Museum der Geschichte der polnischen Juden in Warschau eröffnet

Polen galt über Jahrhunderte hinweg als ein Zentrum des jüdischen Lebens in Europa. Diese Vergangenheit soll im Museum der Geschichte der polnischen Juden wieder lebendig werden, das direkt gegenüber des Denkmals der Helden des Warschauer Ghettos eröffnet wurde. Nachdem ein Teil des Museumskomplexes bereits am 19. April 2013 - pünktlich zum Jahrestag des Warschauer Ghettoaufstandes - sind die Bauarbeiten nun abgeschlossen. Das Museum wurde am 28. Oktober 2014 feierlich eröffnet.

Die Vorgeschichte des Hauses

Nachdem das Königreich Polen im 10. Jahrhundert gegründet worden war, galt dies als einer der tolerantesten Staaten in Europa. Weil den Juden während des zwölften und 13. Jahrhunderts weitgehende Rechte zugestanden worden waren, siedelte sich hier eine große jüdische Gemeinde an, deren Geschichte erst mit der Vernichtung durch das Dritte Reich endete. Die Idee, diese fast tausendjährige Geschichte in einem eigenen Museum zu würdigen, wurde erstmals 1997 geäußert. Für dieses Vorhaben reservierte die Stadt Warschau das einzige Grundstück im einstigen jüdischen Viertel, welches noch nicht verbaut war. Die offizielle Gründung des Museums erfolgte 2005. Zunächst wurde eine begehbare Installation auf dem Grundstück errichtet, bevor im Juni der Grundstein für den eigentlichen Museumsbau gelegt wurde.

Die Architektur des Gebäudes

Für den Bau war ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben worden, bei dem sich ein finnisches Team durchgesetzt hatte. Dieses wählte als Grundriss ein Quadrat. Die gläsernen Außenwände des Gebäude werden durch einen unregelmäßigen Spalt symbolisch zerrissen und symbolisieren den Weg der Juden, den sie durch das Meer zurückgelegt haben. Analog zum Spalt in der Fassade wurden im Inneren gebogene Galerien und gewellte Betonwände eingebaut.

Das Ausstellungskonzept

Insgesamt besitzt das Museum der Geschichte der polnischen Juden eine Ausstellungsfläche von 5.600 Quadratmetern. Der größte Teil, nämlich 4.300 Quadratmeter, sind für die Dauerausstellung zur Geschichte der Juden in Polen reserviert. Auf der übrigen Fläche besteht die Möglichkeit, Wechselausstellungen zu zeigen.

November 2014



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