafgemach mit dem Hauptaltar des Klosters verbunden, sodass er die Messen vom Bett aus verfolgen konnte. Das historische Kloster von Yuste können die Besucher heute allerdings nicht mehr erleben. Dieses wurde während der Napoleonischen Kriege zerstört. Franco ließ die Anlage aber ab 1949 originalgetreu wiederaufbauen.

Mai 2015



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