"Die letzten Tage der Menschheit" in Salzburg

Dass der Autor Karl Kraus sein Stück "Die letzten Tage der Menschheit" eigentlich als unspielbar erklärt hatte, tat seinem Erfolg auf den internationalen Bühnen in Form von Teilinszenierungen keinen Abbruch. Aktuell ist eine spektakuläre Neuinszenierung unter der Regie von Georg Schmiedleitner in Zusammenarbeit mit dem Wiener Burgtheater bei den Salzburger Festspielen zu sehen. Bis zum 12. August haben die Besucher der Mozartstadt an zwölf Terminen die Gelegenheit, eine Aufführung zu besuchen.

Der Autor Karl Kraus

Karl Kraus gilt als einer der wichtigsten österreichischen Schriftsteller des beginnenden 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er vor allem als Herausgeber, Verleger Chefredakteur und größtenteils alleiniger Autor der Zeitschrift "Die Fackel", die zwischen 1899 und 1936 erschien. Weil Karl Kraus sich keiner Partei zugehörig fühlte, machte er "Die Fackel" zu seinem persönlichen Sprachrohr für zeitkritische Gedanken.

Die letzten Tage der Menschheit

Das Stück "Die letzten Tage der Menschheit" gilt neben der Zeitschrift als Hauptwerk von Karl Kraus. Er verfasste das Stück in den Jahren zwischen 1915 und 1922 als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg. Mit der Arbeit daran begann er am 26. Juli 1915. "Die letzten Tage der Menschheit" zeichnet sich dadurch aus, dass es keine fortlaufende Handlung gibt, sondern das Stück aus 200 Szenen besteht, die nicht logisch aufeinander aufbauen. In diesen Szenen, die größtenteils auf wahren Begebenheiten beruhen, zeigt er den Kriegsalltag verschiedenster Personen, vom namenlosen Soldaten bis hinauf zu gekrönten Häuptern. Mit dieser Herangehensweise wollte er die Absurdität des Ersten Weltkrieges darstellen.

Karl Kraus schildert keine Kampfhandlungen sondern schildert den Alltag der Menschen, die fernab der Kriegsschauplätze agieren und sich oft am Krieg bereichern. Im Verhalten dieser Menschen, die den Krieg oft sogar beschönigen und verharmlosen, sieht Kraus die wahren Schrecken. Deshalb arbeitet der mit satirischen Stilmitteln und arbeitet Zitate und Dialoge so in das Stück ein, dass Verlogenheit, Dummheit und Rücksichtslosigkeit für den Leser oder Zuschauer offenbar werden.

Juli 2014



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