Kunst in der Krise

Bis zum 3. August zeigt das Brüsseler Museum der Schönen Künste Bozar die Ausstellung "No Country for young men". Gezeigt werden die Werke von 32 griechischen Künstlern, die sich in ihren Arbeiten mit der griechischen Wirtschaftskrise auseinandersetzen, die das Land seit 2010 in Atem hält. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen, Installationen, Fotos sowie Videos. Die Künstler setzen sich mit den Fragen auseinander, welche Auswirkungen die Krise auf die betroffenen Menschen hat, aber auch, welche Chancen die Krise bietet, sich neu zu erfinden.

Kapitalismuskritik neu interpretiert

Die griechische Künstlerin Lina Theodorou hat beispielsweise ein Spiel entwickelt, das auf den ersten Blick aussieht wie der kapitalistische Klassiker Monopoly. Bei "Pawnshop - Days of Misstrust" geht es jedoch nicht darum, möglichst viel Geld zu scheffeln, sondern um das nackte Überleben. Um den eigenen Bankrott abzuwenden, werden die Spieler auch zu kriminellen Machenschaften wie dem Betrug mit Sozialleistungen anstiftet. Um dieses Spiel zu konzipieren hat die Künstlerin auf tatsächliche menschliche Schicksale zurückgegriffen, die sich während der Krise ereignet haben.

Die Absicht der Ausstellung

Kuratorin Katerina Gregos hat Künstler aus verschiedenen Generationen zur Teilnahme eingeladen. Ihr Anliegen: "Die Ausstellung fokussiert auf die humanitäre Krise, die sonst aus rein politischen Motiven nicht umfangreich thematisiert wird, obwohl sie immer größere Kreise der griechischen Gesellschaft betrifft." Die Künstler setzen sich nicht nur mit den offensichtlichen Folgen wie den gewaltsamen Demonstrationen auseinander, die auch im Ausland für Aufsehen sorgen, sondern auch mit den weniger sichtbaren Folgen. Dazu gehört beispielsweise der Alltag in den Suppenküchen, in welchen die Armen gespeist werden, aber auch der Zustrom, den die rechtsradikale Partei "Goldene Morgendämmerung" erlebt.

Für Katerina Gregos ist es wichtig, unabhängig von der offiziellen Linie zu agieren. So wurde für "No Country for Young Men" bewusst auf die Inanspruchnahme öffentlicher Gelder verzichtet. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich durch Gönner und private Sponsoren.

April 2014



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